Mit ‘Opfer von sexuellem Missbrauch’ getaggte Beiträge

1. Täterwahl: Die Auswahl des richtigen Täters ist immens wichtig. Du solltest wert darauf legen, dass der Täter kein anerkanntes Mitglied der Gemeinschaft ist. Der Täter sollte idealerweise ein Einzelgänger ohne Freunde sein, von dem jeder weiß „dass mit dem was nicht stimmt“ und keinesfalls jemand, der in die Gemeinschaft integriert ist, denn „der macht sowas nicht“

2. Ablauf: Auch dem Ablauf kommt Wichtigkeit zu, denn er sollte keinen Raum lassen für „Warum hast du nicht…?“-Fragen von Menschen, die natürlich klüger reagiert hätten. Sei dir aber bewusst, dass darunter auch Hellseher sind, die fragen könnten „Warum hast du nicht schon morgens beim Anziehen Stacheldraht um deine Geschlechtsteile gebunden und um eine bewaffnete Polizeieskorte gebeten, wo du doch wusstest, dass du vor die Tür gehst?“ Jeder normale Mensch ist schließlich stets darauf vorbereitet, angegriffen zu werden und besonders Kinder sollten immun gegenüber Manipulationen sein.

3. Gefühle: Ein gutes Opfer fühlt auf eine gewisse Weise dem Täter gegenüber. Erlaubt sind nur negative Gefühle, denn sobald auch nur ein ansatzweise positives Gefühl oder ein innerer Konflikt besteht „kanns ja nicht so schlimm gewesen sein“. Dass Opfer von Gewalt und Missbrauch den Täter evtl. auch aus anderen Kontexten, z.B. als Vater, Mutter, Freund oder Partner kennen und zu diesem auch Gefühle wie Liebe und Vertrauen fühlen passt nicht zu dem was ein Opfer zu fühlen hat.

4. Verhalten: Ein Opfer hat sich auf gewisse Weise, nämlich Opferhaft zu verhalten. Idealerweise so, wie sich das Gegenüber ein Opfer vorstellt, und das 24/7. Ein Opfer, das im Sommer mit Freunden im Cafe sitzt, über einen Witz lacht oder gar eine Beziehung führt ist ein affront, denn auch dann „kanns ja nicht so schlimm gewesen sein“. Gute Opfer sitzen den ganzen Tag in einer dunklen Ecke. – Zumindest solange sich niemand davon gestört fühlt und findet, dass man „jetzt eigentlich auch mal darüber hinweg sein kann“

5. Rechtfertigung: Ein gutes Opfer ist verpflichtet, jedem Interessierten alle Details offenzulegen und jederzeit Fragen wie z.B. unter Punkt 2 zu beantworten. Es wäre schließlich suspekt, nicht jederzeit alle Fragen oder jede Neugier befriedigen zu können.

6. Traumasymptome: Traumasymptome an sich sind OK – ein Opfer das sich erdreistet nicht traumatisiert zu sein ist schließlich auch suspekt – aber bitte nur im soziel akzeptierten und nicht störenden Ausmaß. OK ist z.B. hin und wieder eine Panikattacke im privaten. Nicht OK ist es, z.B. zu sagen dass man nicht angefasst oder umarmt werden will – sowas ist schließlich beleidigend gegenüber demjenigen, der auf seiner Begrüßungsumarmung besteht und ganz sicher kein böser Mensch ist vor dem man Angst haben müsste.

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