Appell gegen Psychotherapie.

Veröffentlicht: November 1, 2013 in Satireartikel
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Nachdem das Prostitutionsverbot derzeit, angestoßen durch Alices Schwarzers Appell gegen Prostitution, wieder verstärkt diskutiert wird, wird nun die Forderung laut, auch Psychotherapie zu verbieten. Bei der Psychotherapie würden sehr ähnliche Mechanismen der Unterdrückung ablaufen wie bei der Sexarbeit, weswegen beide Tätigkeiten eines gesetzlichen Verbotes bedürfen.

Fakt ist, dass die Mehrheit der Psychotherapeutinnen weiblich ist und die Bereiche der Kommunikation, „Zuhören“ und „Empathie“ in der Gesellschaft als klassisch weibliche Eigenschaften verortet sind. „Natürlich bedarf es für Psychotherapie einer jahrelangen Ausbildung und des Erlernens bestimmter Theorien und Techniken, dennoch ist zentraler Teil der Gesprächstherapie eben das Gespräch. Die Psychotherapeutin mag hoch qualifiziert sein, dennoch sollte dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass unter der Oberfläche eine soziale Interaktion abläuft in der die üblichen Machtstrukturen bedient werden.“ Es sei äußerst kritisch zu sehen, dass Männer dazu in der Lage seien, die weibliche Empathie gegen Geld zu erwerben.

„Damit wird die Frau als Zuhörerin degradiert, ihre eigenen Empfindungen spielen keine Rolle. In dem Moment wo der Patient gegen Geld eine Leistung erwirbt, erwirbt er die Verfügungsgewalt über den weiblichen Geist. Die Frau ist gezwungen sich auf die Gedankenwelt des Mannes einzulassen. Männer dominieren bereits seit je her die gesellschaftlichen Diskurse, daher ist Psychotherapie ein Symbol für diesen männlichen Unterdrückungswunsch. Die Möglichkeit, eine Frau zu kaufen um ihr ein Gespräch aufzuzwingen signalisiert dem Mann, dass er jederzeit über den weiblichen Geist verfügen kann. Natürlich denken Männer dann, sie könnten jederzeit Frauen ansprechen.“

Grundsätzlich müsse eine intensive Prüfung stattfinden unter welchen Umständen es ethisch-moralisch vertretbar ist, dass Männer Dienstleistungen von Frauen in Anspruch nehmen. Vor dem Hintergrund der globalen und umfassenden Unterdrückung der Frau durch den Mann sei es eigentlich in jedem Fall problematisch wenn Frauen für Männer arbeiteten. Jedoch müsse jede einzelne Dienstleistung separat geprüft werden, denn auch wenn beide Parteien der Ansicht seien eine freiwillige Geschäftsbeziehung einzugehen zähle dieses individuelle Gefühl nicht. Geplant sei eine Schwarzer-Genehmigungsstelle, in der speziell von Frau Schwarzer geschulte Mitarbeiterinnen jede Dienstleistung zwischen Mann und Frau darauf prüften, ob sie nach Frau Schwarzers Kriterien legitim sei oder die Würde der Frau untergrabe. Leitmotto dieser Genehmigungsstelle sei „My Body – Schwarzers Choice“

Kommentare
  1. aranxo sagt:

    Und ich dachte immer, wenn männliche Psychotherapeuten weibliche Patientinnen behandeln, üben sie damit Macht auf sie aus, was ein nicht zu tolerierendes Herrschaftsverhältnis ist. Ach so ja, ich vergaß, Männer über ja immer die Macht aus, während Frauen immer die Opfer sind, egal, ob das Verhältnis so rum oder anders rum ist.

    Am besten, man trennt Männer und Frauen komplett strikt voneinander. Erfrischende Ansätze dazu gibt es ja immer noch in den arabischen Staaten. Ähnliche Konstrukte hat man ja in Südafrika und den USA in den letzten Jahrzehnten aus reiner Gleichmacherei aufgegeben. Wie, da gings um die Hautfarbe? Na, dann kann man das natürlich nicht vergleichen.

