Überzeugend.

Veröffentlicht: November 30, 2015 in Uncategorized

Dieses Comic basiert auf meinen Erfahrungen. Rechtsi bin diesmal ich^^

adhs

Kommentare
  1. ggkuhnle sagt:

    Ach – Du auch? Ich kenne dies Anschuldigungen sehr gut, die meisten Wissenschaftler stecken schließlich in der Tasche der Industrie und dienen nur als Sprachrohr.

    Bei solchen Anschuldigungen frage ich mich dann immer, ob das nicht auf denjenigen zurückfällt, der sie ausspricht: wenn sie glauben, daß man Menschen so einfach (und oft auf billig) kaufen kann – bedeutet das dann auch, dass sie selbst käuflich sind? Ich kann mir nicht vorstellen, Studien zu fälschen, insbesondere wenn es zu erhöhten Risiken für Menschen kommt – mit oder ohne finanziellen Anreiz.

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    • Ich frage mich auch echt, was das für Leute sind, die glauben, man müsse nur mit ein paar Euroscheinen wedeln und alle Wissenschaftler setzen mal munter Menschenleben aufs Spiel. Dazu kommt, dass man seltenst alleine arbeitet, man müsste also ein ganzes Team skrupelloser Leute finden, von denen alle das Risiko eingehen. Denn wenn es rauskommt, ist die Karriere vorbei. Ich kenne einen Fall, in dem das tatsächlich so war, dass die Studie als Fake rauskam. Der Wissenschaftler ist jetzt auch für immer raus.
      Man schafft es vielleicht mal im Einzelfall, solche Studien auf den Weg zu bringen, aber das meiste wird ja x-fach von unterschiedlichen Teams, teils mit unterschiedlichen Interessen erforscht. Gerade Medikamente gegen ADHS werden ja als Kontrollgruppe von den Herstellern vieler Alternativen (Psychotherapie, Neurofeedback, Ernährung, etc.) verwendet, die sich doch alle ein Loch in den Bauch freuen, wenn Medikamente in ihrer Studie wirkungslos wären.
      Ich verstehe nicht, wie man derartig naiv sein kann, diese ZUsammenhänge nicht zu sehen und dann nur „Medikamente böse weil von Pharma. Und alle Gegenbeweise böse, weil auch von Pharma“ blökt (Ja, das Verschwörungssprech mit Naiv und Schafe ist absicht^^)

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      • IULIUS sagt:

        @emn, das würde ich nicht so unterschreiben.Gerade die skrupellosesten Menschen finden immer wieder neue „Anhänger“ die ihnen blind vertrauen.Insbesondere dann, wenn Pädagogen/Psychologen einem Wahn verfallen sind und sich unbedingt einen Namen machen wollen. (Psychologen und Pädagogen haben gelernt wie man Menschen manipuliert und welche Menschen man manipulieren kann.)

        Ansonsten hast Du recht, erst einmal kann man das nicht per se unterstellen.

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      • pıʌɐp sagt:

        Es ist ja nicht so, dass es eine Dichotomie gäbe hehre Wissenschaft vs reiner Betrug. Vieles spielt sich im Graubereich ab. Niemand ist völlig neutral und unvoreingenommen. Da wird dann halt schnell einmal etwas ein bisschen zu gut oder zu schlecht dargestellt, die Risiken etwas über- oder unterbewertet. Alles weit weg von Betrug und Fake, aber eben doch eine Verfälschung.

        Eine Selektion findet natürlich schon bei der Wahl der Mitarbeiter / des Arbeitgebers statt: Die pharmafreundlichen gehen zum Pharmakonzern, die pharmakritischen zu anderen Arbeitgebern.

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        • Ich rede auch nicht von perfekter Wissenschaft, ich habe selbst eine Diss geschrieben und andere wissenschaftliche Arbeiten verfasst. Aber zwischen Faulheiten oder schönerem Darstellen der Fakten und echter Manipulation und Betrug liegt schon noch einiges und die Unterstellung, dass ALLE Wirksamkeitsnachweise von Medkamenten gegen ADHS (und das sind buchstäblich tausende von Studien) schlichtweg gefälscht sind, ist einfach nur idiotisch.
          Ich bin nicht naiv, natürlich wird manches geschönt und vielleicht auch mal eine Nebenwirkung verschleiert, aber dass Jahrzehnte an Studien alle gekauft sind ist einfach.. Himmel, mir fehlen die Worte dafür^^

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          • pıʌɐp sagt:

            „aber dass Jahrzehnte an Studien alle gekauft sind ist einfach.. “

            Genau das ist jede Studie in einem gewissen Sinn: Sie wurde mit Lohn oder als Auftragsarbeit gekauft (Dissertationen sind etwas ein Spezialfall). Die Frage ist nur, ob und inwieweit sich die Forscher haben korrumpieren lassen.

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            • IULIUS sagt:

              Oft wird eine Meinung einfach nur übernommen, oder als Grundlage für seine eigene Meinungsbildung genommen.
              D. H. z. B. ein Wissenschaftler der die Meinung eines anderen wiedergibt verzichtet auf Kritik. Er kann auf die andere Studie verweisen.
              Fällt allerdings unter Fehler.

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          • gerks sagt:

            Das ist ganz einfach. Das sind alles Männer. Männer sind habgierig, skrupellos und profitgeil. Also sind sie zu allem fähig. Wenn sie zu ständigem Kriegführen, totaler Umweltverschmutzung (sie machen Mutter Erde todkrank) und massenweisen Vergewaltigungen fähig sind, dann wohl auch dazu?

            Das ist zumindest ein Erklärungsansatz warum all diese ungeheuerlichen Unterstellungen gegenüber diesen arbeitenden Menschen so einfach geglaubt werden. Einer. Nicht der Einzige.

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          • St. Elmo sagt:

            Das gleiche erlebt man doch wenn man sich die, seit mehreren Jahren laufende, Diskusion um das Herbizid Glyphosat anschaut.

            Alle Wissenschaftler der Pro seite sind von der Industrie gekauft, die Wissenschaftler von der Contra seite dagegen sind unbestechliche Idealisten, die rein Zufällig genau die Ergebnisse produzieren die sich die Öko-Lobby wünscht, bzw. umgekehrt.

