„Ich esse nur 600 kcal am Tag und bin trotzdem dick…“

Veröffentlicht: Januar 10, 2014 in Uncategorized
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Mit einer merkwürdigen Faszination treibe ich mich derzeit auf Fatacceptanceblogs herum (speziell: thisisthinprivilege auf tumblr). Ich dache immer, die abstrusesten Dinge hätte ich bereits gesehen im letzten Jahr, als ich mich mit Radikalfeminismus beschäftigt habe, aber es geht immer noch abstruser. Ich hatte ja an anderer Stelle bereits was über Fatacceptance geschrieben und wie ich es ursprünglich interessant fand, dann aber immer kritischer sah.

Seit ich mich durch besagten tumblr Blog kämpfe fällt mir besonders ein Punkt auf, der mich nervt: Dass hartnäckig der Zusammenhang zwischen (viel) Essen und Übergewicht abgestritten wird und es x Posts gibt, in denen (stark) Übergewichtige behaupten, sie äßen unter 1200 kcal täglich, machten täglich Sport und seien trotzdem dick.

Das. Ist. Unmöglich.

Scheißegal was für „Krankheiten“ ihr habt. Die einzige Krankheit, die mir einfällt ist das Prader Willi Syndrom (sehr selten), die es extrem schwierig macht abzunehmen weil dem Hirn permanent signalisiert wird, der Körper sei buchstäblich am verhungern. Diese Menschen fühlen sich also immer, als seien sie kurz vor dem Hungertod – das in Kombination mit einem verlangsamten Stoffwechsel macht es sehr schwer, ein gesundes Gewicht zu halten (Wenn auch nicht unmöglich in einer kontrollierten Umgebung).

Dann wäre da noch Kortisoneinnahme, was durchaus Fetteinlagerung anregt und zu Wassereinlagerungen führt. Aber auch hier gilt, dass das Fett sich nicht aus dem Nichts materialisiert und ein paar Kilo Wasser keine Begründung für 50 Kilo Übergewicht sind.

Zu guter Letzt: Die gute, alte Schilddrüsenunterfunktion. Ich habe die auch, also erkenne ich Bullshit, wenn ich Bullshit lese. Medizinisch gesehen sind einige wenige Kilo Gewichtszunahme bei einer unbehandelten(!) Unterfunktion normal. So 3-6 Kilo etwa. Wenn die Leute aber wissen, dass sie eine Unterfuktion haben, werden sie vermutlich behandelt, bekommen Schilddrüsenhormone und der Stoffwechsel funktioniert wieder völlig normal.

Ich verstehe natürlich den Sinn hinter der „Ich kann nichts dafür“-Haltung, denn in den Blogs geht es ja darum, Übergewicht auf eine Stufe mit Hautfarbe, Sexualität u.a. Dingen zu stellen, die Diskriminierung verursachen. Das klappt natürlich weit besser, wenn man sagen kann, dass das ebenso eine unveränderbare genetische Bedingung ist.

Bis zu einem gewissen Punkt kann ich das total nachvollziehen. Früher, als Teenager, war es mir auch wahnsinnig peinlich, dass jemand denken könnte, ich esse viel. Obwohl es so war. Es führte aber dazu, dass ich in Gesellschaft Spatzenportionen aß um den Eindruck zu erwecken, ich äße totaaaaaal wenig. Irgendwann wurde mir klar, wie bescheuert das war und ich dachte mir „Meine Güte, wen willst du eigentlich verarschen?“ und ich aß, wie ich auch sonst esse.

Andererseits denke ich, viele dieser Blogger sind tatsächlich der Meinung, dass sie totaaaaal wenig essen und trotzdem dick sind. Dazu gibt es auch Studien, die zeigen, dass Übergewichtige ihren Kalorieninput stark unterschätzen. Schaut euch das Video an, das ist interessant:

http://www.tubechop.com/watch/1793872

In kurz: Es wurde der Metabolismus einer schlanken „Ich esse was ich will und nehme nie zu“-Frau und ihrer Freundin, die „nur ein Stück Kuchen anschauen muss und es auf den Hüften hat“ verglichen. Es kam heraus, dass die schlanke Frau tatsächlich sehr wenig isst und die dickere Freundin viel isst. Ach, und der Stoffwechsel der dicken Frau war übrigens SCHNELLER als der der dünnen Frau – das liegt daran, dss je schwerer der Körper wird, umso mehr Energie benötigt wird, ihn zu erhalten. Dicke Leute haben also im Schnitt einen weit höheren Verbrauch als Dünne Menschen.

Dann das Argument mit dem „Der Körper geht in den Verhungerungsmodus wenn man weniger isst als der Grundumsatz, und dann nimmt man nicht mehr ab…..! Deshalb haben Diäten meinen Stoffwechsel ruiniert….!“ – Schwachfug! Es gibt den Hungerstoffwechsel, und der setzt ein, wenn der Körperfettanteil UNTER 5% liegt. Bei einem normal gebauten Menschen liegt er weit darüber und bei einem adipösen Menschen oft bei 50% oder mehr. Es gibt auf diesem Planeten keine Person, die mit 150 kg bei 500 kcal täglich nicht abnehmen würde.

Wie ich darauf gekommen bin? Abgesehen davon, dass ich auf x Posts der Marke „Ich esse nur soundsoviele Kalorien“ gestoßen bin beklagt sich im neusten Post eine Bloggerin, dass in einem Film eine dicke Person dargestellt wird und der Eindruck erwerckt werde, das Gewicht käme vom Essen! So stereotyp!

Dazu noch eine kleine Anekdote:

600kcal

Kurz: Eine Frau geht jeden Morgen zu Starbucks um sich ihren „Kaffee“ zu holen und beschwert sich, dass sie trotz ihrer 600 kcal täglich einfach nicht abnimmt. Das Getränk das sie jeden Morgen bestellt hat allein bereits 640 kcal.

Also, als dicke Person oute ich mich hiermit: Ich bin dick weil ich mehr esse als mein Körper braucht und deshalb lagert mein Körper die überschüssige Energie in Form von Fett an meinem Körper ab. Mein Fett hat sich nicht aus dem Nichts materialisiert, ich bin kein medizinisches Wunder, ich liebe einfach nur Kuchen. Also bitte, liebe Fatacceptance Blogger, bitte hört auf zu bullshitten. Ihr macht damit nur euch und eure Bewegung lächerlich und – noch schlimmer – ihr redet dicken Leuten ein, dass sie eh keine Chance haben abzunehmen anstatt ihnen die Fakten zu geben, die sie benötigen um zu erkennen wo sie sich selbst verarschen und wo sie doch mehr Kalorien konsumieren, als sie denken.

Kommentare
  1. Balrog sagt:

    Also quasi das gleiche Fazit wie beim Radikalfeminismus😉

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  2. Oscar sagt:

    Man, ich liebe deinen Blog! Ich finde du hast einen sehr objektiven Blick, den ich auch versuche zu haben. Woher kommst du eigentlich?

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  3. Kinch sagt:

    Super Kommentar.

    Ich frag‘ mich allerdings da manchmal auch, ob da schon etwas psychotisches dahinter steckt. Also irgendwie eine (Selbst-)Wahrnehmungsstörung, so ähnlich wie es auch bei Magersüchtigen etwa der Fall ist. Sicherlich nicht bei allen, aber bei vielen. Das wäre schon ein große Problem, weil man da mit Argumenten gar nicht weiter kommt. Hier fänd‘ ich so eine Acceptance-Bewegung übrigens ähnlich potentiell schädlich, wie die Pro-Ana-Bewegung.

    Es kann ja jeder so leben wie er will und ich finde an Dicksein ist nichts Verwerfliches. Aber solche Bewegungen führen halt dazu, Selbstverantwortung für sein Leben zu leugnen und im schlimmsten Falls, machen sie eine Krankheitseinsicht unmöglich.

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    • Adrian sagt:

      „Ich frag’ mich allerdings da manchmal auch, ob da schon etwas psychotisches dahinter steckt.“

      Warum immer gleich alles psychologisieren und pathologisieren?
      Das sind m. E. die negativen Begleiterscheinungen einer individualistischen Gesellschaft, deren Errungenschaften kaum genug zu loben sind. Aber alles hat Nachteile und seien sie auch noch so klein. Der Individualismus führt letzendlich dazu, dass sich jeder Mensch seiner Einzigartigkeit bewusst wird. Das kann aber dazu führen, dass jegliche Kritik an einem, als diskriminierend empfunden wird: „Ich bin ich, und Du musst mich so nehmen wie ich bin, und es gibt keinen Grund mich zu kritisieren, denn ich bin ich.“

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      • Kinch sagt:

        Ich psychologisiere und pathologisiere nicht _immer_ und auch nicht _alles_. _Manchmal_ finde ich das aber angebracht und spannend und hier ist das so.

        Und ich denke durchaus, dass es in diesem Bereich Selbstwahrnehmungsstörungen gibt. Und ich finde es wichtig, dass das dann auch als solche begriffen wird.

        „Das kann aber dazu führen, dass jegliche Kritik an einem, als diskriminierend empfunden wird“

        Nur geht es hier aber nicht um Kritik. Festzustellen, dass jemand dick ist, weil er viel isst, ist keine Kritik und man hat auch niemanden für sein Essverhalten oder seine Figur zu kritisieren. So wie sich niemand für beides rechtfertigen muss. Da ist die Aussage: „ich bin ich, komm‘ damit klar“ völlig seine Berechtigung.

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    • Ann sagt:

      Also, ich habe da welche in meinem Bekanntenkreis, die halten sich für schlank. Er wiegt bei 175 knapp 100 kg, und er hält sich für normal bis schlank. Seine Frau ist deutlich moppelig (schätze mal 80 kg bei 170), und die hält er auch für schlank. Das ist eine Wahrnehmungsstörung.

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      • Ich finde, am deutlichsten merkt man sowas, wenn Leute Fotos von sich sehen. Die meisten dickeren Leute sind entsetzt, wenn sie Fotos von sich sehen, weil sie nicht glauben können wie dick sie aussehen (ging mir auch so). Andererseits hatte ich mal sehr sehr viel abgenommen und eines Tages eine sehr schlanke Person auf mich zukommen sehen. Ich dachte mir „Wow, hat die eine tolle Figur, ich wünschte, ich sähe auch so aus….“ – es stellte sich raus, dass es meine Spiegelung in einer Glastür war😀 In meinem opf war ich noch viel moppeliger^^

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        • Ann sagt:

          Also der Herr in meinem Beispiel hat in einem Datingportal ein Foto von sich gepostet, auf dem er tatsächlich dünner aussieht. Bis auf das Doppelkinn. Wenn man sich entsprechend dreht und streckt tritt der Bauch in den Hintergrund…;-)

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        • Kucingchen sagt:

          Das ist tatsächlich auch so! Das ist keine Störung sondern ganz normales Verhalten unseres Gehirns. Ich sage mal so, unser Kopf ist kein großer Fan von Veränderungen, die findet er ziemlich unnütz.
          Wenn wir zunehmen oder abnehmen, dann hinkt unser eigenes Bild, unserem tatsächlichen Aussehen hinterher. Das kann auf Fotos unangenehme Überraschungen geben.
          Es kann sogar soweit gehen, dass das Hirn bestrebt ist, den bekannten Zustand wieder herzustellen. Jojo-Effekt kann auch mehr sein, als nur die Folge einer Crash-Diät😉

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        • Miria sagt:

          Das mit den Fotos ist bei mir gar nicht so. Also ich weiß, dass ich dick bin und fertig. Wenn ich mich aber auf Fotos sehe, finde ich mich meist ziemlich gut aussehend. Also nicht mit einem dieser schlanken Models vergleichbar, aber nicht irgendwie überraschend dick.

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          • bei mir war das früher definitiv so. heute stimmt mein gefühl mit dem anblick auf fotos überein. was aber auch daran liegen kann, dass ich mich heute besser kleide als früher😀

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  4. Schnipsel sagt:

    Ich habe auch schon oft die Beobachtung gemacht, dass die Menschen, die sagen „ich kann essen, was ich will und nehme trotzdem nicht zu“ in Wirklichkeit sehr wenig essen. Sie achten nicht darauf, was sie essen und machen sich dementsprechend wenig Gedanken darum. Kein Wunder, dass sie denken, sie könnten alles essen, wenn ihnen nicht mal auffällt, dass sie sehr wenig essen.
    Bei mir kam es letztes Jahr auch vor, dass ich wochenlang nur etwa 800 Kalorien am Tag aß und irgendwann nicht mehr abnahm. Der Körper streikte, ich war aber auch schon im Bereich des Untergewichts. Vielleicht ist das irgendwann auch eine normale Schutzfunktion des Körpers.
    Zu dem Thema Gewicht und Essen gibt es übrigens ein schönes Buch, das ich jedem gerne ans Herz lege, weil es sehr aufschlussreich ist und zu mehr Lockerheit im Thema Gewicht und Essen aufruft.

    http://www.amazon.de/E%C3%9Ft-endlich-normal-Udo-Pollmer/dp/3492249426/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1389353310&sr=8-1&keywords=esst+endlich+normal

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    • LoMi sagt:

      “ dass die Menschen, die sagen “ich kann essen, was ich will und nehme trotzdem nicht zu” in Wirklichkeit sehr wenig essen.“

      Ich gehöre zu diesen Leuten. Ich halte mich für ziemlich undiszipliniert, was Essen angeht. Sollte es wirklich so sein, dass ich meinen Kalorieninput gnadenlos überschätze? Ich halte das für möglich, aber es wäre was ganz Neues für mich. *grübel*

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      • Schnipsel sagt:

        Es gibt natürlich auch Personen, die einen außerordentlich guten Stoffwechsel haben, aber ich kenne viele Menschen, die das Essen schlicht vergessen, weil sie nicht daran denken und dann erzählen, es wäre egal, was sie essen, sie würden nie zunehmen.

        Vielleicht würde es helfen, mal aufzuschreiben, was man wirklich isst – macht aber natürlich viel Arbeit, die unnötig ist, wenn man so, wie es ist, zufrieden ist🙂

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        • Essenstagebücher würde ich auch nur bei problemen empfehlen. ansonsten hat jeder glück, der einfach „intuitiv“ isst. Leidet man mal an ner essstörung, dann ist es fast unmöglich wieder zum intuitiven essen zurückzufinden. so rein wissenschaftlich.
          daher würde ich, solange es passt, nicht rummachen dran😀

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          • LoMi sagt:

            Das habe ich auch nicht vor, bin ja froh, dass es so ist, wie es ist.

