Normales Gespräch.

Veröffentlicht: Februar 2, 2016 in Uncategorized

autist

Kommentare
  1. Tante Jay sagt:

    Seufz.

    Ich weiß nicht, ob es ein Stereotyp ist und ich nur an die „guten“ gekommen bin – aber die meisten Asperger, von denen ich weiß, dass sie es haben, sind beinahe schmerzhaft ehrlich. Die sehen überhaupt keinen Sinn darin, die Wahrheit nicht zu sagen.

    Mag ich sehr. Und schätze es sehr.

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    • Mycroft sagt:

      Aber Dir ist schon klar, dass die meisten „normalen Gespräche“ eben nicht durch gnadenlose Ehrlichkeit geprägt sind? Insofern hat Linksi schon recht, nur aus den falschen Gründen. *g

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    • Sandra Mückel sagt:

      Lügen sind der Kleister der sozialen Kohäsion und die Grundlagen des politischen Erfolgs.

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    • Mona sagt:

      Ich kenn mich mit Autismus nicht aus. Kannte mal einen Asperger-Autisten (ein Freund meines Freundes), bin mit ihm aber gar nicht klar gekommen, weil er mir ständig mit Klischees über Frauen kam, denen ich nicht entspreche, und ich durfte mir jedes Mal anhören wie unfraulich ich sei und Ähnliches. Meine Erklärungen hat er ignoriert.

      Wenn Ehrlichkeit zum Autismus gehört, sind dann in diesem Comic Linksi und Rechtsi beide Autisten?

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      • david sagt:

        Was haben falsche Vorurteile mit Ehrlichkeit zu tun?

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        • Mona sagt:

          Dass er seine Gedanken ausgesprochen hat, wo andere schon gemerkt hätten, dass ich gerade keine Lust auf solche Gespräche hab.

          Tante Jay hat ja oben geschrieben, dass Asperger fast schmerzhaft ehrlich sind.

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  2. Das kenne ich. Wenn jemand meint, daß ich eigentlich ganz normal wäre … nur ein bisschen nerdig … und dann kommen so Stück für Stück die üblichen Vorurteile, Allgemeinplätze und Versatzstücke. Da kann man oft gar nicht mit sachlichen Argumenten kommen. Die Leute bleiben stur bei dem, was sie glauben wollen. Gut, daß solche Leute im Allgemeinen nicht zu meinem Bekanntenkreis gehören und im Freundeskreis gar nicht vorkommen.

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  3. Mika sagt:

    Wie bitte kommuniziert man mit Autisten? Ich kenne keinen und habe keine Ahnung.
    Klärt mich jemand auf?

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    • lomi sagt:

      Wenn es um die hier thematisierten Asperger-Autisten geht: ganz normal. Muss man sich nicht unbedingt bei verrenken, so wie ich das erlebt habe.

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      • Irenicus sagt:

        Einfach ehrlich sein😉

        Im Ernst, das Aspergersyndrom ist genau wie alle anderen Entwicklungsstörungen sehr unterschiedlich ausgeprägt, und kann zu völlig unterschiedlichen Komplikationen führen.
        Allgemein tendieren Menschen mit Asperger aber oft zu einem starken schwarz-weiß denken, was das Zusammenleben mit Ihnen sehr anstrengend machen kann.

        Und gesellschaftliche Konventionen werden auch stärker missachtet. So wird dir jemand mit Asperger-Syndrom sagen dass du einen fetten Arsch hast, wenn du ihn fragst. Das mag zwar im ersten Moment ganz nett klingen, wenn einem immer die Wahrheit gesagt wird, aber wir sind alle permanent dabei die Wahrheit zu verschönen. Und niemand mag ungefragt Wahrheiten wie du bist fett, hässlich etc. hören. Mein 28jährigerBruder kommt mir dabei manchmal wie ein 2jähriges Kind vor. Auch die Frage warum man sich täglich waschen, beim Essen nicht schmatzen soll etc. sind gesellschaftliche Konventionen die permanent hinterfragt/ignoriert werden.
        Im Gegensatz dazu steht dann wiederum der Wunsch, alles was man dreimal auf ein und die selbe Weise getan hat, immer auf die gleiche Weise zu tun. So sitzen wir zum Beispiel IMMER auf den gleichen Plätzen beim Abendbrot. Und wenn ich immer sage meine ich wirklich ausnahmslos immer. Es führt kein Weg daran vorbei. Wenn wir Besuch haben, kann der unmöglich auf seinem Stuhl sitzen! Du hast dir das Bein gebrochen, und kannst nicht an deinem üblichen Platz sitzen? Dein Problem!

        Aber wie oben gesagt, kann das Asperger-Syndrom sehr unterschiedliche Auswirkungen haben.Und auch stärker oder weniger stark ausgeprägt sein.

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        • david sagt:

          Dem ist nicht viel hinzuzufügen! Wobei Aspies vieles doch schon auch mit der Zeit lernen können. Ich würde sogar sagen die Mehrheit bekommt es hin, einen fetten Arsch nicht fett zu nennen, selbst wenn man sie fragt. Sie sagen dann halt im Zweifel gar nichts.

