Feminismuskritik: weibliche Privilegien (gibt es nicht)

Veröffentlicht: Juli 27, 2013 in Mann-Frau-Kram
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In kaum einem Thema sind sich Feministinnen so einig wie bei der Antwort auf die Frage ob es weibliche Privilegien gibt. Feminismus 101 erklärt: „Die kurze Antwort: Nein.“ Als Erklärung gibt die Autorin an, dass es sich bei den angeblichen „Privilegien“ eigentlich nur um wohlwollenden Sexismus handle, also ritterliches Verhalten Frauen gegenüber, das jedoch eigentlich dazu dient, das Patriarchat weiter aufrecht zu erhalten. Und als Fazit: „Wenn es wohlwollender Sexismus genannt wird, wird es als Teil des Systems des Sexismus wahrgenommen und kann dadurch (erfolgreich) mit Mitteln wie Feminismus bekämpft werden, wohingegen es unter der Benennung als “weibliche Privilegien” den Status Quo stärkt, was es letztendlich schwieriger macht, die verletzenden Praktiken zu beenden.“

Unter dem Artikel ist ein Kommentar von mir mit einer Antwort der Autorin. Moment… nur die Antwort der Autorin, denn mein Kommentar wurde nachträglich gelöscht. Aber dazu später. Zunächst mal stößt man bei weiterer Recherche zu weiblichen Privilegien fast nur auf Artikel von Feministen warum es diese nicht gibt. Das ist aber nun nicht soo überraschend, denn schließlich gehört es ja auch zu Privilegien, dass diejenigen, die sie haben, eigentlich gar nicht so richtig wissen, dass sie sie haben, schließlich sind sie für diejenigen Normalität. Insofern ist es schon ein bisschen lustig dass weibliche Privilegien von Feministinnen so rigoros negiert werden, müsste man doch eigentlich fairerweise die Männer fragen wo sie Frauen privilegiert sehen.

privilegien

Jedenfalls stieß ich nach etwas Recherche auf eine englische Seite auf der sich eine Feministin mit 25 angeblichen weiblichen Privilegien auseinandersetzt und begründet, warum diese jeweils keine sind. Ich werde hier mit meiner nicht 100%ig akkuraten Übersetzung arbeiten, also checkt ruhig das Original wenn ihr euch nicht darauf verlassen wollt:

1. Ich bin körperlich dazu in der Lage ein menschliches Wesen zu gebären und mein Bestes tun es so zu formen wie ich möchte.

A: Meine sexuellen Entscheidungen haben eine höhere Wahrscheinlichkeit lebensverändernder Konsequenzen. Die Verantwortung für Geburtskontrolle ist somit stillschweigend meine. Jedoch bekomme ich weniger wahrscheimlich das Sorgerecht im Falle einer Scheidung.

EMN: Also… ich bin erstmal schockiert sowohl über Punkt 1 als auch über die Antwort. „Ein menschliches Wesen so zu formen wie ich es möchte“??? Hallo? Was ist das denn für ein Menschenbild? Ich werde daher das Privileg umändern in „Ich darf das Wunder der Schwangerschaft erleben und spüren wie ein Baby in mir wächst“ (was natürlich nicht immer ein Privileg ist aber für die, die die Schwangerschaft genießen ist es wohl ein riesiges). Die Antwort ist dann für mich kein Widerlegen sondern eher die Aufzählung weiterer Privilegien, da die Kontrolle über Fortpflanzungfragen durchaus ein riesiges Privileg ist. Frau kann die Pille danach nehmen, abtreiben, das Baby zur Adoption freigeben… der Mann hat da kein großes Mitspracherecht (zumindest bei den ersten beiden) und schwängert er unabsichtlich eine Frau (oder sogar wenn er vergewaltigt wird von einer Frau!) muss er die Konsequenzen ohne Wahlfreiheit tragen. Dann der Punkt mit dem Sorgerecht… ich weiß nicht wie das da ist wo die Autorin herkommt aber in Deutschland wird in 9 von 10 Fällen das Sorgerecht geteilt und in den restlichen Fällen ist es wahrscheinlicher dass die Frau das Sorgerecht bekommt. Es fällt mir schwer zu glauben dass das irgendwo auf der Welt anders ist, also hat die Dame da wohl die Unwahrheit geschrieben.

2. Von mir wird nicht automatisch erwartet der Brötchenverdiener in der Familie zu sein.

A: Wenn ich kein Geld verdiene wird angenommen ich sei ein Parasit oder im besten Fall bin ich ans Haus gebunden. Im Austausch gegen die finanzielle Unterstützung wird angenommen ich „schulde“ dem Mann etwas.

EMN: Oh nein, es wird etwas erwartet dafür, dass dein Mann das Geld mit dir teilt? Das ist ja wirklich unmöglich. Was soll man dazu noch sagen. Ich denke, was mit dem Privileg tatsächlich gemeint war ist, dass eine Frau mehr Wahlfreiheit hat und beide Modelle (Karriere/Hausfrau) nicht unüblich sind wohingegen vom Mann eher erwartet wird Geld zu verdienen. Die Antwort ist also etwa so „Oh toll, und wenn ich mich fürs Hausfrausein entscheide muss ich den Haushalt machen, das ist doch schrecklich!“ wobei der Eindruck entsteht, die Dame hätte gerne dass das Geld einfach magisch auf ihrem Konto erscheint, ansonsten wird ihr wohl immer ein Grund einfallen warum das ja ganz schön doof ist mit der Arbeit. Das Privileg der größeren Wahlfreiheit wurde jedenfalls nicht dadurch entkräftet, dass sie die eine Möglichkeit abwertet.

3. Ich kann eine breite Palette an Kleidungsstücken tragen ohne Spott fürchten zu müssen.

A: Ich werde belästigt und angegriffen wegen meiner Wahl, es ist wahrscheinlich dass ich beschuldigt werde für meine Kleidung oder Schmuck. Meine Kultur läd bei vielen Kleidungsstücken Fremde dazu ein intime und persönliche Kommentare zu machen und mein Kleidungsstil hat großen Einfluss auf meine persönlichen und beruflichen Möglichkeiten.

EMN: Ich weiß ja nicht was die Frau bisher erlebt hat, ich habe zumindest selten gehört dass Frauen in Alltagskleidung aufgrund dessen belästigt wurden. Die „Gefahr“ von Anzüglichkeiten steigt aber sicher mit steigender sexyness der Kleidung. Inwieweit ihr diesem Argument zustimmt bleibt jedem selbst überlassen, Fakt ist jedoch, dass ein Mann der in der Stadt mit Sommerrock unterwegs ist durchaus mehr Blicke und Sprüche oder auch Gewalt auf sich zieht als eine Frau in jedem denkbaren „Männeroutfit“. Was die beruflichen Möglichkeiten angeht… ich denke, das gilt für beide Geschlechter, denn ein Mann kann auch nicht in der verrissenen Jeans in der Bank arbeiten nur weil er einen Penis hat.

