Viele Menschen sind unsicher, wenn sie mit psychischen Erkrankungen konfrontiert sind und wissen nicht, was sie sagen sollen. Aus diesem Grund habe ich einen kleinen Guide mit den hilfreichsten Sätzen zu den gängigsten Erkrankungen zusammengestellt. Den meisten psychisch Erkrankten fehlt nämlich das Wissen, das in diesen vermittelt wird und sie werden in jedem Fall dankbar sein, wenn jemand sie aufklärt.

OK, here we go:

 

… PHOBIEN:

1. „Aber da muss man doch keine Angst vor haben.“

2. „Du musst dich einfach überwinden.“

3. „Du übertreibst, das ist gar nicht schlimm.“

 

… DEPRESSIONEN:

1. „Du darfst dich nicht so hängen lassen.“

2. „Jeder hat doch mal schlechte Laune.“

3. „In Afrika verhungern sie und du….“

 

…. POSTTRAUMATISCHE BELASTUNGSSTÖRUNG:

1. „Erzähl doch mal, wie war das denn genau? Du musst drüber reden!“

2. „Aber jetzt ist es doch vorbei.“

3. „Du darfst halt auch nicht ständig daran denken, lenk dich doch mal ab und vergiss was da war.“

4. „Mir/meiner Nachbarin/meinem Onkel ist dasselbe passiert [hier bitte unaufgefordert detaillierte Schilderung einfügen]“

5. „Mir/meiner Nachbarin/meinem Onkel ist was ähnliches passiert [hier bitte Geringfügigkeit einfügen]“

6. „Mir/meiner Nachbarin/meinem Onkel ist dasselbe passiert, aber ich/sie/er habe kein PTBS.“

 

… ZWANGSERKRANKUNG

1. „Aber das ist doch unsinnig.“

2. „Warum lässt du es nicht einfach?“

 

… ESSSTÖRUNGEN

1. „Oh, hast du zugenommen/abgenommen? Sieht….  [Hier bitte Meinung über das Aussehen einfügen] aus.“

2. „Woanders verhungern sie und du….“

3. „Hast du schonmal versucht, dich [hier Ernährungsform der Wahl einfügen] zu ernähren?“

4. „Ich habe ja in den letzten Jahren auch 2 Kilo zugenommen, ich weiß genau wie es dir geht.“

5. „Weisst du eigentlich, wie ungesund das für deinen Körper ist?“

…. ADHS

1. „Das ist doch nur so eine Modediagnose“

2. „Das liegt nur an dem vielen Zucker und dem Fernsehen“

3. „Ich kann mich auch nicht immer konzentrieren, aber wenn man sich zusammenreißt geht das.“

 

…. was sind eure hilfreichsten Sätze?

Kommentare
  1. Amy sagt:

    „Lass das doch einfach!“, „Reiß dich doch mal zusammen!“, „Stell dich nicht so an!“, „Das ist doch nur eine Modediagnose!“ sind meine Favoriten. Ich habe den Eindruck, dass die Aussagen ziemlich austauschbar zwischen den Störungen sind, sucht man sich einfach mal ein, zwei ganz allgemeine Sätze aus, hat man immer das richtige zur Hand😉

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  2. Robin Urban sagt:

    Bei depressionsbedingter Antriebslosigkeit und Müdigkeit: „Sport hilft!“

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    • Sten Dunkan sagt:

      .. hilft aber tatsächlich. Seit meinem ersten Stationären Aufenthalt (Verhaltenstherapie) ist das sogar einer meiner Hauptskills. Nuja .. wenns dann mal richtig Bergab geht is damit natürlich auch irgendwann Essig. Aber wie gesacht, grundsätzlich is das tatsächlich ein guter Tipp. Gerade Radfahren oder Laufen is da gut: 1. weil es gegen die Ängste hilft und 2. frische Luft und Tageslicht auch ein klein bisschen helfen.
      Mir persönlich tat auch Krafttraining und Boxen sehr gut.

      (Wie der Satz von Unkundigen ‚Helfern‘ gemeint ist wissen wir ja aber wohl alle ..)

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      • Robin Urban sagt:

        Ich weiß, dass Sport tatsächlich hilft. Aber wenn ich kaum die Kraft habe, morgens aufzustehen, ist das einfach ein Scheißtipp.

