Belastungsgrenzen

Veröffentlicht: Dezember 19, 2015 in Uncategorized

belast

 

Kommentare
  1. Tante Jay sagt:

    Ich wohne in einer kleinen Stadt mit 30.000 Einwohnern. 500 Flüchtlinge wurden dieses Jahr zugewiesen – „ungeordnet“ sind hier höchstens die Befürchtungen einiger Leute.

    Die Stadt hier IST an der Belastungsgrenze. 500 freie Wohnungen hast du nicht mal eben übrig, das ist bei der Einwohnerzahl eine echte Ansage. Hinzu kommen die Integrationsbemühungen.

    Hier reißen sich eine Menge Leute das Gesäß auf, um das alles zu stemmen. Ehrenamtlich. Und maulen tut hier keiner. Oder „wir schaffen das nicht“.

    Wenn der nächste Bus kommt, wird kurz geseufzt, Ärmel hochgekrempelt und weitergemacht. Und zwar in Zusammenarbeit mit den Flüchtlingen.

    Btw. keine Steigerung der Kriminalitätsrate oder der Anzeigen hier. Null. Nada. Gerade bei der Polizei nochmal angefragt.

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    • Ich finde vor allem „lustig“, dass die Verantwortlichen direkt zu Beginn schon nörgeln und sich querstellen (Oh mein Gott, man stelle sich vor, dass mal eine Turnhalle kurzfristig umfunktioniert werden muss! Das geht ja GAR NICHT!) und dann im nächsten Atemzug sagen, dass die Bevölkerung keinen Bock hat und es zu Gewalt kommt.
      Ist ja eine riesen Überraschung, wenn die Bürgermeister schon direkt zu Beginn Stimmung machen und rckmelden, dass die gesamte Zivilisation zusammenbricht, wenn demnächst vielleicht Flüchtlinge kommen.

      Schön fleißig Öl ins Feuer gießen und dann sagen „Dieses Feuer ist unlöschbar!!!“

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  2. Gerhard sagt:

    Ok, ich ignoriere mal Deine Pointe. Denn wenn ich die weglasse, würde ich diesen Brief auch unterschreiben.

    Die Gewaltbereitschaft in den Heimen ist ein massives Problem, gerade auch aus einer männerrechtlichen, linken Perspektive. Ich wundere mich jedenfalls nicht darüber, daß es gewalttätige Auseinandersetzungen gibt. Erst wenn man das überhaupt anspricht, kann man auch darüber reden wo die Gründe sind und dann wie man das Problem lösen kann. Menschenwürdig halte ich eine monatelange Unterbringung in 6-Bett Zimmern ohne Perspektive und Beschäftigung nicht. Hinzu kommt, viele dieser Leute sind hochtraumatisiert.

    Zu der Auseinandersetzung (und der Gewaltbereitschaft) in der Gesellschaft hat man tau (http://man-tau.com/2015/12/19/nazis-uberall-nazis/) eben gerade sehr wichtige Punkte gebracht.

    Tante Jay schreibt: „Wenn der nächste Bus kommt, wird kurz geseufzt, Ärmel hochgekrempelt und weitergemacht. Und zwar in Zusammenarbeit mit den Flüchtlingen.“

    Bewundernswert, ich ziehe meinen Hut. Aber kann es wirklich sein, daß „wir schaffen das“ von Ehrenamtlichen gestemmt wird? Ich sehe eine starke Parallele zu den Tafeln, die erst entstanden als unser Sozialsystem kollabiert ist und jetzt als Ersatz für eben dieses ausgenutzt wird.

    Ich finde Frau Merkels Spruch „wie schaffen das“ auch sehr großherzig und bewundernswert. Aber die Antwort auf die Flüchtlingsproblematik müßte doch als allererstes darin bestehen, den Flüchtlingen in ihrer Heimat eine Perspektive zu schaffen. Sind wir denn tatsächlich so heimatbesoffen das wir tatsächlich glauben, daß wir hier das Paradies haben und Flüchtlinge nicht lieber in ihrer Heimat leben möchten? Ich nehme den Spruch der Kanzlerin erst ernst, wenn sie sich für die Schließung von Guantanamo einsetzt und Rammstein als Drehscheibe des Drohnenkriegs schließen läßt.

    Ich werde jetzt mal nach dem offenen Brief googeln und ihn lesen.

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    • Du musst nicht googeln, er ist verlinkt.

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      • Gerhard sagt:

        Sorry und Danke. Nun, tatsächlich fordert dieser offene Brief andere Konsequenzen als ich es tue. Das ändert nichts daran, daß die Beschreibung der Ist-Situation oft richtig ist. Nein, auch ich finde es keine gute Idee, Turnhallen zu belegen, während man nicht mal anfängt zu planen wie man das Ende der Turnhallenfremdbelegung angehen kann. Merkwürdigerweise sehe ich keine Zelte vor dem Reichstag und höre nichts von Flüchtlingsunterkünften in der Oper.