4. Ich kann meistens sitzenbleiben wenn ich Leute treffe.

A: In gemischten Gruppen habe ich eine passive Rolle.

EMN: Entschuldigung, aber ich finde sowohl das „Privileg“ als auch die Antwort darauf unsagbar dämlich und will sie kaum einer Antwort würdigen. Keine Ahnung wer diese Liste geschrieben hat aber selbst ich habe kein Problem damit meinen fetten Arsch mal 5 Sekunden vom Stuhl zu heben wenn jemand ankommt.

5. Ich schäme mich nicht andere Meinungen zu einem Thema einzuholen.

A: Mir wurde beigebracht meinem eigenen Urteil nicht zu vertrauen.

EMN: Ach ja… schön für euch. Oder nicht schön. Oder auch einfach egal. Das ist doch mehr eine ganz persönliche Sache und ich wüsste nicht, dass Männer grundsätzlich doof angeschaut werden wenn sie etwas fragen oder sich dabei „schämen“. Das ist so 90er Jahre…^^ (Falls ich es doch einer Antwort würdigen soll würde ich sagen dass das eine gemischte Sache ist, da einfacheres Fragen natürlich Vorteile hat aber es genauso gut sein kann Dinge erstmal selbst zu probieren und festzustellen, dass es doch klappt… insofern 50/50 und weder für die einen noch für die anderen ein großes Privileg)

6. Ich bin frei eine große Bandbreite an Emotionen zu zeigen, von Tränen zu herzhaftem Lachen.

A: Wenn ich eine starke emotionale Reaktion zeige wird man es eher meinem Geschlecht zuordnen anstelle eines berechtigten Grundes.

EMN: Das hätte ich auch auf die Privilegienliste gesetzt, da Frauen tatsächlich mehr Gefühle zeigen „dürfen“. Dass eine starke emotionale Reaktion mit dem Geschlecht verknüpft wird passiert wohl eher in dem Fall, dass man es abgrenzt zu Männern, die das eben nicht „dürfen“. also weniger „Sie ist eine Frau, deshalb lacht/weint sie“ sondern „Als Frau darf sie das.“ … tut es ein Mann muss er eher damit rechnen dass ihm seine Geschlechterrolle vorgehalten wird (…“kein richtiger Mann“)

7. Meine stereotypen Exzesse beim shoppen, Kleidung, Schmuck, Pflege und Essen von Schokolade werden erwartet und sind sogar Quellen von Witzen.

A: Selbst wenn ich normalerweise nicht solche Exzesse hätte, wenn ich sie dann habe werden sie als allgegenwärtig wahrgenommen.

EMN: Da stimme ich der Antwort zu. Das „Privileg“ ist einfach dämlich (Wer zur Hölle hat diese Liste erstellt??), denn was soll es für mein Seelenheil bringen wenn ich beim nächsten größeren Einkauf vor mich inkichern und sagen kann „Ich bin halt eine Frau. Hihi.“ – Deshalb habe ich auch nicht mehr Geld auf dem Konto hinterher oder irgendwas nützliches davon gewonnen dass die Welt nun glaubt, ich sei eine „typische Frau“. Eher nervt dieses Klischee.

8. Die Politik erlaubt mir normalerweise eine Beziehung zu meinem kind.

A: Ich werde auch für ihre geistige Gesundheit als Erwachsener verantwortlich gemacht.

EMN: Das als Privileg ist „halbgut“ weil sich da im Männerrecht auch viel getan hat aber es natürlich als Mann immernoch passieren kann dass man nie von seinem Kind erfährt oder im Fall einer Affäre ein anderer die Vaterschaft anerkennt und offiziell als Vater gilt. Das passiert als Frau nicht und ist sicher ein Vorteil. Die Antwort hingegen finde ich bescheuert. Wenn man unbedingt Kinder will ist es sicher ein winziger „Preis“ dass man evtl. später Vorwürfe kriegt weil man in den Augen der Kinder oder der Gesellschaft was falsch gemacht hat. Das ist in etwa so als würde man sagen „Hey, ich habe 100 Euro geschenkt bekommen“ und jemand antwortet: „Na toll, vielleicht geht das was du dir davon kaufst kaputt.“

9. Ich darf als erste vom sinkenden Schiff.

A: Weil andere nicht denken ich könne auf mich selbst aufpassen oder sei nützlich in einer Gefahrensituation.

EMN: Ich schätze, das Privileg zielt darauf (ich hoffe jetzt einfach mal dass da mehr hinter steckt als das dümmliche Schiff, wobei ich mir beim Rest der Liste da nicht ganz sicher bin), dass dem Leben von Frauen oft mehr Wert beigemessen wird als dem von Männern. Viele Männerrechtler beklagen ja, dass z.b. bei Meldungen in den Nachrichten gesagt wird „Es wurden 10 Zivilisten getötet, darunter 4 Frauen und 2 Kinder“, als sei der Tod von Frauen tragischer. Auch wird offenbar mehr Geld in die Heilung von Frauenkrankheiten gesteckt als in die von Männerkrankheiten, wesentlich mehr Männer arbeiten in Risikoberufen und erleiden Arbeitsunfälle und tatsächlich lautet die Devise bei Rettung oft „Frauen und Kinder zuerst“ was nichts damit zu tun hat dass die Männer sich selbst retten können sondern damit, dass Frauen als „wertvoller“ betrachtet werden. Als Mann als letzter einen Platz im Rettungsboot zu kriegen heißt halt im schlimmsten Fall mit dem Schiff unterzugehen, da wird auch nicht erwartet dass er 100 Kilometer an Land schwimmt sondern es ist klar, er stirbt. Insofern finde ich diese antwort als ziemlich daneben, denn wenn es um Leben oder Tod geht ist mir ziemlich Wumpe warum ich den Platz im Boot gekriegt habe, hauptsache ich lebe.

10. Ich finde normalerweise jemanden stärkeren, der mir bei schweren Dingen helfen kann z.b. einen Reifen wechseln oder einen Christbaum fällen.

A: Andere denken dass ich die Hilfe brauche, oft gegen meinen Willen.

EMN: Liebe Listenerstellerin, tut mir leid aber du bist ein Brot. Und peinlich für die Frauenwelt wenn du sowas rausposaunst. Einen Reifen wechseln und einen kleinen Baum fällen kann so ziemlich jede Frau ohne Probleme sofern sie es denn möchte. Wenn dein Privileg nun also darin besteht, dass du immer einen Idioten findest, der deine Faulheit unterstützt, gratuliere. Du wirst nie lernen selbständig zu sein und immer darauf angewiesen sein dass dir irgendwer den Hintern nachträgt. Liebe Antworterin… genau wegen solchen Frauen ist das so. Frau sollte aber auch in der Lage sein diese Hilfe dann abzulehnen und das Gegenteil zu beweisen also bitte heul nicht rum sondern zeig den Männern dass sie selbst schuld sind wenn sie sich vor den Karren spannen lassen. Privileg oder nicht? Ach Gott, es hat seine zwei Seiten. Ich würde es nicht unbedingt als Privileg verteidigen.