            Und was lernen wir daraus:
            „nur die Wissenschaftler die für die Gegenseite argumentieren sind gekauft“.
            und
            „die chemische Industrie ist der große Satan, egal ob Agrar, Pharma oder Kosmetik“

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            • Gunter sagt:

              Gerade Glyphosat ist allerdings ein schönes Beispiel dafür, warum die Öffentlichkeit verunsichert ist: die WHO hält es für Krebserregend, EFSA (und das BfR) nicht. Heute gab es einen offenen Brief von zahlreichen Toxikologen, die die Entscheidung von EFSA/BfR kritisieren. Dazu gibt es noch die Seralini Studie mit sehr eindrucksvollen Bilden (wobei diese von Fachleuten wegen methodischer Fehler abgelehnt wird).

              Ich kenne Toxikologen auf beiden Seiten der Diskussion, und ich halte sie alle für sehr fähige Wissenschaftler die es sich mit einer Entscheidung nicht leicht machen – und dennoch kommen sie zu derart unterschiedlichen Meinungen. Wie soll hier der Verbraucher reagieren, dem das Fachwissen fehlt, dem jedoch von beiden Seiten suggeriert wird, die andere Seite sei gekauft/übervorsichtig etc? Die meisten Verbraucher lehnen Pestizide ab, und da Glyphosat auch noch mit genetisch veränderten Pflanzen in Verbindung gebracht wird, hat es natürlich einen doppelt schlechten Ruf. Aber die meisten Verbraucher haben sich vermutlich auch noch nie Gedanken darüber gemacht, warum Pestizide gebraucht werden – und dass der Luxus, Nahrungsmittelsicherheit UND Auswahl zu haben u.a. auch damit erkauft wird. Es wäre interessant zu sehen, ob die Gegner intensiver Landwirtschaft auch bereit wären, ohne intensive Landwirtschaft zu leben. Natürlich geht das, aber die Kosten wären höher und die Auswahl geringer.

              Was bleibt also? Sich auf Experten verlassen, die sich irren können? Dem Bauchgefühl folgen? Demjenigen folgen, der am lautesten schreit?

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              • St. Elmo sagt:

                Auch wenn es hier off Topic ist, (ich hoffe EMN verzeiht mir)
                Die Glyphosat „Panik“ ist soweit ich das Beurteilen kann, ursächlich auf das Ablehnen der Grünen Gentechnik zurückzuführen.
                Hätte Monsanto keine gegen Glyphosat resistenten Pflanzen per Gentechnik erzeugt, hätte es nie eine Kampagne gegen Glyphosat gegeben.
                Aber so kann man über das Verbot von Glyphosat den „Genpflanzen“ die Grundlage entziehen.
                Kein Glyphosat kein Bedarf an Glyphosat resistenten Pflanzen.
                (Man muss auch davon ausgehen, das dann ein anderes Herbizid genutzt wird und auch für dieses Herbizid resistent Pflanzen per Gentechnik erzeugt werden.)

                Aber zurück zur Wissenschaftlichen Bewertung.
                Ich glaube bei der Bewertung von Glyphosat beiden Organisationen.

                Die Gefahr, dass Glyphosat beim Menschen Krebserzeugend ist halte ich für äusserst plausibel, ob jetzt 2a oder 2b auf der WHO Skala ist mir da ziemlich egal.
                Jedoch ist für mich genauso die Einschätzung des BfR plausibel, das bei sachgemäßer Anwendung kein erhöhtes Krebsrisiko für den Anwender besteht.

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                • Michael Mendelsohn sagt:

                  So ganz offtopic ist es nicht, immerhin sind zwei Labore überführt worden, wissenschaftliche Studien zu Glyphosat gefälscht zu haben (Industrial Biotest Laboratories (IBT Labs) und Craven Laboratories). Das ist allerdings Jahrzehnte her.

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                  • Gunter sagt:

                    Und die Studien von Seralini – die sehr gerne von Glyphosat Gegnern verwendet werden – hatten erhebliche methodische Schwächen.

                    St Elmo hat natürlich Recht – IARC und BfR/EFSA haben unterschiedliche Entscheidungskriterien, allerdings ist das Ergebnis schon sehr unterschiedlich und der offene Brief der Toxikologen an die EU Kommission ist schon sehr deutlich.

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                    • St. Elmo sagt:

                      Ja das stimmt der Brandbrief der Toxikologen ist ein Argument gegen Glyphosat.
                      Aber dadurch fällt man meiner Meinugn nach nur wieder auf die eigentliche Frage zurück Nahrungsmittelsicherheit vs. Gesundheitsgefahr.

                      Ist es sinnvoll Glyphosat zu verbieten weil gefährlich oder wären die Gefahren durch den Nichteinsatz für Mensch und Umwelt höher?

                      Wurst und Schinken ist in der Krebs Kategorie 1 der WHO und wir sprechen von einer Erhöhung des Darmkrebsrisiko von ca. 1% Punkt durch 50gramm Wurstkonsum am Tag.

                      Trotzdem will niemand Wurst verbieten oder eine tägliche Höchstmenge festlegen.

                      Bei Glyphosat gibt es solche zahlen (noch?) nicht, aber es gibt bereits strenge Grenzwerte und es darf nicht zur Sikkation genutzt werden, wodadurch eine Kontamination der Feldfrucht verhindert wird.

                      Ich bin der Meinung man sollte die Zulassung verlängern und wenn dann in einige Jahren die Neuzulassung wieder ansteht, hat man mehr Daten auf deren Basis vielleicht eine bessere Einschätzung möglich ist.

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        • ggkuhnle sagt:

          Ich finde, das ist so ein wenig zu vereinfachend dargestellt. Zunächst einmal ist natürlich jeder Mensch voreingenommen – das läßt sich nicht ändern, und ein wesentlicher Teil der Ausbildung zum Wissenschaftler (egal in welchem Bereich) sollte sein, sich dieser Voreingenommenheit bewußt zu sein. In den Naturwissenschaften verwendet man genau aus diesem Grund zahlreiche Methoden um subjektive Faktoren auszuschließen und diesen Selbstbetrug zu verhindern. Dabei ist es interessanterweise gerade die Industrie, die hier deutlich strenger ist als nicht-industrielle (also hauptsächlich universitäre) Forschung. Wenn ich mir z.B. die Qualitätssicherung von industriell geförderten Studien ansehe und diese mit nicht-industriell geförderten Studien vergleiche, so gibt es zum Teil erhebliche Unterschiede – auch, weil Qualitätssicherung teuer ist.

          Natürlich sind von der Industrie finanzierte Studien häufiger positiv – aus dem einfachen Grund, daß man sich deutlich länger überlegt, ob eine solche Studie auch durchgeführt werden soll.

