Prostituiertenschutzgesetz-Logik

Veröffentlicht: September 27, 2015 in Uncategorized

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Kommentare
  1. netreaper sagt:

    Genau so eine Diskussion habe ich heute auch geführt. Nur ging es dabei um muslimische Frauen und der Verschleierung die man ihnen angeblich unbedingt von Gesetzes wegen verbieten muss um sie zu „schützen“.
    Als könnten Frauen nicht am besten selbst entscheiden was sie anziehen sollten und was nicht.

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    • Hapi sagt:

      Bei der Thematik ist aber gerade das Problem, dass Frauen eben nicht immer selbst entscheiden dürfen, ob sie sich verschleiern oder nicht. Und auf der Straße sieht man eben nicht, ob eine Frau einen Niqab aus eigener religiöser Entscheidung trägt oder weil der Ehemann sie sonst verprügelt und komplett einsperrt. Ob eine Prostituierte freiwillig arbeitet, lässt sich einfacher herausbekommen und dürfte außerdem der Normalfall sein.

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  2. Tante Jay sagt:

    Leider isset genau so.

    Alice Schwarzer ganz vorneweg.

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    • Fatherleft sagt:

      Alice Schwarzer will sie schützen, indem sie die Prostitution einfach verbietet, denn nach Alice Schwarzers Logik kann es keine Frau geben, die sowas freiwillig macht. Insofern braucht man die Freiwilligkeit auch nicht zu überprüfen.

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  3. turkishmaid sagt:

    Genau so ist das. Die Missbraucher zur Verantwortung ziehen statt den Opfern noch zusätzliche Vorschriften zu machen. Bei den Prosituierten, bei den Kopftüchern, bei den Drogenkonsumenten und überhaupt überall. Da müssten viele über ihren Schatten springen. Aber dan lägen diese Schatten halt auch hinter und allen. Leider nur ein Traum. Lass mich raten: Das wird so weitergehen.

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  4. Christine sagt:

    Es wäre schon toll, gäbe es keine Prostitution. Aber was ist wohl die Konsequenz einer Gesellschaft die Sex regelmentiert und einer Religion die vorschreibt was guter und schlechter Sex ist?
    Menschen mit weiterer Moralapostelei zu beglücken und noch mehr Regelmentierungen einzuführen erscheint da doch gerade als der Königsweg …

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    • tom174 sagt:

      „Es wäre schon toll, gäbe es keine Prostitution. “
      Für wen? Für die Prostituierten, denen du damit ihre Lebensgrundlage nimmst? Für die Freier, die sich dann über mehr Geld freuen?
      Warum wäre eine Welt ohne Prostitution eine bessere? Eine Welt ohne Armut wäre eine bessere. Da würde dann sicherlich auch ein gehöriger Teil der Prostituierten wegfallen. Eine Welt ohne Kriege wäre eine bessere.

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    • aranxo sagt:

      Eine Welt ohne Prostitution würde für viele Männer eine Welt ohne Sex bedeuten. Während auf Frauenseite selbst die hässlichste noch ab und zu wen findet, der mit ihr Sex haben will, ist das beim unattraktivsten Bodensatz der Männer nicht der Fall.

      Eine Welt ohne Prostitution wäre für Frauen eine Welt mit mehr ungewollten Annäherungen, sexuellen Belästigungen bis hin zu mehr Vergewaltigungen. Und es wäre eine Welt mit mehr vorgeheuchelter Liebe. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ihr das nicht wollt.

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      • margretandfriends sagt:

        „Eine Welt ohne Prostitution wäre für Frauen eine Welt mit mehr ungewollten Annäherungen, sexuellen Belästigungen bis hin zu mehr Vergewaltigungen.“

        Das allerdings ist eine der abgeschmacktesten „Pro-Argumente“. „Gäbe mehr Vergewaltigungen“ ist so ein uraltes, männerfeindliches Klischee, das letzten Endes aussagt, Männer wären triebgesteuerte Tiere, die sich nicht im Griff haben. Bin ja immer wieder erstaunt, wie viel offene Männerfeindlichkeit sich in angeblich männerrechtlich orientierten Kreisen finden lässt.

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        • CK sagt:

          Das Argument „mehr Vergewaltigungen“ finde ich auch unglücklich und glaube auch nicht dass das so wahr ist.

