Stolz.

Veröffentlicht: Dezember 11, 2014 in Comics
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stolz

Kommentare
  1. tom174 sagt:

    Großartig!
    Werde ich demnächst wohl verwenden. Meine Frau ist nicht ganz so wettkampffeindlich.. aber die ein oder andere befreundete Pädagogin😀

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  2. dominic sagt:

    Gaaanz genau. Und später sind die kids nicht in der lage durch zu halten und einen kampf his zum ende durch zu stehen. Diese Kinder werden niemals Erfolg haben.

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  3. Anders sagt:

    Das letzte panel hat mich echt umgehauen, wie immer auf den Punkt genau😀

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  4. Tante Jay sagt:

    DAS SCHLEIFCHEN…. *rofl*
    Wie geil….

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  5. Jamie sagt:

    Ist doch egal, ob du eine fünf oder eine eins bekommen hast. Hauptsache, du hast was hingeschrieben! Das ist total super, auch wenn Rom nicht in Frankreich liegt. Du kannst stolz auf dich sein😀

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  6. m sagt:

    Ah, hartes Thema.

    “Everyone’s a winner!!1!”
    “Es gibt keine Verlierer, nur zweite Gewinner”
    usw.

    Millennials, das wird uns noch teuer zu stehen kommen. Ich denke, Social Justice Warrior sind der erste Hinweis. Finster.

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  7. only_me sagt:

    Für das Schleifchen gibt es auch von mir eine 1+
    🙂

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  8. bb73e7409d22767359d437e87bffb95b sagt:

    Herrlich. Ein böser Blick schützt nicht vor einer Auszeichnung.😀

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  9. wischiwaschi sagt:

    Muahahaha, du hattest dich zwar schon mal relativ ähnlich in einem Comic mit dem Thema beschäftigt aber ich lach mich trotzdem krumm. Weils so wahr ist.

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  10. Nick sagt:

    Ich sehe das etwas anders als die meisten hier. Zumindest bis zur zweiten Klasse sollte gelten: Jedes Kind das sich anstrengt (!) hat einen Preis verdient. Und jedes Kind, das sich nicht anstrengt, kriegt keinen.

    Weniger wichtig ist mir die absolute Leistung des Kindes, denn bei der Leistung kommt es sehr darauf an, wie das individuelle Kind zuvor gefördert wurde. Wenn ein Kind sich anstrengt, aber als einziges keinen Preis bekommt, wird es u.U. demotiviert – und ein vorhandenes aber nicht gefördertes Talent entwickelt sich nicht weiter.

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    • Wenn du mich fragst, sollte das dann individuel geregelt werden und auf das Kind abgestimmt. Wenn du ein Kind für eine objekiv schlechtere Leistung hochlobst, tritt ja genau der Effekt ein („Hält der mich für so doof, dass DAS schon toll ist für mich?“) und das schädigt eher das Selbstwertgefühl.
      Geht man hingegen individuell auf das Kind ein, kann man auch ehrlich loben, z.B. „Ich weiß, du hattest wenig Zeit zu trainieren und du warst vor kurzem krank, aber du bist dafür eine sehr gute Zeit gerannt und hast dich zum letzten Mal hin stark verbessert. Wenn du so weiter machst, kannst du ein richtig guter Läufer werden, denn dass du die Voraussetzung dafür hast, sieht man an deiner Leistung heute!“ anstatt „Hey, du bist (als vorletzter) ins Ziel gekommen, das ist suuuuuuuuuper!“

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    • LoMi sagt:

      Dem kann ich mich anschließen, Nick.

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    • Margret sagt:

      Seh ich auch so.

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    • von Romberg sagt:

      Schon kleine Jungens im Kindergarten wissen schnell wer im Fußball was kann und wer der beste ist. Die wissen in der ersten Klasse längst (seit Jaaaahren!) wer der stärkste ist. Und der schnellste. Die wissen ganz genau wer die Goldmedaille verdient hat! Die wissen schon aus jahrelanger Erfahrung wie das geht: sich körperlich anstrengen und gewinnen. Die kennen den Unterschied zwischen Leistung und Bestleistung! Die wissen auch, was es bedeutet, im Wettkampf ein Looser zu sein! Das passiert jedem von denen mal, das kennen die.