            Der von Dir verlinkte tumblr-blog ist übrigens gruselig. Ich bin ja sehr dafür, für eine Veränderung der Schönheitsideale zu werben. Ich mag die Einseitigkeit der Medien nicht, mit der sie die sehr, sehr dünnen Damen propagiert. Insofern ist es richtig, etwas mehr Zufriedenheit mit dem eigenen Körper zu schaffen.

            Aber was mich wirklich nervt, sind all diese Kategorien des Fehlverhaltens, die auf diesem Blog aufgestellt werden. Alles und jedes ist irgendwie ein irgendwas-shaming. Diese Begriffe-Wut gibt sich so einen pseudowissenschaftlichen Anstrich. Aber letztlich ist es nahezu neurotisch. Wer immer neue Bösartigkeiten „entdeckt“ und klassifiziert, kann immer weniger sich so verhalten, dass er nicht irgendwas oder irgendjemanden beleidigt oder diskriminiert. Man ist dort auf dem Blog dabei, eine sehr, sehr anstrengende Welt zu erschaffen.

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            • zumal es einfach lächerich ist, was da alles als fatshaming gilt. Insbesondere im medizinischen bereich.bei denen ist es bereits fatshaming wenn der arzt das gwicht nur erwähnt.
              und natürlich wissen die damen, nach 3 halbwissenschaftlichen artikeln mehr über gewichtsfragen als ein ausgebildeter arzt. ja nee, is klar.

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              • LoMi sagt:

                In der Tat, das ist lächerlich.
                Und deren Kategorienkatalog ist irgendwie eine Art Tugendbürokratie.

                Es gibt andere Wege, für Toleranz zu werben. Ich sehe selber häufiger Blogs von runderen Damen, die sich mit schönen Fotos präsentieren und zeigen, dass sie Ausstrahlung und Schönheit haben. Das finde ich sinnvoller.

                Und richtig, auch das hat seine Grenze, es gelingt ganz sicher nicht, jede Körperform für schön zu erklären. „Beauty comes in all sizes“ ist eine schöne Hoffnung, stimmt aber so übergeneralisiert nicht.

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                • IULIUS sagt:

                  „Und richtig, auch das hat seine Grenze, es gelingt ganz sicher nicht, jede Körperform für schön zu erklären.“

                  Wo ist das Problem? jede Körperform ist für irgend jemand auf unserer Welt schön. Wäre schlimm wenn nicht.😉

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                  • Martin sagt:

                    Sicher, jeder kann irgendwas als „schön“ erklären (und tut es ja auch). Das ist aber nicht der Kontext. Wer sich aufgrund seiner Moppeligkeit selbst für nicht schön hält oder wer aufgrund seiner Massigkeit von der Mehrzahl der Mitmenschen, mit denen er in Kontakt tritt,für häßlich und fett gehalten wird, dem hilft’s halt wenig, wenn ein Eskimo ihn als Schönheitsideal anhimmeln würde.

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  5. Jackie sagt:

    Ich verfolge deinen Blog jetzt schon ne ganze Weile und vorweg ein großen Lob dafür, ich liebe alle Kategorien😀 .
    Ich kriege wenn ich deine Beiträge sei es über Fatacceptance oder Feminismus lese das Gefühl, dass jede dieser Bewegung zwangsläufigirgendwann im Radikalismus endet und sich im Endeffekt gegen das ursprüngliche Ziel richtet.
    Ich habe eine spezielle Frage, da ich das mit dem Mindestumsatz auch häufig genug gelesen hab (habe eine Freundin die 25 Kilo abgespeckt hat und sie dabei begleitet). Hast du weiterführende Artikel dazu, dass das mit dem Mindestumsatz Blödsinn ist? Also grundsätzlich ist es ja sinnvoller, langsam mit irgendwas zwischen 1200 und 1700 kcal abzunehmen statt die Radikalkur zu machen. Aber da man immer von dem Mindestumsatz liest hätte ich Interesse da mal was wissenschaftliches zu zu lesen.

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    • Klar, gerne. Das ist auf Englisch und hat am Ende einige Quellenangaben: http://fattyfightsback.blogspot.de/2009/03/mtyhbusters-starvation-mode.html

      Grundsätzlich ist langsames Abnehmen natürlich insofern sinnvoller als dass es erlaubt, das Leben so umzustelen, dass man es auch dauerhaft so führen kann. Wenn man radikal abnimmt muss man nach der Diät erst einmal einen Lebensstil finden, der einem hilft das Gewicht so zu halten und das schaffen nicht alle.

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      • Jackie sagt:

        Danke dir🙂 . Sehr schön erklärt in dem Artikel, werde mir die weiterführenden Links bei Zeiten auch noch anschauen. Was mir (weitab von Fatacceptanceblogs) begegnet ist, war sogar weniger (wenn auch teilweise), dass man kein Gewicht mehr verliert sondern, dass der Körper sobald ihm wieder mehr zugeführt wird alles bunkert für Notzeiten. Was allerdings vermutlich auch mehr an der Tatsache liegt, dass die Leute nie gelernt haben sich gemäßigt zu ernähren und dank alten Gewohnheiten schnell wieder viel drauf hatten. Aber man schiebt es ja lieber auf den Körper als auf seine eigenen Gewohnheiten. Beim langsamen abnehmen gewöhnt man sich dann eher an eine gemäßigte Ernährung.

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        • Das mit den Notzeiten war etwas, was ich früher tatsächlich selbst geglaubt habe. Bis ich mich intensiv damit befasst habe.
          Das einzige was stimmt ist, dass bei der Gewichtsabnahme oft (wenn man nicht mit Sport gegenhält) Muskeln abgebaut werden. Ein Pfund Muskeln verbraucht etwa 50 kcal am Tag. Wenn man also neben dem Fett auch einige Kilo Muskeln verliert, sinkt der Verbrauch tatsächlich.
          Wenn man allerdings während der Diät Muskeln aufbaut, steigt der Verbrauch sogar.

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          • Kinch sagt:

            „Wenn man allerdings während der Diät Muskeln aufbaut, steigt der Verbrauch sogar.“

            Geht das überhaupt?

            Baut der Körper Muskelmasse auf, wenn schon sein jetziger Tagesbedarf nicht gedeckt ist?

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            • der körper holt sich seine energie ja aus den fettspeichern. dafür sind sie schließlich da😀 fubnktioniert natürlich nur wenn man fettmasse zur verfügung hat.
              also kurz, wenn ich grundsätzlich 2000 kcal brauche, dann noch 500 kcal durch training verbrauche, jedoch nur 500 kcal esse, dann holt sich der körper 2000 kcal aus der fettmasse (das ist etwa 1/3 kilo fett). die muskeln bauen sich auf oder ab, je nachdem wie sie benutzt werden. also ja, während einer diät kann man muskelmasse aufbauen.

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              • Kinch sagt:

                Danke für die Antwort.

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              • Während einer Diät kann man Muskelmasse aufbauen, aber: das geht nicht allein auf Basis des Körperfetts. Das hat nicht genug Eiweiß, um den Muskelaufbau zu versorgen. Wenn ich an dem Tag, wo ich Krafttraining mache, nur 500 kcal esse, dann wird er mir wenig Muskelmasse aufbauen. Dann kommt es noch auf das Wann und Was an.

                Ich habe als Dickerchen mit Krafttraining begonnen und erst einmal zugenommen. Das liegt daran, dass Muskelmasse weniger Kalorien pro kg hat als Fettmasse. Ist mal ein Grundstock an Muckis aufgebaut, so nach 3 Monaten, dann purzeln auch die Pfunde.

                Ein gern unterschätzter Fettbringer ist auch Alkohol. Der „zehrende Wein“ ist ein Märchen. Wein ist wie alle alkoholischen Getränke sehr nahrhaft. Und fast völlig eiweißfrei, also für Sportler kontraproduktiv. Aber er schmeckt mir, und so lebe ich mit einem Restbäuchlein.

                Ups, ich habe gerade ein Stück Kuchen angeschaut. Mal schnell auf die Waage steigen, bestimmt habe ich zugenommen!

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            • St. Elmo sagt:

              Funktioniert, was man beachten sollte ist das der Muskelaufbau zu Gewichstszunahme führt.

              Also wenn man durch Sport abnehmen will sollte man weniger auf die Kg auf der Waage achten und mehr darauf ob z.B. die Hose lockerer sitzt.

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              • Nur wenn man parallel auch mehr isst…. Wenn ich ein Kaloriendefizit durch Sport erzeuge (Ich esse 2000 kcal, verbrauche normalerweise 2000 kcal, mache aber 1 stunde sport und verbrauche dadurch zusätzlich 500 kcal) dann nehme ich fettmasse ab, da die energie aus den fettspeichern gezogen wird. das gewicht bleibt allerdings tatsächlich gleich.

                wenn ich allerdings die 500 kcal dann zusätzlich esse, bleibt der fettspeicher gleich und die muskelmasse nimmt zu, so dass das gesamtgewicht steigt.

                idealerweise nimmt man also noch weniger energie zu sich, so dass sowohl die fettmasse schrumpft als auch muskeln wachsen.

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              • Kinch sagt:

                Schon, aber weniger Essen als der Grundumsatz und mehr wiegen geht rein physikalisch schon nicht^^

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          • Jackie sagt:

            Ich hab mich auch nie ernsthaft damit beschäftigt, da ich nur Begleitung beim abnehmen war😀 . Aber interessant ist es trotzdem darüber mal informiert zu werden😉 .
            Ich habe auch mal gelesen, dass meist erst die Muskeln abgebaut werden. Dürfte auch leichter zugänglich sein, Eiweiß als Energieträger statt Fettabbau

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            • Kucingchen sagt:

              Es gibt einen Hungerstoffwechsel und auch der beginnt nicht erst bei unter 5% Körperfett. Unser Körper hängt sogar an seinen Reserven und greift die nur ungern an. Wir müssen ihn über einen gewissen Zeitraum dazu zwingen…
              Wenn wir zu wenig Energie zu uns nehmen (langer Zeitraum), dann geht der Körper erst recht spät an unser Fett und gewöhnt sich an wenig Energiezufuhr.Wenn wir jetzt plötzlich wieder normal essen, dann packt der Körper erstmal wieder in Fett auf. ABER: Er gewöhnt sich auch an Mehr Energie wieder und man packt im Schnitt um die 5 kg drauf…

              Also ich würde sagen: Hungerstoffwechsel ja und auch nicht gesund. Aber keine Erklärung wieso man bei angeblich zu wenig Essen dramatisches Übergewicht haben kann…

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              • tja sagt:

                Müsste der Hungerstoffwechsel nicht die Ketose sein?
                Sprich: Wenn keine Kohlenhydrate vorhanden sind, bastelt der Körper sich aus Fett die „Kohlenhydrate“. Aber da braucht man erstmal ne ziemliche umstellung zu.

                Und das problem bei vielen Diäten ist, dass nicht auf ausreichend wichtige Nährstoffe geachtet wird. Fehlen Vitamine, Mineralien, ausreichend Eiweiß und „das richtige Fett“, kann der Körper auch nicht mehr Hormone, Enzyme, Zellen usw bauen. Und genau das kann dann wirklich nach hinten losgehen.

                Mal abgesehen davon spart der Körper auch gerne an der Körpertemperatur. Wer zu wenig futtert friert schneller, hat auch häufig zu nix mehr Lust und bewegt sich nicht mehr viel. Davon nimmt man dann noch nicht zu bei 600 kcal, aber die Fressattacken danach haben es dann in sich. Falls man es nicht schafft den Körper auf 600 kcal zu trimmen, wobei das sicher sehr niedrig angesetzt ist. Bei 600 kcal wird man sicher erst magersüchtig bevor der Körper sich damit zufrieden gibt. Aber an 1200-1500 kcal kann man sich gewöhnen. Friert man halt n bisschen mehr, macht man sich die Heizung an, fertig. Fällt kaum auf.

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  6. Danke für den wichtigen Artikel! Akzeptieren, dass dickere und übergewichtige Leute auch Menschen mit dem gleichen Recht auf Respekt und Selbstbestimmung sind und sich vorgaukeln, 200 kg wiegen zu müssen sei angeboren, ist ein großer Unterschied.

    Dazu fällt mir noch was von Tumblr ein: Diese lustige Theorie von drei Körpertypen (Somatotypen), die gern in Fitnessstudios verbreitet wird (und Fitnesstrainer haben IMMER Recht^^), ist Blödsinn. Falls sich irgendwer gewundert hat. (Aus Fatacceptance-Kreisen lese ich da zu oft von.)

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    • Welche drei Körpertypen denn? DAS habe ich bisher noch nicht gelesen, aber ich treibe mich ja derzeit auch hauptsächlich auf einem blog rum^^ (und auf reddit – fatpeoplelogic :D)

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      • Martin sagt:

        Welche drei Körpertypen? Ist doch klar!
        Magersüchtig, Normal und kann-nix-dafür.

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      • Pupsi das Schwein sagt:

        Somatotypen, hab gerade bei Wikipedia nachgelesen:
        Es gibt 3 extreme Körper Typen. Die meisten Menschen sind aber eine Mischform aus den 3 Typen. Das ist der Brüller.

        >> Es gibt nur genau 2 Körpergrößen 2,10 Meter und 1,50 Meter. Die meisten Menschen sind aber eine Mischform.
        >> Es gibt nur 2 Arten von Menschen: Gute und Böse. Die meisten Menschen sind aber eine Mischform.
        >> Es gibt nur 2 Arten von Menschen: Nazis und Antifas. Die meisten Menschen sind aber eine Mischform.

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        • St. Elmo sagt:

          Es gibt nur 10 Arten von Menschen

          Die die Binär lesen können und die die es nicht können…

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        • Jackie sagt:

          “ Diese Keimblattgewebe trügen beim einzelnen Menschen in unterschiedlichem Ausmaß zur Körpermasse bei und bestimmten so den Typ. Diese Idee ist heute medizinisch widerlegt. Das Konzept taucht heute fast ausschließlich im Fitness-Bereich auf, um ein dem Körpertyp angepasstes Trainingsprogramm zu erstellen. Die Begriffe und umsomehr die dahinterstehende Theorie sind aus heutiger Sicht mehr als fragwürdig; wissenschaftlich relevant sind sie nicht.“
          aus Wiki

          Sagt ja schon alles über dieses Konzept aus😀

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  7. Martin sagt:

    Schöner Artikel. Habe ich auch schon öfter erlebt. Das erste Mal, das mir das bewußt geworden war, muß so ca. 1976/77 mit ca. 12/13 gewesen sein. Samstags morgens/vormittags zum Spielen bei einem dicklichen (aber auch kräftigen) Nachbarsjungen gewesen, der und dessen Mutter meinten, er würde gar nicht viel essen, wie könnts nur sein usw. und der dann vor meinen Augen erstmal 4 dick belegte Brötchen wegputzte plus diverses Rührei etc.

