Er hat Neger gesagt.

Veröffentlicht: September 1, 2015 in Uncategorized

pc

Kommentare
  1. gnaddrig sagt:

    Das beste ist, dass man weite Teile der Debatte einschließlich der zugehörigen Shitstorms einfach aus früheren Diskussionen übernehmen kann. Einfach kopieren, fällt keinem auf. Wer’s anspruchsvoller mag, formuliert selbst neu (oder um).

    Wenn es so aussieht, als sei die Diskussion am Einschlafen, kann man ein beliebiges der früher schon tausendmal (und in der aktuellen Debatte sicher auch schon drei- oder viermal) durchgekauten Strohmannargumente nochmal in den Ring werfen, vielleicht eine neue Sockenpuppe besonders emotional drauf reagieren lassen und schon zieht der Kamin wieder kräftig.

    Ich sehe da Raum für eine neue Servicesparte: Internet Debate Engineering. Profis basteln Debatten zu beliebigen Themen mit vorher festgelegten Verläufen. Da liegt das Geld praktisch auf der Straße…

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    • käse sagt:

      Das ist das tolle am Internet und gleichzeitig der Grund, warum man das Internet am besten sofort löschen sollte.
      Copypasta langweilt irgendwann, also löschen wir den alten Käse und man hat das Gefühl, man könne jetzt endlich eigene Argumente diskutieren und zusammentragen.
      Nach aktuellem Stand reicht blos google, Anstrengung = Null.

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  2. gerks sagt:

    Unsere Empörungskultur Pflegen und hegen wir sie.

    Twitter ist der A….h der Welt und die Shitstorm sind die Fürze die da rauskommen. Und am krassesten ist, dass so viele im,Journalismus daran so oft und so lang riechen. Und dann den mit raus geblasenen Sch…s auch noch publizieren.

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  3. IULIUS sagt:

    Gab es es eigentlich schon bei den Römern Neger?

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    • Kuttel Daddeldu sagt:

      Naja, auf jeden Fall gab es da auch schon so latente Rassisten wie Dich (deren Untermenschen bezeichneten sie allerdings als „Barbar(en)“ (barbarus), abgeschaut von den Griechen, nachzulesen beim Fachblatt für römische Kultur von Uderzo & Goscinny)…🙂

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      • IULIUS sagt:

        Ichlage doch einfach mal vor, daß Du das mit dem „latenten Rassisten“ einfach zurück nimmst.

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        • Kuttel Daddeldu sagt:

          Nö.

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        • Leszek sagt:

          @ Julius

          „Ichlage doch einfach mal vor, daß Du das mit dem “latenten Rassisten” einfach zurück nimmst.“

          Aber Julius, darf ich dich an ein paar deiner Ausfälle gegen mich erinnern?

          Zur Erklärung:
          Mich hat Julius mal als „faschistisch“ und „gewalttätig“ beschimpft.
          Als „faschistisch“, weil ich die allgemein anerkannte Praxis gewaltfreier Aktionsgruppen bei manchen gewaltfreien Aktionen kleine Sachbeschädigungen in Kauf zu nehmen, verteidigt habe (es ging in dem Beispiel um Anhänger Martin Luther Kings, die bei einem Go-in eine Tür oder eine Fensterscheibe beschädigten um hinein zu gelangen und um Anhänger Gandhis sowie englische gewaltfreie Atomwaffengegner, die als symbolische Handlung einen Stacheldrahtzahn niederrissen), als „gewalttätig“ bezeichnete er mich hingegen, weil ihm irgendwelche Wiederholungen in meinen Texten nicht gefielen und Wiederholungen in Texten gewalttätig seien.

          Ein anderes Mal erfand Julius Positionen zur anarchistischen Ethik, die er mir unterstellte, die nichts mit der Ethik des Anarchismus zu tun hatten, wieder ein anderes Mal warf er mir vor, ich würde vertreten, dass Kinder nur lernen sollten, „was sie für ihre Gruppen bräuchten“, obwohl ich so ziemlich das Gegenteil davon vertreten hatte (Orientierung am Individuum und an einer auf Aufklärung beruhenden Gesamtgesellschaft).

          Dem allem ging übrigens keine Beleidigung von mir gegen Julius voraus, ich kannte den Typ gar nicht.

          Julius ist m.E. kein Rassist, aber einer der mit Abstand durchgeknalltesten Kommentatoren, denen ich im Netz bisher begegnet bin.

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          • IULIUS sagt:

            @Leszek,
            wenn ich mich nicht ganz irre, hatte ich das lediglich mit identische Handlungs- und Denkweisen verglichen. Insofern war der Vergleich gerechtfertigt und angemessen.

            Aber interessant, daß Du Dich an im Grunde nicht mehr wahre Diskussionen erinnerst. Führst Du darüber Buch oder merkst Du Dir so etwas?

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            • Leszek sagt:

              @ Julius

              „wenn ich mich nicht ganz irre, hatte ich das lediglich mit identische Handlungs- und Denkweisen verglichen. Insofern war der Vergleich gerechtfertigt und angemessen.“

              Gewaltfreien Aktivisten (wohlgemerkt, das sind Leute, die nicht zurückschlagen, falls die Polizei zuschlägt) mit humanistischer, menschenrechtlicher und basisdemokratischer weltanschaulicher Orientierung als „faschistisch“ zu bezeichnen wegen Sachbeschädigungen der oben genannten Art als Bestandteil gewaltfreier Aktionen ist genauso irrational wie dein persönliches Bedürfnis darüber zu bestimmen, was ein anderer schreiben darf oder nicht, damit zu begründen, dass angebliche Wiederholungen in Texten jemanden zum „Gewalttäter“ machen.
              Eine komplett durchgeknallte „Argumentation“ also und selbstverständlich mit keiner gängigen Definition von „faschistisch“ oder „gewalttätig“ in Einklang zu bringen und auch nicht mit irgendeinem Alltagsverständnis dieser Begriffe und auch nicht in irgendeinem analogen Sinne.

              „Aber interessant, daß Du Dich an im Grunde nicht mehr wahre Diskussionen erinnerst.
              Führst Du darüber Buch oder merkst Du Dir so etwas?“

              Ich merke mir so etwas.

              Ich fand es gerade nur amüsant, dass jemand wie du, der Probleme hat sachlich zu diskutieren und Beleidigungen und Diffamierungen, Unterstellungen und Erfindungen als diskursstrategische Mittel in Diskussionen verwendet, so empfindlich ist, wenn er dann selbst mal scharf kritisiert wird.

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              • IULIUS sagt:

                @Leszek,
                es macht einen Unterschied, ob ich zu Dir sage, Du benimmst Dich wie ein Faschist, oder ob ich zu Dir sage, Du bist ein Faschist.
                Beim ersten betrachte ich Dein Verhalten und zeige Parallelen auf,
                beim zweiten beleidige ich Dich einfach nur.

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                • Leszek sagt:

                  @ Julius

                  Offenbar hast du eine ähnliche Mentalität wie manche radikale Antifa-Aktivisten (es gibt allerdings auch gemäßigte Antifa-Aktivisten). Die schmeißen auch gerne undifferenziert mit Faschismus-Vorwürfen und -Analogien um sich, auch wenn es nicht passt und merken noch nicht mal, dass sie dadurch unglaubwürdig werden und der eigenen Sache schaden.

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                  • IULIUS sagt:

                    Was hat Dein Beitrag mit meinem zu tun?

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                  • Leszek sagt:

                    @ Julius

                    „Du meinst Du schmeißt undiffernziert mit Vergleichen herum und machst Dich unglaubwürdig.“

                    Mein Vergleich passt schon.
                    Extrem undifferenzierte Faschismus-Vorwürfe oder -Analogien kenne ich von solchen Leuten – und von dir.
                    Nun gibt es natürlich auch viele Antifa-Aktivisten, die nicht so drauf sind, sondern nett, gemäßigt und diskussionsfähig sind. Diese werden von mir auch gegen ungerechtfertigte Kritik verteidigt.
                    Aber es gibt auch solche Individuen in der Antifa-Szene, die ebenso wie du Beleidigungen, Diffamierungen und Unterstellungen verwenden.
                    Da ist also eine Gemeinsamkeit im Umgang mit Andersdenkenden, die auf eine ähnliche Mentalität schließen lässt.

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                    • IULIUS sagt:

                      @Lezek,
                      nur weil Du Dein argumentum ad hominem ad nauseam wiederholst wird es nicht richtiger.

                      Aber wie Du vorhin selbst einwarfst, fällt es auf Dich zurück und macht Dich selber absolut unglaubwürdig. Sie es mal aus meiner Warte, was soll ich an der Stelle noch zur Sache sagen können?

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                    • Leszek sagt:

                      @ Julius

                      „nur weil Du Dein argumentum ad hominem ad nauseam wiederholst wird es nicht richtiger.“

                      Doch, doch, Julius.

                      Hier bist du im Originalton – Julius über mich am Mai 13, 2015 um 16:06:

                      „Wo soll man solch eine absolut willkürliche demokratiefeindliche Anspruchshaltung einordnen? Alles was den Faschismus ausmacht ist in seinem Denken und Handeln vorhanden.“

                      Und hier, der war auch gut – Julius am Mai 13, 2015 um 18:27 zu mir:

                      „Du setzt auch Gewalt gegen Menschen direkt ein.“

                      Solche Äußerungen sind an intellektueller Primitivität und Argumentationsarmut schwer zu überbieten, da muss man erstmal einen radikalen Antifa-Aktivisten finden, der etwas vergleichbar Dummes bieten kann.

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                    • IULIUS sagt:

                      Siehst Du, das hast Du schon damals nicht verstanden.

                      Im Übrigen ipse dixit i. V. m. non sequitur / Strohmann-Argument.

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                    • Leszek sagt:

                      @ Julius

                      „Siehst Du, das hast Du schon damals nicht verstanden.“

                      Ja, Julius, der Versuch einfach auf angebliche tiefere Bedeutungsebenen zu verweisen, wenn man Scheiße erzählt und sich asozial benommen hat, mag dir als tolle Diskursstrategie vorkommen, ist hier nur leider so stark an den Haaren herbeigezogen, dass du nicht ernsthaft erwartest, dass das jemand ernst nimmt, oder?
                      Aber ich muss etwas grinsen bei dem Gedanken, was für hermeneutische Verrenkungen du dir jetzt in deinem Kopf wohl zusammenspinnst.

