Antipsychiatrie.

Veröffentlicht: März 24, 2014 in Comics
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Kommentare
  1. LoMi sagt:

    Als Laie glaubt man, dass die Krankheiten, die ins Krankenhaus führen, offensichtlcher als solche erkennbar sind. Schnupfen, Husten oder ein Beinbruch sind greifbar, man hält das für echte Defekte. Die psychischen Probleme sind dagegen weniger offensichtlich, zumindest sind sie nicht als organisches Problem erkennbar. Man kann die Fehlfunktion eines Organs nicht deutlich erkennen. An die Stelle dessen tritt die „Persönlichkeit“, die gewissermaßen körperlos und daher nicht so mechanisch zu sein scheint und die dann scheinbar nicht-mechanische Lösungen erfordert.

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    • Aber auch ein Laie kann ja selbst entscheiden, ob er wegen eines Schnupfens oder einer leichten Stimmungsveränderung zum Arzt geht. Oder auch bei was schwererem, wenn ich z.b. ein gerissenes Kreuzband habe und sage „Ich will nicht zum Arzt“, dann ist das halt so. Ich finde es nur so irritierend, wie die Verschwörungstheoretiker es so darstellen, als ob allein die MÖGLICHKEIT sich wegen eines Problems Hilfe zu suchen bereits bedeutet, dass man direkt wegen jedem Mist zwangseingewiesen wird.

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      • LoMi sagt:

        OK. Ich habe die Pointe verpasst, merke ich gerade.

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      • Kolbenjaeger sagt:

        Kommt häufig genug vor, dass gegen den Willen zwangseingewiesener „Patienten“ gehandelt wird. Es ist hier eben nicht so, dass man sagen kann „mir ist mein Bruch egal, ich humple nach Hause“.

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        • Es ist schonmal ein seeeehr großer Schritt jemanden überhaupt zwangseinweisen zu können. Es muss ganz klar nachweisbar sein dass die Person in dem Moment eine akute Gefahr für sich oder andere darstellt.
          Und selbst dann gilt das nur für einen kurzen Zeitraum.

          Ja, das ist scheiße, aber es gibt nunmal Situationen wie Psychosen oder extrem schwere depressive Episoden in denen eine Person tot sein möchte, aber im gesunden Zustand definitiv leben will. Das ist in dem Moment dann auch kein „freier Wille“.

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          • Kolbenjaeger sagt:

            Persönliche Fälle in meinem Umfeld lassen mich wissen, dass es da Missbrauch gibt.

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            • Sind dir denn beide Seiten bekannt?

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              • Kolbenjaeger sagt:

                Nein, das ist aber auch irrelevant. Analog im Comic wird man eben nicht dazu gezwungen, sich einen Verband anlegen zu lassen, wenn man das nicht möchte.

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                • Du wirst aber mit einer Viruserkrankung u.U. in Quarantäne gesteckt wenn du ansonsten andere gefährdest.
                  Mal ehrlich, in bestimmten -psychotischen oder anderen – Zuständen KANN die Person gar nicht sagen, dass sie besser in die Psychiatrie geht. Dann geht es halt darum, das Leben von ihr oder unbeteiligten zu schützen bis sie wieder dazu in der Lage ist. Denkst du jemand, der grade im akuten Wahn denkt, dass Aliens in seinen Mitmenschen stecken und er sie mit dem Messer aus ihrer Brust schneiden muss sei in der Lage zu sagen „Ja, ist vielleicht besser ihr gebt mir Medis und ich penne heute nacht hier.“?

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                  • Kolbenjaeger sagt:

                    In dem mir bekannten Fall bestand für gar niemanden Gefahr. Und selbst wenn man von einer akuten ausgeht, rechtfertigt das HÖCHSTENS einen Entzug der Freiheit, aber sicher keine spontane Zwangsmedikation (wie in dem mir bekannten Fall geschehen).
                    Man kann es drehen und wenden, wie man will, die meisten Kritiker psychiatrischer Willkür sind nicht gegen Psychiatrien, sondern gegen die Willkür.

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                    • Ich kann zu dem dir bekannten Fall nichts sagen, da er mir leider nicht bekannt ist.

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                    • Kolbenjaeger sagt:

                      Und ich aus Gründen der Anonymität nicht. Resultat ist aber auch nur, mehr Kontrolle und Patientenrechte zu fordern, keine Abschaffung von Psychiatrien.

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                    • IULIUS sagt:

                      In den letzten Jahren hat sich eine Menge geändert.
                      Z. B. gibt es keine vollständige Entmündigung mehr, Zwangsmedikationen sind mittlerweile fast völlig verboten etc…

                      Diese Änderungen sind aufgund von massiven Mißbrauch und Berücksichtigung der Menschenrechte notwendig geworden. Eine wichtige Frage ist da dann auch, wann ist was passiert.

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                    • Kolbenjaeger sagt:

                      Im Gegensatz zu Krankenhäusern gab (gibt?) es in Psychiatrien also systematischen Missbrauch. Beweisaufnahme abgeschlossen.

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                    • Kristina sagt:

                      Weil ich es unten nicht anhängen kann: Auch in Krankenhäusern gibt es Missbrauch, siehe zB Geburtsmedizin.

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                • Aurelie sagt:

                  Ich kann aus eigener Erfahrung sagen: In Psychiatrien ist es viel öfter so, dass Patienten erst tagelang (!) andere Patienten und Ärzte angehen und beleidigen, bevor überhaupt mal über Zwangsmedikation nachgedacht wird. Und das sind in den meisten Fällen dann Beruhigungsmittel, um kurzzeitig (auf der Station) für Ruhe zu sorgen und über weitere Maßnahmen (in Absprache mit Angehörigen) nachdenken zu können.

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                  • jck5000 sagt:

                    Ist es nicht ein bisschen seltsam, wenn man in der Psychiatrie arbeitet und sich dann drüber wundert, dass sich die Patienten verhalten wie totale Psychos, also einen z.B. grundlos beschimpfen? Und die dann mit Medikamenten „ruhigzustellen“, obwohl sie eigentlich nur nerven (z.B. weil sie nicht in der Psychiatrie sein wollen)? Weil – so richtig „gefährlich“ ist das ja nun nicht. Die wirklich gefährlichen kann man mirwegen ruhig zudrogen. Pentobarbital soll da auch langfristig helfen.

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                    • Aurelie sagt:

                      Warst du schon mal längere Zeit in der (geschlossenen) Psychiatrie? Musstest du dich schon mal vor einer anderen Patientin verstecken, weil dich diese immer an den Haaren gezogen hat oder in deinem Schrank rumgewühlt hat und dann deine Slips auf dem Flur verteilt hat? (Zur Wahl habe ich außerdem: Sich vor Pflegern ausziehen und masturbieren, sich mit dem Essen anderer einreiben, nächtelang durchschreien, sodass kaum jemand schlafen konnte)
                      In allen Fällen fand übrigens keine Zwangsmedikation statt! Mir wurde geraten“ diesen Leuten aus dem Weg zu gehen“. Glücklicherweise konnte ich auf eine offene Station wechseln.

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                    • jck5000 sagt:

                      @Aurelie: „Warst du schon mal längere Zeit in der (geschlossenen) Psychiatrie?“

                      Nö; aber so, wie Du das beschreibst, stelle ich es mir vor. Ich hatte aber jetzt nicht vorgehabt, was wahnsinnig Konstruktives beizutragen heute, und mein Punkt ist wohl an Dir vorbeigegangen. Sollte er Dir auffallen, hilft evtl. der von EMN getwitterte Link zum Tumblr Argument Generator bei der Formulierung einer adäquaten Reaktion.

