Arbeitsprobleme.

Veröffentlicht: März 14, 2014 in Comics
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Kommentare
  1. LoMi sagt:

    Ich eröffne mal den Reigen und zwar eine Frage: Ist Dir so etwas etwa schon untergekommen? Vorstellen kann ich mir das schon, aber erlebt habe ich das noch nicht.

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    • Du weißt aber schon, dass meine Comics keine Erzählungen aus meinem Leben sind sondern satirisch überspitzte, hypothetische Situationen?^^

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      • LoMi sagt:

        Ja, das weiß ich, dass Du in den Comics zuspitzt. Andererseits hast Du mal geschrieben, dass Du durchaus Dinge, die Du erlebst, dort verarbeitest.

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        • Also konkret erlebt habe ich Leute, die eben ganz klar der Meinung sind, dass es keine schlimmere Arbeitssituation gibt als Sexarbeit. Dieses Denken steckt ja auch gewissermaßen hinter dem Prostitutionsverbot, da die ehemaligen Sexarbeiterinnen ja gezwungenermaßen dann oft in andere Jobs wie z.B. Callcenter o.ä. wechseln müssen, sofern sie keine Berufsausbildung/Studium haben.

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          • LoMi sagt:

            Das wäre in der Tat widersinnig, die Damen dann zu Jobs zu zwingen, die so wären wie im Comic beschrieben. Das ist ohnehin zu unterbelichtet, dass viele Jobs ziemlich entwürdigend sind, auch wenn es nicht um Sex geht: Man unterliegt einer strikten Hierarchie, ist schlecht bezahlt und muss unter großem Druck arbeiten. Wer sagt, Prostitution ist als Arbeit unzumutbar, müsste auch die Frage stellen, wie zumutbar denn die „ehrbaren“ Berufe sind.

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            • tom174 sagt:

              Der Rechtsi Job ist relativ verbreitet Callcenter. Gerade bei Outsourcing Callcentern. Ich bin da schon ein paar Jahre raus, aber der Preiskampf da ist mörderisch. Viele Callcenter überleben nur, solange sie Subventionen für strukturschwache Gegenden bekamen. Liefen die aus, zog das Callcenter um. Das die Mitarbeiter da unmögliche Gehälter (600 euro fix + Provision, wobei provision irgendwas zwischen 0 und 3500 Euro sein kann) bekommen, nur um nochmal ein paar cent pro call billiger zu sein.. Ein CC hatte eingebaut, dass sich der Bildschirm nach 5 minuten abwesenheit so sperrt, dass nur ein Teamleiter den wieder entsperren kann. Moderne Sklaverei.
              Wir haben da immer probiert anders zu sein, wir waren aber auch inhouse, gar nur inbound und auch technisch anspruchsvoll (heist, wir haben kundenanfragen bearbeitet für kunden unserer firma und hatten dementsprechend ganz andere freiräume als ein callcenter das nur davon lebt, irgendwelchen menschen für irgendwen irgendwas zu verkaufen). Selbst bei dem Callcenter auf den Philippinen habe ich dann ordentliche fixlöhne und boni nur als kleines danke für gute leistung ausgeschüttet, auch der fixlohn reichte für ein gutes leben.

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              • LoMi sagt:

                Als ich noch Hartz-Heini war, hat das Jobcenter versucht, mich ins Callcenter abzuschieben. Und gesagt: Da wird man doch gut bezahlt!
                Gottlob haben die CCs selber gesagt, dass sie einen wie mich nicht wollen, der bei nächster Gelegenheit wieder weg ist, was ihnen schon mein CV verriet.

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              • Adrian sagt:

                Stimmt, so schlimm sind Callcenter meistens auch nicht.

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                • tom174 sagt:

                  Meistens ist so ne sache.. gibt solche und solche. inhouse meist deutlich angenehmer als outsourcer. ich habe da, wann immer wir zusätzliche kapazitäten gebraucht haben, ein paar abgründe gesehen..

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                  • Also ich hab vor meinen akademischen Ambitionen (^^) ja lange in CCs gearbeitet, von SKL bis Bank war da alles dabei. Ich hab sogar mal ne Zeit fremde Outbound CCs von einem der Kunden (Telefonanbieter) getestet, das war immer ein Spaß.😀 Aber selbst bei meinen vergleichsweise edlen Arbeitgeber waren die Arbeitszeiten katastrophal, die Verträge sehr kurz befristet und die Bezahlung ein Witz für das was man geleistet hat. Und bei uns Inbound-Elite waren die Outbounder auch immer die armen Socken, trotzdem sie Festgehalt gekriegt haben.
                    Und, ohne Scheiß, wenns danach geht, was einen immer für Gestalten anrufen, gibbet noch vielzuviele Drücker.

