Unterschiede.

Veröffentlicht: November 17, 2015 in Uncategorized

brand

Kommentare
  1. Frank sagt:

    Klasse Comic! Ich habe mal versucht mir auszusuchen, wovon ich mich betroffen fühle und wovon nicht. Hat irgendwie nicht funktioniert ^^
    Müsste man jedem Anschlag die gleiche Aufmerksamkeit zukommen lassen, bestünde der Tag aus 1440 Schweigeminuten.

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    • Caron sagt:

      Ich sehe den Tatsachen ins Auge: Mich interessieren in erster ich selbst und die Leute, die mir nahestehen. Deswegen interessiert mich (peripher, weil es immer noch unwahrscheinlich ist, dass jemand dabei ist, den ich kenne) die Anzahl der deutschen Todesopfer bei Flugzeugabstürzen und deswegen interessieren mich Anschläge auf Leute, die mir so ähnlich sind, dass ich auch potentielles Ziel bin.
      Würden mich tatsächlich alle Menschen interessieren, müsste ich mein Leben auf ein Mindestmaß reduzieren (jede abgewrackte Einzimmerwohnung in Deutschland ist um Längen komfortabler als die Unterkünfte der meisten Menschen dieser Welt und von den 10kg-Reissäcken im Asiamarkt kann man wirklich günstig essen) und alles andere dafür nutzen, um Leute zu retten. Medizinische Grundversorgung und so. Genau genommen müsste ich mir sogar überlegen, ob mein Forschungsjob in den Life-Sciences auf weltweiter Skala nicht zu hoch angesetzte Probleme löst und meine Arbeitskraft anders einsetzen.
      Davon abgesehen bin ich lediglich bereit, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten und ansonsten meinen Lebensstandard zu halten.

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      • Steffen sagt:

        Interessant, ich würde das Ganze für mich sogar noch weiter „reduzieren“: Mein Mitgefühl ist *nur* bei Leuten priorisiert, wenn ich sie persönlich kenne – weil deren Unglück präsenter ist: Wir haben die selbe Familie / Freunde / Kollegen, durch die ich immer wieder an sein/ihr Unglück erinnert werde und ich weiß zudem besser über die „Spuren“ Bescheid, die der Verunglückte hinterlässt.
        Ansonsten ist mein Mitgefühl stets auf dem gleichen Level: Egal ob jemandem aus meiner Straße etwas zustößt oder einem Menschen in Afrika.

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        • Lomi sagt:

          Ich finde es interessant, dass Mitgefühl mit Nähe assoziiert wird. Ich erlebe es bei mir anders: Es hat etwas damit zu tun, wie stark ich mit einem Vorkommnis zu tun habe.

          Es kann in Deutschland Leuten etwas passieren und ich werde nicht emotional. Der Grund: Ich höre es als nüchterne Radiomeldung.

          Der 11. September 2001 hat mich stark emotionalisiert, obwohl ein paar tausend Kilometer zwischen Berlin und New York liegen. Der Grund: Ich habe nach dem ersten Flugzeug fast alles im TV gesehen und ich habe den ganzen Tag TV gesehen. Die Bilder haben mich emotionalisiert. Gleiches gilt für Paris, weil ich auch hier sehr lange TV gesehen habe.

          Natürlich, die Nähe spielt immer eine Rolle. Wenn es Bekannte trifft, wirken Katastrophenmeldungen emotionaler. Aber Medien sorgen dafür, dass auch ferne Schauplätze solche Wirkungen entfalten können. Ich habe während des Irakkrieges 2003 viel Fernsehen gesehen und war da ebenfalls stark angesteckt. Obwohl das ganz weit weg ist.

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        • Caron sagt:

          Sicher nicht ganz falsch. Als ich in der 12. Klasse war, und für die 13., unter denen ich viele Freunde hatte, das Abi anstand, wurde eine Achtklässlerin bei einem Verkehrsunfall getötet. Ich hatte sie nie gesehen, wusste nicht wer sie war und hatte damals auch Schwierigkeiten, mich der schulweiten Betroffenheit und weitgehenden Einstellung der Abifeierlichkeiten anzuschließen.

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          • Lomi sagt:

            Meine Beobachtung war am 11. September: Diejenigen,die wie ich den ganzen Tag ferngesehen haben, waren hoch emotionalisiert. Diejenigen, die aufgrund ihrer Aebeit nicht dazu kamen, waren relativ nüchtern. Die Medien spielen offenbar eine große Rolle.