          Zur Kommunikation noch: unbedingt sachlich und präzise! Vage Begriffe und zweideutige Bemerkungen, vor allem Ironie, indirekte Anspielungen, am besten auch metaphorische Sprache oder Redewendungen bestenfalls vermeiden. Gerade rhetorische Übertreibung oder sarkastische Negation kann zu skurrilen Missverständnissen führen!

          Vor allem aber direkt-verbal, bloß nicht nonverbal-emotional! Aspies bekommen in der Regel die Implikationen von Mimik und emotionaler Färbung der Stimme kaum mit.

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          • IULIUS sagt:

            Interessant, wenn man das genau betrachtet gibt es zwischen „Normalen“ und „Aspergern“ nur das Problem, daß sich keiner von beiden auf den anderen einstellen/eingehen will/kann. Wenn mir jemand zum Dritten mal auf eine Frage eine unbequeme Antwort gibt, dann frage ich doch gar nicht noch ein viertes, fünftes, … und n-tes mal. Aber nee, der Autist hat sich gefälligst anzupassen. Seit ihr jeck?

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            • david sagt:

              Seit ihr jeck?

              Seit wann?;-)

              Du meinst also, die neurotypische Mehrheit hätte sich an die ca.0,5% mit sozialer Behinderung anzupassen? Ironie wird verboten, oder wie stellst du dir das vor?

              Aber ja, mit deiner Grundaussage hast du durchaus nicht Unrecht!

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              • IULIUS sagt:

                Nein, nicht anpassen, sondern die Eigenarten akzeptieren bzw. tolerieren.

                Bisher dachte ich immer Empathiefähigkeit heiß sich in andere hineinversetzen zu können und daraus auch sein eigenes Verhalten steuern zu können.

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  4. Conte Palmieri sagt:

    Sorry, aber ein richtiger Vollaspie ist wirklich schwer zu ertragen. Nach 4 Jahren im gleichen Büro habe ich meinem Chef geagt, wenn wir nicht anders sitzen werden, kündige ich, das hier ist schlimmer als Hartz IV.
    Der Chef hatte ein Einsehen.

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    • Aspies. Kennste einen, kennste alle.
      Zufall ist da ausgeschlossen, denn noch nie wurde von einem Arschloch berichtet, das kein Autist war.

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      • Irenicus sagt:

        Naja, ich würde kündigen, wenn mein Bruder in meinem Büro arbeiten würde.
        8 stunden am Tag.. jeden Tag. Bitte erschieß mich!

        Deswegen würde ich ihn nicht als Arschloch bezeichnen. Aber anstrengend ist er trotzdem😉

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      • Conte Palmieri sagt:

        Ach weißte … ich bin da selber nicht ganz unbeleckt.
        Das beste Gegengift gegen Asperger ist offensichtlich eine dicke fette Depression. Hinterhe habe ich einige Dinge eingesehen.

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  5. zauberweib sagt:

    der mit asperger is der links, oder?😉

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    • IULIUS sagt:

      Keiner, das Asperger-Syndrom existiert seit 2013 respektive 2015 nicht mehr….

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      • Nicht so ganz. Asperger ist nicht mehr als eigenes Symptom im IDC-11 aufgeführt. Das heißt jetzt „Autismus-Spektrum-Störung“.

        „2015 soll die ICD-11-Ausgabe herauskommen, um die weltweiten Diagnosestandards für Krankheiten und Verhaltensstörungen zu vereinheitlichen. Eine Einteilung in Kanner- und Asperger-Autismus wird es nicht mehr geben. Alle Arten des Autismus werden in ein Spektrum (Autismus-Spektrum-Störung (ASS)) überführt.“
        Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Autismus#Einteilung_nach_ICD-11_und_DSM-5

        (Ja, ich weiß, Klugscheißerei. Aber ich neige halt zu klaren Fakten und Tatsachen.)

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        • david sagt:

          Das ICD-11 gilt noch nicht, sondern nach wie vor ICD-10, welches die Diagnose Asperger-Syndrom nach wie vor enthält.
          Im DSM ist es schon revidiert, aber das ist eher in den USA und innerhalb der Forschung maßgeblich.

          Aber nur weil die Abgrenzung zwischen verschiedenen Autismus-Formen zu unscharf und schwierig ist und man sie deshalb mittelfristig zu einer Spektrums-Diagnose zusammenfasst, werden die einzelnen, durchaus sinnigen Konzepte damit auch nicht so schnell aus der Welt sein.

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        • IULIUS sagt:

          „Alle Arten des Autismus werden in ein Spektrum (Autismus-Spektrum-Störung (ASS)) überführt.”
          Ergo, es werden keine Unterscheidungen mehr gemacht, daher ist das Asberger- und das Kanner-Syndrom definitiv abgeschaft. – Jedenfalls medizinisch.😉
          Ich konnte eh nie verstehen, wie man für ein und die selbe Problematik verschiedene Namen benutzen kann, wenn der einzige Unterschied lediglich der Schweregrad ist.

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          • david sagt:

            Das stimmt halt nicht so ganz.