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                  • Kolbenjaeger sagt:

                    Es geht auch nicht um diese völlig offensichtlichen Fälle, sondern die, in denen irgendein schädigendes Verhalten einfach angenommen wird, ohne handfeste Anzeichen dafür. Mollath ist doch das beste Beispiel, glaube kaum, dass der in der Anstalt negativ in Erscheinung getreten ist – misshandelt wurde er trotzdem.

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                    • Kolbenjaeger sagt:

                      „Mollath beschrieb darin, er werde seit Jahren mehrmals in der Nacht – im Rhythmus von zwei Stunden – vom Klinikpersonal geweckt. Dies geschehe, so werde ihm gesagt, zu seiner eigenen Sicherheit.

                      Ist das üblich? Wer entscheidet über solche Kontrollen? Auch zu den „konkreten Kontrollen Herrn Mollath betreffend“ verweist das Sozialministerium an die Klinik. Diese erklärt, sowohl „aus Fürsorgepflicht“ als auch „zur Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung“ seien nächtliche Kontrollen geboten. Es werde allerdings darauf geachtet, „die Patienten nach Möglichkeit nicht im Nachtschlaf zu stören“.“

                      Dient ja sicher dem angestrebten Heilungsprozess……..

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          • Heinz sagt:

            „Es ist schonmal ein seeeehr großer Schritt jemanden überhaupt zwangseinweisen zu können.“

            Ja stimmt, da muss der schon sehr viel machen, z.B. Schwarzgeldgeschäfte aufgedecken oder Steuerbetrüger verfolgen, obwohl die schon ihr Bestechungsgeld bezahlt haben, ja da hast du Recht, das ist ein seeehr großer Schritt -.-

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            • Den Kommentar finde ich irgendwie komplett daneben. Mollath wurde nicht deshalb eingewiesen sondern weil seine Frau dem Gericht gaubhaft vermitteln konnte, dass er sie körperlich angegriffen hat und eine Gefahr darstellt. Die Schwarzgeldsache hat in diesem Verfahren nur indirekt reingespielt und wurde vom Richter selbst(!) unterbunden, der Mollath gesagt hat wenn er nochmal die Schwarzgeldsache anspricht wird er vom Verfahren ausgeschlossen.

              Ganz generell, wenn das Gericht zu dem Schluss kommt dass ein psychisch Erkrankter eine Gefahr für andere Menschen darstellt wenn er nicht behandet wird, was wäre deine Lösung?

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              • IULIUS sagt:

                „Die Schwarzgeldsache hat in diesem Verfahren nur indirekt reingespielt und wurde vom Richter selbst(!) unterbunden, der Mollath gesagt hat wenn er nochmal die Schwarzgeldsache anspricht wird er vom Verfahren ausgeschlossen.“

                Die Schwarzgeldsache hat die Hauptrolle gespielt.
                Das hätte Mullath entlastet und wurde deshalb vom Gericht unterbunden. Das ist das stärkste Indiz einer Rechtsbeugung.

                Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, ein Richter unterbindet, wenn er Rechtsbeugung begehen will, bestimmte Aussagen. Wenn diese Aussagen nicht im Protokoll erscheinen muß er sie auch nicht berücksichtigen. D. H. er manipuliert das Verfahren dahingehend, daß ihm – formal – eine Rechtsbeugung nicht nachgewiesen werden kann.

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                • Heinz sagt:

                  Das „gute“ ist ja auch, dass es vom Verfahren kein vollständiges Protokoll gibt, sondern dass der Richter entscheidet, was ins Protokoll aufgenommen wird – was meinst du, was da schon alles verschwunden ist…

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                  • IULIUS sagt:

                    Gewissermaßen hast Du recht. Nur wenn ein Richter etwas nicht ins Protokoll aufnehmen will muß er das und den Grund der Ablehnung protokollieren. Demzufolge steht das auf jeden Fall drin. Und hinterher hast Du das Recht auf Protokollergänzung. Auch damit muß der Richter sich dann ausführlich beschäftigen und begründen.

                    Darum überfährt ein Richter die Leute mit einer gewissen Aggression, die keinen Widerspruch zuläßt.

                    Mullath hätte sich rausschmeißen lassen müssen und gegen den Rauswurf sofort Beschwerde einlegen müssen. -> Kein ordentliches Verfahren -> Richter wäre in Erklärungsnot.

                    Allerdings weiß ich nicht, wie Mullath das Schwarzgeld vorgebracht hat. Z.B. ob er damit die Verhandlung gestört hat. So daß es evtl. aus Sicht des Richters nicht um eine Äußerung ging, sondern eher ums Stören der Verhandlung.

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                    • Heinz sagt:

                      „Allerdings weiß ich nicht, wie Mullath das Schwarzgeld vorgebracht hat. Z.B. ob er damit die Verhandlung gestört hat. So daß es evtl. aus Sicht des Richters nicht um eine Äußerung ging, sondern eher ums Stören der Verhandlung.“

                      Das hätte der Richter garantiert ins Protokoll geschrieben.

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              • Heinz sagt:

                „indirekt reingespielt“
                Das ist schlichtweg falsch, es stand sogar als Begründung im Urteil.
                An dem Fall konnte man auch sehen, wie solche „Gutachten“ zustande kommen können, was von den Richtern nichtmal kritisiert wurde, weil andere Gutachten für Zwangseinweisungen von ähnlicher Qualität sind.

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          • blubberina sagt:

            Hab da mal eine Geschichte gehört, dass wenn man minderjährig ist ziemlich problemlos von Eltern eingewiesen werden kann. stimmt das?

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            • Soweit ich weiß haben die Erziehungsberechtigten da schon viel zu sagen Wobei die Schweigepflicht innerhalb der Therapie mindestens ab 16 (aber ich glaube auch früher) gegeben ist.

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  2. Balrog sagt:

    Ich finde, dass der Vergleich hinkt. Während Linksi pauschalisiert, ist sein Argument meines Erachtens stichhaltiger als der Vergleich von Rechtsi, der außerdem noch zu sehr überspitzt.

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    • Balrog sagt:

      Wobei ich das jetzt vielleicht auch falsch aufgefasst habe und die Konversation auf eine falsche Ebene geschoben hab.

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    • Es ist eigentlich 1:1 dieselbe Argumentation. Die Linksis dieser Welt wollen es ja auch so dastehen lassen als ob man 1. gezwungen ist wegen einer Geringsfügigkeit direkt zum Arzt zu gehen (wenn man es selbst für geringfügig hält) oder sonstwie „Zwangsdiagnostiziert“ wird und 2. als ob jede Krankheit direkt zum Worst-Case führt.

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  3. JackBauer sagt:

    Bevor ich vom Fall Mollath gehört habe, hätte ich dem Comic bzw. der Pointe zustimmen können. Jetzt habe ich teilweise auch die gleichen Zweifel wie ein paar andere Kommentatoren – „wenn man mal in dem System drinhängt“.
    Und ich denke auch, dass es zwei paar Schuhe sind einen körperlichen und einen psychischen Schaden zu diagnostizieren. „Mein Bein ist nicht gebrochen“ lässt sich deutlich einfacher darlegen als „ich bin nicht verrückt“.