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                    • IULIUS sagt:

                      Joa klar, Verweise auf Deine unlauteren Diskussionsstrategien sollen einen tieferen Sinn haben.

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                    • Leszek sagt:

                      @ Julius

                      „Joa klar, Verweise auf Deine unlauteren Diskussionsstrategien sollen einen tieferen Sinn haben.“

                      Natürlich haben deine Ausfälle keinen tieferen Sinn, sondern stellen ganz triviale Pöbeleien dar. Daher ist dein Rumeiern ja gerade so amüsant, ebenso deine Empörung, wenn du scharf kritisiert wirst.🙂

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                    • IULIUS sagt:

                      @Lezek,
                      Du meinst meine Kritiken sind „Ausfälle“ und „Pöbeleien“, während Deine permanenten Beleidigungen, Diffamierungen und Unterstellungen was sind?

                      Schlage vor, Du suchst Dir jemand anderes zum Diskutieren.

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                    • Leszek sagt:

                      @ Julius

                      „Du meinst meine Kritiken sind “Ausfälle” und “Pöbeleien”,“

                      Ja, Julius, deine „Kritiken“ sind offensichtlich Ausfälle und Pöbeleien.

                      „während Deine permanenten Beleidigungen, Diffamierungen und Unterstellungen was sind?“

                      Meine gut begründete Kritik an deinen Ausfällen und Pöbeleien stellt eine angemessene Reaktion auf diese dar. Wenn man grundlos und unprovoziert ausfällig gegen Andere wird, darf man eben nicht erwarten, dass darauf keine Reaktion erfolgt. Merk dir das einfach als kommunikationspsychologische Regel.🙂

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                    • IULIUS sagt:

                      Womit meine von Dir zitierte Aussage
                      „Und hier, der war auch gut – Julius am Mai 13, 2015 um 18:27 zu mir:

                      “Du setzt auch Gewalt gegen Menschen direkt ein.”“
                      sich wiederholt bestätigt hat.

                      Nun aber wirklich Schluß.

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                    • Leszek sagt:

                      @ Julius

                      „Womit meine von Dir zitierte Aussage
                      “Und hier, der war auch gut – Julius am Mai 13, 2015 um 18:27 zu mir:
                      “Du setzt auch Gewalt gegen Menschen direkt ein.””
                      sich wiederholt bestätigt hat.“

                      Du findest also, dass man dir Gewalt antut, wenn man dich mit deinen Pöbeleien konfrontiert? Armer Julius, jetzt bist du also sogar zum Gewaltopfer geworden.🙂

                      Du gehörst zu jenen Leuten, die sehr empfindsam sind, wenn es um sie selbst geht, aber gar nicht, wenn es um Andere geht, nicht wahr?
                      Na ja, dann hast du jetzt hoffentlich was dazu gelernt.

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        • maSu sagt:

          IULIUS: Gib es auf, das Thema zieht Idioten an, wie das Licht die Motten… da kommen bei jeder Verwendung gewisser Worte einfach nur die primitivsten Beißreflexe durch.

          Das ist wie mit den pawlowschen Hunden: Nur das hier statt einer Glocke eine Auswahl von Worten ausreicht und schon fangen sie an zu geifern – und das nicht nur latent.

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    • gnaddrig sagt:

      Anders gefragt: Kannten die Römer ein der heutigen political correctness vergleichbares Konzept?

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      • IULIUS sagt:

        Dazu müßte man erst einmal festlegen, was „political correctness“ überhaupt bedeutet, bzw. in welcher Definition man das benutzt.

        Meines Wissens wurden alle dunkleren Menschen homo niger genannt, übersetzt „schwarzer Mensch“. Im Großen und ganzen waren alle Menschen innerhalb ihrer Einteilung gleichberechtigt und keine Unterschiede gesehen. Gab halt Römer (Adel und Bürger), Freie, Freigelassene, Sklaven und Fremde. Diese Einteilung hatte im Prinzip nur wirtschaftliche und rechtliche Gründe. Z. B. durften nur Römer in Rom Handel treiben. Bei entsprechenden Verdiensten für Rom konnte jeder, außer den Sklaven, das recht Römer zu werden, erwerben.

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        • Kuttel Daddeldu sagt:

          Meines Miterlebens (nochmal was anderes als nur zu wissen) ist der Begriff „Neger“ heute derart negativ konnotiert, dass sich viele der so bezeichneten Leute schlicht schwer angepisst fühlen. Ergo ist ignorant, wer das relativiert.

          Meine persönliche Hemmschwelle hängt am Begriff „Zigeuner“, denn der ist bei mir ebenso wie „Gypsi“ total positiv belegt, warum ich ihn noch immer ganz normal nutze. Er gilt aber heute mehr denn je als Schimpfwort. Tja. Davon ab geht mir PC-Sprech i.d.R. auf den Geist, aber so klare Veränderungen wie bei „Neger“ sind die Diskussion nicht wert. Das wird meist abwertend empfunden.

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          • IULIUS sagt:

            Falsch, der Begriff Neger wird künstlich als abwertend eingestuft. Das hat genauso viel Sinn, wie die Rechtschreibreform.
            Wer regt sich denn wirklich auf? Weiße, die sich als Philosophen sehen wollen.

            M. E. wird der Deutsch Begriff von einigen einfach mit dem amerikanischne „Nigger“ gleichgesetzt, um daraus „Rassismus“ zu konstruieren. Ein schwerer Fehler in der Argumentation. Zwei verschiedene Länder, zwei verschiedene Sprachen, zwei verschiedene Sitten, zwei verschiedene Bedeutungen.

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            • Frank sagt:

              Im Gegensatz zum „Neger“ weiß man bei der Rechtschreibreform was richtig und falsch ist, weil es Regeln gibt, die sich jeder ansehen kann. Verbindlich.
              Das es sehr viele Menschen in Deutschland gibt, die nicht wissen, was aktuell pc ist und deswegen unsicher sind, wie sie denn Schwarze nun nennen sollen, finde ich unerträglich. Das ist der Verdienst von übereifrig Korrekten, die zu blöd sind um zu unterscheiden, welche Intention jemand hat, der „Neger“ sagt und sich auf das einzelne Wort stürzt, statt den Kontext zu sehen.
              Wenn jemand bösartige Absichten hat, findet der haufenweise geeignetere Wörter für seine Absicht an Stelle von „Neger“.

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            • Kuttel Daddeldu sagt:

              Is ok, Julius, dann nochmal konkreter (da es ja anscheinend nicht ankam): wenn ich also das nächste Mal – erneut – mitbekomme, dass ein Schwarzer das scheiße findet, Neger genannt zu werden und darauf empört reagiert – dann schick ich den zu Dir (oder Frank), ihr erklärt ihm dann schon, wie falsch er damit liegt und dass er sich damit gefälligst anzufreunden habe.

              Die Diskussion um einen Begriff ist obsolet, wenn sich ein Sprachgebrauch ändert. Heute wird der Begriff überwiegend definitiv abwertend wahrgenommen, ob ihr das akzeptiert (oder auch nur wahrhaben wollt) oder nicht. Da kann man gern auch die übertriebene PC vergangener Tage für verantwortlich machen, das ändert daran aber nix mehr.

              Übertriebene PC zeigt sich heute imho an anderen Dingen/Begriffen.

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              • maSu sagt:

                Kuttel Daddeldu:
                Zitat:
                „Heute wird der Begriff überwiegend definitiv abwertend wahrgenommen“
                Zitat Ende.

                Das Problem bei der Kommunikation ist immer noch: Es gibt einen Sender und einen Empfänger. Was der Empfänger wahrnimmt, dass muss weder dem entsprechen, was der Sender objektiv gesendet hat, noch dem entsprechen, was der Sender senden wollte.

                Wenn ein Sender zu einem Empfänger ein Wort sagt, dass der Empfänger negativ empfindet, dann müssen Empfänger und Sender das unter sich klären. Entweder wird der Sender sich anpassen oder der Empfänger akzeptiert, dass der Sender es anders meint, als der Empfänger es verstanden hat.

                Was ich immer erbärmlich finde, das ist eher, wenn sich irgendwelche Dritten plötzlich einmischen und meinen für den eigentlichen Empfänger sprechen zu müssen. Das wirft die provokante Frage auf, ob einige Menschen jene Empfänger für so minderwertig halten, dass diese nicht einmal für sich selbst sprechen könnten?!

                Konkret zum „Neger“:
                Wenn die Person, zu der ich spreche weiß, dass ich es nicht negativ meine, bzw. diese Person davon ausgehen kann, dann kann ich durchaus „Neger“ verwenden. Das ist eine Sache zwischen Gesprächspartnern.

                Auch können sich Wortbedeutungen im allgemeinen Sprachgebrauch wandeln. Das geht aber nur, wenn Worte benutzt werden dürfen und man nicht reflexartig auf Worte anspringt, sondern den Kontext beachtet. Das Wort „Neger“ könnte ein ganz normales Wort sein, völlig wertungsfrei als Beschreibung für Menschen mit dunkler Hautfarbe, wenn nicht dauernd irgendwer unabhängig vom Kontext(!) eine Beleidigung vermuten würde.

                Verbietet man nun die Verwendung eines bestimmten Wortes, dann kann sich die Bedeutung nie ändern und man hat für alle Zeit ein verbotenes und böses Wort.

                Im Prinzip arbeiten jene, die es ja nur gut mit den armen Opfern von Wort XY meinen (daher auch „Gutmensch“) damit an einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung:

                Sie sehen ein Wort als böse an, kritisieren jeden, der das Wort verwendet (ungeachtet des Kontexts) und verbieten das Wort. Die Folge: Es werden so lange Menschen für die Verwendung des Wortes kritisiert, bis es niemand mehr verwendet, weil jeder angst hat kritisiert zu werden, oder selbst das Wort für böse hält.

