Warum ich vielleicht doch Feminismus brauche^^

Veröffentlicht: August 7, 2013 in Mann-Frau-Kram
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Zur Zeit sind meine Eltern bei uns zu Besuch um uns bei der Gartenarbeit zu helfen. Gestern unterhielten wir uns über Mauern aus Pflanzsteinen und wie die aufgebaut werden. Heute früh beim Frühstück dann:

EMN: Ich habe mir gestern noch ein Video dazu angeschaut, ich denke, das kriegen wir hin. Ist euch eigentlich mal aufgefallen, dass diese ganzen Lehrvideos fast immer mit Frauen sind?

Vater: Klar sind sie das. Damit zeigen sie, wie einfach das ist.

EMN: Was?!

Vater: Das haben wir im Betrieb auch immer gemacht. Extra ne Frau angelernt fürs Video um den Technikern zu zeigen, dass es keine große Sache ist. Ich meine, natürlich war es eine große Sache, aber wenn das eine Frau präsentiert…

^^

Kommentare
  1. Dein Vater ist cool. Diese erfrischende Offenheit haben viele Männer meiner Generation gar nicht mehr.😀

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  2. Peter Panther sagt:

    Man kann einen einfachen Test fahren: Denkt an alle Paare, die Ihr so kennt. Bei wievielen von diesen Paaren würdet Ihr erwarten, dass der Kerl den DSL-Router konfiguriert und bei wievielen würde das die Frau machen?

    Erst wenn die normalen Frauen, die Ihr kennt, sich mit der gleichen Selbstverständlichkeit und Lust in solche Themen wie Windows-Registry-reparieren reinfuchsen wie ihre Männer, wenn sie es mit der gleichen Selbstverständlichkeit machen, mit der er bei Besuch den Kaffee aufsetzt, wird es solche Filme nicht mehr geben.

    In meiner Bekanntschaft gibt es nicht eine einzige Frau, die Lust hat, sich dieser Art von technischer Herausforderung zu stellen.

    Das Gegenargument, das auf kwick verlinkt wurde, ist keines. Natürlich gibt es Frauen, die technisch versiert sind. Der Punkt ist: wieviele davon kennst du persönlich? Und wieviele Männer kennst du, die auf gleichem Niveau versiert sind?

    Das ist kein Vorurteil. Das ist eine Beobachtung.

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    • @PP
      Um fair zu sein, die meisten Männer die ich kenne haben genauso wenig Lust sich in ihre Registry reinzufuchsen wie die Frauen die ich kenne.
      Und wenn man mal ehrlich ist: Die meisten Männer wählen auch nicht Physik-LK und verbringen ihre Tage damit Roboter zu basteln.

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    • Lustig dass du das fragst… bei uns ist es mein Mann, aber der arbeitet auch in der Branche^^ Er erzählt aber schon länger, dass in den letzten Jahren immer öfter der Mann sagt „Ich hole mal meine Frau, die macht das“ wenn es um DSL und diese Dinge geht. das fällt vermutlich mehr auf bzw ist einprägsamer weils nicht dem Klischee entspricht aber anscheinend tut sich da durchaus was.
      Als er und ich ein Jahr fernbeziehung hatten habe ich es auch irgendwie allein hingekriegt den ganzen kram einzurichten. sooo ein hexenwerk ists schließlich auch nicht. die meisten frauen könnten durchaus, wollen aber nicht weil sie faul sind. genau wie männer in manchen dingen gern ihre männerkarte ausspielen um faul zu sein.

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      • Neuer Peter sagt:

        In welchen Bereichen kommt die Männerkarte denn am häufigsten, was würdest du sagen?

        Ich weigere mich zum Beispiel, für irgendjemanden außer mich selbst Klamotten einzukaufen, aber sonst fällt mir spontan nichts ein.