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      • Rodion sagt:

        Auch wenn es vom eigentlichen Thema weg führt: es gibt genügend Wege zwischen reinem Egoismus und vollständiger Selbstaufgabe. Man kann doch auch einer fremden Omi den schweren Koffer die Bahnhofstreppe raufschleppen, ohne gleich Altenpfleger werden zu müssen. Macht die Welt ein wenig netter.

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        • Caron sagt:

          Na klar. Aber Du implizierst schon ganz richtig: Es macht die Welt ein weniger netter, und da steckt eine Abwägung dahinter. „Für mich ist es nicht besonders umständlich, ihr hilft es erheblich, warum nicht“. Gerade solche „kalten Berechnungen“ werden aber von den Berufsbetroffenen angefeindet.

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    • gerks sagt:

      Gar keine schlechte Idee.

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  2. Im Übrigen sagen diese Heuchler mit ihrem „Aber über den Libanon wird nicht berichtet“ mehr über sich selbst ausm, als über den, den sie kritisieren. Es wurde nämlich durchaus darüber berichtet. Sie haben es halt nur nicht gelesen und schließen deswegen darauf, es würde niemanden interessieren.

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    • Lomi sagt:

      Ich finde nicht, dass man diese Leute gleich als „Heuchler“ titulieren muss. Sie mögen sich irren, sie mögen moralisch fehlgehen. Aber das muss nicht unbedingt gleich Heuchelei sein, denn das unterstellt eine Absicht. Die Absichten kennen wir doch nicht so genau.

      Es gibt zweitens schon gute Gründe, Paris in einen größeren Zusammenhang zu sehen und wahrzunehmen, dass diese Form der Gewalt anderswo tatsächlich der traurige Alltag ist.

      Das Problem ist doch nicht das Libanon-Argument, sondern die aufgeheizte Stimmung. Jetzt regiert das Pathos („Unsere Freiheit…“, „Totaler Krieg“ usw.). „Heuchler“ wird nicht zur Besonnenheit beitragen.

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      • Nein, dass sie das bewusst tun, unterstelle ich nicht. Vielmehr sehe ich darin sogar dass Problem, dass sie sich unbewusst als die moralischeren sehen. Es sich bewusst zu machen, hieße, es zu hinterfragen. Und dann würde nicht viel davon übrig bleiben.

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        • Lomi sagt:

          Hinterfragen finde ich in Ordnung. Den Comic finde ich auch gut. Womit ich vorsichtig bin: es moralisch zu beurteilen. Ich selber habe eine gewisse „Libanon“-Neigung, klar, daher rührt natürlich meine Zurückhaltung ^^ Ich bin auch nicht so ganz davon überzeugt, dass es falsch ist, darauf hinzuweisen. Das im Comic angesprochene Problem kann ich als solches erkennen und zur Grundlage der eigenen Reflektion machen. Ich sehe derzeit keine Position unumstrittener Wahrheit, weder bei mir noch bei anderen. Ich halte es auch eher für gefährlich, schon Wahrheiten zu verkünden, während der Pulverdampf noch über den Pariser Straßen schwebt.

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          • Kai V sagt:

            „Ich halte es auch eher für gefährlich, schon Wahrheiten zu verkünden, während der Pulverdampf noch über den Pariser Straßen schwebt.“

            Aus Dir wird nie ein halbwegs brauchbarer Populist🙂
            Wann soll man denn sonst Wahrheiten verkünden? Etwa dann, wenn sich keiner mehr dafür interessiert? Man muss das Eisen schmieden solange es heiss ist, das ist JETZT!!! In drei Wochen interessiert sich keiner mehr dafür, da wird die nächste Sau durch Dorf getrieben. Also, Krieg gegen die Hütten, Frieden den Palästen, bombadiert Syrien und alles andere! Asylterroristen raus! Grenzen dicht! Hassprediger ausweisen (auch Sarkozy und Le Pen!!!)…

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  3. Ich wüsste jetzt trotzdem nicht, was ich für betroffene Personen in Frankreich tun könnte.

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  4. Michael Mendelsohn sagt:

    Ein Kabelbrand in der Küche ist ein isoliertes Ereignis.
    Ein Amoklauf meist auch.
    Die Ursachen sind größtenteils im Einzelfall zu suchen, teilweise im System.