      Den „besseren“ Leistungen die entsprechende Belohnung zu verweigern und stattdessen einen schon für den Kindergartenkinder erkennbar wertlosen Allerwelts-Blechorden an alle zu verteilen fördert keine Leistung bisher unerkannter schlummernder Talente. Das fördert vielleicht den Zusammenhalt, weil: niemand wird ausgeschlossen, keiner wird alleingelassen, ja, das ja, aber als Anerkennung und Förderung von „Leistung“… Nein, da sind solche Blechorden schon Ende des Kindergartens längst völlig wertlos.

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      • John Doe sagt:

        Ja, das fördert den Zusammenhalt. Denn _jeder_ fühlt sich verarscht und wenig fördert den Zusammenhalt so gut, wie ein gemein(sam)er Feind. Die guten fühlen sich betrogen, weil sie abgewertet werden, die schlechten, weil sie ungerechtfertigterweise als besser dargestellt werden als sie sind. Was werden die Kinder daraus lernen? Lehrer(Pädagogen) haben keine Ahnung von nichts (und lieber Battlefield spielen, was dann wiederum Pädagogen stört, die keine Ahnung von nichts haben………. )

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  11. Robin sagt:

    Wir bekamen in der Schule auch Teilnehmerurkunden, aber die Besten bekamen halt Siegerurkunden😉

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    • Wie jemand auf Twitter ebenfalls sagte (trifft auch auf mich zu^^). Ich war ein fettes, unsportliches Kind und kam mir verarscht vor wenn ich eine Urkunde gekriegt habe:/

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      • Robin sagt:

        Jap, ich auch. In diesem Fall hat natürlich jeder gewusst, dass man für Teilnehmerurkunden nur anwesend sein musste und das gar nichts bedeutete. Kinder sind ja nicht blöd. Wenn man sich genauso scheiße fühlt mit Urkunde wie ohne, warum lässt man es dann nicht einfach?

        Naja, in der Oberstufe hatte ich dann meine verdiente Eins in Sport und seitdem bin ich versöhnt🙂

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  12. Leszek sagt:

    Ich habe Schulsport (oder besser den Zwang zum Schulsport) immer gehasst.
    Bei den bescheuerten Bundesjugendspielen auf der Schule habe ich meistens etwas bekommen, was „Siegerurkunde“ hieß, einmal auch eine sogenannte „Ehrenurkunde“.
    Ich habe den Quatsch dann zerrissen und weggeworfen.

    Erst mich zwingen mit meinem Körper irgendwelche Bewegungen zu machen, die ich nicht machen will und mich dann auch noch mit solchen beknackten Urkunden abspeisen anstatt mir eine angemessene Entschädigung für die Aussetzung des Selbstbestimmungsrechts über meinen eigenen Körper zu zahlen.

    Später habe ich mich dann regelmäßig bei solchen Veranstaltungen krank schreiben lassen und meine letzten Schuljahre hat mein Hausarzt mir freundlicherweise eine Schulsportphobie diagnostiziert und dann war ich vom Schulsport befreit.🙂

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    • Robin sagt:

      Ich hatte ja jahrelang die selbe Ansicht, aber inzwischen sehe ich wirklich keinen großen Unterschied mehr zwischen „Zwang zum Schulsport“ und „Zwang zu jedem anderen Fach“. Aber das hatten wir schon mal🙂

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      • Leszek sagt:

        @ Robin

        „aber inzwischen sehe ich wirklich keinen großen Unterschied mehr zwischen “Zwang zum Schulsport” und “Zwang zu jedem anderen Fach”. Aber das hatten wir schon mal“

        Doch, da gibt es m.E. wesentliche qualitative Unterschiede.
        Der Zwang zum Schulsport (im Gegensatz zum freien Angebot) greift viel direkter und unmittelbarer in die körperliche Selbstbestimmung ein, bis hinein in kleinste Bewegungsabläufe, die noch unmittelbar diktiert werden dürfen.
        Das Selbstbestimmungsrecht über den eigenen Körper wird auf die direkteste Art und Weise negiert. Der Staat (in Form des Zwangsschulsports) versucht quasi das eigene Ich als unmittelbare entscheidungsrelevante Instanz über den eigenen Körper zu verdrängen und sich selbst an dessen Stelle zu setzen.
        Die Herrschaft tritt hier in unverhüllter Form auf und vermittelt die Botschaft: „Nicht einmal dein eigener Körper gehört dir.“

        Wenig verwunderlich, dass der Zwang zum Schulsport ideengeschichtlich in wenig demokratischer Tradition steht:

        http://www.heise.de/tp/artikel/27/27516/1.html

        Zu berücksichtigen ist bei diesem Thema zudem noch die erhöhte Verletzungsgefahr beim Schulsport:

        http://www.dguv.de/medien/inhalt/zahlen/broschueren/broschschueler/Augenverletzungen_im_Schulsport_2012.pdf

        Und dass bezüglich Schüler, die weniger sportbegabt sind, zudem oft ein pädagogischer Gegenteileffekt eintritt, sie eher vom Sport abgeschreckt werden, dafür liefert ja sogar dieser Strang mehrere Beispiele.