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      • Peter Panther sagt:

        Das wiederum ist auch lustig. Ich kenne ein halbes Dutzend Paare, wo er Informatiker und sie Psychologin ist. Irgendwas an der Kombo muss eine hohe Kompatibilität haben.🙂

        Die Karten bei uns sind so verteilt, dass ich alles technische mache und sie alles organisatorisch kommunikative.
        Das ist das, was uns jeweils mehr liegt, weniger unangenehm ist.
        Und das, so scheint mir, ist repräsentativ.
        Dass bei meinem Bruder, dem alten Philosophen, die Frau dafür zuständig ist, die Lampen anzuschrauben, ändert an den Mehrheiten nichts.

        Und natürlich gibt es da eine Feedback-Schleife: man wird besser in dem, was man oft tut und man bleibt ungeschickt in dem, was man selten tut.

        Aber diese Karten werden ja verteilt, lange bevor die Arbeitsteilung anfängt.
        Mir hat es mit 15 Spaß gemacht, eine Woche in den Sommerferien alleine am Schreibtisch zu sitzen, um einen Zeichentrickfilm zu programmieren. Es gibt nichts, was meine Mitschülerinnen daran gehindert hätte, das auch zu tun. Hat aber keine. Im Gegenteil, die fanden Computer von sich aus doof und nutzlos. (Das war lange vor Internet und Social Media).

        Es geht also nicht darum, ob sie es kann, wenn es denn sein muss. Es geht darum, ob sie es tut, wenn es nicht sein muss. Wie das Fenstertragen bei euch neulich.

        Meine Frau mäht den Rasen erst (manchmal), seitdem wir einen dieser selbstfahrenden Rasenmäher haben. Sie hätte es auch vorher gekonnt, aber es wäre anstrengend gewesen. Anstrengender als für mich.

        Wenn man dann noch bedenkt, dass Arbeitsteilung einer der wesentlichen evolutionären Vorteile des Homo Sapiens war, frage ich mich, warum das ein Problem sein soll, dass jeder das tut, was er mag und worin er gut ist.

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        • Ich sehe daran nichts schlechtes, dass jeder das tut worin er gut ist. Das Einzige was ich wirklich wichtig finde ist, dass jeder die gleichen Möglichkeiten hat alles zu testen. Ich denke, es gibt viele Frauen, die ein großes Potential für technisches in sich haben und es nie ausgeschöpft haben, ebenso wie es Männer gibt die vielleicht eine feinsinnig-künstlerische Seite nicht ausschöpfen (weil das nur Schwule machen, u know).
          Das ist jetzt natürlich kein Drama, da diese Leute sicher auch was anderes finden was sie erne tun. Trotzdem ist es doch schade wenn nur wegen irgendwelcher Stereotype solches Potential ungenutzt bleibt.

          Man könnte vielleicht sagen, jeder hat (plattes beispiel) 10 talente in sich. die meisten frauen haben vielleicht 7-8 „frauensachen“, die meisten männer ebensoviele „männersachen“. hat jetzt aber eine frau mehr männertalente und wächst in einem sehr traditionellen umfeld auf ist sie dann sehr eingeschränkt auf die wenigen dinge die ihr noch bleiben. sowas ist doch schade. ebenso natürlich für männer.

          Ich finde es falsch menschen zu was zu zwingen oder anzustreben alle überall gleich zu machen. auf der anderen seite sollten statistische unterschiede niemals die freiheiten des einzelen einschränken und eine technisch begabte frau sollte ebenso gefördert und respektiert werden wie ein technisch begabter mann. eben ohne dass ständig bezüge zu ihrem geschlecht hergestellt werden. es sollte einfach selbstverständlicher sein, dass menschen unterschiedliche interessen und talente haben und dass das geschlecht nur ein kleiner faktor davon ist.

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          • Peter Panther sagt:

            Aber ist das, letztlich, nicht ein Appell an alle Leute, dass sie ihren Sinn für „normal“ entfernen sollen?
            Ist das, psychologisch, denkbar, dass Menschen ohne eine Empfindung für Normalität leben?

            „Anything goes“ bringt dem Einzelnen sicherlich am meisten Freiheit, aber kann eine Gesellschaft so funktionieren?

            Das sind keine rhetorischen Fragen. Ich weiß es schlichtweg nicht. Da es aber „normal“ so weit ich weiß in jeder Kultur gibt, vermute ich stark, dass das etwas fest-Verdrahtetes ist, was man nicht ändern kann.

