Die Realität akzeptieren.

Veröffentlicht: Oktober 7, 2015 in Uncategorized

real

Kommentare
  1. Lomi sagt:

    Mist! Kein Fatshaming und keine antifeministischen Witze! Hier kommentiere ich nicht! So! ^^

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  2. MiataMuc sagt:

    Fehlt mir jedes Verständniss. Wenn jemand sich als Mann/Frau/beliebig fühlt, wie kann ich das anzweifeln? Und.. warum sollte ich es anzweifeln? Und.. was schadet es mir, wie sich jemand fühlt? Schöner Comic🙂

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    • Lomi sagt:

      Oh doch, man kann das anzweifeln!

      Vorab: Ich respektiere diese Gefühle, aber ich ertappe mich auch dabei, dass ich manch transsexuelle Frau eben doch eher als Mann wahrnehme (womit ich der Frau nicht gerecht werde, das ist sicherlich klar).

      Dass ein Mensch sich als etwas fühlt, ist kein hinreichender Grund, diesen Gefühlen auch Realität zuzusprechen. Es gibt Menschen, die fühlen sich als Napoleon oder von Gott berufen. Diesen Menschen glauben wir nicht unbesehen, wir bezweifeln diese Gefühle und halten sie für realitätsfern. Wenn das so ist, dann gehen wir also bei der Betrachtung einer Person nicht allein von deren Gefühlen aus, sondern wir ziehen noch eine andere Beurteilungsgrundlage heran.

      Im Comic wird auch eine andere Grundlage herangezogen, nämlich eine wissenschaftliche Untersuchung.

      Es könnte nun sein, dass wir bei der Wahrnehmung anderer Personen auch eine Grundlage heranziehen, nämlich durchaus fixe Muster von männlich und weiblich, mögen sie kulturell oder biologisch verankert sein. Eine Frau im Männerkörper wird äußerlich immer etwas männlich wirken, dank der Proportionen (Länge der Beine, Länge des Oberkörpers, breite Schultern, Schädelform). Unser Gehirn interpretiert diese Proportionen als „männlich“ und produziert dadurch Zweifel. Dieser Zweifel ist dann unser Gefühl, das in Konkurrenz zu dem Gefühl des/der Transsexuellen steht.

      Ich muss hier verstandesmäßig entscheiden, dass ich akzeptieren muss, dass der Transsexuelle ist, als was er (sie) sich fühlt.

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      • Sabrina sagt:

        „Eine Frau im Männerkörper wird äußerlich immer etwas männlich wirken…“

        Als ob.😉

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        • Lomi sagt:

          Sabrina,

          ist das Bild als Widerlegung gedacht?
          Frauen- und Männerkörper, jetzt mal nur biologisch betrachtet, unterscheiden sich in ihren Maßen. Diese Maße bleiben. Das heißt jetzt für die Identität gar nichts, aber für mein inneres „Bildverarbeitungsprogramm“, das halt gewisse Schablonen anlegt an beobachtete Personen und diese dann in Schubladen packt.

          Und bevor das als offene Flanke missverstanden wird: Unser Gehirn arbeitet mit Typisierung, mit der Wiedererkennung von Mustern. Kann auch ein Irrweg sein, aber das ist zumindest recht menschlich.

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          • missmindf0ck sagt:

            Ich hab da schon auch den Impuls, zu widersprechen, weil du „immer“ schreibst.
            Kennst du zum Beispiel Kim Petras?

            Hier zusammen mit ihrer (Cis-)Schwester: https://youtu.be/9kaLvx6nU1g?t=2m32s
            Ich finde überhaupt nicht, dass man da merkt, dass eine der beiden als Junge geboren wurde.

            Dass viele oder die meisten Transfrauen es, was ihr Passing angeht, eher schwer haben, sehe ich durchaus auch, aber dass sie _immer_ als solche erkennbar sein werden, kann ich so nicht unterschreiben.

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            • Lomi sagt:

              Ich verstehe diesen Impuls, aber man kann doch kaum bestreiten, dass Beine und Oberkörper bei Männern andere Proportionen aufweisen als bei Frauen? Es gibt auch Unterschiede in der Schädelform, z.B. die Stellung der Wangenknochen oder das Kinn in seiner Breite. Auch die eher schmalere Hüfte und das flachere Becken bei Männern unterscheidet sich von den weiblichen Pendants. Und das erkennt man dennoch, weil ich zumindest glaube, dass sich diese Dinge durch Umwandlungen nicht verändern.

              Ja gut, „immer“ ist natürlich eine Pauschalisierung, die wie jede solche schwierig ist. Das ist klar und räume ich ein.

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              • missmindf0ck sagt:

                Da stimme ich dir absolut zu.
                Ich fand’s nur wichtig, nicht zu verallgemeinern.🙂 Generell ist es sicher für viele Transfrauen sehr schwierig, aber ich kenne einige, bei denen man es überhaupt nicht erkennt und bei denen nur die Stimme „auffällig“ ist (für mich jedenfalls, für andere selbst das teilweise nicht).🙂
                Die Transmänner, die ich kenne, haben echt alle ein sehr gutes Passing – selbst die, die auf Hormontherapie verzichten.
                Umgekehrt gibt’s ja auch genügend Cisfrauen, die auffallend groß sind oder eine sehr tiefe Stimme oder durch Sport einen „untypischen“ Körperbau haben oder kleine und schmächtige Cismänner oder welche mit relativ hoher Stimme.

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                • Lomi sagt:

                  Ich kenne einen Fall genauer, da war deutlich zu erkennen, dass diese Frau als Mann geboren worden ist (also rein körperlich gesehen) und dass sie einst Leistungssportlerin war. Das blieb auch erkennbar nach Umwandlung und Hormonen. Mir fallen solche Leute auch im Straßenbild auf. Aber gut, das sind eben die Auffälligen und diejenigen, bei denen mir das nicht auffiel, habe ich logischerweise nicht als TS erkannt. Insofern ist es richtig, Pauschalisierungen zu vermeiden.

                  Es liegt mir da auch fern, Verallgemeinerungen in die Welt zu pusten. Mein Punkt oben war: es kann eben passieren, dass wir kulturell oder biologisch auf bestimmte Körperformen anspringen. Behauptet wird ja z.B. dass das Verhältnis Taille-Hüfte ein bestimmtes Maß aufweisen müsse, damit ein Mann eine Frau attraktiv findet (sagt irgendein Wissenschaftler). Das wäre dann eben so eine Proportion, die im Kopf als Schema festhängt. Möglicherweise machen diese Schemata die Einsicht schwer, dass diese Person sich eben als ganz andere fühlt, als man von außen her glaubt.

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              • gruenkariert sagt:

                Ich würde tippen, das wichtigste Kriterium ist hier, wie früh (oder ob überhaupt) ein Mensch seine Transition anfangen durfte. Wer das Glück hat, noch vor der Pubertät behandelt zu werden, ist im Alltag nicht als trans zu identifizieren – so habe ich es jedenfalls bisher erlebt und erzählt bekommen und ergibt biologisch ja auch Sinn. Wenn man dann „Pech“ hat und als Frau extrem groß und stabil gewachsen ist oder andersrum, wird man natürlich trotzdem gern falsch gelesen – das ist aber unabhängig von cis oder trans, wie missmindf0ck schon sagte.
                Übrigens noch eines der Dinge, warum die Aufklärung über all das viel früher und viel offener stattfinden muss. Jeder Mensch, der sich früher erklären kann, was seine Gefühle bedeuten und wie er damit umgehen kann, ist ein großer Gewinn, finde ich.

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              • gerks sagt:

                Das ist Blödsinn. Der einzige Unterschied sind nur jene Bestandteile die der Körper aufweist,weil er ein Kind tragen und gebären soll oder nicht. Alles andere ist Mythos. Denn die Varianz ist derartig hoch, dass ein „Mann“ mehr „weibliche“ Anteile aufweisen kann (breites Becken, runde Formen) als eine „Frau“. Und umgekehrt. Wäre das so einheitlich wie du es darstellst, dann wären wir zwei verschieden Rassen „Mann und Frau“ und nicht eine, die Menschliche. Männer und Frauen weisen aber nachweisbar nur die Geschlechtsteile als Unterschied auf, sonst keinen der tatsächlich wissenschaftlich haltbar feststellbar wäre. Unser geschlechtliches Verhalten kann von der Biologie geprägt sein, aber wie weit oder überhaupt nennenswert, weis derzeit niemand.

                Der einzige Grund warum wir hier so gern einen Unterschied sehen wollen, ist weil uns als einzige identitätsstiftende Gruppe das Geschlecht geblieben ist. Alles andere hat versagt.
                Keine Nation, kein Abstammung, keine Hautfarbe, keine Religion bringt am Ende die Abgrenzung die man möchte, damit man nicht nur ein Individium aus Siebenmilliarden ist. Ein Sandkorn in der Wüste. Nahezu bedeutungslos. Und dieser Erkenntnis will man sich verschließen. Denn die Alternative dazu ist nur ein. Man müsste sich mit jedem Menschen auf diesem Planeten identifizieren. Man wäre nur noch eine Menschheit. Ohne Unterschied.

                Und davor haben Menschen offenbar eine panische Angst. Und daher halten sie sich jetzt am Geschlecht mit aller Macht fest. Mit all den Folgen die wir gerade erleben..

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              • quineloe sagt:

                Ach ja?

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                • gerks sagt:

                  Auf was soll das jetzt die Antwort sein? Wenn man dieses Bild ab der Linie unterhalb der Brust abschneidet, ist es eindeutig ein „Mann“. 0 Unterschied.

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                  • missmindf0ck sagt:

                    Ahja? Wieso genau sollte sie ein Mann sein? „Eindeutig“ auch noch!?

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                    • gerks sagt:

                      Anführungszeichen übersehen? Dieses Bild wenn man es unterhalb der Brustlinie abschneidet, weist alle „maskulinen“ Merkmale auf. Übige Muskeln und sogar was in der Hose. Ich vermute das ist ein Resultat der Hormongaben die sich diese Person zugeführt hat. Der Körper ist genauso wie man sich einen Bodybuilder vorstellt.
                      Das war aber auch genau meine Aussage: „Der einzige Unterschied sind nur jene Bestandteile die der Körper aufweist,weil er ein Kind tragen und gebären soll oder nicht. Alles andere ist Mythos. Denn die Varianz ist derartig hoch, dass ein “Mann” mehr “weibliche” Anteile aufweisen kann (breites Becken, runde Formen) als eine “Frau”.“
                      Dieser „Mann“ ist genausoviel Frau, wie wenn ein Topmodell von GNTM auf dem Bild wäre. Und umgekehrt ist es genauso. Wenn ein total „weiblich“ wirkender Mann bei den Castings aufgetaucht ist, ist er oft nur abgewiesen worden, weil er eben keine Frau ist, trotzdem er als „Mann“ gar nicht mehr erkennbar ist.

                      Was also diese Zuschreibungen bringen sollen weis ich nicht. Wenn ich Mann bin, bin ich Mann. Habe einen Penis, Hoden, keine Brüste. Diese unterschiedliche Geschlechtsausstattung ist das einzige was mich als Mann identifiziert. Verhalten sehe ich keinerlei geschlechtsspezifisches. Blos eingeübte Rollen. Warum die so sind, sollen Soziologen&innen untersuchen. Wieweit diese von Evolutions-Biologie festgelegt werden, sollten sie gemeinsam erforschen. Aber das es nur Rollen sind, dass ist vollkommen klar. Es gibt nicht einen einzigen Verhaltenszug,, der weltweit bei allen Männern vorhanden ist, und bei allen Frauen nicht. Wundert mich auch nicht. Wir sind alle nur Menschen.

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                    • gerks sagt:

                      Und was ganz besonders wichtig ist. Wenn jetzt jemand diese Ausstattung als für sich falsch empfindet, sich im falschen Körper befindet und die andere Ausstattung für sich richtig sieht, danach drängt und bereit ist dafür viel zu opfern, dann ist dieser Mensch für mich transsexuell.
                      Und dann soll diesen Menschen auch jede Hilfe gegeben werden um im richtigen Körper leben zu können.
                      Wenn jemand aber seine Verhaltensweisen , seine soziale Rolle für falsch findet, dann sollte diese Person einfach dieses Verhalten ändern und aus dieser Rolle ausbrechen. Und auch dafür sollte es Unterstützung geben.Nicht jedoch wenn so ein Mensch im Extremfall aus diesem Grund z.B: Busen und keinen Penis mehr haben will, weil er dann einen Bikini, Röcke, Kleider und hochhackige Schuhe und all die anderen angeblich weiblichen Utensilien tragen kann, ohne dafür angefeindet zu werden. Nichts von dem macht ihn zu einer Frau. Und auch umgekehrt macht kein noch so starker Bartwuchs, ein nachgebilderte Penis einen Mann, wenn nicht schon ein Mann im Bewusstsein dieses Menschen bei der Geburt stecken würde. Wenn nicht das Gefühl da wäre im falsch ausgestatteten Körper zu stecken.

                      Auf das wollte ich klar hinweisen. Ich hoffe, dass es mir damit jetzt gelungen ist.

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                    • missmindf0ck sagt:

                      Sorry, wenn das blöd rüber kommt, aber was triggert dich denn an dem Thema so dermaßen, dass du so auf diese Abgrenzung zwischen deiner Ansicht nach „echten“ und „nicht echten“ transidenten Menschen pochst?

                      Mir ist klar, was du meinst, das war es die ganze Zeit. Aber ich finde es auch nach zig Erklärungen nicht weniger anmaßend, übergriffig und respektlos.
                      Wer trans* ist (und das ist immer noch eine Frage der Selbstdefinition!), ist das nicht weniger, wenn er_sie sich eben NICHT für Hormone und Operationen entscheidet. Es steht dir einfach nicht zu, das den Menschen abzusprechen, nur weil _du_ der Ansicht bist, sie müssten sich dann auf irgendeine bestimmte Art verhalten oder nicht.

                      Ich habe auch immer noch nicht die geringste Ahnung, woher diese Fantasie kommt, es könnten sich Menschen aufgrund irgendeiner temporären Unzufriedenheit derartigen Maßnahmen unterziehen.
                      Weißt du, was z.B. bei einer Penis-zu-Vagina-OP passiert?
                      Erstmal musst du mehrfach zur Vorbereitung, da wird dir dann jedes einzelne Intimhaar samt Wurzel einzeln wegepiliert. Kannst ja mal an einem ziehen, um eine Vorstellung von dem Gefühl zu haben.
                      Dann wird natürlich neben einer Kastration ein Teil der Eichel herausgelöst, die Schwellkörper werden entfernt und die Penishaut wird eingestülpt. 3/4 der Eichel werden enthäutet und unter die Haut gelegt, weil die gesamte Eichel als Klitoris zu groß wäre.
                      Aus dem leeren Hodensack werden äußere Schamlippen gebildet.
                      Die Harnröhre wird verkürzt.