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    • Das ist jetzt allerdings ähnlich als wolle man sagen, dass man einen fall kennt, in dem der Arzt bei der NotOP betrunken war und deshalb Notärzte nicht gut sind. Mollath war ein richtig krasser Fall bei dem alles mögliche versagt hat, u.a. das Rechtssystem und die Psychiatrie. Aber diesen tatsächlich krassen Fall nun als Grund anzuführen, dass das ganze System nur darauf aus ist, Menschen zwangszubehandeln ist Unsinn (Wenn überhaupt ist das System darauf aus Menschen so arbeitsfähig wie möglich zu halten und eher zu wenig zu behandeln)

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      • LoMi sagt:

        SHUT UP, YOU FUCKING OBESITY-NPHOBIC, APPEARANCE-NOR… … ach verdammt😀
        Jetzt hast Du was angerichtet mit diesem link😀

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      • Kolbenjaeger sagt:

        Also ich kenne niemanden, der Psychiatrien verbieten oder schließen lassen will. Aber die Allmacht der Ärzte kann schon kritisiert werden. Es ist ja eben so, dass man sich per Patientenverfügung auch gegen Reanimation verwehren kann – aber mit nichts gegen psychiatrische Willkür. Mollath ist das beste Beispiel dafür, dass dort zu viel Macht konzentriert ist. (Es war eben kein schlicht menschliches Versagen, wie ein betrunkener OP-Arzt!)

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        • Die Macht lag ja nicht bei einer Person oder der Psychiatrie, er wurde wegen (erfundener) Körperverletzung, also einer Straftat(!), verurteilt.

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          • IULIUS sagt:

            So wie ich die Sache verstanden habe wurde er aufgrund eines Komplotz inclusive eines korrupten Richters verurteilt.

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            • So hatte ich es auch verstanden. Komplott seitens des Rechtssystems und eine Psychiatrie, die sich hat einspannen lassen und versagt hat die Wahrheit zu sehen.

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              • Heinz sagt:

                „eine Psychiatrie, die sich hat einspannen“

                Z.K. es waren mehrere, sogar (in der Szene) renommierte „Ärzte“.

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              • Kolbenjaeger sagt:

                Zeigt doch zur Genüge, dass Machtmissbrauch in diesen Systemen viel zu leicht fällt. Wo jetzt jemand die Abschaffung von Psychiatrien fordert, ist mir immer noch unklar.

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          • St. Elmo sagt:

            Das Problem ist ja das er gerade nicht wegen einer Straftat verurteilt worden ist, sondern wegen einer Psychischen Störung als Schuldunfähig freigesprochen wurde und auf unbestimmte Zeit zwangseingewiesen wurde.

            Bei einem Schuldspruch wäre er für max. 3 Jahre ins Gefängnis bei einem Geständnis und heucheln von Reue wären es höchstwahrscheinlich nur 2 Jahre auf Bewährung gewesen. Statt dessen saß er 7 Jahre in der Psychatrie…

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      • Heinz sagt:

        „Mollath war ein richtig krasser Fall bei dem alles mögliche versagt hat, u.a. das Rechtssystem und die Psychiatrie“

        Gerade am Fall Mollath konnte man sehen, dass das gezieltes Vorgehen und kein Versagen war.
        Davon abgesehen war Mollath bei weitem kein Einzelfall, es war nur ein großer Zufall, das sol ein Fall mal in die Medien kam.

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      • Mollath ist bei weitem kein Einzelfall. Das sagt er auch selbst: http://youtu.be/q8SRL7XkpHE

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  4. wischiwaschi sagt:

    Linksi hat ein wenig sogar recht. Was ich meine, ist dass es in einigen Einzelfällen beängstigend einfach ist, jemanden einweisen zu lassen und zwar so dass die Zuständigen sagen: Ok, wenn beschlossen wurde dass XY inne Psychatrie muss, dann muss er auch noch hier bleiben. Ich denke vor allem daran, wie ein rechtschaffener Mann von der rachsüchtigen Ehefrau unter falschen Behauptungen und Unterstellungen für paar Jahre in die Klapse gebracht wurde, weil er sie wegen übler Finanzdelikte anzeigen wollte….und der kam auf nicht grade einfache Wege wieder raus. Aber zum Glück sind das nur wenige Einzelfälle, ansonsten ist es leider eher erschreckend schwer, einen wirklich schwer psychisch kranken Menschen gegen seinen Willen einweisen zu lassen.

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    • Gustl Mollath ging jetzt natürlich massiv durch die Presse. Dabei muss aber nochmal klar sein, dass das ein wirklich extremer Fall ist und es wirklich nicht „so einfach“ ist jemanden Zwangseinzuweisen. Zumal das ja nur gelang weil die Frau ihn wegen erfundener körperlicher Angriffe angezeigt hat, also nicht einfach so „Hmmm, der Gustl ist so aggressiv“ sondern ihm wurde eine Straftat vorgeworfen und er wurde deshalb verurteilt.

      Also nochmal, einfach ist es definitiv nicht. Dass dieser Fall so viel Aufsehen erregt hat zeigt einerseits, dass es eben wirklich ein riesen Skandal war und andererseits ist es eine Geschichte, die gewisse Grundängste weckt, nämlich eben weggesperrt zu werden, als verrückt gelabelt und so dass niemand einem mehr glaubt.

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      • LoMi sagt:

        Es gab noch einen weiteren Fall in der Presse, nämlich den der hessischen Steuerfahnder, die man – soweit ich mich erinnere – auch zum Psychiater geschickt hat. Wie es sich da genau verhalten hat, weiß ich nicht mehr.

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        • Heinz sagt:

          Die (von mir auch schon erwähnten) Steuerfahnder wurden wegen des gefälschten Gutachten entlassen und haben bis heute keine Lohnnachzahlung/Entschädigung bekommen, obwohl der Sachverhalt geklärt ist.
          Die Einweisung in die Geschlossene konnten sie mit Glück (und wohl auch Beziehungen) gerade noch verhindern.

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      • psst sagt:

        Ich kenne mehrere Fälle die zu unrecht Psychatrisiert wurden oder gar Betreut. Einweisung ist gar nicht schwer, ebenso eine Betreuung zu erwirken und das ohne Kenntnis des Betroffenen.
        Allerdings auch den Fall das jemand in eine gemusst hätte, aber abgelehnt wurde ( allgemeinarzt-assistensarzt , psychologe oder Psychater war keiner da ) und die so angst vor dem Betroffenen hatten das der Raum von Pflegern vollgestopft war ( aber laut Bericht sei er weder Fremd noch selbstgefährdent gewesen – warum dann diese Histery?) .
        Oder einer wurde Betrunken aufgegabelt von der Polizei und in die Psychatrie gebracht – Psychatrie lies es zu. Betroffener zerschlug dann Möbel. Polizei gerufen. Polizei “ diese Einweisung war ilegall, wir nehmen ihn mit “ . ( wobei das eher seltenes Glück war, da das Gegentwil eher dauerprogramm ist )

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      • Heinz sagt:

        „Also nochmal, einfach ist es definitiv nicht.“

        Die Diagnosen wurden alle auf Aktenlage erstellt, die Ärzte haben ihn nichtmal gesehen, ich weiß nicht, wie sich diese Form von „einfach“ noch steigern lässt.

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        • Ein Gutachter hat auf Aktenlage entschieden. Nicht alle. ‚Überdramatisierung hilft da jetzt auch nicht weiter. Zumal wohl keiner von uns dabei war und wir alle den Fall lediglich aus den Medien kennen. Anhand eines Einzelfalls, der zudem noch auf verschiedenen Ebenen ein sehr ungewöhnlicher Skandal war jetzt ein System diskutieren zu wollen halte ich für wenig zielführend.
          Mollath war ein riesen Mist. Frag in Psychiatrien und da wird wohl keiner bestreiten, dass das großer Mist war. Niemand verteidigt in dem Fall die Psychiatrie.