          Die Diskussion von Interessenkonflikten ist ganz sicher sinnvoll, nur sollte das nicht bedeuten, daß man alle Menschen unter Pauschalverdacht stellt. Und besonders wäre es interessant zu sehen, ob diejenigen, die regelmäßig die angeblichen Interessenkonflikte kritisieren selbst bereit sind, ihre eigenen Konflikte offenzulegen (ich muß bei Veröffentlichungen oder der Teilnahme an Gremien recht detaillierte Angaben zu mir und meiner Familie machen, die auch öffentlich einzusehen sind – ich würde so etwas gerne auch von Journalisten und Medizinkritikern sehen).

          Aber letztendlich glaube ich, daß das Problem ein ganz anderes ist: ein Mißtrauen in Autoritäten und Experten (eine Radiohörerin hat mir einmal vorgeworfen, daß wir Experten immer glauben würden, alles besser zu wissen als normale Menschen, und woher wir uns dieses Recht nähmen). Und während so eine Kritik sicher sinnvoll ist (und man eher den Daten als den Menschen glauben sollte), so muß man eben auch einsehen, daß sehr oft Fachwissen notwendig ist um komplexe Zusammenhänge zu verstehen.

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          • Michael Mendelsohn sagt:

            „Natürlich sind von der Industrie finanzierte Studien häufiger positiv“ — auch deshalb, weil die Industrie negative Studien eher in der Schublade verschwingen lässt und nicht veröffentlicht.

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            • ggkuhnle sagt:

              Nicht unbedingt – aus genau diesem Grund werden Studien heute registriert und sowohl die großen Fachzeitschriften als auch Regulierungsbehörden akzeptieren nur noch Studien die auch VOR Studienbeginn registriert wurden.

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              • Michael Mendelsohn sagt:

                Ich bin überrascht, da hat sich einiges getan in letzter Zeit. In Deutschland ist es wohl seit letztem Jahr so, in der EU ab nächstem Jahr, dass alle registrierten Studien auch Ergebnisse veröffentlichen müssen. Inwieweit sich das auch auf nichtpharmakologische Studien bezieht, weiß ich nicht — alltrials.net sammelt jedenfalls weiterhin Unterschriften.

                (Meine Quelle: https://www.pharma-fakten.de/fakten-hintergruende/klinische-studien/veroeffentlichungspflicht-klinische-studien/ )

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                • Gunter sagt:

                  Die Veröffentlichungspflicht wurde schon seit einiger Zeit diskutiert, ebenso wie der Zugang zu Daten; das gilt im Übrigen auch für Studien die nicht von der Industrie finanziert werden. Und es gibt auch noch andere Initiativen wie z.B. CONSORT (http://www.consort-statement.org/) die zu einer Qualitätsverbesserung führen sollen.

                  Natürlich ist das alles keine Garantie für korrektes Arbeiten, aber es macht Betrug schwieriger. Und man sollte dabei auch nicht vergessen, daß es für ein Unternehmen sehr teuer wird, wenn so ein Betrug auffliegt (insbesondere in den USA wo Regulierer hohe Strafen verhängen können).

                  Was ich an dieser Sache am interessantesten finde: diese ganzen Initiativen gingen von den Menschen aus, denen eigentlich immer vorgeworfen wird, mit der Industrie unter einer Decke zu stecken – Medizinen und Wissenschaftlern (und auch Teile der Pharmaindustrie). Aber eigentlich ist das auch nicht ganz verwunderlich: es sind nämlich auch genau die Menschen, die das notwendige Fachwissen haben und wissen, was notwendig ist. Und auch wer bei der Pharmaindustrie (oder andere Industrie) gibt seine Professionalität nicht ab.

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      • quineloe sagt:

        Wobei die Reaktionen diverser Ärzte auf den Beitrag von Thomas Fischer in der Zeit vor ein paar Wochen nun wirklich für sich sprechen…

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      • Sven sagt:

        Es ist auch ein Problem der Publikationsform. Stichworte: Closed vs. open access. Man muss sich doch nur folgendes vor Augen führen: Studien und Fachartikel zu vielen Themen kann man eben leider nicht einfach nachlesen. Man muss dafür zahlen (im Schnitt 35$ pro Publikation). Verschwörungstheorien und Quacksalberein gibt es dafür für Lau.

        Für jemanden außerhalb eines akademischen Umfeldes oder Zugriffs zu solchen Artikeln sieht es dann in der Tat so aus, denke ich, dass die böse Industrie und die korrupten Wissenschaftler etwas verstecken wollen. Sonst würde man es doch einfach so ins Netz stellen, oder?

        Dazu kommt: Man kann sich auch nicht unbedingt vorstellen, wie so eine Publikation überhaupt entsteht, was „peer-reviewed“ (was ja auch Vor- wie Nachteile hat) heißt und welchen Einfluss der ganze Ablauf auf die Qualität (sowohl positiv als auch negativ) von solchen Fachartikeln hat. Aber all diese Dinge wären wichtig, insbesondere der Inhalt, um sich eine fundierte Meinung bilden zu können, oder?

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        • Gunter sagt:

          Zum Glück geht der Trend in Richtung „open access“, und im UK müssen Studien, die mit öffentlichen Mitteln finanziert werden, als „open access“ veröffentlicht werden (was allerdings auch recht teuer ist … aber das ist eine andere Sache). Die meisten Wissenschaftler sind auch für open access (mit Ausnahmen natürlich – siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Heidelberger_Appell). Bei Interesse könnte allerdings fast jeder eine Bibliothek aufsuchen und sich dort die entsprechenden Artikel heraussuchen – oder einfach die Autoren anschreiben und um eine Kopie bitten (das funktionier erstaunlich oft).

          Aber das eigentliche Problem dürfte es sein, Veröffentlichungen zu verstehen und richtig zu interpretieren, und das ist ohne Fachwissen schwer (oder unmöglich). Das fundierte Halbwissen, das viele Impfgegner (und auch andere medizinische „Experten“) haben, ist hierbei wohl eher hinderlich, denn es versperrt den Weg zu der Einsicht, daß man eben nicht alles weiß oder versteht. Man kann sich natürlich weiterbilden, aber das ist aufwändig – und es besteht die Gefahr, daß man danach vielleicht mehr versteht, aber auch bemerkt, wie beschränkt das eigene Wissen ist.