                      Für Neopenisse wird ein Hautlappen am Arm (und/oder anderen Stellen) entnommen, teilweise sogar auch Knochen, daraus ein künstlicher Penis geformt, der dann auf die Klitoris aufgesetzt wird.
                      Aus den Schamlippen können künstliche Hoden geformt werden.
                      Damit eine Erektion möglich ist, muss eine Erektionspumpe eingebaut werden oder es muss ein Silikonstab mit rein, mit dem man das Penoid dann aufstellen kann.
                      Die Harnröhre muss verlängert werden, danach kann man u.U. nicht mehr richtig pinkeln.
                      Um hinterher einen Orgasmus bekommen zu müssen, muss dann richtig stark auf/in die Neopenisbasis gedrückt werden, weil darunter ja die Klitoris liegt.

                      Glaubst du ernsthaft, das würde sich jemand aus einer Laune heraus und ohne massiven Leidensdruck antun wollen?
                      Und kannst du nicht vielleicht nachvollziehen, dass auch sehr viele transidente Menschen sich solchen Operationen nicht unterziehen möchten, obwohl sie sehr darunter leiden, dass sie den Körper haben, den sie haben?
                      Gerade, wo du selbst sagst, es solle doch jede_r einfach alles ihr_ihm Mögliche tun, um den eigenen Körper möglichst gut annehmen zu können?

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                    • gerks sagt:

                      Doch das kann ich nachvollziehen. Und ich glaub auch nicht, dass Menschen aus Jux oder einfachen Unbehagen diese Op machen lassen, diesen extrem schwerwiegenden Eingriff in den Körper.
                      Und ich bin sicher, dass Menschen tatsächlich einfach Abstand davor nehmen und mit großen Unbehagen zum eigenen Körper weiterleben. Sich ersatzweise dann das „weibliche Verhalten“ aneignen, die „weibliche Kleidung“.
                      Jedoch ist im gleichen Maße auch, so glaube(!) ich, die Anzahl derer gewachsen, die einfach die Rolle in die sie geborenen worden sind in dem Land in dem sie leben, nicht mögen und sich daraus nicht befreien wollen. Für diese Menschen bietet sich mit dem Konzept „transsexuell aber ohne Umwandlung“ eine sehr gute Ausrede an, als „Frau“ zu leben, obwohl man die körperliche Ausstattung gar nicht ablehnt.

                      Siehst du das wirklich als so absurd an? Die einzige Frage dies sich mir da stellt, ist ja nur die, ob man das nicht einfach in Kauf nehmen sollte, damit die Menschen die wirklich leiden, ganz einfach ihr Leid verringern können.
                      Allerdings wir mit jedem Menschen der die Rolle ablehnt und sich transsexuxell nennt, diese Rolle zementiert, da er ja nur durch diese Äußerlichkeit das andere Geschlecht annehmen kann. Je mehr also solche versteckten Transvestiten sich nicht outen, sich nicht trauen zu ihrem Corssdressing zu stehen, desto mehr wird sich der Rollenzwang verstärken.Wahrscheinlich ist diese Befürchtung aber überflüssig, weil diese Zahl nur sehr gering ist. Oder sich Crossdresser vermehrt in die Öffentlichkeit wagen und daher anderen Mut machen. Es ist ja genau diese Leichtigkeit des Transgenders das sich hier abzeichnet. Des Rollentausches, Aber ich finde man sollte es dann auch so bezeichnen.

                      Den Menschen gegenüber die tatsächlich ihre körperliche Aussstattung ablehnen, weil sie eine anderes Körperbild haben und daran sehr leiden, tut man finde ich keinen Gefallen all das zusammen zu mischen. Ich möchte nicht wissen wieviele sich schon anhören müssen; „Aber du musst dir doch deswegen nichts wegmachen lassen? Du kannst doch auch so leben wie eine Frau/Mann“. Und diese Menschen haben dann große Schwierigkeiten zu erklären, dass sie nicht leben wollen wie eine „Frau“ ein „Mann“, nicht in eine andere Rolle schlüpfen wollen, sondern es sein, in einen anderen Körper. Was ein gewaltiger Unterschied ist.

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                    • missmindf0ck sagt:

                      „Jedoch ist im gleichen Maße auch, so glaube(!) ich, die Anzahl derer gewachsen, die einfach die Rolle in die sie geborenen worden sind in dem Land in dem sie leben, nicht mögen und sich daraus nicht befreien wollen. Für diese Menschen bietet sich mit dem Konzept “transsexuell aber ohne Umwandlung” eine sehr gute Ausrede an, als “Frau” zu leben, obwohl man die körperliche Ausstattung gar nicht ablehnt.
                      Siehst du das wirklich als so absurd an?“
                      Ja!

                      Ich glaube, ich kann schon nachvollziehen, was du meinst: Ein Mann, der z.B. merkt, dass er sensibler ist als das Gros der Männer sich gibt, lebt diese Sensibilität dann nicht als Mann und „bricht damit aus seiner Rolle aus“, sondern schlüpft in die Frauenrolle, in der das akzeptiert ist. Hab ich das richtig verstanden?
                      Wenn jemand allerdings seinen gesamten Alltag als Mann oder Frau lebt, dann ist da offenbar deutlich mehr als nur das Gefühl, ¬_ ab und an_ mal nicht ins Rollenbild zu passen, sonst würde die Person diesen Schritt nicht gehen.
                      Abgesehen davon ist es ja nun gesamtgesellschaftlich auch nicht gerade besonders anerkannt, andere Geschlechterrollen anzunehmen – ganz im Gegenteil.
                      Daher kann ich den Gedankengang, jemand könnte es sich dadurch einfacher machen, absolut nicht nachvollziehen.

                      Ich glaube auch nicht, dass man das Gefühl, (überwiegend !) nicht in die Geschlechterrolle zu passen und das, dass der Körper nicht „passt“, so klar trennen kann.
                      Ich glaube eher, dass Geschlechtsidentität sich dadurch entwickelt, wie sehr wir uns mit dem Großteil der Menschen des jeweiligen Geschlechts identifizieren können und dass daraus dann auch die Erkenntnis, dass der Körper nicht zum Empfinden passt (oder eben doch), resultiert.
                      Ich meine, dass einigen Menschen unter Umständen erst dadurch, sich in eine andere Geschlechterrolle zu begeben, bewusst wird, dass sie WIRKLICH Mann oder Frau sind.
                      Dass das allen transidenten Menschen schon von Kindesbeinen an klar ist, ist eben auch nur ein Klischee. Verdrängung und der Wunsch nach Zugehörigkeit und danach, „normal“ zu sein, können da auch eine große Rolle spielen.
                      Gar nicht so selten ist da nur ein ganz diffuses Gefühl, dass etwas nicht stimmt, irgendwelche körperlichen Symptome, Essstörungen, Probleme beim Sex, usw. bis dann eben an irgendeinem Punkt die Erkenntnis kommt, wodurch das begründet ist. Und ich finde so ziemlich alles, was zu diesem Durchbruch verhilft, absolut begrüßenswert.

                      „Wahrscheinlich ist diese Befürchtung aber überflüssig, weil diese Zahl nur sehr gering ist.“
                      Ja. Das glaube ich auch. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass das IRGENDJEMAND tun würde – also sich „der Einfachheit halber“ als transident/-sexuell bezeichnen. Ich sehe auch nicht, wie dadurch für einen Cis-Menschen etwas einfacher werden _ könnte_. Eigentlich wird dadurch alles nur deutlich schwerer, weil unsere Gesellschaft eben ist wie sie ist und transidente Menschen nicht gerade mit offenen Armen empfängt.

                      „Den Menschen gegenüber die tatsächlich ihre körperliche Aussstattung ablehnen, weil sie eine anderes Körperbild haben und daran sehr leiden, tut man finde ich keinen Gefallen all das zusammen zu mischen.“
                      Ja. Das sehe ich ganz genauso. Absolut. Deswegen gibt’s ja auch die vielen unterschiedlichen Begriffe. Das Problem sind da aus meiner Sicht aber nicht die Menschen, die sie auf sich anwenden, denn die befassen sich damit meistens sehr genau, sondern es fehlt insgesamt an Aufklärung zum Thema, weswegen viele (nicht betroffene) Menschen überhaupt nicht zwischen Transvestitismus und Transsexualität/Transidentität unterscheiden können und, wenn von transidenten Menschen gesprochen wird, direkt irgendeine bekannte Drag Queen vor Augen haben.
                      Aber so ist’s halt leider in Bezug auf alle Minderheiten.

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                    • gerks sagt:

                      “ Ein Mann, der z.B. merkt, dass er sensibler ist als das Gros der Männer sich gibt, lebt diese Sensibilität dann nicht als Mann und „bricht damit aus seiner Rolle aus“, sondern schlüpft in die Frauenrolle, in der das akzeptiert ist.“ Genauso. Gut dass ich es doch noch vermitteln konnte, wie ich es meine.
                      Und ich kann bei dem Rest auch voll mit. Wenn man dies verschiedenen Spielarten bis hin zur leidvollsten Art der Transsexualität auch verschieden betrachtet, dann ist es genau richtig. Denn von „Ich finde meinen Körper“ falsch, bis über „Ich finde meinen Busen zu klein“, bis hin zu „Ich habe eine zu hohe Stimme“ ist es ein unglaublich weites Feld.

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                    • david sagt:

                      Ich finde es ja interessant, dass es auch unter Maskulisten Genderisten bzw. blank slater gibt. Gerks ist offenbar einer, oder ordne ich da jetzt falsch zu?
                      Was mich weniger verwundert, ist dass diese, so wie praktisch alle Theoretiker (von Butler bis Cornell) und auch Anhänger dieser Theorien, halt immer selbst zu der kleinen Minderheit von unter 2% zählen, die selbst keine eindeutige Geschlechtsidentität ausgebildet haben. Es ist ja überhaupt die Grundlage dieser Theorien, dass Menschen mit nicht vorhandener/ambivalenter Geschlechtsidentität sich zur Norm erklären und die 99%, die sich mit ihrer Geschlechtsidentität wohl fühlen und sehr wohl wissen, was damit gemeint ist, als „Opfer“ vermeintlich arbiträrer „Rollenzwänge“. Da liegt natürlich der Gedanke nahe, dass hier durchaus ein diffuses Bewusstsein vorhanden sein muss, dass denjenigen etwas „fehlt“.
                      Der Vergleich ist vielleicht etwas hart, aber es ist, als würden einem Geburtsblinde erzählen, die visuelle Welt sei nur eine „soziale Konstruktion“.
                      Folgerichtig ist wiederum, dass Genderisten mit dem Konzept Transsexualität bzw. Gehirngeschlecht nichts anzufangen wissen und diese Phänomene nicht in ihr Weltbild integrieren müssen. Einerseits fühlt man sich den „Misfits“ verbunden, da man schließlich auch unter einem Gefühl der Andersartigkeit und fehlender Toleranz leider. Andererseits ist da tiefes Unverständnis, da Transsexuelle eben das, was einem selbst fehlt, besonders stark empfinden: die Geschlechtsidentität.
                      Ich will mal gar nicht in den blank slate-Diskurs einsteigen, und die neurobiologischen Befunde der Transsexualitätsforschung bzw. psychobiologischen Geschlechtsunterschieden. Nur so viel: es ist eine völlig falsche Annahme, dass Kategorien nur dann existieren würden, wenn sie disjunkt und in allen Untereigenschaften eineindeutig sind. Die meisten Sexualdimorphismen auch im Tierreich (z.B. Körpergröße) basieren auf graduellen Unterschieden und überlappenden Verteilungen. Würden wir uns auf disjunkte Kategorien des Phänotyps beschränken, könnten wir wohl kaum irgendwelche Spezies oder überhaupt Dinge voneinander differenzieren.
                      Übrigens wären dann selbst Penis und Vagina kein Sexualdimorphismus: es gibt schließlich bspw. auch XY-Individuen mit weiblichem Phänotyp.

                      Aber lassen wir das. Nature/nurture mal ganz ausgeblendet – Menschen können sich jung oder alt, erwachsen oder kindlich, gesund oder krank fühlen Sie können sich Ethnien, Kulturräumen, Familien oder auch schlicht der menschlichen Rasse zugehörig und identifiziert fühlen. Dementsprechend mit diesen Gruppen eher sym- bzw. empathisieren, ihre Gedanken und Verhaltensweisen eher vertraut und nachvollziehbar finden als die anderer. Es gibt also keinen Grund, warum das ausgerechnet beim Geschlecht anders sein sollte. Ohne dass man dies an anatomischen Attributen festmachen oder Geschlecht auf Genitalien reduzieren müsste.

                      Wie sich männlich/Mannsein oder weiblich/Frausein anfühlt, kann man auch nie vollständig erklären. Muss man auch nicht können. (https://de.wikipedia.org/wiki/Qualia)

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                    • Eventide sagt:

                      Was habt ihr denn immer mit dem „weiblichen Klamotten“ und „weiblich Verhalten“? Keine Ahnung was das so genau sein soll. Aber ich bin trans, und trage weiterhin neutrale Klamotten, bin recht Butch (maskuline Frau) und das spricht mir gar nichts ab.

                      Mit den Argumenten werden wir sogar unter Feministen noch angegriffen. Ich bin nicht trans weil ich Klamotten X tragen will. Ich bin Trans Frau weil ich mich als Frau fühle.

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                    • missmindf0ck sagt:

                      Ich weiß jetzt nicht genau, wen du mit „ihr“ meinst, aber nachdem es als Kommentar unter meinem Posting steht:
                      Ich meine, dass ich das nirgends geschrieben habe und dass, sofern ich es geschrieben habe, Anführungszeichen dabei stehen.
                      Hab meine Beiträge eben nochmal überflogen und nichts derartiges gefunden.

                      Was gerks wohl meinte, sind Kleid und roter Lippenstift in Bezug auf Kleidung und hohe Sensibilität/Emotionalität in Bezug auf den Charakter, wenn ich das richtig verstanden habe – bezogen also auf traditionelle Geschlechterrollen. Ich sehe das anders, wie eigentlich auch aus meinen Beiträgen hervorgehen sollte.🙂

                      Tut mir sehr leid, dass du aufgrund deines So-Seins angegriffen wirst.

