Scheiß Lügenpresse.

Veröffentlicht: November 2, 2015 in Uncategorized

luegenpresse

Kommentare
  1. Philip sagt:

    Mein Problem ist in so einer Situation ist immer, dass ich keine Bekannte meiner Schwester habe, die im Krankenhaus arbeitet. So steht immer Wort gegen Wort und wer würde sich schon so eine Geschichte ausdenken?

    Gefällt mir

      • Frank sagt:

        „… und wer sowas tut? Leute, die gezielt Stimmung gegen Flüchtlinge machen wollen“.

        Das macht doch _kein_ Mensch! LÜGENCOMICS!!!11!

        Gefällt mir

      • Lomi sagt:

        “ und wer sowas tut? Leute, die gezielt Stimmung gegen Flüchtlinge machen wollen.“

        Ja. Zweifellos. Und langsam nähern sich diese „Geschichten“ dann auch schon antisemitischen Narrativen an. Die Juden hätten angeblich Kinder getötet für ihre Rituale. Die Moslems vergewaltigen. Immer geht es um maximale Schlechtheit der Gruppe, gegen die man hetzt. Und immer sind es hochgradig emotionalisierende Vorwürfe.

        Gefällt 4 Personen

      • Muesli sagt:

        > … und wer sowas tut? Leute, die gezielt Stimmung gegen Flüchtlinge machen wollen.

        Das ist prinzipiell das, was mich an der ganzen Thematik am meisten beunruhigt: Auf der einen Seite die Leute, die irgendwelche Geschichten erfinden, um damit eben gegen die Flüchtlinge/Asylanten etc. zu hetzen.
        Auf der anderen Seite aber dann auch die Haltung, dass auch die andere Seite das Bild verzerrt, indem sie vor allem Frauen und Kinder als Flüchtlinge zeigen, und selbst oft genug mitklingen lassen, dass, *wenn* man Leute abschieben sollte, dann doch bitte die „unzivilisierten“ Männer. Und nebenbei Kommunikationsverweigerung an den Tag legt, wenn man nicht zu all diesen Ansichten beifällig klatscht.

        Ich meine, wenn ich mir das mit Sumte so angucke, dann verstehe ich durchaus, warum sich einige Anwohner da Sorgen machen – da wird mal eben die Bevölkerungsdichte beinahe verzehnfacht, aber anscheinend darüber hinaus nicht weiter geplant. Als Politiker sind diese 750 Flüchtlinge dann erst einmal aufgeräumt (aus den Augen, aus dem Sinn), aber die Anwohner werden jeden Tag mit diesen Fragestellungen konfrontiert: Wie gehts weiter? Wie lange können wir drauf vertrauen, dass die Flüchtlinge da friedlich bleiben (für die ist es ja auch bei weitem nicht leicht erträglich, da ohne weitere Aussicht auf ein Prozedere in einem temporären Lager aushalten zu müssen, umgeben von quasi nur Fremden)? Was sollen wir tun, wenn es irgendwelche Probleme gibt? Muss ja nicht einmal etwas gewalttätiges sein, aber wie erwähnt wurde: Was, wenn die Kanalisation überlastet wird? Wer richtet das? Wer bezahlt Schäden?

        Und wenn dann quasi zwei Positionen zur Auswahl stehen für diese Leute, die beide ziemlich extrem sind („Arschbacken zusammenkneifen, weitermachen bis auf weiteres!“ und „Schmeißt die ganze Bande raus!“, dann kann ich zumindest nachvollziehen, wenn manche zumindest hinter geschlossener Türe überlegen, dass sie zwar nichts gegen Ausländer haben, aber das Rauswerfen zumindest ihre Befürchtungen beruhigen würde, während die Merkelsche Haltung ihnen halt genau gar keine Verbesserung oder gar Lösung verspricht, sondern vor allem die moralische Verpflichtung einfordert. Und die fühlt sich vermutlich die ersten Wochen ganz gut an („Ich helfe Bedürftigen“), aber auch das schwindet mit der Zeit, wenn man sieht, dass die Lage sich nicht besser – weder für die Anwohner, noch die Flüchtlinge.

        Gefällt mir

      • Dampfbloque sagt:

        Von den zahlreichen Berichten darüber, dass der Opa oder die Oma aus der Wohnung/dem Altenheim geworfen wird, weil dort Flüchtlinge untergebracht werden sollen, ganz abgesehen. Und man muss heute niemanden mehr kennen, um eine Aussage zu veri- oder falsifizieren. Das Zauberwort, das kaum noch ernstgenommen wird, lautet „Recherche“.

        Gefällt mir

        • Muesli sagt:

          > Das Zauberwort, das kaum noch ernstgenommen wird, lautet “Recherche”.

          Und wem glaubt man dann was? Das ist für mich nämlich inzwischen eine Krux: Irgendwie spin-doktort es auf allen Seiten (wer sich überhaupt Seiten zugehörig fühlt hat ja dann schon einen Grund, diese Seite zu unterstützen), und so lange man nicht teils Stunden damit zubringt, jede Behauptung nachzuprüfen, muss man *irgendwem* vertrauen, dass er oder sie das schon akkurat wiedergegeben und nix ausgelassen hat.

          vor Urzeiten war das Mal der Anspruch, den ich (damals noch als Neanderthaler mit einem Abonnement des Höhlenanzeigers und der Daily Ugg) an Journalisten hatte: Mich zu informieren.

          Inzwischen scheint es aber der Hauptauftrag der Medien geworden zu sein, mich belehren und zur „richtigen“ Ansicht erziehen zu wollen. Und dadurch machen sie es nötig, dass jeder Hans, jede Gretel selbst recherchiert – also quasi deren Arbeit macht.
          Und nicht jeder hat die Zeit, Energie oder auch den Willen, bei so viel Mist dauernd nachzugraben und zu gucken, was jetzt Sache ist. Andere „Lösungen“ scheinen da oft schneller und einfacher.

          Gefällt 1 Person

          • Dampfbloque sagt:

            Ich recherchiere auch nicht alles nach, aber bleibe kritisch; gleich von welcher Institution eine Meldung kommt. Ich glaube nicht einfach irgendwelche Dinge, die mir angeboten werden. Früher fand ich Leute im Freundeskreis erst dann blöd, wenn sich mir die Gerüchte bestätigten. Heute bleibe ich immer skeptisch, wenn mir jemand eine Aussage als Fakt verkauft. Der Konjunktiv, der nicht-Verifiziertes als solches markieren sollte, tritt im Journalismus immer weiter in den Hintergrund.

            Gefällt mir

          • Michael sagt:

            Das wird wohl mit ein Grund sein, warum keiner mehr für die Qualitätspresse bezahlen will. Mangelhafte bis schlechte Recherche. DPA Meldugnen könnte ich auch lesen, ohne dass da vorher eine Praktikatin im prekären Beschäftigungsverhältnis drüber schaut. Dafür dass mir dann ein Redakteur noch versucht seine politische Meinung als subjektive Berichterstattung zu verkaufen, würde ich am liebsten Rechnungen ausstellen. Von wg. vorsätzlich Verschwendung meiner Lebenszeit.

            Wenn ich einen Kommentar lese und politisch/moralisch/idiologisch nicht damit übereinstimme, bin ich selbst Schuld. Wenn ich so blöd bin Sybille Berg im Spiegel oder deren neuestes Rehlein Stokowski (feminitische Soziologin (also Gender); Werdegang: u. a. Missy Magazin u. Taz) zu lesen, gehörts mir nicht anders. Da kann ich noch so gegen den Monitor brüllen. Ich habs angeklickt.