    Ein Terroranschlag ist oft nicht isoliert. Die Ursachen sind politisch, und deshalb ist es sinnvoll, jenseits der Betroffenheit und der persönlichen Emotionen darüber nachzudenken, was anderswo in der Welt passiert. Die Nachricht vom Anschlag im Libanon kann dazu beitragen, zu verstehen, dass es hier nicht nur gegen „westliche Werte“ ging. (Der Scheunenbrand hilft beim Verständnis des Küchenfeuers nicht weiter.)

    Mit dem Terroranschlag hat der „Krieg“, den Hollande jetzt rhetorisch ausgepackt hat, nicht begonnen. Er hat für Frankreich damit begonnen, dass Französische Flugzeuge Ziele in Syrien bombardiert haben und dabei sicher auch Zivilisten getötet und verletzt haben. (Genausowenig war 9/11 ein isoliertes Ereignis, aber die Opfer im mittleren Osten, die die USA versacht haben, sind bei uns nicht so von Medieninteresse gewesen wie die in New York.)

    spiegel.de: „Hollande sagte, die Attacken in Paris seien in Syrien geplant und vom Nachbarland aus organisiert worden.“ Er bombardiert in Syrien, aber in Belgien nicht. Warum der Unterschied? (Terroristen in Afghanistan suchen funktionierte bei den Amis auch immer anders als Terroristen im eigenen Land suchen: Unterschied.)

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    • Kai V sagt:

      „Mit dem Terroranschlag hat der “Krieg”, den Hollande jetzt rhetorisch ausgepackt hat, nicht begonnen. Er hat für Frankreich damit begonnen, dass Französische Flugzeuge Ziele in Syrien bombardiert haben und dabei sicher auch Zivilisten getötet und verletzt haben.“

      Weshalb jetzt FRANZOSEN hier Terror verüben? LOL!!!

      Das Problem ist viel weitreichender… Die meisten (vorzugsweise männlichen) Jugendlichen aus den Vorstädten haben kaum Perspektiven, sind die Prügelknaben der Nation etc. etc. etc. Nicht umsonst haben hier die Vorstädte gebrannt. Danach hat dann NS (Nicolas Sarkozy) den Druck erhöht etc. etc. etc.

      Da hätte auch ein Adolf H. aus Ö. kommen können, die währen auch dem hinterhergerannt…
      Oder glaubst Du, das hier einen Jugendlichen aus der Vorstadt interessiert was in Syrien passiert? Im Leben nicht, die wissen nicht mal wo das ist. Da sind Moslems (egal welche, egal ob, das erzählt man denen, also ist es so), die werden bombadiert, Frankreich hat was gegen Euch, schaut Euch doch nur an, wie ihr lebt (falls man das Leben nennt) und wie die Schweine Leben etc. etc. etc.

      Hinzu kommt eine Perspektivlosigkeit, das Gefühl vom Staat unterdrückt zu werden (was teilweise sogar stimmt) usw. und schwups, hast Du Zugang zu denen und kannst die in Deine Richtung lenken. ALLE sind über radikale Hassprediger zu ihren Taten gekommen. Wenn es nicht Syrien wäre, dann wäre es was anderes. Wenn es sein muss der Schlips von Hollande… Und vertu Dich nicht, aber in Deutschland wird es auch kommen, egal ob Syrien oder nicht.

      Das bedeutet nicht, das man nicht über Syrien sprechen kann, aber in diesem Zusammenhang ist es nur ein Nebenkriegsschauplatz. Ohne radikale Hassprediger würden die halt keine Selbstmordattentate machen, sondern Häuser und Busse anzünden. Und ohne Syrien würde es das Burka oder Kopftuchverbot sein…

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    • St. Elmo sagt:

      @ Medelsohn

      Warum sollte er Belgien bombardieren?
      Ich wüsste jetzt nicht das die belgische Regierung die Verantwortung für die Terroranschläge übernommen hätte bzw. für die Terroranschläge verantwortlich ist.

      Und genaugenommen lässt er nicht Syrien bombardieren sondern Stellungen der Rebellengruppe IS, die dort einen Krieg gegen die syrische Regierung führt und die Verantwortung für die Terroranschläge übernommen hat.

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      • Michael Mendelsohn sagt:

        „Warum sollte er Belgien bombardieren?“ — Weil die Organisatoren der Anschläge da gewohnt haben. Einfach mal bei denen in der Nachbarschaft ein paar Häuser plattmachen, das ist ja ganz klar eine „terroristische Hochburg“! Wenn’s auch ein paar Belgier trifft, die mit den Anschlägen nichts zu tun hatten, kann man a) behaupten, sie hätten was damit zu tun gehabt (Geheimdiensterkenntnisse!), und b) Kollateralschäden. So wird’s jedenfalls immer dann gehandhabt, wenn die USA (und jetzt wohl auch Frankreich) in islamischen Ländern Terroristen verfolgt.