11. Meine Meinung zu ändern wird als Geburtsrecht oder Vorrecht betrachtet.

A: Andere nehmen mich deshalb nicht ernst und sehen mich als wankelmütig.

EMN: Ist mir noch nie passiert. Wenn ihr so wahrgenommen werdet dann vermutlich nicht weil ihr eine Frau seid. Als Privileg ist das aber dämlich weil es im Endeffekt eine Beleidigung für jeden intelligenten Menschen ist wenn seine Meinungen nicht ernst genommen werden.

12: Ich bin frei alternative Karrierepfade einzuschlagen und bin nicht an eine Karriereleiter gebunden.

A: Meine Karriere mag begrenzt sein wegen meines Geschlechts.

EMN: Be-scheu-ert! Ich glaube, ich lasse ab jetzt die dämlichen „Privilegien“ dieser hohlköpfigen Listenerstellerin raus und widme mich nur noch den echten Privilegien auf der Liste. Mal ehrlich, jeder kann Karrieren wechseln, aber normalerweise ist das halt mit einem Downgrade verbunden. Tolles Privileg.

13 + 14 + 15 alle bescheuert

16: Ich habe keine Scham andere als meine Arbeitsfähigkeiten einzusetzen um meine Ziele zu erreichen.

A: Es wird angenommen dass ich keine echten Fähigkeiten habe und statt dessen Männer manipulieren muss.

EMN: Eigentlich auch bescheuert aber ich fürchte ich muss es drin lassen weil Frauen halt tatsächlich mehr Möglichkeiten haben sich durch Ausspielen sexueller Reize Vorteile zu verschaffen. Das ist ein Privileg für die, die es sonst nicht schaffen würden irgendwas auf die Reihe zu kriegen und von „Stolz“ nur so am Rande bei GZSZ mal was gehört haben und ein Antiprivileg für Frauen, die tatsächlich was können und das in manchen Fällen erstmal beweisen müssen wegen solcher Damen.

17 + 18 + 19 + 20 + 21 + 22… bescheuert im Quadrat.

23: Ich werde weniger wahrscheinlich als Bedrohung gesehen was mir subtilere Taktiken erlaubt

A: Ich werde eher physisch attakiert weil ich verletzbarer bin und wenn ich subtilere Taktiken verwende werde ich als heimtückische Schlampe gesehen.

EMN: Hier haben wir ein ganz klares Privileg und wieder eine Unwahrheit in der Antwort. Männer werden grundsätzlich häufiger Opfer physischer Gewalt als Frauen. Dazu ist es wirklich in vielerlei Hinsicht ein Privileg wenn Menschen dich nicht als Bedrohlich wahrnehmen, sei es beim Kontakte knüpfen oder im Job.

24 + 25 bescheuert.

Also im Endeffekt sind es nur 8 der 25 Punkte die ich als Privilegien erachte, der Rest ist ziemlich dämlich und es kommt mir vor als sei die Erstellerin… na ja. Sagen wir es so, ich hoffe sie kommt mit Punkt 16 weiter, ansonsten sieht es wohl düster aus. Andererseits finde ich die Antworten interessant, da es mir vorkam als sei auf Teufel komm raus versucht worden, jedes noch so dümmliche Gegenargument gegen echte, unbestreitbare Privilegien heranzuziehen. Der Marke, „Was nicht sein darf kann nicht sein.“

Ich finde es allerdings hochgradig lächerlich wie versucht wird hinter jedem Vorteil noch zwangsweise Nachteile zu suchen. Umgekehrt wäre das etwa so: „Männer verdienen mehr als Frauen“ – „Jaaaa, aber wir müssen auch mehr Steuern zahlen… mimimi, eigentlich ist der Mehrverdienst also ein Nachteil.“

Womit wir zum oben bereits angeschnittenen Kommentar von mir bei Feminismus 101 kommen. Ich weiß nicht mehr genau was es war aber ich meine, ich hätte gefragt was mit der Tatsache ist, dass Frauen sehr viel leichter Sex bekommen wenn sie es denn wollen. Und das recht unabhängig von Aussehen, Finanzen, Beliebtheit, etc. Die Antwort war folgende (und erinnert fatal an die Antworten auf die Liste)

privfrau

Ich finde es ehrlich gesagt lächerlich so zu argumentieren, denn es ist einfach der Lauf der Welt dass man fast alles auf zwei Arten betrachten kann und jede positive Sache auch Schattenseiten hat. Und es tut mir leid, aber Sex ist nunmal (ausser für Asexuelle) ein Grundbedürfnis und es ist ein riesiges Privileg, dieses leichter erfüllen zu können. „Ich glaube kaum, dass das den Frauen* irgendwie sonderlich zugute kommt“… ähm doch. Sie haben Sex. Wenn das für dich nichts positives ist tut mir das Leid aber den meisten Menschen macht Sex Spaß. (Ich muss definitiv mal einen Artikel dazu machen warum viele Feministinnen nicht verstehen warum der Feminismus als Sex- bzw Lustfeindlich gesehen wird. Ist ja kaum nachvollziehbar)

Kurz und gut, ich halte nichts vom gegeneinander Aufwiegen wer nun mehr Privilegien hat. Es ist ohnehin lächerlich, da noch so viele andere Dinge reinspielen wie etwa Status, Aussehen, Charakter, Intelligenz, EQ, Charakter, Krankheiten, etc. und niemand nur Mann oder nur Frau ist. Dennoch täte es Not auch mal mit positivem Blick auf uns Frauen zu schauen und offen zu konstatieren, dass es eben doch Vorteile und Privilegien auf unserer Seite gibt – ohne diese direkt wieder ins Gegenteil verkehren zu wollen. Auch im Feminismus ist ja Konsens, dass nicht jeder immer auch wirklich von „seinen“ Privilegien etwas hat und Privilegien für eine Gruppe nie zwangsweise dem Einzelnen nützen.

Da die obige Liste nicht zu meiner Zufriedenheit war habe ich hier mal eine eigene erstellt. Ergänzungen/Widersprüche sind erwünscht. Als Frau habe ich vermutlich eh nicht alles im Blick^^

(1) Wenn ich mich beruflich oder privat mit (fremden) Kindern beschäftige fragt sich keiner warum ich das wohl tue und ob evtl. sexuelle Motive dahinterstecken

(2) Man traut mir oft automatisch in emotionalen und sozialen Fragen mehr Kompetenz zu, spricht eher über Gefühle und Unsicherheiten mit mir was mir oft eine schnellere Bindung zu Menschen ermöglicht.