    Ah ja und das hier: “ das Gewicht käme vom Essen! So stereotyp!“ ist echt schön🙂

    So ist sie halt, die scheiß Realität! Bei gleichen Parametern wiederholen sich die Ergebnisse….

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  8. The Laughing Man sagt:

    Das Ergebnis überrascht mich nicht, haben das sogar mal in Phisik durchgemacht und zwischendurch auch Daten bekommen wieviele Kalorien man braucht um sein Körpergewicht zu erhalten. Kann mich von damals aber nur an eine Sache erinnern, wenn man fast 500kg wiegt verbraucht man so viele Kalorien beim nichts tun wie ein Mensch mit gesunden Gewicht beim Joggen. ^^

    Wenn ich mich selbst betrachte und an dieses „Ich esse wenig“ denke komme ich zu dem Schluss, dass ich mir immer wieder vornehme wenig zu essen, dann aber „Ausnahmen“ Mache und wenn ich dann an die Woche zurückdenke sagen muss: „FUCK! Das war eigentlich die Regel und nicht die Ausnahme.“ Keine Ahnung ob die das auf der Seite im Grunde genauso machen nur den Schritt mit dem im nachhinein überdenken am Ende weglassen, doch das wäre zumindest eine Erklärung.

    Auch zum Jo-Jo-Effekt muss ich etwas sagen. Habe mal einen Monat eine recht intensive Diät und Sport gemacht und in der Zeit auch viel abgenommen. Danach habe ich es aber abgebrochen und nach etwa einem halben Jahr hatte ich erst wieder mein Ursprüngliches Gewicht oder etwas mehr.
    Dazu kamm dann noch eine Verletzung durch die ich mich dann zwischendurch noch weniger bewegt habe als normal. In dem Fall ist es wieder nur meine eigene Erfahrung, aber der Name Jo-Jo-Effekt erweckt den Eindruck, dass man nach etwa der gleichen Zeit ohne Diät wieder das Gewicht drauf hat und dem war halt nicht so. Außer ich hätte vielleicht deutlich mehr gegessen als vor der Diät und hätte mich noch weniger bewegt als davor. Was meine ich erst wirklich ein halbes Jahr später der Fall war, weil ich mir da spätestens angefangen habe immer wieder „Ausnahmen“ zu gönnen. Von daher könnte es sein, dass der Jo-Jo-Effekt wieder einfach nur so eine psychologische Sache ist.

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    • St. Elmo sagt:

      Der Jo-Jo Effekt heißt so weil der ja wieder in seine Ausgangsposition zurückkehrt,
      kommt dabei eigentlich nicht auf die Zeit an,

      Geht halt darum, dass wenn man nach der Diät wieder so isst wie vorher, dass man dann wieder gewicht zu legt.

      Ein niedrigers Gewicht zu halten geht nur durch Anpassung der Energiezufuhr an den Verbrauch oder Anpassung des Verbrauchs an die Zufuhr.

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    • Kucingchen sagt:

      Ich würd sagen, es ist das Überdenken das fehlt. Hinzu kommt unbewusstes Essen vorm Fernseher etc. Viele Übergewichtige erschrecken, wenn sie über den Tag gefilmt werden und dann sehen, was sie so essen. An vieles konnten sie sich nicht mehr erinnern…

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  9. Martin sagt:

    Irgendwann laß ich eh die Atombombe der Dicken-diskriminierenden Szene los und stelle die These auf, das Dicke dick sind, weil ihre mediokren Gehirne nicht wie beim normalintelligenten Schlankling ca. 1/5 des Energiebedarfs verbrauchen😉

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  10. david sagt:

    Ich war gestern, inspiriert durch dich, zufällig auf dem selben Blog, eine echte Fundgrube.
    Mich betrifft bzw berührt das Thema mal sogar gar nicht, aber was ich höchst interessant finde, dass es eine Blaupause des Radikal- und Genderfeminismus ist. Es werden die exakt selben Konzepte verwendet und auf fat (=women*) vs thin (=men*) übertragen.
    Was wiederum eine herrliche Dekonstruktion des Feminismus ist, weil man hier den Schwachsinn umso deutlicher vor Augen geführt bekommt (so lange man noch nicht selbst in den Fatacceptance-Diskurs verstrickt ist)

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    • Sweit ich mitgekriegt habe sind die Moderatorinnen auch größtenteils Feministinnen, denn es wird teilweise auch darüber geklagt, dass dicke Frauen es viel schwerer haben als dicke Männer wegen des männlichen Privilegs und Sexismus und…. zeug.

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    • david sagt:

      Wobei, dann wären Männerrechtler ja sowas wie Leute, die für „thin acceptance“ kämpfen und Privilegierung von Dicken beklagen….Mooooooment!!!😉

      (Mist, da fällt mir auf dass ich das tatsächlich tue. Hab schon zig Wutausbrüche vor dem Kühlregal gehabt, weil ich mit meinem BMI von 20 nur noch diesen Diät-Scheiß kaufen darf und mir überall erzählt wird, Fett sei -für jeden- ungesund)

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      • Wow, ein weißer, männlicher cis hetero, der nen BMI von 20 hat…. Check erstmal deine Privilegien bevor du dich über irgendwas beschwerst😀

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        • Kinch sagt:

          Der Terminus heißt übrigens „rumopfern“. (Hab ich neulich erst kennengelernt, als ein Hetero in einer Diskussion über idpet, darum bat nicht mehr sinnlos beleidigt und in Ruhe gelassen zu werden.)

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      • St. Elmo sagt:

        Faszinierend ich hatte mit 18 Jahren auch nen BMI von 20 (1,7m unter 60kg) damals wurde mir gesagt ich wäre an der Grenze zum untergewicht und normal wäre zwischen 65 und 75 kg (als Mann)

        Heute hat man bei 1,7m und 73kg schon übergewicht und untergewicht fängt erst bei 52kg an….

        Kann das sein, dass das mal nach untern Korrigiert wurde?

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        • Martin sagt:

          Ach, ich würde das einfach anders formulieren…. mit 1.7, 73 kg und 18 Jahren hat man halt kein Übergewicht, man ist einfach unteraltrig.

          Mit meinen 22,9 hab ich in 5 Jahren dann Untergewicht… bzw. gewichtlich korrekt ausgedrückt, bin ich natürlich überaltrig.

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  11. Aha? sagt:

    Klarheit zu schaffen, wie Gewichtszunahme funktioniert ist sicher gut gemeint.
    Tatsache ist aber auch, dass immer mehr Menschen ihr Gewicht immer weniger unter Kontrolle haben. Und das, obwohl wir heute weit mehr aufgeklärt sind, was Nahrung anbelangt, als vor 20 Jahren.

    Den selben Effekt sieht man bei Fleischessern. Obwohl jede Studie seit den 70ern zumindest klar zur Reduktion des Fleischkonsums auffordert, und dazu zum Verzicht ganzer Fleischsorten (rot) oder gar zu kompletten Verzicht auf Fleisch rät und obwohl die meisten ziemlich exakt wissen, was (raffinierter) Zucker und raffiniertes Mehl ihrem Körper antun, gibt es so gut wie keine Änderung des Essverhaltens. Diverse Krebsarten, Diabetes, Herzkrankheiten, Schlaganfall usw stehen damit oft in direktem Zusammenhang.

    Es ist also offensichtlich, dass Aufklärung so gut wie nichts dazu beiträgt, dass Menschen an ihrer Ernährung etwas ändern. Warum also nur auf die Gruppe der Dicken fokussieren und nicht auf die Gruppe der Diabeteskranken, der (rotes) Fleischesser usw? Ich bin mir sicher, dass hier genug dem Fleischverzicht widersprechen werden. Genauso wie Dicke sich einreden, sei äßen gar nicht so viel. Die Studien liegen vor, es gibt genug seriöse und einfach zu verstehende Bücher dazu (zb Lebensmittel von Michael Pollan) oder gut gemachte Dokus (zb Knives over Forks) und trotzdem wird es einfach abgetan.

    Es lohnt sich sehr, den Blick auf sich selbst zu lenken, wenn einem das Verhalten von anderen völlig unbegreiflich ist. In der Regel bedeutet die Faszination davon nur, dass man selbst eigentlich was ändern sollte, aber das lieber nach außer projiziert. Grad jetzt, wo immer mehr Menschen Vegetarier oder Veganer werden und gesund (und ohne Eisenmangel) damit leben, brauchen viele starke Feindbilder, um sich damit ja nur nicht beschäftigen zu müssen. Das nur als Idee zur „merkwürdigen Faszination“ von EMN mit dem Thema.

    Um zum vorigen Thema zurückzukommen: Aufklärung hilft also kaum. Wichtig wäre, rauszufinden, warum sie nicht hilft. Bei Dicken kann das zb durchaus körperliche Gründe haben: wer als Kind bereits übergewichtig war, bei dem haben sich die Fettzellen immer und immer wieder geteilt. Das Dumme ist: die Anzahl bleibt immer gleich und der Körper möchte sie immer wieder füllen (http://www.focus.de/gesundheit/ernaehrung/news/fettzellen-feinde-fuers-leben_aid_299594.html)

    Das macht es einfach verdammt schwer abzunehmen UND sein Gewicht zu halten.
    Aber warum wurde das Kind überhaupt dick? Da gilt es anzusetzen, zb durch Prävention in der Schule. Wo man noch wirklich was machen kann, wo man Gründe finden kann und wo man die lebenslange Last der aufgebauten Fettzellen verringern kann.

    Mit dem Finger auf andere zeigen mit den Worten „Ihr seids selber schuld und redet euch ein, nichts dafür zu können“ könnte ich als Veganer und Mitarbeiter eines medizin, Forschungszentrums auch. Würde aber, wie meistens, dann wenig über die Fleischesser und viel über mich aussagen. Deswegen: besser mit den eigenen Ansichten beschäftigen und drüber schreiben, als über die (natürlich meist falschen) Ansichten der anderen. Das lohnt sich wirklich🙂

    Cheers vom Aha?

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    • Martin sagt:

      Und wenn man dann noch berücksichtigt, wieviel angeblich total schädlicher Kram einfach nur völliger Mumpitz ist….

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    • Ich zeige nicht mit dem Finger auf andere, denn ich bin selbst dick^^ Natürlich interessiert mich als dicke Person der Forschungsstand zum Gewicht, denn grade im Bereich Gewicht gibt es sehr, sehr viele Mythen, die auf allgemeiner Ebene geglaubt werden. Etwa das mit dem Hungerstoffwechsel oder dass Dicke einen langsameren Stoffwechsel haben.
      Ich finde es super, wenn für Akzeptanz gekämpft wird, denn davon profitiere ich sogar direkt. Dennoch halte ich nichts davon, das auf der Basis von Lügen und der Aufforderung zur Resignation zu tun. Das fördert nur Hilflosigkeit. Mein Dicksein ist eine bewusste Entscheidung. Nicht weil ich unbedingt dick sein will, aber mit jedem Stück leckerer Schokolade treffe ich die Entscheidung dass es OK ist, wenn das als Fett eingelagert wird, weil ich schon genug gegessen habe an dem Tag.

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      • Aha? sagt:

        „Ich zeige nicht mit dem Finger auf andere, denn ich bin selbst dick^^“
        Das Phänomen, grad die Gruppen ganz enorm anzugreifen, denen man selbst angehört, ist nicht neu. In meiner Familie ist es zb bis heute ganz wichtig, immer wieder auf andere zu zeigen (sprichwörtlich) und sich über deren Kleidung und ganz besonders Gewicht zu mockieren. Alle meine Familienmitglieder sind dabei übergewichtig. Dieses Verhalten musste ich mir mühsam abtrainieren und es war wirklich hart, das überhaupt zu erkennen. Denn ich hab mich dait ja selbst laufend abgewertet.

        „Mein Dicksein ist eine bewusste Entscheidung.“
        Das glaube ich Dir nicht. Du hast vielleicht keine Lust, Dich damit weiter zu beschäftigen. Aber niemand schädigt sich selbst bewußt ohne dass es nicht tiefer liegende unterbewußte Prozesse gäbe, die das steuern. Dabei gehe ich nun nicht von leicht übergewichtig aus, sondern von medizin. relevanten ungesunden Übergewicht.

        Ich habe in meinem Leben schon enorm viel erreicht, bis zur Umstellung zur veganen Ernährung. Mein Übergewicht habe ich aber bis heute nicht im Griff, trotz allem Wissen und zweier Therapien. Mich einfach so bewußt dafür oder dagegen zu entscheiden ist mir und vielen anderen nicht möglich.

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        • Aha? sagt:

          PS: Nur falls das interessiert: nach 2 1/2 Jahren veganer Ernährung sind alle meine Blutwerte von tw extrem schlecht auf Normwerte zurückgegangen. Teilweise habe ich Werte eine Spitzensportlers. Das ausschließlich durch Ernährung.
          Gewichtsabnahme war mir damit nicht möglich, allerdings ein Stopp des jährlichen Zuwaches.

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          • Gewicht hat wie die meisten Eigenschaften eine erbliche Komponente (aber natürlich auch eine soziale). Das heißt, eineiige Zwillinge haben z.B. eine höhere Gewichtsübereinstimmung als zweieiige Zwillinge und Adoptierte ähneln im Gewicht eher ihrer biologischen Familie als ihrer Aufnahme-Familie. Die Frage ist, ob das eher auf Persönlichkeits-Prädispositionen (z.B. höhere Impulsivität) oder körperliche Grundlagen (–> Tendenz des Körpers Fett aufzubauen usw.) zurückzuführen sind.

            Die Aussage, dass (moderates) Übergewicht krank macht, basiert nur auf Korrelationen. Kausalzusammenhänge wurden nicht nachgewiesen, d.h. dass das Krankheitsrisiko auf das Gewicht zurückzuführen ist. Es besteht die Möglichkeit, dass das, was dick macht (z.B. genetische Prädispostionen, Umweltgifte etc.), auch das Risiko von Krankheiten bei dicken Menschen erhöht. Es wurde nicht nachgewiesen, dass das Krankheitsrisiko bei Menschen, die abgespeckt haben, dauerhaft reduziert ist.

            @ Aha?

            Was ich damit sagen will: Vielleicht ist bei denen genetischen Prädispositionen (du hast ja eine dicke Familie) es einfach sehr schwierig dünn zu sein in unseren Überflussbedingungen.