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        • Sten Dunkan sagt:

          Dann gibt es ja noch immer die Hilfreichen Tipps wie: ‚Dann muss man sich halt mal zusammenreißen‘ – der hilft schliesslich immer ..

          Ich weiß was du meinst, wenn man noch die Kraft hätte sich selbst zu motivieren, wäre man schon längst dabei den richtigen Skill an zuwenden um ein Tief abzufangen. Aber ein depressiver Schub ist halt nun mal kein ’normales Stimmungstief‘, so wie Phobie auch nicht ‚einfach nur ne Angst‘ ist.
          Kein Schwein käme auf die Idee einem Diabetiker mit solchen Sprüchen zu kommen.

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  3. Katzengold sagt:

    Auf PTBS bezogen: „Nehmen Sie doch einfach mal endlich Medikamente gegen das alles, dann wird das auch wieder!“🙄

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  4. 0x0d sagt:

    Kombinationen mit dem Wort „einfach“ passen auch auf (fast) alles:

    „Du musst einfach nur…“
    „Warum machst du nicht einfach … ?“

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  5. mindmaker sagt:

    ha, erst heute: es ist drückend schwül, ich habe extrem viel zu tun und schwitze wie ein schwein; meint einer: ‚ruh dich doch mal aus‘ … war leider nicht der chef

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  6. Nesselsetzer sagt:

    Ich finde die „Arbeit“-Sätze in dem Zusammenhang immer ganz niedlich: „Geh mal arbeiten, dann vergehn Dir die Flausen im Kopf“ oder „Früher warense 12 Std. aufm Feld, da kamen die gar nicht auf solche Gedanken“ oder „Du hast einfach viel zuviel Zeit zum Nachdenken“.

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  7. SVV: „Ja, und dann warte bis der Sommer kommt, wie scheiße das dann aussieht!“

    Handlungsblockade durch wie auch immer bedingte Willensunfähigkeit: „Na, du musst dich halt zwingen, ich hab auch oft keinen Bock.“

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  8. frauhilde sagt:

    Zu „reiß dich doch mal ein bisschen zusammen“ passt auch sehr schön „morgen sieht’s schon wieder anders aus“ und in diesem Zusammenhang „mir geht’s auch manchmal nicht gut. Und ICH mache dann [irgendwas einsetzen, Sportsolariumsaunastrickenhäkelntöpfern]“.

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  9. fraukrokodil sagt:

    Lieblingssatz von der Mutter meines Freundes ( bezog sich aber auf Laktoseintoleranz):
    „Heutzutage behauptet doch jeder, dass er das hat.“

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  10. connysblog sagt:

    So ist es! Die hab ich auch alle schon gehört – und noch so viele mehr. Wirklich ausgesprochen hilfreich. Was würden wir nur ohne unsere „Lieben“ tun?

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  11. Rainer sagt:

    „Das bildest du dir nur ein“ – „Reiß dich zusammen“ – „Andere können das auch“ – „Du nervst mich!“ – „Du bist doch eigentlich ganz gesund“ – „Alles nur Luxusprobleme“ – „Du musst an deine Grenzen gehen“ – na und so weiter.

    Alles extrem hilfreich:-/

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  12. Yesa sagt:

    „Ein Telefon beißt doch nicht!“ (ok ist keine Phobie ich mag die Dinger einfach nicht und es ist trotzdem nicht hilfreich wenn ich mich gerade versuche doch mal da anzurufen als die 5km dorthin zu laufen)

    „Was soll dir schon passieren?“ „Sind doch nur Menschen“ „Das ist albern“ (zu meiner Sozialphobie die sich in schlimmsten Zeiten zu einer halben Demophobie gemausert hatte. Was passieren könnte? Die Leute könnten mich tottrampeln? HALLO Phobien sind NICHT rational. Ok mein Standardspruch „sowas wie bei der Loveparade könnte passieren“ ist auch nicht soooo hilfreich ich gebs zu)

    „Jetzt komm doch mal wieder runter/bleib stehen“ (ich neige dazu wenn ich in ne hypomane Phase komme auf einmal von jetzt auf gleich einen solchen Bewegungsdrang zu bekommen das ich nichts anderes mehr machen kann als auf der Stelle zu hüpfen (ja sieht wahrscheinlich derbe blöd aus und gottseidank ist es mir bisher immer nur zu Hause passiert aber ich kann verflucht nochmal nich anders)