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            • gerks sagt:

              Was man sieht, dass sich dieser Mensch besonders „weiblich“ präsentiert. Sie hat rotbemalte Lippen, sie hat lange blonde Haare, sie hat lange Wimpern.
              Und das ist „Frau“? Waren dann die vielen Frauen die ganz anders ausgeschaut haben, kurze Haare haben, ein kantiges Gesicht, keine Lippenbemalung keine Frauen? Was ist „Frausein“?
              Ist nicht das einzige was Frau ausmacht im Gegensatz zum Mann, die Tatsache, das Frauen ein Gebärmutter haben, eine Vagina, Brüste klein oder groß? Und Männer einen Penis, Hoden und ein größeren Kehlkopf (Adamsapfel)?
              Was von unserem geschlechtlichen Verhalten kann als „typisch weiblich“ bezeichnet werden und ist weltweit überall gleich? Welches Verhalten ist „typisch männlich“. Ich kenne keine Methode Evolutions-Biologie und Sozialisierung voneinander zu trennen und damit den jeweiligen Anteil zu bestimmen. Du?

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              • missmindf0ck sagt:

                „Waren dann die vielen Frauen die ganz anders ausgeschaut haben, kurze Haare haben, ein kantiges Gesicht, keine Lippenbemalung keine Frauen? Was ist “Frausein”?“
                Für mich sind Frau oder Mann (oder irgendeine andere Geschlechtsidentität) ganz einfach die Menschen, die mir sagen, dass sie’s sind.
                Andere Menschen nehme ich zwar aufgrund von Körpersprache, Outfit, etc. als „irgendwas“ wahr, aber das hat eben nur solange Relevanz, bis ich deren Selbstwahrnehmung in Bezug auf ihre Geschlechtsidentität kenne.
                Wer mir sagt, dass er Mann ist, ist das auch, wenn er ’n Kleid und Make Up trägt (zum Beispiel).

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                • gerks sagt:

                  Und wozu braucht man dann diese Selbstzuschreibung? Wozu sagt mir ein Mann dass er ein „Mann“ ist, obwohl er wie eine „Frau“ aussieht? Was genau ist der Sinn dieser Unterscheidung, wenn man sich kennenlernt? Wegen des Sexes hat das keinen Sinn mehr, wenn mir dann eine „Frau“ begegnet die eigentlich vom Geschlechtsteil ein Mann ist, oder? Wenn dann wenn die Kleidung fällt, die Lust schlagartig weg ist, weil man eben hetero ist? Und damit der Anblick einen Penis bei einem anderen keine Wolllust auslöst ,sondern Fluchtgedanken? Genauso wie es einer nichtlesbischen Frau geht, wenn sich plötzlich ein „Mann“ als Person mit Vagina präsentiert?

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                  • missmindf0ck sagt:

                    Du hast doch gerade oben geschrieben, dass es dich selbst gestört hat, wenn dich jemand als Frau angesprochen hat – dann solltest du doch eigentlich nachempfinden können, warum es wichtig ist, so was zu erwähnen, oder?
                    Stell dir mal vor, dir würd’s dein Leben lang täglich so gehen.

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                    • gerks sagt:

                      Nein habe ich nicht. Ich habe keinerlei Problem damit, wenn jemand meine Verhaltensweisen als „weiblich“ einordnet. Das ist nicht mein Problem, sondern dass des anderen.
                      Mir ist es völlig egal wie mich jemand sieht. Ich bin immer und zuallererst Mensch. Und dann erst Mann. Und daher ist es mir wurscht, ob jemand „Frau Kaspar“ zu mir am Telefon sagt. Ich korrigiere es dann, weil mein Eintrag im Pass ein andere ist, Wegen sonst nichs.

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                    • missmindf0ck sagt:

                      Ich beziehe mich auf diese Aussage: „Ich habe ein recht helle Stimme, manchmal haben Leute zu mir “Frau Kaspar” gesagt. Das war mir unangenehm und ich hab öfters die Stimme nach unten gesenkt um “männlicher” zu wirken.“

                      So geht es transidenten Menschen halt nicht nur mal phasenweise, sondern ihr ganzes verdammtes Leben lang.

                      Du hast eben den für dich richtigen Körper und Eintrag im Pass, sie haben beides nicht.

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                    • gerks sagt:

                      Genau. Aber das war mein Problem. Weil ich für mich die Fremdeinordnung übernahm. Ich ließ mir einreden, das nur tiefe Stimmen männlich wirken. Jetzt ist es mir völlig egal wie meine Stimme eingeordnet wird. Und jetzt lebe ich sehr frei was das betrifft.
                      Hätte ich mich davon beeindrucken lassen, wäre ich auf Dauer unglücklich geworden. Weil ich permanent versucht hätte meine Stimme gezwungenermaßen zu senken um damit „männlicher“ zu sein.
                      Aber nichts wäre dämlicher gewesen als das zu tun. Womöglich wäre ich irgendwann auf die Idee gekommen ich müsse meine Kehlkopf operieren lassen, damit das geht.
                      Die schlichte Wahrheit ist, ich war mit mir nicht im Reinen. Und daher lehnte ich diese helle Stimme an mir ab. Nicht der Körper war falsch, ich hatte ein falsches Bild von mir.

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                    • missmindf0ck sagt:

                      „Aber das war mein Problem. Weil ich für mich die Fremdeinordnung übernahm.“
                      Und GENAU DAS tun transidente Menschen eben nicht.
                      Weil es ihnen sonst nämlich genau so geht:
                      „Hätte ich mich davon beeindrucken lassen, wäre ich auf Dauer unglücklich geworden.“

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                    • gerks sagt:

                      Worauf ich hinweise, ist nicht die Leugnung von Transsexualität, sondern der extrem leichtfertige Umgang damit.
                      Statt sich mit womöglich in der Psyche gelegenen Störungen zu befassen, lässt man dem Menschen die Aussrede, er sei halt transsexuell. Damit darf er dann alles tun, was er tun will. Was er aber genauso tun hätte können, wenn sier sich von dem Rollenzwang freigemacht hätte.

                      Geschlechtliches Verhalten oder die Einschätzung ist keine isolierte Sache. Es ist nur eine Rolle unter sehr vielen die ein Mensch hat. Wenn aber dieser einen Rolle derartig viel Wert beigemessen wird, so wie es derzeit passiert, werden sich immer mehr Fehlentwicklungen aufbauen.

                      Es ist nicht anders als mit Abstammung. Durch die Überbetonung dieses Geburtsmerkmals hat man die Basis geschaffen, „Rassen“ zu definieren, die es nicht gibt. Die Menschheit kennt keine Unterarten, keine Subspezies. Auch Männer und Frauen sind keine solche. Wir sind nur eine Spezies. Die Menschliche.

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    • kinchkun sagt:

      Ich muss gestehen, ich kann Transexualität nicht nachvollziehen, im Sinne eines Empathischen Verständnis. Ich verstehe nämlich nicht, wie man sich männlich oder weiblich fühlen kann oder männlich oder weiblich identifizieren kann.

      Ich wüsste zum Beispiel nicht, wie ich mich anders fühlen würde, würde ich mich dem anderen Geschlecht zugehörig fühlen. Ich kenne mein biologisches Geschlecht, aber hab kein Verständnis für Geschlechtsidentität.

      Was ich allerdings nachvollziehen kann ist, wenn jemand mit seinem Namen oder seiner Rolle in der Gesellschaft unglücklich ist und das gerne ändern würde und ich sehe keinen Grund diesen Änderungswunsch zu verwehren.

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      • gruenkariert sagt:

        Wenn du Interesse daran hast, es besser zu verstehen, empfehle ich an dieser Stelle „Whipping Girl“ von Julia Serano. Liest sich sehr gut und hat mir an vielen Stellen die Augen geöffnet zu dem Thema.

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      • „Ich wüsste zum Beispiel nicht, wie ich mich anders fühlen würde, würde ich mich dem anderen Geschlecht zugehörig fühlen. Ich kenne mein biologisches Geschlecht, aber hab kein Verständnis für Geschlechtsidentität.“

        Dazu musst du dir nur vorstellen, dass Leute anders sind als du. Vielleicht stehst du eben aus biologischen Gründen eher in der Mitte, andere sind eben mehr von der Mitte entfernt. Gibt es dann eine Abweichung zwischen Gehirngeschlecht und körperlicher Erscheinung, dann merken sie das eben recht deutlich.

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      • missmindf0ck sagt:

        Ich versteh das total! Mir fehlt dieses klare Gefühl dafür, weiblich oder männlich zu sein auch. Ich kann es nur an einem Zugehörigkeitsgefühl festmachen und das schwankt total. Wie jemand sich ganz klar als Frau oder Mann fühlen kann, ist für mich ganz schwer nachzuempfinden (ich hab darüber auch auf meinem Blog was geschrieben, vor allem im Artikel „MissSir Mindfuck“).
        Das heißt nicht, dass ich das Leuten nicht glaube – im Gegenteil, ich beneide sie eher für ein so eindeutiges Gefühl. Ich _weiß_ nur einfach überhaupt nicht, wie sich das anfühlt.

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        • gerks sagt:

          Wenn du mir noch sagst, was „weiblich sein“ und „männlich sein“ beinhaltet, dann wäre ich dir sehr dankbar. Weil dafür fehlt mir noch die Sinn.
          .
          Oder bist du mit deiner körperlichen Ausstattung mal zufrieden und dann wieder nicht? Fühlst dich manchmal fremd mit einer Vagina und Brüsten und dann wieder wenn du keine Brüste und einen Penis hättest? Dann ist es verständlich.

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          • missmindf0ck sagt:

            Ich? Ich hab das hier https://hirngefickt.wordpress.com/2015/09/13/misssirmindfuck/ etwas näher ausgeführt und auch in meinem Blog-Eintrag zu Gender Gaps.🙂
            Es hat mit körperlichen Merkmalen zu tun, aber ganz bestimmt auch mit Stereotypen und meinem Gefühl, wenn ich unter Männern oder eben unter Frauen bin.
            Ich habe viel viel mehr männliche Freunde und mein Verhalten (also bspw. mein Umgang mit Emotionen) ist in vielerlei Hinsicht auch eher stereotyp männlich als weiblich. Das war schon so, als ich im Kindergarten war. Es ist also für mich auch eine Sache des Zugehörigkeitsgefühls.

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            • gerks sagt:

              Ja das verstehe ich. Ich fühlte mich früher auch oft in „weiblicher“ Gesellschaft wohler. Nur habe ich irgendwann begriffen, dass es nicht mein Körper ist, der mir Schwierigkeiten machte, sondern die Akzeptan meines Verhalten. Ich bin wie ich bin. Und nichts davon ändert die Tatsache, dass ich ein Mann bin.

              Ich habe ein recht helle Stimme, manchmal haben Leute zu mir „Frau Kaspar“ gesagt. Das war mir unangenehm und ich hab öfters die Stimme nach unten gesenkt um „männlicher“ zu wirken. Inzwischen akzeptiere ich meine Stimme, weil mit dieser bin ich geboren worden und als Mann.
              Nur weil viele eine viel tiefere haben, bin ich weiterhin gleichwertig zu allen anderen. Hätte ich die durch Hormongaben und Umoperationen ändern sollen, damit ich mich wohler fühle?
              Ich verstehe sehr gut, dass ein sehr langwieriger psychologisch und therapeutisch begleiteter Prozess vorgesehen ist, vor einer Umwandlung. Denn es muss einfach ausgeschlossen werden, dass der Mensch nicht nur unzufrieden mit sich selbst ist, und nicht im falschen Körper steckt.

              Das jetzt immer leichter zu machen, ist meiner Meinung nach ein vollkommen falscher Weg.

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              • missmindf0ck sagt:

                „Hätte ich die durch Hormongaben und Umoperationen ändern sollen, damit ich mich wohler fühle?“
                Wer sagt denn irgendwas davon, dass jemand etwas tun _soll_?
                Ich kenne einige Transmänner, die sich gegen Hormone entschieden haben, was auch eine OP (zumindest eine Mastektomie) in Deutschland unmöglich macht. Es ist aber eben deren Entscheidung, genau wie es deine war, keine Hormone zu nehmen – auch, wenn ich den Vergleich etwas unpassend finde, denn du bist ja eben offenbar NICHT trans*, oder?

                Hast du dich mal intensiver mit dem Thema und auch Nebenwirkungen der Medikamente, möglichen Komplikationen und Nachwirkungen der OPs befasst?
                Ich finde, mit Aussagen wie „Denn es muss einfach ausgeschlossen werden, dass der Mensch nicht nur unzufrieden mit sich selbst ist“ spielst du die Dramatik der Situation absolut herunter. Es ist ja nun wirklich nicht so, als würde jemand ohne immensen Leidensdruck sich das einfach aus einer Laune oder momentanen Unzufriedenheit antun.

                Aber selbst, wenn es so wäre: Cismädels wird schon mit 11 oder 12 die Pille verschrieben, weil sie z.B. unreine Haut oder ’nen etwas unregelmäßigen Zyklus haben, zig Bodybuilder_innen stoffen (wenn auch illegal) – da schreit auch niemand nach vorherigen ausführlichen psychologischen Beratungen, obwohl die Hormone sich nicht weniger stark auswirken und es da WIRKLICH nur um eine Unzufriedenheit geht.

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                • gerks sagt:

                  Warum wird das gemacht? Warum verschreibt man cis-Mädchen die Pille damit sie keine unreine Haut haben?
                  Warum gibt es bereits 14 jährige Mädchen die sich eine Brustvergrößerung wünschen? Woher kommt dieses steigende Unbehagen mit dem Geschlecht mit dem man geboren wurde?
                  Nur weil ich eine höhere Stimme habe, aber tiefe Stimmen als „männlich“ angesehen werden, gibt es doch keinen Grund mich unwohl zu fühlen? Als ich mich aus dieser Aussensicht befreit hatte, war es mir egal wie meine Stimme eingeordnet wird. Und das sollte es jedem Menschen sein. Egal, wie andere das wahrnehmen mit dem man auf die Welt gekommen ist.
                  Das andere mir Unwohlsein verschafft haben mit der Fremdzuschreibung, ist nicht mein Problem, sondern deren.

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                  • missmindf0ck sagt:

                    „Woher kommt dieses steigende Unbehagen mit dem Geschlecht mit dem man geboren wurde?“
                    Das ist, im Gegensatz zu den anderen genannten Dingen, kein Zeitgeist-Phänomen.
                    Das gibt’s seit mehreren Hundert Jahren (http://www.bpb.de/apuz/135444/ver-koerperungen-des-anderen-geschlechts-transvestitismus-und-transsexualitaet-historisch-betrachtet?p=all ) und nicht nur in unserer Gesellschaft – Die Bugis kennen zum Beispiel traditionell 5 Geschlechter.