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            • Es gibt genetische Präpositionen, die ein höheres Gewicht fördern. Einige dieser Präpositionen sind als „Genschalter“, die unter bestimmten Bedingungen z.B. während der fätalen Phase „aktiviert“ werden können, in der Zwischenzeit belegt. Diese „aktivierten Genschalter“ können sogar durch mehr als eine Generation genetisch vererbt werden, bevor sie wieder „deaktiviert“ werden.

              Aber „Die Aussage, dass (moderates) Übergewicht krank macht, basiert nur auf Korrelationen. Kausalzusammenhänge wurden nicht nachgewiesen, d.h. dass das Krankheitsrisiko auf das Gewicht zurückzuführen ist.“ – sorry, das ist so meiner Meinung nach nicht richtig.
              – Auch moderates Übergewicht führt nachweislich zu einer höheren Abnutzung von Gelenken. Daraus resultiert Bewegungsschmerz, der zu weniger Bewegung führt, welche im Zweifelsfall zur weiteren Gewichtszunahme beiträgt.
              – In Fettgewebe „versackt“ Insulin, d.h. (moderates) Übergewicht steigert die Auswirkungen von Diabetes II. De facto gibt es Fälle von medikamentenpflichtigen übergewichtigen Typ-2-Diabetikern, die durch Gewichtsreduzierung die Medikamente reduzieren/weglassen konnten.
              – Übergewicht kann die Lungenfunktion einschränken. Was unterschiedlichste Erkrankungen unterstützen kann.
              – Die von mir mal irgendwo gelesene Theorie, dass Fettgewebe ein vasokonstriktorischen Hormon ausschüttet, wodurch die Herzlast erhöht wird (und somit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck Vorschub geleistet wird) kann ich zur Zeit leider nicht mit Quellen belegen.

              @EMN Die angesprochene Kortisoneinnahme ist vielleicht ein begrenzt gutes Beispiel. Ich denke, dass das Schlagwort „Cushing-Syndrom“ lautet. Egal ob endogen oder exogen bedingt für das zu einer „Umlagerung“ des Fettanteils von Extremitäten zu Rumpf und Kopf. Cushing-Patienten wirken oft „dicker“ als sie wirklich sind, weil sie anders proportioniert sind als der Durchschnittsmensch.

              @all: Man kann auch zunehmen, wenn man ÜBERHAUPT NICHTS MEHR ISST! Das Schlagwort „Saftdiät“ viel nach ca. 30min Beratungsgespräch. Dazu muss man nur ca. 5 Liter unverdünnten Fruchtsaft (Apfel, Birne, Banane, Ananas usw.) am Tag trinken…

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              • Ich denke, du hast nicht verstanden, was ich aussagen will. Dicke Menschen sind kränker als dünne Menschen, ja. Also korreliert Dicksein mit bestimmten Erkrankungen. Aber!!! Sind sie krank wegen des Extra-Fetts oder weil die Gene, die sie dick machen sie auch anfälliger für bestimmte Erkrankungen machen? Wo ist der Kausalzusammenhang? Es gibt Studien zeigen, dass Dicke Menschen mit Abspecken ihr Krankheitsrisiko nicht reduzieren können. Warum nicht, wenn nur das Extra-Fett krank macht?

                Siehe dazu: http://jaymans.wordpress.com/2013/04/18/gary-taubes-on-obesity-and-bad-science/

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                • Ich denke, unsere Aussagen sind beide für sich richtig. Es gibt Erkrankungen, deren Ausbruchs-Risiko der Betroffene nicht durch Gewichtskorrektur verringern kann, und es gibt Erkrankungen, die durchaus im Ausbruchsrisiko und sogar deren Auswirkungen im akuten und chronischen Verlauf durch Gewichtskorrektur verringert werden können. Ich gebe zu, in diesem Zusammenhang die Erstaussage falsch verstanden zu haben.

                  Das mit den Genen ist etwas, was die Menschheit noch lange nicht verstanden hat, auch wenn immer wieder gegenteiliges zu lesen ist. Was selten vermittelt wird, ist, das ein Gen nicht nur EINE Aufgabe hat, sondern im Laufe des Lebens durchaus mehrere und völlig unterschiedliche. Wenn man nun an diesem Gen manupuliert, kann das die abstrusesten Folgen haben… Deswegen bin ich zwar ein Freund der Gen-Forschung aber (bei derzeitigem Wissensstand) ein Gegner der Gen-Therapie und des Gen-Designs….

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        • „Das glaube ich Dir nicht. Du hast vielleicht keine Lust, Dich damit weiter zu beschäftigen.“
          Ist das keine bewusste Entscheidung?^^ Ich finde es schlicht lächerlich zu sagen „Ich KANN nicht abnehmen.“ Natürlich KANN ich abnehmen. Es ist eine Frage der Motivation und welche Seite subjektiv mehr Vorteile bietet. Ich war schon sehr schlank und ich weiß, was mich das „gekostet“ hat. Ich musste sehr viel Sport machen und mich essensmäßig enorm einschränken. Dadurch, dass mir die Konsequenzen des Schlankseins klar sind, ist es mir möglich eine bewusste Abwägung zu treffen. Ich habe mich von der Illusion verabschiedet, dass alles Sonnenschein ist mit einem BMI von 21, und dass ich dann irgendwie von alleine gerne Sport mache und wenig esse. Ich weiß, dass das nicht so ist.
          Warum sollte ich mich mit einer „psychischen Sache“ herausreden, wenn ich weiß, dass es schlichtweg eine Frage meiner Motivation ist? Es ist nicht so, dass ich keine Wahl habe. Ich habe jeden Tag die Wahl was ich esse. Niemand, auch meine Psyche nicht, zwingt mich, einen Muffin in meinen Mund zu schieben. Wenn ich es doch tue, dann weil ich das will, nicht weil ich es MUSS.

          Dieses „Ich bin psychisch soundso, deshalb kann ich nicht anders“ ist genau das was du mir unterstellst: Sich nicht weiter damit beschäftigen wollen.

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          • framed_life sagt:

            Da befind ich mich ja persönlich in einem Dilemma. Wo ist die Grenze zwischen jemandem mit einer Essstörung (Binge Eating gilt doch auch als eine oder?), der tatsächlich nicht mehr kontrollieren kann was er ist oder dass er nicht ist und einem gesunden Menschen, der das noch kann. Ich würd schließlich auch nicht dem Depressiven sagen, er soll sich mal aufraffen und was machen, das tut ihm bestimmt gut…Wie aber dann unterscheiden bzw eine Grenze ziehen, ab wann nicht wollen zu nicht wollen können wird?

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            • Du hast es ja schon selbst gesagt, dass eine Essstörung was anderes ist.
              Klar ist das ein Spektrum, allerdings hat auch ein psychisch Kranker eine Verantwortung für sein Verhalten. Psychisch Kranke auf die Stufe von Kleinkindern zu setzen halte ich für falsch. Auch in der Situation habe ich ein rationales Denken. Ich würde von jemandem mit gebrochenen Bein nicht erwarten, ein Rennen zu laufen, aber ich würde erwarten, dass er ins Krankenhaus geht. Oder jemanden um Hilfe bittet, ihn ins Krankenhaus zu bringen.
              Ein psychisch Erkrankter hat genauso die Wahl, um Hilfe zu bitten. Natürlich ist es nicht alles „so einfach“, aber ich empfinde es als unfair gegenüber anderen psychisch Erkrankten, wenn jemand sagt „Ich bin halt Essgestört, ich kann nicht anders.“ – OK, du kannst dann vielleicht nicht von dir aus anders, aber du kannst Hilfe suchen. Und wenn es nicht auf Anhieb klappt, kannst du weiter Hilfe suchen.
              Es ist auch eine Entscheidung zu sagen „Ich lebe mit der Erkrankung, denn die anderen Optionen schaffe ich nicht oder ich habe den Glauben verloren.“ – Ich finde es nur wichtig darauf hinzuweisen, dass das eine ENTSCHEIDUNG ist und keine Tatsache. Jeder hat das Recht für sich seine Entscheidung zu treffen, aber so zu tun als habe man keine Wahl, lasse ich so nicht stehen.

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              • The Laughing Man sagt:

                Gab da eine South Park Folge die sich in gewissen Punkten ähnlich über Alkoholismus geäußert hat. Da wurde das Vater überzeugt das es eine Krankheit ist und er im Grunde nichts dagegen tun kann, außer auf ein Wunder zu hoffen. Etwas vereinfacht und überspitzt, aber im Kern der gleiche Gedanke wie bei dir jetzt dahinter. ^^

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                • Ja, wenn ich an sowas glauben würde, könnte ich das mit der Psychotherapie ja auch seinlassen und den Leuten einfach sagen „Tja, schön dass Sie da waren, aber wir können leider nichts tun.“
                  Ziel der Therapie ist es ja, Leuten wieder Handungsmöglichkeiten zu eröffnen, ihnen das Gefühl von Kontrolle (zurück) zu geben (soweit möglich – bei anderen gehts auch um Akzeptanz, dass man nicht alles kontrollieren kann). Eben zu zeigen, das es Wahlmöglichkeiten gibt und sie nicht hilflos sind.
                  Das heißt ja nicht, dass man alle Gründe und Probleme deshalb ausklammert oder „selbst schuld“ sagt, aber im endeffekt heißt es halt, verantwortung zu übernehmen. Insofern ist dieser ganze fat acceptance kram antitherapeutisch.

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                  • The Laughing Man sagt:

                    Allgemein scheint es mittlerweile oft beliebter zu sein die negative Interpretation einer Aussage ernst zu nehmen als die Aussage selbst. Jemanden auf Risiken hinzuweisen oder auf Möglichkeiten zur Eigenverantwortung zu zeigen wird dann gerne als Victim Blaming dargestellt.
                    Bin überrascht, dass man überhaupt unter den NSA-Skandalen Werbung für Cryptopartys machen kann. Eigentlich müsste es ja heißen: „WIeso verschlüsseln? Die sollen aufhören uns auszuspionieren!“ Da erkennt zum Glück noch fast jeder, dass es sich einfach um eine Möglichkeit handelt selbst etwas zu tun. In anderen Fällen scheinen Vorsichtsmaßnahmen oder Hinweise als eindeutige Akzeptanz der akutellen Situation gewertet zuwerden.

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                    • Zum Thema Victim Blaming…. Es ist ja auch ein Unterschied ob man einem Opfer sagt „Tja, selber schuld, geschieht dir recht“ oder ob man Bedauern ausdrückt und Möglichkeiten aufzeigt. Wäre ja auch daneben zu sagen „Tja, selbst schuld wenn du fett bist, geschieht dir recht wenn du den ganzen tag torte frisst!“. An einem „Ich kann mir vorstellen dass es scheiße für dich ist mit dem Übergewicht und dass es schwer ist, das zu ändern. Wenn du willst schauen wir uns mal deine Ernährung genauer an und finden Wege, das zu verbessern.“ fände ich jetzt allerdings nichts verkehrt.

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                    • The Laughing Man sagt:

                      Das Problem ist selbst beim letzteren werden dir das wohl welche vorwerfen und es liegt meist wohl irgendwo dazwischen. Vielleicht im Form von Werbung für Ernährungsberatungen. Dann ist es Victim Blaming weil es ja bedeuten würde, dass man sich absichtlich falsch ernähert oder vielleicht auch wegen „angeblicher“ Unwissenheit.

                      Vor kurzem gab es solch eine Reaktion zu einem Plakat welches Leute gebeten hat auf ihre Getränke in Nachtclubs zuachten. Eigentlich nur als eine Vorsichtsmaßnahme gedacht wird daraus interpretiert, dass es ok ist jemanden etwas ins Getränk zugeben und der Betroffene selbst schuld ist wenn nicht aufpasst wurde. Was Zwangsläufig natürlich das Gefühl von Hilflosigkeit herbeiführen muss. Denn wenn man auf sich acht gibt „fügt man sich der Situation“ und wenn nicht muss man versuchen irgendwie die gesamte Geselschaft zuändern damit hoffentlich niemand mehr soetwas macht. Mit der Ansicht kann man im Grunde nur verlieren.

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                    • hottehü sagt:

                      victim blaming kommt hier schon deshalb nicht zum tragen, weil es gar kein opfer gibt. denn übergewicht ist kein täter.

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                    • man wird ja auch „opfer einer naturkatastrophe“ und die katastrophe ist kein täter. trotzdem wird es als victim blaming gesehen wenn man sagt „tja, wärst du halt nicht da hingezogen“

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                    • hottehü sagt:

                      „victim blaming“ im zusammenhang mit konzepten wie „rape culture“ bedeutet schuldumkehr, opferbeschuldigung. eine naturkastrophe kann keine schuld tragen, denn sie handelt nicht. ein täter hingegen schon. und darum geht es bei „victim blaming“: dass nicht dem täter gesagt wird, über keine gewalt aus, sondern dass dem opfer gesagt wird, wie es der gewalt aus dem weg gehen kann. ob das funktioniert und richtig ist, steht auf einem anderen blatt. aber da man einem vulkan nicht sagen kann, brich nicht aus, und da der vulkan zwar ursächlich aber nicht schuldfähig ist, gibts keinen täter, der die schuld trägt und auch kein „victim blaming“.

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                    • Dass victim blaming eine so spezifische situation bezeichnet war mir bisher nicht klar.

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  12. framed_life sagt:

    Hmm, diese set-point Theorie hat nicht nur ihre Vor- nd Nachteile für die Leute, die sie propagieren, es gibt ja doch auch einige Belege für die Theorie, zum Beispiel der Versuch, Leute dick zu füttern indem man die Kalorienzufuhr mit Fastfood (?) verdoppelt und darauf achtete, dass sie sich möglichst wenig bewegen. Und trotzdem haben die Probanden ganz unterschiedlich stark zugenommen. Eine andere Studie fand, dass man für eine Gewichtssteigerung um 15-20% (bei Normalgewichtigen) 6000 bis 10.000 kcal am Tag brauchte. Ja, das ist physikalisch-rechnerisch nicht zu erklären (und ich vertrau Zahlen, sehr verlässliche Gefährten im Allgemeinen); müsste man vllt mal größer angelegte Studien zu machen.
    Aber (emn korrigiert mich, wenn ich falsch liege ja?) auch in die andere Richtung hat sich diese Set point Theorie durchesetzt: Ich find kein Manual zur Behandlung von untergewichtigen Essgestörten, wo nicht vom set point ausgegangen wird (als anzustrebendes, gesundes Gewicht). Unbeschadet dessen (hach, schöne Sprache) suchen und finden Menschen eben gern Ausreden. Me too ;D

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    • Martin sagt:

      Och, erklärlich ist das doch schon. Unterschiedliche Zunahme bei gleicher Fuetterung liesse sich vielleicht mit unterschiedlicher Verwertung, d.h. Effizienz, erklären.
      Und das die Zunahme nicht im selben Verhältnis wie die Menge der zugeführten Kalorien steigt, scheint mir auch recht einsichtig. Es gibt halt physikalische Grenzen, dessen was das System in einer bestimmten Zeit verwerten, d.h. in dem Fall als Fett inspeichern kann. Sind die erreicht, wird es zunehmend ineffizienter dabei, bis praktisch nur noch „durchgereicht“ wird.