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        • Michael Mendelsohn sagt:

          „Studien und Fachartikel zu vielen Themen kann man eben leider nicht einfach nachlesen“ — mir ist noch kein allgemein interessantes Thema begegnet, zu dem ich nicht Fachartikel im Internet kostenfrei nachlesen konnte. Zu Themen, mit denen ich mehr zu tun habe, schaffe ich mir auch schon mal ein Lehrbuch auf Erstsemesterniveau (geht dann häufig auch noch für höhere Semester, setzt aber als Vorwissen im Wesentlichen Abitur voraus) an, das lohnt sich immer. (Könnte ich aber auch in der Bibliothek besorgen.)

          „was “peer-reviewed” (was ja auch Vor- wie Nachteile hat) heißt “ — https://de.wikipedia.org/wiki/Peer-Review

          Dass die Logik „ich finde nix“ = „das hat jemand versteckt“ mit Forschungsferne korreliert, überrascht mich nicht besonders. >:-P

          Im übrigen schließe ich mich Gunters Kommentar gerne an.🙂

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      • Tante Jay sagt:

        Ich acker mich grad durch die reguläre Diagnose. Von wegen „einfach so“. Pah.

        Bevor die nicht zu einem recht hohen Prozentsatz sicher sind, dass ich ADHS habe und nicht irgendwas anderes, was da reingrätscht, gibts kein Ritalin.

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  2. Mona sagt:

    Was würde Linksi als Argument akzeptieren, wenn es schon nicht die Forschung ist? Vielleicht Aussagen eines Wahrsagers mit Zauberkugel?

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  3. yannaba sagt:

    Bei dem Thema sehe ich echt rot.
    Wissenschaftlern wird unterstellt, sie wären käuflich.
    Eltern wird unterstellt, sie seien unfähig das Kind zu erziehen, richtig zu ernähren und sorgen nicht für genug Bewegung. Ach ja, und natürlich parken sie das Kind bestimmt ständig vorm Fernseher. Und wer weiß, was da zuhause sonst noch alles im Argen ist (das habe ich original so von einer Erzieherin an den Kopf geschmissen bekommen).
    Den Betroffenen wird unterstellt, sie hätten eigentlich nix und müssten sich nur mal zusammenreißen.
    Und dann wundern sie sich, wenn man ihnen ins Gesicht springt…

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    • IULIUS sagt:

      Meist wird mit solchen Angriffen das eigene Unvermögen bzw. Unsicherheit überspielt. Schließlich bist Du erst einmal mit Dir beschäftigt und überlegst, ob da etwas dran sein könnte.

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    • Ali sagt:

      Ich kenne aber auch die andere Richtung. Wenn Lehrer auf Eltern zukommen und meinen, man solle doch mal zum Psychologen mit dem Kind gehen. Die Jahre vorher im Kindergarten gab es komischerweise keine Probleme und bei Rücksprache mit den KiGa-Erzieherinnen haben die nur mit dem Kopf geschüttelt.

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    • Shitlord sagt:

      > Bei dem Thema sehe ich echt rot.

      Ok. Ich weise daher darauf hin, dass ich auf einer rationalen, nicht auf einer emotionalen Ebene argumentieren werde.

      > Wissenschaftlern wird unterstellt, sie wären käuflich.

      Ja, aber das ist nur auf emotionaler Ebene billig. Auf rationaler müsstest Du halt Argumente haben, die die Käuflichkeit belegen (siehe sehr schön ggkuhnle oben), die aber meist fehlen, und daher nur diskreditierend gemeint sind. Das heißt aber im Umkehrschluss nicht, dass es keine käuflichen Wissenschaftler gäbe – ich bin mir sicher, dass die meisten Wissenschaftler käuflich sind – die schlechten und die armen eben.

      > Eltern wird unterstellt, sie seien unfähig das Kind zu erziehen, richtig zu ernähren und sorgen nicht für genug Bewegung. [bla]

      Auch das mag sein, aber damit ist es nicht automatisch unzutreffend. Siehe Jugendkriminalitätsstatistik: Es _gibt_ Scheiß Eltern.

      > Den Betroffenen wird unterstellt, sie hätten eigentlich nix und müssten sich nur mal zusammenreißen.

      Ja, äh… den von was Betroffenen? ADHS? Kindern? Gott, nach dem WHO-Selbsttest auf ADHS habe ich vielleicht ADHS, aber ich halte die sechs Fragen nicht durch…. wäre da „mal zusammenreißen“ nicht eine sinnvolle Aussage?

      > Und dann wundern sie sich, wenn man ihnen ins Gesicht springt…

      Ja… würde ich mich auch. Echt. Wundern.

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  4. Steffen sagt:

    Ich glaube, die Kritik an ADHS ist eher darauf zurückzuführen, dass „schwierigen“ Kindern einfach viel zu schnell ADHS diagnostiziert wird. Zitat: „Die Trennung zwischen einem anstrengenden, aber gesunden Kind und einem, das tatsächlich an der Aufmerksamkeitsstörung leidet, fällt auch Experten mitunter schwer.“ In den letzten 5 Jahren ist die Zahl der ADHS Fälle um 42% angestiegen. Ich finde es unwahrscheinlich, dass sich wirklich die Krankheit so stark weiterverbreitet hat und halte es für wahrscheinlicher, dass einfach viel zu schnell ADHS diagnostiziert wird wo gar kein ADHS vorliegt. Skeppsis ggü. ADHS heißt also in erster Linie: „Wer weiß ob dieses Kind hier WIRKLICH an ADHS leidet oder nicht einer der vielen Fälle ist, bei denen einfach nur die Eltern zu faul sind, sich mit ihm zu beschäftigen.“
    Rolf-Ulrich Schlenker (Barmer GEK): „Dieser Anstieg erscheint inflationär. Wir müssen aufpassen, dass ADHS-Diagnostik nicht aus dem Ruder läuft und wir eine ADHS-Generation fabrizieren. Pillen gegen Erziehungsprobleme sind der falsche Weg.“

    http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/barmer-anstieg-bei-aufmerksamkeits-defizit-adhs-a-880255.html

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    • yannaba sagt:

      Möglicherweise liegt der Grund für den Anstieg der ADHS Diagnosen nicht hauptsächlich bei den faulen Eltern, die Erziehungsprobleme haben, sonder eher daran, dass die Gesellschaft (vor allem Schulen und Kindergärten) gegenüber Verhalten, dass von der absoluten Norm abweicht, immer intoleranter wird. Daher werden Kinder, die vielleicht nur eine leichte Form von ADHS haben oder eben vielleicht auch welche, die einfach sehr lebendig sind und auffallen, sehr schnell abgestempelt.
      Außerdem stehen schon Grundschulkinder heute oft unter einem Druck, den ich aus meiner Kindheit überhaupt nicht kenne. Und das nicht nur in der Schule, nein, man muss ja mindestens noch ein Instrument lernen und zwei Sportarten machen – sonst gelten die Eltern ja schon wieder als „faul“…

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      • noxneurotica sagt:

        Vielleicht ist es aber auch andersrum, also dass durch bessere Diagnostik und steigende Entstigmatisierung von psychischen Problemen bzw. der Behandlung solcher immer mehr Leute diagnostiziert werden, die vorher undiagnostiziert waren / geblieben wären. Es ist immer schwierig solche Trends treffend zu interpretieren. Ich glaube auch dass ein gewisser ‚Modediagnose‘-Effekt hineinspielt aber der ist sicher nicht für die gesamte Entwicklung verantwortlich.

