Feminismuskritik: Die „richtigen“ Frauen bitte.

Veröffentlicht: Juli 29, 2013 in Mann-Frau-Kram
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Ich wurde schonmal gefragt warum ich den Feminismus eigentlich kritisiere. Zumal ich doch sehr viele Einstellungen vertrete, die als feministisch zu bezeichnen sind, wie etwa die Kritik an stereotypen Rollen in der Erziehung, freie Wahl von Interessen, Beruf, Beziehung für jeden, unabhängig vom Geschlecht, die Überzeugung dass Missbrauchs- und Vergewaltigungsopfern bessere Hilfsstrukturen zur Verfügung gestellt werden müssen und das unsägliche „Selbst schuld“-Gerede aufhören muss, ein gesellschaftliches Bewusstsein dass jeder Körper OK ist wie er ist und dass keine Statur als schlecht oder spottenswert zu bezeichnen ist (bei gleichzeitiger Vertretung der Meinung dass jeder Mensch sein persönliches Schönheitsideal haben darf und das absolut OK ist), etc. etc.

In der Tat, ich vertrete sehr viele Überzeugungen, die auch Feministinnen vertreten und würde mich dennoch nicht als Feministin bezeichnen. Onyx hat eine ganz eigene Theorie warum das so sein könnte: „[…]der Begriff des Feminismus hat einen derart negativen Touch, dass man sich davon lieber distanzieren mag. Könnten ja andere scheiße finden. Da frage ich mich doch, was soll der Scheiß? Einen Begriff für sich ablehnen, weil man sich unbeliebt machen könnte, obwohl man mit den Inhalten konform geht? Diese Art der Fremdbestimmung, die nur von der Angst getragen wird, dass andere einen deswegen ablehnen könnten, ist doch alles andere als emanzipiert.“ – also quasi die Meinung, dass wer sich ab einer bestimmten Überschneidung der eigenen Überzeugung mit dem Feminismus nicht zum Feminismus „bekennt“ dies aus Feigheit nicht tut.

Ich sehe es anders. Ich teile z.B. auch viele Werte des Christentums, etwa dass ich Mord nicht OK finde, Diebstahl nicht gut ist und (eigennütziges) Lügen ebenfalls nicht. Dennoch würde ich mich nicht als Christin bezeichnen weil mich andere Aspekte des Christentums und das Verhalten der offiziellen Vertreter stark abstößt. Ich messe das Christentum nicht daran wie sich meine netten christlichen Nachbarn verhalten, die immer freundlich und hilfsbereit sind und schwule Freunde haben, sondern daran was offiziell unter dem Namen „Christentum“ vertreten wird. Es gibt sicher viele Menschen die sich als feministisch bezeichnen und eine Einstellung haben, die ich 100%ig teilen kann, aber ich messe den Feminismus daran, was offiziell darunter läuft. Derzeit sind das in Deutschland Alice Schwarzer als Vertreterin des „älteren Feminismus“, Femen als Vertreter eines neuen, radikalen Feminismus (die aber von Schwarzer viel Zustimmung erfahren) und die Mädchenmannschaft & Umfeld als Betreiberinnen des größten feministischen Blogs in Deutschland.

Und aus meiner Sicht ist das, was derzeit unter „Feminismus“ läuft eine pervertierte und verdrehte Form, die Frauen mittlerweile mehr einschränkt als ihnen freie Wahl zu lassen.

Ich rede hier gar nicht von Vertretern des Feminismus wie Schwarzer oder Femen, die in mehrfacher Hinsicht dazu stehen, dass „freie“ Entscheidungen „freier“ Frauen nicht zählen, solange es die falschen Entscheidungen sind, wie etwa bei Prostitution, Kopftüchern oder auch nur dem Wunsch nach heterosexuellem Sex („Der die Frau zur Passivität verdammende Koitus ist für Männer die unkomplizierteste und bequemste Sexualpraktik. (…) Auch ist die psychologische Bedeutung dieses in sich gewaltsamen Aktes des Eindringens für Männer sicherlich nicht zu unterschätzen. (…) Außerdem wird für viele Männer Gewalt gleich Lust sein und darum die Penetration vielleicht heute auch das lustvollste.“ (Alice Schwarzer, Der kleine Unterschied, S. 203f.))