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    • Möglich ist, dass nicht alle Bedingungen kontrolliert wurden. Nur weil menschen JETZT grade dieselben BMI und Bewegungsverhalten haben bedeutet das nicht, dass nicht z.b. einer in der Kindheit übergewichtig war und leichter fett speichert… oder einer noch mehr muskeln hat und diese mehr verbrennen…. oder einer eine beginnende diabetes hat und zucker nicht verwertet…. oder bestimmte allergien hat, so dass er durchfal kriegt von manchem essen…. oder heimlich mit dem fuß rumwibbelt^^

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      • IULIUS sagt:

        Weißt Du inwiefern das Gehirn mehr Energie verbrauchen kann. Bei eh schon 25% würden sich hier Veränderungen stark bemerkbar machen.

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        • na ja, anstrengende aufgaben wie mathetests o.ä. erhöhen soweit ich wei den verbrauch. aber nicht so sehr wie eine runde kraftsport^^

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          • IULIUS sagt:

            Mein Gedanke war auch, in Streßsituationen wird mehr Blut durch das Gehirn gepumpt, um es stärker zu versorgen. Gleichzeitig bekommst Du kalte Hände und Füße, weil das in dem moment relativ unwichtige Teile sind. Der geleiche effekt müßte bei z. B. Mathe-Tests sein, wobei der Efekt wahrscheinlich nicht so stark ausgeprägt ist, weil das nicht so plötzlich eintritt.

            Aber nach deiner Anregung könnt auch Dauerlauf und gleichzeitig Kreuzworträtsel eine akzeptable Alternative sein.

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            • Ich habe mal nachgeschaut und Meskeln benötigen doppelt so viel Energie wie das Hirn. Ich denke auch, Muskeln können ja tatsächlich im Ruhemods sein, das Hirn ist allerdings immer irgendwie aktiv. Ob man die Hirnleistung also im Verhältnis so steigern kann wie die Muskelleistung, wage ich zu bezweifeln….^^

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              • IULIUS sagt:

                Danke, lieb von Dir.
                Es gibt noch einen weiteren Unterschied: Muskeln können selbständig Energie speichern und bei Bedarf sofort nutzen, was das Gehirrn nicht kann. Was sicher auch das Phänomen erklärt, warum das Gehirn bevorzugt versorgt wird.
                Im umgekehrten Fall wird bei einer Unterversorgung des Gehirrns umgehend in alles nicht notwendige abgeschaltet bzw. runtergeregelt.

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                • Martin sagt:

                  Stimmt. Mir geht grade auf, das man aus dieser Tatsache auch eine schöne Widerlegung der „Dianetik“ und anderer „Wir benutzen nur 10 Prozent unseres Gehirns“ Spacken basteln🙂

                  Würden wir 100% nutzen, würde der Energiebedarf des Hirns um das 9-fache steigen, also > 100%😉 Mal abgesehen davon, das unser Hirnchen sich damit wahrscheinlich selbst „garen“ würde, würde das zum völligen Shutdown aller anderen Organe führen.
                  Das erklärt dann auch, warum eben keine hyperintelligenten 100% Leutchen rumlaufen. Kurz nachdem sie die Fähigkeit gelernt haben, fallen sie tot um.🙂

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  13. IULIUS sagt:

    „(stark) Übergewichtige behaupten, sie äßen unter 1200 kcal täglich, machten täglich Sport und seien trotzdem dick.“

    Ich würde da eher an Dyskalkulie und/oder Realitätsverlust denken…

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  14. m sagt:

    und es geht immer weiter:


    🙂

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  15. Merkwürdig… ich esse gar keine Kalorien, sondern Äpfelschokoladepizzafischbroccolikäsebrötchennougat, naja und so ein Zeug halt – was passiert in diesem Fall? Und wie isst man überhaupt Kalorien?

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  16. Yesa sagt:

    Duhu? Emn? Hast du vielleicht auch ein linkchen für mich? Ich hab ja passend zum Neujahr mal wieder gedacht.. versuchste wieder auf deine moppeligen 75 kg zu kommen anstatt der 90 seit den Tabletten… hab sogar über die tollen Programme bei der Krankenkasse nachgedacht – tja scheiße wars, biste nicht für geeignet wenn du Psychopharmaka nimmst… da reicht ernährungsumstellung und mehr sport anscheinend nicht… ja was dann? Das hat mich irgendwie direkt wieder demotiviert.
    Also hast du da auch ne nette kleine Studie für wie Leute auf Psychopharmas ihren Stoffwechsel dazu überredet kriegen wieder so (un)effizient wie vorher zu arbeiten aber gleichzeitig die Tabletten für den Hirnstoffwechsel behalten können? Die bleiben auf jedenfall lieber richtig dick und neben dem gerne essen auch halbwegs zurechnungsfähig als immer noch dick und … naja nicht zurechnungsfähig

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    • Hmmm, müsste ich jetzt auch googeln, ich kann da nur aus indirekten Erfahrungen sprechen. Soweit ich weiß ist Gewichtszunahme aufgrund von Psychopharmaka eher dem Efekt der Appetittsteigerung durch die Meds zuzurechnen. Meine bisherigen Patienten haben meist durch die übliche Kombi aus kalorienärmere Ernährung und Sport ihr Gewicht wieder reduziert, sofern sie das wollten.

      Zur Anregung des Stoffwechsels ganz allgemein würde ich viel grünen Tee empfehlen (der putscht langsam auf, nicht so schnel wie kaffee, dafür über längere zeit) und kraftsport.

      falls du allerdings mal über entsprechende studien stolperst würden die mich auch interessieren!

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      • Yesa sagt:

        wird gemacht, sollte ich beim prokrastinieren über etwas stolpern schick ich es dir rüber *energydrink scheel anstarr* ach ne ich fang lieber morgen an😉

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        • Hab grade nochmal geschaut… hat tatsächlich den Appetiteffekt😀 Der Stoffwechsel ist also nicht verlangsamt^^

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          • Yesa sagt:

            Das würde erklären warum es sogar in den Nebenwirkungen steht *g* Ich mein neben den guten alten Wassereinlagerungen etc – aber seien wir ehrlich von 15 -20 Kilo geb ich dem Wasser so 3-7 kilo.

            Komisch is nur, das ich mein Essverhalten subjektiv nicht geändert hab *seufz* doch mal protokollieren … oder einfach warten bis die Phase des „ich sollte mal abnehmen“ wieder vorbei ist😀

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            • Angi sagt:

              Also ich hab auf Antidepressiva enorm Wasser eingelagert, jedenfalls bin ich um 4 Kilo in einem halben Jahr angeschwollen. Und ich hatte eigentlich weniger Appetit als vorher. Vielleicht war ich einfach nicht mehr so ängstlich und nervös und hab mehr geschlafen, weil dauermüde. Aber das allein erklärt’s auch nicht. Jedenfalls war das schnell wieder runter. Trennkost hilft da, macht eine Kollegin, das geht ganz gut. Und man kann im Prinzip alles essen, halt nur nicht alles zusammen…

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  17. Rork sagt:

    Ach Leute, seid doch einfach mal ein bisschen ehrlich, zu euch selbst und zu anderen, dann müsst ihr auch nicht solche argumentativen Pirouetten drehen.
    Es geht einfach darum, dass wir in dieser Welt allesamt mehr oder weniger unglücklich sind, und Kompensation brauchen. Und genau da liegt die Ursache für dicksein, in der Kompensation.

    Essen, Trinken, Drogen, Medikamente, kaufen, klauen, sex, prügeln und so weiter und so fort. Alles Formen der Kompensation, die allesamt unterschiedliche, aber zwangsläufige Folgen haben.
    Ich z.B. kompensiere mit Kiffen, und muss eben mit den unangenehmen Begleiterscheinungen leben. Dicksein gehört da nicht dazu, und wenn ich mal all die Kiffer und Kifferinnen, die ich in meinem Leben kennengelernt habe, gedanklich Revue passieren lasse, dann war da nicht ein einziger Dicker oder Dicke dabei. Aber jede Menge lethargischer Leute, die nix oder wenig auf die Reihe bekommen haben.

    Und wenn für jemand Essen die geilste Kompensation ist, dann muss man eben die Wampe in Kauf nehmen. Plain and simple. Alles hat seinen Preis.

    Dass viele Dicke mit aller Macht jegliche individuelle Verantwortung von sich zu weisen versuchen, so wie im Artikel beschrieben, ist aber letztendlich nur eine Reaktion auf die neoliberale Gesellschaft, die ja ständig jegliche Mitschuld an gesellschaftlichen Misstsänden bestreitet und alle Schuld dem Individuum in die Schuhe schieben will.
    Was letztendlich in die alte philosphisch-ideologische Frage mündet, ob stets die Aussenwelt oder stets die Innenwelt an allem schuld ist. Was m.E. beides Quatsch ist, die Wahrheit liegt hier irgendwo dazwischen.
    Der Dicke hat hier das gleiche Problem wie die arbeitsmässig Überflüssigen. Bei beiden Gruppen will die Gesellschaft alle Schuld beim Individuum sehen. Ganz besonders bizarr ist dabei der Umstand, dass nach dem heutigen Stand der Neuro-Wissenschaften (den ich persönlich für falsch halte) Menschen angeblich gar keinen freien Willen haben und nur wie Maschinen ihr Programm abspulen.
    Würde die wissenschaftsorientierte Gesellschaft sich selbt ernst nehmen, dürfte sie daher nicht im geringsten von irgendwelcher individueller Verantwortung faseln, die es mangels freien Willens ja nicht geben kann.

    Sei’s drum, Dicke sind dick weil viel Essen das Leben für sie erträglicher macht, so wie Kiffen für mich das Leben erträglicher macht. Und wenn ihr mit den Folgen eurer Kompensation nicht klarkommt, dann müsst ihr euch eben eine andere Kompensation mit anderen Folgen suchen, gibt ja genug Möglichkeiten.

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  18. stellinchen sagt:

    Das mit dem „Verhungerungsmodus“ ist aber wirklich so. Das ist evolutionär bedingt.
    Die Menschheit wäre schon sehr oft ausgestorben, wenn das nicht so schnell ginge und der Körper nicht so anpassungsfähig wäre.
    Von daher ist das kein Quatsch, aber der Rest: Eindeutig😀

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  19. whgreiner sagt:

    Vielleicht liegt’s daran, liebe Emn, dass Du eben NICHT ess-süchtig bist – sondern einfach nur gewohnheitsmäßig ein bisschen nachlässig bezüglich der Ernährung. Wärst Du süchtig, dann hätte sich das so in Deine Gehirnwindungen geschraubt, dass Du selber den einschlägigen Schwachfug vertreten würdest.

    Extrem aufgefallen ist mir das, als ich mal vor vielen Jahren in einem einschlägigen Forum mit Heroinsüchtigen diskutiert habe. Dort wurde unfassbarer Schwachsinn (Heroin mache gar nicht süchtig etc.) mit derart massiver Aggressivität vertreten, dass man das wirklich nur noch durch suchtpathologisch alterierte Gehirnfunktion erklären konnte.

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  20. Pickipuh sagt:

    Hier erst meine Antwort, danach les ich andere Kommentare, sonst bin ich am Ende wieder furchtbar eingeschüchtert und sag gar nichts mehr…

    Ich erinnere mich da an ein Grillen in diesem Sommer. 3 Pärchen = 6 Personen, alle dick. Z.T. aktuell dick, ehemals dick, wieder dick, inzwischen dick. Und wir haben gefressen. Solange, bis uns allen schlecht war, bis wir uns die Bäuche gehalten haben und gejammert haben. Und selbst dann haben wir noch ein bißchen weiter gegessen und noch ein bißchen gejammert…

    Beobachtung beim Essen mit meinen Eltern als auch bei den Eltern vom Captain: Die hören einfach auf mit dem Essen. Sagen „Jetzt reicht es aber“, „Nachtisch würd noch gehen, aber dann bin ich hinterher wieder so vollgefressen“ oder „Super, alles aufgegessen“ (Häh? das kommt bei uns auch nie vor).

    Aus meinen eigenen Beobachtung an mir und anderen stimme ich der Hypothese zu, dass viele übergewichtige Leute tatsächlich einfach „mehr“ essen. Nicht zwingend in absoluten Portionen, sondern vor allem bezogen auf ihr eigenes Hungergefühl, nämlich solange, bis wirklich nichts mehr geht. Also auch weit über ihren Bedarf.
    Das schlimme ist, das merke ich an mir selbst, man kann sich das Überfressen antrainieren und darin immer besser werden. Ich esse heute Portionen, da hätte ich vor ein paar Jahren noch drei Tage von gelebt.

    Allerdings habe ich auch den Eindruck, dass viele übergewichtige Leute sehr gerne gut essen. Bei den Personen, die ich kenne, gibt es viele, die Fast Food und Fertigessen meiden und sich sehr wohl gesund und bewusst ernähren, selber kochen und backen etc. Bei denen liegt es dann weniger daran, was sie essen, sondern schlicht an der Menge und dass sie dazu neigen, sich wirklich zu überfressen.

    Nur: Wenn man dann mal Diät macht, hat man aufgrund der kleineren Portionen den ganzen Tag Hunger. Und Hunger macht schlechte Laune. Und wenn man dann noch dazu neigt, negative Emotionen grundsätzlich mit Essen (Schokolade!! <3) zu kompensieren, fehlt einem jegliche Möglichkeit, damit umzugehen.

    Und natürlich ist es nicht damit getan, Übergewichtigen zu sagen, sie müssten einfach nur "Wilensstärker sein", sich mal zusammenreißen. Wenn man mal kurz im Bereich "Sucht" gearbeitet hat, möchte man Leuten, die mit dem Argument kommen eh am liebsten ins Gesicht springen. Mit solchen diskutier ich dann gar nicht.