                    „Nur weil ich eine höhere Stimme habe, aber tiefe Stimmen als “männlich” angesehen werden, gibt es doch keinen Grund mich unwohl zu fühlen? “
                    Du bist aber eben nicht trans* und _deine_ Wahrnehmung ist nicht das Maß der Dinge.

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                    • gerks sagt:

                      Ich bezweifle nicht dass es Transsexualität gibt. Ich bezweifle nur,dass alle die heutzutage transsexuell glauben zu sein, es auch sind.
                      Es ist ähnlich wie mit ADHS. Diese Störung muss von Spezialisierten diagnostiziert werden.um es zweifelsfrei festzustellen. Und davon gibt es nur wenige. Trotzdem glauben Lehrkräfte, Kindergärtnernde und Horterziehende dass tun zu können, sagen Eltern ihr Kind hätte „ADHS“. Schicken sie zum Kinderarzt und diese Person therapiert das Kind dann, obwohl nichts zu therapieren wäre.
                      ADHS gibt es. Es ist eine Störung. Sie macht Kindern das Leben zur Hölle. Aber das muss sehr genau ermittelt werden, um alles andere auszuschließen.
                      Und das ist, so sehe ich das, bei Transsexualität auch nicht anders.

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                    • missmindf0ck sagt:

                      Das ist aus meiner Sicht ein hanebüchener Vergleich, aber lassen wir’s so stehen.
                      Wir kommen da offenbar nicht auf einen Nenner.

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                  • IULIUS sagt:

                    Tausende von Jahren war eine Hormonbehandlung und Operation gar nicht möglich. Was haben diese Menschen früher gemacht? Ich denke man hat sich arangiert.
                    Es ist so, daß neue Möglichkeiten auch neue Begehrlichkeiten wecken.
                    D. H. allein, daß die Möglichkeit einer Geschlechtsumwandlung vorhanden ist verstärkt das innere Dilemma Transsexueller.

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                    • gerks sagt:

                      Und auch das der Menschen die sich einfach nur nicht wohl fühlen in ihrem Körper aus irgendwelchen Gründen.
                      Statt das anzugehen, wird dann gesagt: „Ich bin transsexuell“. Dadurch wird es für echte Transsexuelle einfacher, dass ist gut. Aber dadurch werden auch einfach Störungen der Selbsteinschätzung auch kaschiert finde ich.
                      Deswegen finde ich es gut, dass hier zuerst ein Mensch sich sehr intensiv mit Therapierenden auseinandersetzen muss, um auszuschließen, dass es sich hier nicht um einen Selbstbetrug handelt und das Problem in Wahrheit ganz woanders herrührt.

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                    • missmindf0ck sagt:

                      „Und auch das der Menschen die sich einfach nur nicht wohl fühlen in ihrem Körper aus irgendwelchen Gründen.
                      Statt das anzugehen, wird dann gesagt: “Ich bin transsexuell”. Dadurch wird es für echte Transsexuelle einfacher, dass ist gut.“
                      Hast du für derartige Behauptungen eigentlich irgendwelche Belege?

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                    • missmindf0ck sagt:

                      „Tausende von Jahren war eine Hormonbehandlung und Operation gar nicht möglich. Was haben diese Menschen früher gemacht? Ich denke man hat sich arangiert.“
                      Kannst du hier http://www.bpb.de/apuz/135444/ver-koerperungen-des-anderen-geschlechts-transvestitismus-und-transsexualitaet-historisch-betrachtet?p=all nachlesen. Sie waren bspw. Crossdresser. Aber das ist natürlich keine _Tausende_ von Jahren her.🙂

                      Das hier ist auch ein schönes Beispiel: https://de.wikipedia.org/wiki/Bugis#Traditionelle_Kultur

                      Ich sag’s nochmal: Das ist kein Phänomen unserer Zeit.

                      „Früher war’s anders und die Leute mussten auch klarkommen“ finde ich aber sowieso ein etwas seltsames (Pseudo-Totschlag-)Argument.
                      Früher gab’s auch kein Telefon. Internet schon gar nicht. Ich finde, du könntest also jetzt einfach darauf verzichten und vielleicht mal per Rauchzeichen kommunizieren oder so. Verkompliziert ja sowieso nur alles, diese moderne Kommunikation…so ohne Mimik, Gestik und Intonation! Und am Ende lernt man im Netz noch Menschen kennen, die weit weg wohnen, die man aber eigentlich gern treffen würde – schon hat man die Scheiße.

                      Ich finde außerdem, wir könnten uns dann auch alle mal ernähren wie in und nach früheren Kriegszeiten. Kartoffeln und Brot…Ist dann wenigstens regional – diese riesengroße Auswahl heutzutage und die hochverarbeiteten Produkte führen ja nur zu Fettleibigkeit und zu einer ganz ungesunden Anspruchshaltung.

                      …Ich denke, du weißt, worauf ich hinauswill.

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                    • IULIUS sagt:

                      @missmindf0ck,
                      Dein Einwand schließt meines nicht aus. Im Gegenteil.

                      Ich persönlich finde, man muß nicht alles machen, nur weil es mittlerweile möglich ist. Das andere darüber anders denken, liegt in der Natur der Sache.
                      Ich bin der Meinung, man kann sich arangieren, andere wollen es nicht. Weder das eine, noch das andere ist auch nur ansatzweise falsch.

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                    • missmindf0ck sagt:

                      Hatte ich falsch verstanden, sorry!🙂

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                    • Eventide sagt:

                      Transsexualität gab es genauso schon immer wie Homosexualität. Zum Beispiel die „Two-Spirits“ bei den native Americans. Trans kam schon immer vor, nur der Umgang damit wurde von Kultur zu Kultur unterschiedlich gehandhabt. Die Operation hat damit nichts zu tun. Ich wäre auch Trans wenn es diese Operation und Hormonbehandlung nicht gäbe.

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      • Kann ich nachvollziehen, wobei ich mich noch mehr frage wo denn jetzt die Grenze liegt zwischen sagen wir tatsächlich im „falschen“ Körper sein und Einbildung/Aussuchen oder gar einer Form von geistiger Krankheit. Was ist wenn ein Mann zur Frau wird Jahre so lebt und dann wieder zum Mann wird? Das ist tatsächlich schon vorgekommen. Auf der andere Seite habe ich kürzlich von einer Frau gelesen die meinte sie solle eigentlich von Geburt an blind sein. Hat Blindenschrift gelernt, als Kind mit Stock rumgelaufen usw. hat sich diesen Wunsch auch inzwischen erfüllt. Kann man das noch geistiggesund nennen? Und was ist wenn es da Parallelen gibt? Betone noch mal ich behaupte nicht das dies auf alle oder sogar nur die Mehrheit zutrifft, frage mich aber doch woran man halt den Unterschied merken würde?

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        • Frank sagt:

          Woran erkennst du denn den Unterschied bei anderen Menschen? Zwischen geistig krank oder gesund, meine ich.

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          • Gar nicht, aber solange sie auch nicht etwas tun was mindestens vielleicht ihnen selbst schadet spielt das keine Rolle. Sobald aber medizinisch nicht notwendige Medikamente und Operrationen ins Spiel kommen ist das nicht mehr unbedingt gegeben. Schönheits könnten ja aus dem selben Gründen auch fragwürdig sein.

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        • missmindf0ck sagt:

          Gerade wegen dieses Problems müssen transidente Menschen sich ja erst therapeutisch durchleuchten lassen, bevor sie grünes Licht für geschlechtsangleichende Maßnahmen bekommen – auch, wenn ich diese Vorgehensweise und Pathologisierung ziemlich übel finde. Aber natürlich bezahlt die Kasse ja auch nur, was als Krankheitsbild eingestuft wird.

          Zum anderen: Selbst, wenn jemand in der Form geistig krank ist, dass er_sie sich das „nur einbildet“: Was spricht dagegen, die Person dann machen zu lassen, solange sie keinem anderen Menschen dadurch schadet? Also wofür ist der Unterschied letztendlich wichtig?

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          • Was ist wenn sie sich selbst schaden? Manche Dinge lassen sich nicht rückgängig machen die Frau welche ich oben erwähnte habe bleibt blind, selbst wenn sie irgendwann merkt sie würde doch gerne wieder sehen. Leute die eindeutig gegen Transexualität sind zeigen gerne auf die hohe Selbstmordrate, das Gegenargument ist oft dies käme dadurch wie diese von anderen behandelt werden. Am Zweiten ist definitiv was dran, aber das bedeutet aber nicht das dies allein der Grund dafür ist. Was wenn einem Teil der Betroffenen mit eine Therapie bei der sie lernen ihren Körper zu akzeptieren besser geholfen wäre? Für mich ist das Thema so einfach wie die jeweils gegenüberliegenden Seiten es gerne darstellen. Ähnlich wie bei Abtreibung.

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            • missmindf0ck sagt:

              „Was wenn einem Teil der Betroffenen mit eine Therapie bei der sie lernen ihren Körper zu akzeptieren besser geholfen wäre?“
              Ich kenne ziemlich viele Menschen, bei denen _ich_ meine, dass ihnen mit einer Therapie geholfen wäre.
              Und wenn jemand sich bspw. die Brüste machen lassen oder die Nase verkleinern oder Fett absaugen oder sich irgendwelche Sixpackimplantate machen lassen will oder sich einfach nur komplett zupiercen oder -tätowieren oder nicht exzessiv Sport zu treiben und sich nur von Pute und Hühnchen zu ernähren, kann _ich_ auch der Ansicht sein, dass die betreffende Person lieber lernen sollte, ihren Körper anzunehmen wie er ist. Aber es geht mich halt einfach nichts an und ist nicht mein Bier, was die entsprechenden Personen MIT IHREM KÖRPER tun.

              Selbst, wenn ich in einem der Fälle, in denen ich mir anmaße, es besser zu wissen, Recht behalten sollte: Die Menschen müssen dann eben lernen, die Konsequenzen ihres eigenen Handelns zu tragen. Gehört auch zum Leben.

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            • missmindf0ck sagt:

              P.S.: Alle transidenten Menschen, die ich kenne, haben jahrzehntelang versucht, ihren Körper „anzunehmen“. Der Erkenntnis, dass das nicht geht, geht meistens ein sehr sehr langer und extrem schmerzhafter Prozess voraus.

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              • Lomi sagt:

                „transidenten Menschen“
                Ich stoße mich an diesem Wort, rein formal. Es klingt so hässlich, das „transident“. Vermutlich klingt es so nach Labor, nach Sozialarbeitern und Therapeuten, nach Krankheitsbild und nach „Fall“ in dem Sinne, dass jemand ein Fall ist für einen Profi. Ich finde, hier sollten mal ein paar Poeten dafür sorgen, dass es schönere Worte gibt als diese der Expertensprache entlehnten Vokabeln.

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                • missmindf0ck sagt:

                  Ja, da bin ich voll bei dir!
                  Das Problem an den Begriffen „transsexuell“ und „Transsexualität“ ist, dass es oft Heterosexualität gegenübergestellt und mit Homo-, Bisexualität und anderen sexuellen Orientierungen in einen Topf geworfen wird, obwohl es ja etwas völlig anderes ist.
                  Ich fänd’s schön, wenn irgendwann die Frage „Wie identifizierst du dich und welche Pronomen soll ich für dich verwenden?“ einfach total normal wäre (oder Menschen einfach so zu nehmen wie sie sind) und viele Schubladen und Annahmen einfach wegfielen. In meiner idealen Traumwelt ist das so!😀

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                • gerks sagt:

                  Ich seh das Problem eher darin, dass mit diesem Wort ein falscher Inhalt transportiert wird. Trans-Sexuell hatte einen eindeutigen Bezug. Sex=das Geschlecht. Trans-sexuell hat bedeutet, dass ein Mensch mit einem Geschlecht das andere werden will, das sier als eigenes fühlt. Transident klingt sehr nach „Gender“ und wenn ich in der Wikipedia nachschaue, dann ist es das auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Transidentität

                  Und da „Gender“ , die soziale Rolle der Geschlechtlichkeit keine biologische Eigenständigkeit besitzt wie zum Beispiel das Geschlechtsteils eines Menschen ist für mich dieser Begriff „Transident“ bereits suspekt. Es beschleicht mich die Vermutung, dass hier aus sozialen Rollen, eine Art festgefügter Identität gemacht werden soll, „FrauSein“ , „MannSein“.die nicht am Geschlecht festgemacht wird, sondern an diffusen Zuschreibungen.

                  Für mich gibt es nur ein Transsexuell. Und das bedeutet, man hat den Wunsch den Körper dem anzugleichen, was der Geist fühlt. Nicht umgekehrt, da der Geist kein Geschlecht hat, nur der Körper.

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          • gerks sagt:

            Kennst du dieses Krankheitsbild? „Body Integrity Identity Disorder“
            http://www.stern.de/panorama/wissen/mensch/krankheitsbild-biid-sehnsucht-nach-amputation-3666598.html
            Wie geht man damit um? Eine Selbstverstümmelung. Diese Menschen schaden damit keinem, anderen Menschen. Ist dann das keine Krankheit? Soll man diese Menschen einfach das tun lassen ohne sie versuchen zu therapieren?
            Und dann noch der ökonomische Aspekt. Hat ein derart sich selbst versehrender Mensch dann Anrecht auf Behindertenhilfe? Und wenn nicht, wieso nicht? Er ist ja dann eindeutig behindert?

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            • missmindf0ck sagt:

              Also erstmal: Zwischen einem amputierten Bein und Hormonersatztherapie und eventuellen operativen Maßnahmen zur Geschlechtsangleichung besteht ja schon ein Unterschied – aus meiner Sicht, jedenfalls.

              „Ist dann das keine Krankheit? Soll man diese Menschen einfach das tun lassen ohne sie versuchen zu therapieren?“
              Du hast den Artikel ja sicher auch selbst gelesen. Da steht “ Psychosen und andere psychische Auffälligkeiten konnte man in Studien nicht feststellen“.
              Wie willst du was wegtherapieren, das nicht da ist?
              Die verschiedenen Erklärungsmodelle stehen ja auch im Artikel.

              Ich bin durchaus der Ansicht, dass man die Amputationen genehmigen sollte. Wenn der Leidensdruck groß genug ist, versuchen sie’s selbst und das ist wohl deutlich schlimmer. Es ist aber auch klar, dass Ärzte da in einer schwierigen Lage sind.

              Ich weiß nicht, was du genau mit „Behindertenhilfe“ meinst. Einen GdB? Steuerermäßigung?