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          • honeyinheaven sagt:

            Also gleich vorneweg. Ich habe logischerweise weit weniger Ahnung von der Materie als du und will mir auch nichts anmaßen. Während ich aber ambulante Therapien durchaus für sinnvoll halte, bin ich, was die Klapse angeht, sehr kritisch.

            Du hast natürlich Recht, dass Mollath ein Extrem-Fall ist und dass es ein skandalöses Versagen der bayrischen Politik UND der Justiz gewesen ist. Es zeigt aber auch das Grund-Dilemma an sich. Mollath hat sich geweigert, sich von den Ärzten dort untersuchen zu lassen, weil die ih n ja bereits vorher als verrückt abgestempelt haben. Und mit diesem Stempel „Er lässt sich nicht helfen, er ist therapie-resistent!“ wurde er SIEBEN Jahre festgehalten. Für kaum eine begangene Köperverletzung ist das ein gerechtes Vorgehen. Und wiederum dieser Stempel „NICHT Krankheitseinsichtig“ kann meines Wissens auch jeden normalen Menschen treffen, der in der Klapse landet. Und dass der dann zuweilen auch kaum die Chance hat, wieder nach draußen zu gelangen, ist leider eine Tatsache. Man kann also nur raus kommen, wenn man das Spiel mitspielt und zugibt, krank zu sein – selbst wenn man es nicht ist. Denn kein Richter wird bei der Alibi-Anhörung gegen den Rat der Experten, also der Ärzte entscheiden. Die Macht der Ärzte ist also durchaus real und erschreckend.

            Nun sind die Berichte über Fixierung und Zwangsmedikation allerdings schon sehr zahlreich und lückenlos vorhanden. Den Bericht von Wallraff, der damals undercover in einer Klinik war, kennst du sicher. Ich maße mir nicht an, zu sagen, wer hier Recht hat. Aber es erscheint mir schon unwahrscheinlich, dass alle Menschen, die das berichten, sich gegen die Ärzte dort verschworen haben sollen. Da könnte es auch durchaus Missbrauch geben.

            Und nochmals ganz wichtig: Meine Kritik richtet sich gegen Kliniken und vor allem die Zwangseinweisung und die geschlossene. Denn Therapie hat ja immer was mit Freiwilligkeit zu tun. Die ist dort nicht gegeben, wo eben Zwang herrscht.

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            • Hmmmm, normalerweise kann man schon rausfinden ob jemand wahnhaft ist.
              Du musst nicht sagen „Ich gebe zu, ich bin krank“, ein „Ich kann verstehen warum Sie aufgrund der Faktenlage zu dem Ergebnis kommen dass ich krank bin, an ihrer Stelle und mit den vorliegenden Fakten würde ich auch zu diesem Ergebnis kommen. Lassen Sie mich die Lage jedoch aus meiner Sicht schildern…“ klingt für einen Therapeuten durchaus auch sehr rational. Ich weiß nicht wie Mollath sich genau verhalten hat, aber eine „Ihr wollt mir eh nur alle Böses, mit euch rede ich nicht!“ -Haltung (kam teilweise so rüber in den Medien, wobei ich es nicht einschätzen kann) ist natürlich auch kontraproduktiv. Verständlich, aber eben kontraproduktiv.

              Wichtig ist halt die Perspektivübernahme ein Stück weit: Wie würde ich als Psychiater die Lage einschätzen wenn das Gericht, die Steuerbehörde und die Ehefrau übereinstimmend bestätigen, die Person sei wahnhaft und gewalttätig?

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              • honeyinheaven sagt:

                Das klingt natürlich besser – also die Formulierung – aber versetz dich in die Ausnahme-Situation des „Patienten“. Er ist ausgeliefert und zu Unrecht eingesperrt. Eine in deutschland zum Glück eher selten Konstellation. Dann kommen Ärzte und sagen dir ins Gesicht: „Du bist krank!“. Wer kann da ruhig bleiben und so gelassen antworten wie du es gerade geschrieben hast? Das dürften nur außergewöhnlich nervenstarke Menschen schaffen und jedes laute Worte, das ja eigentlich in der Lage verständlich ist, wird sofort gegen den Patienten verwendet.
                Ich habe übrigens extra „Du“ geschrieben, da die Ärzte in Bayreuth Mollath übrigens ungefragt geduzt und abwertend als „unseren Gustl“ bezeichnet haben. Mir ist ehrlich gesagt schleierhaft, warum der dortige Chefarzt noch immer in Amt und Würden ist. Ein solch fachlicher Fehler würde einem Chirurgen zweifelsohne den Job kosten. Denn sowohl die Steuerbehörde, als auch das Gericht und noch weniger die Ehefrau sind Experten auf dem Gebiet. Für eine Steuerbehörde gilt vermutlich schon als wahnhaft, wer es wagt, gegen einen Beschluss Beschwerde einzureichen😉.

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                • Natürlich ist das eie Ausnahmesituation, aber Ärzte sind nunmal keine Götter, Gedankenlesen ist nicht. Diese Ärzte waren vermutlich scheiße, aber da war noch anderes Personal. Wenn man sich komplett isoliert und allen um sich rum ein „Fick dich!“ zeigt, dann ist es für die Umwelt natürlich leicht die „Der ist halt wahnhaft“-Story zu glauben. Und natürlich lässt man einen wahnhaften Menschen, der seine Exfrau bereits angegriffen hat (das war ja ihr Wissensstand) und ihr die Schuld an der ganzen Sache gibt nicht wieder raus solange sich nichts geändert hat. Der Verdacht lag doch schlichtweg nahe, dass er umgehend zu ihr geht und sie umbringt.

                  Mal ehrlich, wäre er tatsächlich wahnhaft gewesen, hätte sich geweigert an den Therapien teilzunehmen, etc. und man hätte ihn nach 1 Jahr rausgelassen und er hätte sich auf den Weg gemacht seine Ex zu töten, dann hätte es genauso geheißen „Skandal! Warum habt ihr diesen Psycho wieder rausgelassen obwohl er nach wie vor wahnhaft war????“

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                  • Heinz sagt:

                    „Der Verdacht lag doch schlichtweg nahe, dass er umgehend zu ihr geht und sie umbringt.“

                    Ja klar, was mach man sonst mir Leuten, die man bei Schwarzgeldgeschäften erwischt hat.
                    Es fällt schon sehr auf, dass die ihn von Anfang an abgestempelt und nie ernsthaft untersucht haben, also lag er mit seinen Vermutungen vollkommen richtig.

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                  • Heinz sagt:

                    „Mal ehrlich, wäre er tatsächlich wahnhaft gewesen“

                    Und ich dachte immer soetwas könnte man in der Psychiatrie feststellen.
                    Davon abgesehen, gab es für einen Mordplan keinerlei Anhaltspunkte, abgesehen von einer angeblichen Erkrankung.

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          • Heinz sagt:

            „Ein Gutachter hat auf Aktenlage entschieden.“
            Das ist schlichtweg falsch, siehe YT-Link gegen Ende des Artikels.

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          • Heinz sagt:

            > Zumal wohl keiner von uns dabei war und wir alle den Fall lediglich aus den Medien kennen. Anhand eines Einzelfalls, der zudem noch auf verschiedenen Ebenen ein sehr ungewöhnlicher Skandal war jetzt ein System diskutieren zu wollen

            Achso und das ist kein Relativieren/Ablenken?