(3) Mir ist eine größere Bandbreite an Gefühlen erlaubt ohne dass mein Geschlecht in Frage gestellt wird

(4) Wenn ich ein Verbrechen begehe wird es mit großer Sicherheit weniger hart bestraft (Quelle)

(5) Ich kann jede Art von Kleidungsstück tragen das mir gefällt ohne dass dadurch mein Geschlecht in Frage gestellt wird oder ich sogar Angst haben muss auf der Straße beschimpft oder bedroht zu werden

(6) Ich wirke auf andere Menschen weniger bedrohlich, löse kein ungutes Gefühl oder Ängste aus wenn jemand mit mir alleine ist

(7) Ich habe die letze Entscheidung über jegliche Fortpflanzungsfrage inne, niemals wird ohne mein Wissen ein Kind von mir geboren oder gegen meinen Willen eine Entscheidung über Abtreibung gefällt

(8) Unabhängig von meiner Attraktivität oder meines sozialen Status fällt es mir leicht einen Sexualpartner zu finden wenn mir danach ist

(9) Wenn meine Talente und Interessen in einem klassisch männlichen Bereich liegen ist das akzeptierter als umgekehrt. Ich kann stricken, Bellett tanzen und Kickboxen ohne dass ich mich rechtfertigen müsste.

(10) Wenn ich gewalttätig gegen einen Mann bin ist die Wahrscheinlichkeit hoch dass ich dafür keine negativen Konsequenzen fürchten muss weil er entweder schweigt oder das Umfeld das als weniger gravierend wahrnimmt.

(11) Ich bekomme leichter Hilfe wenn ich sie benötige und das Risiko z.b. in die Obdachlosigkeit abzurutschen ist geringer (ca 3 von 4 Obdachlosen sind männlich), es gibt viele Hilfsangebote speziell auf mich als Frau zugeschnitten

(12) Ich werde weniger wahrscheinlich Opfer von Gewalt (Zitat Bundeszentrale fürt politische Bildung: Mit der Ausnahme von Sexualstraftaten[5] sind Männer als Opfer bei allen Delikten in der Überzahl. „Bei Mord und Totschlag, Raub und insbesondere bei gefährlicher und schwerer Körperverletzung überwiegen männliche Opfer.“[6])

(13) Es gibt mehr akzeptierte Lebensmodelle für mich. Ich kann Karrierefrau sein, Teilzeit arbeiten oder Hausfrau sein ohne dass dies als Kuriosum betrachtet wird

(14) Ich darf als erste vom sinkenden Schiff (s.o.) und meine Lebenserwartung ist höher

Wollt ihr wirklich sagen, diese Dinge seien nichts wert?

Kommentare
  1. DerPan sagt:

    „(4) Wenn ich ein Verbrechen begehe wird es mit großer Sicherheit weniger hart bestraft (dazu gibt es Untersuchungen die ich grade nicht zur Hand habe.. Links erwünscht)“
    -> http://de.dfuiz.net/familienrecht/schutz-und-straffreiheit-der-frau/gemindertes-strafmass-fuer-frauen/

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    • Danke, ich füge es direkt mal ein!

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    • Das ist ne ganz schöne Frauenhasserseite, kann das sein? Dennoch ist der Link aufgrund der Quellenangaben sehr hilfreich.

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      • DerPan sagt:

        Sorry, ich kenne die Seite nicht, hab nur geschwind danach gegoogelt und die mir wichtigsten Punkte wie Bevorzugung bei Urteilen und das spanische Recht gefunden. Ich hätte mir die Seite wohl näher ansehen sollen, war aber mit dem Schreiben meiner langen Antwort beschäftigt. Bitte den Inhalt lesen und den Links folgen, aber den Link zu einer Frauenhaßerseite dann nicht reinnehmen.

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      • DerPan sagt:

        Hier meine eigene Linksammlung dazu. Die Texte entstammen einem ehemaligem Blog von mir, den ich stillegen musste, nachdem ich eine Arbeit deswegen verloren habe.

        Großbritannien, Juli 2008
        Feministinnen und die Times finden, Frauen sollten nur in Ausnahmefällen bei Straftaten ins Gefängnis. Gefängnisse speziell für Frauen sollen geschlossen werden und Frauen sollen ihre Strafen in kleinen beaufsichtigen familiären Wohngemeinschaften mitten in Großstädten gemeinsamen mit ihren Kindern „verbüßen“. Sie bräuchten Behandlung, keine Strafe.

        Denn Gefängnisse sind für Frauen einfach nicht gut. Die Rückfallquote ist hoch. Frauen verüben in Gefängnissen an sich und anderen Gewalt. Und werden drogensüchtig. Denn Frauen sind sehr sensibel. Außerdem sind Frauen generell hochwertiger und kein Mitglied der kriminellen Kaste. Sie sind gesetzestreu und Gefängnisse sind einfach keine Orte, an denen Frauen eine geeignete Behandlung erfahren.

        Gefängnisse und Strafen sind für Männer.

        Dieser Wunsch wurde von fast allen Parteien unterstützt und wäre fast Wirklichkeit geworden, hätte die Regierung ihn nicht im letzten Moment aufgehalten. Für die Verhinderung dieser Reform gab es mediale Schelte. Vor allem von der Times. (link leider hinter paysite)
        http://www.timesonline.co.uk/tol/comment/columnists/guest_contributors/article4244005.ece?Submitted=true

        Deutschland, März 2008
        Schon im März 2008 bekannte ein pensionierter deutscher Richter freimütig, dass Frauen für die selben Vergehen geringere Strafen bekommen als Männer: „Ein Frauenrabatt ist gerechtfertigt, weil es Frauen im Leben schwerer haben und Strafen deshalb bei ihnen härter wirken.“
        http://genderama.blogspot.co.at/2008/04/lesermail-frauenrabatt-vor-gerichten.html

        Deutschland Oktober 2009
        In Bayern hat sich in den letzten 17 Jahren die Zahl der inhaftierten Frauen verdoppelt. Grund zur Besorgnis? Nein, meint der Freistaat: wir bauen lieben ein Gefängnis, in der kriminelle Frauen mit ihren Kindern zusammen sein können. Das Gefängnis bekommt auch keine Mauer und innen ist es schön bunt. Warum so etwas nicht auch für kriminell gewordene alleinerziehende Väter gebaut wird? Weil sie Männer sind.
        http://www.tz-online.de/aktuelles/muenchen/tz-spielplatz-hinter-gittern-319089.html

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  2. soulless sagt:

    Einige der Punkte würde ich mal zusammenfassen zu „Von einem Mann wird erwartet das er mit der Situation alleine klarkommt und seine Probleme selbstständig löst“.
    So ist das halt mit Rollenmodellen. Es gibt da halt gesellschaftlich verbreitete für Mann und Frau aber ich denke heute hat jeder die Möglichkeit sich selber zu entscheiden inwiefern man sich an Rollenmodelle hält. Wenn man sich nicht an die gesellschaftlich verbreiteten hält muss man mit Ablehnung / Widerstand / Druck rechnen. Egal ob der Mann als immer wieder weinender Kindergärtner oder die Frau als Supertaffe Truckerin.
    Da kann man entweder einen auf „Mimimi ich werde benachteiligt und erwarte das die Gesellschaft sich ändert“ machen oder man/frau zieht sein/ihr Ding durch (gegendert damit Feministinnen nicht denken sie könnten ihr Ding nicht durchziehen weil nur Männer mit gemeint sind;)

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  3. DerPan sagt:

    15. Ich muss in den meisten Ländern, in denen Männer zwangsweise zum Militär müssen, diese Zwangsdienst nicht versehen. Dort, wo ich auch dazu gezwungen werden, ist der Dienst kürzer (zb Israel). Dort wo ich mich freiwillig melde, ist mein Risiko zu sterben weit geringer.

    16. Ich werde bei der Ausübung meines zivilen Berufes weniger häufig verletzt oder gar getötet (http://manndat.de/maennergesundheit/killed-at-work-day-toedliche-arbeitsunfaelle-fast-immer-noch-maennersache.html)

    17. Ich muss nicht so lange arbeiten wie Männer, bekomme aber länger Pension als sie.

    18. Ich lebe länger als Männer. Dies hat nichts mit biologischen Faktoren zu tun (http://de.wikipedia.org/wiki/Klosterstudie)

    19. Ich darf offiziell Männer diskriminieren, ohne mich dafür schuldig fühlen zu müssen. Das nennt man „positive Diskriminierung“.

    20. Ich kann mit jedem Mann jeglicher Herkunft zusammen sein, ohne dass mir unterstellt wird, ich würde einen finanzielle Situation ausnützen oder hätte den Mann „im Katalog“ bestellt.

    (In Wien sieht man immer häufiger relativ unattraktive ältere Frauen mit sehr jungen gut gebauten Afrikanern. Ich hab einen davon näher gekannt, ein Mann, der seit langer Zeit auf Asyl gewartet hat und in der Zwischenzeit als Zeitungsverkäufer für eine Obdachlosenzeitung gearbeitet hat (mehr darf er nicht). Er war Biochemiker und wollte hier seinen Doktor machen. Er hat mir so einiges über „weiße“ Österreicherinnen und deren Verständnis von dunkelhäutigen Afrikanern in Asyl- udn Geldnot erzählt.)

    21. Ich kann in fremde Länder reisen und mir dort gegen den Austausch von Geld Sex holen, ohne als Sextouristin bezeichnet zu werden. Selbst wenn ich mal so bezeichnet werde, wird mir als Motiv die Suche nach Liebe nachgesagt (siehe zb Bild Serie über Sextouristinnen oder so ziemlich jeden Artikel darüber). Männer hingegen dürfen in Flugzeugen tw. nicht mehr neben fremden Kindern sitzen, werden schief angesehen, wenn sie mit bestimmten ausländisch anmutenden Frauen (zb Russin oder Asiatin) in einer Beziehung leben und können nicht alleine in bestimmte Länder reisen, ohne dem (zumindest augenzwinkernd geäußerten) Vorwurf des Sextourismus ausgesetzt zu sein.

    Das Thema beschäftigt mich sehr, da ich bereits zweimal alleine in Thailand war (auf einer der einsamsten Inseln dort, wo es keine Bars gibt) und sogar im Büro drauf angesprochen wurde, ob ich das denn wirklich jedem erzählen muss, denn ein alleinstehender Mann und Thailand, man weiß ja. Verdammt nochmal, was weiß man da? Einem der für Mensch, Tier und Umwelt engagiertesten Männer im Büro (Veganer, Gewerkschafter, politische engagiert) wird der Mund verboten, über seine Reisen zu sprechen, weil Männer nur zum Ficken nach Asien fahren können? Ich hab das übrigens nicht akzeptiert.

    Während zwei mir bekannte Frauen (Freundinnen von guten Freundinnen) völlig ungeniert von ihren Reisen nach Afrika und Asien erzählt haben, beide mit dem Vorsatz dort einen Mann zu treffen, und wie sie dort mit lokalen Männern „zusammen“ waren, wo es natürlich klar war, dass das nur eine Urlaubssache war und natürlich hat es auch finanzielle Unterstützung für die Männer gegeben, aber das war dich bitte kein Sextourismus. Auch nicht das wiederholte Hinfahren über mehrere Jahre mit dem Zweck, einen Mann kennenzulernen. Und wie ich sie drauf angesprochen habe, hat eine ihre (recht lose) Freundschaft mit mir sofort abgebrochen und bei der anderen war sie über Jahre angeknackst. Wie kann ich das nur denken! (Siehe oben)

    PS: Das Wörterbuch von Chrome kennt das Wort „Sextouristinnen“ nichtmal…

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    • Alien sagt:

      Ergänzung zu 15.

      Seit Frauen zur Bundeswehr dürfen, dürfen diese ihre langen Haare behalten, Männer nicht. Früher dachte ich immer, die kurzen Haare hätten wenigstens irgend welchen sachlichen Gründe, aber GANZ OFFENSICHTLICH war es wieder mal nur reine Schikane. Frauen dürfen sich bei der Bundeswehr auch schminken, im Gegensatz zu Männern, etc.

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  4. DerPan sagt:

    22. Bei Katastrophen aller Art werde ich bevorzugt behandelt. Oft wird nur mir als Frau geholfen. Das nennt sich dann „Gender Responsive Aid“

    ->
    Das „Feminist Peace Networtk“ und andere Frauengruppen fordern, dass nur Frauen in Haiti geholfen werden soll. Es soll ihnen nicht mehr geholfen werden, sondern nur ihnen! Das nennt sich dann „Gender Responsive Aid“. http://www.the-spearhead.com/2010/01/14/amidst-haiti-disaster-womens-groups-seek-to-deny-relief-to-men/#comment-21207)

    Auch die UNO findet, dass Männer keine Erdbebenopfer sein dürfen; Männer sind immer Täter! Deswegen gibt die UNO Lebensmittel auch nur mehr an Frauen aus, berichtet Die Presse. Bedürftige Männer dürfen sich aber an andere Hilfsorganisationen oder die Behörden werden. Wussten Sie, dass die UNO den Auftrag hat, geschlechtsbezogen zu helfen?
    http://diepresse.com/home/panorama/welt/536542/Haiti_USBuerger-wegen-Kinderraubs-festgenommen?_vl_backlink=/home/panorama/welt/532592/index.do&direct=532592)

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  5. Wundern sich diese Feministinnen eigentlich darüber, wie viel Gegenwind ihnen von nicht unterdrückten Frauen entgegenschlägt? Im Namen von WEM treten sie eigentlich auf? Der gesamten Weiblichkeit? Da fühle ich mich doch sofort unterdrückt von einem Feminat…

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  6. Alien sagt:

    Was soll eigentlich dieser Stern hinter Männer* und Frauen*?