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            • IULIUS sagt:

              Wenn ich es richtig verstanden habe geht es bei den bisherigen Krankheitsbildern lediglich darum, welche Symptome gezeigt wurden. Ein im Grunde rein stures bürokratische Feststellung. Ein Ideales Klima für nicht funktionierende Behandlungen.
              Das neue System soll an die Ursachen gehen und damit die Behandlungen effizienter machen.

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              • Mona sagt:

                Das verstehe ich nicht. Wie soll das gehen bei Autismus? Wie soll man da die Ursache behandeln?

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              • david sagt:

                Wenn ich es richtig verstanden habe

                Hast du nicht.
                Es gibt wohl kaum eine anspruchsvollere Diagnostik als die von hochfunktionalem Autismus.

                Ich habe aber keine Lust, Leuten Dinge zu erklären die immer alles schon vorher zu wissen glauben.

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                • IULIUS sagt:

                  D. H. Du möchtest Dich nicht damit beschäftigen. Ich kann Dir versichern, daß ich, sofern ich eine vernünftige ERklärung bekomme, diese auch in Erwägung ziehe.
                  D. H. ich überdenke meinen Standpunkt.

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                  • david sagt:

                    Ich beschäftige mich zwangsläufig damit.
                    Hier etwas ausführlich zu erklären, nur damit wieder die nächste faktenfreie Behauptung aufgestellt wird, scheint mir aber keine sinnvolle Beschftigung.

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    • Mona sagt:

      Mich würde das echt interessieren, ob im Comic Linksi irgendwie autistisch rüberkommen soll? Oder ist der Witz nur, dass er die Sachen die er dem anderen unterstellt selbst macht?

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  6. St. Elmo sagt:

    Hm… Sowie sich das hier im Forum anhört, hätte ich mit Asperger ein Erklärung und Entschuldigung für mein arschiges Verhalten.

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    • Mycroft sagt:

      Wenn Du nicht auch unter gelegentlicher Reizüberflutung leidest, Dich nicht HART in Deine Lieblingsthemen (Fußball, Briefmarken, Toaster, such Dir was aus) verbeißen kannst, sehr auf feste Gewohnheiten und gleichbleibende Umgebung zuhause und am Arbeitsplatz stehst, und außerdem prima mit Tieren klarkommst*, wird das nach ganz billiger Ausrede klingen. *g*g
      Nagut, ein oder zwei Sachen davon kannst Du weglassen, aber den Rest musst Du für Deine Aspergerfassade schon kultivieren.

      *Ist kein klinisches Kriterium, aber ich kenne viele Aspergerbiographien, wo das so ist. Vllt., weil Tiere keinen Subtext verwenden.

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      • St. Elmo sagt:

        @Mycroft
        Reizüberflutung…. Selten aber Ja
        Lieblingsthemen….. Ja aber sowas von100%
        Gleichbleibende Umgebung + Gewohnheiten ….. ….. Ein bisschen Ja
        Tiere….. Nur tot auf dem Teller mit lecker Soße.

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    • Mona sagt:

      Ich kann mir vorstellen, dass wenn jemand wirklich Asperger (oder wie das richtig heißt) hat, dass er drunter leidet, dass manche ihn sehr anstrengend oder arschig finden. Wär dann doch blöd, wenn man Asperger mit Arschlöchern gleichsetzt deswegen. Es gibt doch überall Arschlöcher, auch unter Autisten. Ist nur sehr unfair gegenüber einem Autisten, wenn man bei jedem Arschloch dann denkt „ach der ist vielleicht Autist“, obwohl es miteinander nichts zu tun hat.

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      • david sagt:

        Ich finde, die meisten Autisten sind unheimlich liebenswerte, skurile Menschen. Oft fast gänzlich ohne spürbares Ego. Es gibt schon eine kleine Untergruppe unangenehmer Charaktere, die auf eine spezielle, autistische Weise ätzend ist. Aber das sind meiner Erfahrung nach wirklich die wenigsten. Wobei man genau diese dann im Netz wiederum gehäuft findet, weil die Forenkultur für sie ideale Möglichkeiten zur Selbstwertkompensation bietet.

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      • Mycroft sagt:

        Ja, eben. Wenn man Leute, die man aus irgendwelchen Gründen nicht mag, als Autisten bezeichnet, sind die richtigen Autisten beleidigt.

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  7. Ich frage mich manchmal, wie die Welt aussähe, wenn das Zahlenverhältnis von Autisten und Nicht-Autisten vertauscht wäre.
    Zu gern würde ich mal den ICD 10 – Katalog der „Neurotypischen Persönlichkeitsstörung“ lesen.
    Einen passenden Namen für diese tiefgreifende Entwicklungsstörung zu finden wäre schon schwierig, da sich die armen Menschen, die darunter leiden, nicht beleidigt fühlen sollen.

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  8. david sagt:


    Ich frage mich manchmal, wie die Welt aussähe, wenn das Zahlenverhältnis von Autisten und Nicht-Autisten vertauscht wäre.

    Dann wäre die Menschheit wohl längst ausgestorben.

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    • Warum das?, weil Autisten keine Partner finden und keinen Sex haben?
      Wenn das so wäre, dann wären Autisten schon längst ausgestorben.

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      • IULIUS sagt:

        Ich würde spekulieren, Autismus ist nicht allein von der direkten Vererbung abhäng.