          Wahr ist aber wohl, dass der männliche Sexualtrieb sehr stark ist (und im Schnitt ziemlich sicher stärker als der weibliche, was m.E. auch evolutionär recht gut erklärbar ist) und nach Erfüllung verlangt. Wie wir konkret zu dieser Erfüllung gelangen, ist uns aber frei überlassen. Dahingehend ist es richtig zu sagen, dass wir keine Tiere sind, die keine Kontrolle über ihre Triebe haben. Wir sind vielmehr Menschen, also vernunftbasierte, moralische Agenten mit freiem Willen. ABER auf irgendeine Weise müssen wir den Trieb trotzdem ausleben. Ihn ignorieren, verdrängen, unterdrücken, geht auf Dauer nicht gut, es macht uns psychisch krank. Davon bin ich fest überzeugt. Zumindest aber macht Sexmangel einen unglücklich. Und nicht nur Sexmangel, sondern Mangel an Körperlichkeit und Intimität allgemein. Ich merke das bei mir selber. Sowohl dass ich mürrisch werde wenn ich längere Zeit keinen Sex habe als auch dass ich umgekehrt ausgeglichener und gutgelaunter bin wenn ich Sex hatte.

          Wichtig ist natürlich, unsere sexuellen Bedürfnisse so auszuleben, dass dabei niemand anders zu Schaden kommt, der jeweilige Partner oder die Partner respektvoll behandelt werden und hoffentlich auch Spass daran haben oder- im Falle käuflicher sexueller oder erotischer Dienste- zumindest den Akt nicht als etwas Negatives wahrnehmen und sich im Anschluss über das verdiente Geld und die Anerkennung des zufriedenen Kunden freuen können.

          Einfach zu sagen „Dann soll der Kunde halt auf Sex verzichten“ (nicht dass Du das geschrieben hättest jetzt, aber ich habe das schon an vielen anderen Stellen leider so gelesen, wo das „schwedische Modell“ bevorzugt wurde), zeugt von enormem Unverständnis gegenüber den sexuellen Bedürfnissen des Mannes und seiner realen Lage in vielen Fällen. Abgesehen davon dass solche dummen Gesetze ja auch ins sexuelle Selbstbestimmungsrecht der AnbieterInnen eingreifen. Wenn eine Frau Sex für Geld anbietet, ist das allein ihre Sache.

          Als (heterosexueller) Mann fände ich es natürlich gut, wenn Sexarbeit nicht mehr notwendig wäre, weil genug sexbegeisterte Frauen für jedermann einfach da wären, aber ich bin Realist genug zu wissen, dass es sich hierbei um eine komplette Utopie handelt, an die zu glauben, man die Natur von Mann und Frau komplett verleugnen müsste. Solange wir Menschen so sind wie wir eben sind, wird es immer Männer geben, die Sex kaufen und Frauen, die intelligent und selbstbewusst genug sind, ihr erotisches Kapital gewinnbringend einzusetzen. Mir wurde zwar schon gesagt, dass dies in einem sozialistischen Glücksbärchiland nicht so sein wird, aber mir fehlt der Glaube daran😉

          Wichtig ist für mich vielmehr, dass die SexarbeiterInnen volle Rechte bekommen und sie von der Gesellschaft respektiert werden. Allen voran von ihren Kunden. Aber nicht nur von denen. Hier sind leider noch viele Hürden aus dem Weg zu räumen, die auf eine m.E. überlebte christliche Sexualmoral oder ideologischen Unsinn wie den bourgeoisen „Radikal“feminismus einer Frau Schwarzer zurückzuführen sind, der Männer und Frauen gleichmachen will, ergo die Gesellschaft mit (Staats-)Gewalt umformen möchte. Aber auf lange Sicht wird die Rationalität hier obsiegen.

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        • aranxo sagt:

          Mit Verlaub, meines Wissens nach ist genau das in Schweden nach der Einführung des ach so tollen schwedischen Modells passiert. Die Vergewaltigungsraten gingen in Schweden nach oben.

          Das nicht männerfeindlich, sondern nur realistisch. Das Argument höre ich übrigens häufig von Frauen, die gegen das Verbot von Prostitution sind.

