AfD-Logik überwinden

Veröffentlicht: November 23, 2016 in Uncategorized

Die AfD hat die Hoffnung geäußert, ich möge „linke Logik“ überwinden.

linkelogik

Ich versuche mich dennoch erstmal an AfD-Logik:

„Die politische Korrektheit geht zu weit! Man darf gar nicht mehr Neger sagen! Die AfD wird absichtlich missverstanden!“

Vor ein paar Tagen habe ich das hier gepostet:

3

Darunter empörte Kommentare, ob ich es etwa okay finde, wenn Existenzen zerstört werden, nur weil jemand ein falsches Wort sagt?! Political Correctness geht zu weit!!

Das ist ein bisschen lustig, zumindest war es das für mich. Die meisten haben den Witz wohl nicht mitgekriegt. Das Comic war nämlich bewusst neutral formuliert und bezog sich ebenso auf die Immunisierungstaktik von z.B. radikalem Netzfeminismus, die krassesten Statements rauszublöken und beim ersten Widerwort „Hatespeech!!!“ zu brüllen. Den Mechanismus findet man nicht ausschließlich bei einer einzigen Personengruppe, auch wenn die AfD … dazu später.

Der ein oder andere AfD-Wähler ist schon über eins meiner Comics gestolpert. Die wenigsten hat es wohl dazu inspiriert, mir zu folgen. Wie meine Comics und ich auf AfD-Wähler wirken, kann ich grob an den eingehenden Kommentaren dazu feststellen, sofern sie mehr beinhalten als „Linker Rotz!“, „Linksgrünversiffte Propaganda!“ oder ähnliches. Wenn ich Comics wie das oben poste, wirke ich damit offenbar wie jemand, der findet, dass jeder, der sich ein „Zigeunerschnitzel“ bestellt wegen Volksverhetzung von der Heiko-Maas-Anti-Hate-Speech-Abteilung verhaftet werden sollte oder zumindest seinen Job verlieren oder am besten beides. UND noch 600 Euro Strafe zahlen.

Irgendwie so.

Ich kann die Angst vor der „übertriebenen political correctness“ sogar nachvollziehen. Nein, jetzt kommt nicht wieder eine polemische Überspitzung.

Persönlich halte ich nicht viel davon, in eine Euphemismusspirale abzugleiten und alle paar Monate Begriffe wieder zu ändern, weil der vorherige Begriff jetzt beleidigend ist. Das ändert nichts an der Grundproblematik. Auch dazu gibt es ein Comic, das ich bisher nicht gepostet habe, weil ich befürchtet habe, dass es als Kritik an den Falschen ankommt. Im Rahmen dieses Textes passt es vielleicht doch:

trans

Diese trans Problematik ist real und bezieht sich auf Diskussionen, die tatsächlich so geführt werden. Damit geht diese Diskussion gleichzeitig meilenweit an der Lebensrealität der allermeisten Menschen – ob trans oder nicht – vorbei. Ich kenne einige trans Menschen und die meisten davon waren schon schlimmen Stuationen ausgesetzt, in denen sie beleidigt oder sogar bedroht wurden. Selbst die, die sich im akademischen Umfeld bewegen und sich tatsächlich mit der Frage beschäftigen, ob die Bezeichnung „transsexuell“ oder „transgender“ oder „trans Person“ stimmiger ist, erwarten von ihrer Umwelt nicht, sich über die Bedeutungstiefe des Sternchens hinter trans umfassend informiert zu haben. „Transsexuell“ ist meist erkennbar nicht beleidigend gemeint in Abgrenzung zu „Transe“ oder ähnlichem. Für die meisten (trans) Menschen zählt das Zwischenmenschliche, die Absicht und das, was mit den Worten transportiert wird.

Ihnen ist bewusst, dass die meisten Menschen nicht umfassend informiert sind über die akademischen Feinheiten der korrekten Bezeichnung. Und dann gibt es einige wenige, die genau das erwarten und sich tatsächlich aufführen wie die Person im Comic – und nein, die sind nicht notwenigerweise selbst betroffen. Und diese Leute schaffen es leider, die Debatte mit ihrer unglaublichen Arrgoganz und dem elitären Gehabe grundlegend zu vergiften. Denn irgendwann hat auch der positivste Mensch keinen Bock mehr, sich beschimpfen zu lassen, weil er zwei Stunden hinter der neusten Neudefinition herhinkt und das Sternchen hinter trans* ganz klar Zeichen seines unglaublichen Transhasses ist.

Auf der anderen Seite gibt es dann Worte wie „Neger“ oder „Zigeuner“, bei denen bereits seit Jahrzehnten kein Genderstudium nötig ist um zu wissen, dass es keine positiven oder neutralen Bezeichnungen sind. Heute wird „Neger“ hauptsächlich aus zwei Gründen benutzt: 1. Um zu beleidigen. 2. Um zu zeigen, dass man sich „mutig“ gegen „diese übertriebene political Correctness“ stellt.

Das Problem ist halt nur, dass „Neger“ keineswegs ein Symptom „dieser übertriebenen political correctness“ darstellt, weil es sich in Jahrzehnten gewandelt und mittlerweile für 99% der Bevölkerung in der Bedeutung zu einer Negativbezeichnung geformt hat. Das ist schlicht Sprachwandel. Wer das Wort benutzt, weiß um seine Bedeutung. So funktioniert Sprache nunmal, wir nutzen Begriffe, weil wir davon ausgehen, dass unser Umfeld weiß, was wir damit meinen. Manchmal ist ein Begriff unpassend, so wie „Handy“, denn kein englischsprachiger Mensch sagt „handy“ zu seinem cellphone oder smartphone … aber wir benutzen ihn eben und irgendwann weiß jeder, was ein Handy ist. Manchmal wandeln sich Begriffe auch. Es passiert sogar das, was „die Linken“ so vehement abstreiten: Ein Schimpfwort für eine diskriminierte Gruppe verliert seine ursprüngliche Bedeutung, weil die Gruppe nicht mehr diskriminiert wird.

„Du Bastard!“ wird heute zu 99% nicht mehr als „Du Sohn einer unverheirateten Frau!“ verstanden sondern eben als „Du Arschloch!“, weil unverheiratet schwanger zu sein heute schlicht kein Aufsehen mehr erregt. Ich hatte ältere Patienten in Behandlung, die auf dem Dorf mit diesem Stigma aufwuchsen und massiv deshalb diskriminiert wurden. Wer heute fordern würde „Bastard“ nicht mehr als Schimpfwort zu benutzen, weil das Menschen mit unverheirateten Eltern abwertet, würde wohl verständnislose Blicke ernten. „Bastard“ ist nur noch eine leere Beleidigungshülle.

Ich halte nichts davon, ständig neue Begriffe zu verwenden, wenn der alte Begriff irgendwie negativ behaftet sein KÖNNTE. Ich denke sogar, das schadet aktiv dabei, die inhaltliche Diskriminierung zu ändern, weil man mit diesen verbissenen Detaildebatten den Eindruck erweckt, dass gar keine „echten“ Probleme mehr bestehen. Während Transsexuelle teilweise Angst haben müssen, irgendwo zusammengeschlagen oder sogar ermordet zu werden, kriegen Leute tagelange Debatten darüber mit, wie transhassend es ist, das Sternchen falsch zu verwenden. Was dabei ankommt: „Ist deren größtes Problem ein Sternchen? Was beschweren die sich eigentlich?“ und wenn ein trans Mensch erklärt, dass er unter Diskriminierung leidet, weil er im Bus von mehreren Jugendlichen umzingelt, beleidigt und geschubst wurde, entsteht beim Zuhörer beim Wort „Diskriminierung“ das Bild: „Ach Gottchen, irgendwer hat ein Sternchen falsch gesetzt.“

Und ja, ich weiß schon, was die „linken Leser“ an der Stelle „Ja abern“: Das ist alles dasselbe Problem. Sprache schafft Realität! Nein. Zumindest nicht so, wie ihr das gerne hättet. Wer zwanghaft versucht, künstliche neue Bezeichnungen als „DAS ist jetzt das neue diskriminierungsfreie Wort und jeder, der ein anderes Wort verwendet nutzt Hatespeech!“ zu etablieren, etabliert nur dass 99% der Menschen zu Hatespeechern werden. Es ist offenbar schwer zu kapieren, dass ihr nicht im Zentrum des Universums seid und die Bankkauffrau in der Volksbank mit ihrem 15-jährigen Sohn und der 8-jährigen Tochter nichts von diesen Debatten mitbekommt. Wenn ich hier das Wort „cis“ für „nicht trans“ verwende, wird sie verwundert die Augenbraue hochziehen und fragen: „Cis? Also … normal?“ und das nicht als diskriminierende Abwertung meinen.

Klasse, nun bin ich doch dabei hauptsächlich linke Logik zu kritisieren. Das Problem: Wie schon gesagt, diese linke Logik mag tatsächlich übertrieben sein, so wie sie vermittelt wird. Ich halte es für gut und richtig, dass Menschen sich über solche Dinge Gedanken machen und dazu forschen wie Sprache wirkt. Dass ein paar Arschlöcher dann meinen, ihre Größenfantasien dadurch auszuleben, alle übrigen als moralischen Abschaum zu behandeln, weil sie das Memo über das neuste Wort des Tages verpasst haben: Ja, nervt.

Wenn ihr euch über diese übertriebene Moralkeule aufregt, dann solltet ihr aufhören, exakt dasselbe unter umgekehrten Bedingungen zu tun, indem ihr jeden, der bei „Neger“ zu recht sagt „Das ist eine Beleidigung“ als political Correctnesspolizei behandelt. Kommt mit der Realität klar und beharrt halt nicht stur darauf, dass die Regeln von vor 50 Jahren gelten. Wenn ihr es schafft, ein neumodisches Ding wie das Internet zu benutzen, dann müsste es doch auch möglich sein, die heutige Sprache zu verwenden.

Wenn ich euch „Wichser“ nenne, fühlt ihr euch vermutlich beleidigt und wenn ich dann rumweine, dass ich „Wichser“ doch aber total positiv meine, weil Selbstbefriedigung etwas Gutes ist und es sogar gesundheitsörderlich ist zu onanieren, kommt ihr euch sicher auch irgendwie verarscht vor, oder? Wenn jeder seine Sprache selbst definieren will und dann beleidigt ist, weil Wörter von anderen so verstanden werden, wie sie im Alltag verwendet werden, können wir auch komplett aufhören uns verständigen zu wollen.