            Bei allem anderen kann ich entweder, Telegrammstil ohne Meinung des Autors oder bei langen Texten interessante Details erwarten, die es mir erlauben meine eigene Meinung zu bilden. Und da rechne ich den vorsätzlich böswillig, missbräuchlichen Umgang mit Statistiken mit rein. Das ist nicht nur die Bildzeitung. Das sehe ich genauso in der FAZ oder im Spiegel oder in der Welt oder im Focus. Ich unterstelle mittlerweile nicht mal fehlende Sachkenntnis. Sondern nur noch Vorsatz.

            Gefällt mir

            • Lomi sagt:

              „Das wird wohl mit ein Grund sein, warum keiner mehr für die Qualitätspresse bezahlen will. Mangelhafte bis schlechte Recherche.“

              Das dürfte eine Spirale sein. Denn weil keiner mehr dafür bezahlen will, kann auch keiner mehr recherchieren (denn das erzeugt hohe Personalkosten). Dann wiederum will keiner mehr dafür Geld ausgeben. Und darum….

              Gefällt mir

    • Tante Jay sagt:

      Ort sagen lassen und die zuständige Polizei anrufen oder aber auf der Webseite die Pressemitteilungen durchgucken. Sowas WIRD veröffentlicht.

      Wenns stimmt.

      Wenn dann was von Redeverbot gefaselt wird, demjenigen sagen, das er gerade wie ein psychopathischer Spinner wirkt und ihn an den Ohren zum nächsten Flüchtlingsheim zerren.

      Gefällt mir

  2. maennerpartei sagt:

    „Rapeculture“ tut ihr übriges. Junge Männer sind halt so. Immer vergewaltigungsbereit. Und arabische junge Männer sowieso. Weiß doch jeder. Oder?

    Gefällt mir

    • maSu sagt:

      „Rapeculture“ … Das ist das Problem: gerade in dem Fall lügen die Medien, das sich die Balken biegen. Und ist das Vertrauen erst einmal dahin, dann muss man sich nicht wundern, das Menschen Behauptungen auf Facebook genauso ernst nehmen, wie die Tagesschau.

      Je besser man sich in Themenbereichen auskennt, die öfter im Zentrum der medialen Berichterstattung standen, desto mehr Abgründe und Lügen hat man gesehen.

      Mein Vertrauen in Medien geht gegen Null …

      … Allerdings ist mein Vertrauen gegenüber PEGIDA und Co nicht erst auf dem Weg gegen Null … Es ist bereits absolut Null.

      D.h. im Kellerduell des „Vertrauens“ liegen dt. Journalisten nur knapp vor PEGIDA.

      Gefällt 1 Person

  3. Egoteaist sagt:

    „wird nie WIEDER Kinder haben können“

    Eine Vierjährige?^^

    Gefällt 1 Person

  4. Shitlord sagt:

    Es ist schon wirklich entsetzlich, was da für volksverhetzende Falschmeldungen verbreitet werden. Da lobt man sich doch die Qualitätspresse, die korrekt informiert, dass das natürlich in Detmold und das Mädchen „übrigens erst 13 und nicht 14“ war (Quelle: http://goo.gl/nuwKuL).

    Gefällt mir

  5. Alex sagt:

    Warum nehmen die Leute eigentlich so gerne an, dass eine freie Presse vor allem Wahrheit produzieren müsste?

    Vielleicht weil dies der Umkehrschluss davon ist, dass eine nicht freie Presse nur Lügen produziert (was natürlich eine zutreffende Beobachtung der Presse unter absoluter staatlicher Kontrolle ist, siehe NS, DDR).

    Gefällt mir

    • Shitlord sagt:

      Weil die Leute dumm sind?

      Gefällt mir

    • Shitlord sagt:

      Oder natürlich – da es ja auch nicht-dumme Leute gibt – weil man erwartet, dass man für sein Geld die Wahrheit bekommt? Ich zahle doch nicht auch noch für Lügenpropaganda?!

      Gefällt 1 Person

      • Lomi sagt:

        „Warum nehmen die Leute eigentlich so gerne an, dass eine freie Presse vor allem Wahrheit produzieren müsste?“

        Es ist der Anspruch und die Selbstdarstellung der Presse, dass korrekt informiert wird. Das erwartet man als Leser dann auch. Wozu sollte man sonst dafür Geld ausgeben? Dass sich Medien an Wahrheit halten ist eine vollkommen gerechtfertigte Erwartungshaltung. Ansonsten sollte man sein Geld besser in Märchenbücher investieren, die sind letztlich auch unterhaltsamer.

        Gefällt 2 Personen

        • Michaela Lusru sagt:

          @Lomi sagt: November 2, 2015 um 12:21
          Von welcher „freien Presse“ redest du, evtl. von der Lokalzeitung „Freie Presse“ in Sachsen?

          Es gibt nirgendswo „freie Presse“, da auch die etwas essen und bezahlt werden muss.

          Versuche, das annähernd „frei“ zu gestalten, sind geprägt von der Camarilla, die sich gegenseitig Pöstchen zuschanzt und damit über diesen Weg die Fäden in der Hand behält, z.B. in Missachtung der Verdienste des Hajo Friedrichs bei der Verleihung des Preises der seinen Namen trägt – jedoch bis auf wenige Ausnahmen nicht annähernd dessen Normen für Journalismus-Ethik erfüllt.
          Medien berichten, was gefordert ist, selten darüber hinaus. Nur in der Gesamtheit vieler gegensätzlicher Medien besteht die Chance, ein „unabhängiges Gesamtbild“ zu erzeugen, sofern Bürger sich auch vielfach bedient.
          Darüber hinaus hat jeder Redakteur seine eigene Schere im Kopf immer bei sich, falls sie zwecks Eigenschutz benötigt wird – Journalisten, die das für sich ausschliessen wollen, werden in der Laufbahnhierarchie oft frühzeitig ausgemacht und in unbedeutende Bereiche abgedrängt, hingegen „Willige“ rundum gefördert, Investigation ist nur noch Schlagwort und wenn es deutlich wird, nur kontrolliert und getröpfelt, gegebenenfalls – wie bei der FIFA-Skandalerei zeitlich „gut in die politische Gesamtlage eingebettet“ …, erst dann hochgemotzt, wenn das opportun erscheint.
          Das ist KEINE Lügenpresse, sondern UNSERE Presse, als solche bekannt und verkraftbar.

          Lügenpresse geht darüber hinaus indem Journalisten in ihren Berichten anfangen, z.B. mit allen filmischen Metiers (Bild, Sprache, Ton, Musik, Geräusche, Lamorjanz oder Betroffenheitsartikulationen aller Art, subjektive Auswahl der Gesprächspartner, Hinzufügen von beiläufig fallen gelassenen Vermutungen) als „Berichterstatter“ gleich selber ihre persönliche Meinung zu POLITIK zu machen, das Geschehen und / oder die öffentliche Meinung versuchen zu „formen“ und sich auf solchen Wegen selbst in / als Nachricht zu involvieren, kurz: Betroffenheitsjournalismus – meisterliches Beispiel dafür:
          Mit unseren Gebühren bezahlte Russland- und Ukraine-Berichterstatterin Golineh Atai in ALLEN Beiträgen der letzten Jahre, ausdrücklich hochgelobt von ihrer Chefin in der ARD Sonja Mikisch für DIESE Art von Berichterstattung…
          Das brauchen wir nicht, sollen solche Leute zu privaten Sendern gehen, aber nicht unsere öffentlich-rechtlichen Gebührengelder missbrauchen, um ihre persönlichen Ansichten zu verbreiten. Versehentlich erhielt auch Frau Golineh Atai den Hajo-Friedrichspreis – Was für eine Verhunzung seines journalistischen Credos (>Wikipedia!)