Ich rede von Feministinnen, die an sich einen moderneren Feminismus vertreten und dennoch Frauen massiv einschränken (wollen):

„Ich schlage vor dass Schönheitspraktiken keine individuelle Wahl oder Ausdrucksform für weibliche Kreativität sind, sondern wie andere radikale feministische Theoretikerinnen vor mir argumentierten, einer der größten Aspekte weiblicher Unterdrückung. Die feministische Philisophin Marilyn Frye hat prägnant beschrieben was eine theoretische Feministin ausmacht und warum es nicht genug ist sich auf individuelle weibliche Versicherungen zu verlassen, dass eine Praktik für sie OK oder in ihrem Interesse ist.„(von Shelia Jeffreys, 2005 – gefunden bei Christian & schlecht auf deutsch übersetzt von mir)

Die Einschränkung von Frauen durch Feministinnen hatte ich auch bereits hier („Wer braucht Feminismus?„) thematisiert und etwas später in meiner Kritik am  beleidigenden Artikel über die beiden jungen Frauen die sich entschieden hatten für ihre vegane Überzeugung sexy Werbung zu machen.

Wie weit das gehen kann und fast schon satirische Züge trägt sieht man auch an den Artikeln „Offener Brief an Pro Quote: Hauptsache Frau?“ und „Für die Feministinnenquote“ der Mädchenmannschaft nachdem eine nicht feministische Frau bei der Zeit als Chefredakteurin berufen wurde:

„Es reicht nicht Frauen in Machtpositionen zu haben, es kommt darauf an, was das für Frauen sind und was sie in diesen Positionen machen werden.“ Sie beklagen: „Wie der Verlag am Freitag bekannt gab, steigt Sabine Rückert als erste Frau in die Zeit-Chefredaktion auf. Eine Journalistin also, die sich während ihrer gesamten Karriere nur mit antifeministischen Positionen profilierte […] Jetzt geht es um die Wurst, liebe Kolleginnen. Reicht euch das? Gebt ihr euch damit zufrieden, einfach mehr Frauen in leitender Position in den Redaktionen installiert zu sehen? Oder steht ihr mit “Pro Quote” für eine tatsächlich feministische Kritik, die dann zwingend auch beinhalten müsste, für einen Journalismus einzutreten, der Sexismus und Ungleichbehandlung anprangert und für bessere Lebensbedingungen von Frauen eintritt?“ und fordern:  „Antje Schrupp brachte es […] auf den Punkt: “Wir brauchen nämlich keine Frauenquoten, sondern Feministinnenquoten!”

Ich persönlich kann und will mich nicht zu etwas bekennen, das so fanatische Züge hat und unter dem Banner der Frauenbefreiung diesen ein bestimmtes Verhalten und eine bestimmte Art zu Denken aufzwingt, das nur dann gendert, wenn es einen persönlichen Vorteil bringt aber negative Begriffe wie Täter und Vergewaltiger plötzlich ohne weibliche Form verwendet. Ich will auch nicht in einer Welt der Definitionsmacht leben in der Menschen wie Adria Richards Männer aufgrund eines Peniswitzes 2 Meter entfernt öffentlich bloßstellt und dadurch dafür sorgt dass einer der Männer seinen Job verliert.

Solange solche Menschen für Feminismus stehen ist der Feminismus für mich nichts wozu ich mich „bekennen“ kann, selbst wenn ich noch so viele feministische Ziele teile. Im übrigen müsste ich mich dann auch zum „Feind“ bekennen, denn neben feministischen Anliegen teile ich auch viele männerrechtliche Ansichten.

Vielleicht ist es ja an der Zeit auch diesen -ismus loszuwerden und statt dessen gegen Ungerechtigkeiten zu kämpfen ohne eine Ideologie im Rücken, die ähnliche Ungerechtigkeiten und Unfreiheiten produziert, nur auf der anderen Seite.

Kommentare
  1. Wolle Pelz sagt:

    Ich lese hier eine klare Stellungnahme für den HUMANISMUS.🙂

    Außerdem darf ich feststellen, dass ich einige Forderungen des Feminismus ebenfalls unterstütze. Aber der Feminismus sollte ja auch normalerweise eine Teilmenge des Humanismus‘ sein.