Klar, auf die Art kann man sich wunderbar in eine Opferposition bringen: Einfach mal ein „böses Wort“ sagen, warten bis irgendwer sich aufregt und sich dann ganz unschuldig auf eine ganz andere Bedeutung berufen.

Die AfD hat das mittlerweile tatsächlich perfektioniert und als Strategie aufgebaut: „Im März schrieb AfD-Chefin Frauke Petry in einer Mail an die Mitglieder, um sich medial Gehör zu verschaffen, seien „pointierte, teilweise provokante Aussagen unerlässlich“. Sie erst schüfen die notwendige Aufmerksamkeit für die Partei. Im zweiten Schritt könne man die eigene Position dann „sachkundig und ausführlicher“ darstellen. (Quelle)

Dabei wird absichtlich damit gespielt, etwas zu sagen, was sich für die Zuhörer wegen der aktuellen Sprachbedeutung und des Kontextes auf eine gewisse Weise darstellt. Anschließend beruft man sich dann auf eine ganz andere Bedeutung, die alles relativieren oder anders darstellen soll. Und dann beklagt man sich darüber, dass die Mehrheit einen falsch versteht.

Und weil falschverstandenwerden wirklich furchbar ätzend ist, gibt es dann genug, die automatisch Mitgefühl mit der „armen AfD“ haben, die gar keine Chance kriegt und immer falsch dargestellt wird. Gerade Leute, die diese Erfahrung selbst schon gemacht haben, werden dadurch angesprochen. Und bei der Emotionalität, mit der Debatten in den letzten Jahren geführt wurden, bin ich mir ziemlich sicher, dass so gut wie jeder schon mehrfach von irgend einem Extremisten aus egal welcher Richtung als Extremist der Gegenseite bezeichnet wurde. Oft genug kriege ich diese Diskussionen in den Kommentaren meiner Comics mit.

Und genau damit wird eine Ebene von Verbundenheit mit Parteien oder Menschen wie der AfD erzeugt. Es entsteht das Gefühl: Denen passiert dasselbe wie mir! Ich sage was, irgendwer versteht mich – vielleicht sogar absichtlich – falsch und stellt mich hin wie das allergrößte Arschloch. Man fühlt sich hilflos, insbesondere wenn dann noch andere Menschen dazukommen und diese Sicht übernehmen: Schaut euch das Arschloch da an! Das ist eins der schrecklichsten Gefühle für Menschen, weil wir eben soziale Tiere sind und die Herde und Gemeinschaft enorm wichtig sind. Das Gefühl, sozial ausgegrenzt zu werden, löst auf gewisser Ebene Todesangst aus, selbst wenn es nur so etwas lächerliches ist wie eine Diskussion in einer Kommentarspalte. Früher bedeutete Ausgestoßenwerden eben Tod.

Die AfD wird so auch zur Identifikationsfigur, sie verkörpert einen gewissen Schutz vor diesem Ausgestoßenwerden. Denen passiert das, aber sie geben nicht klein bei! Die wehren sich! Dass das nur Schein ist, geht dabei unter. Denn die AfD ist eben nicht Opfer dieses Mechanismus, sie macht das strategisch, es ist ihre Politik. Es geht genau darum, diesen Eindruck zu erwecken, das scheinbare Missverstandenwerden. Die AfD ist nicht die „einfache“, „gradlinige“ und vielleicht etwas „politisch naive“ Partei, die gute Absichten manchmal versehentlich etwas missverständlich formuliert und dann von „dem System“ gnadenlos dafür fertiggemacht wird. Die AfD verarscht ihre Wähler und manchmal, zugegeben, auch den ganzen Rest. Wenn Missverstandenwerden gezielt eingesetzt wird, dann ist es eben kein Missverstandenwerden sondern Manipulation.

Die AfD ist nicht „wie ihr“ und „die Partei des kleinen Mannes“, der einfach nicht die Energie dafür hat, jede akademische Begriffsänderung zu verfolgen um bloß niemals das Falsche zu sagen. Die AfD weiß sehr genau um die Bedeutung jedes ihrer Worte und nutzt das Spiel mit den Worten und ihrer Bedeutung. Die meisten Leute haben auf diese Manipulation keine Lust und reagieren nur noch genervt. Aber selbst das verkauft die AfD noch in ihrem Sinne als „Niemand will mit uns reden!“

Ja gut, was soll man machen? Letztlich zieht diese Masche immer, denn notfalls führt man sich eben so lange so unmöglich auf, bis das Gegenüber schon fast gezwungen ist, irgendwas zu sagen. Man kann über die AfD reden und ihnen damit Aufmerksamkeit geben oder man kann die AfD ignorieren und reden lassen und damit den Eindruck erwecken, das sei schon alles ganz okay, was da so gesagt wird, selbst wenn noch so sehr provoziert wird.

Ändern können nur die Leute etwas, die zum AfD-Wählerkreis gehören. Die sind diejenigen, die entscheiden müsen, ob sie die Inhalte der Partei gut finden oder ob es das Image der Patei ist, das sie anspricht. Ist es das Image, kann ich nur raten, sich die Mechanismen genau anzusehen, wenn demnächst wieder einmal ein AfD-Politiker oder ein AfD-Statement Schlagzeilen macht und zu überlegen, wie die Aussagen wohl wirken, wenn man nicht davon ausgeht, dass die AfD missverstanden wird, sondern sich zuvor überlegt hat, dass „provokante Aussagen unerlässlich“ sind.

Kommentare
  1. Huch, kommentierbar? Absicht?

    Gefällt mir

  2. annesch sagt:

    Danke für den Artikel! Interessant zum Thema der Begrifflichkeiten finde ich auch die sprachwissenschaftliche Beschreibung des Phänomens als Euphemismus-Tretmühle: „Die Euphemismus-Tretmühle (engl. euphemism treadmill) ist eine sprachwissenschaftliche Hypothese. Sie besagt, dass jeder Euphemismus irgendwann die negative Konnotation seines Vorgängerausdrucks annehmen wird, solange sich die tatsächlichen Verhältnisse nicht verändern.“ Ebenso gibt es danach eine Dysphemismus-Tretmühle – Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Euphemismus-Tretm%C3%BChle

    Gefällt 1 Person

  3. carsten sagt:

    ich finde die Transformation von sprache zum politischen gebrauch scheisse. sprache an sich ist unschuldig, die Bezeichnungen haben sich im laufe der zeit gebildet und sind meisst nicht diskriminierend gemeint. ein neger war eben ein neger, ein zigeuner ein zigeuner und ne transe ne transe. ich benutze alle wörter immer noch und habe dabei keinerlei Ressentiments gegen irgendeinen der genannten. ich weiss nicht, ob mit dem umdefinieren von Wörtern erst die Grundlage für eine diskriminierende Verwendung gelegt wird, denn man unterscheidet forthin zwischen gutem und schlechtem wort, wobei das ja auch schon diskriminierend ist, ne?

    Gefällt mir

    • noxneurotica sagt:

      Es fällt halt immer denjenigen leicht, diese Wörter zu benutzen, die in der Mehrheit sind und die „Norm“ des jeweiligen Kulturkreises verkörpern. Wenn man selbst einer Minderheit angehört und andere einen mit diesen inzwischen als Beleidigung geltenden Worten schon mal absichtlich verletzt haben, dann findet man das vermutlich nicht mehr so harmlos. Sowas wie „Neger“ und „Transe“ gilt, so vermute ich, deswegen als diskriminierend, weil es entweder einen unglücklichen historischen Hintergrund hat (so wie zB „Führer“) oder weil es die Person auf eine bestimmte Eigenschaft reduziert. Ich sag doch auch nicht zu weißen Menschen „Weißer“.

      Gefällt 1 Person

      • Izzy sagt:

        „Wenn man selbst einer Minderheit angehört und andere einen mit diesen inzwischen als Beleidigung geltenden Worten schon mal absichtlich verletzt haben, dann findet man das vermutlich nicht mehr so harmlos“

        Und genau da haben wir das Problem. Wenn andere fuer einen sprechen. Das finde ich persoenlich viel schlimmer, als beleidigt zu werden. Ueber die Beleidigung als solche kann ich persoenlich(andere vielleicht eher nicht) nur lachen, wenn aber jemand verallgemeinert und sich das Recht raus nimmt, fuer mich zu sprechen, da werde ich hart getriggert.

        Gefällt 2 Personen

        • Johanna sagt:

          Ich als Teil der oben genannten Minderheit habe kein Problem damit, wenn meine Situation als Transsexulität oder Transidentität oder auch unter dem Label Transgender läuft. Aber ich habe ein Problem damit, wenn ich auf diese Eigenschaft reduziert werden. Mit den dazu verbundenen Vorurteilen. Denn genau die sind es ja, wie oben beschrieben, die Ausdrücken wie „Neger“, „Transe“, „Kanake“ oder ähnliches negativ beladen, Und es ist mein gutes Recht, andere, die diese unwissentlichen der negativen Bedeutung in meiner Gegenwart verwenden, auch darauf hin zu weisen.
          Das beim Thema Transsexualität/Transidentität/Transgender aber durch den Konflikt über den Ausdruck die eigentlichen Probleme vergessen gehen ist wahr. Nur streitet dabei niemand über das Wort „Transe“. Das ist ein No-Go und das wissen wohl auch die meisten, weil es immer in einer abwertenden weiße benutzt wird. Ähnlich wie „Schwuchtel“.