          Nein, Lügenpresse meint nicht die Berichterstattung zu „Du und dein Garten“ oder „wie kochen wir günstig vegan“, zum Sport oder zum Wetter – vielmehr erleben wir einzelne markante Entgleisungen an politisch brisanten Brennpunkten, in denen das Berichtete erst darüber erzeugt wird, aufgebauscht oder auf andere Weise manipuliert wird, meist gekennzeichnet von Eiferei, Dreistigkeit und gewisser Skrupellosigkeit.
          Wer darüber mehr aus dem Munde eines hochrangigen und scharfzüngigen Medienfachmannes wissen möchte, wieso Medien heute in D so „funktionieren“, der schaue sich den Artikel des Roland Tichy in seinem blog an, denke mal, dann gibt es keine Fragen mehr.
          Da mag dieser Mann mir noch so unsympatisch sein wegen seiner TTIP-Befürwortung, aber seinen Fachbereich hat er brisant beschrieben und eingebettet, und ich vermag das ein zu schätzen.

          @EMN
          Im übrigen halte ich es nicht für zweckmässig, am Beispiel von angeblicher oder fiktiver Flüchtlingskriminalität auf Lügenpresse zu zielen – Das transportiert – ob bewusst oder unbewusst – auch wieder nur Gerüchte, Gerüchte, an denen stets etwas „hängen bleibt“.
          Auch damit / dadurch entstehen ungewollt Realitäten: Stimmungen.

          Allein „unsere“ Medien haben es in der Hand, solche echten oder nur geschwafelten Ereignisse aufzuputschen und zum Typikum der Flüchtlingsproblematik oder zum „Normalfall“ krimineller Ereignisse in ALLEN Gesellschaften dar zu stellen.
          Auch satirische oder lustige Beiträge dazu finde ich deplaziert, sie heizen das an, was wir nicht wollen: Einfache Gemüter suchen sich „ihren“ Fakt und verbreiten ihn weiter, als „Fakt“.

          Gefällt 2 Personen

          • Lomi sagt:

            @Michaela Lusru
            „Es gibt nirgendswo “freie Presse”, da auch die etwas essen und bezahlt werden muss.“

            Ja, da brauchst Du mich nicht katholisch zu machen. „Frei“ heißt in diesem Falle schlicht, keinem staatlichen Zwang zu unterliegen. Dass die real existierenden Medien natürlich allen ökonomischen und mikropolitischen Mechanismen unterliegen, kann nur derjenige ausblenden, der die Lektionen des Sozialkundeunterrichts immer noch für bare Münze nimmt. ^^

            „ls “Berichterstatter” gleich selber ihre persönliche Meinung zu POLITIK zu machen, das Geschehen und / oder die öffentliche Meinung versuchen zu “formen” und sich auf solchen Wegen selbst in / als Nachricht zu involvieren, kurz: Betroffenheitsjournalismus“

            Korrekt, das ist ein Problem, das ich auch immer wieder beobachte. Vermutlich hat das einen guten Grund (monetär gesehen „gut“): So etwas füllt Zeilen oder Sendeminuten und kostet längst nicht so viel wie aufwändige Recherche.

            Gefällt mir

        • Alex sagt:

          @Lomi
          „Es ist der Anspruch und die Selbstdarstellung der Presse, dass korrekt informiert wird. Das erwartet man als Leser dann auch. Wozu sollte man sonst dafür Geld ausgeben?“

          Ganz genau, jeder Anbieter hat natürlich immer das beste Produkt parat, ob es um Autos, Zahnpasta oder Meinungen geht, spielt eigentlich keine Rolle.

          Im Grunde war es wohl immer so, dass Zeitungen Meinungen und weniger Fakten (Vorurteil des Lesers: meine Meinung ist Fakt, da sie von einer Zeitung als Fakt hingestellt wird) verkauft haben, früher vermutlich sogar mit drastischeren Meinungen als das dies heute der Fall ist.

          Vielleicht ist es ja sogar ein gutes Zeichen, dass Meinungen nicht mehr so stark nachgefragt werden und die Bedeutung von Zeitungen sinkt, da weniger Nachfrage danach besteht. Könnte dafür sprechen, dass die Leute iA realistischer geworden sind und sich nicht mehr vor den Karren von politischen Zielen spannen lassen wollen (siehe auch „Politikverdrossenheit“).

          Gefällt mir

          • Lomi sagt:

            „Im Grunde war es wohl immer so, dass Zeitungen Meinungen und weniger Fakten (Vorurteil des Lesers: meine Meinung ist Fakt, da sie von einer Zeitung als Fakt hingestellt wird) verkauft haben, früher vermutlich sogar mit drastischeren Meinungen als das dies heute der Fall ist.“

            Ich bin ja sehr medienkritisch. Dennoch glaube ich nicht daran, dass Medien vorrangig Meinungen verkaufen. Das Selbstbild der Medien ist es, einigermaßen faktentreu zu berichten und Meinung von Nachricht zu trennen. Ähnlich sieht es auch das Berufsethos des Journalismus vor und die entsprechende Ausbildung zum Journalisten schult unter anderem darin, tatsächlich Fakten zu ermitteln.

            Klar, die Standards des Journalismus werden gerne und oft unterlaufen und dazu gehört eben auch die Vermengung von Nachrichtung und Kommentar. Nichtsdestotrotz informieren Medien eben auch, ein Stück weit wenigstens, wobei das alles starken Selektionen unterliegt, die schon für sich genommen „Meinung“ sein können. Man kommt nicht umhin, Medienkompetenz zu entwickeln, wenn man weder dem Spin noch dem jeweiligen Tunnelblick einer Redaktion auf dem Leim gehen will.

            Gefällt mir

    • pingpong sagt:

      Warum nehmen die Leute eigentlich so gerne an, dass eine freie Presse vor allem Wahrheit produzieren müsste?

      Weil diese Annahme völlig selbstverständliche ist. Die Presse hat eine erhebliche meinungsbildende Macht und wird nicht umsonst oft als „vierte Gewalt“ bezeichnet. Damit geht selbstverständlich ein gewisser Anspruch an die Erzeugnisse jener vierten Gewalt einher.

      Du fragst dich ja auch nicht warum die Leute eigentlich so gern annehmen dass in der Schule das Einmaleins richtig gelehrt wird… weil das vollkommen selbstverständlich ist.

      Dass eine solche Frage überhaupt gestellt wird und wir darüber diskutieren wirft ein bezeichnendes Licht auf den Zustand der Medienlandschaft.

      Gefällt mir

      • Alex sagt:

        „und wird nicht umsonst oft als “vierte Gewalt” bezeichnet“

        Darauf hatte ich ja nur gewartet, auf die „vierte Gewalt“.
        Aber: Zeitungen sind auch nur Teil der Öffentlichkeit, wenn auch ein organisierter. Das Gerede von einer besonderern Macht, die diese haben sollten, ist ungerechtfertigt, vor allem wenn die mit den drei staatlichen Mächten vergleichen werden sollen. Sowas kann sich eigentlich nur jemand von einer Staatspresse ausgedacht haben, vom öffentlich-rechtlichen oder sowas.

        Bestenfalls die gesamte Öffentlichkeit wäre eine „vierte Gewalt“, ob organisiert oder nicht. Diese kann mit Vernunft und dem Argument vorgehen und wählt die entscheidene Gewalt, die Legislative.
        Und Ansichten und Argumentationen sind nicht deshalb schon besser oder schlechter, weil sie von mehr oder weniger Leuten vertreten werden, die mehr oder minder gut organisiert werden. Insofern ist die Vorstellung einer besonderen „vierten Gewalt“ durch die Zeitungen auch eher bevormundend, vor allem wenn die ihren Job nicht gut machen.

