Der Shit am Storm.

Veröffentlicht: Oktober 23, 2015 in Uncategorized

In letzter Zeit wurde einiges zum Shitstorm um mich geschrieben. Und mir wurde viel geschrieben. Und immer wieder auch scherzhaft, dass ich das gut wegstecke, es mir nichts ausmacht oder ich froh bin um die Werbung, und dass man geradezu neidisch sei.

Ich denke, jeder weiß, dass Mobbing nichts schönes ist, aber es ist mir jetzt trotzdem ein Anliegen, darüber zu schreiben, wie es die letzten Tage wirklich war, und warum Mobbing wirklich nichts schönes ist, nicht nur, wenn das Opfer da steht und heult. Ich habe in den letzten Tagen nicht geweint. Ich habe sogar oft gelacht oder sarkastische Sprüche gemacht, zuhause oder auf Twitter.

Mein Shitstorm war in gewisser Weise harmloser als andere. Zum einen, weil die Vorwürfe offensichtlicher Unsinn waren. Grandioserweise befanden sich sogar innerhalb der ursprünglichen Liste über meine Verfehlungen dafür Belege, wie etwa das eindeutig antirassistische Comic unter dem Punkt „Rassismus“. Die meisten Leute, die sich meinen Blog oder die Comics ansahen, merkten das offensichtlich sehr schnell.

Das führt zum anderen Punkt, nämlich der vielen Unterstützung, die ich bekam. Auch von ebenfalls Betroffenen. Mich schrieben mehrere Leute (hauptsächlich Frauen) an, die ähnliches mit der selben Twitterschar erlebt hatten und mir Rat gaben, wie etwa, mich bloß nicht zurückzuziehen. Dieser Rat kam von allen: Denjenigen, die sich abgemeldet hatten aus den sozialen Netzwerken und sagten: „Sobald du weg bist, ist keiner mehr für dich da. Aber das Hetzen geht weiter, nur ohne dass du was tun kannst.“ und diejenigen, die ausgeharrt hatten und sagten „Irgendwann hören sie auf.“

Trotzdem war es schlimm, Dinge zu lesen, wie „Rassistin“ oder „menschenverachtend“ und immer wieder „scheiße“. Beim ersten „scheiße“ fand ich es überhaupt nicht schlimm, aber irgendwann fängt es an, zu pieken. Zu meiner Persönlichkeit gehört auch eine enorme Sturheit, wie man wohl gemerkt hat. Und btw., die geht auch nicht weg, egal wie lange es geht. Ich sage das prophylaktisch für die mitlesende Twitterschar, die gerade glänzende Augen bekommt bei dem Gedanken, dass man vielleicht die Anstrengungen nur noch ein bisschen intensivieren muss um endlich diesen doofen Blog aus dem Netz zu kicken.

Viele sagen zu recht, dass der Shitstorm für mich positiv ist, denn meine Reichweite hat sich enorm erhöht. Streisand-Effekt und so. Übrigens ein Grund, warum ich wirklich nicht mit einer zweiten Welle gerechnet hätte, denn wie blöd kann man eigentlich sein, den selben Quatsch nochmal zu machen, wenn man beim ersten Mal schon dafür gesorgt hat, dass sich die Twitterfollower verdoppeln. Gratuliere, mittlerweile haben sie sich verdreifacht. Ich meine… WTF?! Irgendwann muss man doch mal anfangen zu denken, dass man sich gerade möglicherweise ein kleinwenig selbst ins Knie schießt.

Aber zurück zum mimimi-Teil und darüber, warum es nie lustig ist, wenn gemobbt wird, auch wenns lustig ist. Ich fand es lustig, ich habe Witze gemacht. Gleichzeitig habe ich seit einer Woche das beklemmende Gefühl, nicht richtig atmen zu können. Kennt vermutlich jeder: Dieses unangenehme Gefühl, nicht tief einatmen zu können und das man manchmal durch absichtliches Gähnen wegkriegt. Das ist er Beginn einer Panikattacke, denn wenn man nicht gerade zufällig Psychotherapeutin ist und weiß was passiert, neigt man in so einer Situation dazu, zu versuchen schneller zu atmen, hyperventiliert, der Puls rast und Schwindelgefühl kommt dazu, was zum Gefühl von einer Herzattacke führt. Und nach einem solchen Anfall passiert es schnell, dass die Angst vor einem erneuten Anfall wie diesem, zu einer ausgwachsenen Panikstörung führt, denn dieses Nicht-Tief-einatmen-können kommt von Stress, bzw. Verspannungen (so, das war jetzt noch ein kleiner Infotext über Panikattacken).

Soll heißen, der Stress ist da, egal ob man ihn sieht oder nicht. Und nach mehreren Tagen oder Wochen, kann so ein Stress auch Konsequenzen haben (übrigens Stress generell, auch wenn er positiv ist, so wie Hochzeitsvorbereitungen o.ä.). Ich will an der Stelle nicht aufrechnen, ob sich der Stress für mich gelohnt hat und ob es so und so viele Follower wert war. Vielleicht ja, vielleicht nein.

Wie gesagt, meine Situation war in gewisser Weise glücklich, wegen der Umstände. Viele (die meisten?) Shitstormbetroffenen sind weniger glücklich, weil sie entweder wenig Unterstützug haben oder ohnehin belastet sind und mit dem zusätzlichen Stress in dem Moment nicht umgehen können. Und das Problem ist, man sieht und merkt es den Leuten nicht unbedingt an, schon gar nicht übers Netz. Man weiß nicht, wer da sitzt und wie es denjenigen trifft. Man mag vielleicht in dem Moment das Gefühl haben, dass die Person das total verdient und man ihr einfach mal zeigen muss, wie scheiße sie ist. Aber man kann nicht abschätze, wen man da wie trifft und was das für die Person für Auswirkungen hat.

Und damit komme ich zum Schluss dieses Textes: Bitte hört auf, die Tugendfurien und sonstigen Beteiligten jetzt im Pulk zu stressen. Hört auf, alte Skandale auszugraben oder in der Gruppe über sie zu lästern. Ihr wisst nicht, wen ihr da wie stark trefft und wie es den Leuten tatsächlich zuhause hinter ihrem Bildschirm geht. Ich bin dankbar, dass ihr da seid, und dankbar, dass ihr Stellung bezogen habt gegen die heftigen Anschuldigungen (Edit: Und nochmal zur Klarstellung, dieses Gegenhalten gegen den Shitstorm hat mir enorm geholfen und war sehr wichtig!) , aber wenn es jetzt in die andere Richtung schlägt, dass plötzlich genausoviele Leute auf einzelne Shitstormerinnen einstürmen ist das keine Notwehr mehr, dann ist es Mobbing. Jeder hält sich für „den Guten“, denn keiner geht hin und sagt „Heute bin ich mal ein riesen Arschloch und zerstöre jemandes Leben auf Twitter“, es gibt immer Gründe. Aber keiner davon ist wirklich gut, um zu mobben.

Kommentare
  1. Erna sagt:

    Ich denke nicht, dass Leute wie die Tugendfurie Jasna S. – aus Personenschutzgründen nennen wir sie J. Strick- irgendwelchen Argumenten zugänglich sind. Für sie ist alles eine Selbstbestätigung.
    Kritik an ihr = „Masku-Trolle“ und Sockenpuppen = ihre Position ist bestätigt. Eine perfekte Immunisierung andere Meinungen.

    Aber ob ihr weitere „Shitstorms“ und „Harassment“ überhaupt schaden können? Ich weiß ja nicht. Vermutlich adelt sie sich mit den desaströsen Google-Suchergebnissen und igelt sich emotional weiter in der netzfeministischen Kissenburg ein. Die ganze Baggage lebt doch davon, einsame, missverstandene Kämpferinnen für das Gute zu sein. Und als „Speakerinnen“ gebucht zu werden.

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    • Lomi sagt:

      Das sieht zumindest von außen so aus. Daraus folgt keineswegs, dass diese Damen gegen den von EMN beschriebenen Stress immun wären. Es kann trotzdem sein, dass sie emotional darunter leiden.

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      • Erna sagt:

        Märtyrerinnen-Rationalisierung: Je mehr man leidet, desto wahrer ist der eigene Glaube.

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        • Das hatte Fefe ja auch einen guten Artikel zu, auf den EZM auch verlinkt hat.

          Das erklärt auch EZMs Frage, warum sie damit nicht aufhören: Solange der Blog immer wieder in ihre Timeline gespült wird müssen sie dann darlegen, wie sehr sie ihn ablehnen, sonst wäre ja die Hingabe an die Sache nicht hinreichend demonstriert.

          Das sie damit dem Gegner zuarbeiten ist dabei unwesentlich, denn sie machen es ja eh als Costly Signal für ihre in-Group.

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          • Lomi sagt:

            Das ist doch nur ne küchenpsychologische Theorie, muss man auch vorsichtig mit sein.

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            • Sie passt aber durchaus gar nicht schlecht. Signalling ist ja innerhalb der sozialen Gruppe sehr wichtig. Ich hatte schon mal vermutet, dass es in vielen Religionen ganz ähnlich ist: Um so unsinniger ein Konzept um so eher muss man es wirklich glauben und um so weniger kann es hinterfragt werden. Der Glaube und das nichthinterfragen ist ein ehrliches Signal, weil es Kosten verursacht. Ich habe Sonntag einen Artikel dazu.

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            • Erna sagt:

              Schlüssig ist sie jedenfalls. Gibts ja nicht nur beim Netzfeminismus, dass sich Leute bestätigter fühlen, auf je mehr Widerstand sie treffen.

              @Christian:
              Ich bezog mich nicht direkt auf Fefe (allerdings könnte seine Quelle dieselbe sein), sondern auf einen Blogpost (den du sogar mal verlinktest) in dem der Autor jede Menge gemeinsamer Merkmale von Religion und Netzfeminismus findet.
              https://dasneuerheingold.wordpress.com/2015/05/16/die-heilige-kirche-des-netzfeminismus/
              Sehr amüsant zu lesen, wobei ich eher denke, dass es Merkmale von _Ideologien_ sind.

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              • Lomi sagt:

                Schlüssig ist vieles, wenn die Datenlage so vage ist. Keiner von uns kennt diese Damen persönlich. Wir kennen lediglich Tweets und andere öffentliche Äußerungen. Das ist zu wenig, um so eine Theorie zu testen.

                Wenn ich mal meine Beobachtungen so heranziehe:
                – auch hier wird gerne sehr emotional diskutiert
                – auch hier haben nicht wenige Leute Schwierigkeiten damit, dass Andere andere Meinungen haben (das schließt mich ein)
                – auch hier wird aufgrund von Meinungsverschiedenheiten schnell geschlossen, dass der Andere auch als Mensch oder moralisch irgendwie defekt ist

                Und das gibt es so häufig, während eine sachliche Debatte echt selten zu sein scheint.