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  5. psst sagt:

    Zu viele Diagnosen werden in 3 Min gestellt, ohne Ausschluß Körperlicher Ursachen, ohne die Diagnosekriterien zu erfüllen… Viel zu viel ist es Abhängig von der Kenntnis des Diagnosestellers, seine persönliche Vorliebe etc. Das was als Ausnahmen gilt, sind für andere Alltäglicher Horror. ADHSler die keine richtige Behandlumg erhalten weil viele sich nicht mit auskennen, oder kein Geld haben um die 300 Euro zu bezahlen, welcher der Arzt für die Diagnostik auf die Hand will und dann eben “ nicht näher bezeichnete Persönlichkeitsstörung “ mit passenden Medis, welche Betroffene nicht weiterhelfen – was schon bewusste Fehlbehandlumg ist.
    Transsexuelle/Intersexuelle die Jahre brauchen um einen Arzt zu finden der sie ernst nimmt und körperliche Erkrankungen diagnostiziert, zuvor “ bist Trans/Intersex also hast n Knall“ ( ohne Umtersuchung – somit oft eine viel zu späte Behandlungseinleitung.
    Das sind keine Ausnahmen.
    Meine Anwältin hatte mal ein Gespräch mit dem Leiter der Psychatrie in der Charite. Es ging um das Problem, das Betroffene sehr oft falsche Diagnosen bekommen ( statt ADHS zb irgend ne Persönlichkeitsstörung – meist Borderline ) oder Diagnosen ohne das da überhaupt was ist. Er sagte ihr, das sowohl die Borderlinediagnose wie auch die “ PS nicht näher Bezeichnet “ oft aussagt “ keine Ahnung“, „keine Lust“ , “ ihhh Trans“. Und das ADHS-Erwachsene oft aufgrund der Impulsiven Reaktion , ihre Sensibilität als Borderliner abgestempelt werden, da sie nur das Impulsive als Kriterium nehmen, aber nicht wirklich hingucken. ADHS und Borderlineimpulsivität ist nur oberflächig sich ähnlich, aber im Grunde total verschieden. Ebenso das eben die Diagnosestellung eben nicht nach den Kriterien erfolgt, sondern einen einfach in wenigen Minuten um die Ohren flieegen. Transsexuelle/Intersexuellen wird generell ein Hau unterstellt. Gutachter die diese mit Sexualverbrechern und Mördern kleichstellten, RichterIn die äußerte “ sowas kann unddarf es nicht geben. Das gehoört abgeschafft. Ihr vor euch selbst geschützt“ ( abgeschafft? Schützen in den man ihnen die Rechte verweigert, weil diese Menschen als Ärgernis gesehen werden?) .
    Völlig verdrehte Gutachten für die TSG, Rente etc. Gutachten die vor fehler nur so trotzen, überschreitung der Kompetenz und der Aufgabe, Sexuelle und Psychische Übergriffe, Hinzudichtungen, etc etc etc.
    Ein Freund von mir brachte sich um, weil er es nicht mehr ertrug. Ständige Diskriminierung, Mobbing auch seitens Gerichte und Behörden, verweigerung von elementaren Rechte, fehlende medizinische Behandlungen…. All das ist für mich, viele die ich kenne, Alltag. Es erzürnt mich, es macht Hilflos, denn Kraft ist begrenzt, Trauma sitzt tief….
    Betreuungsnetz ist ebenso Kritisch zu sehen wie die Psychatrie – Entmündigungen um an n Haus zu kommen ( Behörde, als klar wurde das das Haus schon das Sozialamt abgefriffen hat, löste sich Betreuungsverfahren auf ) , o. Tochter meint der Vater soll SEIN GELD nicht ausgeben, also Betreuungsantrag gestellt als er im KH war und sehr schwach. Laut Gesetz darf niemand nur wegen einer Behinderung mal eben Betreut werden – Richterin billigte Betreuung mit Kommentar “ er ist ja fast Blimd “ – ja, schon seit Jahren! Und hatte deswegen Hilfe von Sohn und Hilfsmittel! Betreuer starb nach ein Jahr, betreuung löste sich auf…. ( Tochter wurde zuvor vom Betreuer ausgebremst, weshalb sie zum Schluß kam, mehr Geld zu bekommen wenn er nicht wieder Betreut wird durch Berufsbetreuung, da sie die gewünschte Position nicht einnehmen konnte )
    Mir wurde psychotische Störung unterstellt – die Symtome des Unterzuckers – was Futtern und Weg war das Problem des “ durcheinander seins “ . Bluutzucker niedrig laut Test. Ups. Was tun? Unterstellen das die Werte manipuliert wurden… O.0
    Ich kenne soviele Fälle bei den absoluter Mist gelaufen ist…. viele Menschen die durch soetwas kaputt gegangen sind….

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    • Beyogi sagt:

      So etwas kenne ich auch aus meiner Familie. Mein Onkel hatte psychische Probleme, die haben ihn mit Drogen vollgepumpt und jetzt ist er völlig ruiniert. Der arme Mann kann nicht mal mehr richtig sprechen, dabei war er mal das Familiengenie…
      Ich kann Leute verstehen, die eher von der Brücke springen als sich das antun zu lassen.

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      • @beyogi
        Bei einem Familienmitglied von mir hat es Jahre gedauert und unzählige Wechsel des Präparats, bis er so eingestellt war, dass die Nebenwirkungen erträglich waren.
        Jetzt gehts ihm den Umständen entsprechend ganz ok.
        Aber danke, dass du anderen Menschen soviel Mut machst. -.-

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  6. DMJ sagt:

    Hm… nein… hier kann ich in der Tat auch wieder nicht ganz zustimmen.
    Natürlich ist jedes Generalurteil über „DIE Psychatrie“ o. ä. falsch, aber dennoch sind die Körper- und Seelenheilkunde nicht wirklich vergleichbar. Klar, der normale Psychotherapeut hat keinen roten Knopf am Schreibtisch, um seinen Patienten einweisen zu lassen, aber generell hat die eine Richtung die Möglichkeit (unter den richtigen Vorbedingungen, ist klar) sich über deinen Willen hinweg zu setzen. Wer jetzt aus fragwürdigen Gründen als suizidal eingestuft wird (mir persönlich gleich zwei Fälle bekannt), verschwindet nicht gleich für Jahre, aber die Folgen für einen unbescholtenen Menschen sind dennoch nicht gerade gering.
    Davon darf man jetzt wie gesagt nicht zu weit schließen und das Kind mit dem Bade ausschütten (schließlich will man auch die Justiz trotz Fehlurteilen nicht abschaffen), aber Grund genug für ein Unbehagen ist es schon.

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    • Zwei Sachen: Der Vergleich schließt in keiner Weise aus dass Inkompetenz oder Fahrlässigkeit existiert und Fehler geschehen können. Dies kann in beiden Sparten geschehen und es passiert auch in beiden Sparten. Und in beiden Sparten können die Konsequenzen falscher Entscheidungen des Behandlers gravierend, wenn nicht tödlich sein, da der Patient in beiden Sparten ein Stückweit gezwungen ist sein Schicksal in die Hände des Experten zu legen.
      Eine Behandlung wird in beiden Fällen dann gegen den Willen des Betroffenen durchgeführt, wenn davon auszugehen ist, dass dieser in dem Moment nicht fähig ist eine Entscheidung zu treffen. Wenn du z.b. einen Unfall hast kanns auch sein dass der Arzt in dem Moment entscheiden muss ob er dein Bein amutiert oder die riskantere Rettung wählt, obwohl du womöglich ganz anders entschieden hättest. Genauso kann es sein, dass dir Medikamente gegen Psychosen gegeben werden, wenn du psychotisch bist und dich oder andere umbringen willst.