    Was mir immer besonders am Herzen liegt, in meinem persönlichen Umfeld, den Mädels (und Jungs natürlich) beizubringen, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass sie mit ihrer Kleidergröße 40 krankhaft übergewichtig sind und dass ein, zwei Kilo über Modellmaßen kein Grund dafür sind, sich minderwertig zu fühlen. "Fat acceptance" im Sinne von "akzeptier dein Fett bzw. deinen Körper so wie er ist". Im Gegensatz dazu dann aber zu unterscheiden, bei wem starkes Übergewicht wirklich Gesundheit und körperliches Wohlbefinden beeinträchtigt und diese Freunde dann zielgerichtet in ihren Abnehmversuchen zu unterstützen.

    Für mich selbst akzeptier ich einfach, dass ich 10 Kilo mehr wiege als noch vor 3 Jahren und damit ist gut.

    Hab jetzt die anderen Kommentare doch gelesen, schick diesen trotzdem ab und geh jetzt die Doku gucken.
    Schönen Sonntag zusammen.🙂

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  21. Sina sagt:

    Das erinnert mich sehr an einen Bekannten von mir..er ist stark übergewichtig und behauptet, trotz 1 Stunde Sport täglich und gesundem Essen in „normalen“ Portionen über ein ganzes Jahr nicht abzunehmen. Er gibt die Schuld seiner früheren Ernährung: Weil sein Körper als Kind aufs Fettsein eingerichtet wurde, kann er trotz Diät und Sport nicht abnehmen. So ein Schwachsinn.

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    • Interessante Theorie. Bis ich zehn war, war ich schlank. So gesehen hätte ich nie zunehmen dürfen.^^

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      • whgreiner sagt:

        Wieso?

        „trotz 1 Stunde Sport täglich und gesundem Essen in “normalen” Portionen über ein ganzes Jahr nicht abzunehmen“

        Kommt doch bloß darauf an, WIEVIELE „normale“ Portionen gesunden Essens🙂

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  22. LoMi sagt:

    Drüben im Trigger-Faden hat jemand diesen blog verlinkt: http://dontdegradedebsdarling.wordpress.com/

    Dort findet sich hier http://dontdegradedebsdarling.wordpress.com/2013/11/21/von-ekel-angsten-und-arzt_innen/ ein Kommentar, der behauptet, „dünn“ und „fett“ seien schlicht gesellschaftliche Konstruktionen. Die Blogautorin selbst spricht von „dick-gelesenen Menschen“ und macht noch andere begriffliche Verrenkungen. In ihrem Artikel geht es darum, dass Dicke als Problem für das Gesundheitswesen dargestellt werden.

    Ich finde es ziemlich schwierig, wenn man alles und jedes als Kulturartefakt wegdefinieren möchte. Richtig ist, dass wir diese Dinge kulturell interpretieren. Es ist auch unschön, die Dicken als Sündenböcke darzustellen. Aber unsinnig ist es, medizinische Zusammenhänge einfach als „hegemonialen Diskurs“ wegzuerklären und damit zu hoffen, das sei alles nicht relevant, weil doch nur Ausdruck eines Schönheitsideals und nichts weiter. Das Argument, etwas sei konstruiert, entlarvt sich hier als Strohhalm, an dem man sich klammert.

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    • Martin sagt:

      Klar ist das kulturell definiert. Aber das heißt halt nicht, das es die Unterschiede nicht gibt.
      Ich finde diese „anti-realistischen“ Versuche meist arg lächerlich. Solange meine ca. 70kg von meinem Ende der Biergarten-Bank geschleudert werde, weil sich auf dem anderen Ende eine 150kg Gestalt hinflatscht, halte ich die Unterschiede für existent…

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      • Martin sagt:

        Nachtrag: Auf der Seite findet sich

        „So gelten dicke Menschen beispielsweise neben “ungesund” auch als “unhygienisch”, “dumm”, “problematisch”, “unästhetisch”, “faul”, “undiszipliniert” und “maßlos”, weniger “schön”.

        Nach der Lektüre der Seite würde ich noch „als wehleidige Jammerwarzen“ dazufügen.

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        • LoMi sagt:

          “So gelten dicke Menschen beispielsweise neben “ungesund” auch als “unhygienisch”, “dumm”, “problematisch”, “unästhetisch”, “faul”, “undiszipliniert” und “maßlos”, weniger “schön”.

          Ich finde es durchaus richtig, solche Verknüpfungen zu hinterfragen. Es ist falsch, wenn so umfassende Bewertungen einer Persönlichkeit vorgenommen werden und dass dann nur durch das Registrieren der Körperfülle. Noch gilt für jeden Menschen, dass er mehr ist, als was man sieht.

          Ich halte es nur für sehr falsch, Körpergewicht komplett zu negieren, indem man solches als „Konstruktion“ darstellt.

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          • Martin sagt:

            Klar. Nur ist es ja nun überhaupt nicht derart schlimm, wie es auf der Seite dargestellt wird.
            Es wird so getan, als würden diese Attribute überall, andauernd jedem Dicken zugeordnet.
            Wo soll das denn sein? Im Film wohl kaum, aus Büchern wäre mir das auch kaum bekannt und in Zeitungsartikeln finde ich solche Schmähzuordnungen irgendwie auch nicht.

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            • LoMi sagt:

              Als Nicht-Betroffener finde ich jetzt auf Anhieb auch keine anderen Beispiele als das einschlägig bekannte Lied von Westernhagen. Betroffene sind da sensibler und werden sicher einiges zu berichten haben.

              Der oben angesprochene Blogartikel ist ja eine Kritik an Ärzten, die Gesundheitsprobleme durch Übergewicht ansprechen. In diesem Zusammenhang finde ich es sehr problematisch, von „Konstruktion“ zu reden.

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              • Martin sagt:

                Jaaa.. nur grade bei „Betroffenen“ wäre ich arg vorsichtig damit, deren Berichte für bare Münze zu nehmen, soweit es um vermeintliche „Diskriminierungserfahrungen“ o.ä. geht.

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                • LoMi sagt:

                  Das mag sein. Aber gegenüber Nichtbetroffenen bin ich genauso misstrauisch. Ihnen fehlt die Erfahrung, wegen des Dickseins beleidigt zu werden. Oder sie nehmen solche Beleidigungen nicht so ernst, weil sie selber dieses Stigma nicht mit sich herumtragen. Der Nicht-Betroffene kann objektiver sein, aber muss es nicht.

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                  • Martin sagt:

                    Naja, mir nimmt halt ganz allgemein das „Beleidigt oder gekränkt sein“ und sich „irgendwie diskriminiert fühlen“ schwer Überhand.

                    Weil ich’s grade gelesen habe und es doch ganz gut illustriert, was ich meine, zusammen mit einem „schönen“ Detail, möchte ich das doch mal verlinken und beschreiben.
                    Eben auf der Seite der „Hamburger Morgenpost“ gelesen. Die Mopo könnte man vielleicht als „dummlinkes Boulevardblatt“ beschreiben.

                    Unter dem Titel „Wegen neuer Vox-Doku Rassismus-Vorwürfe gegen Anni Friesinger“ erschien folgender Text:

                    Rassismus-Vorwürfe gegen Anni Friesinger (36). In ihrer neuen Vox-Doku „Real cool Runnings“ macht die Eisschnelllauf-Legende fünf kenianische Langstreckenläufer fit fürs Eis.

                    Problem: Die Männer haben noch nie zuvor Eis gesehen, torkeln auf ihren Schlittschuhen herum, machen sich in Deutschland zum Affen.

                    Ein No-Go für Tahir Della (51) von der „Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland“. „So werden dunkelhäutige Menschen, wenn auch subtil, zum Gespött gemacht“, sagte er der „BamS“.
                    —-

                    Ist m:E. ein wunderschönes Beispiel für die überempfindliche Berufsbeleidigtheit, die ich meine. Die führt -zumindest bei mir- immer mehr dazu, das ich einen echten Widerwillen gegen diese ganzen Initiativen entwickle, einfach weil sie m.E. andauernd weit über das Ziel hinausschiessen.
                    So ähnlich, wie ich einen Widerwillen gegen eine Feuerwehr entwickeln würde, die jedesmal mit Tatütata angerauscht käme, wenn irgendwo ein Streichholz angezündet wird.
                    Wer Rassismus darin sieht, das Leute, die noch nie Schlittschuh gelaufen sind, das eben nicht können und dann rumtorkeln, nur weil diese Leutchen halt schwarz sind, hat einen schweren Dachschaden. Für mich bedeutet das auch den Verlust der Glaubwürdigkeit dieser Leute (der Initiative), eben wie bei allen sich dauernd irgendwie diskriminiert fühlenden, bzw. sich stellvertretend diskriminiert fühlenden.

                    Das schöne Detail ist aber natürlich, das der einzige Rassismus, den ich da evtl. sehe von Seiten der normalerweise sehr politkorrekten Mopo kommt: Sie hätten „torkeln auf ihren Schlittschuhen herum, machen sich in Deutschland lächerlich“ schreiben können oder „wirken unbeholfen“ oder irgendwas. Aber da brunzt dann der Eigene, auf die Anderen projizierte Rassismus aus dem Mopo-Journalisten heraus und die Schwarzen machen sich „zum Affen“.

                    http://www.mopo.de/promi—show/wegen-neuer-vox-doku-rassismus-vorwuerfe-gegen-anni-friesinger,5066870,25864538.html

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                    • LoMi sagt:

                      „Ist m:E. ein wunderschönes Beispiel für die überempfindliche Berufsbeleidigtheit,“

                      Vollkommen d´accord! Es wird Zeit, den schönen soziologischen Begriff des „Moralunternehmers“ wiederzubeleben. Denn darum handelt es sich eigentlich: Um Leute, die solche Ereignisse moralisieren und davon profitieren, ökonomisch, politisch oder einfach durch die Medienaufmerksamkeit.

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                  • Seitenblick sagt:

                    @Lomi
                    „den schönen soziologischen Begriff des “Moralunternehmers” wiederzubeleben“

                    Wiederbeleben? Der ist super und charakterisiert mit dieser Definition bestimmte, sehr laute Gruppen hervorragend.

                    Aber von wem wurde er schon verwendet? Wann?

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                    • LoMi sagt:

                      @ Seitenblick
                      „Aber von wem wurde er schon verwendet? Wann?“

                      Schau mal hier: http://archive.is/DwmRb
                      Der erwähnte Howard Becker ist Amerikaner. Er dürfte den Begriff schon in den 60er Jahren so verwendet haben. Insofern ist „Moralunternehmer“ ein recht alter Begriff.

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                    • Seitenblick sagt:

                      @Lomi
                      Vielen Dank für den interessanten Link.

                      Gibt es eine halbwegs aktuelle Moralunternehmerforschung, die sich die Debatten über Sexismus des letzten Jahres mal genauer angeschaut hat?

                      Die Haltung

                      „Die Moralunternehmerforschung wahrt eine gewisse ironische Distanz zu ihrem Gegenstand. Sie wirkt gelegentlich etwas herablassend, wenn nicht von leichtem Spott gekennzeichnet.“

                      ist ja nicht immer ganz leicht zu praktizieren. Dabei wäre sie in dem Fall vielleicht besonders angebracht …

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    • Martin sagt:

      Da steht auch noch einiger anderer Kram, den ich für völligen Quatsch halte und ziemlich ärgerlich.
      Sowas zum Beispiel:

      „Natürlich sollte man jeden Menschen immer genau so nennen, wie er oder sie es selbst für sich ausgesucht hat…. Wie jemand sich selbst bezeichnet, soll eigentlich immer respektiertwerden.”

      Warum sollte es das? Warum genau sollte ich meine eigene Einschätzung dieses Menschen für geringer achten, als seine Selbstwahrnehmung?
      Es ist mir gleichgültig, wie jemand sich selbst wahrnehmen und sich nennen will. Das kann er halten, wie er will. Ich habe aber keinerlei Grund, seine Selbstwahrnehmung und seine gewünschte Realitätsbeschreibung über meine Wahrnehmung bzw. meine Bedürfnisse bei der Beschreibung der Realität zu stellen.

      Irgendwie habe ich mehr und mehr das Gefühl, das diesem ganzen „Definitionsveränderungs“ und -ich nenns mal so- konstruktivistischem Geleier eine gaaaanz gehörige Portion magisches Denken zugrunde liegt. So nach dem Motto: Wenn ichs nur anders nenne, dann ist es auch was anderes.

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    • Martin sagt:

      Puh…grade nochmal geschaut. Dieses „Dontdegradedebsdarling“ Blog ist [Edit: Bitte auf Beleidigungen verzichten].
      Lustig auch das hier:
      „Die Aufgabe von Nicht-Betroffenen¹ ist es nicht, zu zeigen wie viel Ahnung sie von einem gewissen Thema haben. Solange von Ausschluss betroffene Menschen über Erfahrungen sprechen, die diesen Ausschluss widerspiegeln, gilt es die Klappe zu halten und diese Person reden zu lassen. Sich selbst zurück zu stellen, weil mensch es sonst nicht muss, die erzählende Person aber schon. Den Unmut und die Ohnmacht auszuhalten! Denn das müssen diese Menschen jeden Tag. Das ist die Aufgabe, nicht realitätsferne Tipps geben!!!

      An dieser Stelle also ein großes „Entschuldigung“ an die Person, die ich gestern damit verletzt habe und ein großes „FUCK YOU“ an mich selbst!

      ¹ meint immer die Menschen, die gerade von bestimmten strukturellen Missständen nicht negativ betroffen sind. Z.B.: Weiße, wenn es um Rassismus geht. Typen, wenn es um Sexismus geht. Hetero-Cis*-Menschen, wenn es um Heteronormativität und Heterosexismus geht etc.“

      Genau. Die fiesen weißen Heteromänner haben die Fresse zu halten und das greinige Geseier der ach so unsäglich leidenden, garantiert sexismus-,rassismus- und anderer ismen-freien Minderheiten auszuhalten, andächtig zuzuhören und zu leiden.

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      • LoMi sagt:

        Das klingt doch sehr nach dem Definitionsmacht-Konzept.
        Zuhören ist nie schlecht, in jeder Unterhaltung. Das ist insofern trivial. Aber die radikale Fresse-Halten-Forderung ist autoritär. Vor allem schirmen sich die tatsächlich oder vermeintlich Diskriminierten gegen jede Kritik ab. Das ist aber letztlich eine Art falsch verstandener Freundschaft. Nur weil sie bestimmte Erfahrungen machen (billigen wir ihnen das mal zu), haben sie noch lange nicht die reine Wahrheit gefunden. Auch sie interpretieren, überinterpretieren, missverstehen, wie jeder andere Mensch auch.