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                • Lilli sagt:

                  Vielleicht ein anderer Erklärungsversuch oder Theorie:

                  Ich habe einmmal gelesen, daß Personen die einmal abgemahnt worden sind eher dazu neigen andere abzumahnen und ich sehe in diesem Shitstorm eine gewisse Analogie.
                  Ich kenne die Damen nicht persönlich. Was ich aber weiß ist, daß diese Damen bestens über die Dynamik, Strategien, Funktionsweisen und vor allem Auswirkungen von HateShitMindFuckstorms bescheid wissen. Die Ironie dabei: wenn ich mir die „Broschüre“ der Antonio-Stiftung über „hate“ so durchlese ( https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/hatespeech/strategien-und-typologisierung-von-hate-groups/ ), muß ich mir ernsthaft fragen, ob diese Dame ein derartiges Verhalten absichtlich an den Tag legt, denn alles andere wäre ja schon pathologisch.

                  Ein anderer Mensch hat das vor Jahren einmal sehr schön formuliert, was sich ebenfalls auf jede beliebige „Streitkultur“ übertragen läßt:
                  „Die feministische Kritik muss einerseits totalisierende Ansprüche einer maskulinen Bedeutungs-Ökonomie untersuchen, muss aber andererseits gegenüber den totalisierenden Gesten des Feminismus selbstkritisch bleiben. Der Versuch, den Feind in einer einzigen Gestalt zu identifizieren, ist nur ein Umkehrdiskurs, der unkritisch die Strategie des Unterdrückers nachahmt, statt eine andere Begrifflichkeit bereitzustellen.“
                  Judith Butler,2003

                  Daher auch ein ganz großes Dankeschön an Dich EZM, vor allem für den letzten Absatz und Deine Empathiefähigkeit.

                  (Anbei: „Ich bin“ nicht “ durch den Shitstorm auf dich aufmerksam geworden….“, sondern vor einigen Wochen durch rivva)

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              • sinni800 sagt:

                Ist ja genauso bei den „Neonazis“. Die denken ja auch, sie seien eine verfolgte Minderheit und je mehr sie widerstand kriegen, desto mehr baut sich bei denen wohl die Illusion auf, sie haben recht mit allem was sie sagen weil sie gegen das System verstoßen oder so.

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                • maddes8cht sagt:

                  An der Stelle haben die Neonazis ja auch recht:
                  Sie sind tatsächlich eine absolute Minderheit, und verfolgt werden sie auch – vom Staat, von der Presse, von den Antifanten.

                  Das Beispiel Neonazis eignet sich hervorragend, um zu zeigen, dass „verfolgte Minderheit“ nicht per se ein Qualitätsmerkmal ist.

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      • Jegliche Kritik hat das Potential, bei einem Menschen emotionale ‚Verwerfungen hervorzurufen. Daraus ist sollte man Schlußfolgern, das Kritik bzw. neue Erkenntnisse und das infrage stellen der eigenen Argumente und Überzeugungen immer schon eine schmerzliche Angelegenheit war.
        Das ist es gar nicht anders geht, will man sich weiterentwickeln.

        Das Problem der meisten Feministinnen ist aber, das Sie nur austeilen und nicht einstecken können.

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    • Tante Jay sagt:

      Das muss sie auch nicht. Argumenten zugänglich und so. Aber wie immun sie ist, da hat erzählmirnix recht, weißt du nicht. Du siehst nur die Tweets. Und ihre atemberaubende Blockgeschwindigkeit alles betreffend, was nicht in ihr Weltbild passt, weist eher auf einen dünnhäutigeren Charakter hin.

      Ich bin meine Anliegen losgeworden, für mich ist das Thema eher jetzt erledigt. Zeit, mal ein paar Maskulisten auf die Pfötchen zu klopfen.😉

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    • kinchkun sagt:

      Ich denke nicht, dass Leute wie die Tugendfurie Jasna S. – aus Personenschutzgründen nennen wir sie J. Strick- irgendwelchen Argumenten zugänglich sind. Für sie ist alles eine Selbstbestätigung.

      ich finds ja saukomisch im Kontext des Artikels aber bisschen arschig, oder?

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  2. ICHWILL sagt:

    Gehst du eigentlich mit dem sexistischen und Menschen-/Männerverachtenden Verhalten von „Tugendfurie“ konform? Z.b. das sie Männern, aufgrund ihres Geschlechtes, die Teilnahme an ihren Hochschulkursen versagt. Oder warum versuchst du berechtigte Shitstorms über ihr Verhalten zu unterbinden?

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    • Lomi sagt:

      Lies nach, dann kannst Du Dir die Frage auch selber beantworten:
      „Jeder hält sich für “den Guten”, denn keiner geht hin und sagt “Heute bin ich mal ein riesen Arschloch und zerstöre jemandes Leben auf Twitter”, es gibt immer Gründe. Aber keiner davon ist wirklich gut, um zu mobben.“

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      • ICHWILL sagt:

        Du hast meine Frage nicht beantwortet. Gehst du mit ihrem Verhalten konform bzw. heißt es gut? Auch: Wenn sie emotional so zerbrechlich ist, sollte sie vllt. aufhören derartig viel Schwachsinn und Hass abzusondern.

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        • gnaddrig sagt:

          @ ICHWILL, wg. „Frage nicht beantwortet“: Ist es überhaupt wichtig, ob sie mit dem Verhalten konform geht? EMN hat gesagt, sich wehren bzw. anderen gegen Shitstorms beistehen ist gut und wichtig und gerechtfertigt. Dann selbst zum Gegenangriff überzugehen und selbst einen Shitstorm (als Rache oder zum Dampfablassen) loszutreten bzw. zu unterstützen ist dagegen nicht recht. Niedere Instinkte auszuleben (so verständlich die im Einzelnen sein mögen) ist nicht recht, und wer jetzt auf die Tugendfurie & co. eindrischt, benimmt sich daneben. Kritisieren ja, keilen nein.

          EMN hat es meiner Meinung nach nicht nötig, sich nochmal ausdrücklich von dem Verhalten zu distanzieren, weil es an dem Unrecht eines Gegenshitstorms nichts ändern würde. Außerdem zeigt ihr Verhalten hier (nicht nur im Umgang mit dem Shitstorm, sondern auch vorher), dass sie das Verhalten eher nicht so knusprig findet. Sie schuldet niemandem eine Aussage dazu.

          Und inwiefern versucht sie überhaupt „berechtigte Shitstorms zu unterbinden“? Tut sie nicht. Sie hat nie irgendwo gesagt, dass man Scheiße nicht Scheiße nennen dürfte, sich gegen Unrecht nicht zur Wehr setzen dürfte oder berechtigte Kritik nicht äußern dürfte (auch in scharfem Tonfall, je nach Situation). Aber Shitstorms um der Shitstorms willen sind nie berechtigt, einfach draufloskeilen ist unrecht, egal wie scheiße sich jemand verhalten hat.

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    • Tante Jay sagt:

      *Kann* sie denn Männern den Besuch von Hochschulkursen versagen? Oder ist das nur ihr Wunsch?

      Und wünschen kann man viel, wenn der Tag lang ist.

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        • Freies Land. Wenn jemand an der VHS nen Kurs geben will, darf er oder sie meines Erachtens nach gerne auf blonde Transsexuelle, die am 29.2. geboren wurden limitieren. Solange an der VHS quasi jeder Bullshit gelehrt werden kann (inkl. Eso-Kram, etc.) sehe ich da wenig Handlungsbedarf. Wenn es um eine Uni gänge o.ä,. wäre das evtl. was anderes, aber eine VHS ist letzten Endes nur eine bessere Saal-Vermietung.

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          • Gerhard sagt:

            „Freies Land“. Jein. Ein VHS-Kurs ist keine Privatveranstaltung. Da steckt ein nicht zu billiges System dahinter, welches öffentlich finanziert ist. Aber versuch die „Saalvermietung“ mal für einen männerfreundlichen Kurs oder noch besser einen antifeministischen Lehrgang zu mieten. Dann wirst Du schnell feststellen, wie frei das ist.

            Ich hätte mit Frauenonly-Kursen aber auch kein wirkliches Problem, wenn es nur wenige wären oder wenn Frauen- und Männerkurse dem Bedarf entsprechend halbwegs gleichzahlig vertreten wären. In der dargebotenen Form ist das jedoch das, was Feministinnen strukturelle Diskriminierung nennen.

            Der hier zu nennende Kritikpunkt ist aber abermals noch ein anderer. Ein Antimobbingkurs nur für Frauen ist sexistisch weil hier einfach anhand des Geschlechts Ausschluß betrieben wird. Wenn man auf Geschlechtergerechtigkeit sein Augenmerk legt, gar für diese eintritt, so kann man einen solchen Kurs gar nicht akzeptieren. Wogegen in einem freien Land ein Kurs „nur für Weisse“ ja eigentlich 1A-OK sein sollte, nicht wahr?

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            • Hast du versucht, einen Kurs für Männer anzubieten? Solange dir das nicht verwehrt wird, kannst du kaum von struktureller Diskriminierung reden. Ansonsten wäre es auch strukturelle Diskriminierung, dass es sowenig Nylonstrümpfe für Herren gibt – und nicht schlicht mangelnde Nachfrage. Und wir reden hier nicht von irgendwelche Masku-Antifeminismus-Hetzkursen, sondern eben irgendwelche sinnigen Themen. Wenn ein Kurs nur für Frauen „Warum Männer Monster sind“ hieße, hätte ich bei der VHS auch Probleme damit.

              Und dass Ausnahmen für Gruppen, die größere Probleme haben, eher zu tolerieren sind als für die dominante Mehrheit, ist irgendwo verständlich, denke ich.

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              • Gerhard sagt:

                Komisch, die staatliche Antidiskriminierungsstelle macht gerade auf das Problem aufmerksam, daß Rasierer für Frauen mehr kosten als die für Männe. Dass Blusenreinigen teurer ist als Hemdenreinigen. Bzgl Problemen, die Männer und Jungs betreffen hast Du anscheinend auch keine Ahnung. Und wer die „dominante Mehrheit“ ist, erklärst Du mir am besten, nachdem Du in die Bevölkerungsstatistik geschaut hast und die mal die Website der Zeit ansiehst und zählst welche Themen hier dominant sind und welche nicht. Ach ja. strukturelle Diskriminierung. Dass ich hier ausschließlich anonym Feminismus kritisiere hat sehr viel damit zu tun, daß ich direkte berufliche Nachteile befürchten muß.

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                • Wenn wir beim raten sind, willst du vielleicht meine Lieblingsfarbe raten?

                  Und ich bezweifle nicht, dass es haufenweise Probleme für Jungen und Männer gibt… Nur fürchte ich leider, dass es a) für Frauen mehr gibt, bei gleichzeitig weniger Vorteilen und b) das viele davon die selben Ursachen haben wie die Probleme der Frauen.

                  Und ok, „Mehrheit“ ist ein doofes Wort hier – „dominant“ nicht. Schonmal den Frauenanteil im Bundestag angeschaut? Wer ist da dominant? Oder sind die Frauen so laut, dass sie das ausgleichen? Oder den Frauenanteil in quasi beliebigen Führungspostionen? Also bitte, bleiben wir realistisch.

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                  • Gerhard sagt:

                    Ich weiß nicht was Du mit „raten“ meinst und auch ansonsten reden wir eher aneinander vorbei als miteinander. Ich versuch es trotzdem nochmal, denn Du demonstrierst hier ganz gut was toxisch am Feminismus ist und warum er Männer und Frauen schadet.