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    • Ich denke, die meisten Menschen werden sinnvolle Anliegen auf beiden „Seiten“ sehen und oft ist ein Kampf für ein „Frauen“-Thema auch gleichzeitig ein Kampf für Männer. das lässt sich gar nicht so 100%ig trennen. Lächerlich wird es halt dann wenn genau das versucht wird und eine scharfe Linie gezogen wird zwischen „Das ist ein Feministisches Thema und das ist ein Maskulistisches Thema“ und wenn du für eines der beiden Themen eintrittst wirst du automatisch der einen oder anderen „Seite“ zugewiesen.
      Ich kann gleichzeitig schlimm finden wenn kleinen Jungs ein Stück ihres Penis abgeschnitten wird und wenn alle technisch-wissenschaftlichen Spielzeuge in der „Jungs“-Abteilung stehen. (keine Wertung was nun schlimmer ist, das waren lediglich zwei spontane Beispiele)

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    • Mr. Anonymous sagt:

      Du redest mir zu sehr um den heißen Brei herum. Du solltest etwas genauer argumentieren und auf den Punkt kommen bei deinem Aussagen. Vielleicht ziiers du dich auch etwas, weil es sich hier um ein sensibles Terrain handelt. Der Begriff Feminismus ist heftig umstritten in der Literatur, da es sich um einen dynamischen Begriff handelt. Es ist der Versuch sich querbeet in allen Bereichen Gehör zu verschaffen. Ich halte nichts vom europazentrierten Feminismus. Machtbesessene und egozentrische Pseudo-Feministen, die sich territorial Beschränken und ganz nach den liberalen Prinzipien um sich selbst bedacht sind. Weil es sich um ein sensibles Thema handelt, traut sich auch nicht die Politik Kritik zu äußern und diesem Bündel an feministischen Anschauungen Grenzen aufzuzeigen. Viel drastischer ist die Situation der Frau in anderen Teilen der Welt, wie in Afrika oder Nahost. Würde mir wünschen, dass Letzteres mehr Anerkennung findet, da die Situation in diesen Gebieten teilweise Leib und Leben kostet.

      Viele Grüße

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  2. Ja, da macht es sich der Feminismus immer sehr einfach „Bist du für Gleichberechtigung? Dann bist du Feminist“ oder „Wer gegen Feminismus ist, der ist gegen Gleichberechtigung“. Natürlich kann man aber gegen eine oder viele der Spielarten des Feminismus sein, aber trotzdem für Gleichberechtigung. Oder man kann andere Vorstellungen haben, wie man Gleichberechtigung erreichen kann.

    Definitonsmacht etc sind da gute Gründe gegen diese Arten von Feminismus zu sein.

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  3. Der Pan sagt:

    „Vielleicht ist es ja an der Zeit auch diesen -ismus loszuwerden und statt dessen gegen Ungerechtigkeiten zu kämpfen ohne eine Ideologie im Rücken, die ähnliche Ungerechtigkeiten und Unfreiheiten produziert, nur auf der anderen Seite.“

    -> deswegen entdecken immer mehr den Humanismus für sich. Der zieht keine Gräben (wie Feminsmus & Maskulismus), sondern bringt Menschen zusammen. Und hat Grundwerte, für die es keine Religion (sekularer Humanismus) oder Ideologie braucht.

    Ja, ist auch ein -ismus, aber einer, der alle Menschen einschließt und sich nicht nach Geschlecht trennt oder gar neue künstliche Trennungskriterien (wie Gender) mit sich bringt. Aber Achtung, natürlich hat auch der Humanismus Gegner: Religionen mögen den sekularen nicht, Antispeziisten mögen ihn generell nicht und viele Feministinnen sehen ihn als Bedrohung, weil er nicht nach Geschlecht trennt und vor allem keine Opfer und Täter kennt. Für mich ist er aber der eizig gangbare Weg in dieser ziemlich verrückt gewordenen fanatisch religiösen/ideologischen trennenden Welt.

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    • Ich habe grundsätzlich nicht so den Bezug zu „Ideologien“, selbst wenn sie überwieged toll sind. Ich bin mehr der Typ der jede Ungerechtigkeit einzeln lösen würde, ohne „Programm“.
      Bei bestimmten Begriffen gibt es immer das Problem dass schnell eine „Wenn du x bist musst du auch y und z“-Haltung kommt.. „Wenn du gegen Mord bist musst du auch gegen abtreibung sein“ oder „wenn du gegen todesstrafe bist musst du auch gegen sterbehilfe sein“ weil es vielleicht eine gewisse überschneidung gibt oder das Programm es so vorsieht.
      Ich habe aber keine Lust bei jedem Thema erstmal zu diskutieren inwieweit das jetzt überhaupt ins Programm passt und ob man noch ein richtiger -ist ist, wenn man das vertritt.

      Natürlich hat ein Zusammenschluss bestimmter Menschen mit bestimmter Einstellung Vorteile, da man immer direkt eine große Masse Unterstützer hat. Aber der Preis ist eben, dass fast immer auch Dinge darunter sind, die man eigentlich nicht unterstützen will.