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        • Das ist aber so. Ich kenne allerdings Autisten, die sich so sehr an die neurotypische Welt angepasst haben, dass sie dort nur wenig auffallen.
          Ihre genetisch bedingten Eigenschaften behalten sie aber trotzdem, und in der Regel laufen sie mit spätestens 50 in ein Burnout, das sie völlig aus der Bahn wirft.

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      • david sagt:

        Nein, Autisten haben in aller Regel neurotypische Eltern. Die wenigsten pflanzen sich selbst fort, die Vererbung ist wesentlich komplexer, manchmal können auch de novo -Mutationen eine Rolle spielen.
        Hermaphrodismus gibt es ja auch, obwohl Hermaphroditen sich nicht fortpflanzen.

        Ich halte nichts davon, Autismus als reine Normvariante zu verharmlosen. Wir sprechen da schon von einer mehr oder minder schweren Behinderung, nur ein kleiner Teil erreicht eine mit der Normalbevölkerung vergleichbare Autonomie.

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        • Zitat: „Nein, Autisten haben in aller Regel neurotypische Eltern. Die wenigsten pflanzen sich selbst fort,…“ Ende Zitat

          Ich kenne keinen einzigen Autisten, bei dem nicht mindestens ein Elternteil deutliche Autismus-Eigenschaften besitzt.

          Zitat; „Ich halte nichts davon, Autismus als reine Normvariante zu verharmlosen. Wir sprechen da schon von einer mehr oder minder schweren Behinderung, nur ein kleiner Teil erreicht eine mit der Normalbevölkerung vergleichbare Autonomie.“ Ende Zitat

          Wenn Du im Autismus-Spektrum nur die klinischen oder fast-klinischen Fälle als Autisten verstehst, dann reden wir über verschiedene Dinge.
          Die meisten Asperger-Autisten, die ich kenne, haben keine Diagnose und kommen einigermassen gut zurecht. Ich schätze das Verhältnis von Autisten mit und ohne Diagnose auf etwa 1:20.
          Ich selber habe eine Autismus-Diagnose, einen Schwerbehindertenausweis, arbeite selbstständig und lebe autonom.
          Obwohl ich einen Schwerbehindertenausweis habe, würde ich mich niemals selbst als ‚behindert‘ bezeichnen, sondern als ‚behindert aus neurotypischer Sicht‘. Aus meiner Perspektive betrachte ich viele neurotypische Menschen als behindert.
          („Neurotypisch“ sehe ich übrigens ebenfalls als Spektum. Meiner Ansicht nach sitzten hier die extremsten Fälle in der Psychiatrie und noch häufiger in Gefängnissen, – aber das ist ein anderes Thema)

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          • david sagt:


            Ich kenne keinen einzigen Autisten, bei dem nicht mindestens ein Elternteil deutliche Autismus-Eigenschaften besitzt.

            Ich kenne sehr viele, sogar die deutliche Mehrheit! Sicher sind autistische Züge oftmals gehäuft in der Verwandtschaft, aber das spricht noch lange nicht für deine These.

            Wenn Du im Autismus-Spektrum nur die klinischen oder fast-klinischen Fälle als Autisten verstehst, dann reden wir über verschiedene Dinge.
            Die meisten Asperger-Autisten, die ich kenne, haben keine Diagnose und kommen einigermassen gut zurecht.

            Ja, da reden wir tatsächlich über unterschiedliche Dinge. Autismus bzw. Asperger/Autismusspektrumsstörung ist eine klinische Diagnose und kein fancy Lifestye-Label für Leute, die wenig Freunde haben und sich irgendwie „besonders“ fühlen möchten.
            Was Autismus ist, bestimmen Fachleute mit jahrelanger Ausbildung und Erfahrung, nicht Wikipedia-Selbstdiagnosen.


            Ich selber habe eine Autismus-Diagnose, einen Schwerbehindertenausweis, arbeite selbstständig und lebe autonom.
            Obwohl ich einen Schwerbehindertenausweis habe, würde ich mich niemals selbst als ‘behindert’ bezeichnen, sondern als ‘behindert aus neurotypischer Sicht’.

            Das freut mich wirklich für dich und du bist natürlich auch damit nicht alleine. Ohne Frage geht Autismus auch mit Stärken daher, nicht nur mit Defiziten. Die Defizite wiederum kann man durchaus mit Stärken kompensieren, die selbst nichts mit Autismus zu tun haben.
            Es ist an der Stelle etwas schwierig für mich die Diskussion weiterzuführen, daher lasse ich es besser.

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            • Nachdem wir unsere Standpunkte grob umrissen haben, hätte man nun versuchen können, ganz konkret zu hinterfragen, woran man Autismus festmachen kann. Welche handfesten Eigenschaften es gibt, die Autismus ausmachen, insbesondere in Bezug auf die autistische Wahrnehmung.
              Stattdessen kommen die üblichen Phrasen, die von vornherein Unkenntnis in der Sache unterstellen, Schade eigentlich:

              Zitat: „…autistische Züge… fancy Lifestye-Label… irgendwie “besonders” fühlen… Wikipedia-Selbstdiagnosen…“ Zitat Ende

              Zitat: „Was Autismus ist, bestimmen Fachleute mit jahrelanger Ausbildung und Erfahrung.“ Zitat Ende

              Solange man die genetischen Zusammenhänge nicht genau kennt, wissen eigentlich nur die Leute wirklich wovon sie reden und was Autismus ausmacht, die folgende Eigenschaften haben: sie haben erstens eine entspechende Ausbildung und Erfahrung und sind zweitens selber Autisten.
              Und die ‚bestimmen‘ das auch nicht, sondern sie können nachvollziehbar die Zusammenhänge verdeutlichen.