          Außerdem halte ich Frauen für genauso triebhaft und affektgesteuert, das gleicht sich dann wieder aus.😉

          Mal so ein kleiner Einschub: Ich halte die Tötung eines ungeborenen Lebens für mindestens so moralisch bedenklich wie den Kauf einer sexuellen Dienstleistung (um genau zu sein, halte ich nur das erste für moralisch bedenklich). Angenommen, man würde Abtreibungen wieder verbieten. Würdest Du das Argument, Frauen würden es trotzdem tun und zu Engelmachern gehen, auch so abkanzeln? Die Frauen wären triebgesteuerte Tiere, die sich nicht im Griff hätten und nur auf ihren einen Vorteil und ihr bequemes Leben schauen würden? Ganz sicher nicht.

          Worauf ich hinaus will: Das Leben bricht sich immer eine Bahn. Menschen haben vitale Interessen und wenn diese sehr stark sind, interessieren sie sich nicht für bestehende Gesetze. Und manchmal nicht einmal für die Interessen von Mitmenschen. Es gibt (mindestens) drei Dinge, die kann man so viel verbieten, wie man will, sie werden immer geschehen. Das sind Drogen, Prostitution und Abtreibung. Wenn man irgendwas davon verbietet, werden eben illegale Ausweichmöglichkeiten gesucht.

          Insofern ist Prostitution ein Ventil, genauso wie Alkohol und Tabak oder die 12-Wochen-Regelung des §218. Auch wenn das alles nicht schön ist, auch wenn wenn man sich die Welt schöner vorstellen könnte, sprich jeder hat jederzeit Zugang zu kostenlosem Sex, niemand müsste Drogen benutzen, um sich glücklich zu fühlen, und jedes gezeugte Kind dürfte auch in einer glücklichen Umgebung aufwachsen, die Welt ist nicht so und wird wahrscheinlich nie so sein.

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          • margretandfriends sagt:

            „Würdest Du das Argument, Frauen würden es trotzdem tun und zu Engelmachern gehen, auch so abkanzeln? “

            Reichlich merkwürdig, dieser Vergleich: „Wenn Frauen Abtreibung verboten würde, würden sie trotzdem illegale Abtreibungen vornehmen lassen“ versus „Wer nicht mehr zu Prostituierten gehen darf, beginnt zu vergewaltigen.“ Bedeutet, Du würdest den Besuch bei einer Prostituierten mit Vergewaltigung gleichsetzen?

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            • margretandfriends sagt:

              Zusatz – Vergleichbar wäre aber: Wenn Prostitution verboten wird, findet sie weitgehend schutzlos im Verborgenen statt. Und das Argument hat ja durchaus was für sich.

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              • IULIUS sagt:

                Gibt es wirklich einen Zusammenhang zwischen Prostitution und Vergwaltigung?
                Ich habe da meine Probleme das zusammen zu bringen. Es macht einen Unterschied, ob ich bezahle oder mir mit Gewalt etwas nehme. Zweiteres würde bedeuten, das tue ich auch, wenn ich gerade kein Geld habe. Andersrum, warum sollte ich für eine Leistung bezahlen, die ich mir auch so nehmen kann?

                In Schweden könnte auch sein, daß im Zusammenhang mit der Diskussion einfach nur mehr Taten angezeigt wurden.

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                • margretandfriends sagt:

                  Ich habe den Eindruck, der Anstieg wird von den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen einfach sehr unterschiedlich interpretiert und auch genutzt. Wer den Flüchtlingsströmen eher abweisend gegenüber steht, sieht ihn als Folge der Zuwanderung, andere als Folge der veränderten Gesetzeslage zu Vergewaltigung, andere als Folge zunehmender Anzeigenbereitschaft, andere als Folge der Gesetzeslage zu Prostitution.

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                • Frank sagt:

                  Volle Zustimmung. Außerdem soll es dem Vergewaltiger nach versch. Experten- und Tätermeinungen ja gar nicht hauptsächlich um Sex, sondern um Machtausübung gehen. Die ungespielte Angst in den Augen des Opfers ist ihm demnach viel wichtiger als der Sex an sich. Kann mir nicht vorstellen, dass solch einem [Selbstzensur] eine Prostituierte lange Ersatz bieten kann.