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                    • jck5000 sagt:

                      Ich hab auch mal in nem Outbound-Callcenter gearbeitet. Genau einen Tag, während des Studiums. Ich fand das ausgezeichnet bezahlt (200 Mark am Tag), aber das deckte sich nicht mit meinen moralischen Standards. War natürlich auch ein „Boiler Room“ (da gibt’s kein deutsches Wort; man schaue notfalls „Wulf of Wall Street“, um es zu verstehen).

                      Aktuell hab ich da nur ne Außenperspektive, und muss ehrlich sagen, dass die meisten Callcenter (inbound) Mist sind. Telco kannste grundsätzlich knicken und (mit Ausnahme der Mercedes-Bank) Banken auch. Von Versicherungen bekommst du nie irgendwas relevantes (außer zwischen 10 und 10.30 Uhr, vielleicht), und ansonsten muss man sich halt die „guten“, die auf Kundenservice Wert legen, suchen. Positiv fallen mir da nur noch Amazon und Hosteurope ein. Ich nehme an, die zahlen auch passabel… aber dazu fehlt den anderen halt das Geld, da sie fast nur unzufriedene Kunden haben. Nachdem das jetzt zu offtopic wird: ich halte Outcound-Call-Center für moralisch viel verwerflicher als Prostitution (die ich überhaupt nicht für moralisch verwerflich halte).

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            • Flo sagt:

              So wichtig ich es finde, dass Prostitution als ganz normaler Beruf anerkannt wird, reagiere ich leicht allergisch auf das Wort ‚zumutbar‘ in diesem Zusammenhang. ‚Zumutbar‘ bedeutet im Zusammenhang mit Hartz4 nämlich, dass man unter Androhung von Sanktionen dazu gezwungen werden kann.
              Wobei ich vollkommen zustimme, dass es eine ganze Reihe Jobs gibt, in die auch sonst niemand genötigt werden sollte.

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    • Aber ja, ich habe viele Menschen erlebt, die der Meinung sind, Prostitution sei unter allen Umständen immer der schlimmstmögliche Job.

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  2. Gerry sagt:

    Keine Lust auf Menschen? Soll sie es mit Tieren mal probieren🙂

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  3. Salamander sagt:

    trifft einen Teil der Debatte ziemlich gut🙂
    Und ja, es soll tatsächlich Leute geben, die den Job gerne machen, weitaus lieber als Callcenter und Co … musste herzlich lachen, als ich das las🙂

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  4. psst sagt:

    Habe wieder herzlich gelacht. Ich selbst war eine Zeitlang „Gelegenheitscallboy“. War und wäre für mich eine der wenigen Gelegenheiten um ein bisschen Geld rein zu bringen , um mich besser über Wasser halten zu können. Mein damaliger Partner hatte kein Problem damit, da er durch Kontakte in der BDSM Szene auch Kontakte zu Männern hatte die eben Callboys/Escort oder gar Stricher in der Vergangenheit oder Gegenwart tätig waren und dadurch Vorurteile abbaute ( von wegen Menschenfeindlich, Drogen umd Gewalt wohin man sieht etc ) . Meine Familie und auch Freunde wussten es ebenso wie mein Interesse an Spanking , Flagelation und kleinere “ Spielchen “ . Es war eher mal bei Neukontakten ein Problem und mein Stiefvater erklärte mich für Pervers. Bzw es war und ist, wie meine Ambisexualität für heterosexuelle Frauen ein Problem. Die drehen frei wenn sie nur Erfahren das ich auch mit Männern Beziehungen führte ( werden oft beleidigend – sie Unterstellen einem immer Analverkehr praktiziert zu haben – deren Kopfkino ist oft beachtlich !) und das Cash-Date-Ding fällt unter Totsünde, mir wird oft Traumatas unterstellt ( warum sonst hat man Sex gegen Geld ??? Man muss psychisch kaputt sein, da ja in dem Gewerbe „Drogen“ , “ Gewalt“ , „eklige Männer“ sind , Zwang, bla bla ) und obendrein Geschlechtskrankheiten haben müsse ( nicht vorhanden )…. Witzig finde ich daran, das die Hauptablehnung , das herbeigeredete Leid den Verkehr mit “ ekligen Männer “ betrifft. Dank dem Internet kann man ganz gut Aussortieren und dadurch auch eine gewisse Sicherheit haben. Ich hatte mit Kunden nie Probleme, da die meisten Idioten sehr schnell erkennbar. Die meisten Kunden sind freundlich, höfflich und nett. Oft lag das Augenmerk mehr an das Menschliche, sie wollten Kuscheln, wahr genommen werden. Der Höhepunkt , bzw der Sex war eher n Anhängsel. Ich hatte starke Einschränkungen in meinem “ Angebot „, aber da ich viel Wert darauf legte den Menschen wahr zu nehmen, als Individium mit Bedürfnissen und Wünschen, ohne Stechuhr, ohne Show, wurde ich eben genau deswegen gebucht und es störte sich dann keiner an den Fehlen von Handlung – Ereignis X . Aufgefallen ist mir allerdings das viele Männer die sich als Heterosexuell definieren oft den Kontakt zu einem Callboy/Escort suchen und auch Buchen…..
    Zu offtopic? Hoffe nicht.