        Gefällt mir

        • IULIUS sagt:

          Der Begriff „Gewalt“ bezeichnet in dem Zusammenhang Gesetze zu erschaffen und durchzusetzen. Inwifern hieran eine 4. Gewalt beteiligt sein kann erschließt sich mir nicht. Weder kann die Presse Gesetze schaffen, noch durchsetzen.

          Wenn würde ich die Lobby-Verbände als 4. Gewalt bezeichnen. Die sollen ja maßgeblich an den Gesetzesverfahren beteiligt sein…

          Gefällt mir

          • Michaela Lusru sagt:

            @IULIUS sagt: November 2, 2015 um 18:59
            Hm, – ? –
            „Inwifern hieran eine 4. Gewalt beteiligt sein kann erschließt sich mir nicht. Weder kann die Presse Gesetze schaffen, noch durchsetzen.
            Wenn würde ich die Lobby-Verbände als 4. Gewalt bezeichnen. Die sollen ja maßgeblich an den Gesetzesverfahren beteiligt sein…“

            … würde ich die Lobby-Verbände als 4.Gewalt bezeichnen … und was meinst du wohl, was unsere Leidmedien inzwischen sind?
            Etwa keine solche?

            Gefällt mir

        • pingpong sagt:

          Natürlich hat die Presse nicht diesselben Möglichkeiten wie die 3 anderen Gewalten, deshalb schrieb ich „wird of bezeichnet“ und vierte Gewalt unter Anführungszeichen.

          Die spezielle meinungsbildende Rolle (und damit Macht) der Medien als ungerechtfertigt abzuweisen kann ich nicht nachvollziehen. Die anderen Kommentatoren haben es bereits geschrieben, es zählt zu den Kernansprüchen des Journalistenethos die Wahrheit faktengetreu zu berichten.

          Die Anzahl der Menschen welche eine bestimmte Argumentation vertreten ist unerheblich für den Wahrheitsgehalt der Argumentation, da bin ich ganz deiner Meinung. Schwieriger wird es, wenn bestimmte Argumente auf breiter Basis unterdrückt werden, sodass die Öffentlichkeit gar die Möglichkeit hat darüber nachzudenken. Wenn Informationen unterdrückt oder Sachverhalte verzerrt dargetellt werden. Inweifern es bevormundend sein soll da eine gewisse Qualität einzufordern kann ich nicht nachvollziehen.

          Gefällt mir

          • Alex sagt:

            @pingpong
            „Inweifern es bevormundend sein soll da eine gewisse Qualität einzufordern kann ich nicht nachvollziehen.“

            Nein, das ist natürlich völlig legitim, von Seiten des Konsumenten. Bevormundend ist es nur, wenn es heisst, die Presse hätte ein Monopol auf die Meinungsbildung oder wäre da als „vierte Gewalt“ irgendwie ein *an sich* bevorzugter Teil der Öffentlichkeit.
            Die ganze Öffentlichkeit ist aber verantwortlich für den demokratischen Meinungsbildungsprozess. Und natürlich: es gibt viele Schattenseiten. Aber wo nicht?

            Gefällt mir

          • Michaela Lusru sagt:

            Hi pingpong,

            das ist alles schon korrekt, richtig und wichtig, was und wie du es sagst:
            „Schwieriger wird es, wenn bestimmte Argumente auf breiter Basis unterdrückt werden, sodass die Öffentlichkeit gar die Möglichkeit hat darüber nachzudenken. Wenn Informationen unterdrückt oder Sachverhalte verzerrt dargetellt werden. Inweifern es bevormundend sein soll da eine gewisse Qualität einzufordern kann ich nicht nachvollziehen.“

            Offen bleibt jedoch dabei (und so hättest du deinen Kommentar dir letztlich schenken können), was ist das: Die „GEWISSE QUALITÄT“ im Informieren?

            Wer legt das fest, wer bewertet ob, wer sortiert aus – haaalt: bei AUSsortieren ist Schluss, muss Schluss sein oder doch nicht?

            Ich empfehle uns und vor allem „DEN MEDIEN“ immer wieder das Vermächtnis eines grossen UND guten Journalisten, der in wenigen einfachen und eindeutigen Worten diese „gewisse Qualität“ beschreibt und annmahnt.
            Lebte er noch heute, bin ich mir sicher, gäbe es weder eine Lügenpresse noch den Vorwurf der Lügenpresse in Deutschland, weder eine „Produktion von Meinung a la dramatischer Gestaltungs-Verführung oder Event over all-Effekte“, noch Talkschows mit ewig den gleichen nur rotierenden sattsam bekannten Gästen, die zu diesem Verständnis passend nur neu zusammengesucht wurden.
            Mit zwei drei deutlichen Bemerkungen dieses Journalisten seinerseits in den Abendnachrichten der Tagesschau hätte niemand mehr versucht, die Dresdener Spaziergänger zu verleumden, zu mobben und zu provozieren mit gefakten Berichten, zugleich wäre aber auch von den Pegiden dort niemand versucht gewesen, von Lügenpresse zu reden.

            Dieser QualitätsJournalist fehlt leider überall in unseren Medien, es ist Hanns Joachim Friedrichs, sein Vermächtnis an den Journalismus, den gesamten Publizismus, ist dieses:

            „bei der BBC in London gelernt:
            Distanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten, nicht in öffentliche Betroffenheit versinken, im Umgang mit Katastrophen cool bleiben, ohne kalt zu sein. Nur so schaffst du es, daß die Zuschauer dir vertrauen, dich zu einem Familienmitglied machen, dich jeden Abend einschalten und dir zuhören.“

            Dem ist nichts hinzu zufügen, ausser halt, dass das wie ein Märchen aus uralten Zeiten klingt, täglich im grossen Umfang vermisst wird und ebensooft missbraucht wird mit dem Gegenteil, und – wie skuril – am heftigsten von einigen Preisträgern des Preises, der seinen Namen trägt und eigentlich für Journalismus in seinem Sinne zu vergeben war …
            (Marietta Slomka ausdrücklich ausgenommen davon).

            Wer diese Worte des Hajo Friedrichs kennt, dem fällt es nicht so schwer zu verstehen, wieso etwa die Hälfte der Deutschen ihren Medien in der Politischen Berichterstattung, vor allem zu Krisenthemen, nicht mehr trauen und etliche von Lügenpresse sprechen.
            Oder wieso in D die Medien nicht mehr die „4. Gewalt“ sondern der Wurmfortsatz der herrschenden Eliten geworden sind, warum einst investigative „Magazine“ darin auch noch wetteifern.

            So ist der Stand mit der „gewissen Qualität“: immer mehr vereinheitlichte und outsourcing-entwichene Recherche“Zentren“, die direkt von Mitgliedern der „Atlantischen Vereinigungen“ geleitet oder angeleitet werden, Deutungen und Begriffe vorprägen und derart penetrant in Umlauf bringen, dass jede andere Sicht dazu dem bis dahin noch Unbedarften wie doof erscheinen muss.
            „Gewisse Qualität“ eben. Ist es das, was du damit meintest?

            Gefällt mir

    • Michael sagt:

      Wobei hier natürlich frei, frei von jeglicher Verantwortung heißt. Also nicht vorurteilFREI sowie FREI von äußerer Kontrolle. Um mal das Känguru zu zitieren.