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        • gruenkariert sagt:

          Was du beschreibst ist doch genau, was die anderen Fächer auch tun (bis auf vielleicht dieerhöhte Verletzungsgefahr, aber da könnte man auch eine Weile argumentieren…).
          Wenn ich Mathe hasse und muss dort sitzen, ist mein Recht auf körperliche Selbstbestimmung ebenfalls massiv eingeschränkt. Beim Schreibenlernen z. B. geht diese Machtausübung ebenfalls bis in kleinste Bewegungsabläufe. Oder beim Umgang mit Geodreiecken, nur so als Beispiel. Wenn dann noch der Lehrer verlangt, dass alle 1,5 Std. am Stück perfekt stillsitzen, oder dich nicht aufs Klo gehen lässt wenn du musst, ist diese sogar wesentlich krasser eingeschränkt als bei einem guten Sportlehrer, der nur anweist und dann machen lässt. Wenn also etwas die körperliche Selbstbestimmung von Schulkindern eingrenzt, dann ist es die Schulpflicht und die Art und Weise, wie oft immer noch Unterricht gestaltet wird.

          Der ideologische Hintergrund ist traurig, aber macht damit nicht alles daraus folgende schlecht oder schädlich. Wenn das so wäre, müssten wir die Institution Schule, in die Kinder per Gesetz gezwungen werden und in der weiterhin zu oft willkürlich Erwachsene extrem tiefgreifende, zum Teil demütigende Entscheidungen über sie und ihre Körper treffen können ohne dass sie genug Mitspracherecht hätten oder Mittel, sich bei Missbrauch zur Wehr zu setzen, gleich komplett abschaffen. Oh wait.😉

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          • Leszek sagt:

            @ gruenkariert

            „Was du beschreibst ist doch genau, was die anderen Fächer auch tun“

            Nein, bei den anderen Fächern ist über den Körper ausgeübter Zwang nur Mittel zum Zweck für andere Dinge – es wird daher völlig anders wahrgenommen.
            Aber, falls es dich tröstet: Ich lehne Zwang auch bezüglich vieler anderer Unterrichtsinhalte in Schulen ab, nicht nur beim Sport.

            „(bis auf vielleicht dieerhöhte Verletzungsgefahr, aber da könnte man auch eine Weile argumentieren…).“

            Die erhöhte Verletzungsgefahr ist natürlich ein gewichtiges Argument, aber dennoch nicht das wichtigste, denn auch ohne erhöhte Verletzungsgefahr ist der Zwang zum Schulsport abzulehnen. Menschen zu etwas zu zwingen, dass sie einer erhöhten Verletzungsgefahr aussetzt, macht die Sache aber noch krasser.

            „Wenn ich Mathe hasse und muss dort sitzen, ist mein Recht auf körperliche Selbstbestimmung ebenfalls massiv eingeschränkt.“

            Ja, aber nur als Mittel zum Zweck, die Herrschaft über den Körper ist hier weniger direkt und unmittelbar und wird daher im Allgemeinen auch nicht so wahrgenommen. Die meisten, die unter dem Zwang zu Mathematik in der Schule leiden, leiden nicht darunter, dass hier Zwang über ihren Körper ausgeübt wird, sondern dass sie gezwungen werden sich mit hochabstrakten Dingen zu beschäftigen, die sie nicht interessieren und größtenteils nicht brauchen.

            Ich vertrete zur Zeit das Konzept einer „Kernschulpflicht“, in der aber nur relativ Weniges verpflichtend sein soll, daneben soll die Schule viele, viele freiwillige Angebote zum Lernen anbieten.
            Was Mathematik angeht, würde ich nur solche Bereiche verpflichtend machen, die tatsächlich jeder Mensch sehr wahrscheinlich in seinem Leben brauchen kann (z.B. Grundrechenarten, Prozentrechnen), der größte Teil der Mathematik fiele bei mir in den Bereich der freiwilligen Angebote.