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                • *Auch können sich Wortbedeutungen im allgemeinen Sprachgebrauch wandeln. Das geht aber nur, wenn Worte benutzt werden dürfen und man nicht reflexartig auf Worte anspringt, sondern den Kontext beachtet. Das Wort “Neger” könnte ein ganz normales Wort sein, völlig wertungsfrei als Beschreibung für Menschen mit dunkler Hautfarbe, wenn nicht dauernd irgendwer unabhängig vom Kontext(!) eine Beleidigung vermuten würde.*

                  „Neger“ ist als wertneutraler Ausdruck toter als tot.
                  Das ist er auch nicht erst seit gestern, sondern das fing mit den 60er-70er Jahren an, dass auch das englische Äquivalent „negro“ nicht mehr verwendet wird, ungefähr zu der selben Zeit, als das civil rights movement an Einfluß gewonnen hat (ein Zufall? Vielleicht….)

                  Also mal ganz davon abgesehen, dass es, meiner Meinung nach, als Wort einen häßlichen Klang hat, kommt man echt komisch rüber, wenn man darauf BESTEHT! dieses Wort weiter benutzen zu wollen. Ich werde jetzt 30, und ich kann mich nicht erinnern, dass das Wort jemals ok war, oder gebräuchlich. Ich persönlich habe immer „schwarz“ oder „dunkelhäutig“ benutzt und ich wurde, haltet euch fest, noch NIE angefahren, dass ich doch ein rassistisches Arschloch sei. Scheint also zu klappen🙂

                  Und wärt ihr alle über 70, würde ich mir denken, naja, lass se mal. Gewohnheit. Aber die Apologeten sind oftmals ja sogar jünger als ich, das kommt einem dann ja schon was komisch vor. Genauso merkwürdig wie Leute, die unbedingt gerne das Wort „Rasse“ statt „Ethnie“ verwenden wollen. Hat schon ein Geschmäckle.

                  *Verbietet man nun die Verwendung eines bestimmten Wortes, dann kann sich die Bedeutung nie ändern und man hat für alle Zeit ein verbotenes und böses Wort.*

                  Du kannst dich ja darauf konzentrieren, „Endlösung“ wieder salonfähig zu machen. Oder „ausmerzen“. Oder die schöne deutsche Redewendung „Arbeit macht frei“.

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                  • maSu sagt:

                    marenleinchen:

                    Das witzige ist ja:
                    „Wir müssen eine Endlösung für den Atommüll finden und da ist das Endlager in Gorleben ideal.“

                    Das kritisiert niemand. Wenn ich dagegen sage, dass ich Martin Luther King zitiere(!) und in dem Zitat kommt das Wort Neger vor, dann kann ich davon ausgehen, dass bereits einige empörte Idioten den Aufstand proben. Welch Ironie: Diese Idioten werden keine schwarze Hautfarbe haben. (ist einem Teilnehmer einer Podiumsdiskussion so passiert.)

                    Und „Neger“ ist als Ausdruck eben nicht tot. Ich bin in den 80ern geboren und kann dir sagen: Ich bin mit Negerküssen groß geworden. Ich habe das Wort „Neger“ niemals als Beleidigung verwendet oder war anwesend, wenn es als Beleidigung verwendet wurde. Für mich ist das Wort vollkommen neutral. Ja eigentlich sogar positiv, weil ich Negerküsse sehr lecker finde.

                    Jetzt stellt sich die Frage, wann du wo aufgewachsen bist, dass du das Wort „Neger“ als so unfassbar negativ wahrgenommen hast?! In meiner Verwandtschaft sind keine Rassisten oder ähnliches. Ich habe als Kind das Wort „Neger“ immer nur als sachliche Beschreibung für „Menschen mit dunkler Hautfarbe“ kennengelernt.

                    Und wenn es doch mal einer als Beleidigung gesagt hat, dann war es entweder „Nigger“ statt „Neger“ oder … hui … durchatmen … ich konnte selbst mit 8 Jahren schon den Kontext einordnen.

                    Zu „Arbeit macht frei“: Das ist eine Redewendung, die sogar in gewisser Weise stimmt, da Arbeit in unserer Gesellschaft mit Selbstverwirklichung und Eigenständigkeit verbunden wird. Ich finde es daher schade, dass solche Redewendungen von den Nazis so in den Schmutz gezogen wurden und ich würde mich sehr freuen, wenn man irgendwann mal wieder alle Redewendungen und Worte der dt. Sprache benutzen könnte, ohne dass irgendjemand Selbstzensur fordert.
                    Ebenso diverse „Verfassungsfeindliche Symbole“: Die gab es schon vorher. Das Hakenkreuz bedeutet eigentlich „Glück“ bzw. ist ein „Glücksbringer“ und Symbole zu verbieten, das ändert nichts an der Gesinnung selbst.

                    Eigentlich wache ich jeden Morgen auf und bin froh, dass noch kein Mensch gemerkt hat, dass Nazis Hosen trugen. Röcke stehen mir einfach nicht und ich trage eigentlich gerne Hosen….

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                    • *Jetzt stellt sich die Frage, wann du wo aufgewachsen bist, dass du das Wort “Neger” als so unfassbar negativ wahrgenommen hast?! In meiner Verwandtschaft sind keine Rassisten oder ähnliches.*
                      Nope. Die einzigen, die das Wort verwendet haben waren aus der Generation meiner Großeltern. Aber meine Eltern waren auch böse 68er🙂

                      *Ich habe als Kind das Wort “Neger” immer nur als sachliche Beschreibung für “Menschen mit dunkler Hautfarbe” kennengelernt.*

                      Und jetzt bist du erwachsen und nervst den einzigen Schwarzen deiner Bekanntschaft damit, dass du dich durch das Tabu dieses Wortes total eingeschränkt fühlst. Das ist ja mal total reflektiert.😀

                      *Ich finde es daher schade, dass solche Redewendungen von den Nazis so in den Schmutz gezogen wurden und ich würde mich sehr freuen, wenn man irgendwann mal wieder alle Redewendungen und Worte der dt. Sprache benutzen könnte, ohne dass irgendjemand Selbstzensur fordert.*

                      Nun, du kannst ja mal mit dem Museum Auschwitz reden, vielleicht ändern sie ja was am Eingangstor. Ist ja auch schade, dass eine so tolle Redewendung nicht mehr verwendet werden kann.

                      *Ebenso diverse “Verfassungsfeindliche Symbole”: Die gab es schon vorher. Das Hakenkreuz bedeutet eigentlich “Glück” bzw. ist ein “Glücksbringer” und Symbole zu verbieten, das ändert nichts an der Gesinnung selbst.*

                      In Indien.
                      Vor dem NS hat es keine Sau in Deutschland verwendet, ich sehe nicht wie es da nach dem NS irgendwen einschränken sollte.

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                  • Kuttel Daddeldu sagt:

                    Ack, besonders für den letzten Satz, made my day.😀

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                  • Leszek sagt:

                    Maren schrieb:

                    „“Neger” ist als wertneutraler Ausdruck toter als tot.“

                    So ist es.
                    Trotzdem sollte keine große Sache daraus gemacht werden, wenn jemand aus Versehen bzw. ohne darüber nachgedacht zu haben, mal diesen Ausdruck verwendet.

                    Aber auf ein moralisches Recht auf Verwendung zu bestehen, finde ich auch merkwürdig.

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                    • maSu sagt:

                      Es gibt kein moralisches Recht auf Verwendung. In Deutschland ist erlaubt, was nicht verboten ist. „Neger“ ist ein dt. Wort und erfüllt eben nicht in jedem Kontext den Straftatbestand der Beleidigung oder der Volksverhetzung.

                      D.h. ich interessiere mich viel mehr, mit welchem Recht einige die Verwendung eines Wortes – unabhängig vom Kontext! – verbieten wollen.

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                    • Leszek sagt:

                      @ maSu

                      „Es gibt kein moralisches Recht auf Verwendung. In Deutschland ist erlaubt, was nicht verboten ist.“

                      Ich sprach hier nicht umsonst von moralischem Recht anstatt von juristischem Recht. Falls dir der Unterschied zwischen juristischem Recht und moralischem Recht nicht klar sein sollte, kannst du hier was dazu nachlesen:

                      https://books.google.de/books?id=Z2834mg3fl0C&pg=PA122&lpg=PA122&dq=juristisches+recht+moralisches+recht&source=bl&ots=hHqsvZ1Bza&sig=AOcFfLVThmCJpzAPzoJ3qmItw7M&hl=de&sa=X&ved=0CDkQ6AEwBGoVChMIkaS4xZPWxwIVwvJyCh1euw0j#v=onepage&q=juristisches%20recht%20moralisches%20recht&f=false

                      Übrigens ein interessantes Buch über einen der bedeutendsten afrikanischen Philosophen.

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                    • IULIUS sagt:

                      „Aber auf ein moralisches Recht auf Verwendung zu bestehen, finde ich auch merkwürdig.“
                      Da fällt mir ein Begriff ein, nämlich Zensur. Weiterhin GG Art 2 + 5.

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                    • Leszek sagt:

                      @ Julius

                      „Da fällt mir ein Begriff ein, nämlich Zensur. Weiterhin GG Art 2 + 5.2

                      Es wird dir vielleicht schwer fallen das zu verstehen, aber eine einigermaßen funktionierende Gesellschaft beruht auch darauf, dass verschiedene gesellschaftliche Gruppen in ihren Interaktionen einen gewissen Anstand im Umgang miteinander wahren.
                      Geschieht dies nicht oder zu wenig, kann dies gesellschaftliche Folgewirkungen nach sich ziehen, z.B. soziale Kämpfe bestimmter Gruppen um Anerkennung, aber auch die Entwicklung kompensatorischer privater Strategien zur Anerkennungsbehauptung.
                      Daher ist es in moralischer Hinsicht manchmal richtig, bestimmte Begriffe nicht zu verwenden.

                      Meiner persönlichen Erfahrung nach lehnen es Schwarze in der Regel ab, mit dem Ausdruck „Neger“ bezeichnet zu werden, weil sie diesen Begriff als abwertend empfinden. So jedenfalls die schwarzen Mitstudenten, die ich während meines Studiums kennenlernte sowie einige Personen aus Namibia, mit denen ich einige Jahre Kontakt hatte.
                      Eine empirische Untersuchung zum Thema ist mir allerdings nicht bekannt. Sollte es eine repräsentative empirische Untersuchung geben, die herausgefunden hat, dass es der überwältigenden Mehrheit der Schwarzen im deutschssprachigen Raum egal ist, mit dem Ausdruck „Neger“ bezeichnet zu werden, würde ich meine Meinung diesbezüglich revidieren. Dazu gibt es für mich bisher aber keinen Grund.