                    Ich hatte Dich vorher auf die Dominanz der Inhalte in den Leitmedien aufmerksam gemacht. Daraufhin kommst Du mit personellen Ungleichgewichten. Wenn man aber Geschlecht als Kriterium hinter sich lassen will, kann man nicht die Vaginas im Bundestag zählen. Ich fühle mich durchaus auch gerne von Frauen repräsentiert und man kann nun wirklich nicht behaupten, die Mehrheit an Männern im Bundestag würden dementsprechend eine männerfreundliche Politk fördern. Ganz im Gegenteil.

                    Daß so wenig Frauen in Führungspositionen sind, ist den Neigungen von Frauen geschuldet. Wenn Du mehr Frauen haben willst, so mußt Du also den Frauen zurufen, sie sollen sich mehr engagieren. Jahrzehnte der undemokratischen Frauenquote bei SPD und Grünen zeigen aber das Gegenteil. Trotz allem haben wir in der Politik eine ganz deutliche Dominanz von Frauenthemen. Und hier wird Männern und Frauen geschadet. Du magst Dich anscheinend nicht von Männern repräsentieren, was ich für Sexismus halte und mir geht es kein bisschen besser weil mehr Männer in Chefpositionen sind. Ganz im Gegenteil, meine Karriere liegt im Zweifelsfalle auf Eis, bis genügend jüngere Frauen an mir vorbeiziehen.

                    Gender Mainstreaming ist nun Frauenförderung, versteckt hinter der Gleichberechtigungsforderung für alle Geschlechter. In Folge dessen kann überhaupt keine Förderung von Männerinteressen passieren. Männer und Frauen mögen möglicherweise aus denselben Ursachen Probleme haben (was ich bestreite), aber Feminismus konzentriert sich darauf, aus allen Ungleichgewichten Vorteile für Männer und Nachteile für Frauen zu verargumentieren. Wie Deine Äusserung sehr schön zeigt.

                    Deine Äußerung, das es mehr Nachteile für Frauen gibt, ist einfach hanebüchen. Selbstmordrate, Lebenserwartung, Obdachlosigkeit, Scheidungsfolgen, Reproduktionsrechte, Mißerfolge bei Jungenbildung sind nur die wichtigsten Stichworte.

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                    • Sorry, aber wie so gerne üblich, versuchst du dich in Verallgemeinerungen. Ich bezweifle nicht mal, dass nicht alle Unterschiede bei Männern und Frauen offene oder versteckte Diskrimierung sind. Ist völlig logisch, Frauen und Männer sind nunmal biologisch nicht das gleiche, da erwarte ich keine 50:50 Verteilung bei jedem willkührlich gewählten Thema. Nun aber daraus schließen zu wollen, dass es gar keine Diskriminierung gäbe, ist Unsinn und genauso extremistischer Unfug wie die Behauptung, Männer und Frauen wären völlig gleich und alles nur ein rein soziales Problem. Neulich wieder die schöne Studie, dass Männer bei gleicher Bewerbung für kompetenter gehalten werden als die Bewerbung mit einem Frauennamen drauf. Und dann die Studie dahinter gesetzt, dass Männer solche Studien ungerne akzeptieren. Darf ich nun wetten, dass die auf der Zunge lag, dass das automatisch Unsinn zu sein hat, weil nicht sein kann, was nicht sein darf?

                      Das ist mir zu simpel. Die Welt ist nicht schwarz-weiß. Frauen und Männer sind verschieden, da stimme ich zu, aber es gibt eben durchaus eine Ungleichbehandlung die nicht auf biologische, sondern rein sozial-diskriminierende Ursachen zurückzuführen ist. Die Wahrheit findet sich nicht in irgendeinen Extrem, wie so oft.

                      Ich finde es amüsant, dass du gerade Punkte aufzählst, die eben durchaus die gleichen Ursachen haben. Nehmen wie die ungleichen Scheidungsfolgen: Woran soll das sonst liegen als an der Ansicht, das Frauen eben für die Familie geeigneter sind und Männer für das arbeiten? Der Mann soll Chef werden und die Frau die Kinder hüten. Das Problem ist das gleiche: Klischeerollen für Männer. Häusliche Gewalt die von Frauen ausgeht hast du z.B. vergessen – dass wird nicht ernst genommen, weil das stereotype Bild vom Mann sowas nicht zuläßt. Das ist im Kern das gleiche Problem, gegen das der Feminismus angeht. Selbstmordraten, da sind übrigens Männer nur effektiver, versuchen tun es beide (wenn mein Stand da noch richtig ist) gleich. Aber natürlich ist Depression bei Männern ein Thema, was auch von der Gesellschaft falsch behandelt wird, weil ein echter Kerl doch nicht depressiv wird. Stereotyp schlägt wieder zu. Müßte ein Mann nicht ein echter Kerl sein, könnte er wesentlich leichter akzeptieren, dass Depressionen nunmal jeden Treffen können.

                      Es gibt haufenweise Probleme für Männer, stimme ich völlig zu. Allerdings, wenn man alle Vorteile sauber gewichtet und dann die Nachteile sauber gewichtet davon abzieht, würde ich pers. darauf wetten, dass da am Ende noch ein Minus für die Frauen rauskommt. Das bedeutet nicht, dass Männer ausschließlich Vorteile und keine Nachteile hätten – nur eben noch mehr Vorteile und weniger Nachteile, rein statistisch. Und viele der Nachteile (nein, ich würde pers. nicht sagen, dass alle Probleme von Männern die gleichen Ursache haben, wäre mir zu allgemein, kann durchaus möglich sein, bin nur nicht überzeugt) sind eben im Kern den exakt selben Ursachen geschuldet.

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                  • gerks sagt:

                    „das viele davon die selben Ursachen haben wie die Probleme der Frauen.“ Nicht viele @Twisted Inspiration Alle!

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                  • Gerhard sagt:

                    Twisted Inspirations, „Es gibt haufenweise Probleme für Männer, stimme ich völlig zu.“

                    Tja, Deinem letzten Beitrag kann ich im großen und ganzen zustimmen. Nicht jedem Satz und in gänze, aber den meisten. Auch wenn ich mir natürlich den obigen rauspicken mußte.🙂

                    „Allerdings, wenn man alle Vorteile sauber gewichtet und dann die Nachteile sauber gewichtet davon abzieht, würde ich pers. darauf wetten, dass da am Ende noch ein Minus für die Frauen rauskommt“

                    Wie Du darauf kommst ist mir absolut schleierhaft. Aber wir dehnen den ursprünglichen Blogbeitrag schon länger ungebührlich aus. Das nächste Mal gerne. Mein Punkt an der Sache bleibt, daß a) Feminismus deutlich dominant ist und b) Feminismus auf dem einen Auge blind ist. Wie zB das Sorgerecht natürlich nicht auf dem Mist von Feministinnen gewachsen ist, aber jedweder Änderungsvorschlag gerade von diesen aufs heftigste bekämpft wird. Weil halt Frauen am Ende doch stärker benachteiligt seien.

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                  • m sagt:

                    „Schonmal den Frauenanteil im Bundestag angeschaut?“

                    Und? Niemand verwehrt Frauen den Zugang zu einem Abgeordnetenmandat, im Gegenteil, sie werden regelrecht bekniet. Sie wollen halt nicht. Und selbst das reicht nicht aus: die Mehrheit der Bevölkerung sind Frauen. Wenn die wollten, könnten sie. Sie wollen halt nicht.

                    Ein geringer Frauenanteil ist kein ausreichender Beleg für Benachteiligung.

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                    • Die Tatsache, dass es kein Gesetz dagegen gibt und keiner mit nem Baseballschläger drohend vor dme Bundestag steht, impliziert aber wiederum auch nicht, dass der Zugang für Frauen genauso einfach ist wie für Männer. Fehlende Comic-Schurken Diskriminierung samt böser Lache ist kein ausreichender Beleg für „Selbst schuld“.

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                    • IULIUS sagt:

                      Der Anteil von Handwerkern, Arbeitern und Arbeitslosen tendiert dort gegen 0. Dagegen sind Frauen richtig heftig viel im Bundestag vertreten. Das ist die eigentliche Diskriminierung. Das „Frauenproblem“ lenkt von echter Diskriminierung ab.

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                    • netsmurf sagt:

                      Manche Verschwörungstheoretiker meinen, dass es sich für Frauen nicht lohnt in die Politik zu gehen. Frauen stellen idR die Mehrheit der Wähler (http://www.bundeswahlleiter.de/de/bundestagswahlen/BTW_BUND_09/veroeffentlichungen/heft4.pdf). Sie können also zu jeder Wahl einen günstigen Kandidaten/Partei wählen oder abstrafen. Gleichzeitig haben sie Frauenverbänden, Frauenforschungsgruppen, … günstige Lobbymöglichkeiten, um in den Gesetzgebungsprozess eingreifen zu können.

                      Der Vorteil dieser Methode ist der selektive Erfolg. Ein Politiker kann seine Ideen umsetzen oder er kann scheitern. Setzt ein Politiker seine Vorstellungen um, dann ein Außenstehender es als seinen Beitrag feiern – scheitert der Politiker war es nur dessen Schuld.

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                • netsmurf sagt:

                  Weil Frauenblusen komplizierter sind als Männerhemden. Sie sind komplizierter geschnitten haben mehr Applikationen und müssen in aller Regeln von Hand gebügelt werden. Hingegen können Männerhemden von den Stoffpuppen halbautomatisch gebügelt werden.

                  Frauenrasierer sind in der Produktion und Forschung teurer in der Entwicklung. Sie werden in anderen Gegenden und anderen Umständen benutzt.

                  Ich finde es unfair, dass ein Mini weniger kostet als eine Mercedes S-Klasse. Sind doch beides Autos.

                  Männerprodukte kosten weniger als Frauenprodukte. Oft haben sie auch andere Zusammensetzungen und anderes Marketing.

                  TL;DR – Liz Plank Doesn’t Understand the #Pinktax

                  u.a. wg. der Quellen unter dem Video.

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      • Karli sagt:

        Diese Geschichte sollte man nicht überbewerten. Es geht da um einen VHS-Kurs. Ich denke, dass ihr da eine Frauenbeauftragte einfach ein paar Euro zuschanzen wollte, sie ist ja beruflich nicht so erfolgreich.

        Diese Veranstaltungen „Nur für Frauen“ bewegen sich ja meistens auf einem sehr niedrigen Niveau, ähnlich wie die unseligen früheren „Frauen lesen eigene Texte“ – Veranstaltungen. Die Veranstalterrinnen wissen dass natürlich auch und befürchten, dass Männer da eher irritiert nachfragen würden.

        „Nur für Frauen“ soll deshalb wohl einfach „einen geschützten Raum“ garantieren, in dem die Anforderungen -und auch die Erwartungen!- nicht so hoch sind.

        Da war doch mal eine Informatikerin, die in so einer „Frauen und Handy“ oder „Frauen und Internet“ – Veranstaltung mit den Teilnehmerinnen Hüllen für das Handy gestrickt oder gehäkelt hat.