            Der Druck des Vorwurfs „Du bist ja nicht normal“ wäre dann nicht aus der Welt zu schaffen.

            Was man versuchen könnte: Leuten zu helfen, ein Umfeld zu finden, wo sie nicht unnormal sind. Aber wie das im Detail funktionieren soll, ist mir auch ein Rätsel. Vielleicht für Erwachsene, ab ~16 Jahren, aber Kinder? Wie soll man die einfach in eine andere Umgebung bringen, wenn es schon schwer genug ist, überhaupt einen Kita-Platz zu kriegen?

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            • Ich würde sagen, schau dir die Entwicklung der letzten Jahrzehnte an. Pack eine Architektin oder Ärztin in die 50er und die wird als weit unnormaler empfunden (auch wenn es sie schon gab). Würdest du heute tatsächlich noch in die Arztpraxis kommen und sagen „Oh, eine Frau als Ärztin? Na also… ich weiß ja nicht. Kann die das?“

              Was normal ist definiert erstmal jeder Einzelne. Und eigentlich gehts gar nicht so sehr darum den Sinn für Normalität zu ändern (Heterosexualität ist ja auch normal, von der Masse her. Trotzdem sind die meisten Menschen mittlerweile so weit dass sie Homosexualität als ebenso OK sehen) sondern darum, die Flexibilität des Denkens zu erhöhen.

              „Du bist nicht normal aber das ist nicht erwähnenswert“ wäre eher erstrebenswert. Es kann ja keinem verboten werden Normen zu registrieren, es geht nur darum zu vermitteln, dass sie keine Gesetze sind.

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            • IULIUS sagt:

              Die Gesellschsaft idt im Wandel, damit auch das was als „normal“ empfunden wird.

              Was man als normal empindet ist das, was einem Aufgrund gruppendynamischer Prozesse „aufgedrückt“ wird. Jeder der sich dem Zwang nicht unterwirft wird als unnormal angesehen und aus der Gruppe „verstoßen“.

              Änderungen hier sind stetig, aber sehr langwierig. Teilweise geht der Prozeß über Generationen.

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            • Antara sagt:

              Nur was ist normal?
              Noch vor knapp 100Jahren war es auch in Deutschland völlig unnormal das es irgendwann keine Kaiserherrschaft mehr geben könnte, 5 Jahre später hat man den letzten deutschen Kaiser ins Exil gejagt…
              Die Welt ist im Wandel, immer und ständig und deshalb ändert sich auch das Gefühl für Normalität spätestens mit der nächsten Generation.

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          • ich löte übrigens für mein leben gerne. ich kann nicht erklären, wieso. es muss auch nichts sinnvolles dabei rauskommen. hauptsache, ich kann sachen miteinander verlöten..<3

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            • Dominik sagt:

              Cool! Ich wollte mal vor geraumer Zeit Mikrocontroller programmieren, aber auch nur so lang bis es um’s Loeten ging; da verging mir dann etwas die Lust. Weiss auch nicht warum, aber Loeten schien mir zu aufwendig, zumal ich ja motorisch auch nicht allzu begabt bin..

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              • das ist für mich eine völlig unverständliche haltung! man lötet doch nich, weil man begabt ist! sondern, weil man lötet. ich bin völlig grobmotorisch, aber sobald der lötzinn weich wird und schimmert und ich ein kabel da reinstecken kann und es fest wird und die beiden gegenstände aneinander haften bleiben, bin ich im glück…

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                • Dominik sagt:

                  Och, mittelfristig waer’s mir schon lieb gewesen, wenn was nuetzliches dabei rauskommt. Letztlich ist’s auch daran gescheitert, dass ich keine Schaltkreise bauen kann und ich dachte bevor ich was neues lerne, sollte ich erstmal die Dinge tun, die ich eh schon zu lange aufschiebe..
                  Andererseits koennte man auch so Loeten oder gar aus kuenstlerischen Beweggruenden aber das war mir damals nicht in den Sinn gekommen.