      Gefällt mir

      • Shitlord sagt:

        Auch das Känguru greift mal ins Klo. Das gilt auch für Internet-Comiczeichnerinnen. Und mich. Das Problem ist aber halt nicht, dass Leute Scheiße reden, sondern dass Leute Scheiße glauben, nur weil sie von Känguru kommt. Oder Internet-Comiczeichnerinnen. _Mir_ glaubt eh keiner. Hoffe ich zumindest.

        Gefällt mir

  6. aranxo sagt:

    Was mich an der Situation so ankotzt, ist die Tatsache, dass bei den Linken plötzlich entdeckt wird, dass Vergewaltigungsvorwürfe tatsächlich erfunden sein können. Bisher hieß es, man müsse jeder Frau unbedingt glauben.
    Aber die Rechten, die auf einmal entdecken, dass Vergewaltigung ein schlimmes Verbrechen ist und nicht nur ein Kavaliersdelikt, sind auch nicht besser. Und was ganz besonders eklig ist: Man kriegt das Gefühl nicht los, für die sind Vergewaltigungen vor allem dann schlimm, wenn sie von Fremden begangen werden.

    Gefällt 2 Personen

    • Michael sagt:

      Hier behauptet es keine Frau sondern rechtes Pack und dem darf man widersprechen.

      Gefällt 1 Person

      • maSu sagt:

        Frauen darf man nicht widersprechen?

        Gefällt mir

        • Michael sagt:

          Der Vorwurf war, dass Journalisten z.B. wegen der Rape Culture Diskussion den Vergewaltigungsvorwurf einer einzelnen Frau absolute Wahrheit attestieren, und die beschuldigten gern vorverurteilen, Kachelmann ist dafür ein Beispiel oder die Keile die an verschiedenene US-Unis ausgeteilt wurde.
          Wenn aber das rechte Pack/die Mischpoke (O-Ton dt. Politiker) solche Vorwürfe raushaut darf man dies auf keinen Fall glauben. Ich glaube auch nix was aus diesen Quellen kommt, aber ich glaube auch nicht automatisch jedem Hascherl dass einer zu ihr böse war nur weil sie mit feuchten Augen und zitternder Unterlippe in die Kamera glotzt.

          Gefällt mir

        • IULIUS sagt:

          Wenn Du Streit willst schon….

          Gefällt mir

      • Michaela Lusru sagt:

        @Michael sagt: November 2, 2015 um 13:33
        Sorry, Michael, du mischt dich ohne Not unter „Pack“ – wieso zählst du dich dazu?
        Jeder MENSCH, der einen MENSCHEN als PACK bezeichnet, ist selber nur PACK – oder im Menschenrecht unbedarft, naiv und nur Radautüte.

        Wer es nötig hat, den politischen Gegner als „Pack“ zu diskriminieren, muss schon arg in der Scheisse stecken, und damit meine ich in der Tat JEDEN, der das tut.

        Einer von denen hat, gewissermassen als Beweis für die Sch…, gerade mal fix sein führendes Personal gewechselt, warum wohl?

        Gefällt mir

        • Shitlord sagt:

          Ich finde es gerade befremdlich, dass ich Dich (@Michaela) verstehe. So gut aber Dein 13:42-Kommentar ist, so ignorant ist dieser – Du weißt doch genau, dass Menschen egoistisch und subjektiv urteilen. Wenn also das Pack fordert, dass Du für die Scheiße, die Du machst, gehenkt wirst, würdest Du nicht auch hoffen, dass das Pack nicht mächtig genug ist, um das zu machen? Versuchen, das Pack, was Dich hängen sehen will, zu diskreditieren?

          Davon abgesehen hast Du natürlich wieder Recht.

          Gefällt mir

        • Michael sagt:

          Rechtes Pack: So nennt Sigmar Gabriel und Co. Cem Özdemir verwendet dafür den Begriff Mischpoke. Was meines Wissens jiddisch ist für die unbeliebte Verwandtschaft.

          Gefällt mir

          • Michael sagt:

            so nennt Sigmar Gabriel PEGIDA und Co.

            Gefällt mir

            • Lomi sagt:

              Bleiben wir korrekt: „Pack“ hat er jene genannt, die vor den Flüchtlingsunterkünften lautstark und nicht eben friedlich „demonstrieren“. Ich finde es durchaus falsch, als Regierungsmitglied Menschen so zu bezeichnen. Aber er hat es nicht auf PEGIDA an sich gemünzt.

              Gefällt mir

              • IULIUS sagt:

                Seid wann müssen Demonstrationen leise ablaufen?

                Gefällt mir

              • Michaela Lusru sagt:

                Hi Lomi,
                woher willst du wissen, auf wen Gabriel sein „Pack“ gemünzt hat, das er mit „hier“ benannte (und dieses „hier“ auch im Hintergrund im Bild zu hören und zu sehen war), also woher?
                Eventuell kannst du in ihn hineinschauen?
                Auch zu TTIP, warum die Pegiden ihn dazu (!) als „Volksverräter“ belegen und mit einem Pappgalgen winken? Wieso der keine Transparenz in diese Erstellung des Jahrtausend-Kolonial-Knebelvertrages bringen kann, will oder sich nicht klar dagegen ausspricht?

                Ob der Angst hat vor Mutti, sie könnhte ihm das Wirtschaftsmisterium wegnehmen, weil unbotmässig?
                Dann schon lieber „Volksverräter“ für das „Pack“

                Mal schauen, was unsere Presse weitershin daraus macht, ob die sich eventuell mal traut, zu berichten, warum der eine PACK ruft und andere „Volksverräter“ , sich aber wohl irgendwie gegenseitig meinen?
                Müsste doch einfach zu erklären sein, oder?
                Pack sind immer die, die einen Volksverräter Volksverräter nennen, weil er ihnen die demokratieche Transparenz und Teilhabe verweigert und damit Demokratie zerstört.

                Wollen nicht hoffen, dass hier Erdoganistische Gepflogenheiten einziehen, weder auf der einen noch auf der anderen Seite, und nun die Presse?
                Über PACK lässt sich halt gut berichten, über „Volksverrat“ mit einem Kolonialvertrag weniger

                Gefällt mir

      • aranxo sagt:

        Und Frauen als die Personifizierungen des Wahren, Guten und Schönen sind also per se glaubwürdiger als irgendwelche „Rechten“? Was wohlgemerkt meistens eine Fremdbezeichnung ist, denn viele unter diesen sehen sich gar nicht als rechts.

        Es wäre ja schon schön, wenn man sich darauf einigen könnte, dass jeder Vergewaltigungsvorwurf unabhängig von der Person, die ihn aufwirft, sachlich, neutral und kritisch, kriminalistisch und juristisch aufgearbeitet wird. Und wenn sich der Vorwurf als haltlos erweist, diese Person nicht nur juristisch, sondern auch gesellschaftlich verurteilt wird.

        Gefällt mir

        • Lomi sagt:

          Gesellschaftlich verurteilt? Das ist irgendwie ein seltsames Konzept. Was für ein Urteil soll die „Gesellschaft“ denn fällen? Das klingt für mich etwas zu brutal. Man hat es dann immer noch mit einzelnen Personen zu tun. In der Regel. Belassen wir es doch bei einem juristischen Nachspiel, ohne dass jetzt ein einzelner Mensch an den Pranger gezerrt wird.