        Stelle Dir doch mal vor, ein Mann meldet sich zu einer Veranstaltung „Kommunikation im Internet“ an und dann geht es da um Strickhüllen für Smartphones…. 🙂

        Kannst Du Dir vorstellen, wie DER gucken würde?🙂

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        • Mike sagt:

          wobei ich es ja ein spannendes Experiment finden würde, wenn Frau Erzählmirnix in dieser Veranstaltung auftauchen würde, insbesondere auf die Reaktion nach der Vorstellungsrunde „Mein Name ist erzählmirnix, ich habe zwei Bücher geschrieben, und betreibe einen Comicblog. Ich war/bin immer noch einem Shitstorm ausgesetzt…..“
          Das wird sicher ein echtes Highlight🙂

          Aber nachdem Sie ja eher ein bissle weiter von Berlin weg lebt, werden wir das wohl leider nicht erleben. Allerdings, wenn eine hier mitlesende Dame in Berlin lebt… 😉
          Aber das wäre gemein und wir sind ja wirklich sowohl Die Guten ™ als auch Die Netten ™

          LG
          Mike

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      • Michael Mendelsohn sagt:

        Weißt du, ob die EInschränkung auf Frauen von der Dozentin ausging oder von der VHS bzw der Gleichstellungsbeauftragten? Ich hab gestern mit der Dozentin eines anderen Workshops „für Frauen“ gesprochen; sie bietet den Workshop auch gemischt an, das ist veranstaltersache, wenn sie den (ihren spezielllen Workshop) nur für Frauen anbieten wollen.

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        • Kai V sagt:

          Lieber Michael,

          es ist egal wer diesen WS anbietet. Wenn es eine Bildungsveranstaltung ist, die nur für Frauen angeboten wird, ist es sexistisch und diskriminierend. Erstens ist es sexistisch, weil man Männern hier irgendwas unterstellt. Zweitens, weil ein gleicher Kurs nicht für Männer angeboten wird, egal wer das da wie macht…

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          • Michael Mendelsohn sagt:

            Lieber Kai,

            ICHWILL hat Tugendfurie (d.h. die Dozentin) angegriffen. Ich gebe hier in erster Linie zu bedenken, dass dieser Angriff sich u.U. an die falsche Adresse richtet.

            Ich glaube auch nicht, dass durch dieses Angebot Männern etwas unterstellt wird. Aus besagtem Gespräch weiß ich, dass es bei anderen Workshop der Gedanke war, „die Frauen trauen sich dann eher, daran teilzunehmen“, es wurde dort also den Frauen etwas unterstellt und nicht den Männern.

            Details zum rechtlichen Rahmen der Frauenförderung findest du beim Berliner Senat auf der Seite „Zum Verhältnis von Antidiskriminierung und Förderung“. Ich gehe zudem davon aus, dass wenn genug Männer Bedarf an einem solchen Kurs an die VHS kommunizieren, diese in Zukunft auch einen geschlechtsoffenen Kurs zu diesem Thema anbieten wird – dann vermutlich allerdings nicht kostenlos.

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  3. themalgot sagt:

    Ob Tugendfurie & Co. auch zu soviel Selbstreflexion im Stande sind?
    Ich wage es zu bezweifeln.

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  4. Kai V sagt:

    Hallo EZM,

    ich habe mich, ausser in Randdiskussionen, beim letzten Shitstorm zurückgehalten, bin nur noch sporadisch auf Twitter. Natürlich reagiert jeder anders, vor allem bei jüngeren kann sowas noch ganz andere Konsequenzen haben, wie bei Dir. Deshalb ist dieser Text richtig und wichtig. Man kann nicht sehen ob Du gerade heulend hinter dem Rechner sitzt oder dir das am Arsch vorbeigeht. Wo man bei einer Reallive Diskussion dann man zurücksteckt, wenn Blut oder Tränen fliessen, da macht man auf Twitter frisch fromm fröhlich weiter… Du hattest das Glück das viele Stellung bezogen haben. Leider gilt bei Twitter, Masse statt Klasse, da helfen dir 2K Follower gegen einen mit 10 Followern. Wie wir bei Frau Dings gemerkt haben, 2K werden aber von 80K geschlagen etc.

    Und ich glaube auch, das @Tugenddingsbums die Reaktionen als Shitstorm empfunden hat und gleiche Reaktionen zeigt wie Du. Doch leider haben Sie und ihre Sister aus der Sache nichts gelernt, wie man auch im Rant von Onyx lesen kann, wo sie von Reaktionen wie „kannst Du überhaupt mit Messer und Gabel essen“ berichtet… Sie sind im Recht, Du im Unrecht, so einfach ist es…

    Sie werden sich den nächsten vorknöpfen, sobald sie einen gefunden haben. Leider wird das Internet nicht besser durch solche Menschen, vor allem dann nicht, wenn man diese Menschen auch noch als Beispiel für Shitstormopfer anführt, wie z. B. bei Veranstaltungen der Grünen und der SPD…

    Da müsste man irgendwie ansetzen…

    Gruss
    Kai

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  5. gerks sagt:

    Ja voll verständlich. Auch der Appell nicht zurückzuschlagen. Das bist eben du🙂 Dafür hast du auch so viele Verfolger😉 jetzt EMN.
    Aber um es richtig einzuordnen. Diese Menschen die dich derartig unter Druck gesetzt haben, sind auch jene die Gesetze zum Cypermobbig fordern, die einen „Schutz von Frauen gegen Belästigung im Netz“ gesetzlich durchsetzen wollen. Diese Meute die dich jetzt im Visier hat(te) sind keine kleinen Verrückten. Diese SJWs sind die Speerspitze der Leute die bereits in Ministerien sitzen und überlegen wie sie „Antifeminismus“ (auch wie deinen, da sie das dafür halten) gesetzlich strafbar machen und damit abschaffen können. Bis hinauf zur EU-Ebene.

    Und das ist kein Witz mehr.

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    • gerks sagt:

      Hier die Quelle zur Behauptung es sollte Antifeminismus strafbar gemacht werden:
      http://www.heise.de/tp/news/Intolerantes-Toleranzpapier-2014716.html

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      • Mike sagt:

        Also mal bitte etwas den Dampf aus´m Kessel lassen…
        Dieses Machwerk wurde von einer NGO (durchaus mit Einfluss) vorgelegt… Im Jahre 2012. Und erntet seitdem massiv Kritik. Ob es mit Nationalen Verfassungen vereinbar ist, ist ebenfalls sehr sehr fraglich. Im Herbst 2013 wurde es enem Ausschuss des EU-Parlamentes vorgelegt, (Justiz oder so) und verschwand daraufhin in der Versenkung, wohl weil die Umsetzung der Vorschläge dermaßen gegen EU- und Nationales Recht verstossen, dass es kracht.
        Das Ding fällt spätestens vor dem EuGH durch den Lachtest!

        Die EU selber hat in der Hinsicht bislang noch keinerlei Schritte unternommen, und dass Gerede „Die EU will…“ ist in diesem Zusammenhang ungefähr genauso sinnvoll wie die Behauptung „Deutschland will…“ blos weil die Bertelsmann-Stiftung irgendeinen mehroderweniger Unsinn propagiert hat….

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        • gerks sagt:

          Gut dann schauen wir uns diesen Vorstoß mal genauer an:

          Interessant was? „xenophobia, anti-Semitism, anti-feminism and homophobia“.“
          Steht da nicht Anti-Feminsimus? In einem Papier der dieser Organisation? Nein?

          Obskur? „Der frühere britische Premierminister Tony Blair hat die Einladung angenommen, Vorsitzender des Europäischen Rats für Toleranz und Versöhnung (ECTR) zu werden. Der ECTR rühmt sich eines aus einem Dutzend europäischer Staats- und Regierungschefs bestehenden Beirats.“
          Und dann hier:
          http://www.gesis.org/cews/news-events/veranstaltungskalender/einzelansicht/cal/event/tx_cal_phpicalendar/feminisms_reloaded_umkaempfte_terrains_in_zeiten_von_antifeminismus_rassismus_und_austeritaet/caldate/2015/12/03/
          Antifeminismus und Rasissmus. Schön immer in einer Reihe genannt.

          Da fällt gar nichts durch den Lachtest. Diese Gefahr ist realer den je.

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          • Mike sagt:

            Frage: Hast Du meinen Kommentar gelesen? Wenn ja: Auch verstanden?
            Auf den Inhalt des Entwurfs bin ich gar nicht eingegangen, Quatsch muss ich nicht weiter kommentieren!

            Ich habe den Entwurf gelesen, dieser Entwurf eines Gesetzes befindet sich NICHT in einer EU-Entscheidungsphase, Die EU als Organisation hat in dieser Hinsicht bislang NIX (!) unternommen. Positionspapiere sind geduldig! Und ich bin mir sicher, gesetz des extrem unwahrscheinlichen Falles, dass EU-Parlament und Ministerrat dieses Machwerk tatsächlich beschliessen sollte, wird es vor den Europäischen Gerichten krachend durchfallen.
            Wie ja schon so viele Gesetze durchgefallen sind.

            (Gerichte können erst dann einschreiten, wenn ein Unsinnsgesetz verabschiedet ist… vorher gehts nicht)
            Und dein Link hat mit dem Gesetzesvorschlag (das ist nicht mal eine Initiative) ausser der Zusammenführung von Rassismus und Antifeminismus in einem Satz auch herzlich wenig zu tun.

            Vieleicht mal ein bissle weniger hyperventilieren!

            Das wars von mir zum Thema, eine weitere Diskussion wäre komplett Off Topic, aber ich überlasse gerne dir das letzte Wort.

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  6. Seitenblick sagt:

    Hi Emn.
    >denn wenn man nicht gerade zufällig Psychotherapeutin ist und weiß was passiert, neigt man in so einer Situation dazu, zu versuchen schneller zu atmen,

    Hab mir die letzten Tage ein paar Mal gedacht, „gut, dass emn vom Fach ist und weiß, auf welche Warnsignale man achten muss.“ Denn natürlich macht so was auch Stress. Egal, wie sehr man weiß, dass da nur aberwitzige und absurde Vorwürfe verbreitet werden.

    >Aber man kann nicht abschätze, wen man da wie trifft und was das für die Person für Auswirkungen hat.
    Finde deinen Abschluss-Hinweis sehr gut! Es ist nun mal keine face-to-face-Kommunikation, die normalen Rückkanäle sind nicht da. Solche Sachen kriegen leicht eine Eigendynamik, bei der niemand die Folgen richtig abschätzen kann.

    Und, als kleiner Tipp, auch wenn du den hoffentlich nicht brauchst: Ich habe einen phantastischen Kampfsportlehrer, der regelmäßig Tageslehrgänge zum Thema Atem macht. Mit sehr viel Übungen. Tut mir jedesmal sehr gut, wenn ich zu viel Stress habe. Danach fließt der Atem viel freier, und der Kopf ist klarer.
    So als Notfall-Tipp, falls es doch mal zu viel wird. Dann schicke ich dir Termin und Ort😉.