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        • St. Elmo sagt:

          Naja wenn da Teilweise von einem ADHS-Anteil an der Bevölkerung von durchschnittlich 12% gesprochen wird und die Diagnosehäufigkeit in ca. 5 Jahren um fast 50% zugenommen hat, da fragt man sich schon zu recht ob da nicht zu schnell diagnostiziert wird.

          Denn die alternative dazu wäre, zu Fragen, wenn das schon immer 12% der Jungen ADHS hatten, ist ADHS dann Überhaupt noch eine Störung bzw. muss es behandelt werden und wenn ja wie?.

          Nur als Beispiel.
          Transsexualität ist seltener und keine Krankheit mehr.
          Linkshänder sind genauso häufig,(10-15%) die werden aber auch nicht mehr „umerzogen“.

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          • käse sagt:

            @ Steffen:
            “ In den letzten 5 Jahren ist die Zahl der ADHS Fälle um 42% angestiegen. Ich finde es unwahrscheinlich, dass sich wirklich die Krankheit so stark weiterverbreitet hat und halte es für wahrscheinlicher, dass einfach viel zu schnell ADHS diagnostiziert wird wo gar kein ADHS vorliegt.“

            Wieso stark? in dem Artikel steht, dass es 2011 750.000 Diagnosen in allen Altersgruppen gab.

            Das empfinde ich auf die Gesamtbevölkerung betrachtet nicht wirklich viel. Bedenkt man, dass zwischen 2006 und 2011 auch die Wahrnehmung der Krankheit zugenommen hat.
            Vor 20 Jahren hat kaum einer darüber geredet.

            Wer vor 20 Jahren schon betroffen war, findet nun endlich Hilfe, weil die Forschung weiter ist

            @St.Elmo:
            „Naja wenn da Teilweise von einem ADHS-Anteil an der Bevölkerung von durchschnittlich 12% gesprochen wird und die Diagnosehäufigkeit in ca. 5 Jahren um fast 50% zugenommen hat, da fragt man sich schon zu recht ob da nicht zu schnell diagnostiziert wird.

            Denn die alternative dazu wäre, zu Fragen, wenn das schon immer 12% der Jungen ADHS hatten, ist ADHS dann Überhaupt noch eine Störung bzw. muss es behandelt werden und wenn ja wie?.“

            Wenn 12 % der Mädchen betroffen sind, ist das dann eine Störung? Warum betonst du Jungen? ADHS ist keine Männerkrankheit.

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    • Bei meinem Sohn könnte man bestimmt auch ADHS diagnostizieren, wenn er zu wenig Bewegung hatte und ihm langweilig ist. Wenn ich dann aber sehe, daß er zwei Stunden lang konzentriert Weihnachtskekse bemalt, würde ich das eher bezweifeln.

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      • Das ist ein häufiger Irrtum. Also die Dichotomie „Lebhaftes Kind = ADHS“ und „Kind kann total konzentriert sein = kein ADHS“

        Ein ADHSler kann extrem fokussiert sein in manchen Kontexten, also bei Dingen die sie mit Leidenschaft tun. Ein ADHS-Patient den ich kenne, hat als Hobby Angeln. Stundenlang ruhig da sitzen – kein Problem. Auch im Einzelkontakt sind die meisten ADHSler unauffällig. Erst in der gruppe, mit vielen Reizen oder bei eintönigen Arbeiten tritt ADHS oft richtig zu Tage.

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        • Steffen sagt:

          „Ein ADHSler kann extrem fokussiert sein in manchen Kontexten, also bei Dingen die sie mit Leidenschaft tun. […] bei eintönigen Arbeiten tritt ADHS oft richtig zu Tage.“ Trifft das nicht auf so gut wie *alle* Menschen zu, dass sie versuchen, sich abzulenken, wenn sie sich langweilen – und fokussiert sind, wenn sie etwas gerne tun? Wo ist denn bei solchen Kindern noch die Abgrenzung zu „gesunden“ Menschen?
          Ich finde die Grenze zwischen „AD(H)S“ und „kein AD(H)S“ ist sehr, sehr, sehr schwammig. Habe mir gerade die Symptome für ADS durchgelesen ( https://de.wikipedia.org/wiki/Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivit%C3%A4tsst%C3%B6rung#Die_Diagnosekriterien_von_ICD-10_und_DSM-IV_im_Vergleich ), und 4 von 9 Symptome treffen auf mich zu – habe ich jetzt also ADS? Ich denke zudem, dass es einen nicht unerheblichen Teil an Kindern gibt, denen „eingeredet“ wird, sie hätten ADS: Die Eltern haben somit eine Ausrede parat („wir haben nicht bei der Erziehung versagt, unser Kind ist krank und wir tragen somit nicht die geringste Schuld an seinem Verhalten“) aber auch den Kindern wird suggeriert, dass sie sich ja so verhalten *müssen* weil sie krank sind („ich bin krank und kann nichts dagegen tun, also brauch ich gar nicht erst versuchen mein Verhalten zu überdenken. Einzig und allein Pillen können mir helfen.“)

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          • Steffen sagt:

            …erinnert mich übrigens gerade an eine Szene aus SouthPark, als der Arzt zu Randy Marsh sagt, er ist alkoholkrank. Daraufhin trinkt er noch mehr, da er sich sagt: „Meine Krankheit ist Schuld an meinem Trinkverhalten – ich kann nichts dagegen tun!“ und Stan (sein Sohn) erwidert: „Doch kannst du – einfach weniger trinken!“ und Randy wieder: „Nein das kann ich nicht. Versteh doch, ich bin KRANK!“