            „Beim Schreibenlernen z. B. geht diese Machtausübung ebenfalls bis in kleinste Bewegungsabläufe. Oder beim Umgang mit Geodreiecken, nur so als Beispiel.“

            Wird aber eben in phänomenologischer Hinsicht ganz anders wahrgenommen als der Zwang zum Schulsport und ist daher nur oberflächlich vergleichbar.
            Zudem hat speziell das Schreibenlernen eine völlig andere Wichtigkeit, denn von der Alphabetisierung hängt sowohl ein befriedigendes und erfolgreiches Leben des Individuums in einer modernen Gesellschaft ab als auch der Fortbestand einer modernen Gesellschaft. Hier liegen also gewichtige Gründe vor, die Zwang rechtfertigen können, denn Zwang ist immer rechtfertigungsbedürftig.
            Nicht einfach das Wünschenswerte darf erzwungen werden – ein Kriterium, das uns konsequent angewendet zum totalitären Staat führen würde – sondern nur das Notwendige (im Hinblick auf die Lebenschancen in einer modernen Gesellschaft und den Fortbestand ihrer Errungenschaften).

            „Wenn dann noch der Lehrer verlangt, dass alle 1,5 Std. am Stück perfekt stillsitzen, oder dich nicht aufs Klo gehen lässt wenn du musst, ist diese sogar wesentlich krasser eingeschränkt als bei einem guten Sportlehrer, der nur anweist und dann machen lässt.“

            Ja, aber so würde nur ein besonders schlechter Lehrer handeln, das Beispiel zeigt ja ausgesprochene pädagogische Inkompetenz. Solche Extrembeispiele sind kein Kriterium für die Beurteilung allgemein verbreiteter schulischer Zwangsmaßnahmen.
            Außerdem rechtfertigt die Existenz eines Unrechts nicht ein anderes.

            „Wenn also etwas die körperliche Selbstbestimmung von Schulkindern eingrenzt, dann ist es die Schulpflicht und die Art und Weise, wie oft immer noch Unterricht gestaltet wird.“

            Was nichts daran ändert, dass die Einschränkung der körperlichen Selbstbestimmung in der Regel nirgends direkter und unmittelbarer erlebt wird als beim Zwang zum Schulsport (immer vorausgesetzt, dass einem das Fach keinen Spaß macht).
            Ich fühlte mich in meiner Schulzeit z.B. sowohl durch den Zwang zum Sport als auch durch den Zwang zur Mathematik unterdrückt und ich kann dir versichern – das fühlt sich ziemlich verschieden an.

            „Der ideologische Hintergrund ist traurig, aber macht damit nicht alles daraus folgende schlecht oder schädlich.“

            Es offenbart das vordemokratische und autoritäre Wesen des Zwanges zum Schulsport, das ihm auch heute noch zugrundeliegt: die Idee, dass der Staat das Recht habe direkt und unmittelbar über den Körper eines jungen Menschen zu verfügen, die Aufwertung des Staates gegenüber dem Individuum – und genau das war und ist u.a. eine der Sozialisationsfunktionen des Zwanges zum Schulsport, der ja nicht zufällig historisch als Vorstufe zum Militarismus fungierte.

            „Wenn das so wäre, müssten wir die Institution Schule, in die Kinder per Gesetz gezwungen werden und in der weiterhin zu oft willkürlich Erwachsene extrem tiefgreifende, zum Teil demütigende Entscheidungen über sie und ihre Körper treffen können ohne dass sie genug Mitspracherecht hätten oder Mittel, sich bei Missbrauch zur Wehr zu setzen, gleich komplett abschaffen. Oh wait.“

            Eine Abschaffung der Schulpflicht zu fordern ist aus kinderrechtlicher Perspektive zwar konsequent, könnte aber m.E. leider andere negative Folgewirkungen nach sich ziehen, die ebenfalls eine Bedrohung für die Freiheit darstellen.
            Meine Ansichten zum Thema habe ich kürzlich in einer Diskussion mit Maren auf Robins Blog kurz dargestellt:

            http://robinsurbanlifestories.wordpress.com/2014/12/15/abtreibung-und-beratung-teil-2-ein-zwang-der-eigentlich-nur-eine-pflicht-ist-und-manchmal-eine-chance-sein-kann/comment-page-1/#comment-3999