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  7. DMJ sagt:

    „Jeder hält sich für “den Guten”, denn keiner geht hin und sagt “Heute bin ich mal ein riesen Arschloch und zerstöre jemandes Leben auf Twitter”, es gibt immer Gründe. Aber keiner davon ist wirklich gut, um zu mobben.“

    Diesen Absatz kann man gar nicht genug unterstreichen – man muss immer bedenken, dass sich so ziemlich jeder, egal, was er tut, für den Guten hält. Ob er für Freiheit, Gleichheit oder Gelassenheit kämpft, er meint immer, wenn er jemanden etwas antue, tue er es doch letztlich für einen guten Zweck.
    Das entschuldigt die Leute nicht, die andere drangsalieren, sollte aber eine Warnung für einen selbst sein,lieber zu überlegen, bevor man irgendwelche Maßnahmen gegen unsympathische Mitmenschen ergreift, ob man damit WIRKLICH etwas Gutes tut, oder sich nur gut fühlen will.

    Aber interessant, mal so einen anderen Erlebnisbericht über so ein Thema zu lesen, wobei ich natürlich nach wie vor erfreut bin, dass es dich wohl jedenfalls nicht zu sehr mitgenommen hat.

    Gefällt 4 Personen

  8. Ich war noch nie auf Twitter, daher kann ich das nicht wirklich nachvollziehen. Wenn ich mal Stress im Internet hatte, habe ich immer ziemlich schnell gemerkt, dass das ja nicht das reale Leben ist und bin erstmal rausgegangen. Spazierengehen, Sport treiben, was mit Freunden unternehmen. Und dann war das auch sehr schnell vergessen. Ist halt nicht real.

    Du hast da offensichtlich andere Erfahrungen gemacht, und hast natürlich auch jedes Recht dazu, das ganz anders zu bewerten. Insofern kann ich nur sagen: Mach weiter so. Ich habe das Glück, dass ich die meisten deiner Sachen ziemlich cool finde oder ihnen zumindest irgendwas abgewinnen kann. Aber auch bei den Sachen, wo das nicht der Fall ist, hast du natürlich jedes Recht zu deiner Meinung. Leben ja schließlich in einem freien Land (d.h. so sollte es sein).
    Und auch, wenn ich die Meinung von manchen Leuten überhaupt nicht nachvollziehen kann, hast du natürlich recht mit deinem Aufruf, diese Leute nicht zu mobben. Nochmal: WIr leben in einem freien Land. Meinungsfreiheit muss auch und gerade für diejenigen gelten, denen wir nicht zustimmen können. Und es kann nicht sein, dass man seine Ideale verrät, nur um eine punktlose Debatte auf Twitter zu „gewinnen“. Das ist es nicht wert.

    Gefällt 2 Personen

  9. Alex sagt:

    Angefeindet zu werden ist natürlich nie angenehm.
    Vielleicht hilft es dir @emn ein wenig (statt ruhigem Atmen oder in Kombination damit) zu vergegenwärtigen, dass da draussen verdammt viele Leute sind, die deine Comics wegen ihres souveränen Humors schätzen…

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  10. themalgot sagt:

    Stoppt im Zuge dieser Erkenntnis jetzt eigentlich auch das Gemobbe seitens Robin gegen Christian, onyx entblockt mich auf Twitter und wir haben uns alle furchtbar lieb?

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  11. Bernd der II. sagt:

    „Und btw., die geht auch nicht weg, egal wie lange es geht. Ich sage das prophylaktisch für die mitlesende Twitterschar, die gerade glänzende Augen bekommt bei dem Gedanken, dass man vielleicht die Anstrengungen nur noch ein bisschen intensivieren muss um endlich diesen doofen Blog aus dem Netz zu kicken.“

    Das ist mit Sicherheit der wirksamste Teil des ganzen Artikels. Schließlich hat die hier angesprochene Gruppe ihre ausgeprägte Lese- und Verständnisfähigkeit wiederholt eindrücklich unter Beweis gestellt.

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  12. BTW: Weiß jemand, wie sich die Twitterfollowerzahlen von zB Tugendfurie durch diese Aktionen entwickelt haben?

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  13. Mike sagt:

    Hi
    Du bist zu gut für diese Welt🙂

    Aber es ist schon bitter, da kommt eine selbsternannte alpha Twitterin an und will mal wieder eine über die Social Justice Schiene per Shitstorm vernichten (because we can) und da erdreistet sich zum einen das Hoi Polloi, eine eigene Meinung zu haben und zum anderen haut das Opfer zurück….
    Und dann fraß plötzlich die Maus die Katze….

    Sie werden dir vermutlich nie verzeihen, dass Du dich erfolgreich gewehrt hast, dass sieht man bereits in der von einer beteiligten Person vorgenommenen Täter-Opfer Umkehr.
    (BTW, ist das eigentlich nicht verpöhnt in jedem wasweissichmus? Dem Opfer die Schuld zuschieben?)
    und jetzt rufst Du auch noch dazu auf, gegen diese Typen nicht zu Shitstormen… Obwohl man mal endlich guten Gewissens….

    Du hast so recht!

    Weiter so!

    LG, Flausch und Knuddel
    Mike

    P.S.: Und Du bist trotzdem zu gut für diese Welt

    P.P:S.: Kamen eigentlich schon Mitteilungen im Stil „ich weiss wo dein Haus steht/ Bett schläft“?

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    • Alex sagt:

      @Mike
      „BTW, ist das eigentlich nicht verpöhnt in jedem wasweissichmus? Dem Opfer die Schuld zuschieben?“

      Das ist im Antisemitimus die absolute Regel. Das ist die Mutter aller „Täter-Opfer Umkehr“, der Täter-Opfer-Inversion. Medial in der „Berichterstattung“ über Israel täglich zu erleben und auch die Grundlage des modernen Feminismus.

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      • Mike sagt:

        Das war subversive Ironie😉 Die Täter-Opfer Umkehr ist natürlich nur dann verpöhnt, wenn es einen selber betrifft.

        LG
        Mike

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  14. IULIUS sagt:

    Früher hat man hinter dem Rücken einer Person über sie gelästert, meist ohne daß die das mitbekommen hat. Heutzutage lästert man über Twitter und was machen die, über die gerade gelästert wird:
    Sie lesen mit.
    Um so mehr gelästert wird, um so größer ist der Drang mitzulesen. Genau das ist das Problem. Daraus folgt dann, daß die Personen anfangen sich zu rechtfertigen, was sie dann erst richtig in den Mittelpunkt stellt.

    Solange Menschen es brauchen sich über andere zu stellen, wird es Menschen geben, die über andere lästern. Das Sinnvollste ist, sofern man nicht masochistisch veranlagt ist, solche Blogs zu meiden.

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  15. Wolf-Dieter sagt:

    Liebe Nadja, dass Mobbing unproduktiv und bekloppt ist, stimmt. Aber:

    – Zitat –
    Bitte hört auf, die Tugendfurien und sonstigen Beteiligten jetzt im Pulk zu stressen.
    – Zitat Ende –

    Dies Weib Tugendfurie (schon dieser Kriegsname!) geht offensiv an die Öffentlichkeit. Sie muss – außer mit Zustimmung – auch mit Kritik rechnen. Gehört zum Geschäft. Unter den Kritikern gibts so’ne und solche. Von den Gegnern gibts Argumente (von Vernünftigen) und Mob (von Deppen), ebenso wie es von den Befürworten Flausch gibt (von den Deppen) und Argumente.

    Tugendfurie hat sich aus freier Entscheidung die Bütt begeben. Sie kriegt Applaus oder Gemüse.

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    • IULIUS sagt:

      Das Problem sind die Gesetze der Eskalation. D. H. wenn man sich auf die gleiche Stufe stellt eskaliert es immer weiter.

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      • Wolf-Dieter sagt:

        In der Sache gebe ich dir Recht. Beispielsweise vermeide ich Mobbing auch beim übelsten Knallkopp.

        Aber du musst mir damit Recht geben: die menschliche Dummheit muss man nehmen wie ein Unwetter. Der Herrgott hat uns dies Maß an Freiheit zugebilligt: wir haben völlige Willensfreiheit bei Reihenfolge von Denke und Spreche. (Auch die Dummheit ist ein Menschenrecht.)

        A propos Dummheit. Meines Erachtens hat die Aktion von Tugendfurie Qualität von Mobbing.

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        • IULIUS sagt:

          „A propos Dummheit. Meines Erachtens hat die Aktion von Tugendfurie Qualität von Mobbing.“
          Darum hat man auch die Wahl, sich auf Augenhöhe mit der Furie zu begeben, oder …

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        • Alex sagt:

          @Wolf-Dieter
          „Auch die Dummheit ist ein Menschenrecht.“

          Das kann nicht sein, denn die Dummheit ist frei gewählt. Denn nach Kant ist Aufklärung die Absage der eigens verschuldeten Dummheit, was natürlich wahr ist…

          Dummheit ist also kein Menschenrecht. Es ist eine Meinung, die höchst fragwürdig ist und alles andere als menschlich. Denn menschlich ist nur die Vernunft.

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          • Wolf-Dieter sagt:

            @Alex – Widerspruch. Nein. Dummheit ist u. U. nicht frei gewählt, sondern Schicksal.

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            • IULIUS sagt:

              Grundsätzlich stimme ich dem zu.

              Einzig würde ich die Frage mal aufwerfen, was ist Dummheit?

              Da denk ich wird es schwierig. Dummheit wird häufig schon empfunden, weil jemand einfach nur eine andere Meinung hat. Auch wenn er 100%ig nachweisbar mit dieser Meinung falsch liegt kann es sein, daß er sich normalerweise in einer Gruppe bewegt, in der die Meinung anerkannt und relevant ist.
              Daraus folgt die Frage, ist es wirklich dumm die gleiche Meinung zu haben, wie das Umfeld, in dem man sich bewegt?

              Damals Mittelalter Hexen, Erde eine Scheibe, zweifel an Gott. Da war es dumm, trotz besserem Wissens, an Vorstehendes nicht zu glauben.

              M. E. sollte man zwischen echter Dummheit und (aus eigener Sicht fehlgeleiteter?) Sozialisation unterscheiden.

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              • Goethe dazu:
                “Ein großer Geist irrt sich so gut wie ein kleiner, jener, weil er keine Schranken kennt, und dieser, weil er seinen Horizont für die Welt nimmt.”

                … und etliche Leute sind in ihrer Grenzenlosigkeit unglaublich beschränkt …

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      • Wolf-Dieter sagt:

        @IULIUS – Eskalation vermeiden – wahrscheinlich sind wir uns einig: nicht auf ihre Stufe sinken. Das soll aber nicht zu unangebrachtem Sympathieaufruf für Charaktere wie Tugendfurie missverstanden werden. Ich nehme mir die Freiheit, sie nicht zu mögen – auch ohne ihr das persönlich aufs Brot zu schmieren.

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    • netsmurf sagt:

      Nur scheinen Frauen einen Shitstorm Bonus zu haben.