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    • Puh, soweit ich weiß steht das dafür dass es sich um Menschen hsndelt, die sich selbst dem ein oder anderen Geschlecht zugehörig fühlen, unabhängig von den Genitalien.

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      • Alien sagt:

        Aha. Das heißt ein Mann* ist dann also ein Mann im Körper einer Frau und eine Frau* ist dann eine Frau im Körper eines Mannes, oder anders herum. Die Unentschiedenen werden hier also ganz böse diskriminiert – diese pöhsen inkorrekten Feminist*innen😉

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        • Hmmm, habe grade nochmal geschaut und es bezieht sich wohl nicht direkt auf Transsexuelle, denn die SIND ja das Geschlecht als das sie sich sehen sondern auch auch Genderqueere und Intersexuelle und… ach ich weiß es nicht genau. Jedenfalls ist es umfassender und schließt niemensch aus.

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          • Alien sagt:

            😉 Sorry wollte dich nicht verwirren. Ich fasse zusammen, die Bezeichnung meint also alle Menschen unabhängig von den äußeren, inneren und geistigen Geschlechtsorganen.😉

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      • kinch sagt:

        Nicht ganz. „Mann*” bezeichnet alle Menschen, die männliche Privilegien haben, also als männlich von der Gesellschaft wahrgenommen werden. Transexuelle, die männliche Privilegien haben, weil sie sich wie Männer verhalten und so aussehen, wären also ein „Mann*”, aber kein „Mann”.

        Es gibt natürlich auch sowas wie „Busfahrer*innen”, das ist semantisch äquivalent zu „Busfahrer_innen”. Also der berühmte Gendergap, bei dem sich jeder angesprochen fühlen darf, der weder männlich noch weiblich ist (find‘ ich immer wieder toll die Nummer).

        Dann gibt es noch Personalpronomen, wie „sie*”. Das steht auch für Menschen, die weder weiblich noch männlich sind, aber lieber frauisiert, als mannisiert werden wollen und daher „sie*” einem „sier” vorziehen.

        Der Stern ist übrigens, im Gegensatz zum Binnenmajuskel-I, ein reines schriftsprachliches Artefakt. In mündlichen, wird wieder normal von Männern, Frauen, Sies und Ers gesprochen und man denkt sich einfach die Sterne dazu, wie man will.

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  7. hijack sagt:

    …ich muss leider gestehen, dass ich mich derzeit im Patriarchat doch recht wohl und gut aufgehoben fühle.😀 *kuschelt sich mal an ihren Ehepatriarchaten*

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  8. kinch sagt:

    Die ganze Privilegiennummer finde ich auch ziemlich banane. Das fängt damit an, dass Privilegien immer gruppenspezifisch sind, aber gleichzeitig argumentiert wird, dass Privilegien vom Individuum abhängig sind. Es gibt Frauen, die mögen sexuell motivierte Aufmerksamkeit und solche, die das nicht mögen. Ist es jetzt ein Privileg für die Frauenwelt, dass sie leichter Aufmerksamkeit bekommen, oder nicht? Das ist einfach keine sinnvolle Fragestellung.

    Die Privilegientheorie wird grundsätzlich über alle drüber gebügelt, ob es passt oder nicht. Ich bin z.B. zwanghaft introvertiert und es fällt mir sehr schwer zu sprechen, wenn mehrere Personen anwesend ist. Dennoch darf ich mir selbst von extrovetiertesten Feministinnen anhören, dass ich nicht nachvollziehen könnte, wie es ist, in einer Gruppe nicht wahrgenommen zu werden. Immerhin habe ich ja das männliche Privileg, dass mir alle zuhören. Das ist völlig der Realität widersprechend und wird, soweit ich das sehen kann, nur noch dazu benutzt, um Menschen in Diskussionen die Diskussionsberechtigung abzusprechen.

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  9. Neuer Peter sagt:

    – Es gibt Posten, die vom Staat für mein Geschlecht geschaffen wurden und zu denen Männer keinen Zugang haben (Gleichstellungsbeauftragte, Professorinnenprogramm).

    – Es gibt Karriereprogramme, die sich ausschließlich an mein Geschlecht richten.

    – Bei der Bewerbung um Stellen im ÖD muss ich nicht so gut qualifiziert sein wie ein Mann, um die gleichen Eintellungschancen zu haben, da ich bei gleicher Eignung bevorzugt werde.

    – Wo die Quote herrscht, wird mir die männliche Konkurrenz vom Leibe gehalten.

    – Dadurch, dass auf Konzernen, Betrieben, Abteilungen und Instituten hoher gesellschaftlicher Druck lastet, ihren Frauenanteil zu erhöhen, werde ich auch dort bevorzugt eingestellt, wo es keine offizielle Quote gibt.

    – Ich erhalte bessere Noten als meine männlichen Mitschüler.

    – Werde ich als Mädchen geboren, ist es wahrscheinlicher, dass ich studieren werde.

    – Ich lebe länger als Männer.

    – Mir kommen mehr soziale Transferleistungen zu.

    – Der Staat kümmert sich besser um meine Gesundheit.

    – Ich werde ernst genommen, wenn ich mich über Ungerechtigkeiten beklage.

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  10. CP sagt:

    >Liebe Listenerstellerin, tut mir leid aber du bist ein Brot.

    Sooo geil formuliert!🙂 Das muss ich mir merken!

    >Einen Reifen wechseln und einen kleinen Baum fällen kann so ziemlich jede Frau ohne Probleme sofern sie es denn möchte.

    Ich finde, es ist wichtig, dass jeder *Mensch* seine Vorlieben und Neigungen ausleben kann und das unabhängig vom Geschlecht. So habe ich neulich an meinem Auto ein neues Autoradio eingebaut, dann das Scheibenwischwasser nachgefüllt, Ölstand geprüft und mich nach dem Händewaschen hingesetzt und weiter an dem Täschchen für das Navi gehäkelt – und jetzt ratet mal mein Geschlecht!🙂

    Oder habe ich etwa keins, weil ich erst „typisch männliche“ und dann „typisch weibliche“ Dinge getan habe?