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  5. IULIUS sagt:

    Das Feuer beim Nachbarn interessiert doch auch nur, weil man zugucken kann…

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  6. Shark sagt:

    Warum ein Anschlag in Frankreich anders wahrgenommen wird, als in einem weit(er)entfernten arabischen Land ist doch klar: Es steht uns kulturell und geographisch näher und ist nicht nur ein Flecken auf der Landkarte. Viele Deutsche waren zudem schon mal in Frankreich, haben da vielleicht auch Freunde und Bekannte. Plötzlich springt es wieder ins Bewusstsein, dass es uns selbst ja auch treffen könnte. Die ganze Aufmerksamkeit in den Nachbarländern gilt doch weniger den Opfern sondern dem Impuls: „Oh Gott, es könnte auch MICH und meine Lieben treffen!“

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  7. St. Elmo sagt:

    Das die Anschläge in Beirut nicht so groß in der Presse war?

    Helmut Schmidt war drei Tag zuvor gestorben,
    und die meisten Zeitungen haben darüber Berichtet (sz, zeit, faz, stern) zwar nicht in dem Umfang wie jetzt über Paris, aber es wurde darüber Berichtet. Sogar die US Regierung hat den Anschlag direkt danach Verurteilt.

    Warum uns Paris näher geht,Paris ist die Hauptstadt des Nachbarlandes, Deutschland und Frankreich verbindet eine Freundschaft NATO, EU, Deutsch-Französische Brigade, gemeinsame Vergangenheit, Wirtschaftliche Verflechtungen, Schüleraustausch usw.

    Bei Paris denke ich an die Stadt der Liebe

    Bei Beirut an das dank PLO und Syrien zerstörte ehemalige Paris des Nahen Ostens, an Bürgerkrieg und Autobomben.

    Bombenanschläge im Nahen Osten sind seit über 40 Jahren so alltäglich das sie niemanden mehr überraschen.

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  8. Alex ii sagt:

    Anschläge im Libanon?

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  9. Steve sagt:

    Wurde im Nachbarort vom Kabelbrand berichtet?

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  10. Präsident des EU-Parlament Martin Schulz: „Das, was wir in Paris erlebt haben, ist in Aleppo Alltag“

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  11. sirj03 sagt:

    Hi,

    Ich bin wohl etwas spät dran. naja was solls:
    Es stört mich, das die Deutschen Terroranschläge in Frankreich anders bewerten als in der arabischen Welt. Undzwar aus dem Grund, dass etwas Mitgefühl genannt wird, was eigentlich Angst ist. Mitgefühl löst jeder Anschlag überall in gleichem Maße aus. Die Leute denken blos, was in Frankreich passiert, kann auch in Deutschland passieren, was in der arabischen Welt passiert ist dort ja normal und uns erreicht das ja sowieso nicht, also müssen wir uns keine Sorgen machen, Dieses „Mitgefühl“ ist reiner Egoismus und das kotzt mich an!

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    • Michael Mendelsohn sagt:

      MIr gefällt nicht, dass Hollande das so darstellt, als hätte IS Frankreich angegriffen. Frankreich hat den IS zuerst angegriffen.

      Von den Russen weiß ich, dass sie in Syrien militärisch aktiv sind, weil Assad sie zu Hilfe gerufen hat. Damit Deutschland in Syrien oder der Türkei aktiv werden kann, müssten Assad oder Erdogan das gleiche tun und uns um Hilfe bitten — sonst ist es ein verfassungswidriger Angriffskrieg (§26 GG).

      Und die Tatsache, dass der Anschlag in Paris zwei Monate nach dem Beginn des französichen Einsatzes in Syrien stattfand, lässt mich annehmen, dass der geplante Kriegseintritt Deutschlands die Sicherheitslage hierzulande ebenfalls stark verschlechtern wird.

      Es gibt eine UNO-Resolution zum Embargo des IS. Wenn man das durchsetzen würde, ihnen das Geld wegnehmen, dass sie aus der Ausbeutung der Ölvorkommen auf ihrem Gebiet einnehmen, dann würden die nur noch auf Sparflamme kochen können.

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  12. david sagt:

    Dieser naive Pazifismus macht mich krank. Gemütlich in deinem Wohnzimmer sitzend bist du gegen „Angriffskriege“, so lange halt nicht in deiner unmittelbaren Umgebung Ungläubige geköpft, Frauen vergewaltigt und versklavt und Schwule von Hochhäusern geschmissen werden.