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      • Dummerjan sagt:

        „Ich habe grundsätzlich nicht so den Bezug zu “Ideologien”, selbst wenn sie überwieged toll sind. Ich bin mehr der Typ der jede Ungerechtigkeit einzeln lösen würde, ohne “Programm”.“

        Das kann danebengehen – das klassische Beispiel ist der Midnestlohn: Gut für die die Arbeit auf Niedriglohnniveau haben – meisens wir deren Lohn dadurch erhöht, ohne dass der Arbeitsplatz verloren geht. Schlecht für die die in den Arbeitsmarkt im Niedriglohn eintreten wollen/müssen – diese Arbeitsplätze werden verknappt.
        Wessen Rechte schätzen wir da höher.

        Geschlechterpolitisch liegen die Themen hier im Gesundheitswesen und beim Scheidungsrecht, bei denen man den einen nicht genügen kann ohne dem anderen zu schaden (wobei hier die Geschlechterperspektive vielleicht auch die Falsche ist).

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  4. honeyinheaven sagt:

    Zu Sabine Rückert – der Hintergrund, warum sie kritisch gesehen wird – und ich rede jetzt von mir persönlich – ist die Tatsache, dass jene „Journalistin“ von dem Fall Kachelmann von der ersten Sekunde an, also noch lange vor dem Prozess, einseitig berichtete. Für sie war klar, dass der arme Mann unschuldig ist und sich hier eine enttäuschte und eifersüchtige Frau rächen wollte. Ihre Tiraden in der Zeit waren unerträglich, und ich bin nicht die Einzige, die das so gesehen hat. Insofern halte ich es schon für berechtigt, hier Kritik zu üben. Denn so eine Person will ich nicht an der Spitze einer doch nicht ganz unwichtigen Zeitung sehen. Mit ihren Ansichtem, grundsätzlich „guter Mann“ (denn hey, das liegt an in deren Blut, untreu zu sein, nicht wahr?) und „böse Frau“ („eifersüchtige, rachsüchtige Zicke“) wäre sie bei RTL oder Springer doch wahrlich besser aufgehoben.

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    • Ich weiß nicht was genau sie geschrieben hat, deshalb will ich mich jetzt nicht konkret dazu äussern,mir gehts um das Fazit dass die Mädchenmannschaft daraus zieht, nämlich dass es eine Feministinnenquote geben sollte… wie sollte das, falls es ernst gemeint wäre, denn aussehen? Erstmal ein „Gesinnungstest“?
      Zumal ich mich erinnere dass Alice Schwarzer ebenfalls sehr stark Partei ergriffen hat obwohl sie vermutlich nicht daneben stand als es passiert ist und insofern erstmal gar nichts dazu sagen kann.
      Ich finde es grundsätzlich beschissen dass ein solcher Fall (auch wenn es einen Promi betraf) zum Politikum wurde, denn die einzigen die tatsächlich wissen was passiert ist sind die Beteiligten. Man macht doch nur seine bewegung unglaubwürdig (damit meine ich Männer- und Frauenrechtler) wenn man ohne die geringste Kenntnis des Ablaufs Partei ergreift, einfach weil es eine Frau/ein Mann ist.

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      • honeyinheaven sagt:

        Natürlich weiß niemand wirklich, was passiert ist. Aber ganz ehrlich – einen Typen, der ZEHN verschiedene Beziehungen am Laufen hat, der dieses Zehnfach-Leben über Jahre hinweg aufrecht erhält, den halte ich nicht für glaubwürdig. Damit will ich nicht sagen, dass „so einer“ auch ein Vergewaltiger sein muss. Aber auf alle Fälle ist „so einer“ ein pathologischer Lügner. So, kann jetzt bis mindestens morgen Abend nicht mehr antworten, denn morgen geht es zurück in die Tropen😉.

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        • stefanolix sagt:

          Wer kann denn bitte nachweisen, dass Herr K. alle Partnerinnen angelogen hat? Es gibt viele promisk lebende Menschen. Sie müssen keine Lügnerinnen und Lügner sein. Sie müssen erst recht niemandem Gewalt angetan haben.

          Ich würde die Anzahl seiner Beziehungen und den Prozess überhaupt nicht in Beziehung zueinander setzen. Dabei kann nichts Sinnvolles herauskommen.

