Mit ‘konstruktiv kritisieren’ getaggte Beiträge

1. Schlecht ist ALLES. Das Herausstellen positiver Aspekte verwässert eine gute Kritik und sollte unterlassen werden. Wenn auch auf Gutes hingewiesen wird vergisst der Kritisierte womöglich, dass er kritisiert wurde. Sowas passiert schnell und ist gefährlich.

2. Weil ohnehin alles schlecht ist kannst du es dir auch sparen, zu erwähnen, was genau schlecht ist. Nichts ist hilfreicher als ein „So ein scheiß“ „Schwachsinn mal wieder!“ oder „Hier funktioniert auch gar nichts“ um auf Fehler hinzuweisen.

3. Damit Kritik auch berücksichtigt wird, solltest du mit geschickter umgekehrter Psychologie arbeiten und deine Kritik z.B. mit Sätzen wie „Meine Kritik wird ja eh nicht berücksichtigt“, „Kritik ist hier ja nicht gerne gesehen“ oder „Es ändert sich ja doch nichts“ einleiten. Die Motivation, sich deiner Kritik anzunehmen, wird mit dieser raffinierten psychologischen Taktik rapide gesteigert.

4. Ein paar Verschwörungstheorien können nie schaden. Spinne eine möglichst abenteuerliche Theorie zusammen, warum Fehler beabsichtigt sein könnten. Auch hier ist ein wenig umgekehrte Psychologie nie verkehrt, indem du z.B. direkt dazu schreibst, dass deine Kritik ohnehin zensiert wird weil die Wahrheit unterdrückt wird – wenn sie trotzdem veröffentlicht wird ist das nicht etwa ein Gegenbeweis sondern nur ein Ergebnis deiner raffinierten Taktik.

5. Ein paar anonyme Andere sollten immer auf deiner Seite stehen um deiner Meinung Gewicht zu verleihen. Führe sie mit Sätzen ein wie „…und das ist nicht nur mir aufgefallen“ oder „Ich bin nicht der Einzige, der das so sieht.“ – sowas steigert die Glaubwürdigkeit.

6. Feiere dich selbst für deinen Mut, die Kritik anzubringen. „Die meisten trauen sich ja nicht…“ oder „Ist mir egal wenn ich dafür gesperrt werde“ lassen dich umso heldenhafter erscheinen. Immer beliebt auch BILDs Best: „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!“

7. Kritik wird am besten mit Einschüchterung vermittelt. Ein Hinweis darauf, dass deine Kritik auch „an die entsprechenden Stellen“ weitergeleitet wurde, ist immer gut. Konkretisiere die entsprechenden Stellen nicht, weise aber darauf hin, dass diese sehr interessiert waren an deiner Kritik.

8. Versuche, exakt das zu tun, was du selbst kritisierst. Kritisierst du eine Beleidigung, beleidige selbst. Kritisierst du Einseitigkeit, tu dies auf möglichst einseitige Art.

9. Verweise möglichst uneindeutig auf frühere Missstände mit Sätzen wie „Das ist ja nicht das erste Mal dass es hier nicht läuft“ oder „Sowas kennt man ja von dir“ ohne diese weiter auszuführen.

10. Verzichte darauf, Kritik an den richtigen Stellen zu äußern sondern kritisiere einfach wild drauf los. Idealerweise dort, wo es viel Publikum gibt. Die angesprochene(n) Person(en) werden schon irgendwie erfahren, dass sie kritisiert wurden.

11. Öffentliche Kritik ist immer weit wirkungsvoller als es zuerst unter 4 Augen zu versuchen. Die meisten Menschen sind viel zugänglicher wenn öffentlich mit dem Finger auf sie gezeigt wird als wenn man privat mit ihnen spricht. Idealerweise sollten Punkt 9 und 10 so kombiniert werden, dass die Kritik die Personen nicht direkt erreicht sondern nach dem Stille-Post-Prinzip „A sagt, B hat gesagt, dass C alles an dir scheiße findet und es ganz vielen auch so geht.“ wäre ideal.

12. Reagiere auf jegliche Antwort erstmal mit einem „War ja klar dass jetzt so eine Antwort kommt“, das zeigt, wie vorausschauend du bist.

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