            (siehe auch meinen Kommentar davor)

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            • tom174 sagt:

              Hm. Sport empfand ich nun nie wirklich als Zwang, das war viel mehr Freizeit als die anderen Schulfächer. Mein Horrorfach war Musik. Wir mussten Flöte spielen. Ich war die 5. Klasse in einer anderen Stadt, dort wurde das nicht gelehrt. Ich habe es nie gelernt und wurde jede zweite Stunde abgehört. Bloßgestellt vor der Klasse. War echt mein Albtraum. Und ich wurde da gezwungen.
              Ist natürlich extrem, und es mag in Sport auch ähnlich sein. Aber ich glaube auch nicht an völlig freies Lernen. Da hätte ich zuviel verpasst. Klar, Latein brauche ich kein Stück mehr, aber hier habe ich gelernt, auswendig zu lernen.
              Die Schule muss sehr viel ausgleichen, was die Eltern versemmeln. Und gerade auch Sport gehört hier dazu. Wenn wir Chancengleichheit wollen, dann muss die Schule imho maximal breit aufgestellt sein.

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    • LoMi sagt:

      Stimmt, ob man nun zum Schulsport oder zu Mathematik gezwungen wird, ist irgendwie gleich.

      Mein Problem mit dem Schulsport: Er hat mir alle Freude am Sport ausgetrieben, weil gnadenlos nur die Leistung zählte. Für jemanden, der „unsportlich“ war wie ich, war der Schulsport also ein dauerndes Misserfolgserlebnis und damit ein Hassfach. Ich habe erst spät und außerschulisch entdeckt, dass ich tatsächlich nicht unsportlich bin und auch Freude daran haben kann. Aber die allzu leistungsorientierte Bewertung hat die brachliegenden Potenziale links liegen lassen.

      Man kommt in der Schule auf Dauer nicht ohne Leistungsbewertungen aus. Schließlich ist es sinnvoll, wenn man den Grad erworbener Kompetenz irgendwie abbildet. Aber der Sport wäre ein Bereich, wo man am ehesten darauf verzichten könnte, weil Sport anders als Mathematik für die Berufspraxis vollkommen unbedeutend ist. Das schließt nicht aus, den Leistungsorientierten einen Sportkurs anzubieten, der stärker an Normerreichung ausgerichtet ist.

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      • tom174 sagt:

        “ Aber der Sport wäre ein Bereich, wo man am ehesten darauf verzichten könnte, weil Sport anders als Mathematik für die Berufspraxis vollkommen unbedeutend ist“
        Sehe ich komplett anders. Einmal abgesehen davon, dass das ebenso auf Musik, Kunst und Geschichte, Politik… zuträfe.
        Meine große Tochter ist ein totales Kopfkind. Sie ist nun in der 3. Klasse, ihr fliegt alles zu. Sie ist es gewohnt, überall zu den Besten zu gehören. Ausser in Sport (hier die Leichtatlethik). Riesen Drama, dass es da einen Wettkampf gab und sie zu den Schlechtesten gehört. Ich glaube, dabei hat sie mehr gelernt, als in allen anderen Fächern zusammen.
        Ebenso haben hier Kinder, die in Mathe, Deutsch usw. eben nicht zu den Besten gehörten, auch mal eine Chance.

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      • gruenkariert sagt:

        Das hör ich total oft in dem Kontext, aber warum ist Sport denn unbedeutend? Wenn der Unterricht anregend genug wäre, würde man sehr wichtige Dinge lernen über seinen Körper, über die Wichtigkeit von regelmäßiger Bewegung, über körperliche Gesundheit… Das ist für die Lebenspraxis sehr bedeutend, also auch für die Berufspraxis😉

        Ich hab auch immer auf Sportunterricht und Sportzwang geflucht und mich öfter mal krankschreiben lassen, obwohl ich schlank und sogar sportlich war. Aber da war einfach durchgängig der Unterricht schlecht und weder Zwang noch Relevanz der Inhalte unterscheiden sich von denen in anderen Fächern.