          Gefällt 3 Personen

    • Erdfrauchen sagt:

      Nennen Sie Ihre Frau auch noch „Weib“? Das war nämlich zu damaliger Zeit kein negativ wertender Begriff für eine Frau. Sprache wandelt sich und da Menschen Wörter wie „Neger“ eben in einem negativen beleidigenden Kontext verwendet haben, wurden diese unschuldigen Wörter negativ geprägt.
      Zigeuner allerdings war immer schon eine abwertende beleidigende Bezeichnung, da ändert auch Ihr fehlendes Wissen darum nichts. Wenn Sie keine Ressentiments gegenüber anderer Personen haben, dann empfehle ich Ihnen sprachlich nicht fälschlicherweise etwas anderes zum Ausdruck zu bringen.
      Abschließend möchte ich Sie noch als Nazi beleidigen…allerdings meine ich damit nur eine einfältig törichte Person (dies war nämlich auch die frühere Bedeutung dieser Bezeichnung😉 )

      Gefällt 3 Personen

      • sevens2 sagt:

        „Zigeuner allerdings war immer schon eine abwertende beleidigende Bezeichnung“

        Nicht so eindeutig. Übrigens ist es der Annäherung durchaus dienlich, ein Schnitzel als „Zigeunerschnitzel“ zu bezeichnen. Essen und Ekel sind verbunden (sowie Ekel, Moral, und dehumanization). Wer ein „Zigeunerschnitzel“ nicht abstoßend findet, findet auch Zigeuner nicht abstoßend.

        Als Kind hatten Zigeuner für mich eher etwas freies und leicht mystisches an sich. Demgegenüber sind die Namen (inbesondere die Kombination) „Sinti und Roma“ negativ belegt.

        Am Rande bemerkt, „Weib-lichkeit“ ist keine Herabsetzung.

        Gefällt 2 Personen

        • Erdfrauchen sagt:

          Oh, aber ich würde es nicht schön finden, wenn mich jemand „Weib“ nennt😉

          Und ja, ich muss zugeben, dass ich selbst als Kind den Begriff „Zigeuner“ nicht als negativ besetzt kannte. Nichtsdestotrotz sollte man doch allein schon aus Rücksicht Begriffe vermeiden, die betreffende Peraonen eben zum Großteil als diskriminierend empfinden.

          Gefällt mir

    • Erdfrauchen sagt:

      Nennen Sie Ihre Frau auch noch „Weib“? Das war nämlich zu damaliger Zeit kein negativ wertender Begriff für eine Frau. Sprache wandelt sich und da Menschen Wörter wie „Neger“ eben in einem negativen beleidigenden Kontext verwendet haben, wurden diese unschuldigen Wörter negativ geprägt.
      Zigeuner allerdings war immer schon eine abwertende beleidigende Bezeichnung, da ändert auch Ihr fehlendes Wissen darum nichts. Wenn Sie keine Ressentiments gegenüber anderer Personen haben, dann empfehle ich Ihnen sprachlich nicht fälschlicherweise etwas anderes zum Ausdruck zu bringen.
      Abschließend möchte ich Sie noch als Nazi beleidigen…allerdings meine ich damit nur eine einfältig törichte Person (dies war nämlich auch die frühere Bedeutung dieser Bezeichnung😉 )

      Gefällt mir

    • ilona sagt:

      Gerade bei „Negern“, „Zigeunern“ und „Transen“ handelte es sich aber seit jeher um marginalisierte Gruppen.

      Gefällt mir

    • Frede sagt:

      Das ist die eine Seite. Die andere ist die wie das Wort auf andere Menschen wirkt. Sagst du auch zu einem schwarzen Neger? Oder würdest du das vermeiden weil du weist dass es für die meisten Menschen diskriminierend ist?

      Sprache befindet sich nunmal im Wandel und ist mit Geschichte behaftet. Das muss einem nicht gefallen, aber ich finde auf ein Wort wie Neger zu verzichten ist kein sonderlich großes Opfer für mich, wenn ich damit sicherstelle niemanden zu beleidigen.

      Gefällt mir

  4. Namenloser Kommentar sagt:

    Sehr guter Artikel. Dem kann ich nur beipflichten!

    Gefällt mir

  5. xayriel sagt:

    Gute Argumentation. Gerade das Thema PC nervt mich mitunter so mächtig gewaltig, weil ich es eben auch nicht immer schaffe, die allerneuesten Begriffe zu kennen und zu nutzen.
    Dass die AfD die ganze Thematik so geschickt nutzt, ist erschreckend. Leider fürchte ich, dass der Wählerkreis, den du aufforderst, dieses Vorgehen kritisch zu hinterfragen, dies genau nicht tut – wie generell im gesamten Leben. Diese Menschen brauchen einfache Antworten, schnelle Lösungen, nur nix Kompliziertes, das eigene Leben ist doch schon kompliziert genug. Und Nachdenken oder viel schlimmer: Reflektion strengen nunmal an, dass dürfen gerne andere übernehmen. *seufz*

    Gefällt 5 Personen

    • noxneurotica sagt:

      Ich würde sogar mal behaupten, dass das nicht nur AfD-Wähler sind, die so denken. Politikverdrossenheit, Stammtischpsychologie und pauschales Abwerten von „denen da oben“ sind weit verbreitet, so mein Eindruck. Und in den USA bringt genau so eine Denke einen Donald Trump an die Macht. Die interessante Frage ist halt, inwieweit diese selektive Denkfaulheit selbstverschuldet ist (ich glaube, nur zu einem geringen Anteil).

      Gefällt 2 Personen

    • etron sagt:

      Und warum sollten die AFD-Wähler auch? Sie sehen wie die ihnen verhasste akademische Linke der AFD nichts entgegen zu setzen hat. Die üblichen Beschimpfungen wie Sexist, Rassist, Nazi, Frauenfreind etc pp prallten an Trump ab wie sie auch an der AFD abprallen – das Schwert ist stumpf geworden und was anderes hat man nicht mehr zu bieten.
      Natürlich sind wieder alle anderen schuld, die Russen, Bots oder der böse alte weisse Mann.
      Reflektion? Nicht fähig, dann lieber treffen zum gemeinsamen SJW-Gruppenheulen im Safe Space.
      Ich sehe nicht die Motivation was zu ändern, jetzt wos so „gut“ läuft.

      Gefällt 2 Personen

      • xayriel sagt:

        Die mangelnde Motivation kommt erschwerend hinzu, denn jeder möchte schließlich Teil des Gewinnerteams sein und wenn es läuft, dann läuft’s.
        Die Linke, wobei ich jetzt quasi alles links der AfD dazu zählen würde, hat schon genügend entgegen zu setzen, aber das sind meist komplizierte Fakten und umfangreiche Argumentationsketten (mehr als X bewirkt Y), was die Aufmerksamkeitsspanne arg strapaziert und oft genug überfordert. Dazu kommt, dass alles, was nicht ins Weltbild passt, als „Lügenpresse“ oder Verschwörungstheorie abgetan wird und Dunning-Kruger erledigt den Rest. So eine wirklich gute Strategie gibt es leider nicht dagegen, vermutlich wird es auf „Lernen durch Schmerz“ hinauslaufen, doof nur, dass der Schmerz alle treffen wird:/

        Gefällt 4 Personen

    • Johanna sagt:

      Der Ausdruck „political corectness“ wurde von Konservativen und eher rechtsgerichteten Gruppen geprägt, um damit eine bestimmte, wertschätzende und fürsorgliche politische Richtung zu diskreditieren. Ziel war genau das, was hier passiert. Das Recht, das auch die Interessen von Minderheiten beachtet werden, als übertrieben und anmaßend darzustellen. Es negativ zu belegen.
      Interessant dazu: https://www.academics.de/wissenschaft/alles_nur_bitte_keine_political_correctness_58369.html

      Gefällt 1 Person

  6. noxneurotica sagt:

    „und zu überlegen, wie die Aussagen wohl wirken, wenn man nicht davon ausgeht, dass die AfD missverstanden wird, sondern sich zuvor überlegt hat, dass „provokante Aussagen unerlässlich“ sind.“ -> Ich befürchte, dass diese absichtliche Provokation sogar befürwortet wird, weil man sich doch gegen die „weichgespülten Mainstreammedien“ durchsetzen will. Da greift das Gleiche wie bei Trump: „Der meint das doch gar nicht wirklich so, er will nur auf das Thema aufmerksam machen.“ Selbst wenn (oder sogar: erst recht dann) man davon ausgeht, dass etwas kalkulierte Provokation ist, kann man sich immer noch drauf rausreden, dass es ja nicht so gemeint war.

    Gefällt 1 Person

  7. Irrlicht sagt:

    Großartiger Text!
    Nur wie bringt man den Inhalt dahin, wo er hin muss?

    Gefällt 4 Personen

  8. Talianna sagt:

    Insbesondere die Abwertung von Expertentum, das Misstrauen gegenüber Leuten, die sich wirklich mit etwas auskennen und dahingehend sattelfest in der aktuellen, akzeptierten Nomenklatur eines bestimmten Themenkomplexes sind, dürfte auch mit dem Beschriebenen zusammenhängen – vielleicht nicht nur, aber auch.

    Neben einem: „Jep, kann ich so unterschreiben!“ fand ich das noch ergänzenswert. Danke für ein Stück „greifbarer geschriebene“ Perspektive.

    Gefällt mir

  9. Ali sagt:

    Schöne Zusammenfassung, wieso die Piraten untergegangen sind.
    Statt sich um die Themen zu kümmern, wofür sie gegründet und unterstützt wurden, hat eine Minderheit über korrektes gendern diskutiert (inikl. Anderung alle 2h was jetzt _wirklich_ korrekt ist) und 99% der Leute meinten:“Na wenn das Eure größten Probleme sind, kann’s ja um Internet und Datenschutz nicht so schlimm stehen“

    Während die Piraten daran untergegangen sind, nutzt die AfD, um weiter aufzusteigen und wir haben weiterhin Abmahnungen und verrückte Geheimdienste am Hals, Snowden sitzt weiter in Russland fest und in 2017 dann Petry als Bundeskanzlerin (oder eine Koalition aus CDUSPDGrüneLinke um das zu verhindern).

    Gefällt mir

    • etron sagt:

      Was vor kurzem die Piratenpartei war, ist nun der CCC.
      Unis werden in Deutschland wie in den USA zu linksextremen Meinungsdiktaturen.
      Die Linke verrät immer wieder die sozial Schwachen und betreibt Minderheitenpolitik. Die Minderheiten können dann Frauen an Autos durch die Gegend schleifen, keine Reaktion, aber wehe ein alter weisser Mann macht ein ‚falsches‘ Kompliment, dann ist die Scheisse aber am dampfen.

      Die AFD wird kommen so wie Trump gekommen ist, nicht weil die jemand gut findet, sondern weil die viele die Schnauze voll haben.

      Und wenn man in Deutschland genau wie in den USA diese Protestwähler als dumm und zurückgeblieben verkauft, wird das schlimm enden.

