BMI(rrtümer)

Veröffentlicht: Oktober 31, 2014 in Comics
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bmi

Hier gehts zur Studie, für die, die gerne Originalquellen lesen. Bonusinfo: nach Geschlechtern getrennt waren es 3% der Männer, die aufgrund ihrer Muskelmasse irrtümlich als adipös kategorisiert wuden… und 0% der Frauen.

Kommentare
  1. Kinchkun sagt:

    Der BMI unterscheidet noch nichtmal zwischen Fett und schweren Knochen!

    Krasse Studie. Müsste der BMI dann nicht nach oben korrigiert werden?

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    • Ich denke, wenn man in Betracht zieht, dass der BMI aus einer Zeit stammt, in der es mehr körperliche Arbeit gab als heute (= höhere Durchschnittliche Muskelmasse) wäre das schon ein überdenkenwerter Ansatz. Ich persönlich würde BMI mit der Taillenmessung kombinieren, denn das Bauchfett sagt auch viel über die Muskel-Fettverteilung aus (großer Bauchumfang kommt eher von Fett als von Muskeln). Für Frauen sollte der BMI wohl generell 1-2 Punkte runtergesetzt werden, da es einfach nicht realistisch ist, dass Frauen dieselbe Muskelmasse haben wie Männer (biologisch gesehen, denn nein, das ist kein soziales Konstrukt :D)

      Natürlich ist dann wieder der Aufschrei groß und das Gewettere über die pöhse Diätlobby geht los….

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      • Gerry sagt:

        Schwere Knochen? Die machen höchstens 2 kg Unterschied aus😉. Klar ist der BMI kein Instrument um eine abschließende Diagnose zu generieren, sondern eher, um die Tendenz festzusetzen (und das „unter Normalbedingungen“). Natürlich kommen noch andere Faktoren ins Spiel: Ist man Bodybuilder oder etwas in der Art, darf der BMI deutlich höher sein. Es gibt vorher extrem viele Punkte zu bestimmen, um einen echten Index zu bekommen. (Wir hatten hier eine spezielle Software dafür, da wir die für schulische Zwecke brauchten).

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        • Wobei mal ganz allgemein gesprochen… Bodybuilder haben in mancher Hinsicht durch die erhöhte Körpermasse ähnlich hohe Risikofaktoren wie Adipöse. Klar ist es gesünder wenn das „Übergewicht“ aus Muskeln besteht, aber es ist dennoch eine Masse, auf die der Körper an sich nicht ausgelegt ist. Das gesündere ist wohl doch noch, sich im Normalbereich aufzuhalten und ein vernünftig hohe Muskelmasse zu haben.

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          • Gerry sagt:

            Joah, klar, es kommt auch ganz drauf an, wie das Herz entwickelt ist, ob man Medikamente oder Steroide nimmt, und auch sonst wie man sich ernährt. Eine höhrere Körpermasse (das gilt sowohl für Muskeln als auch Fett) brauchen immer ein anderes Lebensverhalten (Essen, Sport, Stress…) als weniger Körpermasse. Der „Verbrauch“ wird übrigens mit dem Stickstoffhaushalt gemessen, dann lässt sichs genauer sagen. Aber Du hast da schon recht, in gewissen Fällen stimmt das tatschlich was Du sagst. Muskeln und Fett sind gut und wichtig, aber zu viel oder zu wenig ist immer ungesund.

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  2. stefanolix sagt:

    Interessant ist auch die Aussage, dass 48% der Frauen gemäß ihrem BMI fälschlich als nicht-adipös eingestuft wurden – bei den Männern waren es nur 22%. Da fragt man sich natürlich: Wer hat die Patientinnen und Patienten gewogen und mit was für Waagen? ;-)

    Wenn die BMI-Werte auf Selbstauskunft beruhen sollten, kann man sich einen Teil der Abweichungen nämlich damit erklären: Manche Frauen schätzen sich als zu leicht und manche Männer als zu groß ein. Lässt man die Patienten unbeaufsichtigt auf die Waage, könnten also falsche Ergebnisse angesagt werden.

    Seit #Waagnis (erinnert sich jemand?) wissen wir außerdem aus Sicht eines Waagen-Experten, dass die meisten im Haushalt eingesetzten Personenwaagen ziemlich fehlerhafte Angaben machen.