          „Und Frauen als die Personifizierungen des Wahren, Guten und Schönen sind also per se glaubwürdiger als irgendwelche “Rechten”?“

          Auch wenn Du natürlich nicht unrecht hast und auch wenn ich gerne in diese Kerbe haue: Bei diesem Thema finde ich die Feminismusdiskussion irgendwie doch fehl am Platz. Klar, das ist ein Hemmnis, auch in diesem Fall. Der kulturelle Nährboden für solche üblen Verdächtigungen ist eben das Misstrauen gegenüber Männern. Auf das sich übrigens die kerndeutschen Pegida-Männer offenbar nur zu gern einlassen und es somit tragen.

          Also ich meine, dass hier das zentrale Problem ist, dass hier Leute mit bösartigen Gerüchten eine militante Stimmung schüren. Das ist brandgefährlich.

          Gefällt mir

          • aranxo sagt:

            Das klingt wohl brutaler, als ich es meine. Leute an den – meist medialen – Pranger zu stellen, finde ich auch ziemlich unappetitlich.

            Mit gesellschaftlicher Verurteilung meine ich, dass einen gesellschaftlichen Konsens geben sollte, dass so etwas kein Kavaliersdelikt ist. Also nicht irgendwie auf dem Level von Ladendiebstahl und entschuldigt durch so Phrasen wie „hat eben dummes Zeug geredet“, „hat sich unter Druck gefühlt“, „hat keinen anderen Ausweg aus der Situation gefunden“ und ähnlichen Dummfug.

            Und natürlich gebe ich Dir recht, dass es hier um möglicherweise in bösartiger Absicht in die Welt gesetzte Gerüchte geht. Das hetzt auf und sollte bestraft werden. Geht ja auch, durch den Paragraphen „Vortäuschen einer Straftat“.

            Gefällt mir

  7. Hmm… Sonst traust du ja solchen „aber der Bekannte meiner Schwester“ Quellen eher weniger (zu Recht)…

    Gefällt mir

  8. New Jörg sagt:

    Hat dies auf Willkommensnetz Linden-Limmer rebloggt und kommentierte:
    Genau so ticken Verschwörungstheoretiker.

    Gefällt mir

    • Lomi sagt:

      Das verstehe ich jetzt nicht.
      Kohls Goebbels-Vergleich seinerzeit war ein Skandal, falls sich da jemand noch daran erinnern kann. Dafür hat er mächtig viel verbale Prügel bezogen.

      Irgendwie suggeriert dieses Bild hier eine Ungleichbehandlung. Die nicht existiert.

      Gefällt mir

      • IULIUS sagt:

        So schlimm war es wohl doch nicht. Hinterher ist noch ein paar mal zum Bundeskanzler gewählt worden.

        Gefällt mir

      • Michaela Lusru sagt:

        Ach Lomi, welche Ungleichbehandlung?
        „Theo, Rüttger und Helmut“ vom sozialdemokratischen Studentenbund am Pappgalgen ist doch in der Tat was völlig anderes, als „Reserviert für Merkel, und Volksverräter TTIP-Gabriel“, meinst du nicht?
        Und außerdem: Was kümmert diese Studenten schon ihr Gequatsche von vorgestern …
        Und was soll da suggeriert werden, das „nicht existiert“? Sehe ich nicht, denn es ckommt inner darauf an, wer einen andere beschimpft, jedenfalls in unserem heile heile D

        Gefällt mir

  9. ignmd sagt:

    Wie es der Zufall will, hatte ich bei Steinhöfel heute gelesen, dass die Polizei in Herford angeblich bewusst eine Vergewaltigung in ihrer Presseerklärung verharmlost hat:

    http://www.steinhoefel.de/blog/2015/10/polizei-und-presse-manipulation-taeuschung-verhoehnung-der-opfer.html#more-4769

    Keine Ahnung, wem man heute überhaupt noch glauben kann. Tatsache ist aber, dass der Staat und die Presse kein gutes Bild von sich mehr abgeben und man eben nicht mehr das gewisse Grundvertrauen in diese Institutionen besitzt. Ich habe jedenfalls zunehmend das Gefühl, dass es nicht mehr nur Einzelfälle bzw. einzelne menschliche Verfehlungen sind, sondern dass inzwischen ganz systematisch und bewusst die Öffentlichkeit getäuscht und erzogen werden soll.

    Wenn man sich z.B. mal ansieht, wie bei Akif Pirinçci ein Satz, den man gerne kritisieren kann, trotzdem völlig sinnverfälschend von sehr vielen großen Medien und Politikern flächendeckend falsch dargestellt wird, dann kann ich jedenfalls nicht mehr nur von einem menschlichen Versehen ausgehen. Das erscheint vielmehr wie eine völlig Bankrotterklärung in Bezug auf die eigene Seriösität; als würde die Presse sogar nachhaltig den Beweis liefern wollen, dass sie sich den Begriff „Lügenpresse“ verdient. Wie soll man denn bitte noch ein Grundvertrauen in die Seriösität der Presse haben, wenn diese offenbar flächendeckend damit überfordert ist, auch die Reden von unliebsamen Personen wenigstens korrekt darzustellen, damit sich der Bürger selber eine Meinung bilden kann? Solange die Presse nicht anfängt, sich von derartig unseriösen Journalisten deutlich abzugrenzen bzw. zu trennen, sind sie selber schuld, dass diese den gesamten Berufsstand in Verruf bringen. Wenn z.B. ein Rechtsanwalt gegen seine Berufsstandsregelungen verstößt, kann er seine Zulassung verlieren, insbesondere dann, wenn der Anwalt den gesamten Berufsstand mit seinem Handeln in Verruf bringt. Damit soll gerade verhindert werden, dass das nötige Vertrauen in den gesamten Berufsstand nachhaltig Schaden nimmt, wenn nicht der gesamte Berufsstand redlich versucht, sich von den schwarzen Schafen abzugrenzen, die gegen allgemein gültige Berufsstandsregelungen verstoßen. Und solange die Presse solche schwarzen Schafe in ihren eigenen Reihen duldet und sich von diesen nicht trennt, wird man halt die Presse zunehmend insgesamt als „Lügenpresse“ wahrnehmen, in die man kein Grundvertrauen mehr haben kann.

    Es gibt da ein Sprichwort: „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht!“

    Wer sich einmal sein Grundvertrauen so massiv selber verspielt hat, der wird es nur noch sehr schwer wieder zurück erlangen. Und da kann die Presse noch so auf die Bevölkerung schimpfen. Das Vertrauen verspielt sich die Presse mit solchen dreisten Täuschungen vielmehr höchstpersönlich selber. Denn, wer einmal so lügt und sich auch nicht gegenseitig kontrolliert, dem vertraut man dann halt auch künftig nicht mehr! Und so handeln oft diejenigen erheblich naziähnlicher als die, die umerzogen oder demagogisch an den Pranger gestellt werden sollen!

    Da fällt mir ein, das wäre doch prädestiniert für ein Comic:

    Überschrift: Überall Nazis!