      -> #jessphillips Debatte vom 27.10. https://www.youtube.com/watch?v=-Z60LUV3V0E

      Sie bekommt einen Shitstorm ab und die Diskussion scheint sich von Männerproblemen und dem Besprechen am Männertag zu Frauen im Internet in Not zu verändern. Vielleicht hat ihr Verhalten das ganze ausgelöst. Und ihre spätere Argumentation, dass sie davon nichts wusste passt irgendwie nicht, da der Antragsteller genau die Fakten vor ihrer Reaktion vorgetragen hatte.

      In ihrem Channel 4 Interview geht es natürlich nur um die Trolle und nicht um die Empathy-Gap.

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  16. SparkleSparkle sagt:

    „Ich sage das prophylaktisch für die mitlesende Twitterschar, die gerade glänzende Augen bekommt bei dem Gedanken, dass man vielleicht die Anstrengungen nur noch ein bisschen intensivieren muss um endlich diesen doofen Blog aus dem Netz zu kicken.“

    Liebe EMN, warum sprichst du diese Leute dann schon wieder mit so einem Seitenhieb direkt an? Warum gibst du ihnen wieder „Stoff“, um weiterzumotzen?

    Ich verstehe das gerade nicht. Einerseits schreibst du, dass es dich stresst und dass Mobbing mit Gegen-Mobbing beantworten keine Lösung ist usw., andererseits befeuerst und befeuertest du die ganze Sache fleißig. Vielleicht ist das dein Umgang mit der unangenehmen Situation, mutmaße ich zumindest, in dich reinschauen kann ich ja nicht.

    Ich bin keine Bloggerin und stehe demnach auch nicht so in der Öffentlichkeit wie du, aber ich würde wohl eher diese ganzen blödsinnigen Kommentare und spitze Bemerkungen ignorieren bzw. keiner Antwort würdigen.

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    • Wenn du unter Klarnamen bloggst und eine Gruppe von Menschen beginnt, dich tagelang öffentlich als Rassistin, menschenverachtend und Wasauchimmer zu bezeichnen, dann mag es sein, dass du das ganz locker ignorierst.

      (https://erzaehlmirnix.wordpress.com/2012/11/02/bullshit-bingo-mobbing/)

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      • SparkleSparkle sagt:

        Äh… kein Grund, schnippisch zu werden. Aber offenbar habe ich dich auf dem falschen Fuß erwischt.

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        • SparkleSparkle sagt:

          Nachtrag: Ich meinte auch nicht, dass dich die Kommentare nicht treffen, wenn das so bei dir ankam. Ich meinte eher, dass ich (da spreche ich auch aus eigener Erfahrung) nicht auf Menschen eingehen würde, die eine größere Expertise darin haben, deine Aussagen akribisch zu sezieren, um irgendwas Angreifbares zu finden.

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          • IULIUS sagt:

            Das Problem ist, sie ist Psychologin, ignoriert jeden Rat, den sie ihren Patienten geben würde, wie diese sich schützen könnten und wundert sich über die Folgen. Ganz so, als wenn ihre Psyche nicht den gleichen Gesetzmäßigkeiten unterworfen wäre, wie bei (fast) jedem anderen Menschen auch.

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  17. Arnd sagt:

    Ich habe ein recht interessante Analyse gefunden, die die Reaktionen auf EMN mit Sozialkonstruktivismus erklärt: http://palmstroem.blogspot.de/2015/10/feminism-and-social-constructionism.html

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  18. Gerhard sagt:

    Wo Du von „im Pulk“ sprichst. Frau Rönicke meinte, daß sich Maskus zusammenrotten. Ich bin in keinem Pulk und ich sehe auch niemand zusammenrotten. Aber Tugendfurie gehört auch zu einem sehr unangenehmen Personenkreis von Hetzern, die sich ziemlich weit aus dem Fenster lehnen und auch ohne mit der Wimper zu zucken Karrieren zerstören. Das pastebin war ja nicht die erste Aktion, Blockpranger gehören auch ganz selbstverständlich zu deren Utensilien.

    Der gemeinsame Nenner dieser Leute ist ja, daß das was sie fordern, nämlich Sexismus und Mobbing zu unterlassen, gerade von diesen gerne gemacht wird. Und da ist der letzte Shitstorm nur ein kleines Steinchen auf einem großen Kieslaster.

    Für mich aus der Ferne sieht Twitter wie ein einziger nichtendenwollender Shitstorm aus und ich habe besseres zu tun als mich um irgendwelche Furien zu kümmern, aber die Gegenwehr die sie gerade ernten, haben sie gewissenhaft und gründlich gesät.

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    • Alex sagt:

      @Gerhard
      „Blockpranger gehören auch ganz selbstverständlich zu deren Utensilien.“

      A daily Autodafé keeps the masku away🙂

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      • Michael sagt:

        neues Wort gelernt, danke. Netter Hinweis auf die Inquisition übrigens. Auch die hat nur mit den Fingern gezeigt und das Patriachat (Staat) arbeiten lassen. Wie die heutigen Junggrauen in Nöten.

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  19. Rocco sagt:

    Vielleicht hat die Tugendfurie heimlich „Fettlogik überwinden“ gelesen und sich erkannt. Da stand ja sinngemäß etwa drin: Gereiztheit korreliere mit Adipositas. Eine gewisse Offensichtlichkeit ist ja bei der Furie erkennbar…

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  20. Katinka Bell sagt:

    Danke für diese ehrliche Stellungnahme. Du machst das großartig!

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  21. Respekt. Klasse Text.

    Twitter ging mir vor paar Wochen noch absolut am Ar*** vorbei. Angemeldet habe ich mich eigentlich nur weil ich zwei absolut liebenswerte Menschen kennengelernt habe und mir das ewige Anmeldefenster wegklicken auf den Geist gegangen ist, wenn sie etwas geschrieben haben.
    Jetzt ist es paar Wochen später und Twitter geht mir immer noch an Ar*** vorbei.🙂

    Dummerweise sind einige liebenswerte Menschen dazugekommen.
    Und jetzt kommt so langsam das Problem als „Follower“. Wenn die, die du wirklich magst Probleme haben, was willst du da machen? Da ist jemand zwischen Spanien und zu Hause verschollen – man will helfen und ist doch hilflos. Da ist jemand im Shitstorm von dummen Menschen, man will dazwischenhauen und zieht zurück, weil es wahrscheinlich im Endeffekt den trifft, den man verteidigen will.

    Ihr dürft euch aber sicher sein, ihr seid sehr, sehr wertvoll für uns, auch wenn wir eher das stille Hintergrundrauschen sind. Lasst euch bitte nicht von ein paar Schreihälsen ins Bockshorn jagen.

    Ach ja, und wenn wir mal die Axt aupacken sollen, sagt Bescheid.

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  22. guinness44 sagt:

    Ich nutze kein Twitter und kenne entsprechend nur Deine Stellungnahmen hier. Vielen Dank, dass Du das ab und an zusammen fasst. Was Du schreibst, besonders der letzte Absatz, ist absolut richtig und doch ist es bezeichnend, dass man darauf hinweisen muss. Weiterhin viel Kraft und bitte weiter machen. Ich liebe die Comics.

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  23. onyx sagt:

    @ Erzählmirnix

    „Und damit komme ich zum Schluss dieses Textes: Bitte hört auf, die Tugendfurien und sonstigen Beteiligten jetzt im Pulk zu stressen. Hört auf, alte Skandale auszugraben oder in der Gruppe über sie zu lästern. Ihr wisst nicht, wen ihr da wie stark trefft und wie es den Leuten tatsächlich zuhause hinter ihrem Bildschirm geht. Ich bin dankbar, dass ihr da seid, und dankbar, dass ihr Stellung bezogen habt gegen die heftigen Anschuldigungen (Edit: Und nochmal zur Klarstellung, dieses Gegenhalten gegen den Shitstorm hat mir enorm geholfen und war sehr wichtig!) , aber wenn es jetzt in die andere Richtung schlägt, dass plötzlich genausoviele Leute auf einzelne Shitstormerinnen einstürmen ist das keine Notwehr mehr, dann ist es Mobbing. Jeder hält sich für “den Guten”, denn keiner geht hin und sagt “Heute bin ich mal ein riesen Arschloch und zerstöre jemandes Leben auf Twitter”, es gibt immer Gründe. Aber keiner davon ist wirklich gut, um zu mobben.“

    Danke. Das nenne ich Größe und Charakterstärke.

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    • m sagt:

      „Danke. Das nenne ich Größe und Charakterstärke.“

      Beides Eigenschaften auf die wir in deinem Fall wohl lange warten können. Denn Nachsicht, Schonung oder einfach nur Rechtschaffenheit sind für deine Gegner nicht. Es ist immer nur gut, wenn es gegen die „Richtigen“ geht.

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  24. gleichheitunddifferenz sagt:

    „Ihr wisst nicht, wen ihr da wie stark trefft und wie es den Leuten tatsächlich zuhause hinter ihrem Bildschirm geht. Ich bin dankbar, dass ihr da seid, und dankbar, dass ihr Stellung bezogen habt gegen die heftigen Anschuldigungen (Edit: Und nochmal zur Klarstellung, dieses Gegenhalten gegen den Shitstorm hat mir enorm geholfen und war sehr wichtig!) , aber wenn es jetzt in die andere Richtung schlägt, dass plötzlich genausoviele Leute auf einzelne Shitstormerinnen einstürmen ist das keine Notwehr mehr, dann ist es Mobbing. Jeder hält sich für “den Guten”, denn keiner geht hin und sagt “Heute bin ich mal ein riesen Arschloch und zerstöre jemandes Leben auf Twitter”, es gibt immer Gründe. Aber keiner davon ist wirklich gut, um zu mobben.“

    Ich finde das toll von dir, dieses Statement. Es gab mal in den letzten Tagen einen Text von dir, in dem sinngemäß etwas stand wie „Leute, die 98,7 % der Menschen nicht mögen“. Da hätte ich dir schon fast geschrieben, weil das unter der Gürtellinie war und ich das eigentlich von dir nicht kenne.
    Wobei ich das auch selbst kenne, dass man im raschen Schlagabtausch und wenn man massiv angegriffen wird, so reagiert. Insofern bin ich echt froh, das hier zu lesen. Zeigt, dass Du ein echt toller Mensch bist, der sich auch in „Gegner“ einfühlen kann. Ich hoffe, es wird auch beherzigt und Du und alle Beteiligten an der Sache können wieder etwas Ruhe finden. Das Stressatmen hört sich auf jeden Fall nicht gut an, ich kenne das teilweise, wenn 3 Kinder was gleichzeitig wollen und es noch an der Tür klingelt … Alles Gute dir!!!

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    • Alex sagt:

      @ungleichheit und indifferenz
      „.. ein echt toller Mensch bist, der sich auch in “Gegner” einfühlen kann.“

      Es ist weniger eine Frage von Empathie, sondern einfach nur eine Frage der Angemessenheit.
      Wie tief man sinkt, bestimmt man vor allem nämlich selbst. Mit manchen Feinden kann man sich gar nicht gemein machen. Diejenigen, die auf andere mit dem Finger zeigen, sollten nie vergessen, dass dabei drei auf sie selbst gerichtet sind.

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  25. Michael Mendelsohn sagt:

    Danke.

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  26. Michael sagt:

    Liebe EMN, dass es wieder so läuft war ja klar. Gut dass du das ausgehalten hast.