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    • Gar nicht offtopic, sehr interessant!

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      • Psychotherapeut ist ja auch so eine Art von Beruf. Wie kann man sich nur für dafür bezahlen lassen, anderen aktiv zuzuhören? Dafür muss man doch Freunde haben, oder wenigstens die „Tante Emma“ im zugehörigen Dorfladen, die das kostenlos aus Zuneigung oder als dazugehörige Serviceleistung machen! Aber Geld dafür nehmen, tsts…😉

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    • Finde ich auch überaus interessant – ich selbst hatte den Versuch, in einem Damenhaus zu arbeiten, auch mal gewagt und durfte feststellen, dass ich dafür nicht mutig genug war!🙂

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    • „werden oft beleidigend – sie Unterstellen einem immer Analverkehr praktiziert zu haben – deren Kopfkino ist oft beachtlich“

      Auf was hacken sie da rum? Das man „passiven Analverkehr“ hatte?
      Aktiven hat man ja ansonsten auch mit Frauen.

      Irgendwie würde es passen, dass sie das als Abwertung sehen, weil es eben wohl bei einigen Frauen mit ihrer Vorstellung von Männlichkeit nicht in Einklang zu bringen ist, dass sie sich auch penetrieren lassen

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      • psst sagt:

        Nein, es ging ihnen nur um den vermeindlichen Analverkehr in erster Linie. Frei nach dem Motto “ f*** aktiv, stocherst in der scheiße “ ( das Analverkehr nicht zwangsläufig “ dreckig“ sein muss wurde ebenso ignoriert wie der Umstand das unter Heterosexuellen Sex auch Analverkehr betrieben wird ) – passivier Verkehr wurde kuriosereweise weniger angegriffen. Ich bin auch nie dahinter gestiegen, warum gerade AV unter Männern so abartig sein soll und zu einer Art Kontamination führen soll, und heterosexueller AV eben nicht ( nur das es weh tun würde ( stimmt, wenn man einige „Regeln“ nicht beachtet ) und eben „etwas schmuddelig “ ( Homosexueller Verkehr wie gesagt total Dreckig , kontaminierend etc ).

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  5. Salamander sagt:

    danke für den Einblick, psst🙂
    Ich selbst kenne das so nicht, kenne aber andere Sexworker, und das deckt sich ziemlich gut mit dem, was du erzählst🙂

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  6. Ania sagt:

    Ich habe früher 40h bis 60h in einer Steuerberatungskanzlei gearbeitet.
    Ich kenne das.

    Das man Prostituierte retten möchte auch, ich bin Escort.
    Ja und ich kann da die Geschichte gut nachfühlen.

    Ich würde nie wieder freiwillig mich in so einen Höllenschlund begeben wollen.
    Und gerettet werden, möchte ich auch nicht.

    Eine Frage, darf ich den Comic auf meine Seite stellen, bzw hier her verlinken? würde mich sehr freuen.

    Liebe Grüße

    Escort Ania aus Wien

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  7. Undine sagt:

    Ich habe mir dann auch mal erlaubt, das Bild mit Quellenangabe in mein Blog zu übernehmen. Vielen Dank, das ist glorreich!🙂

    Beste Grüße, Undine

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  8. Bo Nobo sagt:

    Da fragt man sich, wer sich mehr prostituiert.

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  9. Heute erst entdeckt. Klasse! Sofort übersetzt und reblogged. http://wp.me/p294H2-1nI

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