    Aber ich geb zu ich bin auch nicht besser.
    Wenn mein Kerl zuviel Stress hat, geht bei ihm sein ADS wieder los das er sonst gut im Griff hat und ich ertapp mich immer wieder bei Sprüchen wie „Man soll nicht vor Autos laufen“ „du die Straßenlaterne ist nicht klüger als du die gibt nicht nach“ etc pp… dementsprechend wer von aller Sünde is rein und so

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    • Miria sagt:

      Das mit dem Telefonieren kenen ich auch, bekomme da regelrecht Panik und Schweißausbrüche. Und musste letztens zu Hören bekommen: „Was soll dir denn beim Telefonieren passieren?“ oder auch „Du musst das einfach machen, wenn du in der heutigne Welt klarkommen möchtest!“.
      Danke, weiß ich auch so, hilt aber nicht!

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  13. Jekaterina sagt:

    beliebter Elternsatz: „Wie kannst du uns das nur antun?!“
    (man denke sich den entsprechend vorwurfsvoll-verständnislosen Blick dazu).

    auch gut:
    „Du bist doch intelligent, warum [lässt du den Mist nicht/machst dieses oder jenes/….]“

    Für die Wissbegierigen:
    „Ich wüßte zu gerne, was in deinem kleinen kranken Kopf vor sich geht“.
    [Anmerkung: Der Betroffene wird Ihnen darauf hin freimütig einen umfassenden Einblick in seine armselige kranke Welt geben. Falls dies nicht auf Anhieb geschieht, weisen Sie nachdrücklich darauf hin, wie sehr Sie das Verhalten des Betroffenen belastet und wieviel Sorgen Sie sich um ihn machen müssen, alles seinetwegen (!). Zeigen Sie ihm das am besten auch ohne falsche Zurückhaltung in Ihrem emotionalen Ausdruck. Seien Sie hartnäckig, lassen Sie den Betroffenen ohne eine ausgiebige Antwort nicht gehen; ziehen Sie notfalls alle Register – früher oder später wird er reden. Schließlich wollen Sie nur sein Bestes; was gut für Sie ist, ist auch gut für ihn. Der Arme kann das leider wegen seiner Krankheit in keinster Weise mehr selbst entscheiden. Ihm ein Mitspracherecht einzuräumen, wäre deshalb grob fahrlässig.

    Nachdem der Betroffene endlich sein verstörtes Innenleben offengelegt hat, empfielt es sich dem Betroffenen dazu ein persönliches Feedback zu geben. Besonders gut macht sich hierbei das Äußern völligen Unverständnisses für die Gedankenwelt und die Sichtweise des Betroffenen. Seien Sie bitte dabei nicht zu zurückhaltend in Ihrer Kritik, schließlich muss dem Betroffenem unmissverständlich klargemacht werden, wie krank er ist. Sie wissen ja bereits – er selbst kann das ganz sicher nicht mehr beurteilen. Schließlich ist er krank – da braucht er ganz besonders die liebevolle Unterstützung von Freunden wie Ihnen.]

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  14. evilmichi sagt:

    „früher hat man einfach die arschbacken zusammengekniffen und weitergemacht. heute ist plötzlich alles mögliche eine psychische erkrankung“

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  15. Miria sagt:

    Auch beliebter Elternsatz: „Dein Bruder schafft das doch auch, obwohl der viel jünger ist als du!“

    Oder „Du bist nicht krank, du bist einfach nur faul!“ bei Depressionen

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  16. Her sagt:

    Bei Antriebslosigkeit hör ich immer und immer wieder „Ich hab auch oft keinen Bock, aber ich machs halt trotzdem“

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  17. verstoert sagt:

    Alle Borderline ritzen sich immer und ständig.

    Selbstverletzung dient nur dazu, Aufmerksamkeit zu erregen.

    Kann ja gar nicht sein (Antwort auf Äußerung von Gefühlen etc).

    Wenn Sie das wirklich behaupten, dann sind sie wirklich paranoid (nur doof, wenn der Arzt die Aussagen nicht widerlegen kann)

    Ach Borderliner sind doch die, die sich immer ritzen. (meinem Bruder musste ich erst Wunden und Narben zeigen, damit er mir glaubte)

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  18. Heinz sagt:

    egal was:
    Das kenne ich von mir auch z.B. wenn [Geringfügigkeit einfügen].