                      Da dein Hinweis auf Zensur darauf hindeutet, dass du mir wahrscheinlich zustimmen wirst, dass es nicht wünschenswert ist, alles gesetzlich zu regeln, bleibt hier nur die nicht-rechtliche, moralische gesellschaftliche Sphäre als Medium der Umsetzung. D.h., es kann in bestimmten Fällen wünschenswert sein, dass sich eine moralische Norm etabliert, bestimmte Begriffe, die von einer spezifischen Menschengruppe als abwertend empfunden werden, nicht zu verwenden.

                      Die andere Seite des Themas ist, dass Forderungen nach solchen Normen auch zu weit gehen können, irrational werden können, in überzogene Sprachumerziehungsmaßnahmen analog der feministischen geschlechtssensiblen Sprache ausarten können. Dann laufen solche Versuche sogar Gefahr pädagogische Gegenteileffekte zu produzieren. Man muss also versuchen bei diesem Thema das richtige Gleichgewicht zu finden und zu wahren.

                      Ich glaube aber nicht, dass es zu viel verlangt ist auf Verwendung des Ausdrucks „Neger“ zu verzichten (immer unter der Voraussetzung, dass es Gründe für die Annahme gibt, dass viele Schwarze diesen Begriff als abwertend empfinden). In diesem Fall fördert der Verzicht auf diesen Begriff m.E. den sozialen Frieden bei gleichzeitig sehr geringem Aufwand und der Verzicht ist daher wünschenswert.

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                    • IULIUS sagt:

                      Wenn ich jemand einen Begriff als negativ intentioniert erkläre und ihn dann nach seiner Meinung frage, wird er den Begriff negativ sehen.
                      Das ist Manipulation und fällt unter den Begriff Sprachumerziehungsmaßnahmen.

                      Kümmere Dich lieber, daß Neger nicht diskriminiert werden, anstelle Begriff Neger zu diskriminieren. Letzteres hilft den Menschen kein bischen weiter.

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                    • Leszek sagt:

                      @ Julius

                      „Wenn ich jemand einen Begriff als negativ intentioniert erkläre und ihn dann nach seiner Meinung frage, wird er den Begriff negativ sehen.“

                      Kann im Einzelfall sein, habe ich aber nicht gemacht.

                      „Das ist Manipulation und fällt unter den Begriff Sprachumerziehungsmaßnahmen.“

                      Weil du hier also Manipulation unterstellst – das müsste schon etwas genauer begründet werden – muss uns also nicht interessieren, wie Schwarze selbst über die Sache denken? Das sehe ich anders.

                      „Kümmere Dich lieber, daß Neger nicht diskriminiert werden, anstelle Begriff Neger zu diskriminieren. Letzteres hilft den Menschen kein bischen weiter.“

                      Auch ich denke, dass der Aspekt der Sprache in heutigen Anti-Diskriminierungsdiskursen häufig überschätzt wird, dass Sprache aber gar keine Rolle spielt, das glaube ich nun auch wieder nicht. Wenn Schwarze den Ausdruck „Neger“ als abwertend empfinden, dann spielt es schon eine Rolle ob man ihn verwendet oder nicht.

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                    • IULIUS sagt:

                      Sorry, aber bisher kam hier nicht ein einziger Neger zu Wort. Stattdessen nur Personen, die es sich zum Lebenszweck gemacht haben im Namen der Moral andere willkürlich für Benutzung von bestimmten Worten zu diskriminieren. Heute sind es die Worte, morgen die Worte. Die Menschen die das tun, bleiben die gleichen.

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                    • Leszek sagt:

                      @ Leszek

                      „Sorry, aber bisher kam hier nicht ein einziger Neger zu Wort.“

                      Das ist richtig, daher gehe ich von meinen persönlichen Erfahrungen aus.

                      „Stattdessen nur Personen, die es sich zum Lebenszweck gemacht haben im Namen der Moral andere willkürlich für Benutzung von bestimmten Worten zu diskriminieren. Heute sind es die Worte, morgen die Worte. Die Menschen die das tun, bleiben die gleichen.“

                      Lies dir einfach mal den sehr differenzierten Kommentar in diesem Strang von Arne vom September 1, 2015 um 17:05 Uhr durch, Arne kennt sich als Medienwissenschaftler mit solchen Themen aus und da habe ich etwas mehr Vertrauen als bei dem, was du so erzählst.

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                    • Leszek sagt:

                      @ Julius
                      sollte da natürlich stehen.

                      Gefällt mir

                    • IULIUS sagt:

                      argumentum ad verecundiam!

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                    • Andrea. sagt:

                      Die Frage ist doch eigentlich WARUM muss man überhaupt die Einteilung Neger oder Schwarze verwenden?
                      Ich meine es gibt Senegalesen wie es Chinesen oder Japaner oder Deutsche oder Österreicher oder…. usw gibt – wenn man schon auf Zuordnungen steht…
                      Insgesamt könnten es alle Menschen sein…

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                    • maSu sagt:

                      Leszek:

                      Könntest du bitte einmal begreifen, dass das GG und das StGB eben jene Regeln sind, die man festgelegt hat, damit Menschen in Deutschland eine gemeinsame Wertegrundlage haben?

                      Und nun kommst du an und definierst wild neue Werte. Deine eigenen Werte. Schön. Das sind deine Werte. Sie machen dich weder besser noch schlechter als andere Menschen. Ebenso wie andere Werte innerhalb des Rahmens, welches unsere Gesetze vorgeben, niemand anderes besser oder schlechter ist oder sanktioniert werden darf, der die Gesetze achtet.

                      Was du hier machst ist ganz einfach:

                      Du verlangst, dass andere deinen Werten folgen. Du findest Wort XY doof und schon soll es keiner mehr verwenden. Und verwendet es doch einer, dann machst du der Person Vorwürfe, weil du dich für moralisch überlegen und damit besser hältst.

                      Dein Verhalten zeugt von einer gewissen Hybris.

                      Gefällt mir

                    • IULIUS sagt:

                      @Andrea,
                      jede Anrede, außer mit dem Namen birgt eine gewisse Unhöflichkeit in sich.
                      Du sprichst eine bestimmte Person doch auch nur dann mit einem herausstechenden Merkmal an, wenn Du ihren Namen nicht kennst. Wenn Du einen Neger siehst, dann weißt Du noch nicht automatisch, aus welchem Land er kommt. Aber wenn Du ihn nach seinem Land fragst, kannst Du auch gleich seinen Namen erfragen…

                      Ob jemand aus China, Japan oder Senegal stammt kannst Du auch nicht auf den ersten Blick erkennen. Das einzige, was Du siehst, ist daß sie aus dem asiatischen Raum stammen, selbst wenn sie deutsche sind.

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                  • @Maren: Ich stimme Dir ja grundsätzlich zu, aber es geht hier denke ich darum, dass es Leute gibt, denen die Euphemismus-Tretmühle zu doof ist und die denken, dass man sich an Aussagen als Ganzes und nicht an herausgepflückten Fragmenten oder gar Wörtern aufhängen sollte und das ziemlich doof finden – und mitunter deswegen sogar aktiv boykottieren. Auch, um nutzlose Gespräche zu vermeiden mit Leuten, mit denen man nicht reden will.

                    Nimm mal ein Beispiel: Ich war am Freitag echt lecker Steak essen, und wir hatten eine schwarze Kellnerin. Also, nicht so richtig, die hatte so die „sexier geht Neger nicht“-Hautfarbe. Super freundlich und außergewöhnlich attraktiv.

                    So, wie reagiert man darauf? Naja entweder wie ein normaler Mensch mit „boah, hast du ein langweiliges Leben“, geheucheltem Interesse („und, klargemacht?“), echtem Interesse („ist das bei euch so selten, dass die Kellnerinnen schwarz sind?“ / „stehst Du nicht auf Bimbos?“), sowie mit geheuchelter Empörung („Du kannst doch nicht Neger sagen, das ist rassistisch“) oder echter Empörung („Tiermörder!“).

                    Um ganz ehrlich zu sein, habe ich an den beiden letzten Gesprächen kein Interesse, da ich sowohl das Steak lecker als auch die Kellnerin attraktiv fand und mehr nicht sagen wollte. Ist ja schön, dass ich jetzt als Replik auf den Rassismus-Vorwurf erklären könnte, dass das Wort „Rasse“ nicht mehr salonfähig ist, sondern Ethnie heißt, und man mir auch von der grundlegenden Wortbedeutung eher Ethnizismus als Rassismus vorwerfen könnte, aber wozu? Welches Learning könnte ich aus dem Gespräch ziehen? Dass es Leute gibt, die mich für einen schlechten Menschen halte, weil ich sowohl bzgl. Frauen als auch Essen einen spezifischen Geschmack habe? Hey – dafür unterhalte ich mich nicht, ich weiß das schon vorher.

                    Und was ist an „ausmerzen“ falsch? Weil es die Nazis benutzt haben? So wie „Kindergeld“?

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                  • Leszek sagt:

                    @ maSu

                    „Könntest du bitte einmal begreifen, dass das GG und das StGB eben jene Regeln sind, die man festgelegt hat, damit Menschen in Deutschland eine gemeinsame Wertegrundlage haben?“

                    In soziologischer Hinsicht völlig naiv, maSu.
                    Keine Gesellschaft kommt ohne moralische Normen außerhalb des Rechts aus. Weder ist es wünschenswert alle moralischen Normen innerhalb der Gesellschaft zu verrechtlichen, noch geschieht dies in der Praxis. In jeder Form von Gesellschaft wirst du also zahlreiche moralische Normen außerhalb des Rechts finden, die zur Regelung des menschlichen Zusammenlebens beitragen. Dieses Prinzip an sich ist sinnvoll und hat sich im menschlichen Zusammenleben bewährt. Ob spezifische moralische Normen rational begründet und sinnvoll sind, muss man natürlich im Einzelfall entscheiden und meine Begründung zu diesem Fall habe ich gegeben.

                    „Und nun kommst du an und definierst wild neue Werte.“

                    In diesem Fall definiere ich offensichtlich keine neuen Werte, die moralische Norm, um die es hier geht, gibt es bereits und wurde nicht von mir definiert.