              Ich kann mir gut vorstellen, dass die Folge von Nicht-Amputation Depressionen bis hin zur Suizidalität wären. Dafür können sie auch ’nen GdB bekommen, insofern sind sie so oder so behindert.

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      • Alex sagt:

        @kinch
        „Ich verstehe nämlich nicht, wie man sich männlich oder weiblich fühlen kann oder männlich oder weiblich identifizieren kann.“

        Tja, das gebietet der Identitäts-Kult um das Sexuelle.
        Du bist nicht mehr einfach dieses und jenes, sondern du sollst es sein, mit völliger Inbrunst und Hingabe!
        Dass du dieses sogar wählen kannst, wird geradezu als der höchste Ausdruck von Willensfreiheit gefeiert. Welche Offenbarung!🙂

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      • gerks sagt:

        Ich wüsste auch nicht, wie man überhaupt bestimmt ob man sich männlich oder weiblich „fühlt“. Das einzige was ich nachvollziehen kann,wenn jemand vermisst keine Brüste zu haben, keine Vagina, keine Gebärmutter in sich. Das kann ich verstehen, dass ergibt einen echten Unterschied. Wenn jemand einen Penis an sich vermisst, die Brüste an sich als fremdartig betrachtet, sich wünscht Kinder zeugen zu können, auch das hat mein Verständnis.

        Aber sich „weiblich“ fühlen wollen? Oder „Männlich“? Ich hab von einem Freund schon öfters gehört (der ein bestimmtes Männer-/Frauenbild hat) dass ich auf ihn wie eine Frau wirken würde. Ich sehe aber keinen Grund mich deswegen nicht mehr als Mann zu sehen, da wegen meines für ihn ungewohnten Verhaltens und Präsentation mein Penis nicht abgefallen ist😀
        Ich bin nach wie vor Mann. Er auch. Und Millionen Männer die „schräg“ daherkommen ebenfalls.
        DAS ist keine Sache von „Transsexualität“, dass ist eine Sache des Rollenzwangs, dem man sich verweigern sollte.

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    • gerks sagt:

      Hier gibt was Entscheidendes. Wenn eine Person sich im falschen Körper befindet und schwere Operationen auf sich nimmt um sich diese Geschlechtlichkeit anzueignen, ist das ganz klar Transsexualität. Auch wenn dieser Mensch keine Operation wagt, aber die geschlechtliche Änderung nur teilweise durchführt (Busen, aber keine Transformation des Penis zu einer Vagina) dann ist auch dies zu respektieren.
      Wenn aber jemand nur sich „als Frau“ fühlen will, weil diese Person dauerhaft im Alltag (nicht so wie ein Transvestit nur zeitweilig) gerne Kleider tragen möchte,, hochhackige Schuhe, sich schminken, dann ist diese Bezeichnung nicht angebracht. Wenn also jemand nur die Rolle einer „Frau“ einnehmen möchte, dann ist dies keine Transsexualität und sollte auch nicht so bezeichnet werden. Denn macht dies eine Frau aus? Macht es einen Mann aus,Hosen zu tragen und kurze Haare zu haben? Ist es Männern verboten Röcke zu tragen? Wieso gibt es kaum mehr Männer mit langen Haaren? Ist Pink frauenexklusiv? Was bewirken die vielen „Women-Only“ Exklusivangebote in Psyche von Männern, die sich ihrer geschlechtlichen Identität nicht sicher sind? Ist die Rolle schon so gezwungen, dass sie für manche Menschen gar nicht mehr tragbar ist?
      Diese „Transsexualität“ wird oft von Personen reklamiert und propagiert, die Geschlecht als rein sozialisiert bezeichnen. Wer sich im falschen Körper befindet, sollte dies auch ändern können. Dabei hat ihm die Gesellschaft HIlfestellung zu leisten.
      Wer aber sich nur in der falschen Kleidung befindet, sollte einfach den Mut aufbringen diese zu wechseln.

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  3. Frank sagt:

    Selbst wenn es eine freie Entscheidung _wäre_ und nicht angeboren, sähe ich keinen Grund dies nicht zu akzeptieren. Aber es gibt eben Leute, die brauchen Fakten als „Entscheidungshilfe“ bzw. als Entschuldigung.

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    • Lomi sagt:

      Das ist im Grunde richtig. Das folgt aber einer bestimmten Ethik, die nicht unbedingt selbstverständlich ist. Ich habe oben auf mein Gefühl zurückgegriffen. Mein Gefühl widerspricht in manchen Fällen dem Gebot des Akzeptierens. Ich kann nur so zu einem ethischen Verhalten kommen, wenn ich mir sage, dass meine Gefühle bezüglich dieser Person und ihres Geschlechts einfach keine Rolle spielen sollte. Das ist auch sinnvoll, denn nur weil ich eine Person als doof empfinde, ist sie nicht gleich doof. Die Identität eines Anderen ist nicht das, was ich als dessen Identität empfinde.

      Für die Distanzierung von solchen Gefühlen sind Fakten kein schlechtes Mittel. Diese Fakten, die Rechtsi zitiert, helfen mir weiter. Ich gehöre zu denen, die das brauchen, ganz klar.

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      • Frank sagt:

        Verstehe ich voll und ganz. Habe selbst so einen Fall im Bekanntenkreis. Die Gewohnheit musste durchbrochen werden, das ist aber auch alles. Die Tatsache, dass sich Transsexuelle ja eher so kleiden bzw. zurechtmachen, wie sie wahrgenommen werden wollen hilft dabei natürlich. Und es ist ja auch nichts Schlimmes, wenn einem nochmal der „alte“ Name rausrutscht.
        Ich finde eben nur Leute problematisch, die dies, wie Linksi, aus Prinzip ablehnen. So als mache man das aus Jux und Dollerei, oder um andere zu ärgern. Meiner Erfahrung nach gewöhnt sich jeder, der so etwas im eigenen Umfeld erlebt, an die Tatsache. Diese „Dagegen-Fraktion“ kennt meistens niemanden, den dies betrifft, die sind eben erst mal dagegen, weil sie sich nie Gedanken über so etwas gemacht haben.

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        • Lomi sagt:

          „Diese “Dagegen-Fraktion” kennt meistens niemanden, den dies betrifft, die sind eben erst mal dagegen, weil sie sich nie Gedanken über so etwas gemacht haben.“

          Ich habe leider mal eine Dagegen-Fraktion erlebt, die eben eine transsexuelle Frau kannten und auf die verbal heftigst eingeprügelt haben, so von wegen „Schwanz abschneiden macht noch keine Frau“. Das war alles sehr bösartig. Also das Kennen einer TS-Person reicht nicht aus, um das zu entschärfen.

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          • Frank sagt:

            “ Also das Kennen einer TS-Person reicht nicht aus, um das zu entschärfen.“

            Natürlich nicht bei Vollidioten und die werden nicht aussterben. Aber auf deren Meinung gibt man besser nichts.

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            • Lomi sagt:

              Stimmt, das waren nach meinem Gefühl echte Vollidioten, auch wenn sie selber sich als geistige Elite fühlten. Ich glaube, hier darf ich mal mein Gefühl als Maßstab nehmen ^^

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            • gnaddrig sagt:

              „Auf deren Meinung gibt man besser nichts.“

              Stimmt natürlich. Trotzdem kann man den Leuten u.U. nicht aus dem weg gehen. Solche Leute können es einem sehr schwer machen, egal wie unrecht sie haben, egal wie beschränkt oder bösartig sie sind. Die Dummen mag man noch ein Stück weit ignorieren können, mit den Bösartigen muss man sich wohl oder übel immer wieder auseinandersetzen, weil die nicht lockerlassen (das ist sicher auch bei anderen Themen so). Ich glaube, man braucht ein ziemlich dickes Fell, um da nicht unterzugehen.

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              • Lomi sagt:

                “ Trotzdem kann man den Leuten u.U. nicht aus dem weg gehen“

                Eben. Das war sozusagen die alles beherrschende Clique auf einer Internetplattform und was sie da betrieben, war schlicht Mobbing.

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  4. Talianna sagt:

    Ich bin nicht sicher, was ich darauf kommentieren soll, denn mir schwirren dazu eine Menge Gedanken im Kopf herum. Ich versuch’s mal:
    1. Ob es eine wissenschaftliche Grundlage hat oder nicht, es wäre glaube ich für das Zusammenleben der Menschen wesentlich gesünder, sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass Realität im Kopf entsteht – und wenn ich irgendwas irgendwie sehe, ist es MEINE Realität. Nicht weniger. Aber auch nicht mehr – zum Beispiel keine objektive Realität. Oder auch keine Realität für alle. Sondern nur meine. Geht jetzt arg ins Grundsätzliche, ich weiß. Aber das ist eine Botschaft, die ich in dem Comic lese – und gut finde!
    2. Als Betroffene komme ich mir komisch vor, dass ich die Forschungen zu Veränderungen im Hirn, zu (potentieller) „physiologischer Nachweisbarkeit“, noch nicht nachgelesen und aufgesogen habe – erst recht, da es in einem renommierten Journal und vor 20 Jahren aufkam. Viel schwerer wiegt allerdings in meinen Augen, dass nicht nur das Gefühl des transsexuellen Menschen nicht ernst genommen wird, sondern darüber hinaus – da habe ich durchaus schon Linksis im realen Leben erlebt – auch die psychologischen Diagnosen zum Thema nicht ernst genommen werden. „Physische Realität (oder was ich dafür halte) ist alles. Der Rest ist Blödsinn.“ Dieser Ansicht begegnet man nicht selten. Das geht auch über TS hinaus, und wird als technisch-wissenschaftliche Sichtweise hingestellt.
    3. Uff. Konkrete Auswirkungen auf die Hirnstruktur. (Potentiell) Messbar! Gibt’s dann bald (nur Beispielbilder) ein MRT oder ein PET, wo mein Hirn bei bestimmten Reizen F-18-markierte Zucker verstoffwechselt, und danach entscheidet der MDK, ob man Hormone kriegt und die OP bezahlt bekommt? Da krieg‘ ich das Zittern – was, wenn da nun rauskommt, Hirngeschlecht wie Körpergeschlecht, aber ich fühl‘ mich doch wie das andere? Sicher, ist wahrscheinlich Zukunftsmusik – aber irgendwie weckt das in mir so ein „Gefahr“-Gefühl, wie das bei Guttenbergs Dissertation war und ich gleich nochmal meine auf Zitate durchforstete, bei denen die Referenzen vergessen worden wären.

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    • Lomi sagt:

      Interessante Gedanken, insbesondere hinsichtlich der medizinischen Durchleuchtung, die am Ende zu Expertenurteilen über die Identität führt. Das ist eigentlich nicht so wünschenswert.

      Vielleicht sollte man mal den Comic anders übersetzen. Es geht hier um die Fähigkeit, Verhaltensregeln zu verallgemeinern.
      Linksi sagt bezüglich des TS-Menschen: Dessen Gefühle spielen keine Rolle bei der BEstimmung dessen Geschlechts. Wenn man diese Aussage generalisiert, müsste das heißen, dass auch Linksis Gefühle keine Rolle spielen dürften. Linksi hält sich aber nicht an diese allgemeine Regel, sondern nimmt für sich eine Ausnahme in Anspruch: Jetzt zählen die Gefühle plötzlich doch, wenn es eben seine eigenen sind.

      Entwicklungspsychologen und Moralerzieher würden hier wohl sagen, dass Linksi nur eine relativ niedrige Moralentwicklungsstufe erreicht hat. Seine Moral ist eine egoistische Moral, seine vermeintlich allgemeinen Regeln sind lediglich abgeleitet aus seinen subjektiven Vorstellungen von richtig /falsch. Er vermag nicht den Abstraktionsschritt zu gehen, dass jede Regel, die er anderen auferlegt, auch für ihn selber gelten muss.

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      • Talianna sagt:

        Ich habe den Comic schon so verstanden, wie Du meinst. Ich habe es allerdings nicht geschrieben. Ich bin nicht 100% sicher, aber ich denke, dass wir weitgehenden Konsens über diese Komponente haben – siehe evtl. auch meine Antwort an Alex.

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        • Lomi sagt:

          Ich habe die „Textwand“ gelesen und finde sie plausibel. Und wie gesagt, Dein Unbehagen, dass vielleicht einst sexuelle Identitäten via Computertomographie „festgestellt“ werden könnten, kann ich absolut nachvollziehen. Zwar ist dann auch der „Mob“ entmachtet, weil jetzt Mediziner das alleinige Urteil sprechen, aber der „Mob“ hat die Macht abgegeben an Experten. Der Einzelne bleibt hier nach wie vor fremdbestimmt. Das wäre schon ein dystopischer Zustand.

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          • whgreiner sagt:

            Von einem labormedizinischen Nachweis einer transsexuellen Veranlagung sind wir noch weit entfernt; bisher gibt es zwar eine Reihe wissenschaftlicher Hinweise, aber noch keine wirklichen Beweise für die Annahme (die ich im übrigen teile), dass Transsexualität auf „Hardware“-Veränderungen im Gehirn beruht. Und selbst wenn es mal so weit ist, dann wird diese Diagnose wohl erst mal eine POSITIVE Diagnose sein: man kann damit zwar im Einzelfall den Verdacht auf Transsexualität bestätigen, aber im umgekehrten Fall nicht ausschließen. Denn wenn wir z. B. eine ganz bestimmte, durch Tomografie nachweisbare Struktur im Gehirn kennen, die hoch signifikant mit dem phänotypischen Syndrom „Transsexualität“ korreliert, dann heißt das ja noch lange nicht, dass das die EINZIGE, mögliche Ursache für das Syndrom ist. Die Befürchtung, eine solche Diagnose führe zwangsläufig in die Fremdbestimmung, halte ich für verfehlt.

            Ein labormedizinischer Nachweis wäre schlicht deshalb wünschenswert, weil er viel schneller, verlässlicher und billiger sein könnte als die aufwendige, psychiatrische Exploration, die heute (zu Recht!) Voraussetzung für geschlechtsangleichende Hormongaben und Operationen ist. Vor allem könnte man es dann auch endlich verantworten, schon vor Beginn der Pubertät gegengeschlechtliche Hormone zu verabreichen, womit man vor allem Mann-zu-Frau-Transsexuellen unendlich viel Leid ersparen könnte: weil man nur so ein wirklich durchgehend zuverlässiges, überzeugendes Passing im Alltag erreicht. Durch psychiatrische Exploration allein läßt sich die Diagnose in diesem jungen Alter einfach noch nicht hinreichend sicher erhärten, um einen so gravierenden Eingriff in die Entwicklung verantworten zu können.