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        • Tante Jay sagt:

          Gerhard, dir sagt das Wort „Lagerkoller“ etwas? Wenn du 800 Leute in eine Unterkunft packst, die für 500 oder 400 gedacht ist, dann *knallt* das irgendwann. Und zwar eher als später.

          Flüchtlinge sind ja keine Heiligen. Sie sind Menschen, die vor etwas geflohen sind und die Hilfe brauchen.

          Genau aus dem Grund bringt z.b. meine Heimatstadt hier die Leute dezentral unter. Inzwischen sind 24 „Unterkünfte“ teils angemietet, teils gekauft worden und die Leute hier untergebracht. Zwischen 25 und 100 (in der größten).

          <<<Aber kann es wirklich sein, daß “wir schaffen das” von Ehrenamtlichen gestemmt wird?<<<

          Von meiner Warte aus: Ja.

          Die Integration der Leute ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Angebote müssen her und angenommen werden. Was übrigens auch passiert und zwar mit Begeisterung.

          Man kann nicht immer nur nach dem Staat rufen, wenn was schiefläuft und sich schmollend hinstellen, wenn was nicht klappt, sondern man muss sehr wohl auch mal selbst den Arsch hochkriegen und verändern, was einem nicht passt.

          Pegida und Co. reden nur. Die Leute vor Ort, die helfen, die TUN was.

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          • Gerhard sagt:

            Ganz Deiner Meinung!

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          • Gerhard sagt:

            Upps, übersehen:

            „<<<Aber kann es wirklich sein, daß “wir schaffen das” von Ehrenamtlichen gestemmt wird?<<<

            Von meiner Warte aus: Ja."

            Ich habe da eine etwas andere Erwartungshaltung von meinem Land. Und als Beispiel die Tafeln genannt. Problematisch finde ich bei Freiwilligen übrigens auch, daß diese von einem Tag auf den anderen wegbleiben können und denen dafür auch kein Vorwurf gemacht werden kann. Daß es eine übergeordnete Organisation geben muß, die von Freiwilligen nicht (allein) abgedeckt werden kann. Womit ich den Verdienst der Freiwilligen natürlich nicht schmälern will.

            PS: Meine Zustimmung auch auf Deine Antwort von 11:41 auf meinen Kommentar.
            Ich sehe da keinen Widerspruch.

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            • Tante Jay sagt:

              Ups, ganz vergessen:

              „Daß es eine übergeordnete Organisation geben muß, die von Freiwilligen nicht (allein) abgedeckt werden kann. Womit ich den Verdienst der Freiwilligen natürlich nicht schmälern will.“

              Ehrenamt funktioniert nicht alleine. Das muss mit der jeweiligen Verwaltung verzahnt werden. Und je besser diese Verzahnung ist umso besser klappt das.

              Ich mag meine Stadt hier. Die stellt sogar extra jemanden ein, der Ehrenamt und Verwaltung miteinander koordiniert.🙂

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    • Tante Jay sagt:

      „Aber die Antwort auf die Flüchtlingsproblematik müßte doch als allererstes darin bestehen, den Flüchtlingen in ihrer Heimat eine Perspektive zu schaffen. “

      Richtig. Aber bis das passiert, müssen die irgendwo bleiben, Gerhard.

      Syrien wird sehr lange Bürgerkriegsland bleiben. Sehr lange. Daesh hält momentan 60% der Fläche Syriens für seinen „islamischen Staat“ besetzt. Oben die Kurden haben noch ein paar Prozent, der Rest ist in der Hand Assads.

      Da schlagen teilweise im Stundentakt die Granaten und Bomben ein, da kannst du echt niemanden ruhigen Gewissens hinschicken.

      „Aber hier kommen nur Männer her, keine Frauen und Kinder oder alte Menschen. Nur junge Männer, warum kämpfen die nicht für ihr Land.“

      Diese Leute, die diese Frage stellen, können mir bis heute eine einzige Frage nicht beantworten: FÜR WEN sollen die kämpfen? Daesh, der dafür bekannt ist, gerne mal Leute anzuzünden, wenn die Bock drauf haben? Assad, der die eigenen Leute bombardiert hat? Peschmergas, die Außenstehende nicht reinlassen, aus gutem Grund, Stichwort gezielte Unterwanderung? Die FSA existiert nicht mehr, wurde von Daesh aufgerieben.

      Welcher Armee sollen die sich anschließen und gegen wen kämpfen? Denn die Parteien, die sich da bekriegen, haben ALLE nicht das Wohl der syrischen Bevölkerung im Sinn. Es geht rein um Machterhaltung und um sonst nix.

      Abgesehen davon nimm bitte mal ne Karte zur Hand. Landroute via Türkei, Balkan und Österreich. Kannst du dir vorstellen, diese Strecken mit Kindern und deinen Großeltern abzureißen? Oder würdest du versuchen, die Strecke zu laufen und dann die Familie nachzuholen?