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        • Ist dir klar dass du exakt dasselbe Argumentationsmuster nimmst wie andere um Vergewaltigungsopfer zu diffamieren? „Die hatte 10 verschiedene Typen, bei dem Lebenswandel sagt die doch sicher nicht nein zu Sex“…

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          • honeyinheaven sagt:

            Nein, da sehe ich schon einen Unterschied. Ich verurteile ja nicht die Tatsache, dass Kachelmann Sex mit zahlreichen Frauen gehabt hat. Es geht mir darum, dass er bei keiner ehrlich war und offenbar jede in dem Glauben ließ, die Einzige zu sein. Das ist nicht freizügig, das ist einfach nur niederträchtig und fast schon sadistisch. Es geht nicht um die Anzahl irgendwelcher Frauen. Es geht um seine Verlogenheit.

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            • Zu argumentieren, dass jemand charakterlich schlecht sei und deshalb vermutlich auch irgendwie ein Vergewaltiger sein könnte weist schon ähnlichkeiten damit auf wie versucht wird Frauen einen liderlichen Lebenswandel zu bescheinigen. Nur weil jemand ein Arschloch ist muss er kein Vergewaltiger sein.

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        • Luc sagt:

          Die Rückert hat sich beim Kachelmann-Prozess sicher nicht mit Ruhm bekleckert, aber das muss man schlicht trennen vom Inhalt des Prozesses. Wer sich damals länger als zehn Minuten aus sachlichen Quellen mit dem Fall beschäftigt hat weiß, dass Kachelmann unschuldig ist, alles andere ist, Verzeihung liebe honeyinheaven, nur Unkenntnis der vor Gericht festgestellten und unbestrittenen Fakten. Abgesehen davon, dass die Schwarzer alles, was Rückert damals schrieb, in Punkto Unredlichkeit um Längen geschlagen hat. Wenn Rückert also eine „falsche“ Frau ist, was ist Schwarzer dann?

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    • kinch sagt:

      Wenn der Feminismus allerdings eine Feministinnenquote statt einer Frauenquote fordert, dann hat man sich aber sehr deutlich davon distanziert Frauen zu repräsentieren. Feministinnen repräsentieren sich dann nur noch selbst.

      Was Rückert da lieferte war — gelinde gesagt — suspekt. Aber das war die Leistung von Schwarzer auch. Kritik von feministischer Seite an Schwarzers Pseuo-Berichterstattung konnte man aber nicht vernehmen. Dass lässt mich zu dem Schluss kommen, dass man im Feminismus kein Problem per se mit Vorverurteilungen und erfunden Fakten hat, solange es sich gegen Männer richtet. Dass man sich damit nicht identifizieren möchte, kann ich sehr gut nachvollziehen.

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      • Tantal sagt:

        Ja, Forderungen nach Feministinnenquote kann man kaum noch anders übersetzen als „Ich will einen gut bezahlten Job, ohne mich dafür anstrengen zu müssen oder qualifiziert zu sein“.

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  5. NB: Ich finde es außerordentlich tapfer und fair von dir, dass du die Haltung / Einstellungen der radikalen Feministinnen nicht pathologisierst. Ich weiß, das wäre komplett unprofessionell, außerdem fruchtlos und wäre als Diskussionsgrundlage ohnehin nicht geeignet, aber mir kommen beim Lesen solcher aggressiv gegen Männer gerichteten Argumentationen, die der Hälfte der Menschheit Unterdrückungsgelüste unterstellen, unwillkürlich immer wieder solche Gedanken… Wie kommt frau wohl zu solchen (freudlos genussarm bissigen antisozialen) Ansichten? Woher dieses Schwarz/Weiß Denken?

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    • stefanolix sagt:

      Zum Thema Pathologisieren: Man muss [sich] immer wieder daran erinnern, dass es ein Werkzeug totalitärer Regimes (Stalinismus, Maoismus, Nationalsozialismus) war. Deshalb muss es tabu sein und deshalb sollte man auch im Netz in Diskussionen ein STOP-Zeichen setzen, wenn man darauf stößt. Unabhängig, ob man damit »Freund« oder »Feind« auf die Füße tritt.

      Zu den Argumentationen und zur Doppelmoral der radikalen Feministinnen: Sie erscheinen aus deren Sicht einfach als adäquate Mittel im Machtkampf. Das ist zumindest die anschaulichste Erklärung.

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    • Ich muss gestehen dass ich durchaus mal in einem Kommentar (der dann unglücklicherweise seinen Weg als Artikel in einen Blog gefunden hat) sagte, dass gewisse Strukturen im Feminismus, also z.B. die häufigen Triggerwarnungen, die sicheren Räume (beides Begriffe die ursprünglich aus der Traumatherapie stammen) Ähnlichkeiten zu Traumatisierten/PTBS aufweisen und dass ich vermute dass der Feminismus für einige eine Art der Traumabewältigung darstellt. Das gesagt zu haben betrachte ich im Nachhinein als ungünstig.

