Prostitutionsverbotslogik.

Veröffentlicht: Juli 18, 2013 in Comics, Mann-Frau-Kram
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prostitutionsverbot

Kommentare
  1. Der Pan sagt:

    Naja, der Vergleich hinkt nicht nur, der sitzt schon im Rollstuhl.
    Denn während Armut ein Problem ist, dass man beheben kann (und sollte!), geht das bei den körperlichen Einschränkungen eines Rollstuhlfahrers nicht (bzw kaum).

    Und während es bei Prostitution genug Frauen, die diesen Weg freiwillig einschlagen, und nicht weil sie arm sind, sondern weil sie dort einfach besser verdienen als der Durchschnitt (ich empfehle die Doku „Whores Glory“), ist die Freiwilligkeit bei Rollstuhlfahrern wohl generell nicht gegeben.

    Naja…alle Comics können ja nicht so treffsicher sein wie der Rest bisher😉

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    • Du hast ihn missverstanden^^

      1. Mal habe ich bewusst ein konkretes Problem gewählt, nämlich Rollstuhlfahrer kommen nicht gut in den Bus. Wer sagt, dass man dieses Probkem nur durch Behebung der körperlichen Probleme lösen kann? Man könnte auch Busse rollstuhlgerechter machen.

      2. sagt dieser Comic absolut nicht aus dass es keine Frauen gibt die sich gerne und freiwillig als Sexarbeiterinnen betätigen. Das war genau auch der fehlschluss der obigen Person im Comic.

      Fazit: nicht immer kannst du so treffsicher meine Comics kommentieren😉

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    • Ums also nochmal kurz zu erklären: Der Comic sagt aus dass die beiden Personen das Problem jeweils am falschen Ende lösen wollen, indem sie nämlich das, was der Person hilft, abschaffen wollen. auf beide arten würden sie damit das konkrete Problem „Frau prostituiert sich unfreiwillig aus Armut“ und „Rollstuhlfahrer kommt nicht in den Bus“ zwar beseitigen aber die Lage der Betroffenen nicht verbessern sondern das ursprüngliche Problem sogar noch verschlimmern.

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  2. honeyinheaven sagt:

    Die Frage ist allerdings, inwieweit die Prostitution freiwillig erfolgt. Die Person, die sich aus Armut prostitutiert, also um zu überleben, nicht um beispielsweise Heroin vom Erlös zu kaufen, dürfte nicht so häufig sein. Die reiche Prostituierte, die das wegen des vielen Geldes macht, noch viel weniger. Ich befürchte, das Häufigste bei weitem ist die Zwangsprostitution. Und um diese zu beenden, zumindest aber zu erschweren, wären andere Gesetze vielleicht doch hilfreich. Denn reich wird bei der ganzen Sache meistens nur der Zuhälter.

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    • Das stimmt so einfach nicht. Wenn du dir mal die Zahlen von Dona Carmen anschaust… ds sind wirklich nicht viele (selbst mit Dunkelziffer) im Vergleich zu allen Prostituierten Deutschlands. http://www.donacarmen.de/?p=406

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    • Kinch sagt:

      Und die Prostituierte, die das einfach macht, wie jeden anderen Beruf auch? Oder sogar die, die das gerne macht? Gibt es sowas in deiner Welt?

      „Und um diese zu beenden, zumindest aber zu erschweren, wären andere Gesetze vielleicht doch hilfreich.”

      Was denn? Freiwillige Prostitution verbieten, um bereits verbotene Zwangsprostitution doppel zu verbieten? Die freiwillige Prostitution in die Kriminalität zu drücken, so dass die Prostituierten schutzloser sind und weniger Kunden haben, sprich‘ auch Kunden nehmen müssten, die sie normalerweise lieber ablehnen würden?

      Hast du eigentlich irgendein Indiz für deine Befürchtung, dass Zwangsprostitution die häufigste Form ist?

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      • stefanolix sagt:

        Bei aller Freiheit des Einzelnen: Prostitution wird niemals ein Beruf »wie jeder andere Beruf auch« sein.