      Das gleiche gilt eigentlich für jedes Bürgerkriegsland.

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      • Anneliese Müller sagt:

        *daumenhoch*

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        • IULIUS sagt:

          Naja, Frauen und Kinder nachholen. Die müssen wohl den gleichen Weg nehmen, oder soll jetzt die Bundeswehr für diese Menschen eine Luftbrücke nach Deutschland bauen?
          Ich denke auch, daß zuerst die Abenteurer flüchten, diejenigen, die ohne Frau und Kinder sind, bzw. die ihre Frau und Kinder aufgegeben haben.

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      • Mike sagt:

        Es stimmt übrigens nicht, dass da „Nur junge Männer“ kämen.
        Zumindestens sagen die Zahlen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge was anderes!

        Demnach sind etwa 2/3 der Flüchtlinge Männer, In dieser Gruppe beträgt der Anteil der Männer zwischen 16 und 30 etwas unter 50%. … das bedeutet relativ simpel, dass ca 30% der Flüchtlinge „junge Männer“ sind. Für „nur Junge Männer“ ist das ein eher enttäuschender Anteil.
        Siehe
        https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Publikationen/Broschueren/bundesamt-in-zahlen-2014.pdf
        Seite 21f
        Für 2015 habe ich jetzt noch keine Daten gefunden.

        Und dann dieser wunderbare Satz „Die sollen doch für ihr Land kämpfen.“
        Ja, für wen dürfen sich die denn abschlachten lassen? Für Assad? Für ISIS? für die quasi in 50 Grüppchen zerfallende FSA?
        Seltsam auch, dass gerade in so einer Situation mal wieder die Männer verheizt werden sollen, so nach dem Motto, „schickt eure Frauen zu uns und geht dann sterben für Volk und Vaterland“ Intressant auch, dass diese Forderung sowohl von Hardcore-Feministinnen kommt als auch von „sehr männlichen“ Männern!
        Hat irgendwie einen schalen Beigeschmack!

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        • Hier sind die Daten für Jan-Sep 2015:

          Der Anteil der jungen Männer — sagen wir mal: 18 bis 35 Jahre — an der Gesamtzahl der Flüchtlinge beträgt demnach nicht 70, sondern 38 Prozent. Selbst wenn man „junge Männer“ als 16 bis 40 Jahre definiert, kommt man nur auf 46 Prozent.

          http://www.bildblog.de/73416/wie-falsche-bilder-von-fluechtlingen-entstehen/

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          • IULIUS sagt:

            Vermutlich liegt die Gesamtzahl der männlichen Personen bei 70%, bzw. in der Altersgruppe 70%. Das könnte vielleicht jemand etwas genauer aufschlüsseln. Es bringt nichts ältere Männer und Jungen in der anderen Gruppe aufzuführen. Das bring einen noch falscheren Eindruck.

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          • flyingtoaster sagt:

            Naja, unter den Gruppe der 18 bis 35 Jährigen ist der Männeranteil bei rund 75%.
            Über alle Altersgruppen liegt der Männeranteil knapp bei 70%. Jetzt den Taschenspielertrick auszupacken, dass man eine Gruppe gegen die Gesamtzahl ins Verhältnis setzt, damit die Zahlen nicht so besorgniserregend aussehen, zeigt zumindest, dass die Sorgen die aus diesen Zahlen erwachsen nicht unbegründet sind.

            Schließlich sind die Zahlen bis September nicht wirklich aussagekräftig, weil der große Flüchtlingsstrom da gerade erst eingesetzt hat.

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            • Unsinn. Über alle Altersgruppen liegt der Männeranteil bei genau 51,3%. Ein „Taschenspielertrick“ sind höchstens Deine 70%. Und niemand hat hier eine Gruppe gegen die Gesamtzahl ins Verhältnis gesetzt.

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      • david sagt:

        WordPress weigert sich offensichtlich, dass ich Tante Jays Propaganda und Verleumdung der syrischen Revolution mit Fakten entgegentreten kann😦

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        • falls du was kommentiert hast: hier ist nichts angekommen. auch nicht im spam, müll oder sonstwo. ich habe gerade nachgeschaut.

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          • david sagt:

            Enthielt drei Links. Erst kam die Meldung „konnte leider nicht veröffentlicht werden“, dann war irgendwie die Schaltfläche „absenden“ deaktiviert und als ich den Firefox neu gestartet hab war mein mit Strg-C gespeicherter Kommentar nicht mehr im Cashe.
            Naja Pech. Später vielleicht nochmal in Kürze.