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        • david sagt:

          Wohl eher ist das vorgeschobene Argument der „Männerfeindlichkeit“ aus dem Munde von Feministinnen das abgeschmackteste und unglaubwürdigste überhaupt. Das glaubst du dir doch selbst nicht. Es ist vor allem beliebig anwendbar: bspw. könnte man auch sagen, dass die Annahme, nach Religionen getrennte Flüchtlingslager würden weniger gewaltsame Zwischenfälle produzieren, auch „männerfeindlich“ ist. Sie impliziert, dass Männer sich in Gegegenwart von Männer anderen Glaubens nicht im Griff hätten.
          „Offene Männerfeindlichkeit in angeblich männerrechtlich orientierten Kreisen“ – geht es vielleicht noch ein bisschen verlogener?
          Man kann auch Feministinnen „offene Frauenfeindlichkeit angeblicher Frauenfreunde“ dafür unterstellen, dass sie Frauen entmündigen und ihren Beruf verbieten wollen. Das wäre viel naheliegender, aber „offene Frauenfeindlichkeit“ wäre mir da wirklich ein allzu billiger Vorwurf.

          Es geht schlicht um offensichtliche Zusammenhänge – natürlich ist Delinquenz beeinflussbar.
          Es gibt nun mal einen gewissen, kleinen Prozentsatz (bzw. Promillsatz) von Männern, der dazu neigt, Frauen zu vergewalitgen. Natürlich hat es Einfluss, wenn man deren Verstärker- und Ventilbedingungen verändert. Sehr wahrscheinlich vergewaltigt ein Vergewaltiger häufiger, wenn er legal sclechter an Sex kommt oder Prostitution nur noch im Dunkelfeld abläuft. Das hat nichts mit Männerfeindlichkeit zu tun. Es muss noch nicht mal mehr Täter geben, ein Anstieg der Taten reicht, zumal hinsichtlich Verfolgung die Prostituierten als wichtige Zeugen aus dem Täterumfeld wegfallen.
          In Schweden ist die Zahl der sexualbezogenen Verbrechen innerhalb weniger Jahre nach dem Verbot um 68% gestiegen. Auch zum Zusammenhang zwischen Pornographie und Vergewaltigung gibt es Studien. Es ist psychologisch vollkommen plausibel, dass die Verfügbarkeit von Triebabfuhr durch Verhaltensalternativen mit hoher Appetenz Impulsdurchbrüche unwahrscheinlicher macht.
          Übrigens: nicht nur Männer sind „triebgesteuerte Tiere“. Frauen sind ebenfalls mit Instinkten/Trieben ausgestattete Säugetiere, die ihre Impulse (z.B. Schokolade zu essen🙂 bzw. durchaus auch Aggressionen) manchmal nicht im Griff haben. Man kann bei allen Menschen die Bedingungen verändern, die Impulskontrolle beeinflussen. Ich hoffe du bist jetzt nicht entsetzt über so viel „Frauenfeindlichkeit“.

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          • CK sagt:

            Naja es gibt viele Theorien wieso in Schweden die Zahl der (angezeigten) Vergewaltigungen gestiegen ist. Eine lautet bspw, dass es an der muslimischen Zuwanderung liegt. Ich sage nicht, dass das so stimmt, ich sage nur, es gibt mehrere Theorien dazu. Was nun stimmt oder ob vielleicht mehrere Gründe gleichzeitig „schuld“ sind, wäre erst mal zu untersuchen.

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            • CK sagt:

              Im übrigen hat das Verbot wenig Einfluss. Es ist nach wie vor sehr einfach Sex in Schweden zu kaufen. Googel mal „Stockholm, Escort“. Die Zahl der Massagesalons hat sich sogar verdreifacht seit dem Sexkaufverbot. Legal, illegal, scheissegal… Das Sexkaufverbot ist also wohl kaum der Grund für diese Zahlen.

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            • david sagt:

              Das ist ja gerade eines der Hauptprobleme: Die Dinge verschieben sich nur. Durch ein Verbot der Prostitution kommt es nur zu einem Wachsen des „Schwarzmarkts“, in dem sichere Bedingungen für Sexarbeiterinnen viel schwieriger zu gewährleisten sind. Es ist ja überall so, dass abseits der mehr oder weniger „seriösen“ Einrichtungen, also auf dem (illegalen) Strich die Frauen weniger sicher sind. Zumal sie ja selbst durch ein Verbot kriminalisiert werden, das Risiko wird automatisch größer. Das berichten ja auch schwedische Prostituierte selbst, dass sich die Bedingungen deutlich verschlechtert haben und ihr Job gefährlicher geworden ist.