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              • Mist, ich hätte anders geantwortet, wenn mir etwas früher aufgefallen wäre, dass wir den Comic nachspielen.

                Bin ebenfalls raus, Gruss.

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              • david sagt:

                So viel noch: ich wollte dir als Betroffenem gewiss keine Unkenntnis unterstellen, aber ich halte es schon für fragwürdig, von Asperger-Autisten zu sprechen ohne Grundlage einer gestellten Diagnose.
                Ich würde übrigens schätzen, dass höchstens 5% aller Betroffenen (in dem Fall eher nicht so stark betroffen) eigene Kinder haben. In aller Regel stellt diese die Erziehung dann vor massive Schwierigkeiten. Das heißt nicht, dass das für alle gelten muss.

                Ich wüsste nicht, inwiefern wir das Comic nachspielen. Ich zumindest habe schließlich keine falschen Klischees zu Autismus im Kopf.

                Ich sehe aber ein bisschen eine Analogie zum Parallelblog der Autorin. Es ist auch falsch, jemandem mit (leichtem) Übergewicht Attraktivität und Gesundheit abzusprechen. So falsch wäre es, einem Asperger die Autonomie und die Fähigkeit zu einer Beziehung abzusprechen.

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  9. SF sagt:

    Die Behauptung, man müsse Betroffene fragen, wenn man wissen will, was Autismus ist, ist mir schon öfter begegnet. Es wird dabei auch gern behauptet, Fachleute würden lieber über statt mitAutisten reden, obwohl es doch besser wäre, „auf Augenhöhe“ zu kommunizieren. Auch die Idee verschiedener Schweregrade des Autismus wird in solchen Kreisen gern abgelehnt. Denn man sei ja mindestens genauso Opfer der Gesellschaft wie die Kanner-Autisten. Die Medien würden Autismus regelrecht „herunterschreiben“.

    Ich höre das oft von hochvernetzten (und hochemotional argumentierenden) Leuten, die vermeintlich Autisten sind, bei denen ich jedoch kaum autistische Züge ausmachen kann. – Allerdings wird auch gern gesagt, Autismus sei eben ein „unsichtbares“ Syndrom.

    Es gibt inzwischen eine enorme Flut von selbstdiagnostizierten „Autisten“.

    Typische autistische Merkmale werden inzwischen gern als „Vorurteile“ bezeichnet, so sei die Unfähigkeit zum Als-ob-Spiel oder Blickkontakt nur ein dummes Klischee.

    Besonders interessant finde ich hier das Erklärungsmodell der angeblich fehlenden Reizfilterung, die man in fast jedem Autismusblog findet.

    Mich würde einmal interessieren, wie die hier anwesenden Experten dieses Modell beurteilen. Ich finde z.B. nichts darüber in dem Lehrbuch Asperger-Syndrom von Remschmidt/Kamp-Becker. Auch Wikipedia hält sich eher bedeckt.

    Gibt es empirische Studien, die eine mangelnde Reizfilterung bei Autismus belegen?

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    • Mona sagt:

      Sind mit der mangelnden Reizfilterung auch Menschen gemeint, die nicht ertragen können, wenn sie Mustere erkennen in denen Fehler drin sind? Z.B. eine Bluse mit Muster, die aber einfach irgendwo zusammengenäht wurde und nicht so, dass das Muster sich vervollständigt.
      Gehört so ein „Sachen nicht ertragen können“ zum Autismus? Sachen wie mehrere Leute, die in einem Raum gleichzeitig reden, zu viele Gerüche in der Nase oder mehrere Geschmäcker auf der Zunge?
      (Ich hab keine Ahnung, ich find das alles einfach interessant.)

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      • IULIUS sagt:

        Mangelde Reizfilterung für sich alleine besagt gar nichts, nur daß Du ein Problem hast.
        Bei jedem Menschen kannst Du, wenn Du nur stur die Symptome betrachtest auf mehrere völlig verschiedene Krankheiten und völlig verschiedene psychische Störungen kommen. Deswegen hat er sie aber noch lange nicht. Erst dann, wenn eine ziemlich große Abweichung zum normalen vorhanden ist. Der Übergang von einem Persönlichkeitsmerkmal zu einer Persönlichkeitsstörung ist fließend und kann meistens auch nur von entsprechend qualifizierten Personen festgestellt werden.

        P. S. Nichtertragen von Fehlern in Mustern würde mir erst einmal Zwangsproblem in den Sinn kommen, anstelle mangelnder Reizfilterung.
        Mangelnde Reizfilterung dürfte zu Überforderung der Sinne und des Gehirrns führen, was bis zum kompletten Abschalten des Gehirns führen kann. Wie man darüber zum Autismus kommen will ist mir ein Rätsel.
        Vermuten würde ich, daß ein oder mehrere Areale im Gehirn nicht einwandfrei funktionieren.