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            • Lomi sagt:

              „Die Befürchtung, eine solche Diagnose führe zwangsläufig in die Fremdbestimmung, halte ich für verfehlt.“

              Ich verstehe Deinen Punkt und finde Deine Argumente plausibel.
              Aber der Punkt Fremdbestimmung bleibt für mich doch. Denn es urteilen ja dann Mediziner darüber, was Du bist. Gut, es kann ja sein, dass Deine Geschlechtsidentität, auch die emotionale, eben am Ende biologisch begründet und ableitbar ist. Dann könnten Mediziner das sicher beurteilen. Aber ansonsten können auch diese nicht in Deine Gedankenwelt eindringen und nicht nachvollziehen, als was Du Dich fühlst und wie Du Dich fühlst und deshalb ist es bislang eigentlich immer noch das Vorrecht eines jeden Individuums, selber zu bestimmen, was es ist. Es ist weniger schön, sich vorzustellen, dass Mediziner das am Ende besser zu wissen meinen.

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              • whgreiner sagt:

                Da muß man zwei Dinge auseinanderhalten: auf der einen Seite die Entscheidung des Betroffenen, die hoffentlich immer letzte Instanz bleiben wird. Mediziner können einen objektiven Zustand diagnostizieren und eine dazu passende Therapie VORSCHLAGEN: die Entscheidung darüber muß selbstverständlich – so weit praktisch möglich – beim Patienten bleiben. Das gilt überall in der Medizin, nicht nur hier.

                Auf der anderen Seite steht aber die Verantwortung, die einem Arzt bei seinem therapeutischen Tun auferlegt ist: gerade im Interesse DES PATIENTEN darf er nicht einfach nur dem vom Patienten geäußerten Willen entsprechen, sondern er muß das, was er tut, auch mit den „Regeln der Kunst“ (nämlich seiner hoffentlich halbwegs aktuellen und vollständigen Fachkenntnis) in Einklang bringen können. Kann er das nicht, dann muß er versuchen, den Patienten zu überzeugen; wenn auch das nicht gelingt, muß er den Behandlungswunsch verweigern.

                Man kann darin natürlich „Fremdbestimmung“ sehen; aber der Patient geht ja eben wegen dessen überlegener Fachkenntnis zum Arzt. Es wäre völlig widersinnig, von diesem Arzt dann zu verlangen, sklavisch und gegen seine eigene Fachkenntnis einem Patientenwunsch zu entsprechen, nur weil’s eben dessen Wunsch ist. Dann kann ich auch gleich zum Quacksalber gehen…

                Konkret heisst das bei uns Transsexuellen: wenn ich mich „transsexuell“ FÜHLE und deshalb zum Gutachter (Psychiater – auch ein Arzt) gehe, dann kann ich als Laie erst mal nicht wissen, ob ich wirklich transsexuell bin. Es gibt z. B. Formen von Schizophrenie, die sich in oberflächlich ähnlichen Symptomen äußern; so jemanden dann (auch auf dessen ausdrücklichen Wunsch) zur Frau umzuoperieren, wäre ein schrecklicher und nicht wieder gut zu machender Kunstfehler. Wenn ich aufwache und der psychotische Schub ist vorüber, dann würde ich den Ärzten, die mir das angetan haben, an die Gurgel gehen… Deshalb ist es richtig und notwendig, dass zur Routine geschlechtsangleichender Medizin erst mal eine sorgfältige Ausschlussdiagnose anderer, im Zweifelsfall ähnliche Symptome generierender Erkrankungen gehört – auch wenn ich mit dieser Begutachtung zwangsläufig ein Stück Fremdbestimmung akzeptiert habe.

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            • gerks sagt:

              „womit man vor allem Mann-zu-Frau-Transsexuellen unendlich viel Leid ersparen könnte“ Kannst du mir das bitte genauer erklären? Wieso haben Männer mehr Probleme bei der Transistion zu einer weiblichen Körper, als umgekehrt?

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              • Talianna sagt:

                Androgene erzeugen deutlich sichtbarere, irreversible Körperveränderungen – zumindest von meiner Warte gesehen. Bei Transmännern wird durch das Testosteron die Stimme tief, der Bart wächst usw. Bei Transfrauen bleibt der Kehlkopf groß und Haare dauerhaft wegmachen ist ein Riesenscheiß (sorry für den Ausdruck). Bei den Proportionen kann ich es nicht genau sagen, da sind die Auswirkungen der Pubertät wohl in beiden Fällen vergleichbar irreversibel. Dennoch sind Stimme und Gesichtshaare (und im späteren Leben Androgenbedingter Haarverlust) erhebliche Asymmetrien in den Auswirkungen, länger unter dem „falschen“ Sexualhormon gestanden zu haben.

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              • whgreiner sagt:

                Talianna hat schon einen wichtigen Aspekt genannt. Aber der wichtigste fehlt noch:

                Bei unserer (vermutlich angeborenen) Erkennung des Geschlechts anderer Menschen (die allererste Eigenschaft, die wir schon in der ersten Sekunde einer Begegnung checken!) sind männliche Merkmale dominant. Das heißt: wir suchen nicht nach männlichen UND weiblichen Merkmalen und wägen dann ab, sondern wir suchen NUR nach männlichen Merkmalen; sind die zu sehen, dann ist es ein Mann, fehlen sie, dann sehen wir den Menschen als Frau. Wenn Conchita Wurst auf der Bühne steht, nimmt „sie“ jedermann als männlich wahr, obwohl an der ganzen Erscheinung ausser dem Bart und der (noch nicht mal ausgeprägt) tiefen Stimme alles weiblich ist: Bart und tiefe Stimme überdecken als männliche Körpermerkmale in unserer Wahrnehmung alles andere, und sei es noch so weiblich.

                Daher kommt es, dass Frau-zu-Mann-Transsexuelle nach einem halben Jahr Testosteron-Einwirkung kaum noch Probleme mit dem Passing haben, während die allermeisten Mann-zu-Frau-Transsexuellen dieses Problem zeitlebens mit sich herumschleppen: FzM kriegen Bartwuchs und tiefe Stimme, MzF werden selbige aber auch durch Östrogen nicht mehr los. BEIDE werden tendenziell eher als männlich gesehen, weil eben die männlichen Körpermerkmale bei der Geschlechtserkennung dominant sind. Brüste und runde Hüften wirken an einem Menschen mit Bart und tiefer Stimme nicht weiblich, sondern lediglich „falsch“, „krank“ oder „tuntig“; sie stören das männliche Bild, drehen es aber nicht um.

                An dieser Asymmetrie liegt es wohl auch, dass es kulturell zwar eine Unmenge von Weiblichkeitssymbolen gibt, die deshalb für Männer tabu sind: bestimmte Farben, vielerlei Muster, die meisten (!) Kleidungsschnitte, fast aller Schmuck, während es analog nahezu gar keine Männlichkeitssymbole gibt, die für Frauen auch nur ansatzweise tabu sind: die Krawatte – und was sonst noch?

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                • gerks sagt:

                  „! Wenn Conchita Wurst auf der Bühne steht, nimmt “sie” jedermann als männlich wahr, obwohl an der ganzen Erscheinung ausser dem Bart und der (noch nicht mal ausgeprägt) tiefen Stimme alles weiblich ist: “
                  Nein. Genau das Gegenteil ist der Fall. Conchita Wurst wird nur als Frau mit Bart gesehen. Sie wird mit „sie“ angesprochen. Frauen binden sich einen Bart um um zu demonstrieren wie wurst es ist. Wenn Conchita Wurst auf der Bühne steht, nimmt “sie” jedermann als männlich wahr, obwohl an der ganzen Erscheinung ausser dem Bart und der (noch nicht mal ausgeprägt) tiefen Stimme alles weiblich ist: Bärtige Männer dagegen ziehen sich keine Kleider an um ebenfalls zu demonstrieren wie wurst es ist.
                  Nein Tom Neuwirt verschwindet hinter der weiblichen Kunstfigur, Und das will er auch so.

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                  • gerks sagt:

                    Korrektur. (zuviel reinkopiert)
                    “! Wenn Conchita Wurst auf der Bühne steht, nimmt “sie” jedermann als männlich wahr, obwohl an der ganzen Erscheinung ausser dem Bart und der (noch nicht mal ausgeprägt) tiefen Stimme alles weiblich ist: ”
                    Nein. Genau das Gegenteil ist der Fall. Conchita Wurst wird nur als Frau mit Bart gesehen. Sie wird mit “sie” angesprochen. Frauen binden sich einen Bart um um zu demonstrieren wie wurst es ist.Bärtige Männer dagegen ziehen sich keine Kleider an um ebenfalls zu demonstrieren wie wurst es ist.
                    Nein Tom Neuwirt verschwindet hinter der weiblichen Kunstfigur, Und das will er auch so.

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            • Talianna sagt:

              Insbesondere im Bezug auf vorpubertäre Erkennung und Einleitung von Maßnahmen gebe ich Dir völlig recht. Bei einem Labornachweis überwiegen – in vernünftigem Umgang damit – die Vorzüge.

              Dass ich meine Zweifel an vernünftigem Umgang (der Masse und der Krankenkassen) mit den Nachweismöglichkeiten habe, liegt wahrscheinlich daran, wie ich manche Teile meiner Transition erlebt habe. Mir geistert dann halt eine Dystopie im Kopf herum … vermutlich habe ich aus diesem Eindruck heraus die möglichen, hoffentlich wie genannt unwahrscheinlichen negativen Konsequenzen paranoid übersteigert, während ich die positiven für gegeben gehalten habe.

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    • Alex sagt:

      Also hat dich dieser Gag nur in kognitive Dissonanzen gestürtzt, oder konntest du den auch witzig oder gar zum Lachen finden?

      Im übrigen entsteht „Realität“ nicht „im Kopf“, der Kopf versucht sie nachzuvollziehen, was aber natürlich immer unvollständig bleiben muss. Das ist zwar zu bedauern, aber nicht wirklich😉

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      • Alex sagt:

        @Talianna war gemeint: „Also hat dich dieser Gag nur in..“, sorry, mein Kopf ist schuld.

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        • Talianna sagt:

          Ich fand den Gag super-lustig🙂

          Aber eben auch zu zwei ernsten Themen. Das erste ist offensichtlich.

          Das zweite ist das Thema mit der Realität. Ich unterstelle, wir meinen dasselbe. Du störst Dich nur daran, dass ich das Abbild der Realität im Kopf als „die Realität“ bezeichnet habe. Da war ich etwas salopp. Ich unterscheide, wenn ich begrifflich exakt (aber sicher abseits der zugehörigen Nomenklatur) schreibe, „subjektive Realität“ und „objektive Realität“. Meistens befasse ich mich nicht mit der „objektiven Realität“ überhaupt nicht, sprich dem, was unabhängig vom Beobachter, vom menschlichen Geist und dessen „Wahrnehmung und Nachbearbeitung“ existiert. Sondern nur mit der „subjektiven Realität“, sprich dem, was Wahrnehmung, Filterung durch das Verständnis und die Erfahrungen eines Individuums daraus machen. Warum ignoriere ich die in meinen Begriffen objektive Realität, die Du ohne Adjektiv als Realität bezeichnest? Ganz einfach: Über viele Jahrhunderte gab es einen Konsens zwischen nahezu allen Menschen, dass eine flache Erde Realität sei. Das war ein Konsens der subjektiven Realitäten und steht für uns heute im offenkundigen Widerspruch zu unserem Konsens subjektiver Realitäten, den wir für die objektive Realität halten. Ist unsere, von mehr Messungen (die immer noch von Personen wahrgenommen, ausgewertet und interpretiert werden) belegte Ansicht, die Erde sei keine Scheibe, objektive Realität oder nur ein weiterer, hoffentlich fundierterer Konsens subjektiver Realitäten? Können wir das herausfinden? Ich behaupte: Nein. Ob unsere heutigen, früheren hoffentlich überlegenen wissenschaftlichen Methoden die objektive Realität abbilden oder nur eine weitere, kollektive, aber immer noch mit der objektiven Realität nicht identische Konsenshaltung unserer Wahrnehmungen ist, können wir nicht beurteilen, da wir nur Zugang zu unserer Wahrnehmung haben.

          Ich weiß, dass ich damit wissenschaftlichen Methoden die absolute Gültigkeit in der Findung objektiver Wahrheit abzusprechen scheine (und es wohl auch tu). Ich halte damit eine wissenschaftliche Erfassung der Welt NICHT für fruchtlos. Ich behaupte nur, dass wir unser Weltbild – ob es nun um Transsexuelle oder um die Form der Erde geht – der objektiven Wahrheit annähern können – ob wir diese aber jemals erreichen, wage ich zu bezweifeln. Und: Wir können nur sehr schlecht beurteilen, wo und wie weit unser Bild der Welt von der objektiven Wahrheit abweicht.

          Und Identität ist ein Teil, bei dem einem wissenschaftliche Methoden helfen können, aber auch einer, in dem das eigene Bild der Realität sehr bedeutend ist. Sicher, wenn die subjektive Realität eines Menschen recht stark vom Konsens der subjektiven Realitäten aller anderen abweicht, ist das schwierig. Als Transsexuelle erfährt man das sehr deutlich. Ob man nun die Realitätssicht des einzelnen der Realitätssicht der Mehrheit anpassen muss und wie das genau geht, oder ob es ausreicht, eine Schnittstelle zu schaffen, so dass man trotz unterschiedlicher Wahrnehmung der Realität in für beide Seiten akzeptabler Weise miteinander umgehen kann, ist dann die moralische und gesellschaftliche Frage.

          Sorry für die Textwand.

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          • PGQ sagt:

            Die Epistemologie, die du da beschreibst, heißt radikaler Konstruktivismus. (Kleine Info für die, die nach dieser Textwand sich dazu weiter belesen wollen)😀

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            • Talianna sagt:

              Danke. Ich habe bisher recht wenig darauf zurückgegriffen, dass und in wie weit es diese Betrachtung als Erkenntnistheoretische Position gibt und wie sie benannt ist – aber das hätte ich wahrscheinlich tun sollen.

              Danke für’s Liefern des Ansatzpunkts!