      Gefällt 1 Person

  10. Dominik Boeddinghaus sagt:

    Ich war so frei diesen Beitrag bei fb zu posten. Grade den Umgang mit Sprache halte ich für wichtig. Vor allem liegt in einer Beleidigung oder Diskriminierung die Absicht als Motiv zur Grundlage. Wie du richtig angeführt hast ist Bastard nur noch eine leere Beleidigungshülse, andererseits ist ein Zigeunerschnitzel oder auch der Negerkuss nicht beleidigend oder diskriminierend gemeint. Es sind häufig unbetroffene die in Freitags-abends-Rotwein-Laune sich Gedanken darum machen was den beleidigend sein könnte, aber nicht nachfragen an berufener stelle, was den beleidigend ist.

    Gefällt 1 Person

  11. Soja Koala sagt:

    Dieser Text spricht mir vollkommen aus der Seele, vielen Dank dafür!

    Gefällt mir

  12. Spricht mir ungeheuer aus der Seele. Ich würde sogar sagen : Spricht mir Ungeheuer aus der Seele.
    Danke.

    Gefällt mir

  13. ilona sagt:

    AMEN!
    Sehr gut zusammengefasst (und die trans* Diskussionen kenne ich gerade aus dem Umkreis der tumblerette-Aktivist*Innen.

    „Klar, auf die Art kann man sich wunderbar in eine Opferposition bringen: Einfach mal ein “böses Wort” sagen, warten bis irgendwer sich aufregt und sich dann ganz unschuldig auf eine ganz andere Bedeutung berufen.

    Die AfD hat das mittlerweile tatsächlich perfektioniert und als Strategie aufgebaut: “Im März schrieb AfD-Chefin Frauke Petry in einer Mail an die Mitglieder, um sich medial Gehör zu verschaffen, seien “pointierte, teilweise provokante Aussagen unerlässlich”. Sie erst schüfen die notwendige Aufmerksamkeit für die Partei. Im zweiten Schritt könne man die eigene Position dann “sachkundig und ausführlicher” darstellen.“

    Ich bin immer wieder verblüfft, dass vielen Deutschen offenbar gar nicht klar ist, dass die AfD hier 1:1 die FPÖ kopiert, die seit zig Jahren (Jahrzehnten?) so handelt – und zwar SEHR erfolgreich. Reichte der deutsche Blick nicht bis über die Grenze ins Nachbarland. Spätestens jetzt mit der AfD sollten wir den Blick dort hin werfen, denn was dort passiert, wird die AfD hier wiederholen! Wir könnten und sollten gewarnt sein!
    Die FPÖ bringt seit mehr als 10 Jahren (solange verfolge ich das) Wahlwerbesprüche und Plakate, die sich regelmäßig am Rande der Legalität bewegen, die aber immer noch irgendwie gerade so durchgehen. Und dann redet sie sich raus „so habe man das doch nicht gemeint und es werde einem schon wieder das Wort im Mund rumgedreht von den bösen Linken“. Der Boden aber ist bereitet – und das nächste Sprüchlein kann noch eine Spur krasser sein. Gleichzeitig schafft das Publicity. Man wird in Politdiskussionen eingeladen, dort für sein dümmliches, faktenfreies Gequatsche zerlegt und am nächsten Morgen steht auf Facebook, wie sehr man von den Systemmedien nicht wieder nieder gemacht wurde, aber natürlich sei man der eigentliche Gewinner der Diskussion.
    Nichts von dem, was die AfD bringt, ist neu. Leider.

    Gefällt 3 Personen

    • ilona sagt:

      hier ist übrigens gleich das nächste Beispiel dafür, wie ARM doch die FPÖ ist:

      Gefällt 4 Personen

    • sevens2 sagt:

      “ um sich medial Gehör zu verschaffen, seien “pointierte, teilweise provokante Aussagen unerlässlich”. Sie erst schüfen die notwendige Aufmerksamkeit für die Partei. Im zweiten Schritt könne man die eigene Position dann “sachkundig und ausführlicher” darstellen.“

      Ist das sachlich falsch und/oder moralisch verwerflich?

      Gefällt 1 Person

  14. Lukas sagt:

    Guter Artikel.
    Ergänzend evtl.:
    Kommunikation sollte nie egozentrisch betrieben werden. Sowohl der Rezipient als auch der Kommunikator sollten die jeweilige Gegenseite stets „Mitdenken“.
    Das bedeutet insbesondere bei der relativ anonymen öffentlichen Kommunikation im Netz, dass der Kommunikator eher „übervorsichtig“ PC verwenden sollte, da er nie Sicherheit kann wer Sein Statement liest, der Rezipient andererseits dem Kommunikator gegenüber zunächst einmal möglichst viel Wohlwollen in der Interpretation der Nachricht entgegen bringen sollte, insbesondere, wenn dies Person nicht einschlägig bekannt ist. Das Statement von Frau Petry gibt hier entsprechend zu Äußerungen von AfD-Spitzen eine gute Interpretationshilfe.

    Emphatie, Demut und Rücksicht sind die wichtigen Werte im Netz. Fragen statt Verurteilungen probate Mittel um sinnvolle Diskurse zu führen.

    Gefällt mir

    • sevens2 sagt:

      „Das bedeutet insbesondere bei der relativ anonymen öffentlichen Kommunikation im Netz, dass der Kommunikator eher “übervorsichtig” PC verwenden sollte, da er nie Sicherheit kann wer Sein Statement liest, der Rezipient andererseits dem Kommunikator gegenüber zunächst einmal möglichst viel Wohlwollen in der Interpretation der Nachricht entgegen bringen sollte, insbesondere, wenn dies Person nicht einschlägig bekannt ist.“

      Das ist Unsinn. Unter Gleichheitsaspekten und Utilitarimus ist es verdammt kostspielig auf die Befindlichkeiten aller Empfindlichen einzugehen. Der „cheapest cost avoider of offense“ ist nicht der Sprecher, sondern es ist der Empfänger. Das spricht im Übrigen auch gegen „Inklusion“. Wenn eine – erst recht wenn jede – Gruppe harter Menschen ob der „Inklusion“ eines empfindlichen Menschen ihr gesamtes Verhalten ändern müssen ist das unter Gesichtspunkten der Spezialisierung, des Pluralismus, und der (negativen, echten) Freiheit absurd. (Rawl’s „difference principle“ ist unvernünftig: http://plato.stanford.edu/entries/rawls/.)

      Gefällt mir

      • Lukas sagt:

        Hmmm ich meinte natürlich im Rahmen der jeweils individuellen intellektuellen und auch zeitlichen Kapazitäten. Teile davon sind Übung. Andere Bewusstsein.

        Jegliches Bemühen ist wertzuschätzen.

        Die meisten Diskussionen sind nicht zeitkritisch, so dass Überlegen vor dem posten möglich sein sollte. Aufwendigeres Googles nach dem derzeit korrekten Sternchen wäre zu viel des Aufandes.

        Gefällt 1 Person

        • sevens2 sagt:

          Denk es dir als allgemeines Gesetz. Dein Gebot der Zärtlichkeit (das meine ich nicht zynisch), würde sich auf alle Aspekte und Merkmale beziehen. Einen Eindruck könnten dir „trigger warnings“ und „micro-aggressions“ verschaffen. Die Beschränkungen des Sprechers, der Aufwand, und die Selbstkontrolle würden zudem jede Interaktion des Sprechers erfassen. Mehr noch, sie würden jegliches Verhalten erfassen, dass sich erkennbar manifestiert.

          Das ist für sich schon abzulehnen. Dass es zu individueller sowie gesamtgesellschaftlicher Hysterie führt liegt ebenso nahe; die zeichnet sich bereits ab. Falls das nicht zu zeitkritisch ist, wirf einen Blick auf das Prinzip „neminem laedere“.

          Gefällt mir

  15. Das kann ich komplett so unterschreiben!
    Ich finde, dass linke und rechte Extremisten sogar so einiges gemeinsam haben^^ Letztes Jahr war ich auf einer Demo für Vielfalt (als Gegenkundgebung zu einer Afd-Demo). Die Bühnen der beiden „Lager“ waren nur eine Straße auseinander, und sowohl drüben bei der AfD, also auch bei uns, gab es Leute die meinen, rumbrüllen wäre konstruktiv. Da standen dann auf der einen Seite die Antifas u.ä. und brüllten „Nazis“ und „Faschistenschweine“ zu jedem Menschen, der auch nur aus der Richtung kam. Und von der anderen Seite waren ständig Dinge wie „linksgrün versiffte Gutmenschen“ oder noch weniger nette Dinge zu hören. Ich stand dazwischen und kam mir vor wie beim Praktikum im Kindergarten. Bereitschaft zum Dialog war leider bei vielen nicht da.

    Zu der Sache mit den Begriffen: Heute im Bus saß ein älterer Mann mit einer Bekannten (?), zu der er irgendwann meinte, an der nächsten Haltestelle würde sein Freund einsteigen, ein ganz netter junger Mann, der immer so freundlich und hilfsbereit wäre. So, der junge Mann steigt ein, und da ich ihn flüchtig kenne weiß ich, dass er eine Behinderung hat. Die beiden unterhalten sich u.a. über Behindertenwerkstätten, als der ältere Herr meint, da hätte ja immer so ein Mongoloider (okay, er hat Monogolid gesagt, aber ich schätze einfach mal, das meinte er) gearbeitet, mit dem er sich so gut verstanden hätte. Ist dieser Mann jetzt behindertenfeindlich, weil er das Wort „mongoloid“ verwendet hat? Vor 40 Jahren war das der medizinisch korrekte Ausdruck, und ich kenne genug Menschen (teilweise auch erst 50), die nicht wissen, dass dieses Wort heute als diskriminierend gewertet wird. Wichtiger ist doch, wie mit den Menschen umgegangen wird, und in der Situation, die ich heute erlebt habe, war das wertschätzend und respektvoll.

    Gefällt 3 Personen

  16. nouse sagt:

    Danke.
    Solche Gedanken werden ja gottseisgetrommeltundgedankt ja mittlerweile öfter veröffentlicht, auch (und gerade) auf linken Leitmedien wie SPON. Es ist ENORM wichtig, daß die Linke (also wir) versteht und zügig handelt.