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        • Mona sagt:

          Mir ist schon klar, wie man Störungen allgemein herausfindet und dass es schwer ist.

          Ich wollte doch nur das wissen, was SF schrieb, ob Autisten mangelnde Reizüberflutung meistens haben oder ob das „nur so“ im Internet erzählt wird, weil einige das haben.

          Und davor wollte ich noch wissen, was man unter mangelnden Reizfiltern verstehen soll, ob dieses alles-gleichzeitig-sehen-hören-riechen und man es dann nicht aushält, weil alles sich vermischt oder vielleicht irgendwie anders? Vielleicht weiß ja jemand ein gutes Beispiel?

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          • IULIUS sagt:

            Mangelnde Reizfilterung heiß, daß Du nicht in der Lage bist verschiedene Reize auseinander zu halten. M. E. kann das auch nur einen einzigen Sinn betreffen, z. B. wennin einem Raum mehrere Menschen reden und Du nicht in der Lage bist das Gesagte Deines Gegenübers zu verstehen. Hören, daß er was sagt tust Du ja, Du kannst es nur nicht aus den anderen Geräuschen herausfiltern. Reizfilterung kann z. B. auch durch Migräne ausgehebelt werden.

            Du meinst sicher ob Autisten mangelnde Reizfilter haben.
            Das denke ich nicht. Ich würde eher auf einen defekten Informationsaustausch im Gehirn tippen. D. H. bestimmte Signale werden erst gar nicht oder erheblich schwächer weitergeleitet. Ergo wäre ich äußerst vorsichtig, was im Internet darüber steht.
            Ich habe die Erfahrung gemacht, daß Autoren sich meist besonders positiv darstellen. Dabei ihren „Problemen“ ihnen genehme Ursachen zudichten. Das Phänomen gibt es nicht nur im Internet, sondern auch in Buchform.

            Die Quelle halte ich für einigermaßen glaubhaft:
            http://www.welt.de/gesundheit/article124672512/Autisten-koennen-auf-neue-Wirkstoffe-hoffen.html
            Das Gehirn ist überstimuliert, so daß Informationen nicht weitergeleitet werden können. Mit „Reizfilter“ hat das aber nichts zu tun.

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    • david sagt:

      @SF: ich würde es jetzt selbst nicht so überspitzt ausdrücken, aber diese Entwicklung gibt es wohl. Wie gesagt ist meiner Erfahrung nach den meisten betroffenen „Aspies“ diese Netzkultur eher fremd, was du beschreibst ist halt eine kleine, laute Minderheit. Aber auch wenn ein paar Einzelne es übertreiben („neurotypische Persönlichkeitsstörung), finde ich es grundsätzlich sehr gut, wenn Leute die es weiß Gott verdammt schwer haben im Leben, sich vernetzen und über die Diagnose Identität und auch Selbstbewusstsein beziehen.
      In den USA ist diese Entwicklung noch weiter fortgeschritten, da gibt es sogar eine „autism pride“ – Bewegung, die teils skurile Blüten treibt wie von dir oben beschrieben. Jim Carrey hat sich da auch schon mehrfach hervorgetan und erst letzten Sommer wieder diesen unsäglichen Vaccines/Autism -Schmarrn angeheizt.

      Zur Störung der sensorischen Integration hat Julius ja bereits alles wichtige erklärt..oh wait, hat er nicht!

      Tatsächlich sind die sensorischen Besonderheiten, insbesondere das Reizüberflutungserleben („overloads“) so ziemlich das spezifischste Symptom überhaupt für Autismus. Ich hab grade keine genauen Zahlen zur Hand, aber jeder Kliniker wird dir bestätigen, dass Hyper- (und teilweise auch Hypo-) reaktivität bei der großen Mehrzahl aller Autisten gegeben ist, wie auch die ebenfalls sehr charakteristische Gesichtsblindheit (Prosopagnosie).
      Im Gegensatz zu den anderen autistischen Symptomen ist die Reizfilterstörung eher selten durch eine Differenzialdiagnose erklärbar (ADHS, Schizophrenie kommen noch manchmal in Betracht).
      Warum es trotz der hohen Spezifität bisher in den Klassifikationssystemen nicht als Kriterium aufgetaucht ist, versteht kein Mensch. Im DSM 5 ist es jedoch drin.

      Von Kamp-Becker halte ich übrigens wenig. Lieber zu den Klassikern Attwood (mit Abstand das Bekannteste, aber weniger wissenschaftlich), Bölte oder Poustka greifen, recht aktuell liefert auch Tebartz van Elst eine gute Übersicht.

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  10. SF sagt:

    @david
    Danke für die Literaturempfehlungen. Leider konnte ich noch keinen Blick hineinwerfen.

    Steht das, was IULIUS erklärt hat, mit deinen Ausführungen nicht im Widerspruch?

    Und Hypo-/Hypersensibilität soll das Allerspezifischste autistische Merkmal überhaupt sein? Noch spezifischer als das autistische Sozialverhalten? Meinst du das wirklich so?