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  23. Irrsternchen sagt:

    Ich bin gerade über diesen Beitrag gestolpert und kann da leider etwas nicht ganz so stehen lassen.
    Beim Thema Schilddrüsenunterfunktion fühle ich mich als Hashimoto-Patientin angesprochen und muss leider sagen: nein, man nimmt nicht einfach Tabletten und dann ist alles wieder gut. Es kann sehr lange dauern bis die Dosis eingestellt ist, und selbst dann hat man Tage mit starken Schüben und welche, an denen eigtl alles gut läuft. Hinzu kommt, dass die Schilddrüse ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Hormonhaushaltes ist, es daher Auswirkungen zB auf Nieren und Darm und damit auf den Stoffwechsel gibt. Es können Folgeerscheinungen wie Lebensmittelunverträglichkeiten auftreten und ähnliches.
    Ja, all das bei Einnahme von Tabletten in der nach den Laborwerten richtigen Dosis.
    Ich merke bei meiner Fructosemalabsorption wenn ich etwas „unerlaubtes“ gegessen habe, dass ich manchmal innerhalb von 1-2 Tagen zwischen 2 und 3 Kilo zu bzw abnehme.. je nach Essverhalten kann sich das summieren, grad wenn man nicht weiß was los ist. Da ist es also schon möglich, dass sich durch die unterschiedlichen Auswirkungen der Schilddrüsenunterfunktion auch Auswirkungen auf das Gewicht konstatieren lassen.
    Das ist alles keine Pro-Fatacceptance-Meinung sondern einfach ein Hinweis auf die verschiedenen Probleme, die beim Thema Schilddrüse leider gerne mit „Tabletten nehmen, alles gut“ abgetan werden😉

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    • Entschuldige, aber nein. Du nimmst nicht innerhalb von 1-2 Tagen 2-3 kg zu. Was sich ändert ist lediglich die Wassereinlagerung. Um an einem Tag 2 Kg zuzunehmen müssest du 16.000 kcal essen. Das entspricht etwa 8 sehr großen Mahlzeiten oder 32 Tafeln Schokolade. Ich bin mir ziemlich sicher, dass du das nicht an erinem Tag isst.

      Insofern kannst du nicht einfach diese Zahlen aufrechnen und sagen „Puh, wenn das dann 7 Tage nicht richtig eingestellt ist, hat man 14 kg mehr.“
      Wenn die Schilddrüse nicht gut funktioniert verlangsamt sich dein Stoffwechsel etwas und anstat 2000 kcal brauchst du dann an dem Tag vielleicht 1700. Um bei einem normalen Essverhalten damit zuzunehmen dauert es einige Wochen bis du ein paar Kilo mehr hast.

      Sprich: nein. Tut mir leid, da bist du falsch informiert.

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    • Angi sagt:

      Also, ich habe sowohl Lactose als auch Fructose IT und wenn ich was Falsches esse, krieg ich übelst Blähungen und Durchfall. Und wenn ich da nicht drauf achte, spinnt meine Verdauung dauerhaft. Zugenommen habe ich dadurch noch nie, denn der Darm spült alles schnell durch, keine Zeit, Energie aus Der Nahrung zu ziehen, er schmeisst alles sofort raus. ZUnehmen durch MAlabsorption halte ich für unmöglich

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  24. Neugierige_E sagt:

    „Es gibt den Hungerstoffwechsel, und der setzt ein, wenn der Körperfettanteil UNTER 5% liegt. Bei einem normal gebauten Menschen liegt er weit darüber und bei einem adipösen Menschen oft bei 50% oder mehr. Es gibt auf diesem Planeten keine Person, die mit 150 kg bei 500 kcal täglich nicht abnehmen würde.“

    Ich finde das sehr interessant! Kannst du mir sagen, woher du diese Info hast?

    Dann wären Crash-Diäten ja doch zielführend – sofern (!) man nach Erreichen des Zielgewichts eine darauf angepasste kcal-Zahl zu sich nimmt…

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    • Ich müsste jetzt auch nochmal googeln (ich hatte schonmal in den Kommentaren jemandem auf die Frage hin was verlinkt)

      Crash-Diäten funktionieren zur Gewichtsreduktion sehr gut, allerdings sollten regelmäßige Bluttests gemacht werden und Vitamintabletten genommen werden um Mangelerscheinungen zu verhindern. Ausserdem steigt die Chance, an Gicht zu erkranken (pradox, da ja üblicherweise Übergewicht Gicht assoziiert ist, aber durch den massiven Abbau von Fettzellen gelangen viele dieser Stoffe ins Blut) oder an Gallensteinen. Beides ist jedoch, wenn es auftrit, temporär und geht nach der „Hungerkur“ bei einer normalen Ernährung wieder weg.

      Das Problem an Crashdiäten ist, dass viele Menschen das nur 2 Wochen tun und in der Zeit zwar massiv Gewicht verlieren (bis 10-14 kg) aber das im Endeffekt größtenteils Flüssigkeit und kein Fett ist. Das ist reine Rechenarbeit, denn wer als adipöser Mensch etwa 2500 kcal benötigt pro tag, der braucht 3 tage um 1 kg fett zu verlieren, wenn er gar nichts isst. 2 kg fett pro woche sind also echt das maximum, aber dafür dürfte man gar nichts essen und das wäre wirklich nicht förderlich, da der körper täglich eiweiß und essentielle fettsäuren braucht.
      Jedenfalls nehmen Menschen, die 2 Wochen Crashidiäten zwar in der zeit viel ab, aber das wenigste davon ist tatsächlich fett und der rest wird nach der diät sofort wieder „zurückgeholt“
      Zudem steht man halt auch nach der Crashkur dann vor dem Problem, neue Essgewohnheiten zu etablieren und wenn das nicht gelingt, nimmt man anschließend wieder zu.

      Rein psychologisch kann so eine Crashkur natürlich eine Unterbrechung alter Gewohnheiten sein und das Etablieren neuer Muster vereinfachen. Das kommt auf die Person an.

      Insofern kann man Crashkuren unter folgenden Prämissen durchaus machen:
      – regelmäßige bluttests/ärztliche überwachung
      – auf die aufnahme von eiweiß und fettsäuren achten
      – muskeln aufbauen um verringerung des grundumsatzes zu verhindern
      – ggf. präventiv gichttabletten, falls die harnsäurewerte steigen
      – keine überhöhten erwartungen an die gewichtsreduktion (6-7 kg pro monat sind allerdings nicht unrealustisch, je nach startgewicht)
      – bewusstsein dafür, dass das ernährungsverhalten bei erreichen des zielgewichts nochmal massiv umgestellt werden muss

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  25. Christina sagt:

    Ich kenne keinen Kaffe, der 640 kcal beinhaltet. O_O. Trinkt sie aus Eimern?🙂 Die Schilddrüsensache habe ich auch, habe Hashimoto. Als es noch nicht bekannt war und es mir immer schlechter ging und mir niemand half ( 10 Jahre lang!) nahm ich 14 kg zu. Vielleicht auch mit Frustessen dazu.

    Seitdem ich mit L-Thyroxin eingestellt bin geht es mir blendend und ich habe nicht von alleine, aber aus eigener Kraft die 14 kg wiedre abgenommen. Wie? Die alte Regel, die seit Existenz der Menschheit gilt: Weniger essen, mehr bewegen – Energiebilanz ist und bleibt das Zauberwort. Keine Modediäten wo mal Fett und mal die Kohlenhydrate als Sau durchs Dorf getrieben werden. Essen, was man mag, aber eben weniger. Ja, man muss verzichten, aber man gewinnt doch auch was: Ein besseres Körpergefühl.🙂

    Und nein es sind in der tat nicht immer alle anderen Schuld, ich mag die Ausreden auch nicht. Von daher: Chapeau!🙂

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    • Danke😀 Wie ich mitgekriegt habe sind Starbucks-„Kaffees“ extrem kalorienlastig durch Sirup, Sahne und Zeugs, da ist der 600-Kalorienkaffee noch nicht die Spitze des Möglichen😀

      Bei mir wars ebenfalls Hashimoto, allerdings konnte ich meinen Hausarzt zum Glück schneller überreden den Test zu machen. 10 Jahre ist krass… Ich habe in dem halben Jahr ca. 5 kg zugenommen, muss allerdings zugeben dass das absolut mir selbst anzulasten ist. Als ich anfing zuzunehmen habe ich nicht etwa meine Kalorienaufnahme angepasst sondern wurde frustriert und habe eher so eine „Meeeh, klappt ja eh alles nicht, jetzt ists auch egal“-Haltung entwickelt:/

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  26. Margret sagt:

    Keine Ahnung, ob es Menschen gibt, die wenig essen und trotzdem dick werden … Andersrum ist aber auf jeden Fall möglich (insofern halte ich es nicht für völlig unmöglich, dass es Menschen gibt, die In Relation weniger essen und trotzdem dicker sind als ihre Freundin, die viel isst). Bis ich das erste Mal schwanger wurde, konnte ich buchstäblich fressen, war völlig egal. Ich erinnere mich an ein Weihnachten nach diversen Plätzchenorgien und drei üppigen Festessen, als ich am 27. auf die Waage stieg und nur noch 54 kilo wog. Bei einer Größe von fast 1,80 … Paar Tage vorher hatte ich noch 56. Sah übrigens auch scheiße aus, wenn die Rippen derart zu sehen sind. Ich hab mir damals immer 60 kg oder mehr gewünscht. war nicht zu machen … naja, mit den Schangerschaften hat sich das aber dann gegeben🙂.

    Zudem macht eine Verteilung des Gewichts schon auch was aus im optischen Eindruck. Zwei gute Freundinnen sind bis auf 2 cm nahezu gleich groß und wiegen beide 70 kg bzw. 72 kg. Die eine sieht eher schlank aus, die andere eher dick. Obwohl beide einen völlig normalen BMI haben. Grund ist, dass bei S. das Gewicht ziemlich über den ganzen Körper verteilt ist, bei K.. dagegen viel am Bauch hockt. Sie hat schlankere Beine und Arme als S., aber einen dickeren Bauch und sieht somit dicker aus, obwohl sie es eigentlich vom Gewicht her nicht ist (sogar bissele weniger wiegt als S.).

    Was mich übrigens richtig aufregt, ist, dass in diversen Foren völlig normalgewichtige Frauen (Z. B. 1,80 groß, 70 kg) als „übergewichtig“ bezeichnet werden und ihnen empfohlen wird, sie sollten doch noch mindestens 10 kg abnehmen, alles andere wäre „ungesund“. Extrem auch dieser Fall http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/diskriminierungs-klage-als-bewerberin-zu-dick-als-klaegerin-zu-duenn-a-974857.html. Guckt man in die Kommentare, findet man dort zudem diverse Menschen, die Kleidergröße 42 bei einer großen Frau als „fett“ und „adipös“ bezeichnen.

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    • Zur Zeit befasse ich mich ziemlich intensiv mit dem Thema und „Dünne die essen können was sie wollen und nicht zunehmen“ ist ein spannendes Ding. Während kein Mensch Energie (Kalorien/Fett) aus dem Nichts kreieren kann ist es natürlich schlicht unmöglich dass ein dicker Mensch vom nichts/wenig essen dick ist. Umgekehrt ist es natürlich schon theoretisch möglich, dass jemand aus irgendwelchen Gründen nicht alle Energie verwertet, die er zuführt.

      Ich tendiere mittlerweile dazu, das „Dünne die essen was sie wollen“ sehr kritisch zu sehen, da offensichtlich zwei Faktoren eine wesentliche Rolle spielen:

      1. Massives Überschätzen der Kalorienzufuhr durch generell wenig Hunger und andere Wahrnehmung von Portionen. Jemand der wenig Hunger hat und Portionsgrößen anders bewertet geht evtl. gelegentlich zu McDonalds, isst da nen Burger und fühlt sich als hätte er mega zugeschlagen obwohl es nur 500 kalorien waren. Und bei generell wenig Hunger entsteht natürlich rasch der Eindruck von „Ich esse IMMER ALLES worauf ich lust habe (klar, das ist ja auch nicht sehr viel), ich schränke mich nie ein (warum auch, passt ja) und ich bin ständig am (fr)essen (nope! eben nicht… während Übergewichtige aber dazu neigen zu vergessen was sie gegessen haben, neigen schlanke Leute halt rasch dazu, einmalige „Exzesse“ überzubewerten und zu vergessen, dass sie an dem Tag aber noch gar nicht gefrühstückt haben o.ä.)

      2. Bewegung und Muskelmasse. Nur weil 2 Leute dasselbe wiegen und dasselbe essen bedeutet das nicht, dass beide dasselbe Resultat haben. Die eine Person macht vielleicht Sport oder bewegt sich nur im Alltag mehr (Treppen statt Lift, Fahrrad statt Auto, etc). Es wurde auch bewiesen, dass dünne Leute wenn sie viel essen dazu neigen, unwillkürliche Bewegungen zu machen (wibbeln, kippeln, fingertrommeln, etc…) und sich mehr zu bewegen.

      Dass normalgewichtige Menschen als dick bezeichnet werden kann ich mir nur in Pro-Ana Foren vorstellen…. ansonsten erlebe ich eher das Gegenteil, dass Normalgewichtige bereits als „zu dünn“ bezeichnet werden, weil iin unserer 60% Übergewichtigen Gesellschaft ein wirklich schlanker Mensch (BMI 18,5-20) bereits stark heraussticht und Menschen in der Kategorie „leicht Übergewichtig“ bereits die Mehrheit/Norm darstellen. Ich fände es ehrlich gesagt wichtig diese Wahrnehmung wieder zu korrigieren, die sich schleichend nach oben verschiebt. Neuste Studien mit Kindern haben gezeigt, dass sich ca 60% der übergewichtigen/adipösen 8-15jährigen als „Normalgewichtig“ empfindet. Also von wegen „Unsere Kinder sind von Schlankheitsidealen indoktriniert“… im Gegenteil. Die Kinder orientieren sich an den Menschen um sie herum weit mehr, und wenn da die Mehrheit Übergewichtig ist, empfinden sie das als Normal.