    Frankreich hat selbstverständlich wie alle westlichen Staaten eine Verantwortung, diesen Terrorstaat zu beseitigen, der definitiv ohne militärische Intervention nicht zu besiegen ist, der ein wesentlicher Mitgrund für die Flüchtlingswelle ist und den mittlerweile in Europa lebenden Flüchtlingen ihre Heimat genommen hat. Der außerdem zu einem nicht unerheblichen Teil aus westlichen Kämpfern, also auch Deutschen und Franzosen besteht. Der weiter eine ganze Generation Kinder zu dschihadistischen Tötungsmaschinen erzieht und ausbildet.
    Der außerdem der westlichen Welt unzählige Male klipp und klar den Krieg erklärt und Angriffe nicht nur angekündigt, sondern auch (teilweise mit Erfolg) durchgeführt hat. Somit fällt dein Schwachsinn von wegen Verstoß gegen §26 schon mal weg.

    Frankreich hat den IS zuerst angegriffen.

    Falsch. Schon bei den Charlie Hebdo Attentätern sind Bekenntnisse von Coulibaly zu IS sowie von Al-qaida aufgetaucht. Seither gab es in Frankreich 8 durchgeführte oder vereitelte Anschläge, die auch mit dem IS in Verbindung gebracht werden.
    Zudem hat der IS allen „Kafir“ und „Crusader“-Nations den Krieg erklärt und teilweise auch Geiseln genommen und hingerichtet.

    Deutschland, wo es bisher noch keinen erfolgreichen Anschlag (aber durchaus geplante Anschläge) gab, wird wohl auf ein UN-Mandat warten. Kann aber auch nach Artikel 51 der UN Teil der kollektiven Selbstverteidigung sein. Da der IS hier nachweislich Anschläge plant und den Krieg erklärt hat, ist der Begriff „Angriffskrieg“ definitiv auszuschließen.

    Es gibt eine UNO-Resolution zum Embargo des IS. Wenn man das durchsetzen würde, ihnen das Geld wegnehmen, dass sie aus der Ausbeutung der Ölvorkommen auf ihrem Gebiet einnehmen, dann würden die nur noch auf Sparflamme kochen können.

    Is klar. Als ob da nicht schon alles dafür getan wird. Die Einnahmen durch Ölschmuggel konnten längst auf ein Minimum reduziert werden, das ist schon lange keine Haupteinnahmequelle mehr. Durch Embargos verschwinden nicht plötzlich die Unmengen Waffen, die der IS längst in seine Gewalt gebracht hat. Wer ein Gebiet von der Größe Großbritanniens plündert, der muss sich so schnell keine Sorgen um Embargos machen. Außerdem sind Embargos nicht so human wie du denkst. Während die westlichen Luftangriffe bisher sehr präzise sind und nur wenige zivile Opfer gefordert haben, sorgt ein Embargo für eine Verelendung der sich quasi in Geiselhaft befindlichen Zivilbevölkerung. Schon bei der Zerstörung der Öl-Raffinierien ist das ein zweischneidiges Schwert, da auch zivile Strukturen maßgeblich davon abhängig waren.

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  13. Jens der Andere sagt:

    Das mit dem Nachbarn ist doch relativ klar.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Dunbar-Zahl

    Dahinter steckt deutlich mehr, als aus dem kurzen Beitrag in der hiesigen Wikipedia.
    Kurz zusammengefaßt: Es gibt eine Menge an Menschen („inside the monkey sphere“), die man persönlich zum eigenen Dunstkreis zählt (also zu Mitgliedern der eigenen Herde). Das hat man an Primaten untersucht und die Hirnstruktur verglichen. Siehe: Zwischen Herdengröße und einer Struktur im Neocortex gibt es einen Zusammenhang. Da gibt es eine physiologische Grenze, die Dunbar-Zahl. Und die liegt beim Menschen so bei 150 +/- 50.

    Der Tod eines nahen Freundes berührt uns mehr als der von 1000 unbekannten irgendwo in der Welt. Für viele von uns sind manche Prominente wie Helmut Schmidt „Ehrenmitglieder“ der Herde, deshalb berührt uns ihr Tod.

    Anderer Mechanismus: „befreundete“ oder „benachbarte“ Herden werden angegriffen. Da geht es nicht um Einzeischicksale, sondern um die Größenordnung. Und ja, dahinter würde ich ganz normale Angst vermuten.

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