    Mein Eindruck ist aber, dass mit dieser Reizfiltertheorie etwas anderes erklärt werden soll als die (schon sehr früh beschriebenen sensorischen Auffälligkeiten). Es geht da schon eher um ein Grundmodell, um ein ätiologisches Modell der Gesamtstörung. Offenbar nichts anderes als die von nur wenigen Forschern geteilte Intense-World-Theorie (Henry Markram, empirisch allenfalls durch Valproat-Ratten gestützt).

    Siehe hier:
    View story at Medium.com

    Kürzer hier:
    http://www.zeit.de/zeit-wissen/2014/05/hirnforschung-autismus-henry-markram-neurowissenschaften/komplettansicht

    Das Überhandnehmen von Pseudoautismus scheint mir auch kein reines Netzphänomen zu sein. Da gibt es eben auch „Fachleute“, die massenhaft Diagnosen ausstellen. Das Fernsehen trägt seinen Teil dazu bei, hier eine kurze Impression: https://m.youtube.com/watch?v=Z89A0QQL-uM

    P.S.
    Danke auch an IULIUS für die Links.

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    • SF sagt:

      Mist, der erste Link wird nicht angezeigt. Einfach googeln nach „The boy whose brain could unlock autism“

      Weil ich grad drauf gestoßen bin:
      In diesem Vortrag wird ab Minute 54 die Intense World Theory aufgegriffen:
      https://lecture2go.uni-hamburg.de/veranstaltungen/-/v/18581;jsessionid=2D3B05E0673D6901EFFC46E95D727AC0

      Der ganze Vortrag ist eher auf Küchenpsychologie-Level, der Vortragende ziemlich hemdsärmelig. Aber durchaus typisch, mit welcher Beliebigkeit eine Reizüberflutung angenommen wird. Es scheint auch in Mode zu sein, die autismustypischen repetitiven Verhaltensweisen als Stressabbau-Strategien zu interpretieren. Alles ist letztlich „Overload“.

      Nur handelt man sich damit oft Widersprüche ein. So im von mir oben verlinkten Artikeln: Warum soll z.B. ein bloßer Blickkontakt für Malkrams Sohn ein Zuviel an Reizen sein, der Straßenverkehr, in den er immer wieder schnurstracks hineinläuft, jedoch nicht?

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      • IULIUS sagt:

        Ich gehe über die Ursachen, während david über die Folgen geht. M. E. macht es einen Unterschied, ob jedes Signal zu Ausfällen führt, oder ob jemand nur nicht einzelne Signale trennen kann. (Was m. E. größtenteils zu den gleichen Folgen führen dürfte.)
        Nach dem könnte es sein, daß Asperger nicht zum Autismus zu rechnen ist, sondern zum ADS, was auch im DSM-5 zumindest teilweise möglich erscheint.

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      • david sagt:

        @SF: Respekt, du bist wirklich gut informiert! Darf ich raten: In psychiatrischer Facharztausbildung?🙂

        Nein, ich beziehe mich nicht auf die Markrams und ihren Intense World-Artikel.
        Das ist ja in der Tat eher ein Ätiologie-Modell, wobei ich mich damit nie eingehend beschäftigt habe und gar nicht sagen könnte, inwieweit die überhaupt in Konkurrenz zu den 3 gängigen Entstehungstheorien steht (wobei das bei diesen ja auch schon nicht wirklich klar ist, die sind auch nicht sonderlich zufriedenstellend und treffen wohl alle mehr oder minder zu).
        Wenn ich mich richtig erinner, nimmt er ja Unterschiede in der Responsivität auf zellulärer (?) Ebene an, das finde ich schon äußerst weit hergeholt, wie auch die repetitiven Verhaltensweisen auf reines Stresscoping zu reduzieren. Da gehe ich völlig mit dir konform.
        Auch die Valproat-Geschichte überzeugt nicht wirklich, wie mich auch generell diese Gendeletionsstudien mit „autistischen“ Knockout-Mäusen nicht überzeugen.
        Die ganze Genetik-Forschung zu Autismus ist im Grunde eine einzige Enttäuschung, da hatte man sich vor 10, 20 Jahren natürlich mehr versprechen dürfen.
        Wobei man nicht vergessen sollte, dass bis zu ein Drittel aller Autismen (kommt mir grade viel zu hoch vor die Zahl, aber irgendwie hab ich die abgespeichert, glaube sie tauchte bei Bölte auf) ja doch auf übergeordnete monogenetische oder chromosmale Syndrome zurückzuführen ist.
        Achso, nochmal zu Markram. Grundsätzlich darf man den Mann nicht kleinreden, er ist immerhin Chef des Human Brain Projekts, auch seine Frau kann was. Aber dieser Intense World-Artikel (kam da seit 2008 überhaupt noch was dazu?) ist in den Medien wohl wesentlich begeisterter aufgenommen worden als in der Fachwelt, wo er meinem Eindruck nach ziemlich schnell verpufft ist. Das gilt mit Abstrichen auf für Baron Cohen’s „extreme male brain“, der aber noch wesentlich größeren Impact hatte m.E.