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  27. Ja, Hochzeitsvorbereitungen können definitiv stressen.

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  28. Yeph sagt:

    Hallo,

    Es tut mir sehr leid, dass Dir so etwas widerfährt. Ich kenne mich sehr gut mit diesen Gefühlen, Angst- und Panikattacken usw… aus. Glaub mir bitte, diese Leute sind es nicht wert sich dafür aufzuregen, krank zu machen, sich zu quälen. Eigentlich sind es bedauerliche, erbärmliche Feiglinge, Opportunisten, A………., W……, Cretins, Idioten, ganz einfach dumme Menschen mit sehr wenig Hirn.

    Ich kann sehr gut verstehen, wenn Dir das alles zuviel wird, Du eventuell daran zerbrichst …. aber denk bitte daran dass nicht du daran schuld bist sondern diese Taugenichtse, die nie was anderes im Leben hatten als anderen Kindern die Sandburg zu zerstören.

    Hinzu kommt noch dass sie dumm, beschränkt oder einfach psychisch krank sind. Also das genaue Gegenteil von Dir. Ich weiß, dass das Dir jetzt wohl nicht wirklich weiter hilft, aber ich als alter weißer Mann hoffe inständig, dass wir nicht schon wieder eine solche wundervolle Bloggerin verlieren, weil wir Dich brauchen.

    Leute wie Du sind absolut notwendig, die echten Helden des Internet. Bitte, bitte bleib uns erhalten.

    Viele Mut und liebe Grüsse aus L.,

    Yeph

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  29. uepsilonniks sagt:

    Mit deinem Aufruf, die Shitstormer nicht zu stormen, hast Du dich ja wohl für den Friedensnobelpreis qualifiziert – dazu gehört wahre Größe. Lass dich nicht unterkriegen.

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  30. maddes8cht sagt:

    Wow –
    dieser Text ist wirklich großartig.

    Und insbesondere der letzte Absatz daran beeindruckt.

    Dennoch ein paar Worte dazu, auch angesichts der Diskussion hier über Tugendfurien:

    Du hast recht: So leicht, wie man unversehens in einen Shitstorm hineingeraten kann, so unbedarft geraten manche als Mitläufer bei einem Shitstorm zum Mitmacher und Mitmobber – und da ist es sicher falsch, sich danach rachsüchtig an deren Fersen zu heften, um ihnen eins auszuwischen.

    Und natürlich stimmt auch Dein Schlusssatz:
    „keiner geht hin und sagt “Heute bin ich mal ein riesen Arschloch und zerstöre jemandes Leben auf Twitter”, es gibt immer Gründe.“
    Was Tugendfurien, die einen Shitstorm nach dem anderen absichtlich auf andere herbeiführen und oft genug mehrere gleichzeitig am laufen halten, tatsächlich denken, ist eher: „Heute bin ich mal wieder ein großer Held … und zerstöre jemandes Leben auf Twitter !“

    Diese Leute sind Serientäter. Sie stolpern nicht versehentlich in die Dynamik eines Shitstorms als Beteiligte ein, sondern planvoll, absichtsvoll. Sie suchen aktiv nach neuen Opfern.

    Mag schon sein, dass auch sie darunter „leiden“, was ihnen dann selbst entgegenkommt. Auch ein Mörder oder Sexualverbrecher „leidet“ darunter, dass er von anderen für einen Unmenschen gehalten wird.

    Manchmal stimmt das eben.

    Das sind Psychopathen. Und es ist nicht verkehrt, nach Wegen zu suchen, solchen Leuten etwas entgegen setzen zu können.

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    • IULIUS sagt:

      Das Problem an Psychopathen ist ja gerade, daß sie andere zerstören wollen. Im Grunde aus Langeweile. Um so mehr sich das Opfer wehrt, um so interessanter ist es. Leidensdruck dürfte nicht vorhanden sein. Interessant ist, das Psychopathen immer Menschen finden, die ihnen „zuarbeiten“.

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  31. Thomas Lehmann sagt:

    Vielleicht würde es dir helfen, dich nicht als Einzelkämpferin zu sehen, sondern als Teil einer liberalen Bewegung, die sich aktiv für die Meinungsfreiheit einsetzt (neben deinen weiteren politischen und gesellschaftlichen Zielen).

    Schon immer in der Geschichte sind Leute, die die Wahrheit gesagt haben, dafür angegriffen worden. In der heutigen Zeit sind es die SJW, die andere Menschen persönlich angreifen, weil sie wissen, daß sie ihnen argumentativ nichts entgegenzusetzen haben.

    Solche ad personam Angriffe sind immer das beste Zeichen, daß man mit seiner Position richtig liegt. Zugleich sagen sie viel über den Angreifer aus, der sich damit selbst diskreditiert.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Argumentum_ad_hominem#argumentum_ad_personam

    Viele Grüße
    Thomas

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  32. Shark sagt:

    Wow, was bin ich froh, dass ich weder Twitter, noch Facebook, noch einen Blog oder sonst etwas habe. Auf diesen künstlich erzeugten Stress kann ich echt gut verzichten. Mir reicht es ja schon, wenn ich in Foren diskutiere und sich die Diskussion unschön entwickeln, weil da getrollt wird, da das anonym ja so leicht ist.

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  33. […] Nochmal ein kurzer Gedanke zu Erzähmirnix. Diesmal zu ihrem Shitstorm-Artikel […]

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  34. whgreiner sagt:

    Liebe EMN,

    Danke für Deine gute, ehrliche Schilderung – ja, genau so fühlt sich das an, wenn man in systematischen Kampagnen grundlos gemobbt, perfide verleumdet, zynisch verlacht, wüst beschimpft und manchmal gar noch körperlich bedroht wird.

    Ich kenne das sehr gut aus eigener Erfahrung, in mehrfacher Hinsicht. Insgesamt in vier grundverschiedenen Themenkreisen habe ich das in den letzten 40 Jahren erlebt und erlebe es weiterhin.

    Das erste – und mit Abstand noch harmloseste – Mobbing betraf meinen Beruf als Zahnarzt. Was da über Jahrzehnte hinweg an Neid- und Hasskampagnen gegen uns angebliche, geldgierige Leutevergifter (Amalgam…) gefahren wurde, tat immer wieder weh. Jahrzehntelang habe ich deshalb privat meinen angeblich doch recht angesehenen Beruf verschwiegen, wo es möglich war, weil ich die mir prompt entgegenschlagenden, dümmlichen bis bösartigen Vorurteile bis zum Erbrechen satt hatte. Zum Glück war es bei der unmittelbaren Arbeit am Patienten meistens anders: seinen eigenen Zahnarzt nimmt man von der Pauschalverleumdung aus, weil man dem ja vertraut und ihn persönlich erlebt, wie er sich redlich für die Patienten abrackert, ohne dabei Reichtümer ansammeln zu können. Für 80% der Deutschen ist der jeweils eigene Zahnarzt die „große Ausnahme“… Seit ein paar Jahren sind diese jahrzehntelang systematisch geschürten Vorurteile nun endlich – sehr langsam, aber immerhin – am Abflauen. Zu spät für mich, ich bin jetzt in Rente.

    Das zweite Thema ging schon tiefer: als Mann und geschiedener Vater mußte ich immer wieder erleben, schon nicht mehr nur in der öffentlichen Meinung, sondern auch ganz handfest, gravierend und systematisch vor Familiengerichten als Mensch zweiter Klasse behandelt zu werden. Ich brauche das jetzt nicht weiter auszuführen, die Tatsachen sind hier in diesem Blog bekannt (in der allgemeinen Öffentlichkeit freilich noch lange nicht). Selbst hier haben aber wohl nur Wenige eine Vorstellung davon, wie es noch vor 20-30 Jahren einem Mann und Vater erging, der es wagte, sich öffentlich für die Interessen von Männern einzusetzen. Da genügte schon die leiseste Andeutung, um einen Shitstorm (das Phänomen gab’s schon immer, nur das Wort ist neu) ungeahnten Ausmaßes auszulösen. Man wurde schlicht für verrückt und gemeingefährlich erklärt, und zwar fast ausnahmslos in ALLEN Kommentaren; so gut wie keiner hat sich damals getraut, angesichts dieser Shitstorms mit dagegen zu halten. Wenn ich dann auch noch von meinen Erfahrungen als männliches Gewaltopfer in meiner ersten Ehe (das ging bis hin zu Freiheitsberaubung und ärztlich behandlungsbedürftigen Verletzungen – nicht bloß mal geschubst oder so) berichtete, dann kam regelmäßig noch abgrundtief bösartiger Zynismus dazu: blaming the victim, damit mann die individuelle, körperliche Misshandlung nur ja auch als institutionell begreift… Die institutionelle Diskriminierung von Männern und Vätern hat seitdem stetig noch weiter zugenommen; die öffentliche (aber nicht veröffentlichte) Meinung hat sich dagegen in den letzten 20 Jahren doch schon deutlich gedreht. Inzwischen kann man(n) wenigstens in solchen Nischen wie hier (danke, EMN!) offen über solche Dinge reden, ohne gleich von allen Seiten niedergeschrieen zu werden.

    Wie gravierend gemobbt wird, kann man an der Notwendigkeit ablesen, die gemobbte Entität im privaten Umfeld zu verbergen (so weit überhaupt möglich – das Geschlecht kann man ja schwerlich verbergen), damit einem das Mobbing nicht die soziale Einbindung zerstört (in der Netzöffentlichkeit ist das weniger kritisch, weil einen anonyme Angriffe nicht so direkt treffen). Das führt mich zum dritten Thema, bei dem ich hartes Mobbing erlebe: Hochbegabung. Ich bin Mitglied bei Mensa, mit einem nachgewiesenen IQ höher als 98% der Bevölkerung. Das ist zunächst einfach eine unschuldige Tatsache und betrifft ja auch nur einen Teilbereich menschlicher Fähigkeiten: andere sind dafür bessere Sportler, sind musikalisch oder literarisch begabter, können besser kochen oder haben ein feineres Gespür für Pflanzen usw. Aber ganz anders als bei all den letztgenannten Fähigkeiten darf ein IQ-Hochbegabter bei strenger Strafe seine Begabung nur ja nicht erwähnen (schon dreimal nicht als Mann) oder gar noch darauf stolz sein: das wäre der unmittelbare, soziale Tod! Ich bin gerne mit Mensanern zusammen, weil die nun mal ein bisserl anders ticken, da fällt die Kommunikation untereinander leichter: z. B. muß ich denen nicht – wie es mir sonst häufig passiert – meine Witze erklären🙂 Aber in meinem privaten Umfeld außerhalb Mensa wissen nur GANZ wenige (noch keine 5 Personen) von meiner Mitgliedschaft bei Mensa: nämlich genau die, vor denen ich das Engagement im Verein nicht verheimlichen konnte. Fast allen männlichen Mensanern geht es genauso. Dass ich transsexuell bin, ist trotz der immer wieder behaupteten „Transphobie“ nicht annähernd so heikel: damit kann ich schon seit Jahrzehnten weitgehend unbehelligt offen umgehen und tue es auch.