            Jedenfalls ist das hier unsäglich ignorant:

            Diese Leute, die diese Frage stellen, können mir bis heute eine einzige Frage nicht beantworten: FÜR WEN sollen die kämpfen? Daesh, der dafür bekannt ist, gerne mal Leute anzuzünden, wenn die Bock drauf haben? Assad, der die eigenen Leute bombardiert hat? Peschmergas, die Außenstehende nicht reinlassen, aus gutem Grund, Stichwort gezielte Unterwanderung? Die FSA existiert nicht mehr, wurde von Daesh aufgerieben.

            Was glaubt denn Tante Jay, wer da unten überhaupt Krieg führt? Assad gegen ISIS? Das Regime gegen die Kurden? Dass ich nicht lache…

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            • david sagt:

              nun also ohne den Rant, nur in Kürze:

              Man kann innerhalb von Sekunden rausfinden, dass Syrien keinesfalls nur aus IS und Regime-kontroliierten Gebieten besteht. Sonst gäbe es da schlicht keine Krieg. Zum IS-Territorium gehört auch sehr viel unbesiedeltes Kargland. Die Rebellen mussten zwar kürzlich die letzten Einheiten aus Homs abziehen, halten aber nach wie vor die Hochburgen der Revolution wie Aleppo, Douma, Daraa oder Idlib. Zusammen mit Rojava kommt das der Fläche nahe, die Assad hält.

              Die Propaganda von Assadisten, Dschihadisten und Asylgegnern, es gäbe keine FSA mehr, ist Bullshit. Ignoranz oder aber Verleumdung der legitimen Revolution, so etwas zu behaupten.
              Und übrigens gibt es in Syrien auch (nahezu) keine Peshmerga, diese kämpfen im Irak. Die YPG hingegen hat in der Tat etliche westliche Freiwillige in ihren Reihen.

              Hier was aktuelles:

              http://www.syriauk.org/2015/12/who-are-syrian-rebels.html?m=1

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    • Hana Mond sagt:

      Ich denke, jeder, auch die Kanzlerin, würde die Bedingungen im Heimatland lieber heute als morgen verbessern – das hieße, den Krieg in Syrien zu beenden. Leider ist das leichter gesagt als getan – wie beendet man so einen Krieg? Bisher hatte da niemand eine sinnvolle Lösung …

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      • IULIUS sagt:

        Naja, sinnvoller wäre gewesen erst gar nicht dafür zu sorgen, daß solche Streitigkeiten entstehen. Wenn irgendwo ein Machtvakuum entsteht gibt es immer Streit darum, wer es ausfüllen darf. Das fängt in der Familie an und endet nicht erst bei innerstaatlichen Angelegenheiten.

        D. H. das wird erst aufhören, wenn eine Gruppe sich durchsetzt bei gleichzeitiger Dezimierung der anderen Gruppen.

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  3. Auch wenn ich den von Dir implizierten Witz da sehe;
    Dennoch: da steht „Erfüllungsquoten bei Asylunterkünften“ da steht nicht „Aufgenommene Flüchtlinge“ das ist ggf. ein großer Unterschied, ggf. aber auch nicht. ^^

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  4. Tante Jay sagt:

    „Ich habe da eine etwas andere Erwartungshaltung von meinem Land. Und als Beispiel die Tafeln genannt. Problematisch finde ich bei Freiwilligen übrigens auch, daß diese von einem Tag auf den anderen wegbleiben können und denen dafür auch kein Vorwurf gemacht werden kann. “

    In meinen Augen ist genau diese Erwartungshaltung, dass „der Staat“ einem alles abnimmt und man selbst nix machen muss, eine Fehlstellung. Wir leben bequem, Gerhard. Wir brauchen keine Verantwortung übernehmen, wir brauchen uns um die Gesellschaft selbst nicht kümmern, weil: Der Staat.

    Aber die Gesellschaft, das sind wir alle. Und wir alle haben die Verantwortung, dieses Land am Laufen zu halten. Fehlstellungen staatlicherseits, wie die Tafeln als Steuergelderersparnis nutzen, können nicht dazu dienen von der Verantwortung jedes einzelnen, dieses Land am Leben zu erhalten, abzulenken.

    Wenn du in einer Stadt eine lebendige Kultur mit Ehrenamtlichen hast, dann macht es nichts, wenn einzelne wegbleiben, weil sie keine Lust mehr haben.

    Dafür gibt es dann andere, die wieder dafür eintragen. Fluktuation ist da, ist es auch hier. Aber da „Ehrenamt“ hier etwas ist, was von der Verwaltung gezielt gefördert wird, haben wir hier kein Problem.

    Gerhard, es ist wirklich die Frage: Sind wir bereit, selbst Verantwortung für unsere Gesellschaft zu übernehmen und dabei zu helfen, sie zu prägen? Oder rufen wir nach dem Staat und ziehen uns aufs Lästern zurück, wenn „der Staat“ das nicht schafft?