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          • Kuttel Daddeldu sagt:

            @Talianna: mein Bild von uns, oder mein Empfinden, ist oft das eines strukturell zu einspurig denkenden Wesens, welches eben deshalb nicht in der Lage sein _kann_, eine eventuell vorhandene objektive Realität auch nur annähernd zu erfassen. Immerhin: man weiß, daß man es nicht weiß und das ist ja schonmal nicht nix. 42.😉

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          • Alex sagt:

            @
            „oder nur ein weiterer, hoffentlich fundierterer Konsens subjektiver Realitäten? Können wir das herausfinden? Ich behaupte: Nein.“

            Wenn jeder vernünftige Zweifel auf ein Minimum reduziert ist, dann ist objektive Realität schlicht „Realität“. Und natürlich könnte die wandelbar sein. Was die Erde betrifft, so sollte die Kugelform als Realität gelten können, auch wenn sie eher leicht abgeflacht, ein Ellipsoid ist. usw.

            Also die Summe der individuellen Realitäten liefern die Objektivität. Daher kann auch keine willkürliche, künstliche Realität gleichwertig neben alle anderen Realitäten treten. Denn auch Phantasie kann als Realität verstanden werden. Aber niemand wird behaupten können, diese sei schlichtweg Realität. Natürlich versuchen einzelne Philosophen, dies so hinzustellen. Für Künstler gehört es zum Geschäft.

            „Ich weiß, dass ich damit wissenschaftlichen Methoden die absolute Gültigkeit in der Findung objektiver Wahrheit abzusprechen scheine (und es wohl auch tu)“

            Was die Wissenschaft nie behaupten würde. Es kann natürlich nie eine „absolute“ Gültigkeit geben. Dieses behauptet immer nur Religion und Ähnliches.

            „Als Transsexuelle erfährt man das sehr deutlich.“

            Es ist klar, dass es das gibt. Das stellt ja nicht die Sicht auf die Welt in Frage. Obwohl dies natürlich Judith Butler gemacht hat, die die Welt wieder flach haben wollte.

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            • Talianna sagt:

              Ich bestreite die Identität eines kollektiven Konsenses der subjektiven Realitäten mit der objektiven Realität. Das ist ein Standpunkt (meiner), und ich möchte Deinem die Berechtigung nicht absprechen.

              Meine Begründung für meinen Standpunkt möchte ich illustrieren mit den typischen zwei Kategorien von Unsicherheiten in der experimentellen Wissenschaft: Systematische und Statistische. Statistische Unsicherheiten rühren (bei der Realitätsbildung) von unterschiedlichen Individuen her, während wir unterstellen, dass im Schnitt die Wahrnehmung, anschließende Aufbereitung im Geist und Interpretation beim (durchschnittlichen) Menschen die objektive Realität akkurat wiedergibt. Systematische Unsicherheiten schlagen in eine (mehr oder minder unbekannte) Richtung aus, aber bei allen oder den meisten Messgeräten (in dem Fall: Menschen) mehr oder minder in die gleiche Richtung. Das können bildungstechnische, kulturelle oder gar physiologische Dinge sein. Beispiel: Menschen, die vier Sorten Sehzäpfchen (so hießen die Dinger, die Farbwahrnehmung ermöglichen, glaube ich) statt nur drei haben. Sie werden Dinge sehen, die die Mehrheit nicht sieht. Vielleicht fehlen uns allen bestimmte Wahrnehmungsanlagen, wir sind völlig blind für bestimmte Aspekte. Wenn man in die Quantenmechanik und Elementarteilchenphysik geht, muss man sich vieles vorstellen, einer meiner Profs sagte sogar mal: „Das Hauptstudium ist im wesentlichen deswegen so lang, um sich an diese Konzepte zu gewöhnen.“

              Wie gesagt. Ich möchte Dir Deinen Standpunkt nicht absprechen. Ich selbst glaube allerdings, dass wir genau so unfähig sind, die Entfernung der kollektiv-subjektiven Realität unserer heutigen Menschheit von der objektiven Realität zu bestimmen wie die Menschen, die im Mittelalter die Erde für eine Scheibe hielten. Kollektiv-subjektiv ungleich objektiv, das wäre die Stelle, wo ich zur radikalen Konstruktivistin werde und Du mir nicht folgen magst. Halte ich nicht für schlimm, auch wenn ich natürlich meine Standpunkt für richtig halte – aber sonst wär’s ja auch nicht mein Standpunkt.

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              • Fiete sagt:

                „Ich bestreite die Identität eines kollektiven Konsenses der subjektiven Realitäten mit der objektiven Realität.“

                Kannst Du ja gern. Und Dein Kommentar ist ungefähr so interessant, wie er lang ist, finde ich.
                Aber für die allgemeine Kommunikation unter uns Menschen in diesem unserem Raum-Zeit-Kontinuum reichen die Termini „subjektiver Eindruck“ und „objektive Realität“ zur Beschreibung der normalen Ereignisse und Phänomene i.d.R. völlig aus.

                Wir nehmen mal einen Gegenstand von recht genau gleicher Kantenlänge, ebensolchen Flächen, die noch dazu rechtwinklig angeordnet sind, also 6 Flächen 12 Kanten und er reflektiert das hier übliche Licht in der Frequenz, die allgemein als grün bezeichnet wird.

                Der Alm-Ödi aus den Käsemountains redet vielleicht von „an grauslig neongrünen Betonchlotz“, die Kunststudentin aus Kiel vielleicht von „einer wunderhübschen grasgrünen Skulptur“, oder so.

                Beide können sich aber auf den grünen Würfel einigen und selbst ein Eskimo ( Oops, darf man das noch sagen? Na gut, sagen wir ein Inuit ), der außer zig Formen und Zuständen von Schnee und Eis nix kennt, schon gar nix grünes, wird dem zustimmen, sofern er die entsprechenden sprachlichen Begriffe zuzuordnen erlernt hat.

                Dadurch wird an den anderen Möglichkeiten, bspw. in Quantentheorien o.ä. nix geändert, braucht aber auch nicht.

                Selbst bei den Maßen, die wir verwenden – schon kniffeliger – klappt das ganz prima, würde hier aber den Rahmen sprengen ( habe ich aber vor gar nicht langer Zeit an anderer Stelle mal recht schön erklärt bekommen, haute auch hin ).

                Salopp gesagt: fast immer ist unsere Subjektivität objektiv genug um genügend Realität wahrzunehmen, daß es für uns alle ausreicht ( und wenn nicht, gibt es ganz brauchbare Meßzeuge ).
                Umkehrschlussbeispiel: Wenn der Dachdecker beim Verwenden seiner faltbaren Schätzlatte ( Vulgo: Zollstock o. Gliedermaßstab ) ständig die Unschärferelation im Zeit- u. räumlichen Verlauf beachten müßte, gäbe es keine Dachstühle, weil sie unmöglich zu errichten wären😉

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              • Alex sagt:

                @Talianna
                „Ich selbst glaube allerdings, dass wir genau so unfähig sind, die Entfernung der kollektiv-subjektiven Realität unserer heutigen Menschheit von der objektiven Realität zu bestimmen wie die Menschen, die im Mittelalter die Erde für eine Scheibe hielten.“

                Das mag ja auf der Ebene der Individuen häufig zutreffen….😉

                … aber insgesamt haben wir wirklich objektive Fortschritte gemacht. Nicht umsonst ist die mittelalterliche Pest und andere praktisch verschwunden. Das wirst du doch nicht leugnen können.
                Ohne die Idee einer „objektiven Realität“ wäre dies nicht gelungen, beten hätte nichts gebracht.

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          • Alex sagt:

            @talianna
            „Sorry für die Textwand.“

            Dein Text war prima!
            Es ist eine „moralische und gesellschaftliche Frage“, weniger eine wissenschaftliche.

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          • Fiete sagt:

            „wenn ich begrifflich exakt (aber sicher abseits der zugehörigen Nomenklatur) schreibe, “subjektive Realität” und “objektive Realität”.“

            Früher war es mal ziemlich Konsens von „subjektivem Eindruck“, resp. „subjektiver Wahrheit“ vs. „objektiver Realität“ auszugehen ( wobei manche letzteres komplett betritten haben, aber das waren spezielle Eierköppe. Aber spätestens seit der Bundesgerichtshof die Begriffe „objektives Kindeswohl“ und „subjektive Interessen des Kindes“ erfunden hat, gilt das auch juristisch wohl als hoffnungslos obsolet.

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      • Kuttel Daddeldu sagt:

        Aber die Wahrnehmung „entsteht“ im Kopf. Zum Rest ließe sich auch in diesem Kontext die Realismusdebatte führen (z.B. mit Hans-Peter Dürr über unsere Wahrnehmung von der Wirklichkeit und unsere zunehmend „naturwissenschaftlich“ geprägte Idee, diese mit der Wirklichkeit gleichzusetzen, was letztlich sogar den Blick „auf das eigentliche Wesen der Wirklichkeit“ behindere…).

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        • Lomi sagt:

          Guter Gedanke! Ich ergänze Uwe Pörksen („Plastikwörter“), der feststellte, dass wir Worte aus der Wissenschaft in die Umgangssprache übernehmen (Struktur, Kommunikation, Sexualität usw.). Diese Worte sind ursprünglich aus der Umgangssprache in die Wissenschaft gewandert. Früher hatten sie vielfältige Bedeutungen. Heute haben sie ihren metaphorischen Charakter verloren, es wird nicht mehr sichtbar, dass sie ein Bild einer Sache sind und so werden sie mit der Sache selbst verwechselt. Das aber hat zur Folge, dass die an diese Wörter geknüpften Assoziationen von Expertentum und deren Recht, die Welt umzuformen, immer mit als Wirklichkeit gedacht wird.

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  5. Alex sagt:

    Wie delikat – der Cartoon hält die eine Subjektivität („ich bin …“) gegen die andere („der/die ist…) und macht nebenbei die Idee der apodiktischen, über aller Realität stehenden Transsexualität lächerlich😀
    Die *Idee* wohlgemerkt, keineswegs die konkreten Transsexuellen.
    Wird natürlich von einschlägigen Kreisen sofort als „transphob“ gesehen werden, aber wir wissen ja, dass es *denen* nur um Ideologie geht und nicht um die Menschen.
    Und dies zeigt dieser Cartoon auch, den man durchaus als human oder humanistisch bezeichnen könnte.

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    • Fiete sagt:

      „Wie delikat – der Cartoon hält die eine Subjektivität (“ich bin …”) gegen die andere (“der/die ist…) und macht nebenbei die Idee der apodiktischen, über aller Realität stehenden Transsexualität lächerlich😀
      Die *Idee* wohlgemerkt, keineswegs die konkreten Transsexuellen.
      Wird natürlich von einschlägigen Kreisen sofort als “transphob” gesehen werden, aber wir wissen ja, dass es *denen* nur um Ideologie geht und nicht um die Menschen.“

      Aber nee, sonst hätte es doch „transfopp“ geschrieben werden müssen……

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  6. maSu sagt:

    Zunächst: was ich akzeptiere, das ist meine Sache. Ich toleriere die sexuellen Eskapaden meiner Mitmenschen. Wer nach reiflicher Überlegung zu dem Schluss gekommen ist, „im falschen Körper“ zu stecken: bitte.

    Was ich aber ablehne:
    Dieses lannsche hornscheidtsche Modell maximaler Egozentrik.

    Traurig: diese lannschen hornscheidschen Idiot_*x machen es jenen Menschen, die weniger egozentrisch veranlagt sind sehr schwer sich zu outen, weil sie schnell mit diesen Eumel_*x in Verbindung gebracht werden ….

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    • Frank sagt:

      Gnädig. Der Widerspruch in deiner Aussage und der Wortwahl wäre noch besser, wenn du Kapriolen statt Eskapaden geschrieben hättest^^

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      • maSu sagt:

        Da ist kein Widerspruch. Ich toleriere alles mögliche. Ich toleriere sogar Vegetarier, sofern sie mir nicht dauernd und explizit auf die Nase binden, sie seien Vegetarier. Ich kenne Homosexuelle, die sind ganz normal und ich kenne die ein oder andere „Klischee Tunte“ und sein/ihr einziges Thema ist Analsex.

        Darum passt „Eskapaden“ durchaus, es muss nicht zwangsläufig negativ betont sein.

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        • Frank sagt:

          Ich toleriere sogar Tolerante, auch wenn sie mir explizit auf die Nase binden, was sie alles so für exotische Dinge tolerieren. Vegetarier! Also nee! maSu, du bist pervers!😛

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    • Fiete sagt:

      „Traurig: diese lannschen hornscheidschen Idiot_*x machen es jenen Menschen, die weniger egozentrisch veranlagt sind sehr schwer sich zu outen, weil sie schnell mit diesen Eumel_*x in Verbindung gebracht werden ….“

      Ach? Wird ein verhornscheideter Idiot nicht I*dio_tx geschrieben?

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  7. Danger Mouse sagt:

    Einer deiner vielen Comics die ich gern auf Englisch übersetzen und teilen würde.

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  8. einfach irre !

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  9. Sascha sagt:

    🙂

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  10. Johannes P. sagt:

    Geschlecht und Rasse beschreiben *morphologische* Tatsachen eines Tieres. Diese biologischen Gegebenheiten mit anderen Tieren zu teilen, darüber kommen die Dekonstruktivisten einfach nicht hinweg.

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  11. whgreiner sagt:

    Weil ich selber transsexuell bin,

    und weil trotz breitester, medialer Beschäftigung mit dem Thema die meisten Menschen immer noch nicht wissen, was Transsexualität eigentlich ist:

    Transsexualität ist eine EMOTIONALE Veranlagung. Männer und Frauen haben nicht dieselben, angeborenen Emotionen: das überschneidet sich zwar, genauso wie sich z. B. die Körpergröße zwischen Männern und Frauen großenteils überschneidet – aber statistisch sind Männer eben doch 15 (?) cm größer. Oder Brustwachstum: es gibt gar nicht mal so wenige Männer, die mehr Busen haben als sehr viele Frauen – trotzdem sind Brüste ein Geschlechtsmerkmal. Oder Behaarungstyp/Glatze, oder die Fettverteilung, oder die Hüftbreite, oder oder oder… Erst das Gesamtbild macht das aus, was wir im Alltag als körperliche Männlichkeit oder Weiblichkeit identifizieren.

    Die unterschiedlichen Geschlechterrollen in einer Gesellschaft (=gender) sind zwar zweifellos sozial bedingt; der Begriff „gender“ greift ja schon von der Definition her eben diese gemachten statt vererbten Unterschiede auf. Sie sind aber nicht zufällig und schon gar nicht als patriarchalischer Unterdrückungsmechanismus entstanden, wie uns der Feminismus weismachen will, sondern tragen der angeborenen Unterschiedlichkeit der Geschlechter Rechnung. Deshalb sind so auch so unausrottbar: die Geschlechtsrollen und -Symbole sehen zwar von Gesellschaft zu Gesellschaft unterschiedlich aus, aber in irgendeiner Form gibt es sie in ALLEN bekannten, menschlichen Gesellschaften. Wo man diesen „Sexismen“ einen Kopf abhackt, wachsen ihm gleich wieder drei andere nach: die Leute haben einfach das Bedürfnis, ihre geschlechtlichen Unterschiede in irgendwelchen, vielfältigen Formen von „gender“ auch sozial auszuleben. Männer fühlen sich mehrheitlich in ANDEREN, sozialen Rollen wohl oder unwohl als die Mehrheit der Frauen; eben dadurch entsteht „gender“.