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          • Steffen sagt:

            Das ist übrigens auch ein Phänomen aus der Psychologie: Jemand, dem man einredet, er gehöre einer bestimmten Personengruppe an, fängt an, sich entsprechend so zu verhalten, wie es von ihm erwartet wird. Gab da mal eine Untersuchung mit Kriminellen, die eigentlich nur kleinere Delikte begangen haben, aber sie wurden ständig darauf hingewiesen, dass sie kriminell sind. Schließlich haben sie ihr Verhalten den Erwartungen entsprechend angepasst („ich bin nun mal ein Krimineller und kann mich gar nicht anders verhalten“)

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            • Ja, genau das führe ich ausführlichst in Fettlogik aus, also glaub mir, ich kenne das. Und ich habe lange genug in der Diagnostik von ADHS-Patienten gearbeitet um sagen zu können, dass es konkrete Unterschiede zwischen normaler Unkonzentriertheit und ADHS gibt. Dafür gibt es auch sehr gute Tests, wie etwa den TOVA (Test of Variables of Attention).

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              • turkishmaid sagt:

                Ob Wissenschaftler (welche?) käuflich sind, kann ich nicht sagen. Dass viel zu oft und viel zu schnell Ritalin gegeben wird, schon. Sei es aus gefühltem Zeitmangel, sei es aus Überforderung: Medikamente geben, ohne verhaltenstherapeutische Methoden überhaupt versucht zu haben, halte ich für sträflich. Ich hatte seinerzeit im Familienverbund nicht die Kraft, mich zu wehren. Und ich bereue das noch immer. Von TOVA habe ich damals nichts gehört. Von der schnellen Lösung schon.

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        • gerks sagt:

          Ja richtig. Es ist die Reizverarbeitung die hier gestört ist. Daher ist erst bei vielen Reizen die solche Menschen überfluten, das Problem gegeben.
          Mein Sohn konnte daheim stundenlang konzentriert arbeiten, aber sobald er im Klassenraum war, war es hochproblematisch. Wir haben dann auch überlegt ob wir nicht „Homeschooling“ machen sollten, aber es dann verworfen als es nach einer Kombination aus Medikamenten- und Psychotherapie endlich besser ging. Noch dazu ist Hausschule bei uns in Ö sehr schwierig zu beantragen.
          Was aber richtig ist, ist dass ADHS sehr oft ohne ausreichender Abklärung diagnostiziert wird. Es sind in Wahrheit einige Handvoll von Experten die diese Krankheit mit Sicherheit feststellen können und es bedarf sehr langwieriger Untersuchungen.

          Übrigens gäbe es einen einfachen Test ob man ADHS hat oder nicht. Man schluckt einige Monate lang ein Ritalinpräperat, wenn man dann nachdem man den entsprechenden Spiegel hat, davon dann ständig auf „Speed“ ist, blitzschnell Sachen verarbeitet, aber kaum mehr ruhig sitzen kann, dann hat man kein ADHS. 😀 Wenn man dagegen ruhiger und konzentrierter wird, dann schon.
          Leider gilt das nicht für alle Menschen, sonst wäre das die ultimative Möglichkeit ADHS festzustellen.

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  5. Ali sagt:

    Ist aber trotzdem komisch, dass heutzutage soviele Kinder wegen ADHS behandelt werden.
    Insbesondere in den USA scheint das ja „Mode“ zu sein:
    http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/adhs-mehr-us-kinder-haben-aufmerksamkeits-defizit-syndrom-a-878965.html
    Und auch in Deutschland jammern die Eltern oder Lehrer (rede mal mit Eltern ca. 6 Wochen nach der Einschulung!).

    Dass Kinder, und insbesondere Jungs, oftmals einen Bewegungsdrang haben, der sie zu wahren Monstern werden läßt, wenn sie nicht rauskönnen, wird oft vergessen. Früher konnten/mussten die Kinder raus und durften rumtoben, schreien, kreischen, klettern, Fußball/Schießen spielen, heute wird dagegen geklagt, wenn irgendwo ne KiTa aufmacht oder die Polizei gerufen, wenn Nachbarskinder mal wieder Kinder sind. Wenn sie denn überhaupt draußen rumtoben können bei den aktuellen 350m2 Grundstücken und Wohngebieten mit lächerlichen Spielplätzen (u.U. noch voll mit Hundescheiße und Müll).

    Also gerade bei Diagnosen wie ADHS wäre ich doch sehr vorsichtig und würde eher den Verschwörungstheoretikern folgen.

    PS: Kannst ja mal einen Comic zu Vasalgel/RISUG machen und darin erklären, warum eine 50(?)$ Injektion, die seit ca. 30 Jahren bekannt ist, es nicht schafft, fertig entwickelt zu werden. Bin gespannt…

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    • HansG sagt:

      „Kannst ja mal einen Comic zu Vasalgel/RISUG machen und darin erklären, warum eine 50(?)$ Injektion, die seit ca. 30 Jahren bekannt ist, es nicht schafft, fertig entwickelt zu werden. Bin gespannt…“

      Es bewegt sich doch was. Derzeit laufen notwendige Versuche um in den USA die Zulassung für Vasalgel zu bekommen. Die klinischen Tests mit Menschen werden voraussichtlich Anfang 2016 beginnen.

      Die Antwort warum die Entwicklung so lange dauert hast du im Grunde bereits selbst gegeben. Das Produkt ist zu billig und verspricht zu wenig Gewinn. Die großen Pharmakonzerne haben alle hormonelle Produkte für Frauen im Sortiment und würden mit einem solchen Produkt ihren Gewinn schmälern. Alleine die Anti-Baby-Pille ist ein Milliardenmarkt. Zusätzlich gibt es eine breite Opposition bei Frauen- und Männerärzten, die ebenfalls Verdienstausfall befürchten.

      Zusätzlich gibt es noch politische Stimmen, die sich gegen zusätzliche Verhütungsmethoden für Männer aussprechen, weil man Männern dabei nicht trauen kann (sic!). Das ist natürlich populistischer Käse, da eine weitere, nicht äußerliche zuverlässige Verhütung für Männer Frauen nicht davon abhält selbst für Verhütung zu sorgen. Man kann aber davon ausgehen, dass sich die Kräfteverhältnisse verschieben wenn Frauen (in festen Beziehungen wenn auf Kondome verzichtet wird) nicht mehr alleine die Kontrolle über die Reproduktion besitzen. Bei einem Anteil von 30-50% von Nicht-Wunschkindern bzw. Kindern zum falschen Zeitpunkt in den USA ist es Wahnsinn davon auszugehen, dass Frauen zuverlässig verhüten würden. In Deutschland ist der Anteil niedriger aber immer noch über 20%, was darauf zurückzuführen ist, dass die Pille kostenfrei an junge Frauen abgegeben wird und Sexualaufklärung weniger durch religiöse Kräfte eingeschränkt wird.