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  27. Margret sagt:

    Meine Erfahrung ist da eine gänzlich andere. Ich war, wie gesagt, mal dürr, mit einem BMI zwischen 17 und 18. mir wurde NIE, nicht ein einziges Mal gesagt, dass das irgendwie doof aussah (was ich allerdings selbst so empfunden habe und im Rückblick auch noch so sehe). Im Gegenteil, die Mädels aus meiner Klasse haben mich auch noch beneidet um mein Untergewicht (!) und bezeichneten sich oft genug selbst mit 60 kg bei irgendwas um die 1,60 als „fett“.
    Und einfaches googeln reicht, um ebendiese Einstellung gut verteten zu finden z. B. diese nette Aussage auf gute-frage.net „Ich bin 1,77m und wiege 58Kilo .Mit 1,63 70Kg ist schon richtig Fett. Treib mehr Sport oder ess gesünder !! Sonst hat das noch Folgen für deine Gesundheit“. Nein, das ist nicht „richtig fett“. Das ist allenfalls leichtes Übergewicht. Oder diese ganze Strang hier „http://forum.gofeminin.de/forum/f107/__f447_f107-178cm-70-kg-5-10kg-abnehmen-SUCHE-TWiN.html“ Alle normalgewichtig bis schlank, empfinden sich immer noch als zu dick. Oder Modell Laura Catterall. Warum bitte ist diese Dame „plus size“? Die ist über 1,80 und trägt Größe 38 bis 40. Genau wie Jennie Runk und andere „Plus size“-Modells, die eigentlich schlanke Frauen sind.

    Dass Kinder ihrem Umfeld (Eltern) nacheifern, ist sicher richtig. Jugendliche aber tun das zumeist nicht mehr. Und wenn die dann hören, dass eine wie Laura Catterall „plus size“ also nett umschrieben „dick“ sei und 70 kg „richtig fett“ wären, dann gute Nacht.
    .
    Und ich habe übrigens immer Pommes zum (vegetarischen) Hamburger gegessen. Und hinterher noch eine Nachspeise. Half nichts und hat sich, wie gesagt, erst mit den Schwangerschaften geändert. Was ich sagen wollte: Es kann durchaus sein, dass ein „dicker Mensch“ weniger isst als ein dünner, Natürlich keine 600 Kalorien täglich, aber doch weniger als der dünne Mensch. Woraus dann der Eindruck entstehen kann, wenig zu essen und trotzdem dick zu werden.

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    • Sorry, dein Kommentar ist offenbar als Spam eingruppiert worden und ich hab ihn grade erst gesehen.

      70 kg bei 163 cm ist natürlich nicht „fett“ und es kommt stark darauf an ob die Person komplett inaktiv ist oder ein Teil davon Muskeln sind (auch wenn definitiv zu viel Fett da ist, denn sonst müsste die Frau schon Bodybuilderin sein). Davon stirbt man nicht gleich, der BMI liegt da auch nur bei 26,4, also lediglich ein paar Kilo über Normalgewicht. Dennoch ist es faktisch ein Übergewicht, also ist der Person ja auch nicht gedient wenn man ihr nun sagt wie supidupi das ist.

      (Den Link konnte ich nicht öffnen, bzw. er führte bei mir zur Startseite und keinem speziellen Thread)

      Dass Plus Size Models oft recht normale Figuren haben ist doch nichts Neues. Standardmodels sind ja auch am Alleruntersten Ende dessen was sie vertreten und tragen eher Größe 32-36 obwohl sie Kleidung für Frauen mit Größe 36-42 vorstellen. Das Plus-Size bei „Plus Size Model“ muss halt im Kontext von MODEL gelesen werden… für ein Model sind die Frauen halt überdurchschnittlich schwer.

      Dass Jugendliche deshalb gleich Gefahr laufen untergewichtig zu werden ist wohl eher nicht so, wenn man bedenkt dass ca. 1% der Deutschen untergewichtig sind und 60% Übergewichtig. Und angesichts der Tatsache, dass beides gesundheitsschädlich oder sogar tödlich sein kann (Magersucht endet mit 5-20% tödlich und auf der anderen Seite sind Herz-kreislauferkrankungen und Krebs die häufigsten Todesarten und bei beiden ist Übergewicht mittlerweile Risikofaktor 1 vor dem Rauchen) ist wohl die größere Gefahr, dass Übergewicht zur Normalität wird.

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  28. Tom sagt:

    Zitat: „Es gibt den Hungerstoffwechsel, und der setzt ein, wenn der Körperfettanteil UNTER 5% liegt“

    Hast Du dazu eine Quelle?

    Ich beschäftige mich gerade mit dem Thema (mit medizinischem Hintergrund).

    Ansonsten – agree!

    Grüße

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  29. Es gibt ein paar Krankheiten mehr, die tatsächlich dick machen – oder erscheinen lassen. Eine der häufigsten ist das Lipödem: https://de.wikipedia.org/wiki/Lipödem

    Ist dummerweise auch noch frauenspezifisch. Kommt bei Männern so gut wie nicht vor. Bestimmt eine Verschwörung der männlichen Wissenschaftler!

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    • Frank sagt:

      In allen Artikeln, die ich über Lipödeme gelesen habe, ist immer von einem Zusammenhang mit Übergewicht, Adipositas, oder zumindest Gewichtszunahme (man kann ja auch im Normalgewichtsbereich zunehmen) die Rede. Ich folgere daraus, dass man auch hier mit geeigneter Ernährung etwas ausrichten kann. Ich will keines Falls unterstellen, dass dieses Krankheitsbild nur selbstverschuldet ist, aber auch hier kommt das Fett welches sich einlagert, nicht aus dem Nichts. Wie viel Disziplin man aber braucht, kann ich natürlich nicht beurteilen.

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      • Ganz so einfach ist das nicht. Übergewicht kann ein Auslöser sein (auch wenn die aktuelle Forschung das inzwischen weitgehend ausschließt). Gegen diese entarteten Fettzellen kann man absolut nichts machen. Der Körper kann sie auch bei extremen Diäten nicht abbauen. Man kann nur verhindern, daß es schlimmer wird. In einem mir bekannten Fall wurde sogar das Fett abgesaugt und trotz ärztlicher Überwachung, manueller Therapie und Lymphdrainage, sowie strenger Diät haben sich diese Fettzellen wieder gebildet. Durch die permanente Behandlung und die Verwendung von Kompressionsstrümpfen viel langsamer, aber aufzuhalten ist das nicht, wenn es erst mal ausgebrochen ist. Man kann es nur eingrenzen, in weniger starken Fällen auch stoppen.

        Viele Frauen bringen schon eine genetische Disposition mit. Auch ist inzwischen in neueren Studien nachgewiesen, daß es primär ein hormoneller Auslöser zu sein scheint, da das meist ab der Pubertät beginnt. Da entwickelt auch eine schlanke oder normal gebaute Frau, trotz ordentlichem Lebensstil, plötzlich und unerwartet ein Lipödem.

        Bei milden Formen muß man nicht viel machen. Kompressionswäsche, manuelle Therapie und Lymphdrainage, sowie vernünftig essen, können die Entwicklung stoppen. Aber das was mal da ist, geht nicht von alleine oder nur mit diesen Methoden weg. Da hilft – in schweren Fällen – nur Fett absaugen, mit der Gewissheit, daß das nur in ca. 25% der Fälle hilft – und auch dann nur, wenn die oben genannten Behandlungen langfristig weitergeführt werden.

        Ich habe Fälle im nächsten Bekanntenkreis, deshalb kenne ich mich da inzwischen recht gut aus, kenne die Befunde und den aktuellen medizinischen Wissensstand.

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  30. missmindf0ck sagt:

    😀 Ich bin über die böse Liste hier gelandet.
    Genau, das Lipödem wollt ich eben auch nennen.
    Und auch PCO-Syndrom, Borreliose oder bspw. Nahrungsmittelunverträglichkeiten können sich sehr aufs Gewicht auswirken – sogar die Zusammensetzung der Darmflora spielt eine Rolle. Durch bestimmte Darmbakterien kann sogar CELLULOSE verwertet werden, da kann man dann tatsächlich von so was wie Salat zunehmen.

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    • Ich weiß nicht, ob du es bemerkt hast, aber links oben ist mein Buch verlinkt. Es heißt „Fettlogik“ und da schreibe ich ziemlich ausführlich über Gewichtsthemen. Und als jemand, der zufällig auch noch selbst PCO und eine Schilddrüsenunterfunktion hat kann ich nur sagen: Thats not how this works.

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      • missmindf0ck sagt:

        Klar.🙂
        Ich wollte damit nicht sagen, dass man allein dadurch plötzlich extrem übergewichtig wird – nur, dass es mehr gibt, das Gewichtsmanagement erschweren kann als das im Text genannte.
        Auch aus eigener Erfahrung.
        Ich habe auch eine ganze Latte an Erkrankungen (PCOS und Hashimoto sind auch bei mir dabei, aber halt nur ein Teil) und zwar Normalgewicht, aber ich kann mein Gewicht eben durch (Nicht-)Essen oder Sport nicht (positiv) beeinflussen. Manchmal geht’s plötzlich innerhalb weniger Tage (!) 5, 6 Kg rauf und dann bleibt das einfach eine Weile so, bis es vielleicht mal irgendwann auch recht plötzlich wieder besser wird. Mir haben einige (Fach-)Ärzte gesagt, dass so was bspw. auch ganz typisches Symptom von Menschen mit einer Borreliose- Infektion ist.

        Ich schätze, ich fühle mich nur durch „Scheißegal was für “Krankheiten” ihr habt“. getriggert, weil ich eben die Erfahrung gemacht habe, dass die Rechnung „Wenn du weniger isst, als du verbrauchst, nimmst du ab“ tatsächlich nicht immer funktioniert, auch, wenn sich das manchmal keiner erklären kann.🙂

        Aber wie gesagt: Natürlich bin ich ganz deiner Ansicht, dass dadurch kein nennenswertes Übergewicht bedingt sein kann.

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        • Bei mir schwankt es ebenfalls in wenigen Tagen um bis zu 5 Kilo, aber das ist ganz klar Wasser. Dass man durch bestimmte Hormone oder andere Faktoren ein paar Liter Wasser einlagern kann ist zwar echt Mist, aber eben kein Übergewicht. Und klar kannst du dein Körperfett durch Sport und Ernährung beeinflussen, es kann halt nur sein, du nimmst 2kg Fett ab, lagerst parallel 3kg Wasser ein und nimmst dann trotz Diät auf der Waage zu. Wie gesagt: Ist Mist, aber du hast trotzdem ganz norml, wie jeder andere auch, durch die Diät Fett verloren.
          Langfristig kannst du also dein Gewicht schon beeinflussen, nur eben mit kurzfristigen, unbeeinflussbaren Spitzen (und ich muss echt nochmal sagen: Ich kanns nachvollziehen, weil diese 5kg Schwankungen, teilweise in 3 Tagen, sind sowas von ätzend).

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          • missmindf0ck sagt:

            Bei mir schwankt’s tatsächlich nicht in dem Sinne, sondern es geht einfach plötzlich innerhalb kürzester Zeit hoch und bleibt dann auch mehrere Monate lang oben.
            Hat aber (nach Vermutungen der Ärzte) „irgendwas mit der Lymphe“ zu tun – wenn ich viel Sport mache, nehme ich durch die erhöhte Durchblutung dadurch innerhalb weniger Tage sehr viel zu und dann ist das einfach da. Gekommen um zu bleiben quasi.😀
            2006 hab ich mal auch echt bei bzw. trotz 400-600 Kcal/Tag + Sport (und zwar nicht geschätzt, sondern echt alles abgewogen, damals war ich hochgradig essgestört) innerhalb von 6 Monaten von 45 auf 66,6 (chrchrchrchr) Kg zugenommen, da war ich dann _tatsächlich_ übergewichtig, weil Zwerg.😀
            Als ich dann Metformin genommen habe, ging das dann sehr sehr schnell wieder runter, obwohl ich auf 1000 Kcal/Tag hoch gehen musste. Bis das damals jemand ausprobiert hat, hatte ich dann aber schon über ein Jahr lang so viel gewogen.
            Allerdings weiß ich inzwischen, dass das wohl v.a. daran lag, dass die Mitochondrienfunktion und ATP-Synthese durch Metformin in dem Sinn positiv beeinflusst werden.
            Also ja, ich setze mich mit dem Thema auch recht viel auseinander – nur halt nicht, um dann ’nen neuen Fettlogik-Glaubenssatz draus zu machen, sondern um es zu verstehen und beheben.😀
            (Und ja, Schwankungen sind so oder so nervig!🙂 )

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            • „2006 hab ich mal auch echt bei bzw. trotz 400-600 Kcal/Tag + Sport (und zwar nicht geschätzt, sondern echt alles abgewogen, damals war ich hochgradig essgestört) innerhalb von 6 Monaten von 45 auf 66,6 (chrchrchrchr) Kg zugenommen, da war ich dann _tatsächlich_ übergewichtig, weil Zwerg. :-D“

              Damit bist du ein medizinisches Wunder. Falls das nochmal passiert solltest du dich hier anmelden und das rechteitig wissenschaftlich überwachen lassen um die Million zu gewinnen http://web.randi.org/the-million-dollar-challenge.html
              Edit: Oh, die Challenge wurde ofenbar beendet.
              So oder so, es widespricht tatsächlich Naturgesetzen, was du schreibst, mehr kann ich dazu nicht sagen. Sorry, wenn das doof ankommt, aber es ist halt so ähnlich, wie wenn jemand in einem Kommentar schreiben würde, dass ihm Flügel gewachsen sind und er gelegentlich mal umher fliegt. Vielleicht belassen wir es da bei einem „agree to disagree“🙂

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  31. fwolf sagt:

    TL;DR: Ja. Man fragt sich dann: Wie sieht denn dieser „Sport“ aus? Dreimal morgens hüpfen und dann abends einmal ums Haus laufen? ^_^

    Und dann das Nein:

    Lipödem, Nahrungsmittelunverträglichkeiten + Co. Kennen wir, konkrete Fälle in der direkten Verwandtschaft und engem Freundeskreis.

    Problem bei all diesen Sachen ist natürlich: Das weißt du ja nicht von Anfang an – sonst wäre es ein Leichtes. Oder sagen wir mal, leichter, weil du ja dann zumindest im Ansatz weißt oder herausfinden kannst, was dir schadet.

    Um auf die Reaktionsursache zurückzukommen: „600 kcal und trotzdem dick“ – mir fehlen da Zusatz- und Hintergrunddaten, ob die Person, die diese Aussage trifft, denn noch sonstige körperliche Beeinträchtigungen oder Gebrechen hat?

    Zumindest bei der Nahrungsmittelunverträglichkeit ist es zwar hart, aber ohne, sagen wir, vermurkste Knie-OP, durchaus drin, wieder auf die schlanke Linie von Anfang der 80er zu kommen.

    cu, w0lf.

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