                    „Deine eigenen Werte. Schön.“

                    Dass Menschen Meinungen bezüglich Werte und moralischer Normen haben und diese in gesellschaftlichen Diskussionen zum Ausdruck bringen, ist völlig normal und ein zwangsläufiger Bestandteil einer Demokratie. Du selbst tust dies in dieser Diskussion übrigens auch, siehe deine Ausführungen zu deinen Ansichten zu Redewendungen und verfassungsfeindlichen Symbolen.

                    „Das sind deine Werte. Sie machen dich weder besser noch schlechter als andere Menschen. Ebenso wie andere Werte innerhalb des Rahmens, welches unsere Gesetze vorgeben, niemand anderes besser oder schlechter ist oder sanktioniert werden darf, der die Gesetze achtet.“

                    Ob bestimmte Werte oder moralische Normen einen Menschen besser machen oder nicht, war nicht Bestandteil meiner Argumentation. Vielmehr ging es darum, ob bestimmte Werte oder moralische Normen rational begründet als besser für das gesellschaftliche Zusammenleben angesehen werden können als andere.
                    Dein proklamierter Moralrelativismus hört sich übrigens nicht nur schwach begründet, sondern auch unglaubwürdig an. Du willst also behaupten alle moralischen Wertesysteme innerhalb der Gesellschaft seien völlig gleichwertig, solange sie nicht gegen Gesetze verstoßen? Erstaunlicherweise argumentierst du aber selbst für einen Umgang mit Werten und Normen, wie du ihn für richtig – und damit besser als andere – hältst.

                    „Was du hier machst ist ganz einfach:
                    Du verlangst, dass andere deinen Werten folgen. Du findest Wort XY doof und schon soll es keiner mehr verwenden. Und verwendet es doch einer, dann machst du der Person Vorwürfe, weil du dich für moralisch überlegen und damit besser hältst.
                    Dein Verhalten zeugt von einer gewissen Hybris.“

                    Wie ich dir schon mehrfach sagte, Unterstellungen ersetzen keine Argumente. Wenn dir z.B. Disziplinen wie Politische Philosophie oder Ethik, in denen u.a. über Werte und moralische Normen diskutiert wird, nicht gefallen, ist das dein Pech. Du wirst gesellschaftliche Diskussionen über Normen und Werte aber nicht verhindern können, außer durch Errichtung einer Diktatur, die die Meinungsfreiheit abschafft. Rationale Diskussionen über Werte und Normen erfüllen eine wichtige soziologische Funktion als Teil der Selbstreflektion einer modernen Gesellschaft über ihre ethischen und politischen Grundlagen.

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                • Kuttel Daddeldu sagt:

                  Grundgütiger, Du bist im Ereifern ja noch schlimmer als die PC-Freaks…

                  maSu, wenn Dein Leben davon abhängt: Meinen Segen haste. Darfst gern täglich schwarze Leute Neger nennen. Und ich lasse das halt, weil ich keinen Bock habe, damit potentiell jemanden zu beleidigen und ihm ggf. anschließend wortreich zu erklären, warum er offensichtlich ein Depp sein muß, wenn er es nun so empfindet. Passt schon.

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                  • maSu sagt:

                    Rede mal ganz real mit einem Schwarzen darüber, dass du es schwierig findest, einen korrekten Begriff für seine Hautfarbe zu finden, weil eigentlich alles Mögliche* von irgendwem pauschal als Rassismus bezeichnet wird und er wird idR mit dem Kopf schütteln und dir sagen, dass er schon wissen wird, ob du es beleidigend gemeint hast oder nicht…

                    …so zumindest meine Erfahrung. Gut, meine Erfahrungen basieren auf einem Treffen mit einem netten Engländer in einem Club nach ein paar Bier… Besoffene und Kinder sprechen bekanntlich die Wahrheit.

                    *
                    Schwarz
                    Afroamerikaner
                    Afrodeutsche (muss ich zur Unterscheidung von Afroamerikanern und Afrodeutschen den Personalausweis vorzeigen lassen?)
                    Farbig (haben wir nicht alle eine Farbe?)
                    und so weiter.

                    Was ist gerade politisch korrekt?

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                    • Kuttel Daddeldu sagt:

                      Imho obsolet, s.o.
                      Aktivisten, die sich selbst als „Nigger“ bezeichnen, kannst Du natürlich auch noch als Beleg anführen, usw…

                      Was sonst je nach Kontext und Betonung als Alltagsrassismus ankommt oder nur übertriebenes PC-Getue ist, ist ein weites Feld.

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                    • *Rede mal ganz real mit einem Schwarzen darüber, dass du es schwierig findest, einen korrekten Begriff für seine Hautfarbe zu finden, weil eigentlich alles Mögliche* von irgendwem pauschal als Rassismus bezeichnet wird und er wird idR mit dem Kopf schütteln und dir sagen, dass er schon wissen wird, ob du es beleidigend gemeint hast oder nicht… *

                      Man ist ja auch höflich und zurückhaltend.🙂

                      *…so zumindest meine Erfahrung. Gut, meine Erfahrungen basieren auf einem Treffen mit einem netten Engländer in einem Club nach ein paar Bier… Besoffene und Kinder sprechen bekanntlich die Wahrheit.*

                      Sagtest du oben nicht was von „idR“? Das find ich aber jetzt interessant, woher du denn diese Regel ableiten willst.

                      Mal davon ab:
                      Es ist ein Unterschied, ob du als Privatperson in einem Gespräch unabsichtlich ein Wort verwendest, oder ob ein Minister im Fernsehen ein Wort verwendet, von dem sich Menschen angegriffen fühlen.

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                    • IULIUS sagt:

                      War das bei dem Minister eine Retourkutsche auf eine andere Person, die den Begriff absichtlich negativ verwendet hat? In der ganzen Angelegenheit geht es doch gar nicht um den Begriff „Neger“ als solches, sondern darum jemanden zu gängeln, einen Grund für seinen Rücktritt zu unterstellen.

                      Rassistisch, ist ausschließlich das, was im Anschluß passiert, daß eine Bevölkerungsgruppe per se als nicht selbständig lebensfähig dargestellt wird. Kein erwachsener Neger braucht einen Babysitter.

                      In was für einem Zeitalter leben wir eigentlich, in dem Menschen keine andere Beschäftigug, genauer Dasseinsberechtigung, mehr finden, als sich für andere ungefragt einzusetzen und diese damit als nicht selbständig lebensfähig behandeln, anstelle sich um die wirklichen, meist eigenen, Probleme zu kümmern.

                      Gefällt mir

                    • @Iulius
                      *In was für einem Zeitalter leben wir eigentlich, in dem Menschen keine andere Beschäftigug, genauer Dasseinsberechtigung, mehr finden, als sich für andere ungefragt einzusetzen und diese damit als nicht selbständig lebensfähig behandeln, anstelle sich um die wirklichen, meist eigenen, Probleme zu kümmern.*

                      Dann beschäftige dich doch anders und höre auf Minister zu babysitten.

                      Gefällt mir

  4. kinchkun sagt:

    Ich bin ja sonst dein größter Fan (2.20cm), aber der Comic ist hier einfach beschissen, wegen der Verwendung des Begriffs „Neger“, der auch im kritischen Kontext, immer rassi… argh verdammt!

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  5. maSu sagt:

    Ich erinnere mich an eine Diskussionsrunde zum Thema „diskriminierende Sprache“ und ein Redner wollte Martin Luther King zitieren und in dem Zitat kam das Wort „Neger“ vor.

    Da gab es wütende Proteste und dem Redner wurde untersagt diesen Herrn King (muss ein extremer Nazi sein, wohl ein zweiter Hitler – mindestens!!!) zu zitieren.

    Rund um das Wort „Neger“ gibt es unglaublich dumme Tretminen. Herrmann ist davon in eine gestolpert. Da ich den Herrn Herrmann für so unfassbar dumm und inkompetent halte und sein erbärmlichen Bierzeltreden verabscheue, erfüllt es mich ein wenig mit Schadenfreude, dass es nun mal ihn erwischt hat.

    Aber insgesamt finde ich es bescheuert, Worte zu verbieten, denn nicht Worte sind das Problem, sondern jene, die diese Worte als Beleidigung nutzen.

    Ich esse gerne mal Negerküsse. Da ist nichts diskriminierendes dran. Und wenn ich einen ‚Schwarzen‘ dann Neger nennen sollte, dann hat nur eben diese Person das Recht, das zu kritisieren. Irgendwelche anderen, die nicht angesprochen wurden, die haben gepflegt die Klappe zu halten. und das witzige: Mal einen ‚Schwarzen‘ gefragt, wie man ihn nennen soll? „Neger“, „Afroamerikaner“, „Schwarzer“?
    Der letzte ‚Schwarze‘ den ich das gefragt habe, der antwortete ganz trocken: „What about Mike?“ Denn das war sein Vorname. Und ansonsten war es ihm völlig egal, wie ich Menschen mit dunkler Hautfarbe nenne, sofern ich es höflich meine und nicht als Abwertung und Beleidigung. Und da kam das Wort „Nigger“ dann ins Spiel, da er dieses nur als Beleidigung kennt, wäre das für ihn nicht in Ordnung.

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    • Frank sagt:

      Volle Zustimmung. Das Heer der Empörten trägt wesentlich mehr zum Rassismus bei, als sie denken.

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    • käse sagt:

      ich könnte jetzt fragen, wieso es okay ist, wenn Mike etwas kritisiert, aber „fetter Hintern Erna“ nicht kritisieren darf.

      Schließlich wird es immer Menschen geben die mit Worten rumwerfen, die man selbst als beleidigend empfindet. Und selbst wenn diese Worte wirklich beleidigend gemeint sind, kann man diese Menschen nicht aufhalten sondern soll erstmal daran arbeiten, sich davon nicht beleidigt zu fühlen. (Wir wissen ja…Amerika, übertriebene political correctness und so, und das wollen wir hier nicht)

      Aber eigentlich sollte ich eher meine Klappe hier halten, weil die Parallelen nicht aufallen werden.

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      • käse sagt:

        Anmerkung: ich kritisiere nicht deinen Beitrag zum Wort „Neger“, dem stimme ich sogar zu.
        Ich kritisiere, warum du Erna etwas total anderes empfehlten würdest als Mike.