        Mit hat zum Beispiel auch der chemieunterricht alle Freude an der chemie ausgetrieben, und zwar nachhaltig. Heute ärgere ich mich sehr darüber, weil es viele wichtige Dinge gibt, die ich im Alltag an Chemiegrundwissen brauchen würde. Aber schlechter Unterricht und Zwang habens versaut…

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        • LoMi sagt:

          @grünkariert

          “ Wenn der Unterricht anregend genug wäre, würde man sehr wichtige Dinge lernen über seinen Körper, über die Wichtigkeit von regelmäßiger Bewegung, über körperliche Gesundheit… Das ist für die Lebenspraxis sehr bedeutend, also auch für die Berufspraxis“

          Bis auf „Berufspraxis“ unterschreibe ich das alles. Genau deswegen finde ich die starke Leistungsorientierung schwierig, weil sie nur Normerfüllung prämiert. Aber auch der langsame Läufer hätte GEwinn davon, wenn er überhaupt liefe, anstatt sich lieber nicht zu bewegen. Doch warum sollte er laufen, wenn er sowieso weiß, dass er eine sechs bekommt? Da motiviert ihn gar nix mehr.

          @Tom
          „Sehe ich komplett anders. Einmal abgesehen davon, dass das ebenso auf Musik, Kunst und Geschichte, Politik… zuträfe.“

          Ja, trifft auf diese Fächer auch zu und gerade bei Kunst und Musik finde ich Noten auch etwas sinnlos.

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          • tom174 sagt:

            Der Sinn dahinter ist, dass Wettbewerb und Konkurrenz starke Antreiber sind. Mir zum Beispiel macht ein Tischtennismatch ohne zählen weniger Spass. Skat ohne aufschreiben? Undenkbar.

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            • LoMi sagt:

              Tom

              das ist aber nicht verallgemeinerbar.
              Ich mochte eine klare Notendifferenzierung im Studium, ja. Da wollte ich auch deutliche Signale. Aber Tischtennis mag ich z.B. lieber ohne Punkte. Die Punkte setzen mich eher unter Druck.

              Menschen sind unterschiedlich. Nicht jeder empfindet Wettbewerb stimulierend. Es kommt wahrscheinlich auch auf eine Mischung an. Also ohne Erfolgskriterien und der Leistungsmessung werden Aktivitäten auch demotivierend. Die Frage ist nur, wie man die Erfolgskriterien definiert bzw. ob man sie durchgängig standardisiert.

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              • tom174 sagt:

                Ich habe nicht geschrieben, dass das immer und für jeden zutrifft. Ich habe nur einen Sinn erwähnt.
                Wofür willst du denn eine klare Notendifferenzierung im Studium, aber nicht in der Schule?
                Wenn ich einen körperlich anstrengenden Ausbildungsplatz zu vergeben habe, dann interessiert mich die Sportnote durchaus. Für Werbekaufleute ist die Kunstnote interessant.
                Nein, man kann die Fähigkeiten eines Menschen nicht in ein Notenschema pressen, aber sie geben hinweise darauf. Nicht mehr, nicht weniger.

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                • LoMi sagt:

                  Tom

                  „Nein, man kann die Fähigkeiten eines Menschen nicht in ein Notenschema pressen, aber sie geben hinweise darauf. Nicht mehr, nicht weniger.“

                  Gar so lief das im Osten nicht. Da wurden die Noten nicht einfach nur als „Hinweise“ interpretiert. Das war schon auch eine Engführung des Blicks auf Leistung als Wert an sich und zwar die Leistung, die über Normen definiert wurde.
                  Die 3000 Meter trotz des klar zu erwartenden Misserfolges durchzulaufen galt nicht als Leistung. Hatte man die Zeit verfehlt, war es eben eine fünf. Akzeptabel ist die Fünf als Gradmesser des Könnens: Der kann eben nicht schnell laufen. Aber es sollte dann schon noch irgendwie gewürdigt werden, dass man sich trotzdem anstrengt, obwohl der Misserfolg wahrscheinlich ist. Leider lief es oft darauf hinaus, dann das Laufen ganz sein zu lassen. Das war ökonomischer und hatte das gleiche Ergebnis, eine Fünf. Das aber verfehlt den Sinn von Sport komplett, wo es nicht nur um Wettkampf geht, sondern auch um Bewegung an sich, im Sinne der Gesundheit.

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            • HansG sagt:

              Das ist genau der Punkt den LoMi bemängelt. Wettbewerbe können eine tolle Sache sein. Schulsport ist aber ein ständiger Wettkampf.

