Unverstandene AfD – ein Drama in mehreren Akten.

Veröffentlicht: November 22, 2016 in Uncategorized

Die AfD hat eine Erklärung zur Frühsexualisierug herausgegeben.

Stefan Niggemeier hat einen Artikel darüber geschrieben, warum die Erklärung dem Kindeswohl schadet.

Ich habe ein Comic dazu gemacht, in dem ich mich auf die Kernaussage des Artikels beziehe:

afduennschiss

So weit, so gut. Nun hat die AfD das Comic gepostet mit folgendem Text:

afd2

Auch wenn das was die AfD schreibt, für manche nicht direkt verständlich war, sie wollten aussagen, dass die Linken sie einfach nicht verstehen:

afd3

Liebe AfD: Das Problem ist, dass ihr offenbar eurerseits nicht verstanden habt, was ich mit diesem Comic sagen wollte.

Ja, sowas ist auch schwierig, wenn man der Ansicht ist, dass die doofen Linken grundsätzlich zu blöd sind, die Wahrheit und Genialität der eigenen Aussagen mit ihrem berenzen Denkvermögen zu erfassen.

Mir ist durchaus klar, dass ihr das, was ich verstehe, NICHT gesagt habt. Nein, ihr meint es doch nur gut! Ihr wollt nur das Beste für Volk und Vaterland!!! Und die Kinderchen!!! Ihr wollt, dass alle Kinderchen glücklich sind und von so perversem Verschwulungskram beschützt werden.

Das Problem ist nur, dass niemand sich seine sexuelle Orientierung aussucht. Oder meint ihr, in Ländern, in denen Homosexualität mit dem Tod bestraft wird, finden Leute es einfach so cool und fancy, jederzeit für Ihre Beziehung zu Tode gesteinigt werden zu können? Wie würdet ihr euch fühlen, euer Leben lang niemals heterosexuellen Sex haben zu dürfen und statt dessen jede Nacht neben einem gleichgeschlechtlichen Partner zu liegen und mit ihm Sex haben zu müssen?

Nun ist das, was ihr fordert sicher keine Todesstrafe. Es ist „nur“ gesellschaftliche Ächtung. Es gibt halt die richtige Familie und die falsche, bzw. Familie und Nicht-Familie. Klar, du DARFST dich für die schlechtere Version entscheiden, aber es muss schon ganz klar sein, dass du damit niemals ein gleichwertiges Lebensmodell lebst. Und es muss klar sein, dass dein Lebensmodell so schlecht ist, dass wir die Kinder so lange wie möglich vor dessen Existenz abschirmen müssen, so wie vor Drogen, Alkohol und brutaler Gewalt. Nicht auszudenken, in einem Lehrbuch steht nicht „Papa und Mama“ sondern „Papa und Papa“ oder „Mama und Mama“! Das könnte Kinder ja auf den falschen Gedanken bringen, dass deine Art zu leben genauso okay ist wie die richtige Art zu leben!

Ist sicher ein tolles Gefühl, oder?

Und genau deshalb, habe ich das was ich verstehe, exakt so geschrieben, in der Hoffnung, ihr lest das und denkt mal eine Sekunde darüber nach, WARUM das was ihr schreibt, so ankommt. Und ihr überlegt vielleicht, was EUER Kind empfindet, wenn es eure Erklärung liest, während es bereits ahnt oder weiß, dass es anders empfindet und niemals ein „gleichwertiges“ Lebensmodell erreichen kann.

Ersetzt das „was ICH verstehe“ mal mit „Was mein Kind versteht“, denn das ist es, was euer Kind verstehen wird.

Kommentare
  1. […] erzählmirnix im unfreiwilligen Dialog mit dem Gegenteil: Ein Drama in mehreren Akten. […]

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