    Die soziale Unter- bis Mittelschicht wählt nicht mehr links, sondern rechts, weil diese Menschen mit den linken Eliten nichts mehr anzufangen weiss. Und umgekehrt. Die Distanzen sind riesengross: Sprachlich, Ökonomisch, kulturell.
    Die Linke, gerade die akademische Linke, die ja schon in den 60gern und 70gern die Bevölkerung qua ihres abgehobenen Diskursstiles schon nicht wirklich erreicht hat, aber trotzdem immer noch den Eindruck erweckte, Politik für den „kleinen Mann“ zu machen, ist mittlerweile lichtjahrweit von dem entfernt, was der normale Mensch (der diese akademische, selten produktive Linke übrigens finanziert) denkt. Und es fehlt ihr massiv an Demut.
    Die AfD, Trump, Le Pen, Farage, die haben das alles verstanden und fischen im Tausenderpack die Stimmen weg, die eigentlich qua Geburtsrecht der Linken gehören sollten.
    „Arbeiterfreundlichen“ (ja, sagen wir es ruhig:) Populismus, der auf die ökonomischen Ungerechtheiten abzielt, findet man nur noch in der Linken (die Partei ist gemeint), und die ist eben aus anderen Gründen für viele nicht wählbar. Grüne und SPD – so scheint es – kümmern sich nur noch um Inklusionsquoten, korrekte Sprache und korrektes Essen. Sie gehören nicht zum Establishment, sie SIND das Establishment. Und genau deswegen hatte Clinton keine Chance, Sanders aber schon.
    Es gibt auf Seiten der radikalen Linken durchaus Leute, die erkannt haben, daß man mit der intersektional begründeten PC nicht viel mehr erreicht als die totale Entfremdung zwischen Hörsaal und Fliessband.
    Der Opel-Arbeiter in Bochum interessiert sich nicht fürs Gendern. Der interessiert sich dafür, daß sein Job nicht in die Tschechei ausgelagert wird. Wenn das garantiert wird, ist es dem Opel-Arbeiter egal, welche extremen Minderheiten gerade inkludiert werden sollen. Damit wird er sich anfreunden, und meistens wird er die Auswirkungen dieser Inklusionspolitik eh nicht bemerken. Der Opel-Arbeiter sagt ja auch nicht mehr „Negerkuss“ ; am Opelarbeiter wird es also eher nicht scheitern. Aber wenn jener Arbeiter bemerkt, daß der Linken es scheissegal ist, wohin Opel seinen Job auslagert, und sich lieber um die Befindlichkeiten von adipösen, trans-positionierten PoCs kümmert oder um hyperprivilegierte weisse FeministInnen, sprich, wenn sich die linke Elite sich nur noch um sich selbst dreht (wie „die da oben“ das eben so machen“), dann wählt er eben Rechts.

    So einfach ist das. Wir haben einfach total überdreht, und müssen jetzt einfach ein bisschen langsamer machen.

    Gefällt 2 Personen

    • Rebecca sagt:

      Du hast vollkommen Recht und genau diese Art von Selbstkritik müssen SPD und Grüne so langsam mal an den Tag legen, wenn sie in einem Jahr gewählt werden wollen.
      Im Augenblick habe ich aber eher den Eindruck, dass man – wenn man überhaupt irgendwas anders machen will – bei der kritischen Betrachtung der PC stehen bleibt (und erkennt, dass vieles da als nervig und nutzlos wahrgenommen wird), aber nicht den notwendigen Schritt weiter geht und das Augenmerk auf die Sozialpolitik legt. Da hat die AfD nämlich nichts zu bieten.

      Ich finde PC im Prinzip auch gar nicht schlecht und wer linke Politik machen will, der darf eben nicht Versprechungen auf Kosten von Minderheiten machen – was bedeutet, dass die Rücksichtnahme und die Inklusion von Minderheiten oder Randguppen mit dazu gehören. Man muss nur eben auch erklären, dass diese Dinge nicht zu Lasten von irgendwem gehen.
      Denn hier macht die AfD ihre Denkfehler: Die Ehe für alle schmälert nicht den Wert der traditionellen Ehe zwischen Mann und Frau, sondern erweitert die Möglichkeiten für die ganze Bevölkerung. Für eine große Mehrheit wird sich nichts ändern, trotzdem suggeriert die AfD einen Wertverlust, wenn ganz offensichtliche Privilegien abgebaut werden.
      Ich weiß, ich weiß, „Privileg“ ist ein Reizwort, aber hier stimmt es ausnahmsweise… Dass man an anderer Stelle oft sehr undifferenziert Privilegien unterstellt und daraus den Grat der Glaubwürdigkeit ableitet, macht hier die Argumentation nicht leicht, denn natürlich ist es Blödsinn, zu glauben, dass, wer die wenigsten Privilegien, am meisten Recht hat.

      Wenn die AfD am Ende aber erreicht, dass man aus Angst, „Gutmensch“ genannt zu werden, wieder Wörter wie „Neger“ etabliert, dann empfände ich persönlich das als Niederlage unseres Wertesytems und nicht als Triumph der Rede- oder Meinungsfreiheit. Denn auch der „PC-Gutmenschen-Vorwurf“ ist eine Keule, mit der man jede Diskussion totschlägt.

      Die AfD hat – glaube ich – deshalb so großen Erfolg, weil auf der anderen Seite ein Vakuum entstanden ist. Zwar schiebt man heute alles dem Sündenbock „linksgrünes Establishment“ zu, aber es stellt sich doch die Frage, wo und wann denn mal wirklich linksgrüne Politik gemacht wurde. Es gibt diese „Linke“, der man immer alles Schlechte in der Welt zuschiebt, einfach nicht.
      Die Politik und die Parteienlandschaft sind in den letzten Jahrzehnten vielleicht progressiver und liberaler geworden, aber ganz sicher nicht linker.
      Und das ist die zweite Strategie der AfD: Die Schuld für die Misere wird irgendwelchen Gruppen (vorzugsweise Minderheiten) zugeschoben, die man nur mundtot machen müsse, damit alles besser wird. Das sind dann die Linken, die Gutmenschen, die Migranten, die Muslime, die Homosexuellen, die Feministinnen.
      Das ist halt einfach das zu glauben, wenn niemand da ist, der einen Entwurf für eine gerechte Sozialpolitik vorlegt. Es muss ja nicht jeder die Linke wählen, es wäre aber wünschenswert wenn wenigstens die SPD sich auf ihre Kernthemen zurückbesinnen würde.

      Gefällt 3 Personen

  17. Denis sagt:

    Guter Artikel – es wird aber etwas der Kontext vernachlässigt, in dem Wörter benutzt werden😉 Ich denke, viel ergibt sich auch aus dem Sprachgefühl und dem Zusammenhang. Es soll durchaus (? weiß gerade die aktuelle politisch korrekte Bezeichnung nicht für Menschen mit etwas stärker pigmentierter Haut, xy Migrationshintergrund dürfte doch schon wieder überholt sein?) Menschen geben, die sich mit „Hey! Mein alter Nigger!“ freundschaftlich begrüßen, da würde ich jetzt nicht unterstellen, dass die sich untereinander beleidigen wollen, während ich als minimal pigmentierter Mitbürger das so wohl nicht sagen würde. Dafür erwische ich mich gelegentlich dabei, dass ich zu einem Schokoschaumgebilde noch Negerkuss sage, und dass wird er für ein Kind meiner Zeit wohl auch immer (zumindest gedanklich) bleiben und kein Mohrenkopf (älter) oder Schokoschaumkuss (neuer) – und das völlig ohne negative Konnotation. Ein bisschen „tröste“ ich mich dann mit dem Gedanken, dass sich Neger und Nigger vom lat. niger, nigra, nigrum (schwarz) herleiten und somit von der Wortethymologie her nicht negativer sind als Schwarzer. Das ganze hat sich dann zu Farbiger entwickelt (warum eigentlich? Schwarz ist doch eher die Abwesenheit von Farbe?), wurde dann zu maximal pigmentierter und ich glaube zuletzt zu xy Migrationshintergrund (afrikanisch, afroamerikanisch, …whatever – wo man schon vor das Problem gestellt wird, dass man ja gar nichts über den Hintergrund des jeweiligen Menschen weiß, wenn man den nur auf der Straße sieht und sich mit einem Bekannten darüber austauschen möchte – und schon landet man doch wieder beim Schwarzen oder etwas stärker pigmentierten Mitbürger da drüben)). Und letztlich charakterisiert das die Person auch nur unzureichend, haben wir doch aktuellen Forschungen nach (falls es noch aktuell ist) wohl alle einen afrikanischen Migrationshintergrund – auch wenn er bei uns „Europäern“ etwas weiter zurück liegt. Also ich finde jetzt Schwarzer im Alltag nicht beleidigend (abhängig vom Kontext und Betonung), Zigeuner hatte für mich noch nie eine negative Bedeutung, dementsprechend werde ich auch nie von einem „Fahrendes-Volk-Schnitzel“ oder einer „Sinti-und-Roma-Sauce“ sprechen, ein Negerkuss wird für mich ein Negerkuss bleiben, Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf Bücher überarbeiten zu wollen, weil Pippis Vater irgendwo mal als Negerhäuptling bezeichnet wird finde ich affig (und den Titel nicht diskriminierend – schlimmstenfalls sollen die sonst halt in Neuauflagen eine Fußnote mit einer Begriffserklärung anfügen, bevor hier „klassische“ Literatur umgeschrieben wird – was wäre auch die Alternative? Er war Häuptling-eines-Stammes-mit-afrikanischem-Migrationshintergrund? Und in 5 Jahren muss es wegen neuer politisch korrekter Begriffe schon wieder umgeschrieben werden?), und auch von Othello dem Mohren zu sprechen finde ich nicht verwerflich. Über die korrekte Bezeichnung von trans Personen habe ich mir bisher ehrlich gesagt keine Gedanken gemacht, weil es da inzwischen fast unüberschaubar viele Nuancierungen gibt (einige davon wahrscheinlich auch eher theoretischer Natur) und ich zudem nicht eine einzige Person in der Richtung kenne, sondern nur ein paar, die ganz normal (sexuell) gleichgeschlechtlich orientiert sind. Bei ‚politisch korrekt‘ fehlt gerade auch noch der Aspekt, dass Mannheim in Frauheim oder Menschheim umbenannt werden sollte😉 Also die völlig übertriebene Verfeminalisierung der Sprache. Viel weniger korrekt finde ich es hingegen, dass es an der Uni Frauencomputerräume, Frauenparkplätze, Frauengleichstellungsbeauftrage etc. gibt, aber kein Äquivalent für Männer.