    Zum vierten und – hoffentlich – letzten Punkt: ich stehe der Masseneinwanderung vorwiegend muslimischer Menschen kritisch gegenüber und halte sie für eine große Gefahr für unsere Demokratie und für den künftigen Frieden in Europa. Ich habe mich gründlich in das Thema eingelesen, bevor ich mir diese Meinung gebildet habe. Man kann das sicherlich auch anders sehen – wer da recht hat, ist jetzt gar nicht der Punkt. Der Knackpunkt, um den es mir hier geht: wann und wo immer ich für diese Meinung öffentlich demonstriere (ein Grundrecht!), werde ich nicht etwa nur von andersdenkenden Bürgern, sondern systematisch von der regierenden Politik und allen etablierten Medien pauschal als Nazi, Fremdenhasser, Asylgegner und Rassist verleumdet – allesamt Haltungen, die mir zeitlebens immer fremd waren, die ich NIE auch nur ansatzweise vertreten habe. Mein politisches Anliegen wird INSTITUTIONELL mit völlig aus der Luft gegriffenen Verleumdungen, die nichts damit zu tun haben, regelrecht niedergebrüllt. Dann gucke ich mich konkret unter mehr als 30.000 Mitbürgern um (ich habe Augen im Kopf: der Dresdner Theaterplatz – offizielles Fassungsvermögen 39.000 Menschen – war gedrängt voll!) – und sehe um mich herum lauter Menschen, denen es genauso geht. Die haben den Pirincci spontan mit „Keine Hetze!“- und „Aufhören“-Sprechchören vom Mikrofon weggejagt, weil vulgäre, pauschale Asylantenhetze gerade NICHT ihr Ding ist. Und was wurde dann am Tag darauf landauf, landab von Politik und Medien verkündet? „Pegida“ (also wir alle auf dem Theaterplatz – wir sind nun mal nicht Lutz Bachmann, sondern eine demokratische Massenbewegung) wolle dem Sinn nach Asylanten ins KZ stecken! Um diese perfide, pauschale Verleumdung über uns alle zu verbreiten, haben sie selbst noch aus der eh schon unsäglichen, von der Menge der Demonstranten eben deshalb abgewürgten Rede einen Halbsatz sinnverdrehend aus dem Zusammenhang gerissen – selbst Pirincci hat das NICHT gesagt. Für den grässlichen Anschlag auf Frau Reker wurden wir alle genauso wortreich unter zumindest moralischen Pauschalverdacht gestellt wie vorher schon für diverse Brandanschläge und Messerstechereien unter Asylanten selber, gipfelnd in dem von den gerade herrschenden Politikern schweigend akzeptierten Zeitungs-Satz „Pegida hat mitgestochen“. Dass dagegen in Dresden ein junger Mann, der nichts weiter wollte als ein staatsbürgerliches Grundrecht wahrzunehmen, auf dem Weg dahin von „friedlichen, weltoffenen“, von der Politik als Gegendemonstranten ganz ungeniert unterstützten Antifa-Schlägern mit einer Eisenstange krankenhausreif geprügelt wurde, ging im medialen Pegida-Bashing so ziemlich unter. Von den momentanen Verhältnissen ist es buchstäblich nur noch ein einziger, nächster Schritt dahin, dass wir von staatlich „geduldeten“ Antifa-Schlägertrupps nicht mehr nur in Einzelfällen, sondern systematisch niedergeprügelt und mittels politisch-medialer Verleumdungen nicht mehr nur systematisch verunglimpft, sondern real eingeknastet werden – sobald wir es wagen, unser Grundrecht auf Meinungsäußerung wahrzunehmen.

    Mobbing ist Scheisse. Es gibt dafür keine Entschuldigung. Nie, von keiner Seite. Du hast meine uneingeschränkte Soldarität, liebe EMN, soweit – und ganz egal von wem – Dir das hier widerfahren ist. Und ich erkläre hier auch unmissverständlich meine volle Solidarität mit jedem Muslim, jedem Juden, jedem Farbigen, jedem Asylsuchenden – überhaupt mit jedem Menschen, der TATSÄCHLICH von irgendwelchen Dumpfbacken gleich welcher Konvenienz gemobbt wird. Das schließt bei mir selbstverständlich auch Deutsche ein, die allein wegen ihrer Abstammung mit Worten wie „Kartoffel“ oder „Schweinefresser“ bedacht werden oder die Hand verweigert kriegen, weil sie als Frau „unrein“ seien.

    Es gibt da allerdings auch noch Abstufungen: von bloßen, anonymen Beschimpfungen und Beleidigungen über soziale Isolation im direkten Umfeld, berufliche Existenzbedrohung, körperliche Bedrohung und tatsächliche Gewalt bis hin zu systemischem, institutionellem Mobbing, das schließlich fließend in menschenverachtende Diktaturen über ganze Völker mündet. Letzteres birgt die zusätzliche Gefahr in sich, sich auch als wohlmeinender Bürger mit schuldig zu machen: einfach dadurch, dass man auf die allgegenwärtige, staatlich-mediale Propaganda hereinfällt und gedankenlos mitplappert, was man subjektiv ganz unschuldig für normal hält, weil’s ja „jeder“ sagt – was aber objektiv übelstes Mobbing ist. Der stinknormale Mitläufereffekt eben, wie einst bei den Nazis und wie einst bei den Kommunisten. Nicht alles, aber doch sehr vieles, was derzeit an Nazi-, Rassismus- und Fremdenhass-Vorwürfen durch die Medien wabert, ist selbst nichts anderes als systematisch staatlich gelenktes, verleumdendes Mobbing aus ganz anderen Gründen. Wenn’s ungebremst in diese Richtung weitergeht, werden wir schon sehr bald wieder sehr dunkle Zeiten erleben.

    Du, EMN, zeichnest Dich mit Deinem Blog wohltuend dadurch aus, hinter die Dinge zu schauen, anstatt kritiklos jede Sau mit durchs Dorf zu treiben. Eben deshalb bin ich schon seit längerem ein treuer Leser, obwohl und gerade weil wir oft nicht derselben Meinung sind: denn gerade dann kann man dazulernen. Bitte: hilf uns bremsen.

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    • Achso sagt:

      Danke whgreiner, du sprichst mir mit jedem einzelnen Wort aus der Seele. Mein tiefempfundener Respekt für diesen Beitrag. Ich kann ihn leider nicht „liken“, da ich nicht bei WordPress bin.

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  35. quineloe sagt:

    Vielleicht ist langsam auch mal der Zeitpunkt erreicht, an dem die Staatsanwaltschaft mal mitmischen sollte.

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  36. themalgot sagt:

    Bin ich übrigens der Einzige, der sich der Ironie bewusst ist, wenn hier nun sich über die beschwert wird, die den Shitstorm gg Jasna & Co. gut fanden?

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  37. […] ist ja bekannterweise von Feministinnen ins Visier genommen worden, ist aber aus dem Shitstorm mit einem weitaus höheren Bekanntheitsgrad, vielen neuen Followern und einem Plus an verkauften […]

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  38. […] Franziska Schutzbach fiel mir wieder ein, als ich in vor einigen Tagen über erneuten Shit-Storm gegen die Bloggerin und Autorin Erzählmirnix las. Was Blockadelisten und Shit-Storm-Organisationen mit einem „Prozess von Aushandlungen“ zu […]

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  39. netsmurf sagt:

    Und ich dachte Du steckst das „locker“ weg. Da kommt wohl irgendwann ein großer Lernprozess auf mich zu, ich habe schon mit viel kleineren Anmerkungen zu knabbern.

    Danke für die Einblicke, ich finde sie sehr wertvoll.

    Am wichtigsten ist mir Dein Appell am Ende. Kein Rückschlagen, kein Auge um Auge. Ich habe jetzt schon mehrfach erlebt, dass viele mit „Jetzt erst recht“ reagieren und sich dann noch gegenseitig bestätigen – und dabei auch das Maß aus den Augen verlieren.

    Ich glaube vielen ist dabei nicht bewusst, was genau passiert. Der eine Kommentar war ein bisschen hart an der Grenze, das kann man schon aushalten. Nur ist im Internet Frequenz, Intensität und Dauer nicht wirklich vergleichbar mit der realen Welt.

    Ein Shitstorm früher.

    * Post, die kam einmal am Tag.
    * Telefon, maximal eine Anruf und wenn´s nervt Hörer neben die Gabel legen.

    Der Rest muss sich dann doch zu Fuß auf den Weg machen.

    Im Internet wächst das ganze halt exponentiell und wenn Du zur falschen Zeit auf die richtige Mine trittst, ist es geschehen. Wie damit umgehen? Einige fordern das ganze als Belästigung einzustufen. -> Der Fall von Gregory Alan Elliott in Canada (wird Januar 2016 weiter verhandelt).

    Wir müssen als (globale) Gesellschaft Regeln eine online Kultur aushandeln, die u.a. online Kommunikation einschließt. Eine Frage wäre, wie wir mit Aufmerksamkeitsspitzen umgehen.

    Lösen wir das technisch, als Benutzer, per Gesetz, …

    Was ist mit Haftung? Wenn 1.000.000 Nutzer einen kleinen Beitrag leisten, dass eine Firma nicht handlungsfähig ist, oder das Ziel des Sturm krank wird. Die einzelnen Nutzer ausfindig zu machen und dann noch international verklagen wird Unsummen kosten.

    Vielleicht ergibt sich etwas in der Richtung.

    Ich definiere: EMN mag virtuelle heiße Schokolade und eine dampfende Tasse ist an den Beitrag angehängt für einen ruhigen Augenblick im nächsten Auge des Sturms.

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  40. Ziegenvogel sagt:

    Ganz allgemein: Danke für deine Comics und Texte. Auch für diesen hier. Du bringst es auf den Punkt. Sich gegenüber einem Arsch wie ein Arsch zu verhalten macht einen eben selbst zum Arsch. Mobbing lebt vom mitmachen, also kann jeder einzelne helfen es auszurotten.

    Abgesehen davon liebe ich deinen Blog, weil er zum nachdenken zwingt (mich zumindest). Es tut gut im Netz der radikalen Positionen jemanden zu finden, der die Welt nicht in Schwarz-Weiß einteilt, sondern auch die Grauschattierungen erkennt – und sie so darstellt, dass man sogar noch lachen kann, während man drüber nachdenkt. Mach weiter so!

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  41. RAL sagt:

    Ich bin auch erst durch den Shitstorm hierhin gekommen, wie vermutlich viele anderen via fefe. Zuerst habe ich nur das „Best of“ gelesen. Hat mir sehr gefallen und mich dazu gebracht noch mehr zu lesen. Jetzt schaue ich immer wieder mal vorbei.

    Der Angelsachse sagt ja gerne „I see what you did there…“ und grinst dann; die, die dich scheisse finden haben vermutlich einfach Tomaten auf den Augen und könnens daher nicht sehen…🙂

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  42. […] in Comics über Männerrechtler und Feministinnen lustig, erntet dafür von Feministinnen einen enormen Shitstrom und wird von der ehemaligen Stern-Kolumnistin Yasmina Banaszczuk als „Scheiße“ beschimpft. […]

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