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      • maSu sagt:

        Du hast das zentrale Problem nicht verstanden:

        Mike hatte mir damals gesagt, dass er „Nigger“ als Beleidigung empfindet und „Neger“ dagegen nicht unbedingt. Damit hat er mir gesagt, was er als Empfänger in einer Konversation empfangen würde, wenn ich etwas Sende, was das Wort „Nigger“ enthält. Damit hatten wir (unter uns, für uns) quasi die Vereinbarung getroffen, dass ich ihn auch „Neger“ nennen dürfte, aber nicht „Nigger“.
        Ich kann das respektieren und mich daran halten oder ich muss damit rechnen, dass Mike das Gespräch beendet.

        Rede ich dagegen mit deiner fiktiven „Erna“, dann kann sie mir ebenso sagen, was sie für Aussagen toleriert und welche nicht. Um miteinander zu reden, müssen beide es wollen. Halte ich mich nicht an ihre Konventionen, oder sie sich nicht an meine, dann endet das Gespräch.

        Rufe ich Erna „Fetter Hintern Erna!!“ hinterher, dann kann das positiv (zB HipHop-Slang: „Fett“ = gut, toll, …) gemeint sein, oder negativ. Kenne ich Erna nicht, dann kann sie mich nun aufklären wie sie das empfindet oder es lassen.

        Rufe ich einem Schwarzen irgendwas neutrales hinterher und ergänze den Ausspruch um „Neger“, dann kann das auch durchaus positiv oder neutral gemeint sein: „Der Neger hat eine coole Jacke!“. Was ist das? Beleidigung? Ja? Nein? Warum? Jetzt kann der Herr ankommen und mir erklären, warum er nicht als „Neger“ bezeichnet werden will oder er kann einfach sagen: „Danke“ und es sogar als Kompliment wahrnehmen.

        Nur eines sollte er – genau wie Erna – nicht machen: Pauschal von einer wüsten Beleidigung ausgehen.

        Verstehst du die Beispiele?

        In beiden Fällen sendet der Sender etwas und der Empfänger empfängt es und im Anschluss klären eben genau diese beiden Parteien wie das gemeint sein könnte.

        Das ist natürlich die Idealvorstellung. In der Realität meiden Menschen Konflikte oder stürzen sich Hals-über-Kopf hinein.

        und so glaube ich auch, dass Roberto Blanco in der Sekunde, als der Herr Hermman sagte, er sei ein „wunderbarer Neger“, das gleiche Tat wie ich: Er wird herzhaft gelacht haben über den unbeholfenen und schlechten Versuch des Herrn Herrmann zu zeigen, dass „nicht alle Ausländer dumm und kriminell“ sind😉

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        • käse sagt:

          „Nur eines sollte er – genau wie Erna – nicht machen: Pauschal von einer wüsten Beleidigung ausgehen.“

          Natürlich nicht. Nur ging es da um einen Gastbeitrag von Biene, und ich hatte nicht den Eindruck als würde sie das pauschal als Beleidigung verurteilen, sondern in dem bestehenden Kontext eindeutig keine schmeichelhaften Absichten unterstellen.

          Als Beispiel: Im Hiphop-Slang bezeichnen sich Rapper teilweise selbst als Nigger, und würden sich auf offener straße vielleicht auch gegenseitig so begrüßen wenn sie sich kennen.

          Ähnliches Szenario: Mir begegnet ein fremder farbiger Mensch auf offener Straßeder den Anschein macht Hip-Hop zu mögen. Wenn ich dem dann „Hey Nigger“ hinterherrufen würde ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er das auch als Beleidigung auffasst.
          Warum? Der kennt mich nicht, ich hab mit ihm nix zu tun, wie soll er deuten wie ich das meine?

          Und selbst wenn ich ihm „Hey Neger“ hinterherrufe, hätte ich Verständnis dafür wenn er das als Beleidigung auffasst. Warum ruft man wildfremden Menschen sowas hinterher?

          Das ist nicht wirklich Informativ für den betroffenen, es drück selten bloßes „erstaunen“ aus, ist selten wirklich ein Kompliment.

          Und wenn ich tatsächlich jemand bin der auf Frauen mit dicken Hintern steht, dann könnte ich damit rechnen, dass diese Menschen es gewohnt sind negative Kommentare anhören zu müssen. Also drücke ich mich nach Möglichkeit bei Fremden unmissverständlich aus.
          (Wenn es allerdings mein Hauptziel ist schlechte Laune zu verbreiten, dann werde ich gezielt nach potentiellen Angriffspunkten suchen und diese in den Vordergrund schieben).

          Bei einem Feedie-Fetisch-Treff wird „fetter Hintern“ ein Kompliment sein, auf nem Hiphop-Konzert auf. Aber auf offener Straße? In den meisten Fällen nicht.

          Ich mag Pauschalisierungen auch nicht, es gibt immer Ausnahmen von der Regel.
          Diese Ausnahmen sollte man aber auch nicht zur allgemeingültigen Regel machen.

          Ich kann von Fremden nicht erwarten dass die meine Intentionen treffend erraten können.

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          • maSu sagt:

            Käse: So oder so ist das nur ein Konflikt zwischen Sender und Empfänger und diese ganzen Berufs-Empörten sollten ihre Stellvertreter-Kämpfe mal weglassen.

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  6. Frank sagt:

    Ja mai,hat er halt Neger gesagt. Sagen wir in Bayern ständig ohne böse Absichten. Ganz normales Wort hier. Drüber aufregen tun sich doch eh nur die Medien und die arbeitslosen Berufsempörten die den ganzen Tag nichts anderes zu tun haben als anderen Leuten Rassismus vorzuwerfen.

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    • Coffee Kitty sagt:

      Wenn es nicht böse gemeint ist, warum wird das Wort dann überhaupt benutzt? Wieso nicht einfach „Mensch“? Nein, es wird Wert auf den optischen Unterschied gelegt, der muss betont werden. Warum? Weil „die“ eben doch anders sind. Und da fängt Rassismus an. In Maßen, aber da ist er trotzdem.
      Aber falls es euch beruhigt: Wir nennen Bayern auch niemals Deutsche😛

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      • IULIUS sagt:

        Weil es einen optischen Unterschied gibt darf ich den nicht benutzen, um zu unterscheiden?
        Dann darf ich auch nicht die Haarfarbe, Frisur und Haarlänge, Farbe und Beschaffenheit der Kleidung, sowie Größe, Statur und Geschlecht der Person zur Unterscheidung nehmen.

        Problematisch wird es erst dann, wenn jemand unnötigerweise auf einen Unterschied hinweist.

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      • kinchkun sagt:

        Wenn es nicht böse gemeint ist, warum wird das Wort dann überhaupt benutzt? Wieso nicht einfach “Mensch”?

        Hm, lass es mich mal versuchen:

        „Kriminalitätstatistiken haben gezeigt, dass in den USA Menschen häufiger wegen Drogendelikten verurteilt werden, als Menschen und das obwohl Menschen weniger häufig Drogen konsumieren als Menschen.“

        Sorry, das ist keine Lösung und auch nicht das Problem. Dass Problem ist ja nicht, dass man zwischen Weißen und Schwarzen unterscheidet, wenn das thematisch eben nötig ist, sondern mit welchem Vokabular man das tut.

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      • Olli sagt:

        Was Du hier verlangst ist „Color Acceptance“ und das geht ja mal gar nicht🙂

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      • maSu sagt:

        Coffee Kitty:
        „Wenn es nicht böse gemeint ist, warum wird das Wort dann überhaupt benutzt?“

        Weil man Worte auch benutzen kann ohne es böse zu meinen. Passt ggf. nicht in dein Weltbild, aber Worte sind … Worte. Erst im Kontext bilden sie eine Aussage, die man gut, neutral oder böse meinen kann.

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        • Arne sagt:

          Es stimmt, dass Worte und Wörter ihre Aussage erst im Kontext entfalten, aber viele Wörter schleppen auch bestimmte Assoziationen mit sich. Daraus entstehen dann sogenannte semantische Kämpfe: Es macht einen Unterschied, ob man z.B. in den neunziger Jahren „elektronische Beweissicherung“ gesagt hat oder „großer Lauschangriff“.

          Das Wort „Neger“ wird vor allem mit Wortfeldern wie „Kral“, „Medizinmann“, „Stamm“, „Kannibalismus“ usw. assoziiert, weshalb es aus der Sicht des Jahres 2015 zwischen Kolonialzeit, Kinderbuch und Rassismus changiert. Viele Schwarze fühlen sich durch dieses Wort tatsächlich herabgesetzt. Andererseits finde ich es immer noch völlig wertneutral z.B. in den Kindler-Literturlexika der von mir frequentierten Bibliotheken (was aber wohl auch daran liegt, dass die alten Lexika nicht besonders oft ausgemistet werden.) Womöglich verwendet es die bayrische Landbevölkerung ähnlich naiv. Wer es aber in politischen Diskussionen benutzt, zeigt mindestens, dass er bei diesem Thema geistig um 50 Jahre oder mehr zurückliegt.

          Zwar hat Herrmann es offenkundig als Zitat verwendet, um damit auf einen Video-Einspieler einzugehen, in dem dieses Wort genannt wurde. Daraus jetzt einen nationalen Skandal hochzujazzen ist ein bisschen überzogen. Andererseits sind Sätze wie „Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger“ auch ein bisschen sehr CSU.😀

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      • Robert W. sagt:

        @Coffe Kitty: „Aber falls es euch beruhigt: Wir nennen Bayern auch niemals Deutsche :-P“
        Kein Problem. Wir Bayern „euch“ auch nicht sondern „Breissn“😉

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  7. Frank sagt:

    Eine Sache wurde noch gar nicht angesprochen und ich hoffe, es wird nicht als Derailing aufgefasst, aber was zur Hölle soll – losgelöst von der Hautfarbe – an Roberto Blanco bitteschön wunderbar sein?

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    • IULIUS sagt:

      Das kommt aus Bayern, vielleicht wie er mit seiner Familie umgeht.

      Und dann wundern, wenn keiner die Bayern mit Deutschen gleichsetzen will.

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    • maSu sagt:

      Frank:

      http://synonyme.woxikon.de/synonyme/wunderbar.php

      Zitat:

      5 Bedeutung: erstaunlich [a]
      außergewöhnlich, beispiellos, haarsträubend, hanebüchen, himmelschreiend, skandalös, traumhaft, unbeschreiblich, unerhört, ungeheuer, unglaublich, unvorstellbar, wunderbar, zauberhaft, sagenhaft

      Zitat Ende

      Ausgehend von Robero Blancos Frisur könnte auch „haarsträubend“ gemeint sein ;))

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  8. Man sollte die Sendung dringend aus der Mediathek nehmen. Und dann wieder reintun.