              Ich bin sicher kein Freund von Prostitution. Auf Basis meiner eigenen Werte empfinde ich gekauften Sex für beide Seiten als ziemlich würdelos. Ich würde es spontan begrüßen, wenn es diesen Markt nicht gäbe.
              Ich käme allerdings nie auf die Idee, etwas zu verbieten bzw hier hypothetisch „weghexen“ zu wollen, wenn es offenbar ein hohes Angebot und eine hohe Nachfrage mündiger Erwachsener gibt, denen konventionelle Arten, an Geld bzw. Sex zu kommen, offenbar zu müßig oder aber unmöglich sind. Da müsste man also das Bedürfnis der partizipierenden Menschen nach Sex/schnellem Geld gleich mit verschwinden lassen.

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              • CK sagt:

                @david: Das kann man Dir hoch anrechnen, dass Du trotz Deiner konservativen Sexualmoral diese nicht anderen Menschen aufzwingen willst wie andere Ideologen. Du bist pragmatisch genug zu erkennen, dass man die Natur der Menschen nicht gewaltsam verändern kann und gewisse Impulse nicht ausradieren kann und befürwortest sogar aus „harm reduction“-Gründen- wie Amnesty International seit einigen Wochen- eine Entkriminalisierung. Damit kann ich sehr gut leben.

                Trotzdem sei, einfach der Diskussion wegen, angemerkt dass ich das hier anders sehe: „Auf Basis meiner eigenen Werte empfinde ich gekauften Sex für beide Seiten als ziemlich würdelos.“

                Sex hat m.E. immer einen Preis. Bei der Prostitution ist das offensichtlich, weil ja konkret Geld verlangt wird. Aber Sex ist immer an Bedingungen geknüpft, auch im privaten Bereich. Diese Bedingungen mögen nicht immer klar ausgesprochen werden (insofern ist Prostitution sogar ehrlicher), aber sie sind da. Unter Umständen gar unbewusst.

                Und mal ganz provokativ ausgedrückt: „Keine halbwegs intelligente Frau verschenkt Sex einfach so“. Frauen haben jedes Recht dazu- auch wenn das vielleicht manchen MRAs nicht gefallen mag- für sexuelle wie auch anderweitige körperliche/seelische/emotionale Leistungen entsprechende (monetäre oder anderweitige) Gegenleistungen zu erwarteen, die ein kluger Mann auch nur zu gerne erbringt.

                Ich hab wohlverstanden nichts gegen romantische Konstrukte wie die „Liebe“, im Gegenteil, aber sich vorzumachen, dass sei etwas völlig „Selbstloses“, ist so ziemlich der größte Selbstbetrug, vollkommen realitätsfremd und naiv.

                Und noch was Provokatives: in so ziemlich jeder Branche akzeptieren wir, dass Profis es i.d.R. besser drauf haben als Amateure. Wieso nicht auch beim Sex? Gerade im für mich recht faszinierenden BDSM-Bereich macht es absolut Sinn einen Profi aufzusuchen, durchaus auch als Paar. Aber Sex und Erotik gegen Geld sind halt so stigmatisiert, dass eine solche an sich vollkommen banale Erkenntnis nicht eingesehen wird.

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                • IULIUS sagt:

                  Und mal ganz provokativ ausgedrückt: „Keine halbwegs intelligente Frau verschenkt Sex einfach so“. Frauen haben jedes Recht dazu- auch wenn das vielleicht manchen MRAs nicht gefallen mag- für sexuelle wie auch anderweitige körperliche/seelische/emotionale Leistungen entsprechende (monetäre oder anderweitige) Gegenleistungen zu erwarteen, die ein kluger Mann auch nur zu gerne erbringt.“

                  Gibt es für Sex auch Gutscheine? Wo kann ich die Einlösen? Bei einer Frau meiner Wahl?

                  Es soll sogar Frauen geben, den macht Sex spaß.

                  Ehrlich gesagt, eine Frau die in einer Beziehung für Sex eine Gegenleistung erwartet halte ich für absolut unterirdisch.