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      • Neuer Peter sagt:

        Das finde ich hoch interessant! Könntest du das näher ausführen?

        Bereust du es, diesen Schluss gezogen zu haben, weil er sich auf der vorhandenen Grundlage nun einmal nicht ohne weiteres ziehen lässt oder bereust du es, diesen Schluss gezogen zu haben, weil diese Vorgehensweise ein unfaires Diskursmittel darstellt?

        Anders ausgedrückt: Ist eine Pathologisierung radikalfeministischer Absonderlichkeiten unwahr oder unfein?

        Welche Umstände müssten gegeben sein, damit eine solche Pathologisierung zulässig wäre?

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        • Die Beantwortung dieser Frage zöge ja wieder nach sich, das Statement ggf. nochmal so zu machen, insofern ist sie nicht beantwortbar^^

          Grundsätzlich ist die Grenze zwischen Ursachenforschung und pathologisierung halt schmal. Ich denke, es ist OK auf Zusammenhänge hinzuweisen (zb eben sichere Räume und Triggerwarnungen) aber die Aussage, dass (Extrem)Feminismus eine Art der Krankheitsbewältigung ist oder sein kann ist schon kritischer, denn das stützt sich lediglich auf Vermutungen und nicht auf nachprüfbare Fakten.

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          • stefanolix sagt:

            Das Pathologisieren (in dem Sinne, wie ich es meinte) bezieht sich immer auf eine konkrete identifizierbare Person. Die Person soll mit dieser Methode herabgewürdigt, entwürdigt, ausgegrenzt werden.

            Wenn man radikal- bzw. extremfeministische Eigenarten unabhängig von der Person betrachtet, würde ich dagegen nicht von Pathologisierung sprechen.

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    • Banaus sagt:

      Ich glaube, ich kann Deine letzte Frage beantworten.
      Ich hatte vor Jahrzehnten mal einen Verkehrsunfall, in dessen Folge mein Kreislauf kurzzeitig kollabierte. In dieser Zeit konnte ich mein Bild nicht scharfstellen und keine Farben wahrnehmen. Auch zu klaren Gedanken war ich nicht fähig. Alles eine Folge dieser mangelhaften Versorgung des Hirns.
      Dr. E kann Dich sicher über Parallelen zwischen den Funktionen in Hirnen schwarz/weiß „denkender“ Feministinnen und schwarzweiß sehender Unfallopfer informieren. 😉

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  6. ich bin absolut deiner meinung, erzaehlmirnix, was den unterschied zwischen eigener einstellung und offiziellem auftreten einer ideologie betrifft. auch stimme ich dir zu, dass ich genau dieselben dinge befürworte und trotzdem nicht so weit gehen würde eine feministin zu sein. bei all diesen anderen kranken aussagen schäme ich mich wirklich eine frau zu sein. vielleicht sollte ich doch anfangen mich neu zu definieren und eine eigene kategorie für mich ganz alleine aufmachen. da darf ich dann sex mit so genannten ‚männern‘ haben (aktuell eigentlich eher nur mit einem..wir wollen ja nicht übermütig werden!) und mich schminken. hohe schuhe tragen und schnulzen lesen (wenn ich sie mögen würde). und die aussage von christian, dass man nicht gleichzeitig gegen feminismus (in dem rahmen, wie er öffentlich betrieben wird) und für gleichberechtigung sein kann, finde ich ungeheuerlich. aber diesen eindruck habe ich auch schon lange…menschen stinken doch. echt. ich werd misanthrop.

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    • Eine Feministin würde jetzt wahrscheinlich sagen: „Du DARFST doch Heterosex haben und Schnulzen lesen, du sollst es halt nur kritisch hinterfragen (UND ERKENNEN DASS DU ES NICHT WILLST!!!!!!!!)

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  7. hijack sagt:

    Ich brauch gar nicht mehr kommentieren. Es wurde schon alles gesagt, sowohl im Artikel selbst, als auch in den Kommentaren. \o/

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  8. Sehr schöner Text. Volle Zustimmung.