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  9. alter Jakob sagt:

    Die „Hexenjagd“ schreibt man mit „d“…

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  10. Um mal auf den konkreten Fall Herrmann zurück zu kommen:

    Hat die Sendung eigentlich überhaupt irgendjemand gesehen? Ich meine jetzt nicht nur hier, sondern überhaupt.

    Der Herrmann hat ja erklärt, seine Aussage habe sich auf einen Einspieler bezogen, (was in der Zeit als ‚hat sich entschuldigt‘ bezeichnet wird, obwohl nach meinem Sprachempfinden ‚hat es richtiggestellt‘ die richtige Formulierung wäre. Allerdings haben’s die Medien ja ohnehin nicht so mit richtigen Formulierungen, also Schwamm drüber) also habe ich mir das mal angesehen, immerhin fand ich schon anhand der brandmarkenden youtube-Fitzel die Reaktionen der Mitdiskutanten für einen ‚Eklat‘ (hr-online) bzw. eine ‚Neger-Entgleisung‘ (focus) erstaunlich verhalten. Sehen können die Sendung alle anderen auch, und zwar hier:

    http://www.ardmediathek.de/tv/Hart-aber-fair/800-000-Fl%C3%BCchtlinge-schafft-Deutschlan/Das-Erste/Video?documentId=30341578&bcastId=561146

    Ab ca. 34:25 beginnt der besagte Einspieler. Bei 34:55 kommt der Teil, auf den sich Herrmann lt. eigener Aussage bezogen hat. Hierauf sagt Herrmann dieses und jenes, u.a. daß es sMn nichts bringt solche Leute zu verteufeln, daß man besser auf sie zugeht und argumentativ auf sie einwirkt. Außerdem geht er auf den Themenkomplex Asylrecht und Abschiebung ein, woraufhin er von der Grünen-Politikerin Simone Peter für seine Sprache kritisiert wird (ab ca. 37:45). Was eine gewisse Relevanz für die Beurteilung von Herrmanns ’nächstem Ausfall‘ (SZ) erhält, wenn man hier:

    http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-09/rassismus-herrmann-blanco-neger

    folgendes liest:

    „Abgesehen von beschämten Lachen in der Runde erhielt Herrmann für seine Äußerungen keinen Widerstand. Auch die Co-Chefin der Grünen, Simone Peter, blieb still.“

    Wie, war Fr.Peter so geschockt von Herrmans ‚verbaler Entgleisung‘ (tagesschau.de), daß es sie sprachlos machte?

    Sehen wir erst einmal, wie die Zeit („Joachim Herrmann äußert sich rassistisch…“) die Szene beschreibt, die sich uns ab ca. 39:25 darbietet:

    „“Wir haben Aussiedler integriert, wir haben Hunderttausende von türkischen, griechischen und italienischen Arbeitsmigranten integriert und Deutschland hat sich damit weiterentwickelt“, führte gerade Focus-Chefredakteur Ulrich Reitz aus. Da sagte Bayerns CSU-Innenminister Joachim Herrmann: „Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger, der den meisten Deutschen wunderbar gefallen hat.“ Auch beim FC Bayern spielten „eine ganze Menge mit schwarzer Hautfarbe mit“. Das würde den Fans auch gut gefallen.“

    So, da redet also der Chefredakteur von focus („‚Neger‘-Eklat bei ‚hart aber fair'“) kontextlos über die deutschen Integrationsleistungen, als ihm der bayerische Innenminister völlig unmotiviert ‚rassistisch‘ (Die Zeit) dazwischenfährt. Oh weh, da hat der sich wohl ‚mit einer diskriminierenden Äußerung […] ins Abseits manövriert‘ (stern).

    Oder war es nicht eher so, daß Ulrich Reitz uns gerade erklärte, was er dem Bayern, der in dem Einspieler immer ‚Neger‘ sagte, geantwortet hätte, worauf Herrmann, die Wortwahl des angesprochenen Bayern aufnehmend, *seine* Antwort vorbrachte und damit nicht etwa Rassismus praktizierte sondern ihm im Gegenteil etwas entgegensetzte? Nun, man sehe sich das mal selbst an.

    *Meinem* Eindruck nach trifft meine alternative Beschreibung zu, so wie auch das Lachen von Ulrich Reitz nicht etwa ‚beschämt‘ sondern ‚belustigt‘ war. Was sich auch in dem äußert, was er nach dem ‚Sehen Sie,…‘, nach dem bezeichnenderweise fast alle Youtube-Fitzel enden, noch sagt, nämlich ‚…das kann man dem doch sagen‘.

    Nun lebe ich ja seit meiner Geburt fast ununterbrochen in NRW, war zuletzt vor mindestens 20 Jahren in Bayern und würde sogar noch eher CDU als CSU wählen; wie – und vor allem *für was* – hier auf Joachim Herrmann auf allen Kanälen eingedroschen wird stößt mich aber trotzdem zutiefst ab. Fast noch abstoßender finde ich es aber, wie beliebig Medien wie die sich auf ihre Kultiviertheit und Seriosität soviel einbildende Zeit mit Sprache und Zitaten umgehen (Das wörtliche Zitat von Hrn.Reitz da oben ist z.B. gar keins ), und mit welcher Selbstverständlichkeit sogar Videos aus dem Kontext gerissen werden.

    Der absolute Gipfel ist aber, daß – zumindest meiner Recherche zufolge – exakt 0.0 sich die Mühe gemacht haben, mal selbst hinzusehen (Die Sendung ist in der verdammten ARD-Mediathek frei erhältlich!) und die Sache richtig zu stellen. Abgesehen von N24 stellen sogar sämtliche Medien Herrmanns Richtigstellung als ‚Entschuldigung‘ oder ‚Zurückrudern‘ falsch dar. Und der Focus, dessen $%& Chefredakteur sogar höchstselbst mit in der Sendung dabeigewesen war, redet auch immerhin von ‚Rechtfertigung‘.

    Ich weiß ja, diese Mischung aus Verlogenheit und Faulheit ist nichts neues, aber die Ausmaße, die das inzwischen angenommen hat, sind wirklich erschütternd.

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    • IULIUS sagt:

      Besonders schlimm finde ich, daß einige aus den Pressekreisen behaupten, das Neger sei ein strafrelevanter Begriff, bei Benutzung dessen man wegen Beleidigung verurteiteilt wird. Tatsächlich hat, soweit ich das sehen konnte hat lediglich eine einzige – offensichtlich völlig verwirrte – Amtsrichterin eine 78-jährige Dame wegen Benutzung des Begriffs verurteilt. Der Anwalt spricht vom politischem Urteil und will in Berufung gehen.(Andere Zeitungen)
      http://www.shz.de/lokales/holsteinischer-courier/im-hamburger-gericht-nutte-gegen-neger-id9482481.html

      In keinem anderen Verfahren wurde jemand wegen der Benutzung des Wortes Neger verurteilt. In allen Verfahren war der Beleidigungscharackter ausschließlich aus anderen Worten zu erkennen.

      Der Begriff neger ist die Eindeutschung vom lateinischen „niger“ und bezeichnet wertfrei seit mehreren tausend Jahren dunkelhäutige Menschen.

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      • Frank sagt:

        Hinzu kommt, dass der, den es betrifft – nämlich Roberto Blanco – das völlig richtig verstanden hat und es dem Herrmann auch kein Stück übel nimmt.

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    • maSu sagt:

      Blastmeister101:
      Das Problem ist eben dieser typische Dialog:

      „Er hat Neger gesagt!“
      -„Hm? Wann?“
      „Er hat NEGER gesagt!!!“
      -„Was hat er sonst noch gesagt?“
      „ER HAT NEGER GESAGT?“
      -„Zu wem?“
      „ER HAT N-E-G-E-R GESAGT!!!!!!!“
      -„…“

      Der Kontext ist vielen völlig egal. Das Wort „Neger“ löst bei einigen einfach irrationale Beißreflexe aus. Was beim pawlowschen Hund die Glocke ist, das ist für scheinbar genug Menschen der Begriff „Neger“.
      Da geht es nicht mehr um rationale Argumente, die Beachtung des Kontexts ist da auch eher zweitrangig. Es geht nur um das Wort.

      Wer das bekloppt findet: Willkommen im Club.

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      • IULIUS sagt:

        Irrationalen Beißreflex würde ich ausschließen. Das sind gezielte Angriffe. Es geht dabei nicht um den Begriff als solches, sondern über Moralempfinden – scheinerlaubt – Aggressionen auszuleben, in der Hoffnung, daß sich weitere dem anschließen.
        -> Da stehen ähnliche Gesetzmäßigkeiten wie beim Mobbing dahinter. – > niedere Beweggründe/Triebbefriedigung.

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        • maSu sagt:

          Nur das Mobbing usw. komplexere Auslöser haben kann. Beim Wort „Neger“ ist eben dieses Wort wie ein Schalter, die Leute ticken plötzlich völlig aus und werden aggressiv gegenüber einem Menschen, ohne die genaueren Umstände zu beleuchten.

          Und ja natürlich geht es primär um niedere Beweggründe: Macht über andere zu haben. Verbiete ich Menschen bestimmte Worte, dann ist das Macht, moralische Überlegenheit und vieles mehr. Ein tolles Gefühl einmal kurz bestimmen zu dürfen, welche Worte ein Mensch sagen darf und welche nicht…😡

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    • käse sagt:

      Hm…ich muss zugeben dass ich die ganze Geschichte garnicht wirklich verfolgt habe. Weil die Medien immer wieder polit-Talkshows Skandalträchtig aufblasen.
      (Und weil in Polit-Talkshows meistens nur wild durcheinander geredet wird, und der Moderator meist versucht einzugreifen, sobald jemand seine Position detailierter beschreibt. Das geht zu selten wirklich in die Tiefe, bleibt immer schön „smalltalk-tauglich“…. aber das nur am Rande)

      Jetzt hab ich mir den Beitrag angesehen incl. dem Einspieler und finde auch, dass die Medienzitate übertreiben. (Auch wenn es sein kann, dass die Sendung im Ganzen wieder einen anderen Eindruck transportiert als die 10 Min die ich angesehen hab)

      Aber jetzt zu dem, was ich eigentlich sagen wollte:

      Zitat: „Oder war es nicht eher so, daß Ulrich Reitz uns gerade erklärte, was er dem Bayern, der in dem Einspieler immer ‘Neger’ sagte, geantwortet hätte, worauf Herrmann, die Wortwahl des angesprochenen Bayern aufnehmend, *seine* Antwort vorbrachte und damit nicht etwa Rassismus praktizierte sondern ihm im Gegenteil etwas entgegensetzte? Nun, man sehe sich das mal selbst an.“

      Sehe ich dann doch etwas anders. Für mich ist das nicht die Antwort, die man dem Bayern geben würde, das würde doch erst recht vorurteile Schüren.