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                  • CK sagt:

                    Wenn der Sex Spass macht, umso besser. 😉

                    Was ich meinte ist, dass in einer Beziehung man gefälligst die Bedürfnisse seines Partners zu erfüllen hat, sonst braucht man erst gar keine Beziehung einzugehen. Das ist immer ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Zu den männlichen Bedürfnissen gehört ganz besonders Sex. Was auch immer die Bedürfnisse der Frau sind, der Mann hat sie zu erfüllen. Tut er das nicht, braucht er sich nicht zu wundern, wenn die Frau keinen Sex mehr mit ihm haben möchte. Die Frau mag das gar nicht so rational bewusst überlegen, sie wird einfach weniger Lust auf ihren Mann haben, weil sie heiss auf einen Typen wird, der auf sie eingeht und nicht auf einen, der nicht imstande ist das zu liefern, was sie erwartet.

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                    • IULIUS sagt:

                      Boa ey, wie bist Du denn drauf? Nicht ein wenig viel Erwarungshaltung beim Sex?
                      Ich meine, wenn esklappt sicher. Nur wenn nicht liegt das weniger an den Männern…

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                    • CK sagt:

                      @Iulius: Irgendwie sind beide Geschlechter schuld. Manche Frauen verstehen nicht oder wollen nicht verstehen, dass Männer einen stärkeren Drang als sie haben und dass sie gut dran täten selbst im Falle mangelnder eigener Lust ihrem Ehemann oder Freund ggf. eine Freude zu machen. Manche Männer tun aber auch nicht genug dafür, dass die Frau ihnen einen Freude machen möchte oder eben natürlich heiss wird. Ist jedenfalls so meine Beobachtung.

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            • Michael sagt:

              Es könnte auch damit zu tun haben dass in Schweden Sachen als Vergewaltigung gewertet werden die z.B. in Deutschland (und im Rest der Welt nicht in der Statistik auftauchen). Was im übrigen in Schweden auch zugenommen hat war der Sextourismus ins Osteuropäische Ausland. Die Fähren über die Ostsee sehen wahrschenlich aus wie die Züge in Indien😛

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            • margretandfriends sagt:

              Sehe ich auch so. Dass es am Verbot liegt, ist nur eine von vielen Möglichkeiten für den Anstieg (zunehmende Anzeigenbereitschaft wäre z. B. auch eine, veränderte Gesetzeslage eine andere). Diese eine unbewiesene Möglichkeit als Beweis anzuführen, ist schon reichlich merkwürdig.

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            • ErpelderNacht sagt:

              Schweden ist ein Sonderfall mit ihrer seltsamen Vergewaltigungsgesetzgebung und juristischen Praxis. Das wurde im Fall Assange, dem Kopf von Wikileaks, bekannt.

              Was da so alles passierte, und was das mit der dortigen Gesetzeslage zu tun hat, kann man z.B. in Zettels Raum lesen: http://zettelsraum.blogspot.de/2010/12/vergewaltigung-auf-schwedisch-was-wird.html

              Darum betrachte ich alles, was über Schweden und der hohen Vergewaltigungsrate dort berichtet wird, mit viel Misstrauen. Das gilt auch für Zusammenhänge mit muslimischer Zuwanderung: Das ist alles viel zu schwammig.

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              • david sagt:

                Das stimmt schon. Durch die hohe Zuwanderung, die 1992 beginnende Umdefinition von Vergewaltigung sowie die sehr eigenwillige Zählweise bekommt man den Effekt des Kvinnofrid Law der Schweden nicht wirklich gut isoliert.
                Das schwedisch-feministische Narrativ dazu lautet übrigens – ja das ist wirklich nur noch zum Lachen – dass die hohen Vergewaltigungszahlen dadurch zustandekommen, dass die verunsicherten Männer mit sexueller Gewalt auf die zunehmende Gender Equality reagieren, als ein Backlash. Übrigens sind gerade in Schweden die Vergewaltigungsfälle nicht mehrheitlich Beziehungstaten – in 58% ist der Täter ganz fremd, nur in 13% besteht eine nahe Verbindung.

                Man kann nun den Anstieg nicht so einfach erklären, ok.
                Allerdings ist es schon ziemlich auffällig dass westliche Länder die Prostitution kriminalisieren (also z.B. USA oder auch Island und Norwegen, die das schwedische Modell übernommen haben) allesamt in etwa zwei- bis dreimal so hohe Vergewaltigungsraten haben wie vergleichbare Länder, die das nicht tun (Deutschland, Dänemark, Finnland und Niederlande).
                Dass die Gesetzesreformen nicht unbedingt unmittelbar durchschlagende Effekte zeitigen, ist vielleicht auch damit zu erklären, dass eine Ächtung und Bekämpfung von Prostitution ja nicht nur ein legislativer, sondern andauernder gesellschaftlicher Prozess ist.
                Dennoch liefert uns die Empirie zwei Beispiele, die recht deutlich auf eine Kausalbeziehung hindeuten. Da wäre zum einen der Fall Rhode Island (siehe Grafik):
                http://www.washingtonpost.com/news/wonkblog/wp/2014/07/17/when-rhode-island-accidentally-legalized-prostitution-rape-and-stis-decreased-sharply/