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  11. anonym sagt:

    ich habe jetzt nicht alle Kommentare gelesen, deine Text aber schon und ich finde alles soweit gut geschrieben aber das

    ——–
    ich habe kein Problem damit meinen fetten Arsch mal 5 Sekunden vom Stuhl zu heben
    ——–

    finde ich nicht richtig von dir, he ok du bist vielleicht nicht super schlank und was solls, feministisch richtig mus der Spruch lauten

    ——–
    ich habe kein Problem, mein nicht der patrialen Norm entsprechender Po hebt sich auch gelegentlich vom Stuhl, so für 5 Minuten.
    ——–

    boa du bist so gut

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  12. blackeyedphoenix sagt:

    Ich gebe dir grundsätzlich recht, mich regt es nur auf, dass das als „Feminismus“ bezeichnet wird. Für mich zielt Feminismus nach wie vor auf Gleichwertigkeit ab.

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  13. Irrsternchen sagt:

    Gestern hat sich auf einem Festival ein dortiger Bekannter darüber beschwert, dass auf den Dixi-Toiletten für Männer (ja, die gibts swohohl für Männer, Frauen als auch für beide gemeinsam) keine Waschbecken eingebaut sind sondern Urinale, als würden Männer grundsätzlich keinen Wert auf Handhygiene legen.
    Das halte ich auch für ein beachtenswertes Privileg der festivalgängerischen Frauen mitundohneSternchen (nicht dass einem als solche vollkommen Banane ist, welches Figürchen auf der Türe steht, solange man Desinfektionsspray dabei hat und nicht umfällt, wenn man das Ding betritt ^^)..

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  14. noxneurotica sagt:

    Mir wurde bei meinem Ferienjob extra eine leichte Tätigkeit zugewiesen, ganz offen damit begründet, dass ich eine Frau bin. Man kann als Feministin natürlich #aufschreien und lamentieren, dass mir keine körperliche Leistungsfähigkeit zugetraut wird aber ich empfand das eher so, dass man extra einen Platz für mich dort freigeräumt hat wo ich mich nicht so sehr anstrengen muss. Die Männer müssen zwar nicht deutlich schwerere Tätigkeiten ausüben aber dass man mir als Frau da so eine zusätzliche Beachtung geschenkt hat, kann man ja wohl kaum nicht als Privileg bezeichnen.

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    • Kommt natürlich immer stark darauf an wie man es empfindet. Je nach Situation fände ich das nett oder auch nicht. Wenn nicht bleibt aber immernoch die Möglichkeit zu sagen „Ich möchte das nicht, ich hätte gern die Möglichkeit die schwerere Arbeit zu machen.“ – andererseits…. da muss man schon sehr engagiert sein, ich wäre wohl zu faul noich um extraarbeit zu bitten^^

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      • Neuer Peter sagt:

        Wenn dir die Möglichkit gegeben wird, es dir auszusuchen, ob du hart arbeiten willst oder nicht, ist das immer noch ein Privileg.

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        • Das ist wahr.
          Allerdings gebe ich da dem Feminismus ein Stück weit recht, da natürlich mit höheren Anforderungen auch mehr erreicht wird. In der Goal Setting Theorie z.b. waren die Personen mit den unerreichbar hohen Zielen zwar am unzufriedensten aber auch am erfolgreichsten im Gegensatz zu denen mit den hohen oder moderaten zielen.
          Überträgt man das auf Geschlechter und geht davon aus dass von Frauen regelmäßig weniger erwartet wird ist es natürlich ein Teufelskreis: geringere Erwartung –> geringere Leistung –> geringere Erwartung.
          andererseits würden sich Frauen evtl. dann auch insgesamt zufriedener fühlen trotz im Schnitt etwas geringerer Leistung (das ist jetzt nur auf Bereiche wie körperliche arbeit bezogen)

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          • stefanolix sagt:

            Es gibt aber Tätigkeiten, die im Detail unterschiedliche Anforderungen stellen. Beispiel Ernte (weil gerade Sommer ist): So ziemlich jeder erwachsene Mensch kann Obst ernten. Wenn es aber um das Schleppen von Kisten oder Körben geht, würde ich eher einen Mann zupacken lassen, der körperlich entsprechend beieinander ist [oder selbst anfassen]. Wenn sich natürlich eine Frau meldet und die Kisten unbedingt schleppen will, soll sie niemand daran hindern.

            PS: Ist »niemand« nicht auch unkorrekt? Müsste das nicht »niemensch*d« heißen? ;-)

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            • das ding ist ja, dass das alles trainingssachen sind. sprich, wenn den frauen immer die schweren dinge abgenommen werden werden die männer stärker und die frauen schwächer😉

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              • stefanolix sagt:

                Trotz der rechtlichen Gleichstellung und der Gleichwertigkeit von Frau und Mann gibt es doch anatomische Unterschiede. In der (gesundheits- und kraftorientierten) Trainingsbude, die ich regelmäßig besuche, sind alle Maschinen »unisex«, jedes Mitglied kann jede beliebige Maschine nutzen. Trotzdem stellen sich Frauen andere Gewichte ein und wählen zum Teil auch andere Maschinen.

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  15. stefanolix sagt:

    Was ich noch als wirklich problematisches Privileg sehe: Dass ein radikaler Kern der »Genderist*_innen« für sich ein System definiert, in dem Männer niemals Opfer sein können. Beispiel Altersdiskriminierung: Ein ca. sechzigjähriger Politiker darf z. B. auf dem Podium von »pro Quote« von Spitzenjournalistinnen als »alter Sack« bezeichnet werden.

    Würde man eine gleichaltrige Politikerin in der Öffentlichkeit »alte Schachtel« nennen, gäbe es wieder einen inszenierten Aufschrei. Da regt sich mein Gerechtigkeitsempfinden – das übrigens kein weibliches oder männliches Geschlecht hat😉

    Wieder mal eine Anregung für einen Comic …

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  16. Die Privilegientheorie hat aus meiner Sicht viele Probleme.

    Sie verkennt, dass es für beide Geschlechter vor und Nachteile gibt und es häufig auch nur eine Frage der jeweiligen Sicht und der Verhältnisse ist, ob man es als Nachteil ansieht.

    Eine Frau, die mit ihrem Mann verheiratet bleibt und 2 Kinder betreut, wegen der sie erst voll aussetzt, dann halbtags arbeitet kann natürlich darauf verweisen, dass sie ihre Karriere geopfert hat. Der Mann kann genauso sagen, dass er was den Gelderwerb angeht für 2 gearbeitet hat und sein Familienleben geopfert hat. Vielleicht sind auch beide schlicht glücklich mit der Arbeitsteilung und bleiben verheiratet und sehen sich als Team.

    Häufig sind es eben einfach zwei Seiten einer Medailie.

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    • stefanolix sagt:

      Somit verkennt diese Theorie auch: Es kann kein Leben ohne Nachteile geben. Individuelle Entscheidungen sind immer mit Vorteilen und Nachteilen verbunden. Wer einseitig Partei ergreift, kann die Vor- und Nachteile nicht mehr objektiv darstellen. Entweder die Vorteile oder die Nachteile (oder beide) werden bis zur Unkenntlichkeit verzerrt.