    Zum eigentlichen Thema AfD will ich jetzt mal nichts sagen. Wird auch erstmal nur eine Protestpartei sein, um der derzeitigen Regierung die rote Karte zu zeigen. Solche Mechanismen „falsch verstandene AfD“ mal zu durchleuchten ist auf jedenfall sehr interessant – sie zu nutzen finde ich aber auch nicht verwerflicher als was andere Parteien machen mit Lügen und Betrügereien. Es ist nunmal Fakt, dass „provokante Aussagen unerlässlich“ sind, und schlechte Werbung immer noch besser als gar keine Werbung – Hauptsache man ist im Gespräch. Man schaue sich nur mal die Wahlen in Amerika an. In dem Sinne hoffe ich, dass nicht gerade zuviel (anti)Werbung für AfD gemacht wird. Ansonsten bitte weiter so mit Cartoons/Satiren/kritischen oder informativen Beiträgen – wie auch immer du dich verstanden fühlen magst!

    Gefällt mir

  18. Jemand sagt:

    Zur PC stimme ich Dir voll zu, zur AfD-Manipulation zu 99%. Manchmal jedoch werden sie tatsächlich absichtlich falsch verstanden bzw. wiedergegeben. Beispielsweise bei der Schießbefehl-Geschichte, die Petry geradezu mit Gewalt in den Mund gedrückt wurde, wohingegen tatsächliche Schießbefehl-Befürwortungen aus Reihen der CDU, Grünen und sogar der evangelischen Kirche nicht beachtet wurden. Oder das aus dem Kontext gerissene und sinnverdreht wiedergegebene Boateng-Zitat von Gauland. Und ich meine, da war noch irgendwas, das mir aber schon nicht mehr präsent ist. Genau wie bei Trump, der im Wahlkampf von vielen Medien bewusst negativ verzerrt dargestellt wurde. Auf die Art fördern die Medien die rhethorischen Manipulationen von AfD, Trump und Konsorten sogar noch, indem sie ihnen bereitwillig belegbares Futter für die Opferrolle liefern.

    Gefällt mir

    • Sylvine sagt:

      Danke, genau den Kommentar habe ich auch gesucht. Wenn der ‚Mainstream‘ (man verzeihe mir hier bitte den unpräzisen Ausdruck) nicht so sehr damit beschäftigt wäre, den Überbringer jeder unbequemen Meinung (oder gar Wahrheit) als rechtsextremer Nazi oder sexistischer Frauenhasser darzustellen, könnte sich die AfD nicht taktisch als das arme mißverstandene Volk darstellen.

      Denn eine Sache muss man hier beachten – auch, wenn der Populist nur zum Schein für das Volk spricht und eigentlich nur Manipulation betreibt, muss doch zunächst ein greifbarer Block da sein, der manipulierbar ist. Man kann vorgeben, für Y zu sein und sich beschweren, dass alle nur lügen, dass man eigentlich X will… nur bringt das nichts wenn die Leute eigentlich aber Z wollen.

      Case in point, Trump – man hat wenig darüber gehört, dass er z.B. glaubt, Impfungen verursachen Autismus. Oder dass sein VP glaubt, Evolution wäre „nur eine Theorie“. Was hat man denn gehört? Dass er Mexikaner als Vergewaltiger beschimpft hat und Frauen sexuell belästigt. Und dann schaut man nach und siehe da, es bedarf einer sehr liberalen (pun intended) Interpretation, um das so hinzudrehen. Er will Frauen bestrafen, die abtreiben? Die viel größere Story war, dass er die Meinung geändert hat! Im Gesprächskontext hieß es nämlich: WENN Abtreibung illegal wäre, müsste man rechtliche Konsequenzen ziehen – eine vollkommen korrekte Einstellung! Aber nein, es ist bequemer, einfach Frauenhass vorzuwerfen.

      Diese intellektuelle Faulheit rächt sich gerade einfach nur. Selbst die dümmsten Leute haben verstanden, wie es läuft: „Wir reagieren auf Sorgen über Atomenergie? Na, wir hören auf die Stimme des Volkes, so sieht eine gute Regierung aus! Die anderen antworten auf Sorgen über Einwanderung? Das ist rechtsradikalnationalistischer Populismus!“.

      Das kann einfach auf dauer nicht funktionieren; irgendwann mal ist dem Wähler der ungewisse Lügner und Heuchler lieber als der, der schon zum dritten mal dir ins Gesicht spuckt und hoch und heilig schwört, dass es regnet.

      Gefällt 1 Person

  19. sevens2 sagt:

    In New York steht es unter Strafe die verlangten Pronomina (unter anderem „ze“ und „hir“) nicht zu verwenden: https://www.washingtonpost.com/news/volokh-conspiracy/wp/2016/05/17/you-can-be-fined-for-not-calling-people-ze-or-hir-if-thats-the-pronoun-they-demand-that-you-use/?utm_term=.ba42da8882a4

    In ähnlicher Weise wird bestraft, wer als Bartender einer Schwangeren keinen Alkohol ausschenkt — sofern sie welchen will, für den Moment: http://reason.com/blog/2016/05/09/bartenders-cant-refuse-to-serve-pregnant

    All das läuft unter „human rights“, und Canada betreibt ähnliches, https://www.thestar.com/news/gta/2016/11/05/when-beliefs-about-gender-identity-and-views-on-freedom-of-speech-clash.html, mit sehr weitreichenden Konsequenzen.

    Das Theater der Theoretiker um ihre Wortschöpfungen verbirgt ein gewaltiges Problem. Offenbar verkennst du es als harmlos. Das ist kein Spielen mit Kleidern und Puppen, sondern mit der grundlegenden Rechtsordnung und Weltanschauung. Der erratische Wandel der Ausdrucksformen ist schlicht Zeichen intellektueller Willkür. Das ist keine wissenschaftliche Erkundung, sondern ein opportunistisches Wandern. Wenn es gegen Religion geht, sind sie Anhänger der Evolutionstheorie. Allerdings nur der natürlichen Selektion, nicht der sexuellen Selektion. Keine Ahnung welche bizarren Konstruktion sie im Rahmen der Verhaltensgenetik vorlegen. Homosexualität halten sie weitgehend für angeboren. Heterosexualität irgendwie nicht. Was die sozial konstruierten Transsexuellen dazu bewegt, ihren Körper verändern zu wollen, können sie nicht mal im Ansatz erklären. Probleme bekommen sie auch, wenn sich ein Mann einfacht so als Frau identifiziert. Theoretisch würde dies das ganze Feld der Frauenförderung für ihn eröffnen. Auch würde es ihre Identität und Gruppenbindung beschädigen. Um die geht es weitgehend, sie verfolgen opportunistisch ihre Gefühle und Wünsche, und ihr Zugehörigkeitsgefühl beruht auf Ausgrenzung. (Mal ganz abgesehen davon, dass ihr Nihilismus nicht konsequent ist, und sie oft typische Weiblichkeit wollen. Ja, es sind meistens Frauen.) Das Ganze ist weitgehend lächerlich. Allerdings geht es darum mit Staatszwang anderen ihre Weltanschauung aufzuokktroyieren, und da diese bis tief in das Wesen menschlicher Natur geht, sind die Implikationen alles andere als putzig. Das wäre schon inakzeptabel, wenn sie sich objektiv belegbar im Besitz der Wahrheit befänden. Schlimmer noch, es handelt sich um subjektiv-individuelle Anwandlungen, um Willkür. Sie haben es noch nicht einmal geschafft innerhalb ihres eigenen Systems widerspruchsfrei zu sein; selbst dem Relativismus genügen sie damit nicht.

    Lesenswert: http://www.slate.com/articles/double_x/doublex/2015/12/gender_critical_trans_women_the_apostates_of_the_trans_rights_movement.html

    Gefällt mir

  20. Dr. Volkhard Rühs, MD.h sagt:

    Auch habe ich mir mit Genuss den Beitrag rein gezogen, musste ich einige Male schlucken. Ich folge durchaus. Bin aber zunehmend verunsichert. Ich habe in den vergangenen fünf Jahren eine Reihe von Workshops „Psycho-Therapie“ “ Reformulierung“ usw erlitten. Wieso erlitten? Ich war Jahre lang der Überzeugung, dass ich “ scheinbar nicht verstanden werde“, dass verbale Kommunikation in zunehmendem Masse manipulierend vergewaltigt wird. Bei endlosen akademischen Reflexionen über Semantik bellte ich, als stöhrend empfunden, „let’s get real“. Wenn Kommunikation in einen Eiertanz ausartet, ist Kommunikation nicht mehr möglich. Dieser Eiertanz der Kommunikation separiert. Mensch fühlt sich nur noch verstanden in der selbst gewählten Echokammer. Der Horizont verengt sich auf eben diese Echokammer. Etwas Elementarisches geht den Bach runter. Die zwischenmenschliche Akzeptanz. Ihre/Deine Cartoons mögen manchen Menschen unbequem erscheinen, weil sie Selbstreflexion fordern. In dem Moment, an dem Mensch nicht mehr bereit ist zur Selbstreflexion, ist Mensch entmenschlicht. Die AfD ist entmenschlicht, kommunikative Manipulation mit dem einzigen Ziel, trotz vollständiger Inkompetenz persönliche (virtuelle) Machtgeilheit zu befriedigen. Menschen, wie Sie/Du regen sich über DIE auf. Und doch reflektiert unsere Entrüstung einen gewissen Neid…wie können Die eigentlich „erfolgreich“ sein, obwohl Wir es besser wüssten…Ich möchte auf jeden Fall nicht in deren Haut stecken. Was für ein Leben muss es sein, jeden Tag eine orgastische Negativität leben zu müssen. Jeden Tag eine neue Qualität der Lüge erfinden zu müssen. Und dabei dem eigenen menschlichen Versagen jeden Morgen im Spiegel zu begegnen. Nicht mehr einfach menschlich kommunizieren zu können. Horrorclown Petry und Konsorten leben ihren eigenen Untergang. Es ist an uns, uns nicht mitreissen zu lassen in den Abgrund. Und was die „political correctnes“ angeht. Let’s loosen up. Ich lebe Akzeptanz, bei aller Kritik, und darf ungestraft meine türkischen Bekannten als „Kümmeltürken“ begrüssen und sie mich als “ Scheiss-Migrant“, weil wir uns als Menschen begegnen. As simple, as that. Oder ich bin hoffnungslos naiv…

    Gefällt 3 Personen

  21. Tieftaucher sagt:

    ich stimme dir zu bis auf den Punkt „Ändern können nur die Leute etwas, die zum AfD-Wählerkreis gehören.“

    Du hast ja selbst gesagt, das die afd den Eindruck schaffen möchte Anhänger wären in einer Opferrolle und würden missverstanden..