                und zum anderen Queensland: A study conducted in Queensland, however, did
                show a 149% increase in the rate of rape when legal brothels were closed
                in 1959, while other offenses against the person by males increased only
                49% (Barber, 1969).

                Die Studien zum Zusammenhang zwischen der Verfügbarkeit von Pornographie und Vergewaltigungen such ich jetzt nicht mehr raus, da gibt es aber einiges soweit ich mich erinnere.

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          • margretandfriends sagt:

            “ Das glaubst du dir doch selbst nicht.“

            Ach David. Das ist genau dein Problem. Du kannst nur in Extremen denken. Und dass eine Feministin etwas gegen männerfeindliche Ansichten haben könnte, kommt dir daher gar nicht in den Sinn.

            Dabei sind mir als Gleichheitsfeministin selbstverständlich männerfeindliche Ansichten sehr fern.

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            • david sagt:

              Ach David. Das ist genau dein Problem. Du kannst nur in Extremen denken.

              Eine absolute, generalisierende Aussage, die sich damit selbst disqualifiziert.

              Dass ich nur in Extremen denken könnte, weise ich mal einfach nur als absurd zurück.
              Ebenso, dass du als Schwarzer-Apologetin, die sich ständig genderfeministisch äußert und auch soweit ich mich erinnere pro „Rape Culture“-Konzept ausspricht, eine „Gleichheitsfeministin“ seist, der männerfeindliche Ansichten fernlägen und die sich nicht nur strategisch mal „männerfreundlich“ äußern würde (meist nach dem Motto: nichts ist angeboren und daher glaube ich daran, dass Männer sich theoretisch zum Positiven ändern könnten – durch Feminismus)

              Und dass eine Feministin etwas gegen männerfeindliche Ansichten haben könnte, kommt dir daher gar nicht in den Sinn.

              Doch. Ich kenne genug Beispiele, die ich nennen könnte. Du wärst mir aber dazu nicht unbedingt eingefallen. Dir fällt vermeintliche „Männerfeindlichkeit“ stets nur bei Maskulisten/Männerrechtlern auf.
              Wer Männerfeindlichkeit häufiger bei Männerrechtlern meint zu sehen und kritisieren zu müssen als bei Feministinnen, der ist wirklich nicht ernst zu nehmen, sorry.

              Umgekehrt wäre mir das wie gesagt zu billig. Ich finde zwar einige feministische Positionen sind durchaus nicht im Interesse von Frauen bzw. paternalistisch, aber „offene Frauenfeindlichkeit“ würde ich da nahezu ausschließen, die verorte und kritisiere ich dann schon im „eigenen“ Lager, und zwar ganz konkret.

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              • margretandfriends sagt:

                „Ebenso, dass du als Schwarzer-Apologetin, die sich ständig genderfeministisch äußert und auch soweit ich mich erinnere pro “Rape Culture”-Konzept ausspricht“

                Und damit führst Du wunderbar vor, wie sehr mein Vorwurf eines generellen Schwarz-Weiß-Denkens trifft. Weil ich Alice Schwarzer nicht in Bausch und Bogen verdamme, bin ich gleich „Schwarzer-Apolegetin“, dass ich das „Rape Culture-Konzept“ auf Männer wie Frauen anwende (und generell eher von einer „Täterkultur“ auch im Hinblick auf andere Verbrechen ausgehe) ist dir völlig entgangen, ebenso wie die Tatsache, dass sich meine „ständig genderfeministischen“ Äußerungen in erster Linie auf stereotype Rollenvorstellungen für beide Geschlechter beziehen. Simpelste, antifeministische Schwarz-Weiß-Logik eben: „Die findet unsere Positionen nicht uneingeschränkt gut, die muss Männerhasserin sein. Weil: Wer nicht in allem für uns ist, ist selbstverständlich gegen Männer.“ Wie überaus billig, ja, fast schon lächerlich.