      Erschwerend kommt hinzu, dass für weitere Verhütungsmethoden für Männer schlicht die Lobby fehlt. Leider sehen viele Männer keinen Bedarf dafür, da es ja Kondome gibt, die nebenbei noch relativ zuverlässig vor Krankheiten schützen und später die meisten Frauen von sich aus mit der Pille oder anderen Methoden verhüten. Das Risiko einer ungewollten Vaterschaft wird dabei großzügig ignoriert, schließlich vertraut man ja seiner Frau/Freundin.😉

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  6. Sualtam sagt:

    Das Ritalin nicht suchterzeugend sein soll bezweifele ich. Ich hab mal drei Pillen davon genommen; die Wirkung war schon sehr nah an Amphetaminen dran.
    Und irgendwie klingt es auch einleuchtend, das etwas, was die Dopaminkonzentration im synaptischen Spalt erhöht, süchtig machen kann, wenn man mal drüber nachdenkt.

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    • Weißt du was auch aufs Belohnungszentrum wirkt?

      Spielen. Einkaufen. Lächelnde Gesichter. Sex. Sport. Zocken.

      Und all das kann süchtig machen. Denn ALLES kann süchtig machen. Worum es geht ist, dass Ritalin und Co nicht auf physischer Ebene abhängig machen.

      Btw., warum nimmst du „einfach so“ drei Pillen einer verschreibungspflichtigen Substanz? Wenn ich mir einfach so Insulin spritze ist das auch gefährlich. Sollen Diabetiker deshalb darauf verzichten?^^

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    • Sualtam sagt:

      Natürlich muss man beachten, dass viele Mediziner ihre Informationen über Medikamente von der Pharmaindustrie selbst bekommen, die z.Bsp. Tagungen sponsort, über Pharamreferenten Einfluss ausübt oder den Ärzten direkt (legale) „Zuwendungen“ zukommen lässt. Das ist schließlich ein allgemein bekannter Fakt.

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      • ggkuhnle sagt:

        Und genau das wird auch von vielen Ärzten kritisiert. Aber es ist ein kleiner Unterschied, ob ein Unternehmen zu einer Verkaufsveranstaltung einlädt oder die Ergebnisse einer Studie in einer (einigermaßen angesehenen) Zeitschrift veröffentlicht werden.

        In England (ich kenne die Situation in Deutschland nicht) werden Behandlungsempfehlungen als Richtlinien zentral erstellt und inklusive der vorhandenen Daten veröffentlicht – man kann also sehr gut nachvollziehen, weshalb bestimmte Empfehlungen gegeben werden, welche Ausnahmen es gibt etc. Ärzte, die sich nicht daran halten, müssen das idR begründen.

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      • St. Elmo sagt:

        Es gibt auch Ärzte die glauben an die Wirksamkeit von Homöopathie über den Placebo effekt hinaus.

        Medikamente bekommen ja erstmal ne zulassung zu einer bzw. für eine ensprechende medizinische Indikation. Das hier die Pharmaindustrie versucht ihre Medikament mit Wirkstoff X prominent zu bewerben damit ihr Mediakament mitWirkstoff X und nicht das Medikament mit Wirkstoff X von der anderen Pharmafirma verschrieben wird ist nachvollziehbar.

        Das Problem ensteht da wenn durch Einflussnahme auf oder Unkenntnis des Arzt Mediakament mit Wirkstoff X verschrieben wird obwohl bei diesem Patient WIrkstoff Y besser geeignet wäre.

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  7. stephibas sagt:

    Meine Mutter ist ebenfalls davon überzeugt, dass ADHS nur eine Erfindung ist. Weil ein bestimmter Arzt, der sich auf diesem Bereich spezialisiert, das im Sterbebett gestanden haben soll. Und weil sie das so gelesen hat, glaubt sie das natürlich. Ja nee, is klar. Das ihre eigene Tochter davon betroffen ist, weiß sie natürlich nicht….

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  8. mellissandra sagt:

    spätestens bei bild 2 holt melli den krause und krause raus und HAUT zu, (da hilft auch kein mph mehr bei mir) und anschließend fessel ich denjenigen 7 tage an meine tochter, der ich vorher ihre zigaretten, ihren kaffee und ihr mph weggenommen habe🙂

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  9. tentor sagt:

    Die meisten Eltern lassen ja ADHS bei ihren Kindern diagnostizieren weil sie sonst zugegeben müssten dass sie sie schlecht erzogen haben und lassen ihr Blagen dann mit Ritalin ruhigstellen damit sie nicht bei Streitereien durchgreifen müssen.

    Hab ich mir sagen lassen.

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    • stephibas sagt:

      Das ist auch einer der Gründe, zu dem es zu Vorurteilen kommt, dass ADHS eine Modekrankheit ist, weil diese Diagnose zu voreilig gestellt. Es ist für viele Leute dann einfach bequemer, die Kinder, um das mal dramatischer auszudrücken, zu sedieren.

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      • Ja, mit Stimulanzien sedieren ist natürlich immer eine gute Idee😉

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        • tentor sagt:

          Das hatte ich auch entgegnet, dass Ritalin gar nicht diese Wirkung hätte. Ich war mir aber nicht sicher und habe auch keine Quelle dazu.

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        • stephibas sagt:

          @erzählmirnix

          Auf viele Leute mit ADHS wirkt das Medikament stimulierend, aber bei anderen Leuten wirkt sich dieses Mediament eben anders aus. Einige von ihnen fühlen sich eher ruhiggestellt als stimuliert, sie fühlen sich wie Zombies, außerdem neigen ADSler dazu, auf diverse Stoffe paradox zu reagieren.

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          • Es ist nicht paradox wenn ADHSler durch Stimulanzien ruhiger werden. Ihre Hirnareale werden dann so aktiviert, dass sie (endlich) Reize richtig filtern können und in der Lage sind, sich zu fokussieren.
            Inwiefern bei manchen Nonrespkndern (ca 30% meines Wissens nach) die Wirkung ausbleibt (wie bei fast allen Medikamenten gibt es Nonresponder) oder die Nebenwirkungen zu stark sind ist wieder eine andere Sache. Aber SEDIEREN tun Stimulanzien nunmal nicht.