      2. Den Patienten einzuweisen ist etwas, das kein Therapeut leichtfertig tut, da du die Behandlung aufgrund des gestörten Vertrauensverhältnisses dann gleich in die Tonne kloppen kannst.

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      • psst sagt:

        Wenn Gutachter für das TSG oder für die Bewilligung von medizinischen Massnahmen , oder Rente, Amzrag auf Umschulung, etc komplette Gutachten zusammen gelogen werden, und alles Verbogen wird, ist das schon mehr als bisschen inkompetenz.
        Die unterstellung der Psychose erfolgte ohne sichtung. Es wurden die Symtome des Unterzuckers geschildert, welches eben verdreht wurden. Jeder Arzt bei dem ich unterzuckerte, hat das sofort gesehen das ich Unterzuckert bin und daher neben der Spur. Nur die “ Experten “ welche dafür bekannt waren Intersexuelle/Transsexuelle für gestörte, perverse zu halten und oft Gutachten basteln, bei dem nicht klar ist, ob diese Personen in Wahnzustände leben oder wie SOWAS da raus kommt – oder eben Ärzte die Betroffene welche Erkrankten vor sich hatten und damit nicht klar kamen ( Vorurteile – mir ist das mit n Homophobenarzt auch pasdiert ).

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      • Heinz sagt:

        „Arzt in dem Moment entscheiden muss“

        In dem MOMENT, weil man gerade bewusstlos ist der Arzt zwingt einem die Behandlungen aber nicht bis zum Lebensende, das bei den „Therapien“ recht schnell kommen kann, auf

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      • Heinz sagt:

        „da du die Behandlung aufgrund des gestörten Vertrauensverhältnisses dann gleich in die Tonne kloppen kannst.“

        Unter der Annahme, dass das Interesse des Therapeuten in der Behandlung liegt…

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        • Sorry, aber jetzt wird es langsam abstrus. Welchen Vorteil sollte ein Therapeut dadurch haben einen Patienten wegsperren zu lassen? In dem Fall verdient er kein weiteres Geld mehr und die Mundpropaganda wird wohl auch nicht grade positiv ausfallen.

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          • jck5000 sagt:

            Natürlich Geld. Gerichte bestellen keine Gutachter mehr, die Gutachten schreiben, die ihnen nicht gefallen. Und die deutsche Strafjustiz verurteilt nahezu jeden, der vor Gericht steht; alles andere ist eine Niederlage für das System. Damit ist Mollath eher Justizversagen als Psychiatrieversagen (und eine seltene Ausnahme; dass so viele verurteilt werden liegt nahezu ausschließlich daran, dass sie schuldig sind; das System ist nicht schlecht).

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            • Hier geht es aber darum, warum ein Therapeut, der mit einem Patienten eine Therapie am laufen hat, diesen Patienten einfach so wegsperren lassen sollte. Das wäre ja auch finanziell für den Therapeuten ein Verlust.

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              • Heinz sagt:

                „Das wäre ja auch finanziell für den Therapeuten ein Verlust.“

                Kommt ganz drauf an, wer ihn dafür bezahlt, bzw. das, was jck5000 ein wenig weiter oben gesagt hat:
                „Natürlich Geld. Gerichte bestellen keine Gutachter mehr, die Gutachten schreiben, die ihnen nicht gefallen. Und die deutsche Strafjustiz verurteilt nahezu jeden, der vor Gericht steht; alles andere ist eine Niederlage für das System.“

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      • DMJ sagt:

        Der Unterschied ist halt, ob nach deinem vermuteten Willen (nach einem Unfall) oder gegen deinen erklärten Willen gehandelt wird. Da hat die Psychatrie eben (notgedrungen) eine Sonderstellung, vergleichbar mit dem Strafvollzug. – Der wäre vielleicht das bessere Gegenbeispiel gewesen: Gibt ja auch erstaunlich viele Leute, die jeden Staatsanwalt hassen, weil der ja nur „irgendwelche armen Schweine verknacken“ wolle, aber gleichzeitig meckern, wenn irgendein Mörder ihres Erachtens nicht hart genug bestraft wird.

        Verstehe mich nicht falsch – natürlich ist Linksi ein Depp und Paranoiker, den man entsprechend verspotten darf und bösen Willen unterstelle ich auch weder dem einzelnen Psychater, noch dem System selbst, aber der Vergleich geht halt trotzdem nicht ganz auf.

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  7. Biene sagt:

    Das mit den Falschdiagnosen… sprich Borderline statt ADHS kenn ich zur Genüge… da muss man nur vergessen zu erwähnen, dass man schon in der Grundschule ständig vergessen hat die Einladungen für Elternabende abzugeben und schon landet man beim Borderline und bekommt die ADD noch höher dosiert… und wenn man ADHS anspricht, wird man mitleidig belächelt und es wird einem gesagt, dass das ja gar nicht sein könne, weil *blubber*.
    Mittlerweile ohne ADD, aber nach ADHS speziefischer VT und mit MPH (wenn nötig) funktioniere ich wesentlich besser, als noch während ich die ADD genommen habe (denn da war der Antrieb gleich 0… und halt weniger Impulse insgesamt da, die dann nicht kontrolliert werden konnten)
    Und das ist nicht nur bei einem Psychiater passiert…

    Halte mittlerweile von Psychiatern sehr wenig, dafür war meine Psychotherapeutin spitze.

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    • psst sagt:

      Das ist der Grund warum ich keine Behandlung mehr machen lasse. Psychosen, Persönlichkeitsstörungen und ãhnliches wurde vor Jahren schon widerlegt – aber das Interessiert nicht. Keine erfüllung der Kriterien, keine Amnanese , nix – einfach deren Lieblingsdiagnose und fertsch.
      Diesen Wahnsinn ertrag ich schlicht nimmer.
      Und alsvgute bekannte ADHS-Ärzte sind oft überlaufen oder verlangen Geld auf die Hand …

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  8. Lauren sagt:

    Ich kenne auch Fälle, in denen das so lief: Der Hausarzt, der mir bei nem Bänderriß nur Schmerzmittel, aber keine Unterstützung des Knöchels gegeben hat, die Hausärztin, die meinte die Halsschmerzen kämen von Bakterien, wo es doch Luft im Magen war (oder so), die Unfähigkeit, in Test allergische Reaktionen nachzuweisen, die aber jedes Frühjahr zurselben Zeit auftreten, die Einweisung ins Krankenhaus wegen Epilepsie verdacht, bei der der Hausarzt meinte, das läge nur an den leeren Betten der Klinik, normalerweise würde die weniger Tests und vor allem nicht so schnell welche machen, der Arzt, der nicht erkannt hat, dass die Schmerzen durch Stress verursacht waren… Aber deswegen kann ich nciht sagen, dass Hausärzte immer nur nach ihren Lieblingsdiagnosen beurteilen und Ärzte allgemein zu nichts taugen. Wenn einzelne Ärzte einen Fehler machen, heißt das nicht, dass das ganze System oder alle dieses Berufes nichts können…

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  9. Aurelie sagt:

    Zwangsmedikation – das größte Problem des 21. Jahrhunderts! Das ist in Deutschland viel zu einfach durchzusetzen.