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  5. „Schutz durch Einschränkung der Freiheit“-Logik ist allgemein sehr beliebt. Hauptsächlich natürlich bei den Leuten die es nicht betrifft oder die zumindest meinen es würde sie nicht betreffen.

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  6. Troll h.c. sagt:

    Ich meine, ich bin der letzte, der findet, dass sich Prostituierte registrieren lassen müssen, aber solange ich das als Selbständiger muss, finde ich es sehr seltsam, dass Prostituierte dass nicht müssen.

    Von Steuern mal ganz abgesehen. Nicht, dass ich finde, dass Prostituierte Steuern abführen müssen sollten und x-zig Regularien erfüllen müssten, aber solange ich das muss – ja…. mei. Sorry. Da hält sich mein Mitleid in Grenzen.

    Und dass Gesetze als irgendwie positiv für die, die darunter leiden, verkauft werden, ist ja nun nichts neues. Das gilt aber für (fast) alle Gesetze.

    Zum _eigentlichen_ Thema würde mich mehr die Meinung von irgendwelchen Nutten interessieren, der Rest könnte mal gepflegt die Klappe halten. So verstehe ich auch den Comic. Miria?

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    • stefanolix sagt:

      Dir ist aber aber schon aufgefallen, dass diese Registrierungspflicht viel weiter gehen würde als bei Selbständigen [ich bin übrigens auch einer]? Natürlich müssen wir alle Steuern zahlen, aber wenn in der Gewerbeanmeldung einer (eines) Prostituierten als Tätigkeit eben »Escort-Service« statt eines Handwerks oder einer freiberuflichen Tätigkeit steht, muss das einfach reichen.

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      • Troll h.c. sagt:

        Ich verstehe Dein Problem nicht. Es wird doch die Registrierungspflicht per se kritisiert, und nicht, wie weit die geht und wie sie konkret ausgestaltet ist?! Und man muss in Deutschland nunmal jeden Scheiß registrieren lassen. Das kann man gänzlich kritisieren, woran ich mich gerne anschließe, aber bestimmte Sachen – Meisterzwang im Handwerk zB haben durchaus ihre Vorteile. Und die armen Nutten sollen jetzt tatsächlich einmal im Jahr zu einer Gesundheitsberatung? Oh, wie entsetzlich.

        Warum ist eigentlich noch keiner auf die Idee gekommen, da einen Ausbildungsberuf draus zu machen? Ich meine, man muss ja auch mal an die Zukunft des Landes denken; wenn wir die Unis noch weiter runterdummen, wird das mit weltmarktfähigen Ingenieuren nichts mehr. Weltmarktfähige Nutten ftw!

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      • Michael sagt:

        Ein normaler Selbstständiger bist aber auch nicht potentiell mit seinem Job in der Lage in ein paar Wochen „Tour durch Deutschland“ zig Kunden eine STD anzuhängen. Die dann natürlich über die Kunden von einem Dienstleister zum anderen weiterwandert. Die werden sich freuen.

        Kondome schützten nicht vor allen diesen kleinen Scheuslichenkeiten. Ich kann mir was lustigeres vorstellen als einen antibiotikaresistenten Tripperstamm (der wandert z.B. auch beim Knutschen).

        Ausbildungsberuf… mentales Bild geh weg…

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  7. […] Prostituiertenschutzgesetz-Logik […]

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  8. maSu sagt:

    „ich bestimme wie dein selbstbestimmtes Leben auszusehen hat!“

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  9. […] Mal fanden wohl einige Feministinnen ihr Comic zu einen angedachten Schutzgesetz für Prostituierte ganz toll, während andere das zwar AUCH toll fanden, aber halt nicht, wenn es von dieser untollen […]

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  10. […] Mal fanden wohl einige Feministinnen ihr Comic zu einen angedachten Schutzgesetz für Prostituierte ganz toll, während andere das zwar AUCH toll fanden, aber halt nicht, wenn es von dieser untollen […]

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  11. Oh, der ist ja mal wieder ganz besonders wunderbar. Darf ich den Comic (mit Link und Quellenangabe, versteht sich) rebloggen?

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  12. Rojas sagt:

    Warum wurde mein Beitrag gelöscht???

    Ich hatte nicht den Eindruck, dass er gegen irgendwelche „Netiquette“ oder ähnliches verstößt.

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  13. Wolf-Dieter sagt:

    Zustimmung auf ganzer Linie.

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