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            • stephibas sagt:

              Das Wort „sedieren“ habe ich auch eher metaphorisch benutzt. Zudem kann ich auch nur das wiedergeben, was mir Leute, die ebenfalls betroffen sind, erzählt haben. Nicht bei allen ADHSler wirkt das Medikament offenbar positiv.
              Dass es bei fast allen Medikamente Non-Responder gibt brauchst du mir nicht zu sagen.

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  10. maSu sagt:

    Ah ja, und erst seit kurzem sind alle Kinder krank und müssen ruhig gestellt werden? Ich war auch eines dieser Kinder. Sport und sonstige Anerkennung und Aktivitäten haben geschafft was „Mittelchen“ vom Arzt nie erreicht haben.

    Meiner Meinung nach sind nur die wenigsten Kinder, bei denen ADHS diagnostiziert wird wirklich krank. Die meisten Kinder leiden unter einem Umfeld, das ihre Bedürfnisse nicht erfüllt oder sich für ihre Bedürfnisse interessiert.

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  11. yannaba sagt:

    Ich habe den Eindruck, dass viele ein völlig falsches Bild von ADHS haben. Ich (persönlich) sehe das auch gar nicht als Krankheit – man ist eben anders und denkt anders.
    Mein Sohn ist bestimmt nicht so, wie sich viele hier ADHS Kinder vorstellen, er ist nicht ständig am zappeln, unerzogen und aggressiv. Im Gegenteil, er ist unheimlich lustig, nett, total beliebt und in vielen Bereichen total genial. Aber halt leider total verpeilt – er erinnert einen unheimlich an Mr. Monk oder Sheldon aus der Big Bang Theory.

    Und die Lehrer und Erzieher konnten nie verstehen, warum ein Kind, dass einem schon im Kindergartenalter Vorträge über das Zeitreisen Paradoxon halten kann es nicht schafft, sich die Schuhe anzuziehen. Oder dass er eine Rechtschreibschwäche hat, obwohl er ein Gedicht nach einmal hören auswendig kann. Und dass er in Bereichen, die ihn nicht interessieren komplett versagt.

    Ich habe auch schon überlegt, ob man ihn zu Hause unterrichten könnte – das aber wieder verworfen, weil ich die soziale Komponente der Schule sehr wichtig finde und er wirklich viele Freunde hat und extrem beliebt ist (wenn ich mit ihm unterwegs bin rufen andauernd fremde Kinder und auch Eltern „Hallo – wie geht’s dir“ – obwohl er das meist gar nicht registriert.)

    Die Schule ist für ihn ein Horror, besonders Deutsch (schreiben) und Mathe. Er sieht einfach den Sinn (noch) nicht und kann sich dann überhaupt nicht motivieren und findet das Ganze einfach nur quälend. Klar, das finden andere Kinder auch, aber bei ihm ist das viel intensiver. Und eben unverständlich, weil er halt ansonsten so intelligent ist. Und ich will auch nicht, dass er Abitur macht, weil ich irgendeinen Bildungsdünkel habe. Ich will es, damit er mal das studieren kann, was er möchte und wo er begabt ist. Alles andere wäre einfach schade, Verschwendung.

    Also haben wir Ritalin probiert. Ich würde alles tun, um ihm das Leben zu erleichtern, denn er leidet wirklich. Leider mussten wir es trotz anfänglicher Erfolge aufgrund von starken Nebenwirkungen wieder absetzen. Aber wenn es Menschen gibt, denen es hilft, empfinde die Diskussion und die Kritik von Leuten, die die Problematik offenbar gar nicht verstehen und nur mal so einen Artikel gelesen haben, geradezu als boshaft.

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    • Mona sagt:

      „Und die Lehrer und Erzieher konnten nie verstehen, warum ein Kind, dass einem schon im Kindergartenalter Vorträge über das Zeitreisen Paradoxon halten kann es nicht schafft, sich die Schuhe anzuziehen. Oder dass er eine Rechtschreibschwäche hat, obwohl er ein Gedicht nach einmal hören auswendig kann. Und dass er in Bereichen, die ihn nicht interessieren komplett versagt.“
      Sagen Leute das nicht eher über Asperger?

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      • yannaba sagt:

        …aber tatsächlich habe ich vor, noch eine zweite Meinung einzuholen. Eine Asperger Diagnose würde ihm wahrscheinlich das Leben vereinfachen und viel mehr Unterstützung von allen Seiten einbringen, als die ADHS-Diagnose, die hauptsächlich Augenrollen und Seufzer erzeugt.

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  12. yannaba sagt:

    Ja, das ist sehr ähnlich und schwer abzugrenzen. Aber die Psychologin meint, Asperger ist es nicht. Dagegen spricht auch, dass er total verkuschelt ist und eigentlich ständig Körperkontakt sucht.

    Ich habe eine Freundin, deren Sohn Asperger mit Hochbegabung hat. Das ist noch eine ganz andere Hausnummer. Der braucht sogar einen Betreuer, der ihn in der Schule permanent begleitet.

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  13. netsmurf sagt:

    Die meisten Leute kennen niemanden mit einem ADS. Und Journalisten machen einen guten Job, Jugendliche herauszupicken, die von einem Feld-Wald&Wiesen Arzt ADS diagnostiziert bekommen haben und Ritalin negative Effekte hatte.

    Es wäre ja schlimm diejenigen zu zeigen, denen die Medikamente helfen – nur sind Medikamente nicht alles. Coaching ist u.U. schwer zu finanzieren.

    Wohngruppen, die sich auf ADS konzentrieren? Naja, wäre wohl eine ausreichend explosive Mischung.

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  14. Wischiwaschi sagt:

    Da ich immer geärgert werde, dass ich ADHS mäßig bin, wüsste ich ja irgendwie zu gerne, ob ich anders würde oder konzentrierter oder besser Dinge merken könnte, wenn ich das Zeugs schlucke. Will mir wer welche zum testen geben? ^^

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    • netsmurf sagt:

      Wirken bei jedem Anders. Dazu sind fallen 2 Wirkstoffgruppen unter BTM. Wäre daher angebracht, wenn Du eine Diagnose hast und zu einem kundigen Psychiater oder Klinik gehst. ADHS-chaoten.net hat eine Liste mit Klinik und Ärzten.

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