    Figur 1 als Redner auf einer Veranstaltung: „Offenkundig scheint man bei der Macht die Angst und den Respekt vor dem eigenen Volk so restlos abgelegt zu haben, dass man ihm schulterzuckend die Ausreise empfehlen kann, wenn er gefälligst nicht pariert. Es gäbe natürlich auch andere Alternativen. Aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb.“

    In der Zeitung steht dann (= angelehnt an z.B. NDR Info und die Aussagen des Justizministers Maas): „Es ist die Aussage eines Redners: In Deutschland seien die KZs ja leider derzeit außer Betrieb. Bezogen hatte er ihn in seiner Rede auf Flüchtlinge.“ Dazu erklärte der Justizminister: „„Zumindest die, die auf der Bühne standen und bedauerten, dass die KZ nicht mehr in Betrieb sind, das sind Nazis.“

    Figur 2 dann zu sich laut murmelnd: Schon krass und erschütternd, wie nazihaft die Presse inzwischen geworden ist. Jetzt schreiben sogar schon öffentlich rechtliche Medien in Bezug auf Flüchtlinge: „In Deutschland seien die KZs ja leider derzeit außer Betrieb.“

    Figur 3, die das zufällig hörte, dann zu Figur 4: „Figur 2 ist ein Nazi. Ich habe gehört wie er zu sich in Bezug auf Flüchtlinge sagte, dass KZs ja leider derzeit außer Betrieb seien!“

    Mit anderen Worten: Wenn Presse und Minister meinen, anderen Nazi-Aussagen unterschieben zu dürfen, dann geht das genauso auch umgekehrt! Und mich erinnert das Ganze eben zudem sehr stark an die Methoden von Nazis, anderen demagogisch sinnverfälschende Aussagen unterzuschieben, die dieser so nicht gesagt hat. Überall Nazis halt!

    Gefällt mir

    • Alex sagt:

      @ign
      „…Akif Pirinçci … völlig sinnverfälschend von sehr vielen großen Medien und Politikern flächendeckend falsch dargestellt wird“

      Seine ekligen Unterstellungen und haltlose Polemik haben halt ein Fass zum Überlaufen gebracht. Mag die Interpretation auch nicht sehr präzise gewesen sein.

      Damit hat die Presse ohnehin ein Problem, wie man an den Äusserungen Netanjahus sehen konnte, als er den Mufti als Inspirator der KZs benannte, da wurden fast noch gröbere Probleme mit der Vergangenheitsbewältigung deutlich als bei Pirincci.

      Und bitte: die Presse mit dem Wahrheitsanspruch, das gehört doch in den Zuständigkeitsbereich von Staaten wie der Sowjetunion, die ihre Zentral-Zeitung ganz dementsprechend „Wahrheit“ nennen konnte.

      Gefällt mir

      • Michaela Lusru sagt:

        Hi Alex, was hast du gegen „Wahrheiten“, ja: Plural!
        Meinst du nicht auch bei uns sollten sich auch etliche Medien den Wahrheiten verpflichtet fühlen?
        Selbstverständlich behaupten die das auch, glauben es selber und das trifft auch in den allermeisten Fällen zu, Knackpunkte sind die brisanten starken politischen Berichtsfelder, wo auf „Verständnis der Bürger“ für eigenes Regierungsverhalten vorausschauend oder nachbereitend geschielt wird: Da findet das statt, was Bürger als „manipuliert“, weggelassen, aufgebauscht, verdreht, verkürzt entstellend WAHR nimmt, weil e ihm so geboten wird!

        Wahrheit kommt von Wahrnehmen, Erkennen, und das ist unter Lebewesen, speziell unter Menschen, stets sozial subjektiv geprägt, da bei jeder Betrachtung andere nur nominal vergleichbare Kriterien die Art der Wahrnehmung bestimmen.

        Und was soll dieses Pissen mal in Richtung „Sowjetunion“? Die gibt es seit Jahrzehnten nicht mehr, noch nicht bemerkt?
        Ist doch nun geklärt: Jeder hat SEINE Wahrheit – aber auch seine REGELN und Traditionen mit Bewährung – und seine Art, das mit seinen Bürgern zu verstehen aufgrund eines trotz aller Subjektivität beim Wahr nehmen erzeugten „Gemeinsamen Informationsvorrates“.
        Dieser, diesen zu haben und darüber zu verfügen, heisst: MACHT.
        Deutungsmacht, wie Denkmacht.
        Alles klar?
        Ihn zu erzwingen mit hohlen überzogenen Darstellungen ist Propaganda und keine Wahrheit.
        Und Propaganda ist der letzte Versuch derer, denen die realen Fakten oder Argumente ausgingen, egal wofür – und wer lässt sich das schon gern anmerken.

        Gefällt mir

  10. Johnny sagt:

    Ich fasse das hier mal zusammen: a) die Presse sagt immer die Wahrheit, b) es ist nicht Aufgabe der Presse, was anderes als Regierungspropaganda zu verbreiten c) die Presse hat gar keine Macht.

    Äh ja, wenn das die Verteidigungsreden sind, dann ist das Vertrauen in die Medien wirklich verloren, selbst bei denen, die noch für sie argumentieren.

    Was ich empfehle, um sich ein Bild zu machen von den Medien: nehmt euch ein Thema, bei dem ihr euch auskennt. Nun schaut euch die Presseartikel dazu an, grinst über die Fehler, rauft euch die Haare über soviel Dummheit und wütet innerlich wegen der Propaganda.
    Und nun blättert ihr um und meint, der nächste Artikel über ein Thema, bei dem ihr nicht übermäßig sachkundig seid, hätte mehr Qualität und weniger Agenda?

    Gefällt mir

  11. Michaela Lusru sagt:

    @Lomi sagt: November 3, 2015 um 09:20

    „@Julius – Bachmann nennt die Presse “Lügenpresse” …

    Also Lomi, auch der Bachmann „hat das nur geklaut“, das ist nicht seine „Erfindung“ sondern er hat das (Problem) schon VORgefunden und dankend aufgegriffen, denn das Problem besteht nachweislich schon etwas länger, und nicht (nur) bei „den Rechten“ oder „Dresdener Spaziergängern“, wie du hier sehen kannst:

    Lügenpresse nein, aber Grundgesetzpresse?
    Die „freiwillige Selbstkontrollen“ der Lebensmittel- und Arzneimittelindustrien kontrollieren und zertifizieren sich so mehr oder weniger selbst, die FIFA untersucht streng ihre eigene Korruption – seit Jahren, die Autokonzerne prüfen strengstens im Labor selbst ihre Abgas- und Verbrauchsparameter – mit nicht so gutem Erfolg, wie zunächst mal VW uns zeigt, die Dienste, die unser Land unsere Menschen und Betriebe zu schützen haben, kontrollieren alles Mögliche im Auftrag anderer Dienste, sind nicht dort, wo sie benötigt wurden und kontrollieren – wie soll es anders sein – sich selbst, alles geheim, einschliesslich der (un)koordiniert am gleichen Fall auftretenden „zufälligen“ und „regelgemässen“ Aktenvernichtung, auch wenn es sich um das größte Kapitalverbrechen mit Behördenverstrickungen seit Bestehen der Bundesrepublik handelt, und Medien – die berichten …

    Nur die Bürger kontrollieren sich nur gelegentlich selbst, z.B. in Sachsen-Anhalt mit Bürgerwehren, weil dort jetzt weitere 1000 Polizisten trotz steigender Kriminalität „abgeschafft“ werden, eventuell noch kein Trend?

    Dann ein Lichtblick in den „freiwilligen Selbskontrollen“:

    Der Deutschlandfunk stellt sich seinen Kritiken, prüft – selbst – was davon als Kritik durchgeht, was nicht, und welche Kritik ihm als Kritik würdig und bearbeitbar erscheint – um es vorweg zu nehmen: Nein, der Deutschlandfunk ist in meinen Augen keine „Lügenpresse“, über den Rest mag sich jeder sein eigenes Bild machen…

    Marco Bertolaso, der Nachrichtenchef des DLF macht das als Chefsache, formuliert
    „7 Todsünden“ unter
    http://www.deutschlandfunk.de/aus-der-nachrichtenredaktion-die-sieben-todsuenden-der.1818.de.html?dram:article_id=335641

    und zwar so:

    >„Aus der NachrichtenredaktionDie „sieben Todsünden“ der Nachrichten“<
    „Auch die beste Nachrichtenredaktion ist nur ein Mensch und macht schon einmal Fehler. Das macht aus uns aber nicht die "Lügenpresse". "Grundgesetzpresse", so dürfen Sie uns allerdings gerne nennen. Mit sachlicher Kritik haben wir kein Problem und doch wächst der Eindruck, dass wir nicht mehr alle Menschen im Land erreichen können.
    Marco Bertolaso“:
    "Die DLF-Nachrichten fühlen sich eher als "Grundgesetz-Presse".
    