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  17. stefanolix sagt:

    Im Zeitalter des Gender-Feminismus: Eine Glühbirne wechseln.

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  18. Ma sagt:

    hier also jetzt per blogkommentar:
    I. ich finde, wovon hier die rede ist , sind keine privilegien.
    ein privileg ist ein recht, über das man weitgehend frei verfügen kann (quasi monopolistisch verliehen vom souverän sozusagen …). bei ‚male privilege‘ hingegen geht’s um STRUTURELLE benachteiligungen der frau. und diese sind real – egal welche gesellschaft men betrachten möchte: von Russland ueber Indien, die arabische Welt, nach Afrika, Europa und bis in die USA.

    II. ich hab‘ mir die ersten 6 punkte der oben vorgetragenen argumentation angeschaut und in jeder irgendeinen grund gefunden, warum das gegenargument gegen die sicht der ‚feminisitinnen‘ fragwürdig scheint. ich halte diesen vortrag daher nicht für sehr zielführend.

    ein paar beispiele:
    ad 1)
    ‚das weibliches privileg menschen gebären & formen‘
    => nun, natürlich werden menschen ausschliesslich von frauen geboren. allerdings beinhaltet dieses vergnügen/recht [das es durchaus sein kann] hauptsächlich (sorge)pflichten. ein privileg aber zeichnet sich durch einen überschuss an rechten aus [etwa: ausbeutung einer goldmiene durch subalterne arbeitskraft anderer …]
    ad 2)
    ‚weibliche brötchen-nicht-verdiene-privileg‘
    das ist eine sehr eurozentrische sicht der dinge. in Afrika etwa wird ohne weiteres erwartet, dass frau neben haushaltspflicht und kindersorge selbstverständlich auch noch zum familieneinkommen beiträgt [vgl. ‚marktfrauen‘]; auch in Europa, ist es nur in bürgerlich/pseudoadeligen haushalten so, dass von frau das zuhausebleiben erwartet wird, schon allein, weil in unteren einkommensschichten das manneseinkommen oftmals gar nicht hinlänglich ist – selbst bei gutem willen …
    ad 3)
    ‚das weibliche kleidungsprivileg‘
    dieses angebliche privilege wird durch zahlreiche verhaltens- und bekleidungszwänge für frau im alltagsleben aufgewogen [etwa rock/kleidtragezwang auf bällen und diversen bürgerlichen veranstaltungen, hosenverbote am arbeitsplatz …]
    -> insgesamt ist dieses argument eher dem bereich ‚unernsthaftigkeit‘ zuzuordnen. [von kopftüchern ganz zu schweigen …]
    ad 4)
    ’sitzebleibeprivileg der frau‘
    erstens, müssen nach den regeln des anstands junge frauen älteren menschen auch platz machen – das kann also bestenfalls ein teilprivileg sein; zweitens erodiert dieses teilprivileg gewaltig in unseren tagen; und drittens handelt es sich hier in keiner weise um ein in irgendeiner art relevantes gesellschaftliches phänomen. ich meine: sitzenbleiben|aufstehen – was soll’s? wofür ist das wichtig? für eine strassenbahnfahrt? kurz: eher bereich ‚unernsthaftigkeit‘.

    und so könnte es dahingehen, aber ich will Euch nicht langweilen, denn Ihr habt gewiss schon begriffen, was dieser MANN meint.

    beste gruesse,
    Ma

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  19. […] Insgesamt, ich hatte es schon in dem Bestandsaufnahmeartikel angesprochen, hat sich die Szene verändert. Es gibt viel mehr Blogs, auf die ich auch verlinken will. Dabei freut mich auch, dass zB  mit Heroinefor1day auch Frauen einen Blog mit Schwerpunkt “Kritik am radikalen Genderfeminismus” betreiben. Dazu rechnen muss man, auch wenn der Blog insgesamt breiter angelegt ist, aus meiner Sicht auch Erzählmirnix, die mit kritischen, aber satirischen Texten wie etwa Eklat beim Grimme Online Award aber hauptsächlich mit Comics wie diesem: […]

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  20. Adi sagt:

    Das Frauen als „wertvoller“ bei Katastrophen angesehen werden liegt wahrscheinlich daran, dass sie a) potentiell schwanger sein könnten, und b) 10 Männer und eine Frau max. 1 Kind in 9 Monaten produzieren können, 1 Mann und 10 Frauen hingegen theoretisch 10 Kinder in 9 Monaten schaffen, für den Arterhalt also tendentiell mehr Frauen benötigt werden, wenn diese bereit sind, ihren Mann zu teilen. Zudem traut man einem Mann einfach eher zu, sich selbst zu helfen. Ich werde bei gleichem Training immer weniger Muskeln haben als ein ansonsten gleich gebauter Mann und bin somit körperlich nicht so fit.

    Nr. 9 stimmt nicht, ich musste mich immer rechtfertigen, weil ich mich für Technik interessiere, weil ich Karate gemacht habe, durfte nach der Grundschule trotz entsprechender Noten nicht aufs Gymi, weil ich als Mädchen kein Abi brauche, musste mich rechtfertigen, wenn mein WG-Bewohner was dreckig gemacht hat und ich es nicht weg gemacht hab, weil als Frau bin ich doch für die Sauberkeit verantwortlich bin… Mein Lieblingsspruch in meiner Kindheit und Jugend war: „Ein Mädchen macht doch sowas nicht!“ Mein Maschinenbaulehrer hat mich genau einmal im Unterricht angesehen, obwohl ich immer vorn sass und mich gemeldet hab – als er erwähnte, dass dieser Stahl ganz besonders oft für Kochtöpfe verwendet wird.

    Ich denke, sobald Männlein oder Weiblein aus dem Stereotyp ausbricht, wird es angefeindet. In diesem Punkt haben wir die Gleichberechtigung schon erreicht.

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  21. zuerstmensch sagt:

    Hallo erzählmirnix. HIer lass ich mir gern was erzählen. Aber ich finde, dass wäre für einige wa.
    Darf ich daher diesen Beitrag auf dem Blog http://geschlechterallerlei.wordpress.com/ rebloggen? Du wirst somit zur Gastrednerin dort. Das dort dieser Punkt sicher eine interessante Diskussion auslösen wird, bin ich sicher.

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  22. zuerstmensch sagt:

    Hat dies auf Geschlechterallerlei rebloggt und kommentierte:
    Eine weitere Gastrednerin. Diesmal mit ihrem Einverständnis. Ich bitte um Aufmerksamkeit für @erzaehlmirnix. Ihr Thema ist brisant, denn es behandelt einen der Grundpfeiler des Feminismus , die Privilegien. Und dass sie Frauen angeblich nicht haben. Der Beitrag ist schon etwas älter, aber brandaktuell.

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