      Es meiner Ansicht nach ist aber auch nicht direkt Rassismus.
      Eher die ironisch überspitze Haltung von bestimmten Menschen, die quasi „positiven Vorurteile“ verinnertlicht haben. Ganz egal ob das Bayern sind oder nicht.

      Es ist ja nicht direkt die Meinung von Herrmann, sondern er nimmt die Haltung eines fiktiven „Rassisten“ ein, der Ausnahmeerscheinungen als gelungene Integration bezeichnet. (Und der dem Chefredakteur sogar zustimmen würde, aber dennoch etwas anderes meint.)

      So, jetzt weiß ich nicht ob du vielleicht das gleiche meinst, aber ich deine Worte anders interpretiere. Sprache ist nicht immer klar. Auch der Hermann hat sich missverständlich ausgedrückt, indem er ein sprachliches Mittel verwendet hat das leicht missverstanden werden kann. Es kann sein dass ich deine Intention auch missverstanden habe, aber im Kontext der Sendung hab ich das Gefühl gehabt dass der Chefredakteur ihn so verstanden hat so wie auch der Moderator einfach in seinem Programm weitergemacht hat. Es scheint in der Sendung nicht unbedingt rassistisch aufgefasst worden, sonst hätten die das direkt geklärt.
      Es kann aber auch sein dass einige in der Diskussionsrunde erstmal irritiert waren und deshalb nicht dazwischen gegangen sind.

      Also d a s s es eine öffentliche Diskussion bei Missverständnissen gibt ist nachvollziehbar. W i e diese geführt wird ist dann wieder eine andere Frage. (In dem Punkt sind wir uns wohl einig)

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      • käse sagt:

        Ergänzung: in meiner ersten Klammer fehlt die Anmerkung „Ich gucke solche Sendungen ungern, weil…[Argumente in der Klammer]“

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      • @käse

        Meine eigenen Erfahrungen lassen mich zweifeln, daß Herrmanns Argumentation bei dem (ganz konkreten) Bayern jetzt einen nennenswerten Aha-Effekt ausgelöst hätte, ich schätze es im übrigen auch so ein, daß ihm seine ‚Idee‘ kam, als er Reitz‘ anhörte und er einen spontanen ‚Herr Lehrer, ich weiß auch was‘-Anfall hatte; was ich ihm aber zuerst einmal zugute halten muß, ist, daß er zumindest andeutet, das zu tun, was er kurz zuvor selbst als richtige Strategie angegeben hatte, nämlich den Bayern nicht gleich in die Nazi-Ecke zu stellen, auf ihn zuzugehen und es argumentativ zu versuchen. Hier predigt er Wasser und trinkt es dann auch selbst.

        Ich finde das Roberto-Blanco-Argument zwar etwas schwach, aber einmal davon abgesehen, daß wirklich viele Leute Toleranz erst dadurch gelernt haben, daß sie erst einen XYZ kennengelernt haben, dann zwei, dann… und irgendwann will ihnen gar nicht mehr in den Kopf, daß man so vernagelt sein kann, XYZ nicht zu mögen, ist das gar nicht der Punkt.

        Worum es mir geht ist die Tatsache, daß hier etwas quer durch die Leitmedien und das Twitterversum als ‚rassistische Entgleisung‘ verschrien wird, das sich bei näherer Betrachtung schlimmstenfalls als leicht kindisch aber harmlos, bestenfalls aber sogar als klares Statement gegen Rassimus erweist. Das ist mMn entweder faul und ’seriöser‘ Medien unwürdig oder boshaft und dadurch wirklich gefährlich.

        Herrmann nimmt hier übrigens nicht den Standpunkt eines Rassisten ein sondern geht konkret auf den Spruch „Gut bayerisch gesagt: ‚Neger‘ – die sind nicht wie wir und haben hier nichts zu suchen“ (Ich habe mir jetzt nicht die Mühe gemacht, mir die Stelle nochmal anzusehen, aber der Tenor ging doch dahin). Herrmann nimmt die Wortwahl auf, versucht damit Augenhöhe zu schaffen, was man mMn ruhig mal versuchen kann, und das Wort positiv umzumünzen. Kann man versuchen, ob’s klappt, was weiß ich. Jedenfalls kann man nicht behaupten, daß Herrmann hier Rassismus *praktiziert* oder gar Schwarze diskriminiert. Mißverständlich ist da mMn gar nichts.

        Und daß Simone Peter das einfach so hingenommen hätte, wenn es wirklich als rassistisch auch nur hätte mißverstanden werden können, halte ich schonmal für ganz unwahrscheinlich. Erinnere Dich mal daran, wie die Herrmann vorher schon für seine Sprache kritisiert hat; ein entrüsteter Zwischenruf wäre noch die allerzurückhaltendste Reaktion von ihr gewesen, wenn sie nicht davon ausgegangen wäre, daß Herrmanns Wortwahl keine skandalöse Entgleisung war, sondern ein mehr oder minder angemessener Beitrag zur Diskussion.

        Ich finde ihn auf jeden Fall angemessener als den Beitrag von Ulrich Reitz, denn die Frage „Was meinen sie eigentlich mit Deutschem Volk?“ als Einleitung wirkt vielleicht im Elfenbeinturm gewitzt, in der Realität ist das ein sicherer Weg zur Diskussionsverhinderung. Sich eine Deutschlandfahne durch die Kimme zu ziehen und sie dem Gegenüber mit verächtlichem „Das halte ich von Deinem Schland, Alter!“ ins Gesicht zu werfen ist vielleicht eine Spur destruktiver, jedwede Gesprächsbereitschaft abgewürgt hat aber schon Reitz, zumindest sofern die Frage so rhetorisch gemeint ist wie ich sie verstehe.

        Und meine Intention? Tja, keine Ahnung. Wahrscheinlich wollte ich mich nur auskotzen, ab und zu überkommt mich das noch; daß man mit sachlicher und objektiver Argumentation gerade bei so hochemotionalen Themen noch irgendwen erreichen kann habe ich mir (aller)spätestens nach meiner Zeit bei Telepolis abgeschminkt.

        Oder, etwas optimistischer ausgedrückt, wollte ich darauf hinweisen, daß wir offensichtlich gerade wieder ganz tief in eine Hexenjagd hineingeraten, nicht, daß das was neues wäre. Wir Deutschen haben’s nicht so mit Kindern, deshalb schütten wir sie gerne immer wieder mal mit dem Bade aus. ^^

        Ich finde das wirklich extrem… schade, denn weder ist jetzt die richtige Zeit, – falls überhaupt je – irgendwelche Parteisüppchen zu kochen, noch können wir uns eine weitere Emotionalisierung des ohnehin schon hochemotionalen Themas Migration leisten. Es wäre jetzt eher mal an der Zeit, objektiv und rational an die Sache heranzugehen, da ist in den letzten Jahren schon genug verschlampt worden. Wird aber natürlich nicht passieren, denn die Fronten stehen fest geschlossen. Und so werden in 2-3 Jahren (spätestens) die Titelblätter von Focus bis Spiegel Variationen der Wörter ‚Das‘, ‚Boot‘, ‚Ist‘ und ‚Voll‘ bringen, zumal in den USA und entsprechend in Die Welt schon wieder „Nicht weniger sondern mehr Interventionen“ gefordert werden, und vermutlich wird es dann eine Hexenjagd auf ‚die Linken‘ geben, die ‚uns diesen Schlamassel eingebrockt haben‘, was auch immer das für ein Schlamassel sein wird. Naja. Das Rad dreht sich.

        Was ich auf gar keinen Fall wollte war es, zu behaupten, daß Joachim Herrmann auf gar keinen Fall Rassist ist, darüber weiß ich nichts zu sagen. Es ist einfach so, daß dieser offensichtliche Fall von Medienversagen zufällig ihn betrifft.

        Und schonmal gar nicht wollte ich die Benutzung des Wortes ‚Neger‘ verteidigen, auch wenn ich es hier mehrfach benutzt habe. Wenn über ein Wort diskutiert wird halte ich es für sinnvoller es auch zu benutzen als verschämt N-Wort zu sagen; frei nach Louis C.K.: Wer N-Wort sagt zwingt doch *mich*, das Wort im Kopf auszusprechen – was für eine Unverschämtheit!

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  11. El_Mocho sagt:

    Ist es nicht vielmehr so, dass Herrmann als einziger in dieser Diskussion auch die problematischen und negativen Aspekte von Zuwanderung angesprochen hat und die anderen wenig dagegen zu sagen wussten und man deshalb schleunigst einen Nebenkriegsschauplatz eröffnet hat??

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    • Frank sagt:

      Echt?! Meinst du? Von welchen knallharten Fakten wollten die Medien (ich weiß gerade nicht, ob es aktuell Lügen- oder Systempresse heißt) denn ablenken?
      Ich glaube es aber aus min. 2 Gründen nicht.
      1. Hätte sich keiner auf das N-Wort gestürzt, hätte es keine Sau interessiert, was ein bayrischer Innenminister in einer Talkshow verkündet hat. In sofern eher kontraproduktiv, oder?
      2. Ich bin mir sicher, dass die Gutmenschen diese Botschaften Herrmanns eher durch einen zufällig (zwinker) herunterstürzenden Scheinwerfer o.ä. gestoppt hätten. Die machen so was nämlich!

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  12. margretandfriends sagt:

    Wäre es möglich, die „Hexenjagt“ in eine „Hexenjagd“ zu ändern? Ich störe mich sonst echt nicht an sowas (mache selbst genug Flüchtigkeitsfehler), aber das tut mir irgendwie direkt weh …

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  13. […] und bagatellisierung von rechter ideologie: hier, hier und […]

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