    Wir können alle etwas dazu beitragen, das dieses Denken sich ändert. Und zwar indem wir anderen Menschen zuhören und eine Diskusion nicht scheuen, auch wenn der andere anderer Meinung ist.
    Sehr oft läuft doch so:

    Person A wird von einer afd-„Wahrheit“ überzeugt
    Person A deutet dieses gegenüber seinen Freunden/Bekannten an
    Der anteil seiner Freunde und Bekannten, die anderer Meinung sind, brechen den Kontakt ab, weil sie mit einem „nazi“ nichts zu tun haben wollen.

    –> afd-Wähler sind in einer bubble, die Menschen, die sie vom Gegenteil überzeugen könnten in einer anderen.

    Wir sollten lieber versuchen ins Gespräch zu kommen, uns die Ängste und Sorgen anhören und zu versuchen sie zu entkräften. Und da ist sehr wohl jeder einzelne gefragt. Wenn ihr an Aussagen geratet wie „ich habe Angst, das meine Kinder nur unter Muslims aufwachsen“, sucht das Gespräch. Zeigt statistiken und Zahlen und versucht zu ergrunden was genau den anderen stört.

    Immerhin leben wir in einer Demokratie, also sollte eigentlich jeder Interesse daran haben, das wir uns nicht in zwei Fraktionen aufsplitten, in der der Weg zur afd hin so viel einfacherer ist, als der von ihr weg.

    (ich denke schon das es schwer ist, wenn man einmal als „nazi“ abgestempelt ist, in eine soziale Struktur zu kommen, in der andere Meinungen verbreitet sind)

    Gefällt 1 Person

  22. Geisterkarle sagt:

    Hm, das Ganze ist in beide Richtungen ziemlich „doof“. Wie ja auch du dich in der Mitte plötzlich auf „die andere Seite“ geschlagen hast.
    Das sich Sprache wandelt und Begriff(e/lichkeiten) sich ändern können ist klar. Die Frage ist nur: Wie und wie geht das von statten? Und braucht man einen Holzhammer? Gerade bei Begriffen, die ich jetzt mal als „nicht-stark“ einordnen würde. Wie z.B. dein Negerbeispiel:
    „Das Problem ist halt nur, dass „Neger“ keineswegs ein Symptom „dieser übertriebenen political correctness“ darstellt, weil es sich in Jahrzehnten gewandelt und mittlerweile für 99% der Bevölkerung in der Bedeutung zu einer Negativbezeichnung geformt hat.“
    Genau darauf „schwimmt“ doch die AfD! Denn der Begriff „Neger“ ist eben nicht für 99% der Bevölkerung negativ besetzt! Sieht man ja selbst hier in den Kommentaren! Gerade bei diesem Beispiel verweise ich gerne mal auf Martin Luther King! Selbst DER verwendete in seiner berühmten „I Have a Dream“ rede das Wort „Neger“! Und ich glaube nicht im entferntesten, dass er das negativ meinte… Und das ist „nur“ 50 Jahre her. Da soll so ein krasser Umschwung zu 99% passiert sein? I think not!
    Auch ich habe ein Problem damit, da „politisch korrekt“ Wörter zu verändern, die ich nicht im geringsten negativ einschätze. Ich muss mal schauen, dass ich das Feldstudienartig untersuche. ca. 5m links von mir sitzt ein „nicht-weisser“ Kollege! Mal fragen, wie der das sieht. Oder vielleicht kann ich mal eine meiner Salsapartnerinnen mit „ähnlicher Hautfarbe“ zwischen zwei Tänzen fragen, ob sie da nen Problem hat… oder Salsera eh passt😛

    Gefällt mir

    • SomeDudeWithAnOppinion sagt:

      Was mir persönlich die Augen bezüglich der Möglichkeiten positiver Beeinflussung der Gesellschaft durch Sprache geöffnet hat ist ein ganz einfaches Beispiel. Löse folgendes Rätsel: Ein junge und sein Vater kommen in einen schweren Autounfall, der Vater stirbt, der Junge kommt ins Krankenhaus, der Notarzt sagt es muss sich jemand anderes der Sache annehmen, das ist mein Sohn. Wie ist das möglich?

      Natürlich gibt es hier zwei offensichtliche Möglichkeiten: 1. der Notarzt ist die Mutter, 2. der Notarzt ist der (zweite) Vater. Als ich dieses „Rätsel“ damals das erste mal gestellt bekommen habe war ich zuerst ein wenig verwirrt und bin nicht drauf gekommen. Ich habe mich zu dem Zeitpunkt für einen aufgeklärten Mensch gehalten, der absolut für rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung aller Menschen ist. Trotzdem hat selbst mir damals meine sprachliche und soziale Prägung bei dem Wort Notarzt einen Streich gespielt und mir das Bild eines George Clooneyesquen Mannes im weißen Kittel vor das geistige Auge gezaubert. Und wenn das unsere Defaulterwartung ist, dann haben wir vielleicht ein kleines bisschen weniger Vertrauen in einen weiblichen Notarzt. Dieses kleine bisschen weniger Vertrauen wird dann vielleicht dazu führen, dass wir einen herablassenden Kommentar mehr machen, wenn unsere Behandlung nicht restlos zufriedenstellend ist. Und wenn dieser Kommentar im Beisein eines jungen Mädchens fällt haben wir vielleicht schon dazu beigetragen diese negative kulturelle Prägung an die nächste Generation weiterzugeben. Wenn ich Wörter wie Neger sage, auch wenn sie für mich eben nicht herablassend gemeint sind, dann tu ich das trotzdem in dem Wissen, dass es, wenn auch nicht für 100% der Bevölkerung, doch für die weitaus meisten der als „Neger“ betitelten, stark negativ konnotiert ist. Was ich damit zum Ausdruck bringe ist dann, dass mir deren Befindlichkeit gegenüber meiner Befindlichkeit weniger wichtig erscheint, weil ich (vielleicht) in der Mehrheit bin. Das bringt mich selbst vielleicht dazu auch andere Forderungen, wie zum Beispiel die nach einer besseren gesellschaftlichen Kontrolle von alltäglichem Rassismus, als nichtig zu ignorieren. Zudem ermögliche ich dann Leuten, die „Neger“ als Beleidigung gezielt einsetzen sich hinterher auf „war doch nicht so gemeint“ zu beziehen.

      Wie im Text gut darstellt wird die Deutungshoheit über political correctness gerne dazu benutzt ein Machtgefällt herzustellen. Das ist negativ und das darf auch jeder ansprechen. Wenn ich wissen will, wie ein trans Mensch angesprochen werden möchte, kann ich einfach fragen was ihm lieb wäre, anstatt die neuste Veröffentlichung von irgendeiner Vereinigung hauptsächlich weißer, hauptsächlich ciser verkopfter Möchtegernrevolutionäre im ersten Studiensemester Soziolinguistik an der Uni Dresden zu lesen. Trotzdem macht es Sinn auch im kleinen die eigene Sprache und deren Wirkung auf die eigene Meinung und das eigene Verhalten zu hinterfragen.

      Gefällt mir

  23. daswolli sagt:

    Hm, erinnert mich an einen netten Zeitungsartikel neulich, bei dem es um die politische (Un-)korrektheit des Begriffes „Sinti- und Roma-Schnitzel“ ging.

    http://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/wiesbaden/nachrichten-wiesbaden/schnitzel-name-sorgt-fuer-aerger-wiesbadener-gastwirt-wehrt-sich-gegen-rassismus-vorwurf_17401240.htm

    LG

    Gefällt mir

  24. maxnoska sagt:

    Gut gebrüllt!

    Gefällt mir

  25. mcnetic sagt:

    Kleine Korrektur: die Bankkauffrau wird sicher nicht diese Rückfrage stellen. Sie wird den Begriff in dem Zusammenhang überhaupt nicht kennen. Wenn, dann nur aus der Tonlehre. Ganz ehrlich, mit der Lebenswirklichkeit von 95% der Bevölkerung haben solche Themen nicht einmal einen Schnittpunkt, geschweige denn eine Schnittmenge.

    Gefällt 1 Person

  26. Bjoern sagt:

    Einfach mal danke für diesen großartig geschriebenen Beitrag!

    Gefällt mir

  27. Nevermind sagt:

    ‚Schöner‘ Artikel, trifft recht gut das was ich mir zu dem Thema denke.

    Gerade der Punkt mit dem ‚wenn das (fehlende) * jetzt echt das grösste Problem ist,…

    Ich habe mir oft in den Unterhaltungen mit Leuten die in solchen Themen tiefer drin stecken gedacht, Thema macht Sinn, aber man wird mit der Art wie es vermittelt wird diverse Leute verstören/verängstigen/nerven (und bei einigen Kommunikationen war ich 100% in der generveten Gruppe).

    Und vor ein paar Jahren meinte ich zu einen Bekannten, ich kann verstehen, das man Laut schreien muss um sich gehör zu verschaffen, aber die nächsten Jahre werden zeigen, wieviel Feinde man sich damit macht und was für ein Backlash kommt. Jetzt sind wir mitten in diesen Backlash und ich bin sehr gespannt wie das weiter geht.

    Gefällt 1 Person

  28. Katharina sagt:

    „Für die meisten (trans) Menschen zählt das Zwischenmenschliche, die Absicht und das, was mit den Worten transportiert wird.“

    trans*portiert

    Gnihihi. (Sorry, nicht sehr sachdienlich. Aber TRANSportiert. *kicher*)

    Gefällt 1 Person

  29. HarryBG sagt:

    Es ist doch irgendwie schade, dass nur sehr wenige geneigte AfD Wähler diesen Text lesen *und* verstehen werden.