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    • IULIUS sagt:

      „In meinen Augen ist genau diese Erwartungshaltung, dass “der Staat” einem alles abnimmt und man selbst nix machen muss, eine Fehlstellung.“
      Das erinnert mich an das Dorf in dem meine Eltern leben:
      Früher, wenn etwas benätigt wurde, z. B. eine Brücke über den Bach, dann hat einer Holz geliefert, nach einem Nachmittag stand die Brücke.
      Dann kam die EU. Damit wurden solche Aktionen verboten. Weil, die Gemeinde Fördergelder beantragen konnte.

      Was ich sagen will, ehrenamtliche Tätigkeit funktionert im allgemeinen sehr gut. Hat ja auch etwas mit Sozialisation zu tun. Die meisten machen gerne mit und freuen sich über das Ergebnis. Nur zu oft ist es gerade der Staat, der die Ehrenamtlichkeit torpediert.
      Das oft nur, weil ein Bürgermeister/Politiker seinen Narzißmus nicht im Griff hat.

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    • Sarah sagt:

      Wenn ich könnte, würde ich für deine Aussagen hier fünfmal das „Gefällt-mir“-Sternchen drücken!

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  5. flyingtoaster sagt:

    Eine neue Ausgabe aus der Reihe ENM – Lügencomic?

    Der Brief wurde von allen Bürgermeistern und Oberbürgermeistern des Landkreises unterzeichnet. Wie man auf der Grafik erkennt nehmen Gemeinden auch weit über dem Soll Flüchtlinge auf. Man kann aus der Grafik jedoch nicht erkennen, ob der Landkreis insgesamt sein Soll erfüllt. Die oben genannten Gemeinden haben insgesamt rund 27000 Einwohner, alleine Pirma hat 38000. Da für eine Flüchtlingsunterkunft Personal nötig ist, ist vermutlich nicht jede kleine Gemeinde in der Lage dies zu organisieren und es wäre auch nicht sinnvoll. Natürlich scheren die Bürgermeister des Landkreises, die aus welchen Gründen auch immer in ihrer Gemeinde noch keine Flüchtlinge aufgenommen haben, nicht aus und sagen, ist doch euer Problem, den Brief unterzeichne ich nicht.

    Das erste Bild des Comics suggeriert, dass hier ausschließlich Gemeinden sozusagen vorsorglich schon mal geklagt haben, ohne von der Problematik betroffen zu sein. Dies wiederum soll vermutlich eine fremdenfeindlich motivierte Ablehnung von Flüchtlingen darlegen und die Probleme des Landkreises lächerlich machen, da ja Gemeinden über Probleme mit Flüchtlinge klagen, die gar keine aufgenommen haben.
    Ich finde so einen kreativen Umgang mit der Wahrheit nicht zielführend, denn er spaltet unnötig. Alle Seiten fühlen sich insbesondere darin bestätigt, dass eine gemeinsame Lösungsfindung aussichtslos ist.

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    • Tante Jay sagt:

      Wenn ich einen alarmistischen Brief wie den, der da unterschrieben wurde, mit unterzeichne, sollte ich zumindest wissen, wovon ich schreibe. Die Bürgermeister genau dieser Orte tun das nicht – und angesichts der Übererfüllung der Quoten in einigen Städten und Kreisen (einer lag bei über 200%) leechen sich diese Bürgermeister auf dem Rücken dieser Landkreise durch.

      Das geht nicht.

      Die Verteilung der Flüchtlinge in Deutschland erfolgt nach dem sogenannten „Königssteiner Schlüssel“ und sollte übrigens *dringend* überarbeitet werden.

      Der Königssteiner Schlüssel wurde 1949 erschaffen, um Fördergelder für Universitäten zuweisen zu können. Noja. Fördergelder, Flüchtlinge – fängt ja eh beides mit „F“ an -.-

      Inzwischen wird er u.a. auch für die Flüchtlingsverteilung genutzt mit dem Ergebnis, dass Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern am meisten zugewiesen bekommen und die Staaten, die am lautesten rumweinen, am wenigsten.

      NRW nimmt 21% der Flüchtlinge auf, Ba-Wü und Bayern jeweils knapp 13%.

      Das Problem: NRW stellt auch 21% der Bevölkerung. D.h. wo bereits viel wohnen, werden auch viel hinverteilt. Was die Probleme verschärft.

      Eigentlich sollten gerade die weitgehend menschenleeren Gebiete im Osten eine höhere Zuteilung bekommen, da ist Platz, Wohnungen günstig und vor allem: Vorhanden.

      Statt dessen sorgt der Schlüssel für eine umgekehrte Verteilung.

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      • flyingtoaster sagt:

        „Wenn ich einen alarmistischen Brief wie den, der da unterschrieben wurde, mit unterzeichne, sollte ich zumindest wissen, wovon ich schreibe. Die Bürgermeister genau dieser Orte tun das nicht – und angesichts der Übererfüllung der Quoten in einigen Städten und Kreisen (einer lag bei über 200%) leechen sich diese Bürgermeister auf dem Rücken dieser Landkreise durch.“

        Woraus geht das hervor?