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    • Angesichts deines nächsten Kommis gehe ich davon aus, dass du das sarkastisch meinst? Ich muss zugeben, ich habe noch nie in einer Psychiatrie gearbeitet, nur Ambulant und in Rehakliniken. Da war es jedoch unmöglich einen Patienten zu zwingen etwas zu nehmen. Teilweise wurde zwar vom Chefarzt Druck gemacht, aber eben „nur“ im Sinne von Überredungsarbeit. Wer nicht wollte, der hat es halt nicht genommen. Ich denke, auch in Psychiatrien müsste dafür ein Gerichtsbeschluss vorliegen, solange es kein akuter Notfall ist.

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      • Aurelie sagt:

        Ja, das war sarkastisch.
        Ich finde es gut, dass du dieses Thema hin und wieder aufnimmst. Bei aller Komik (die ich gut finde), schwingt leider eine sehr ernste Komponente mit.
        Ärzte (dazu zählen Psychiater) haben sich dazu verpflichtet, Leben zu retten. Suizidale Gedanken sind (oft) das Symptom einer schweren Depression. Nach einer gewissen Zeit und bei richtiger Behandlung verschwinden diese Selbstmordgedanken wieder. Darf ich als Arzt nicht jemanden davon abhalten, sich umzubringen? Habe ich nicht – bei schwer psychotischen Patienten – die Verpflichtung, diesen Patienten von selbst- oder fremdschädigenden Verhaltensweisen abzuhalten? Wenn jemand im Koma liegt und durch eine Behandlung/Operation gerettet werden kann, wird jeder diese Frage sofort mit „ja“ beantworten. Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen können gewisse Entscheidungen nicht mehr treffen. So unvorstellbar und schlimm sich das anhören mag!
        In einem anderen Kommentar habe ich das bereits erwähnt: Selbst aus der geschlossenen Psychiatrie kann man sich jederzeit selbst entlassen. Da ist die Psychiatrie nicht anders als andere klinische Abteilungen. (Mollath passt da nicht ins Schema, da er in einer forensischen Psychiatrie untergebracht war.)
        Vor der Aufnahme wird man gefragt, ob man versteht, warum man hier ist und ob man klinische Hilfe annehmen möchte. Diese Erklärung kann man jederzeit widerrufen. Ausnahmefälle siehe oben. Diese Ausnahmefälle kommen jedoch so dermaßen selten vor. Ich habe das während meinem viermonatigen Aufenthaltes nur ein einziges Mal erlebt. Die Patientin hatte eine Pflegerin und einen Arzt sehr heftig gebissen. Andererseits musste ich miterleben, wie sich ein dreifacher Familienvater auf der Nachbarstation umgebracht hat. (Ein Beruhigungsmittel hätte ihn zumindest akut davon abhalten können.) Oder wie eine Borderlinerin 2x/Woche in die Chirurgie musste, weil sie sich so dermaßen starke Verletzungen zugefügt hat, dass diese regelmäßig genäht oder geklammert werden mussten. Bei beiden Fällen fand keine Zwangsmedikation statt, weil die gesetzlichen Kriterien nicht erfüllt waren. Diese Geschichten erzählt leider keiner, wenn über Zwangsmedikation gesprochen wird.

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        • @Aurelie
          Meine Mutter erzählt da auch oft wilde Geschichten (Kinder- und Jugendpsychiatrie, Geschlossene). Da hat ein Patient oftmals schon die halbe Belegschaft in den Krankenstand geschickt oder die anderen Patienten bis aufs Blut terrorisiert, bis der behandelnde Arzt sich hinreißen lässt und eine Achteltablette (kein Witz, bei einem 100kg Jugendlichen) eines Beruhigungsmittels verschreibt.
          Da wird der Patient dann lieber wiederholt fixiert, wenn er ausrastet, auch wenn das unheimlichen Aufwand und Mehrarbeit für die Pflege bedeutet (Fixe an sich: 3+ Kollegen, zudem noch ein Kollege der beim Fixierten bleiben muss)
          Und nu stell dir vor, wie HERVORRAGEND so ein Patient die Therapiesitzungen wahrnehmen kann!

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  10. Robin Urban sagt:

    Ich bin gegen Hysterie in diesem Bereich, aber gerade, weil das Thema so sensibel ist und durch falsche oder gleichgültige Behandlung so viel kaputt gemacht werden kann, ist es unglaublich wichtig, über die Einhaltung der bürgerlichen Rechte in solchen Einrichtungen zu wachen. Leider passiert das nicht. Da wird dann outgesourct und dann passiert so eine Scheiße:
    http://www.taz.de/!118139/
    Tägliches Retraumatisieren, um den Willen der unliebsamen Teenager zu brechen oder was steckt da für ein Konzept dahinter?

    Sogar die Antifolterkommission hatte Deutschland schon wg. dem Umgang mit Psychiatriepatienten im Blick:
    http://www.spiegel.de/gesundheit/psychologie/zwang-in-der-psychiatrie-das-letzte-mittel-a-836111-3.html

    Nochmal: Ich bin sicher, dass sowas nicht an der Tagesordnung ist, aber nur, weil es selten passiert, ist es nicht weniger tragisch. Als reiche Industrienation sollten wir genug Ressourcen haben, um es besser hinzukriegen. Scheint ja häufig pure Überforderung oder Zeitmangel zu sein.

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    • Ich hatte ja schon an anderer Stelle geschrieben, dass ich nie in einer Psychiatrie gearbeitet habe sondern nur in Einrichtungen der Marke „Kunde ist König“. Krasse Berichte davon wenn die Psychiatrie versagt gehen mir genauso an die Nieren wie vermutlich jedem anderen der es liest, da gibt es auch nichts schönzureden.
      Das im Comic dargestellte von Psychiatriegegnern geht mir allerdings massiv auf den Sack: Da wird die MÖGLICHKEIT sich für „geringere“ psychische Probleme Hilfe zu suchen so dargestellt als müsse jeder, der mal 2 Wochen etwas deprimierter ist gleich fürchten in der Zwangsjacke zu landen. Auf die Art verbreitet man Panik und Leute gehen viel zu spät oder gar nicht zum Therapeuten. Oder sie sagen erst in der x-ten Stunde „Ich hatte Suizidgedanken, aber ich hatte Angst wenn ich das sage werd´ ich gleich eingewiesen.“ Wir sind darauf angewiesen dass Leute uns soweit es geht ehrlich antworten wenn wir nach Suizidgedanken fragen und keine Angst haben wegen eines „Ja, ich habe schon darüber nachgedacht“ oder sogar „Ja, ich habe da schonmal ein paar Pillen beiseite gelegt“ direkt in der Psychiatrie zu landen.

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      • Robin Urban sagt:

        Das kann ich auch verstehen. Gibst du deinen Patienten denn am Anfang einen kleinen Abriss darüber, was sie für Rechte haben etc.?
        Ich hab immer versucht, ganz ehrlich zu sein. Dafür seid ihr ja da😉

        Mir war es nur wichtig zu erwähnen, dass nicht sämtliche Horrorgeschichten in dem Bereich Verschwörungstheorien entspringen. Die sind dann umso tragischer:/

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        • Das mit dem Abriss wäre vielleicht sinnvoll, habe ich tatsächlich selten so gemacht (natürlich ein Abriss über die ganzen Formalien einer ambulanten Therapie, aber ich habe nie speziell Zwangseinweisung angesprochen, es sei denn es wurde danach gefragt).
          Wenn ich das Gefühl habe jemandem geht es wesentlich schlechter als er sagen will (aus dieser Angst raus oder ähnlichem) dann versuche ich oft etwas zu normalisieren und das Thema Suizid anzuschneiden als „Diese Gedanken hat ja jeder mal“. Man merkt dann ja meist wie darauf reagiert wird wenn man einsteigt mit „Viele sagen, wenn es einem so geht dann will man manchmal morgens nur noch die Decke über den Kopf ziehen und am liebsten für immer schlafen.“ – viele sagen dann vollen Herzens „Ja genau.“ und darauf aufbauend kann man ganz gut weiterfragen.