    Gefällt mir

  30. Ralf sagt:

    Danke. Großartiger Artikel, der mir aus der Seele spricht

    Gefällt mir

  31. Shitlord sagt:

    Das mit dem Zerlegen der linken „Logik“ war ja schön und gut, aber was der Teil mit der AfD mit „Logik“ zu tun haben soll, weiß ich echt nicht. Es ist eine *Strategie*, wohlgemerkt eine, die die AfD offen dargelegt hat, und die tiefenpsychologische Todesangst-Erklärung, warum die funktioniert, halte ich für *deutlich* zu hoch gegriffen. Vor allem aber geht sie sofort in eine IdPol-Argumentation über, die so auch von der Irgendein-Neger-„Stiftung“ kommen könnte – und kommt (https://goo.gl/xM4VwV auf Seite 4).

    Vor allem aber ist es ziemlich vermessen, der AfD zu unterstellen, manipulativ mit Sprache umzugehen – als würden das andere Parteien nicht machen. Darauf brauche ich erstmal einen Negerkuss und ein Zigeunerschnitzel, bis mir wieder einfällt, wie der Spruch mit dem Glashaus und dem Splitter im Auge des Anderen ging.

    Gefällt 1 Person

  32. FS sagt:

    @erzählmirnix

    Die meisten haben den Witz wohl nicht mitgekriegt. Das Comic war nämlich bewusst neutral formuliert und bezog sich ebenso auf die Immunisierungstaktik von z.B. radikalem Netzfeminismus (…)

    Da du es vor wenigen Tagen gepostet hast, bezieht man es natürlich auf die aktuelle Situation. Der Bezug auf Netzfeminismus liegt da eher fern.

    Die Leute sind nicht dumm, wenn sie es „falsch verstehen“, sondern du hast dir offenbar wenig Gedanken darüber gemacht, wie sie es verstehen mussten.

    Deine sprachlichen Analysen finde ich sehr fragwürdig.

    Was am Wort Handy „unpassend“ sein soll, erschließt sich mir nicht.

    Der gegenwärtige pejorative Gehalt von „Zigeuner“ dürfte umstritten sein, man kann es als Schimpfwort verwenden, aber auch in romantisch verklärender Weise. Siehe Wiktionary.

    Heute wird „Neger“ hauptsächlich aus zwei Gründen benutzt: 1. Um zu beleidigen. 2. Um zu zeigen, dass man sich „mutig“ gegen „diese übertriebene political Correctness“ stellt.

    Man müsste bei (2) eher sagen: Es wird im Sinne einer Provokation genutzt. Genau deshalb aber dürfte es selbst in AfD-Kreisen nicht die Normvariante sein, zumindest nicht in öffentlicher Rede. Es ist nicht damit vergleichbar, wie wenn ein Linker sich „mutig“ gegen Euphemismen stellt und „Kriegsminister“ sagt. Die AfD wird sich hüten, „Neger“ in ihren offiziellen Sprachschatz aufzunehmen.

    Das Problem ist halt nur, dass „Neger“ keineswegs ein Symptom „dieser übertriebenen political correctness“ darstellt, weil es sich in Jahrzehnten gewandelt und mittlerweile für 99% der Bevölkerung in der Bedeutung zu einer Negativbezeichnung geformt hat. Das ist schlicht Sprachwandel.

    Sprachwandel durch damalige political correctness. Den wie gesagt selbst die AfD nicht wieder rückgängig machen will. Soviel Fairness sollte sein.

    Dass die AfD Homosexuelle nicht diskriminieren will, scheinst du allerdings auch nicht zu verstehen. Insofern kein Wunder.

    Gefällt mir

  33. maSu sagt:

    EMN: 99% Zustimming. Wenn allerdings ein Mitarbeiter entlassen werden soll, weil er in der Kantine einen „Negerkuss“ bestellt, dann ist für mich eine Schmerzgrenze weit überschritten.

    Man nennt andere Menschen nicht „Neger“. Gut. Da gehe ich völlig konform. Es sei denn ich kenne den Menschen gut und das ist dann etwas unter Freunden wo man sich auch mal mit „Na du Pussy“ begrüßen kann – jetzt mag man denken: „oh Gott, welche Asis reden so???“. Gut, welcher „Asi“ denkt so? Touché! Man muss sich bei eindeutig kritischen Begriffen relativ sicher sein, dass das Gegenüber dies auch versteht.

    Aber hier gibt es Grenzfälle: „Fett“ zB um an so manche „safespacige Forendisusskion“ zu erinnern.

    Es gibt ganz klar in der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung einen starken Trend, sich als Opfer zu inszenieren. Das stört mich sehr. Die AfD inszeniert sich auch als Opfer. Klar. Dennoch wird in vielen Bereichen wirklich medial gegen AfD gehetzt. Wenn auf eine Person, die AfD Wahlplakate aufstellt, geschossen wird, wenn Büroräume der AfD mit Farbbeuteln und Brandsätzen angegriffen werden, dann muss ich der AfD hier – auch wenn es mir widerstrebt – die Opferrolle zugestehen.

    Den „Linken Aktivisten“, ein widerwärtiger Euphemismus für Brandstifter, Schläger, …, kann ich da nichts zugestehen.

    Bezüglich Feminismus und Genderfragen sehe ich das leider ähnlich. Und Schuld hat hier nicht die AfD.

    Schuld haben Menschen….
    …die eine Szene machen, wenn Beatrix von Storch in einem Restaurant essen möchte.
    …die Menschen mit anderen Meinungen als Nazis, Homophob usw. darstellen.
    ….
    …. die Liste ist beliebig lang. Ich erspare weiteres hier.

    Ich bin beispielsweise auch gegen Unisextoiletten. Warum?
    Eine dritte Räumlichkeit zu schaffen kostet Geld, einfach die Türschilder M/W zu entfernen funktioniert aber auch nicht, weil dann die nächsten „Idiot*Innen“ ankommen und ernsthaft behaupten, eine öffentliche Toilette (das gute alte Bahnhofsklo… *yea*) sei ein wichtiger Rückzugsort für Frauen.
    Ihr glaubt mir nicht? Puh. Na dann werft mal google an. Wenn eine Uni für einen „Genderkongress“ kurzfristig alle Toiletten zu Unisextoiletten macht und es danach rückgängig machen muss, weil einige „Dame*innen“ meinen, einen „sicheren Rückzugsort vor Übergriffen“ zu brauchen.

    Nächstens Beispiel:
    Wenn man „Biologist, Nazi,…“ genannt wird, weil man auf Biologische Tatsachen(!) verweist, dann ist in diesem Land etwas faul.

    Ulrich Kutschera verwendet durchaus Formulierungen, an denen man sich reiben KANN, aber er hat bei allen biologischen Fakten recht – auch wenn halb Genderdeutschland alleine bei dem Gedanken daran, dass Herr Kutschera seine Meinung und wissenschaftliche Tatsachen verbreitet, schreiend auf dem Boden liegt und nach der „Mama“ ruft.

    In linken Kreisen geht es zunehmend nicht mehr um Fakten, sondern Menschen mit anderer Meinung daran zu hindern, diese zu äußern. Mit Methoden, die nicht nur widerwärtig sind, sondern auch klar gegen geltende Gesetze verstoßen.

    Warum so viel zu den Linken?

    Weil die AfD das gesellschaftliche Gegengewicht dazu ist.

    Ohne den linken Hass, der mittlerweile so viele Menschen trifft, gäbe es keine AfD.

    Wer auch nur einmalig bei einer Lesung/Diskussionsrunde „Linken Aktivisten“ live erlebt hat, indem sie Redner beschimpften und die Veranstaltung massiv störten, der fragt sich schon, welche Partei, welche Politik das ändern könnte. Es gibt im politischen Spektrum nur sehr wenige Parteien, die sich diesem Wahnsinn(!) entgegenstellen.

    Das Problem ist allerdings: Linke Idiotie durch rechte Idiotie zu ersetzen hilft da auch nicht weiter. Die AfD ist bisher keine Lösung, da sich die AfD nicht ausreichend vom „Rechten Rand“ trennt.

    Allerdings: Die AfD und die CSU ähneln sich sehr. Wer sich über die AfD empört, wenn diese 15% erreicht, der sollte sich fragen, warum die CSU in Bayern mit 50+% so viel besser wäre. In der Flüchtlingsdebatte waren die Unterschiede teilweise „marginal“.

    Ich bringe mal alles auf einen Satz:

    Die AfD gibt es einzig und allein weil die Medien und Parteien größtenteils von einer linken Doppelmoral und einem linken Hass beherrscht werden.

    Ausblick gefällig?
    Trump! Warum wurde er gewählt? Auch weil in Amerika Hatespeech ein viel größeres Thema ist. Was wir hier erleben spaltet in Amerika die Bevölkerung in eine kleine linke Elite im Elfenbeinturm, die einige Mitläufer haben und der restlichen Bevölkerung mit echten Problemen.

    Und jedes Mal wenn Clinton ihr Geschlecht, die gläserne Decke usw. aus der Flachwitzkiste gezogen hat, war das positiv für Trump.

    Auch in Deutschland werden Frauen noch merken, dass eine Frauenquote für eine kleine Elite an der Lebensrealität von 99% der Frauen vorbeigeht. Selbiges betrifft nahezu alle linken Genderthemen.

    Der Arbeitnehmer, der sich Sorgen um seine Altersvorsorge macht, der sieht nur, wie linke Spinner „Studierendenwerke“ einführen und dafür Millionen verschwenden.

    An dieser Stelle mache ich nun Schluss. Ich könnte noch zig Beispiele für linke Idiotie bringen, die mich bei der nächsten Wahl verzweifeln lassen werden, denn:
    Ich will die AfD nicht wählen und es fehlt für mich somit eine Alternative zu dem linken Sumpf, der noch brauner und faschistoider ist, als man es der AfD vorwirft. Es kann doch nicht wahr sein, dass ich unter Umständen einem Martin Sonneborn meine Stimme geben muss, weil ich sonst nur zwischen faschistoiden Mist auswählen kann?!

    Gefällt 2 Personen