              Ohne Aussicht auf einen Platz im vordersten Drittel entwickelt der Schulsport damit zwangsläufig zum Hassfach. Bei mir ging das teilweise so weit, dass sich meine Leistungsbereitschaft im Schulsport auf Anwesenheit reduzierte.

              Dabei bin ich aber nicht einmal unsportlich. Im Gegenteil habe ich durchaus Gefallen an Wettkämpfen gefunden die ich mir selbst ausgesucht habe.

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              • tom174 sagt:

                Schulsport war für mich nicht mehr oder weniger Wettkampf als Mathe. Da hatten auch einige keinerlei Chance ins bessere Drittel zu kommen.
                Man kann nun natürlich sich auf die Position stellen, dass Sport, Musik, Kunst und dann aber vor allem auch Religion nichts im Schulbildungssystem verloren haben und die Eltern das den Kindern aussuchen sollen. Halte ich aber nichts von. Die Fächer, so sehr ich Musik und Kunst gehasst habe, gehören zur Allgemeinbildung dazu.
                Ich finde es zwar schon seltsam, dass eine eins in Sport eine 5 in Chemie ausgleichen kann… aber so ist es halt.

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                • LoMi sagt:

                  „Ich finde es zwar schon seltsam, dass eine eins in Sport eine 5 in Chemie ausgleichen kann… aber so ist es halt.“

                  Das ist in der Tat seltsam. Am Ende sollte doch eher das Profil zählen, das sich aus den unterschiedlichen Noten ergibt. Da wäre doch der Ausgleich nicht notwendig.

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          • gruenkariert sagt:

            Ja, das mit dem Laufen sehe ich genau so. Genau das wollte ich sagen😀

            Noten in Kunst und Musik kann man genau so gut oder schlecht vergeben wie in den anderen Fächern. Man lernt Fakten und optimalerweise noch Zusammenhänge und Methoden und wendet diese anschließend auf neue Fälle an. Das lässt sich dann prüfen und benoten. Dass das bei uns so Wischiwaschifächer geworden sind, in denen man mal ein Lied singt oder wenn man Glück hat eines genauer analysiert, liegt auch wieder nur an der Form des Unterrichts (und natürlich gibt es positive Gegenbeispiele), würde ich behaupten. Und die Fähigkeit, aus bildender Kunst und Musik Bedeutungen herauszulesen oder sogar selbst damit zu erzeugen, halte ich auch für eine sehr wichtige Fähigkeit. Und je nach Beruf kann die auch dafür irgendwann sehr relevant sein.

            Mal abgesehen davon finde ich Noten eh kacke, weil sie zu stark abkürzen, defizitorientiert sind und nichts Qualitatives über die Fähigkeiten einer Person aussagen, also dem Lernenden in keiner Weise helfen, sich gezielt weiter zu entwickeln. Das wollte ich noch loswerden :p

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      • @lomi
        Mir gehts da wie dir, der Schulsport hat mir jegliche Freude an körperlicher Bewegung ausgetrieben. Ich hatte/habe (hat sich größtenteils ausgewachsen) ziemliche Defizite in der Feinmotorik, bedingt durch Sauerstoffmangel bei der Geburt, was u.A. zur Folge hatte dass mein Gleichgewichtssinn jenseits von Gut und Böse war, ich konnte nichtmal auf einem Bein hüpfen ohne mich auf die Fresse zu legen.
        Schulsport war für mich immer Versagen, ich war immer die Schlechteste, selbst wenn ich mich angestrengt habe.
        (Meine Mutter hatte mich mal testen lassen, so ein standardisierter Feinmotoriktest. Der Sporttherapeut sagte hinterher , dass es das schlechteste Ergebnis gewesen sei, was ihm in seiner Karriere untergekommen sei, allerdings wäre ich beim Punktezusammenrechnen schneller gewesen als er.)

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      • Robin sagt:

        Meine Erfahrung ist, dass gerade viele Geisteswissenschaftler den Schulsport in schlechter Erinnerung haben, weil sie dahingehend einfach nicht so begabt sind und daher eine Notenaussetzung für dieses Fach fordern. Ich sehe das anders. Jedes Fach ist im Grunde ein Wettbewerb und daher ist es nicht einzusehen, weshalb gerade Sport hier eine Ausnahme sein soll. Schüler mit sportlich-kinästhetischer Intelligenz verdienen genauso ihre Erfolgserlebnisse wie Schüler, deren Begabungen eher im Bereich sprachlich-linguistisch und/oder logisch-mathematisch liegen.