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                  • ich wünsche dir, dass du bald deinen frieden mit dem lötkolben machen kannst und vielleicht ein gefeierter löt-künstler der gegenwart wirst! ich analysiere dich gerne als studierte kunsthistorikerin!

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                  • ich wünsche dir, dass du bald deinen frieden mit dem lötkolben machen kannst und vielleicht ein gefeierter löt-künstler der gegenwart wirst! ich analysiere dich dann gerne als studierte kunsthistorikerin!

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    • Aargh sagt:

      Windows?! Ein echter Kerl nutzt Linux.🙂
      .. tatsächlich konfigurieren in meinen Bekanntenkreis eher die Frauen die DSL-Router. Das hat einen einfachen Grund, der auch allen Klischees entspricht: Die Frauen lesen die Bedienungsanleitung und die MÄnnder weigern sich diese zu lesen.😉

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      • Peter Panther sagt:

        >Windows?! Ein echter Kerl nutzt Linux

        Ich kannte mal einen, der meinte „…seinen Rechner nicht einmal am Tag azuschrauben, ist, wie seinem Kind nicht die Windeln zu wechseln.“
        Der war aber auch sonst komisch…

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      • balrog82 sagt:

        Also dass Frauen Bedienungsanleitungen lesen ist mir neu. Da heißt es doch eigentlich immer „Das muss doch so funktionieren“ oder „Wieso funktioniert das so nicht?“. Und dann wird erstmal der Freund/Mann gequält anstatt in die Bedienungsanleitung zu schauen.

        Es ist natürlich auch richtig, dass Männer auch so gut wie nie in eine Bedienungsanleitung reinschauen.

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        • @balrog
          Sichi gucken Frauen in Bedienungsanleitungen. Wir haben ja auch nicht das Bewusstsein mit der Muttermilch aufgesogen, dass uns aufgrund unseres Geschlechtsteiles solche Sachen „liegen“.

          Aber generell der Glaube, für was man in diesem Leben alles Talent haben muss, um das hinzukriegen… Schon witzig. Ich nenn mal nur als Beispiel Straßenkarte lesen, oder Rücklicht am Auto reparieren…

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    • Dominik sagt:

      Naja mag einerseits schon sein, dass Maenner tendentiell sich eher fuer so Kram interessieren. Aber andererseits, meine Mutter (uebrigens auch Psychologin) hat ihrerseits noch ihren Kram fuer die DA und Diss noch auf Lochkarten gestanzt! Wer weiss heute ueberhaupt noch was Lochkarten sind? Aber eine lustige Geschichte, das hatte also zuerst nicht geklappt, und nach dem 3. Versuch hat sie dann mit Stift auf die Lochkarten geschrieben „Warum funktioniert der M* denn nicht?!“ (oder so) und wieder ins RZ gegeben. Woraufhin sie eine Antwort bekamt (von meinem Vater der damals Hiwi im RZ war; sie kannten sich zu dem Zeitpunkt noch nicht), woran der Fehler lag… erfuellt dann doch wieder das Klischee. Aber andererseits wenn ich mir ansehe, was manche Studenten heute mit SPSS ueberfordert sind….

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      • *chrchr* SPSS ist aber auch eine Bitch!
        War das die Kennenlerngeschichte deiner Eltern? Wenn ja ist die ja ultrasüß^^

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        • Dominik sagt:

          War damals auch SPSS, nur eben halt auf Lochkarten. Hatten da mal noch alte Ausdrucke, aufm Dachboden rumliegen, auf diesem Endlosdruckerpapier, falls des noch wer kennt. Aber hast Recht, als Statistiker bin ich auch kein Fan von SPSS.. Wirklich kennen gelernt haben sie sich aber erst spaeter, aber fand die Geschichte witzig. Heutzutage ist das ja nichts ungewoehnliches sich ueber Computer kennenzulernen aber so vor 1980 eher schon.

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  3. Inwiefern ist das ein Argument für Feminismus? Eigentlich sind doch die Männer hier die Leidtragenden, weil sie höhere Erwartungen erfüllen müssen als eine Frau…

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