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  2. Martin sagt:

    OT
    Als ich das so las, kam mir da irgendwie die Frage in den Sinn:Wenn Frauen wirklich besonders empathisch sind, wie kommt es, das sie einen dann andauernd fragen müssen, wie man sich fühlt, wie es einem geht, woran man grade denkt ?

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    • Ich weiß nicht ob Frauen besonders empathisch sind^^
      Allerdings denke ich, die wenigsten von uns können Gedanken lesen, deshalb ist für echtes Verständnis und kein bloßes *pappat wirdschonwieder* schon erforderlich, dass man nachfragt🙂

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      • IULIUS sagt:

        „Ich weiß nicht ob Frauen besonders empathisch sind^^“

        Wahrscheinlich eines von den Dingen, die einfach weitergetratscht werden, ohne daß die Richtigkeit hinterfragt wird. Nennt sich auch Gerücht.

        Nach meinen Beobachtungen haben Frauen erheblich weniger Empathie als Männer.
        Wenn wir bei Jäger und Sammler anfangen, dürften Männer beim Jagen weit mehr auf Empathie angewiesen sein, als die Frauen beim Beerenpflücken. Der Mann muß sich als erfolgreicher Jäger in das Tier hineinversetzen können, er muß seinen Jagdtgenossen blind vertrauen können.
        Bei Beeren habe ich noch keine gesehen, die sich gewehrt hat, geflüchtet ist oder sich versteckt hat. Auch ist Hilfe beim Pflücken nicht notwendig.

        Vgl auch:
        https://erzaehlmirnix.wordpress.com/2013/09/24/kerl-kater/

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        • Martin sagt:

          Ich denke auch, dass das einfach durch gedankenloses Wiederholen perpetuiert wurde. Wenn Unterschiede vorhanden sind, duerften diese marginal sein.

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    • aranxo sagt:

      Zumal, wenn sie pampig auf uns sind, von uns die Hellseherfähigkeiten erwarten. Klassischer Dialog:
      Er: „Was hab ich denn jetzt wieder falsch gemacht?“
      Sie: „Dann denk doch mal nach!“ oder auch gerne „Wenn Du das nicht mal selber weißt“
      Ich liebe solche Sätze…

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  3. Seitenblick sagt:

    „“Wenn Du das nicht mal selber weißt”
    oder das beleidigte
    „Das weißt du ja wohl ganz genau!!“
    um noch eine Variation dieses Klassikers hinzuzufügen …

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  4. ReVolte sagt:

    Etwas O.T. aber gerade eben bei MDR Kultur einer weiblichen Museumsführung durchs Verkehrsmuseum Dresden zugehört: „Und hier sehen wir einige Modelle aus der Anfangszeit des Automobils. Wie Sie sehen, haben die Herren der Schöpfung noch so gebaut, dass Frauen ein solches Auto nicht fahren könnten.“

    Ja, unerhört, die Herren der Schöpfung erfinden nicht sofort frauenkonform.

    Voll Psycho.

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  5. m sagt:

    Der Vergleich hinkt: Sex funktioniert immerhin. ^^

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  6. bertrandolf sagt:

    Das Sigmund Freudische Patriachat der Arbeit mit dem Munde.

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  7. wortschrank sagt:

    Erzählmirnix, Deine Denke ist einfach großartig!🙂

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  8. The Laughing Man sagt:

    Gab bei Two and a Half Men auch einen gewissen Vergleich was die beiden Gewerberichtungen angeht:😉

    Charlie: „Na gut, wieviel schulde ich ihnen?“
    Psychiaterin: „Ich bekomme 200 Dollar die Stunde, sie waren fünf Minuten hier, runden wir’s doch einfach ab und sagen 200 Dollar.“
    Charlie: „Sogar Nutten geben Rabatt.“
    Psychiaterin: „Nutten müssen ihnen nicht zuhören.“

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  9. Kurz geschrieben: Frauen reden von Gefühlen, Männer haben sie. Oder auch: Frauen lassen die Gefühle raus …. dann sind sie weg!

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