        Es geht um einen Landkreis mit rund 250000 Einwohnern. Wir haben keine Ahnung, wie der Landkreis die Flüchtlingsunterkünfte organisiert. Ich vermute mal, dass sich durchaus alle Bürgermeister des Landkreises gemeinsam um die Lösung kümmern und dann aus organisatorischen Gründen die Flüchtlinge nicht gleichmäßig über den Landkreis verteilen, sondern nach den örtlichen Möglichkeiten. Das bedeutet aber weder, dass die die Gemeinden ohne Flüchtlinge sich nicht an der Lösung der Aufgabe beteiligen, noch sie sich nicht im Namen des Landkreises eine gemeinsame Position vertreten dürften.

        Viel schwerer wiegt im Falle des Comics allerdings der erzeugte Eindruck, hier würden ausschließlich Gemeinden ohne Flüchtlinge klagen.

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        • IULIUS sagt:

          Der Königssteiner Schlüssel regelt nur die Verteilung der Flüchtlinge an die einzelnen Bundesländer. Was die Bundesländer dann mit den Flüchtlingen machen ist da überhaupt nicht geregelt. Das müssen die Bundesländer in Zusammenarbeit mit den Gemeinden selber regeln.
          Warum soll dann eine Gemeinde nicht mehr aufnehmen, als andere Gemeinden. Wir kennen doch die Infrastruktur gar nicht. Vielleicht haben aus irgendwelchen Gründen einzelne Gemeinden höhere Kapazitäten als andere. Z. B. leerstehende Gebäude. Warum sollen die dann nicht erst einmal a priori genutzt werden? Wir wissen auch nicht, ob Entschädigungszahlungen von den Gemeinden, die noch noch niemanden aufgenommen haben an die gezahlt werden, die aufgenommen haben fließen und/oder Personal gestellt wird.

          Gerade in Dresden ist es wahrscheinlich sogar sinnvoll die Flüchtlinge zentral aufzunehmen. Vielleicht existieren die geschilderten Probleme auch gerade deswegen bzw. wären ohne dem die Übergriffe gegenüber Flüchtlingsunterkünften sogar noch häufiger.

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    • 🙂 Du hast schon das Wörtchen „MITunterzeichnet“ gelesen?😉

      LÜÜÜÜÜÜÜGENKOMMENTAAAAAR!!!!EnsElf^^

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    • warte mal, ich habe gerade nachgelesen, es ist sogar noch deutlicher: Ich schrieb, sie haben sich BETEILIGT.
      Und du wirfst mir vor, ich suggeriere, sie seien die einzigen? Du weisst schon, was BETEILIGEN heißt?^^

      Edit: Darüber hinaus interessant, dass du es offenbar so gar nicht als Manipulation betrachtest, wenn über 35 Bezirke einen dramatischen Brief verfassen, tatsächlich aber gerade mal 5 Bezirke tatsächlich betroffen sind und über dem Soll liegen. Dass doppelt so viele Bezirke genau Null Flüchtlinge aufgenommen haben und trotzdem suggeriert wird, dass da eine Masse an Bezirken total überlaufen ist, ist natürlich keine Manipulation. Es hätte ja sicher genauso beeindruckend geklungen, hätte da gestanden „Also 5 von unseren fast 40 Bezirken sind überbelegt, aber wir restlichen sehen es halt auch so und unterzeichnen mit.“

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      • IULIUS sagt:

        Ich spende eine Packung Taschentücher.

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      • flyingtoaster sagt:

        Erzählt mir nix! Der Comic erhält seine Schärfe dadurch, dass er überspitzt diese Aussage hat:
        „Da beteiligen sich Bürgermeister an einem Brief, der die Unterbringung von Flüchtlingen problematisiert, obwohl diese Bürgermeister gar keine Flüchtlinge bei sich aufgenommen haben. Was für fremdenfeindliche Menschen, das zeigt doch nur, dass die im Brief erwähnten Probleme mit Flüchtlingen übertrieben sind und man nur nicht bereit ist, Flüchtlinge aufzunehmen.“

        Du schreibst nämlich diese Bürgermeister beteiligten sich an einem Brief, ohne zu erwähnen, dass dieser Brief ein gemeinsames Papier aller Bürgermeister des Landkreises, also einer Organisationseinheit ist. Das ist schon wichtig, weil keineswegs aus der Grafik geschlossen werden kann, dass nur weil in manchen 2000 Seelen-Gemeinden keine Flüchtlingsheime errichtet wurden, Flüchtlinge nicht privat dort untergekommen sind. Gehen wir mal von einer gleichmäßigen Verteilung aus und rechnen mit 1 Mio. Flüchtlingen, die bereits verteilt wurden. Dann müsste jede Gemeinde mit durchschnittlich 2250 Einwohnern 28 (= 2250 * (1000000 / 82000000 )) Flüchtlinge aufnehmen. Aus organisatorischen Gründen ist es vermutlich sinnvoller größere Unterkünfte bereitzustellen. Damit ist es offensichtlich, dass manche Gemeinden keine und manche halt deutlich mehr aufnehmen.
        Die Grafik gibt auch keine Aufschlüsse darüber, wie sich die Gemeinden personell oder finanziell beteiligen. Außerdem können die Gemeinden auch indirekt betroffen sein, wenn z.B. eine Turnhalle einer von vielen Gemeinden gemeinsam genutzten Schule kurzzeitig als Unterkunft genutzt wird. Letztlich ist die finanzielle Belastung pro Flüchtling vom Ort der Unterbringung unabhängig und so sind auf jeden Fall alle Gemeinden mit betroffen.