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    • Ich denke, wenn sie den Körperfettanteil gemessen haben, haben sie das Gewicht auch gleich mitgemessen, das ist ja eigentlich Standard. Und wenn du die Fettmessung machst, brauchst du auch die korrekte Größe, daher geh ich mal von aus, dass die Angaben keine SElbstauskünfte sondern Messungen waren. Die Differenz erklärt sich m.E. durch den Fakt, dass Frauen von Natur aus einen höheren Fettanteil haben und Männer eine höhere Muskelmasse. Da der BMI nicht nach Geschlecht trennt, ist die Abweichung also sehr logisch.

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      • stefanolix sagt:

        Soweit ich weiß, ist die Messung des Körperfett-Anteils auch mit Unsicherheit behaftet. Im KIESER-Training wurde das vor Jahren mal angeboten, da kam ein Unternehmen zu einer Aktion zum Messen. Die Messung funktioniert wohl über die Bestimmung des Widerstands des Körpers gegen einen ganz schwachen Strom. Die Ergebnisse wichen nach Aussage von Besuchern stark von den Beobachtungen und von anderen Messungen ab.

        Ich will wirklich nichts gegen die Studie sagen, aber ich konnte beim Überfliegen des Artikels nicht feststellen, wie die Werte tatsächlich erhoben wurden und ob sie bei allen Beteiligten auf die gleiche Weise erhoben wurden. Das scheint mir aber eine wichtige Frage zu sein.

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  3. Banaus sagt:

    Für die o.g. Fakten hast Du schonmal einen besseren Comic gemacht.

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    • Ich finde Comics mit konkreten Daten und Infos meist besser als die mit bloßer Punchline, daher habe ich mich entschieden die Studie zu verbloggen obwohl es schonmal nen thematisch ähnlichen comic gab.

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  4. bertrandolf sagt:

    Das zeigt das übliche Spiel. Mit Benchmarks kann maximal eine Tendenz erahnt werden. Vielleicht kann man größere Mengen damit vergleichen, aber Aussagen über einzelne Personen sind in keinster Weise plausibel. Den einzigen Sinn, den ich neben der Tendenz in der persönlichen Benutzung sehen kann, ist die Dokumentation und der Vergleich der Entwicklung mit anonymisierten Daten. Weil darin lassen sich gut die Körpermaße verstecken.
    Wirklich intressant wäre, wer die Verbreiterung des Benchmarks finanziert und gefördert hat.

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    • Tantal sagt:

      Der BMI ist nur eine Normierung des Gewichts auf die Körpergrösse, und weil man Grösse und Gewicht sehr einfach messen kann, im Gegensatz zum Körperfettanteil, eben sowohl für statistische Zwecke als auch als ein (!) Kriterium zur Beurteilung von Einzelfällen nützlich. Ich denke, ein Arzt ist schon in der Lage zu erkennen, ob ein BMI von 30 auf dicke Muskelpakete oder einen Bierbauch zurückzuführen ist.

      Der Witz ist, dass wahrscheinlich sowohl eine angepasste Formel, die Verzerrungen bei sehr kleinen und sehr grossen Menschen beseitigt, als auch die Verwendung von präziseren Körperfettwerten dazu führen würde, dass deutlich mehr Leute als adipös eingestuft werden (kleine Dicke, und Couchpotatos mit ein paar Pfunden zuviel). Das ist nur ironischweise das absolute Gegenteil dessen, was die meisten BMI-Kritiker eigentlich erreichen wollen. Kritik am BMI soll in erster Linie verschleiern, dass es in fast allen entwickelten Gesellschaften einen massiven Anstieg an Adipositas-Fällen gibt.

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  5. energist sagt:

    Eigentlich ist die Bonusinfo ja der wirkliche Erkenntnisgewinn😉

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  6. Soooo jetzt bin ich verwirrt. Eben einfach mal alle genannten Methoden durchgerechnet. Laut BMI bin ich mit 20.52 mitten im Normalgewicht, mein Taille-Größe-Verhältnis (0.39) und mein Körperfettanteil (20,23%) sind aber beide leicht im Untergewicht angesiedelt. Ich bin übrigens weder durchtrainiert noch sonst was. Wenn der BMI also für Frauen um ein paar Ziffern nach unten korrigiert werden würde, wäre ich fast übergewichtig UND leicht untergewichtig? o.O

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    • Ähm, mit 20.5er BMI bist du im unteren Normalgewicht des BMIs (20-25). Wenn der Frauen-BMI (wie teilweise schon der Fall) auf 18.5-24 herabgesetzt wird, dann bist du noch immer locker im Normbereich. Also von „fast übergewichtig“ ist da bei dir auf keiner Ebene eine Rede.