    „Todsünde 1: "Ihr seid alle links", "Ihr seid alle rechts"

    Symmetrisch und paradox – solche Konstellationen existieren in vielen anderen Varianten.
    Einschätzung: Ein Klassiker unter den Vorwürfen. Er unterstellt in vielerlei Ausprägung vorurteilsbeladene und absichtlich verzerrende Berichterstattung. Gibt es wohl schon so lange, wie Medien existieren. In der Regel sind wir ungefähr für die Hälfte der Kritiker zu links oder zu palästinenserfreundlich und für die andere Hälfte zu rechts, zu israelnah etc. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass unsere Nachrichten alles in allem nicht so schlecht liegen.“

    Antwort:
    Diese Einschätzung dürfte die grösste Todsünde im Journalismus sein, sie stellt fest: Alles OK wie es ist, kein Handlungsbedarf

    
    „Todsünde 2: "Ihr macht doch alles, was die Regierung will"
    und
    "Todsünde 3: "Ihr macht doch alles, was "das System" will!"
    meint Bertolaso:
    „Einige Menschen glauben tatsächlich, Angela Merkel ließe morgens bei uns anrufen und übermittle ihre Anweisungen oder Wünsche für den Tag.“
    und
    „Einschätzung: Ehrlich gesagt, ich habe es nicht so mit den komplizierten Verschwörungstheorien.“

    Antwort:
    Nein, das glaubt kein Mensch, eine unverschämte Fürdummhaltung der Hörer, die wissen längst, wie dieser Eindruck als „Regierungsklebchen“ zustande kommt, es ist oft und deutlich genug kritisiert, z.B. von
    – Walter van Rossum (s.u.), 
    – Ulrich Wickert 2009 in der FAZ, 
    – Stefan Niggemeier , oder der
    – Hanns-Joachim-Friedrichs-Preisträger Christoph Maria Fröhder im Februar 2015: journalistische Qualität (der Tagesschau und der Tagesthemen.) Seiner Meinung nach geht es meistens „nicht um Journalismus oder Qualität, es geht bloß um Macht“. Karrierestrukturen und Konkurrenz der ARD-Anstalten untereinander verhinderten eine sinnvolle Aufteilung der Arbeit zwischen Korrespondent und Reporter. Neben sprachlicher „Verlotterung“ wies Fröhder auf Qualitätsmängel als Folge der Strukturprobleme hin: Es würden „scheinbar relevante Fakten hintereinandergefügt, anstatt sie zu hinterfragen“.

    Also für uns in Kürze:
    Es wird überall schlicht von wem auch immer „übernommen“, fast nicht mehr hinterfragt, das kotzt Otto Normalo schlicht an.
    Das „Übernehmen“ von kompletten Worthülsen, Sätzen und Kombinationen suggeriert den Zustand der Gleichschaltung, Ritualisierungen in den Wertungen werden so schleichend kreirt.
    Dazu aus Wikipedia unter „Tagesschau“, (auch ARD und keinen Deut anders):
    “2007 kritisierte Walter van Rossum[42] die rein informative Dienstleistung und die Übernahme trivialer vorverdauter Informationen. Er beklagt außerdem „eine Art freiwilliger Gleichschaltung der Medien“.[43] Die Mechanismen der Homogenisierung der Meinungen beruhe bei ARD-aktuell jedoch nicht auf Vorgaben, sondern sei das Ergebnis „täglicher Feinabstimmung“ in Konferenzen und Besprechungen, in denen sich die Sprachregelungen zu den aktuellen Themen herausbilden würden. Es gehe dabei um einen „Objektivitätsschein, der durch größtmögliche Annäherung an die politische Mitte erreicht werden soll.“
    Marco Bertolaso, der Leiter der Deutschlandfunk-Nachrichten, kritisierte Rossums polemische Darstellung und die zu schmale Datenbasis (ein Sendetag).[44]
    In einer Rezension in der Zeit kommt Insa Wilke jedoch zu dem Schluss, Rossum beschreibe prägnant den Einsatz von »erblindeten Bildern« ohne jeden Erkenntnisgewinn, die Stereotypen reproduzieren, auch wenn seine Kritik insgesamt polemisch überzogen sei.[45]“

    Das muss bis hierher reichen, es finden sich noch mehr Beispiele dort. Interessant ist, dass der im DLF Verantwortliche Chef Bertolaso lediglich eine „zu schmale Datenbasis“ als Antwort findet, und das bereits vor 8 (ACHT) Jahren …

    „Todsünde 4: "Ihr macht doch alles, was "die Amerikaner" oder "die EU" wollen!"
    mit:
    "Hofberichterstattung über Amerika?“

    "Einschätzung:
    Beides kommt immer wieder in der Kritik an den Nachrichten vor. Beides ist zum Teil eine Ausweitung bereits genannter Vorwürfe auf die internationale Politik. Es ist aber auch eine Reaktion auf die unübersichtlichen politischen, wirtschaftlichen, sozialen Verhältnisse der globalisierten Welt, die vielen Menschen Angst machen.“

    Antwort:
    Nein, das ist allein die gegenwärtige Prägung des Offizial-Journalismus, deren Ursache durchaus zu suchen wäre!
    Vom Putin wird der Pups vor dem Frühstück „kritisch hinterfragt“, der US-Präsident wird mal eben völlig arglos als „der amerikanische Präsident“ nicht hinterfragt, obwohl schon diese Benennung scharf zu hinterfragen wäre als schlichte gedankenlose lügende Lobhudelei, denn er ist nur der Präsident eines einzigen Staates in Amerika, und geben soll es da eine ganze Reihe weitere, von Kanada, Kuba und Mexiko abgesehen.
    Keine Hofberichterstattung aus „Amerika“ ?- da haben wir es schon wieder: Der Herr Bertolaso spricht selber von „Amerika“, obwohl er nur die USA meint …

    An dieser Stelle beende ich mal diesen Kommentar, denn diese verfriemelte Eigeneinschätzung des DLF-Nachrichtenchefs spricht für sich und bedient direkt den Eindruck, der mit "Lügenpresse" gemeint sein soll.
    Und wer die Diskrepanzen näher zum Selberärgern sich komplett reinziehen möchte, der schaue im DLF-Link des Herrn Bartolaso (stellvertretend für ARD und ZDF) und allein in der Wikipedia zur Tagesschau nach, wo das überspitzt als Lügenpresse formulierte Problem seit nun fast einem Jahrzehnt unsere Bürger unmündig, teils wie kleine Kinder und teils wie Politprofis unterüberfordert, langweilt und verärgert.

    Warum ist nur unser Hanns Joachim Friedrichs so früh gestorben, allein sein tägliches Nachrichtenvorbild hätte den Rahmen gesetzt, der für andere Eindrücke als „Lügenpresse“ erforderlich gewesen wäre, denn Herr Bartoloso:
    Eine „Grundgesetzpresse“, eine „Presse“ für das Grundgesetz, benötigen wir leider nicht, Volksbelehrungen waren gestern und vorgestern, unsere Bürger bezahlen Sie für öffentliche UND rechtliche Berichterstattung, das sind IHRE Kunden und nicht ihre Spielfiguren.

    Gefällt mir