    In mir keimt der Verdacht, in der ganzen Geschlechterdebatte sollte man vor allem Therapeuten (oder zumindest Leute mit erwiesener Menschenkenntnis) zu Worte kommen lassen…

    Ich komme von der Männerseite gesehen im Prinzip zur gleichen Lageanalyse (abstoßende Rechtsradikale und Menschenverächter, die unter dem Label Maskulismus firmieren und mit denen ich nichts zu tun haben möchte), ziehe aber genau die umgekehrte Konsequenz: ich nenne mich erst recht Maskulist, weil ich den Begriff in meinem Sinn besetzen will bzw. meinen eigenen Standpunkt entwickeln und die Debatte einbringen will. Ob das klappt, sei jetzt dahingestellt, probieren geht über studieren. Unsere beiden verschiedenen Reaktionen sind aber völlig OK, Feminismus und Maskulismus sind historisch und vom sozialen Standing her sehr verschieden.

    Sowohl Feminismus wie Maskulismus sind sehr unscharfe Begriffe, Sätzen wie „ich bin für/gegen XY“ haben meist keinen klaren Sinn und werden regelmäßig mißverstanden. Man (bzw. ich) will aber trotzdem ausdrücken können, wofür oder -gegen man ist. Für mich endete das in meinen Versuch, Maskulismus-Varianten zu unterscheiden, s. http://maninthmiddle.blogspot.de/p/maskulismus-varianten.html, um meine persönliche Variante abgrenzen zu können.

    Vor diesem Hintergrund ärgern mich solche Kampagnen wie „Wer braucht Feminismus?“, s. http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/feminismus101.html ziemlich. Sprüche wie „Ich brauche Feminismus für mehr Gerechtigkeit auf der Welt“ sind einfach nur Dummenfang. Ein extrem kompliziertes Thema wird auf eine Plattitüde reduziert, damit alle nur blind zustimmen können, und die Initiatoren können den Zustimmungen dann nachträglich ihre privaten Interpretationen des Themas unterjubeln. Sowas ist hinterhältig. Aber anscheinend fallen genug Leute darauf hinein. Man kann das ganze auch als Versuch interpretieren, den Leuten ein stumpfsinniges Lagerdenken und Feindbild einzuimpfen.

    Deine Diskussion mit Onyx fand ich übrigens extrem interessant. Deine Beobachtung, daß persönlichen Erlebnisse als Argument gebracht und dann verabsolutiert werden, trifft ein Kernproblem der Debatte (auch auf der Männerseite). Es läuft wieder darauf hinaus, daß Begriffe wie Feminismus Kommunikationskiller sind, weil jeder seine Privatdefinition unterstellt und man ständig aneinander vorbeiredet. Nicht zu reden von allgemeinen Animositäten, bewußtem Mißverstehen, Mißtrauen, …

    Je länger ich das Thema verfolge, desto mehr habe ich den Eindruck, daß die Kommunikation über das Thema mehr Probleme verursacht als als das eigentliche Sachproblem.

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    • Maskulismus hat gewissermaßen noch den Underdogbonus. Was ich grundsätzlich gut finde ist dass die meisten aus dieser Ecke eine offene Kommentarpolitik haben und auch Kritik freischalten. Im Feminismus ist ja (ich rede jetzt von MM & Co) alles dicht was Kritik angeht.

      Was mich am Maskulismus grundsätzlich nervt ist, dass er in fast jeder Hinsicht versucht das Gegenteil des Feminismus zu sein. Ich habe Maskulisten gesehen die sich tierisch über Verschärfungen der Abtreibungsgesetze freuen, einfach nur weil es die Femis ärgert. Da frage ich mich, was soll der Scheiß… konzentriert euch doch lieber auf eure sinnvollen Anliegen und vertretet die anstatt permanent einfach nur das Gegenteil zu fordern von dem was die Feministinnen fordern. Und wenn man dann darauf hinweist wie bescheuert das grade ist kommt „Die Feministinnen sind aber genauso“… und ich fühle mich in die dritte Klasse zurückversetzt wo „die anderen machen das aber auch“ noch ein ganz legitimes Argument war um Mist zu bauen.

      In gewisser Weise ist es natürlich ein guter Ansatz sich dennoch so zu bezeichnen und darauf zu vertrauen dass sich eine breite, vernünftige Mitte bildet und die Extremisten verdrängt. Beim Feminismus bin ich allerdings so weit ihn abzuschreiben. Ich würde eher versuchen unter einem neuen Banner (wenn denn ein Banner sein muss) etwas frisches aufzuziehen und den Feminismus den Extremistinnen zu überlassen. Wie dahingehend die Chancen beim Maskulismus stehen weiß ich nicht, da bin ich seltener in den extremen Kreisen unterwegs und kann nicht beurteilen ob das lediglich ein paar vereinzelte Idioten sind oder ob sich da schon eine Mehrheit gebildet hat.