        Klar könnte man einwenden, dass Sport nicht SO wichtig ist, aber dafür ist es ja auch das einzige Fach, das sportlich-kinästhetische Schüler fordert, während logisch-mathematische Schüler gleichzeitig in mehreren Fächern profitieren.

        Solche Schüler müssen mit Misserfolgen und schlechten Noten genauso lernen klar zu kommen wie Schüler, die schlecht in Mathe sind. Auch kann die individuelle Anstrengung nicht in Sport plötzlich gewertet werden, in jedem anderen Fach jedoch nicht. Jedes Fach hat „normorientierte“ Bewertungsmaßstäbe. Einer Matheniete kann man keine Eins geben, selbst wenn sie sich sehr angestrengt hat, wenn trotzdem die Hälfte ihrer Lösungen falsch ist. Maximal kann man hier was über die Mitarbeitsnote drehen, aber die macht aus einer Fünf halt auch keine Zwei.

        In der Bewertung von Sport sehe ich keine Ungerechtigkeit – wohl aber in der ART der Bewertung.

        So ist es bloßstellend und zudem unlogisch, die Schüler selbst ihre Mannschaften wählen zu lassen. Erstens ist die einzige Person in der Sporthalle, welche die Kompetenz besitzt, gut durchmischte Mannschaften aufzustellen, der Lehrer. Zweitens ist das von Schülerseite ein reiner Beliebtheitswettbewerb, der bei vielen zu den schlimmsten Augenblicken ihrer Schullaufbahn gehört. Das ist etwas, was es in keinem anderen Fach gibt, also ist nicht einzusehen, warum das beim Sport gerechtfertigt sein soll.

        Das alltägliche Mobbing im Sportunterricht wird zudem unterdurchschnittlich oft sanktioniert. Während Schüler, die ihre Mitschüler auslachen, weil sie beim Vorlesen etc. versagen, vom Lehrer ziemlich sicher gerügt werden, wird dies im Sportunterricht eher zugelassen, selbst wenn der Ton noch viel harscher ist. Hier sollte weniger der Wettbewerbsgedanke als die Solidarität innerhalb der Klasse sowie soziale Kompetenzen gestärkt werden.

        Und letztendlich ist Sport als Wettbewerb an Schulen zu überrepräsentiert. Warum gibt es Schulsportfeste, aber keine Schreibwettbewerbe? Warum Fußballturniere zwischen Parallelklassen, aber kein Naturwissenschaftsquiz? Das erzeugt den Eindruck, dass sportliche Begabung wesentlich wichtiger sei als alles andere.

        In meiner Vision einer Ganztagsschule wäre das anders, aber da wäre Sport tatsächlich auch vierstündig🙂

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    • lolek66 sagt:

      klingt aber gar nicht nach einem Gefälligkeitsgutachten

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  13. groddeolm sagt:

    Hat dies auf Seelenkekse rebloggt und kommentierte:
    Genau so isses!

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  14. turtle of doom sagt:

    Wichtig ist auch, dass eine Zielsetzung des Sportunterrichts ist, die Leute fit zu halten für den Wehrdienst. Und nicht so sehr die Gesundheitsförderung oder die Belebung des Teamgeistes. Die Schweiz schreibt per Bundesgesetz und seit sehr langem mindestens drei Wochenstunden Sport- und Turnunterricht vor. Bis und mit Abi bzw. Ende der Berufsausbildung. In der übrigen Gestaltung des Stundenplanes hält sich der Bund bemerkenswerterweise zurück.

    In meinem Kanton gab es vor Jahren einen Vorstoss einiger Parlamentarier, dass die Noten des Sportunterrichtes nicht mehr in die Beförderung einfliessen sollten. Dies sei unfair gegenüber den weniger sportlichen Menschen. Und wie Robin anspricht – dies kann gegenüber den sportlich veranlagten Menschen wiederum unfair sein.

    Egal ob Sport, Französisch oder Mathe – eine derart schlechte Schulnote, so dass sie die Promotion gefährdet, kann bei uns nur durch eine Verweigerungshaltung des Schülers entstehen.

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  15. aga80 sagt:

    Das ist eine interessante Herangehensweise an das Thema. Manchmal möchte man solchen Gutmenschen einfach nur ein Abbo vom Watschenbaum spendieren … oder ihre eigene Logik zu fressen geben.

    Danke.

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