        Prüfstein: Würden Sie es als Mann in Ordnung finden, dass Ihre Tochter oder ihre Partnerin diesen »Beruf« ausübt? Würden Sie es als Frau in Ordnung finden, das sich ihre Tochter für Prostitution als Hauptberuf entscheidet? Wie viel Prozent der erwachsenen Deutschen würden offen vertreten: Meine Tochter, Partnerin, Freundin (…) arbeitet als Prostituierte?

        Für die freiwillig ausgeübte Prostitution müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die den Prostituierten und ihren Kunden so viel persönliche Sicherheit, rechtliche Sicherheit und Menschenwürde wie möglich gewährleisten. Dazu gehört unbedingt auch der Respekt vor dem Selbstbestimmungsrecht der Prostituierten und Kunden.

        Aber von einem »Beruf wie jedem anderen« wird man auch in vielen Jahren noch nicht sprechen können. Es geht dabei immerhin um die Intimsphäre der Beteiligten und ihres jeweiligen Umfelds.

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        • Ich hätte persönlich kein Problem wenn ein mir nahestehender Mensch sich prostituieren würde. Ich fände nur den Gedanken schlimm, dass andere ihn deshalb schlecht behandeln oder verachten.

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          • stefanolix sagt:

            Damit es ein Beruf wie jeder andere wird, müsste das aber eine Mehrheit der Erwachsenen so sehen.

            Ich war erschrocken über das Gesetz, über das ich auf der Donna-Carmen-Seite gelesen habe. Davon habe ich selbst als politisch sehr interessierter Mensch nichts mitbekommen. Ich bin gegen solche Einschränkungen und Überwachungsmaßnahmen. Aber das Gesetzesvorhaben zeigt letztlich auch, dass es keine Tätigkeit wie jede andere ist.

            Ich kann auf der abstrakten Ebene darüber eine Meinung haben (wie oben geschrieben). Aber ich könnte nicht der feste Partner oder Ehemann einer Prostituierten sein. Die Frage stellt sich für mich als Ehemann jetzt ohnehin nicht. Aber ich könnte mir auch mit aller Phantasie nicht vorstellen, dass das auf Dauer gut ginge.

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            • Ich selbst kann Sex und Liebe gut trennen daher würde ich das auch meinem Partner zutrauen. Gut, ich kann leicht reden, da sich die konkrete Frage für mich auch nicht stellt.
              Wer beides aber nicht trennen kann oder will hat es da sicher schwer.

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  3. Ein Kumpel von mir hat sich mal in eine Prostituierte verliebt und wollte die „da rausholen“. Nur die wollte nicht. Das hat er nicht verstanden.

    Ich habe ihm versucht zu erklären, dass er ihr als kleiner Angestellter nie den Lebensstandard wird bieten können, den sie inzwischen gewohnt ist. Champagner, teure Klamotten, feine Restaurants. Das hat er auch nicht verstanden, er hielt sich im Ernst für den Rettungsanker für jemanden, der gar keinen Rettungsanker wollte.

    Prostitution ist auch ein Thema, bei dem ganz viel Hysterie und Bigotterie im Spiel sind. Und wie immer sind ganz viele Eiferer unterwegs.

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    • stefanolix sagt:

      Es gab einen Schatzmeister einer politischen Partei auf Landesebene (es spielt keine Rolle, zu welcher Partei er gehörte), der hat dieses „Rausholen“ auf die Spitze getrieben, bis er viel eigenes Geld und Parteigeld verloren hatte – weil er nämlich schamlos ausgenutzt wurde.

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    • Ich glaube, für manche Männer ist das eine reizvolle Fantasie, eine Prostituierte zu „retten“ – allerdings finde ich etwas fragwürdig als Mann zu einer Prostituierten zu gehen wenn man(n) davon ausgeht, dass die alle todunglücklich sind und ihren Job hassen. Ich persönlich würde nicht gerne mit jemandem Sex haben wenn ich davon ausgehe, dass es ihn anekelt und er es ganz schrecklich findet.

      Allerdings gehe ich davon aus dass der Job unter den richtigen Bedingungen auch sehr viel Spaß machen kann (so viel Spaß wie Arbeit eben macht)

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