    Bei Transsexuellen ist diese geschlechtsspezifische Emotionalität ganz oder teilweise umgedreht – wobei „Emotionalität“ ein Konglomerat aus sehr vielen, sehr unterschiedlichen emotionalen Veranlagungen ist, die sich – wie eben auch die Körpergröße – zwischen Männern und Frauen zum größeren Teil überschneiden, aber statistisch dann doch deutlich unterscheiden. Ich vergleiche das gerne mit einem Mosaik, dessen einzelne Steinchen – isoliert für sich genommen – kaum Aussagekraft haben; erst in der Gesamtschau vieler Mosaiksteinchen ergibt sich ein Bild.

    Transsexuelle wachsen – wie jeder Mensch – in der sozialen Rolle ihres äußerlich sichtbaren, körperlichen Geschlechts auf; als Kinder haben wir zunächst keinerlei Chance, diese Zuweisung zu hinterfragen. Das Bewußtsein „ich bin männlich“ oder „ich bin weiblich“ ist – wie jede rationale Kategorisierung – erlernt. Als Kind hat man mir beigebracht, ich sei ein Junge, weil ich einen Schniedel habe; und wenn ich an mir selber runterguckte, sah ich das bestätigt. Dass ich unter den geschlechtlichen Rollenerwartungen litt, mit denen andere Kinder offenbar kaum Probleme hatten, war zunächst – und in meiner Generation (ich bin 66) noch sehr lange, weit bis ins Erwachsenenalter hinein – ein namenloses Unwohlsein, das ich für mich persönlich nur diffus als „Unfähigkeit“, „Überforderung“, aber auch als „Unfreiheit“, „Einschränkung“ und in spezifisch sexueller Hinsicht als „Perversion“ sehen konnte. Als transsexueller Mensch war ich zwar – mühsam – in der Lage, mich in das mir zugewiesene Geschlecht zu fügen. Aber diese auf emotional „wirkliche“ Männer zugeschnittene Rolle ging mir in vielerlei Hinsicht „gegen den Strich“, ich tat mich damit unendlich schwer und war darin kreuzunglücklich bis hin zur Suizidgefährdung – ohne zunächst zu wissen, warum.

    Erst zufällige – in der damaligen Zeit noch sehr seltene – Gelegenheiten, mal hier und da in die andere Gender-Rolle zu schlüpfen, haben mich dann viel später zu der rationalen Erkenntnis meiner transsexuellen Veranlagung geführt: während den allermeisten, männlichen Genossen solche, soziale „Travestien“ zutiefst zuwider waren, habe ich sie als befreiend erlebt. Das meiste an Überforderung und Einschränkung, unter dem ich im Alltag ständig litt, war da plötzlich weg. Ein so positives Erlebnis motiviert natürlich, genauer nachzuhaken – auch gegen die damals noch äußerst strikten Konventionen. So begab ich mich – erst mit 35, als bereits geschiedener Vater einer kleinen Tochter – in Psychotherapie, in der ich dann endlich lernte, MIT anstatt gegen meine eigene, geschlechtsspezifische Emotionalität zu leben. Das hieß für mich zwangsläufig: wenigstens teilweise in die andere Gender-Rolle zu wechseln und – auch um das überhaupt erst möglich zu machen – meinen Körper wenigstens teilweise dem anzupassen. Der von mir damals eingeschlagene Weg bewährt sich nun schon seit dreissig Jahren: seitdem ging’s mir im Wesentlichen gut. Seit zehn Jahren lebe ich sogar in einer Ehe, die ich als glücklich bezeichnen darf.

    Was das alles mit dem Cartoon zu tun hat? Emotionen sind unsichtbar und entziehen sich auch dem unmittelbaren Nachweis. Wir weisen deshalb – meistenteils zu Recht – die Genderrolle samt damit zusammenhängenden Erwartungen aufgrund des äußerlichen Körperbildes zu. Wenn Linksi eben das hier tut, dann ist das verständlich und berechtigt. Als Transsexuellem würde es mir überdies auch gar nichts nützen, wenn Linksi mich entgegen (!) seiner subjektiven Empfindung „Anja“ nennen würde: denn das ist nur ein Wort, nur Oberfläche. Das für mich Entscheidende ist nicht eine verbale Zuordnung, sondern das tiefer liegende Beziehungsgeflecht, das sich auf die geschlechtliche Zuordnung gründet: Emotionen, Erwartungshaltungen, Toleranzen, wie man sie eben unterschiedlich einem Mann oder einer Frau entgegenbringt – damit ich in diesem Geflecht halbwegs kollisionsfrei wie eine Frau leben und agieren kann. Diesem Ziel bringt es mich nicht näher, Linksi die Wissenschaft um die Ohren zu hauen und ihn zu zwingen, mich „Anja“ zu nennen; auf der entscheidenden, tieferliegenden, emotionalen Ebene wird er mich trotzdem (vielleicht sogar erst recht) wie einen Mann behandeln. Da hilft nur, Linksi unmittelbar, emotional anzusprechen, indem ich – sowohl äusserlich/körperlich als auch im Verhalten – genug Weiblichkeit ausstrahle, dass Linksi mich EMOTIONAL als Frau identifiziert und akzeptiert. Die verbale Geschlechtszuweisung ist sekundär und nebensächlich; das kommt dann ganz von selber.

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    • gerks sagt:

      „Transsexualität ist eine EMOTIONALE Veranlagung. Männer und Frauen haben nicht dieselben, angeborenen Emotionen: das überschneidet sich zwar“
      Aha. Und wo wurde das wissenschaftlich festgestellt? Ich kenne bis heute keine Forschung die das nachvollziehbar als Resultat gehabt hätte. Das es über die körperliche Unterschiedlichkeit auch Wesenunterschiede gibt, ist zwar eine Vermutung. aber kein Fakt.

      Wieso präsentierst du das als Tatsache? Bist du so ein Evolutions-Biologist? Das Gegenstück zum Genderisten?

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      • whgreiner sagt:

        Ich bin selbst transsexuell – daher weiß ich aus eigener Lebenserfahrung, was bei mir im Vergleich zu „Cis-Gendern“ anders ist. Es hat mich viele Jahre meines Lebens gekostet, das herauszufinden – und das Ergebnis hat sich nun schon weitere 30 Jahre lang (auch im Gespräch mit sehr vielen, anderen Transsexuellen) bestätigt. Keine Wissenschaft, okay; aber eine bessere Erklärung kann Dir die Wissenschaft auch nicht bieten, die hat nämlich bislang GAR KEINE Erklärung.

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    • gerks sagt:

      Noch so ein witziger Satz „Da hilft nur, Linksi unmittelbar, emotional anzusprechen, indem ich – sowohl äusserlich/körperlich als auch im Verhalten – genug Weiblichkeit ausstrahle, dass Linksi mich EMOTIONAL als Frau identifiziert und akzeptiert.“
      Emontional als Frau identifizieren? Häää? Hör mal eine Frau braucht nicht idenifiziert zu werden. Eine Frau ist man dann,wenn man Geschlechtsmerkmale aufweist, die primären und sekundären. Also Vagina und Brüste, Gebärmutter bei der Geburt. Ende. Wenn du beides nicht hast und statt dessen einen Penis und Hoden, dann bist du Mann.
      Das braucht nicht besonders identifiziert werden, dazu reicht nackt in der Sauna sitzen oder auch schon im Bad in Bikini oder Badehose rumzugehen.
      Sorry aber mehr ist da erstmal nicht. Du bist dann transseuxell, wenn du das innnere Verlangen hast, die andere biologische Ausstattung zu haben. Körpergefühl,. Wenn du sicher bist, im falschen(!) Körper geboren worden zu sein,

      Alles andere ist Geschwurbel. . “ in die andere Gender-Rolle zu wechseln “ „MIT anstatt gegen meine eigene, geschlechtsspezifische Emotionalität zu leben“ Was soll das sein? Frauenkleider zu tragen und Stöckelschuhe? Damit du dich als Frau fühlst? Sorry aber hast du das Gefühl, dass du in der falschen Kleidung steckst oder im falschen Körper? Hier tobt offenbar auch schon wieder dieser „Gender“-Irrsinn.

      Könnte man endlich mal damit aufhören eine soziale Rolle zu einer unveränderlichen Charaktereigenschaft zu machen? Was „Weiblich“ und „Männlich“ ist, ist nicht wissenschaftlich feststellbar, ok? Danke.

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  12. Idahoe sagt:

    Es gibt weder eine Frau an sich, noch einen Mann an sich, es existieren keine Archetypen, ansonsten existiert keine Evolution.
    Kein Mensch weiß folglich, wie sich ein Geschlecht (an sich) anfühlt.

    Aktueller Stand der Erkenntnis zur Evolution:
    Das was im allgemeinen mit biologischem Geschlecht Mann bezeichnet wird, kann allein mangels Geschlechtsorgane, keine Kinder gebären und wichtiger, keine versorgen, da Menschen ohne weiblichen Geschlechtsorganen, die Vorrichtung zur Produktion von Muttermilch fehlt. Vermutlich wird sie deshalb auch Muttermilch und nicht Vatermilch genannt.
    Es ist folglich gerade keine soziale Konstruktion, denn keiner der hier schreibt, wäre hier, wenn Kinder nicht von Müttern versorgt worden wären.
    Das ist beobachtbar und gerade kein soziales Konstrukt.

    Das sagt nichts darüber aus, daß es zweifelsohne Abweichungen gibt.

    Was viele nicht beachten ist für mich ein weit größeres Problem, denn wenn das Geschlecht „nur“ ein soziales Konstrukt wäre, dann ist dieses therapierbar. Das eröffnet der Inquisition, selbsternannten Exorzisten, Heilspfuschern und anderen Scharlatanen eine Rechtfertigung für ihr asoziales Handeln.

    Jeder Mensch soll gerne das werden, was er werden will.

    Das Problem ist die Kartegorisierung durch Konstruktionen, diese sind abzulehnen.

    Ich kann nur so tun, als ob es Konstrukte gäbe, das ist die durch Regeln geschaffene Realität, der Zweck aller Regeln ist die Verhaltenssteuerung des Menschen. Tatsächlich sind diese Konstrukte nicht existent, sie sind nicht wirklich.
    Daher halte ich den Genderansatz für eine Katastrophe für die betroffenen Menschen.

    Gender erschafft erst den Rassismus und Sexismus, der dann bekämpft werden soll…tatsächlich sind die Genderleute logisch betrachtet selbst Rassisten, Sexisten und Kreationisten.

    Daher ist es sinnvoller sich mit dem Menschen selbst zu beschäftigen, statt diesen auf Geschlecht, Hautfarbe oder irgendeinen anderen willkürlichen Schwachsinn zu reduzieren.
    Der Sinn der Sprache ist die Verständigung, diese ist durch viele andere Eingriffe bereits stark beeinträchtigt.
    Da fehlen einigen nicht nur einzelne Latten am Zaun, der wurde längst mit Bulldozern komplett abgeräumt:
    Sprache ist nur der Informationsträger, nicht die Information selbst. Vielen fehlt mittlerweile die Fähigkeit diese abstrahieren zu können.
    Der Besucher, Der Aktivist, Der Leser, Jeder; hier ist der Bezug der Mensch allgemein allgemein und ohne biologische Eigenschaft, erst mit der Benennung von Leserinnen und Leser wird dieser Leser zu allen anderen außer Menschen mit biologisch weiblichem Geschlecht. Wer nur männliche Leser, Leser mit biologisch männlichem Geschlecht, meint, muß diese genauso benennen. Der Mensch meint ja auch nicht nur Menschen mit männlichen Geschlechtsteilen, daher auch kein Mensch und Menschinnen, das wären ansonsten tatsächlich zwei unterschiedliche menschliche Rassen.

    Da können Anatol & Freunde gerne aufschreien, sie haben den Sinn von Sprache und die Sprachlogik, zumindest an dieser Stelle, schlicht nicht verstanden.
    Statt aus Mann und Frau ein Freund-Feind-Spiel zu machen, könnten echte sprachliche Widersprüche ausgeräumt werden, aber dann funktionierte ja das alte spalte-und-herrsche-Spielchen der Zersetzung nicht mehr.
    Ideologien versuchen immer, Sprache als Wirklichkeit zu verkaufen, mit Ziel der Tabuisierung.
    Vorschlag:
    Umbenennung des generischen Maskulinum in generisches Humanum. Zusätzlich streichen der Sonderform -in und -innen.

    Fazit:
    Die Genderleute sind entweder strohdoof oder Giftmüll macht schlank (Fettlogik^^…John Stauber).

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    • gerks sagt:

      „Umbenennung des generischen Maskulinum in generisches Humanum. Zusätzlich streichen der Sonderform -in und -innen.“ Ein guter Vorschlag. Dann müssten weibliche oder männliche Wissenschaftler genau so mit diesem Zusatz benannt werden.
      Ein andere Ansatz der mir auch sehr gut gefällt ist die Verwendung der Verlaufsform als generisches „Humanum“. Die Studierenden, die Radfahrenden, die Wissenschaftenden usw., Bürgerinnen und Bürger, kann man einfach in Bürgerschaft aufgehen lassen.

      Die Einzahl ist aber dadurch nicht gelöst. Der Studierende, die Studierende? Oder das Studierende?

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    • Fiete sagt:

      „Umbenennung des generischen Maskulinum in generisches Humanum“

      Scheint mir korrekt zu sein, „man“ soll ja auch mal „Mensch“ bedeutet haben. Was? Im Englishen is das immer noch so? Na guck!

      Idahoe is übrigens ein janz vertrackter Name und ich habe ihn mindestens 5x hier gelesen, bis mir das auffiel ( wenn das kein Beleg is, nä? )

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  13. Arnd sagt:

    Die im Comic genannte Hirnstruktur-Hypthese würde aber ja bedeuten, daß die Geschlechts-Identität doch kein soziales Konstrukt ist. Ist das denn „korrekt“?

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    • david sagt:

      Ja, natürlich. Geschlecht ist wesentlich mehr als Genitalien, und nicht jeder Unterschied ist bloß Folge, nicht aber Ursache eines „Stereotyps“.

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