        Abgesehen davon ist es fraglich, ob man den Bürgermeistern absprechen darf, sich solidarisch mit seinem Landkreis einer solchen Erklärung anzuschließen, nur weil man nicht direkt betroffen ist.

        In dieser aufgeheizten Stimmung zur Zeit, finde ich es eben unfair, wenn man bei dieser dünnen Faktenlage doch recht schwere Vorwürfe erhebt.
        Schließlich hast du die Gemeinden ja namentlich genannt und wie würden sich wohl Menschen in diesen Gemeinden fühlen, die jeden Morgen ins benachbarte Pirna, Freital oder Sebnitz fahren, um dort ehrenamtlich in einer Flüchtlingsunterkunft zu helfen?

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        • „dass nur weil in manchen 2000 Seelen-Gemeinden keine Flüchtlingsheime errichtet wurden, Flüchtlinge nicht privat dort untergekommen sind“

          Ich denke, das lässt sich durchaus aus dem Brief schließen, beispielsweise diesem Absatz: „Das Konzept der dezentralen Unterbringung, das im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge von Anfang an in weiten Teilen praktiziert wurde“ … und die Grafik ist mit AsylUNTERKÜNFTEN beschrieben.

          Wieder bist du es, der hier irgendwas reinliest und „Unterkunft“ direkt mit „zentrales Heim“ gleichsetzt.

          Du suchst gerade ums verrecken Gründe, hier etwas zu verteidigen und es wird nur lächerlicher, weil du eine große Manipulation verteidigst und krampfhaft versuchst, hier irgendwelche angeblichen Manipulationen aus dem Ärmel zu schütteln, die aber jedes Mal nur mangelnde Lesekompetenz sind.

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          • flyingtoaster sagt:

            Welche große Manipulation versuche ich zu verteidigen?

            Ich versuche lediglich darzulegen, warum ich es für unfair halte ohne genaue Kenntnis der Fakten, nur auf Basis einer schwer leserlichen Grafik den Bürgermeistern obiger Gemeinden einen Vorwurf aus ihrer Unterschrift unter einen gemeinsamen Brief aller Bürgermeister des Landkreises zu machen.

            Aus der Grafik geht nicht mal hervor, ob der Landkreis insgesamt seine Quote erfüllt.
            Außerdem sagt ein Verteilschlüssel ja nicht unbedingt etwas über die Aufnahmefähigkeit vor Ort aus.

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            • IULIUS sagt:

              Hier steht ein wenig was.
              https://www.dresden.de/media/pdf/presseamt/Fachplan-Asyl-2014-2016.pdf
              Beim ersten Reinsehen geht es bei der Quote lediglich um Gesamtdresden und nicht um die einzelnen Dresdener Verwaltungsbezirke.

              Eine Frage wäre auch, wo kommt die Karte her? Ich konnte bisher keine Quelle finden. Ist die Karte evtl. nur politisch motiviert? Stimmen die Daten? Im Grunde Fragen über Fragen.

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              • flyingtoaster sagt:

                Eben, im Grunde Fragen über Fragen.

                Aber den Eindruck zu erwecken, da jammern schon Bürgermeister über Überlastung, die gar nicht von der Aufnahme von Flüchtlingen betroffen sind, ist einfach unfair.

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              • Mike Macke sagt:

                Eigentlich kann man doch sehen, wo die Karte herkommt: Links unten: „Quelle: Landratsamt“, links/mitte oben:“ Sächsische Zeitung vom 17.Dezember, Lokalteil Osterzgebirge“.

                Welchen Grund für eine Annahme gibt es, dass die Daten NICHT stimmen sollen? Hat sich das böse Landratsamt gegen die braven Bürgermeister gestellt? Oder sagen die Daten vielleicht doch aus, was eher EMNs These stützt?

                Wer sollte denn bessere / richtigere Daten als das Landratsamt haben, das immerhin die Betreuung und Unterbringung der Flüchtlinge organisiert ?

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                • IULIUS sagt:

                  Kann es sein, daß Du die Originalzeitung vor Dir zu liegen hast?

                  Grundsätzlich sollte man immer erst einmal alle Daten und Hintergründe anzweifeln.