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  19. The Laughing Man sagt:

    Abgesehen von dem Vergnügen daran über Leute zulästern die wenig bis nicht hilfreich sind, bin ich mir nicht sicher was das Ziel dieses Beitrages sein soll. Oo?
    Als Reaktion darauf könnten sich Leute nun noch mehr von Menschen mit solchen Problemen distanzieren aus Angst es wohl nur noch schlimmer machen zukönnen.

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    • Humor?
      aber vom Humor und dem „vbeim nächsten blöden satz daran zurückdenken und schmunzeln“ wird sich vielleicht jemand, der wirklich hilfreich sein müchte so eine liste durchlesen und sich gedanken machen, was an den einzelnen sätzen evtl. blöd sein könnte.

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    • Ich verstehe auch grundsätzlich nicht dieses Bedürfnis, direkt mit Tipps und Ratschlägen bei der Hand zu sein. Warum nicht mal zuhören? Einfach klappe halten und wenn man Angst hat was falsches zu sagen, diese Unsicherheit ausdrücken indem man fragt was der andere grade braucht. Wer erwartet von Otto Normalmensch dass er direkt mal schnell in zwei Sätzen eine im Extremfall jahrelange Krankheit kuriert?

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      • The Laughing Man sagt:

        Um Kurieren geht es ja nicht, sondern eher um die Frage ob man so jemanden wie einen normalen Menschen behandelt oder nicht. Man bekommt schließlich in jedem Bereich regelmäßig dumme oder nutzlosen Hinweise egal ob es nun ein kleines oder großes Problem ist. Im Zweifel ist es immer besser direkt den Leuten zusagen warum derren Antwort einem nicht weiterhilft. Ich leide selbst unter einer Phobie und habe auch die Kommentare zum Teil gehört und meistens hat der Hinweis, dass man sich halt bewusst ist wie irrational die Angst ist, aber dies nur wenig hilft ausgereicht um etwas Verständnis zubekommen. Im schlimmsten Fall waren ein paar mehr Worte nötig.

        Oft wollen viele einfach nur helfen sind aber verunsichert wie sie das tun sollen und machen dabei Fehler. Da hilft es beiden Seiten am meisten, wenn man sich verständigt und nicht versucht zuverurteilen.

        Das ist aber nur meine Sicht, vielleicht habe ich auch einfach nur Glück und die Leute mit den ich Kontakt habe sind einfach so cool. ^^

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        • Irgendwie verstehe ich nicht ganz deine Kritik, da der Artikel lediglich (wie alle anderen Artikel im Blog) humoristisch-satirisch gemeint ist. Da steht doch nirgends „Hey, wenn du jemals sowas gesagt hast, dann bist du ein totales Arschloch und landest in der Hölle“ oder so.
          Ich denke, wir sind uns einig, dass die sätze zu 99% nicht hilfreich sind. ein betroffener der hier mitliest wird vielleicht denken „oh, lol, es geht nicht nur mir so“ (ja, das wissen viele nicht und denken, diese tipps seien richtig und wichtig und SIE seien die versager weil sie es nicht schaffen, die zu befolgen)
          ein nicht betroffener wird im günstigsten fall denken „oh, schau an, das sind also doofe sätze, die ich eher nicht bringen sollte… hmmmm, warum wohl? was könnte ich besser machen?“ oder „oh je, was soll ich denn dann sagen?“ (manchmal ists tatsächlich besser nichts zu sagen als sowas^^) oder eben „pfff… ich find das hilfreich also sag ich das auch weiter“

          so cool wie du ist halt nicht jeder, und wie gesagt, es gibt eben genug betroffene die sowas ständig hören und niemand, der ihnen sagt, dass es ok ist wenn sie diese „guten ratschläge“ nicht hilfreich finden.

          aber mal ehrlich, die meisten meiner blogs sind überspitzt und dienen dazu, zum nachdenken anzuregen. als regelmäßiger leser dürfte dich das doch nicht schockieren😀

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          • The Laughing Man sagt:

            Hast recht vielleicht habe ich mich da zu sehr von Kommentaren ablenken lassen, die sich hier Luft gemacht haben. Soweit, dass ich die ursprüngliche humoristische Intention vergessen habe. Ich bitte um Verzeihung. ^^

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