Wie verhalte ich mich gegenüber Eltern (psychisch) kranker Kinder?

Veröffentlicht: Juni 16, 2013 in Psychozeug, Ratgeber
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Wer kennt nicht die Situation im Supermarkt, im Restaurant oder im Schwimmbad: ein Kind verhält sich irgendwie auffällig, ist laut, hält sich nicht an (gesellschaftliche) Regeln. Im Hinblick auf die Überschrift werden nun einige fragen „Ja, aber wie erkenne ich denn ob das ein (psychisch) krankes Kind ist oder ob es bloß schlecht erzogen ist?“ Womit wir schon zu den Regeln kommen:

1. „Krank“ gibt es nicht und ist nur eine Ausrede, die schlechte Eltern für ihr Versagen erfunden haben. Unterstützt werden sie dabei von Ärzten, Psychiatern, Pädagogen und überhaupt jedem der einen sozialen Beruf gewählt hat um insgeheim die anständigen Menschen der Welt abzuzocken. – Das solltest du den Eltern umgehend mitteilen wenn sie es wagen mit Diagnosen anzukommen!

2. Frag (dich) gar nicht erst warum ein Kind sich so verhalten könnte, denn das ist irrelevant. Du bist auf einem öffentlicchen Platz und hast das Recht darauf dass es dort still ist. – Bringe also in jedem Fall dein Missfallen zum Ausdruck, seis durch Blicke oder im besten Fall verbal. – So gibst du den Eltern ein angemessenes Feedback.

3. Finde rasch ein möglichst abwertendes Klischee und murmle „typisch [Klischee]“ vor dich hin (natürlich laut genug dass die Umstehenden und die Eltern es hören). – So sehen die Eltern und die Umstehenden, dass du Ahnung hast und weißt wovon du redest.

4. Gib Lebenshilfe und einige praktische Erziehungsratschläge. Idealerweise kommen die Worte „früher“, „Klaps“ oder „richtig durchgreifen“ darin vor. – So hilfst du den Eltern und sie werden dir dankbar sein.

5. Gehe währenddessen auf Ursachenforschung und spekuliere möglichst laut darüber warum das Kind so unerzogen sein könnte (ja, das kollidiert mit Punkt 2, aber das ist egal, du musst dich nicht an Regeln halten). Mögliche Ideen hierfür könnten zu viel Zucker, zu lasche Erziehung, alleinerziehendes Elternteil, Asozialität oder Computerspiele sein – du kannst aber auch gern kreativer werden.

6. Weise darauf hin, dass DU nie so warst als Kind. – So bist du ein gutes Vorbild und Rollenmodell.

7. Prognostiziere dem Kind eine Karriere als Kriminell, Drogensüchtig oder etwas anderes was du als negative Entwicklung ansiehst. – Das dient als hilfreiche Intervention.

8. Nimm jede Reaktion der Eltern zum Anlass eine Bestätigung für deine Theorien zu finden. Egal ob wütend, traurig, entschuldigend oder ruhig, kommentiere es mit „ist ja kein Wunder dass das Balg so ist, bei den Eltern!“ . so regst du die Eltern zur Selbstreflexion an.

Kommentare
  1. Oh wie ich sie kenne… Ich habe auch den Eindruck, dass immer größere Teile der Gesellschaft überhaupt kein feeling mehr dafür haben, was bei Kindern wann normal ist, weil in der engeren Umgebung / Bekanntschaft dieser Menschen kein „Kinderleben“ mehr stattfindet. Da werden Kinder überhaupt als Aliens empfunden und deren Anwesenheit als Mangel im Urlaubshotel beklagt…

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  2. evilmichi sagt:

    Hat dies auf Michis Blog. rebloggt.

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  3. wollepelz sagt:

    Tja, wann trifft man sich in der Mitte?

    Nie, ist immer alles polemisch und zwar auf beiden Seiten.

    Eure Eltern haben Euch beschissen erzogen.😛

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