        Und Hypo-/Hypersensibilität soll das Allerspezifischste autistische Merkmal überhaupt sein? Noch spezifischer als das autistische Sozialverhalten? Meinst du das wirklich so?

        Ich meine damit natürlich nicht das charakteristischste Merkmal. Das Kernkriterium bleiben die interaktionellen und kommunikativen Defizite, ohne deren Vorliegen würde man keinen Autismus vergeben. Mit Spezifität meine ich vielmehr, dass die Hypersensibilität am allerhöchsten mit Autismus korrliert zu sein scheint, und sehr selten fehlt, gleichzeitig auch selten außerhalb des autistischen Spektrums auftritt. Während die sozialen Auffälligkeiten ja vielfältig erklärbar sein können, bei weitem nicht nur autistisch.
        Ja ich weiß, es gibt jetzt auch die neueste Modewelle selbsternannter „HSP“, aber das ist ein völlig unsinniges Konzept, was sich mit dem analytischen Konzept „Introversion“ überschneidet.
        Ob sich die Filterstörung und die Overloads (typisch ist neben der Berührungsaversion auch eine akustische Diskriminationsstörung) sinnvoll objektivieren lassen weiß ich ehrlich gesagt gar nicht, ich müsste Studien dazu auch erst recherchieren. Aber anamnestisch lässt sich das recht gut explorieren und es hat sich einfach in der klinischen Diagnostik als äußerst bedeutsames und zuverlässiges Merkmal etabliert, das ist nun wirklich nicht meine private Ansicht, dementsprechend auch die Aufnahme ins DSM 5.
        Ich denke übrigens dabei vor allem an das Defizit der zentralen Kohärenz.

        Steht das, was IULIUS erklärt hat, mit deinen Ausführungen nicht im Widerspruch?

        Ja natürlich, das war sarkastisch gemeint. Julius schreibt zwar nicht ausschließlich Unsinn, glänzt aber bei diversen Themen mit sicherem Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit. Hier einfach ignorieren.

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        • Leszek sagt:

          @ david

          „Ja ich weiß, es gibt jetzt auch die neueste Modewelle selbsternannter “HSP”, aber das ist ein völlig unsinniges Konzept, was sich mit dem analytischen Konzept “Introversion” überschneidet.“

          Interessant. Könntest du deine Kririk am HSP-Konzept etwas näher ausführen?
          Ich kenne übrigens eine Person, die sich selbst als HSP einordnet – und auch tatsächlich sehr sensibel ist – dabei aber eindeutig stark extravertiert ist.

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          • Lomi sagt:

            Das Thema HSP interessiert mich auch, schon deswegen, weil ich mich da selbst einordne, freilich rein küchenpsychologisch. Die entsprechenden Internetseiten dazu schienen auch eher aus einem Coaching-Umfeld zu stammen und schienen nicht von Psychologen zu stammen. Ist auch klar, weil man so ein neues Kundensegment auftun kann. Ich wäre nun echt mal neugierig, was von dem Etikett HSP zu halten ist.

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          • SF sagt:

            Sehe da tendenziell auch eher extra- als introvertierte Leute

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            • Lomi sagt:

              „HSP“ bezieht sich, soweit ich das „Konzept“ kenne, vor allem auf eine gewisse Überempfindlichkeit. Von Introversion habe ich dort nichts gelesen, nur von dem stärkeren Bedürfnis, sich abzugrenzen.

              Naja, ich habe keine Ahnung… … im besten Sinne des Wortes ^^

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        • IULIUS sagt:

          Wenn ich spekuliere schreibe ich das doch ziemlich deutlich hin.😉

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        • SF sagt:

          @david
          Was meinst du eigentlich konkret mit Filterstörung und Overload? Sind diese Begriffe nur eng begrenzt, z.B. auf die Unfähigkeit, Hintergrundgeräusche auszublenden oder sich im Supermarkt zu orientieren? Oder zählt da auch die Aversion gegen Körperkontakt zu? Die Angst vor Luftballons? Empfindlichkeit bei bestimmten Textilien? Vermeidung von Menschenansammlungen? Mein Eindruck ist ja, dass die beiden Begriffe oft völlig entgrenzt verwendet werden.

          Eine Berührung ist sicherlich mit einem Reiz verbunden, aber wenn sich die Aversion nur gegen die Berührung von Menschen richtet, liegt das Problem wohl eher nicht in der besonderen „Wahrnehmung von Reizen“, sondern doch eher in einer gestörten sozialen Interaktion.

          Bin interessierter Laie, hab aber häufigen Kontakt zu „Autisten“, auch zu einer Reha-Einrichtung mit Einzugsbereich aus zwei Bundesländern.

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        • SF sagt:

          @david
          Da du die Male-Brain-Hypothese erwähntest: Mir ist auch aufgefallen, dass die relativ wenig diskutiert wird. Andererseits gibt es ja durchaus Hinweise in diese Richtung:
          http://www.nature.com/mp/journal/v20/n3/full/mp201448a.html

          Da alle bisherigen Versuche, die Ursache von Autismus zu verstehen, ein bisschen wie Stochern im Nebel wirken, weiß ich nicht, was an der Theorie besonders schlecht sein soll.

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