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  9. Der Pan sagt:

    So kann Feminismus auch aussehen
    http://antigones.fr/qui-sommes-nous/

    Übersetzt
    The Antigones are not just another movement. It is simply a gathering of women. Far from any religious or political consideration, we demand our basic right and our fundamental duty to be women in their own right.

    The woman’s dignity does not pass through exhibitionism and hysteria. It goes through our wisdom, calm and determination to build our future. Daughters of our fathers, our husbands, wives, mothers of our son, we do not reject men. Instead, we are persuaded that it is with them, complementarity, we will build our future.

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  10. Ich würde das ganze so sehen: Mit welchen Recht behaupten Feministen, dass wer A denkt automatisch Feminist ist? Die ist im Gründe eine Unverschämtheit. (Aber leider keine die auf Feministen beschränkt ist, sondern z.B. in der linken Politik häufig vorkommt. Dort allerdings meist in einer geschwächten Form, dass wer A haben möchte unbedingt auf einer gewissen Partei stimmen muss, weil die anderen nicht Gerechtigkeit, eine gute Schule, was-auch-immer wollen.)

    Gleiche Rechte, keine (nicht in Fakten begründete) Diskriminierung, usw. sind alles nur Sachen, die die Feministen höchstens _auch_ wollen—und zunehmend eher nicht wollen…

    Punkte, wie z.B. „starke Frauen“ haben wiederum eigentlich gar nichts mit Feminismus zu tun, dennoch wird öfters die Gleichsetzung gemacht, etwa indem ein Film mit starken Frauen als feministisch bezeichnet wird.

    S. auch http://michaeleriksson.wordpress.com/2011/07/03/do-you-want-equality-i-hate-to-break-it-to-you-but-you%E2%80%99re-a-hardcore-anti-feminist-i-swear/

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  11. Ich finde, dass Feminismus etwas furchtbares ist:
    Gleichberechtigung ist eine tolle Sache, aber Feminismus hat damit nichts zu tun. Es ist das genaue Gegenteil, nämlich die Überzeugung, dass Männer im Vergleich zu Frauen minderwertig sind.

    Wenn man es genau nimmt, sind feministische Organisationen genauso verfassungsfeindlich wie rechtsradikale und die Frauen, die sich in diesen engagieren, sollten froh sein, dass ihren Schwachsinn niemand ernst nimmt, denn eigentlich wäre es Aufgabe unseres Staates, genauer gesagt des Verfassungsschutzes, dagegen vorzugehen.
    Würde unser Rechtssystem hier konsequent arbeiten, wären diese Organisationen längst verboten und ihre Anführer_innen wegen Volksverhetzung inhaftiert.

    Feminismus ist eine furchtbare, menschenverachtende Ideologie gegen die leider viel zu wenig (genauer gesagt: gar nichts, unser Staat unterstützt diesen Wahnsinn sogar) unternommen wird!

    Feministinnen sind für mich in erster Linie meine erklärten Feinde und damit meine ich nicht, dass ich dem Feminismus den Kampf angesagt habe. Der Feminismus hat mir den Krieg erklärt, weil ich mit dem „falschen“ Geschlecht geboren wurde und so schlimm es auch klingen mag: Jede Feministin weniger macht die Welt für mich zu einem sichereren Ort…

    Was mich betrifft, hat der Feminismus das genaue Gegenteil davon bewirkt, was er (vermutlich) eigentlich bewirken soll:
    Wenn ich die Wahl habe, stelle ich mich gegen jede frauenfördernde Maßnahme, denn ich sehe darin einen Angriff, der sich gegen mich persönlich richtet und das nicht, weil ich paranoid bin, sondern weil es genau das ist!
    Ich bin so erzogen worden, dass mir Konzepte wie Frauenfeindlichkeit lange Zeit vollkommen unbekannt waren und in meinem persönlichen Umfeld habe ich auch noch keinen Fall erlebt, in dem Frauen diskriminiert wurden.
    Diskriminierung von Männern, getarnt als Förderung der Gleichberechtigung, habe ich schon am eigenen Leib erfahren, lange bevor ich alt genug war, um überhaupt als Mann zu gelten.

    Aus irgendeinem Grund wurde mir der Krieg erklärt, ohne dass ich irgendetwas getan habe, um das zu verdienen und die Gesellschaft bezeichnet das auch noch als gerechten Kampf…

    Bitte entschuldigt meine Ausschweigung hier, ich schaffe es einfach nicht, bei diesem, mich persönlich betreffenden Thema ruhig zu bleiben…

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