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      • Ich muss zugeben, ich habe eine App verwendet und es nicht selbst berechnet, laut der in meinem Alter (22), der Normal-BMI 18,5-23 wäre. Dann haben die wohl eine „kleine“ Korrektur an den Zahlen vorgenommen… -.- Dankeschön!

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  7. jck5000 sagt:

    Ich wundere mich bei einem Gesundheits-Artikel im PLoS, das er nicht mit Forderungen nach Warnmeldungen, Schockbildern und/oder Einheitsverpackungen endet – das bin ich von denen irgendwie so gewohnt… wäre aber doch eine lustige Idee: Kleidung in 42 oder größer nur noch in olivgrün, dem Markennamen in einer vorgegebenen Schriftart und -größe und 70% der Fläche mit Warnmeldungen „Dicke sterben früher“ und passenden Schockbildern: http://www.jacknaimsnotes.com/2010/04/wagners-classification-vs-texas.html

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  8. david sagt:

    Top-informativ heute, danke!

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  9. IULIUS sagt:

    Ehrlich gesagt, wenn jemand adipös ist braucht man mit Sicherheit keine Waage um das festzustellen.
    Mit Auge gucken reicht.

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  10. Hekate sagt:

    BMI … ich finde die Diskussionen um die Grenze zw. Unter- und Normalgewicht bei Frauen interessant. Mal wird sie bei 18,5 gezogen, mal bei 20.

    Ist sogar von Arzt zu Arzt verschieden; mal abgesehen von den Verdächtigungen Richtung Esstörung, wenn man sehr schlank ist, egal ob an der Grenze, etwas drüber oder leicht (d.h. 1-2 kg) untergewichtig. Äh sorry – jetzt bin ich vom Thema abgewichen.

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  11. patrick sagt:

    Hm, das mit dem BMI ist so eine Sache: Der BMI wird ja berechnet als Quotient von Gewicht dem Quadrat der Größe. Nun gibt es jedoch ein Problem: vergrößert man einen geometrischen Körper in alle drei Richtungen des Raumes mit dem gleichen Faktor, dann verhält sich das neue Volumen zum alten Volumen wie der Vergrößerungsfaktor hoch 3 zu 1. Die Dichte eines Menschen bleibt eigentlich immer gleich (bis auf schwere Knochen oder extreme Muskeln), also könnte man in der Formel auch das Gewicht durch das Volumen ersetzen. Das Quadrat der Größe lässt sich ziemlich einfach auf die Ursprungsgröße zurückführen: es ist nämlich das Quadrat des Vergrößerungsfaktors multipliziert mit dem Quadrat der Originalgröße. Berechnet man nun den neuen BMI, so stellt man fest, dass der neue BMI genau um den Vergrößerungsfaktor größer ist, als der alte BMI. Dies hat entscheidende Auswirkungen: Ein Mann mit 2m Größe hat bei gleicher Statur also einen 1,2 mal so großen BMI wie ein Mann mit nur 1,60m Größe.
    Überprüft man dies in der Wirklichkeit, so stellt man fest, dass die Statur großer Menschen sich tatsächlich ein wenig verändert, hin zu länglicheren Gliedmaßen und einem schmaleren Körperbau.(mathematisch: Die Größe-Volumen-Kurve besitzt also eine gebrochene Potenz zwischen 2 und 3). Nichtsdestotrotz kann ich aber selbst als Beispiel dienen: Mit einem (praktisch unerreichbaren) BMI von 20, dürfte ich bei 1,96m Höhe genau 77kg wiegen, mit einem gerade noch gesunden BMI von 25 wären es immerhin 96kg (damals sind meine eingefallenen Wangen bemängelt worden). Mit Beginn der Adipositas (BMI von 30 = 115kg) würden mich die meisten Menschen als durchschnittlich betrachten usw.
    Auswege: man könnte den BMI für bestimmte Größenklassen anpassen, genauso wie man ihn schon jetzt für Versehrte angepasst hat (fehlende Gliedmaßen). Das würde jedoch die direkte Vergleichbarkeit wiederum scheinbar schwierig machen.
    Ebenfalls könnte man den BMI durch eine genauere Formel ersetzen die mehrere Faktoren, wie Größe, verschiedene Körperumfänge, usw. berücksichtigt. Diese Formel würde jedoch ebenfalls nicht mehr einfach so auf der Straße berechenbar sein.

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