          Ich mache allerdings in der zweiten Stunde auch immer ein ausführliches diagnostisches Interview (SKID) und da werden auch alle Kriterien einer Depression abgefragt. Wenn man die dann ganz neutral und ohne großes Gewese abfragt („Aha, Schlafstörungen, okay. Wie ist es mit dem Appetit? Ah ja, geringer. Gedanken an den Tod?“) dann sind viele so in diesem „Antwortmodus“, dass sie spontan ehrlich antworten und anschließend dann erst realisieren „Oh scheiße, jetzt hab ich Suizid gesagt!“. Dann versuchen sie meist herunterzuspielen, aber du merkst richtig die Erleichterung wenn dann nicht die erwartete Krisenstimmung kommt sondern eben ganz neutral abgeckeckt wird wie es so aussieht, das das normal ist und eben zum Krankheitsbild ein Stückweit dazugehört, etc. Besonders letzteres ist für viele dann eine Entlastung weil es ja auch hilft sich etwas zu distanzieren (viele finden es ja selbst ganz schockierend wenn sie an Suizid denken und kriegen dadurch Angst vor sich selbst oder glauben das sei total unnormal)

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          • jck5000 sagt:

            Ist das für Psychologen / Psychiater nicht riskant, Patienten mit Suizidrisiko _nicht_ einweisen zu lassen? Ich habe in der Bekanntschaft einen Fall, in dem jemand aufgrund Gesprächen mit dem Therapeuten eine Nacht in der Psychiatrie verbringen durfte… man ist da natürlich auch schnell wieder raus, zumindest wenn man spontan mal einen Anwalt zur Hand hat. Aber der Anwalt war da nicht sonderlich überrascht. Die betroffene Person ging übrigens aufgrund unfähiger Ärzte und eines daraus resultierenden „unheilbaren“ physischen Leidens zum Psychologen, weil sie es befremdlich fand, dass sie tatsächlich mit Selbstmordgedanken spielte. Im Endeffekt verlief das dann positiv – der Anwalt kannte auch noch einen guten Arzt.

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            • Jein. Ich muss was tun wenn der Patient sich nicht distanziert, also wenn er z.B. sagt „Ich werde jetzt hier rausgehen und mich dann von der nächsten Brücke stürzen“ und sich dann im Gespräch weiterhin nicht distanziert.
              Es ist aber halt der denkbar blödeste Weg, denn danach hat Therapie kaum mehr Sinn. Ich finde aber auch, Gespräche über Suizid in der Therapie sind meist sehr produktiv. Und das Argument „Jetzt sind sie hier und wenn das hier nicht funktioniert haben Sie ja immernoch Zeit sich umzubringen“ ist ja nu auch nicht so falsch. Suizid ist ja nix was man mal eben so tut weil man grade Langeweile hat. Wenn die Therapie es schafft, andere Verbesserungsmöglichkeiten der aktuellen Situation zu zeigen, dann ist das ja das, was der Patient will, sonst hätte er die Therapie ja gar nicht begonnen. Plus, wenn man als Option schon Suizid ernsthaft erwägt sind andere Optionen wie „Job mit mobbenden Kollegen hinwerfen“, die vorher undenkbar schienen plötzlich meist nicht mehr so gruselig.

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              • Robin Urban sagt:

                “ Und das Argument “Jetzt sind sie hier und wenn das hier nicht funktioniert haben Sie ja immernoch Zeit sich umzubringen” ist ja nu auch nicht so falsch. Suizid ist ja nix was man mal eben so tut weil man grade Langeweile hat. “

                Ich fand’s immer krass, wenn „ungeoutete“ Depressive zu viel Angst hatten, ihrer Familie davon zu erzählen und deshalb keine Therapie machen wollten, aber dann ernsthaft an Selbstmord dachten. Das ist so… unlogisch. Ich finde auch, dass es oft geholfen hat, diesen verschwurbelten Gedankengang zu entwirren. So nach dem Motto „Deine Familie sieht dich bestimmt lieber depressiv und lebendig in Therapie als depressiv und tot.“

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  11. Der Fall Gustl Mollath lässt dieses Comic sehr blass erscheinen.

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  12. afictionesse sagt:

    Na, da hast du ja wieder ein Thema angestoßen.😉 Eine offene Abteilung kommt leider auxh selten ohne Medis aus. Was auf den geschlossenen läuft, mag ich mir kaum vorstellen. Dort gehen einzelne ruhige Patienten unter, wenn sich die Pfleger um die lauten kümmern müssen. Das Problem sind eigentlich nicht die Medikamente, sondern die Dauer der Einnahme, die Dosis und das klinische Konzept dahinter. Jetzt gibt es Ritalin und Burn Out. Da machen viele sogar bereitwillig mit. So etwas finde ich viel problematischer.

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  13. St. Elmo sagt:

    Das Problem vm von Linksi ist nicht die Psychatrie sondern die Gesellschaft.

    Abweichungen von „der Norm“ werden immer weniger tolleriert, freiheiten immer mehr eingeschränkt,
    das recht sich auch „ungesund“ zu verhalten wird immer mehr als Volks schädigend und schlecht dargestellt…

    Ich finde diese Entwicklung beunruhigend, vorallem da wir eigenltich nach 2 Diktaturen wissen sollten wie wichtig Freiheit ist.

    Und wenn du zur Trauerbewältigung wirklich professionelle Hilfe in anspruch nehmen willst, musst du erstmal Monatelang auf einen Termin warten…

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    • Abweichungen von der Norm immer weniger toleriert? Ja, im Mittelalter war alles viel freier, oder in den 60ern, als man tun und lassen konnte was man wollte^^

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    • afictionesse sagt:

      Ich sehe eher den Trend, dass Arbeitgeber und Politiker präventiver und verständnisvoller arbeiten. Dazu muss man natürlich auch einen arbeitsplatz bekommen. Man hat aber erkannt, wie oft es zu persönlichen Krisen kommt und wie einzelne Subkulturen funktionieren. Von daher sind wir heute wohl schon etwas toleranter und geben mehr Freiheiten.

      Was die „Trauerbewältigung“ angeht, gibt es ja nicht nur stationäre Hilfen oder eine ambulante Psychotherapie. Leider informieren sich Menschen zu wenig über mögliche Angebote. Es gibt eine Menge Beratungsstellen, auch online, Vereine, Nachbarschaftszentren, Präventionskurs, etc. Wenn jemand sagt, er habe keine Zeit für so etwas, muss ich mir echt an den Kopf greifen. Wie viele Chancen wollen denn die Leute?

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  14. Michael sagt:


    zum. mal der Versuch die Verwicklungen darzustellen im Fall Mollath. Bezeichnender Weise aus der Anstalt.

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  15. Bombe 20 sagt:

    Naja, es ist schon absurd, wofür man so (zumindest vorläufig) zwangseingewiesen werden kann. Etwa, wenn man grundlos nett zu Menschen ist.

    Wobei, wenn ich einfach so Süßigkeiten an Kinder verteilen würde, fände sich garantiert auch irgendjemand, die die Polizei ruft…

    B20

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