                  In Dohma war z. B. eine Asylunterkunft für 200 Personen geplant. Bei unter 2.000 Einwohnern wäre schlagartig die Flüchtlingsaufnahme auf 10% der Bevölkerung gestiegen. Wenn ich mich nicht irre wäre es das 9-fache des Bundesdurchschnitts gewesen.

                  Zuständig für die Flüchtlinge ist das Landratsamt. Bei dem scheint die Informationspolitik nicht besonders geschickt gestaltet worden zu sein, denn die Bevölkerung in Dohma war nicht wirklich darüber informiert, was dort passiert. Insbesondere wurde nicht kommuniziert, wieviel Flüchlinge dort untergebracht werden sollten und wie die Flüchtlinge unterhalten und gefördert werden sollten. Daß das Projekt jetzt gescheitert ist, kann man nicht dem dortigen Bürgermeister vorwerfen. Der hat aber das Recht sich über die Problematik zu beschweren. Insbesondere, nach dem was das Landratsamt ihm vor die Nase stellen wollte und wie.

                  Das sind Hintergrundinformationen, die aus obiger Statistik nicht hervorgehen, aber M. E. zu dem derzeitigen Zustand dort geführt haben. Mit der Veröffentlichung der Daten könnte das Landratsamt nicht die Information der Bürger zum Ziel haben, sondern die Bürgermeister der Gemeinden unter Druck zu setzen.

                  Die Hintergrundinformationen verschieben das primäre Problem weg von den Bürgermeistern hin zum Landratsamt. Gleichzeitig kann man die Motivation, von BuntesDresden http://www.dresden-place-to-be.de/ in Zweifel ziehen, denn die hätten ein wenig recherchieren können und müssen.

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          • gerks sagt:

            Ist dir aufgefallen, EMN, dass du dich bei allen diesen tagesaktuelle politischen Comic, in recht aufgeregter Art zu Wort meldest? Und viel öfter. Deutlich anders als bei den übrigen.

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  6. danielburger sagt:

    Ich finde solche Statistiken immer irreführend, warum werden hier mit Prozenten gearbeitet. 150% des einen Bezirk könnten auch 100 Flüchtlinge sein beim einen Bezirk sein und beim anderen sind 30% 500 Flüchtlinge. Hier sollte man lieber mit eine x/y Schreibweise arbeiten. z.B 50 von 150 oder 150 von 50 Flüchtlingen. (Ändert nichts daran dass du recht hast, aber sowas nervt mich tierisch, weil hier die absoluten Zahlen aussagekräftiger sind, ich stelle mir vor, dass es auch für eine kleine Gemeinde leichter ist 150 Flüchtlinge aufzunehmen als für eine größere 500 Flüchtlinge. Wenn du verstehst wie ich meine)

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  7. gerks sagt:

    Wieder ein „problematischer“ Comic von EMN😉 Politisch hat sie sich klar entschieden. Und die tagesaktuelle Comics sprechen auch eine klare Sprache. Sie arbeitet nicht mehr mit dem üblichen Sitlmittel der Heuchelei, des Selbstbetrug oder Bigotterie, sie übernimmt bereits eine plakativere Ausdrucksweise. Eine die etwas suggeriert und den Kontext weniger klar darstellt, weil „der Gegner“ lächerlich gemacht werden soll.
    Hier wird das Wort „beteiligt“ so ausgelegt, dass es nur bedeuten kann, dass diese anderen Gemeinden ebenfalls derart stark betroffen sind. Und damit funktioniert die Pointe. Der Satz „was werden die erst sagen, wenn sie den ersten Flüchtling aufnehmen“ erweckt den klaren Eindruck, dass hier alle diese Gemeinden keine Flüchtlinge hätten. Der Comic ohne weitere Erklärung als Bild (z.B: über Twitter) weitergegeben ist klassische Desinformation.

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  8. gerks sagt:

    Ich verstehe Erzaehlmirnix schon, dass sie aufgrund der stärker werdenden Polarisierung in der Gesellschaft beginnt Partei zu ergreifen, allerdings wird von Comic zu Comic deutlicher, dass sie in diesem Themenbereich auch bereit ist, eine Art Halbwahrheiten zu transportieren.

    Das sie sich mit diesem Thema sehr schwer tut, noch länger neutral zu bleiben hat der „Paypal“ Comic gezeigt den sie mit dem Satz übetitelt hat: „Ich glaube, das ist der erste Comic, zu dem ich mich überwinden musste“. Und zu weiteren Comics die Doppelbödiges auf der Seite der „Linken“ ironisieren würde, hat sie sich offenbar nicht mehr zwingen können. Schade. Aber verständlich.
    Wenn der Blick sich verengt, ist es nicht mehr möglich im eigenen Lager noch Kritisierenswertes zu entdecken. Dazu müsste man sich zwingen.

    Und wer zwingt sich schon gern zu etwas, in seiner Freizeit?

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