nazi

frauenmag

Bild  —  Veröffentlicht: April 28, 2016 in Uncategorized

Nach meinem Comic über “Frühsexualisierung” wurde mir mehrfach ein Video der “Jungen Freiheit” zugeschickt mit dem Titel “JF-TV: Porno, Peitsche, Pädophilie – Perversion im Klassenzimmer“, in dem dargestellt wird, wie schrecklich die armen Kinder bald so gut wie fast nahezu irgendwie Sexualisiert werden.

Ich habe ehrlich gesagt nur durchgezappt, weil ich nur ein begrenztes Maß an Leidensfähigkeit mitbringe.

Besonders schön fand ich den Teil um Minute 19, als endlich konkret auf Unterrichtsmaterialien Bezug genommen wurde. Hier merkt man auch, wie krass in dem Video manipuliert wird.

Zunächst wird über eine Zeitschrift “Sextant” berichtet, bei der es sich offenbar um ein Projekt von Neuntklässlern (also etwa ~15 Jahre) handelt. Die Mutter eines der Schüler erzählt von den Bildern, die ihr “too much” waren. Gezeigt wurden dann diese Seiten aus der Zeitschrift:

sextant

Anstatt also die “schlimmen Bilder” in den Unterrichtsmaterialien zu zeigen, was ja nahe läge, wenn es sie denn gäbe, und man zeigen will, was da den 15-jährigen für schrecklich pornographisches Zeug gezeigt wird, zeigt man statt dessen Bilder aus einem Buch, das erstmal offenbar gar nichts mit der Zeitschrift zu tun hat, außer dass die Autorin des Buches für die Zeitschrift interviewt wurde und einige der Bilder aus diesem Buch stammen:

makelove

Das alles ist so schnell zusammengewurstelt, dass es erstmal schwer fällt zu trennen, was jetzt tatsächlich in der Schule als Unterrichtsmaterial genutzt wird (die harmlosen Bilder oben) und was nicht (das Buch unten).

Das Buch “Make Love”, wird mit dem Text “Nach Eigendarstellung ein Aufklärungsbuch” untertitelt und kommt maximal schlecht weg. Dabei ist “nach Eigendarstellung ein Aufklärungsbuch” doch ziemlich unfair, wenn man bedenkt, dass es 2013 für den Jugendbuchpreis nominiert und in 7 Sprachen übersetzt wurde. Am Ende wird das Buch noch einmal gezeigt und die Mutter von Minute 19 spricht darüber “das ist eindeutig Pornographie, und das wollen wir für unsere Kinder nicht. Schon gar nicht in der Schule” – dabei ist es laut der Autorin nachweislich Jugendfrei:

Obwohl nicht gerade wenige sexuelle Beratungsstellen „MAKE LOVE“ ausdrücklich empfehlen, schrieb uns auf einmal die „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“. Eine Institution, deren Name hier nicht genannt werden soll, mir aber bekannt ist, hatte uns der Behörde „gemeldet“, weil einige Mitarbeiter dieser, auch im Bereich Aufklärung tätige Institution, der Meinung seien, unser Buch sei „pornographisch“, obwohl immerhin „an Aufklärung interessiert“!
Fein! Nach einer Anhörung dazu in Bonn habe ich nun Brief und Siegel (inklusive Adler!) darauf, dass „MAKE LOVE – das Jugendbuch“ wirklich JUGENDFREI ist!

Insgesamt wird also über mehrere Minuten folgendes dramatisiert:

  • 15-jährige erstellen eine Projektzeitung, interviewen dazu eine Expertin und dürfen Bilder von ihr nutzen
  • Diese Expertin hat auch ein erfolgreiches und jugendfreies Aufklärungsbuch geschrieben

THE HORROR!!!!

Diese überdramatisierende Panikmache zieht sich durch den kompletten Beitrag. Schon zu Beginn wird die Reeperbahn gezeigt, “deutschlands bekannteste Sündenmeile“, “verrucht und grell erleuchtet” “auf jeden Fall ein Ort für Erwachsene … oder … können Sie sich vorstellen, dass die Reeperbahn eines Tages ein Ort für Kinder ist? Wer kann so etwas wollen? Was ist der Sinn einer Pädagogik, die genau das zum Ziele hat?

Ich meine … ernsthaft? Was soll man zu einem Video sagen, das in den ersten 5 Minuten schon behauptet, dass das Ziel der Pädagogik darin besteht, Kinder auf die Reeperbahn zu schicken?

Ausführlich wird auch in der Broschüre “Zeig Mal!” geblättert. Warum eine durchaus kritisierenswerte Broschüre derartig ausführlich ausgewalzt werden muss, obwohl sie schon vor über 20 Jahren vom Markt genommen wurde? Tja.

Kurz und gut, im Endeffekt werden abstruse Horrorszenarien aus irgendwelchen verdrehten Mutmaßungen heraus konstruiert und so getan, als ob der durchschnittliche Lehrer nur darauf wartet, endlich seine Dildosammlung von zuhause mitzubringen, um den Grundschülern mal zu zeigen, wie anale Doublepenetration funktioniert.

Das einzig schockierende daran ist, dass Leute sowas unkritisch schlucken und für bare Münze nehmen, um dann solche Kommentare posten: “Ja, das ist sicher wahnsinnig bereichernd, wenn 4-6-jährige lernen, wie Analsex funktioniert und in welche anderen Löcher man noch irgendwas reinstecken kann.” oder “Finger in den Arsch gesteckt. Das Kinderporno . Bald Vibratoren in der Kinderabteilung zu kaufen. Das kauft man dann seiner 5 Jährigen Tochter.” … und Verschwörungstheorien dürfen natürlich nicht fehlen: “Die Anleitung zum Sex ohne Liebe ist doch das Ziel. Es sollen so heimatlose ungebundene Arbeitskräfte generiert werden, die in der EU oder Weltweit eingesetzt werden können. Ohne eine Liebes-Bindung zum Partner ist man sehr viel flexibler in der Auswahl des Arbeitsplatzes. Ziel ist also die Auflösung der Familie und die Produktion von Arbeitssklaven. Das ist auch dringend nötig, denn Löhne um 8,50 wird man sich in der globalen Entwicklung bald nicht mehr leisten können.

Leute, die sich also meist selbst als besonders “kritisch” und “nicht von der Mainstreampresse manipuliert” sehen, lassen sich mit billigster Panikmache verunsichern und aufstacheln. Wie überall gibt es mit Sicherheit auch am Lehrplan zur sexuellen Aufklärung Dinge fundiert zu kritisieren, aber wer es nötig hat, über fünf Ecken irgendwelche Zusammenhänge zu suchen, zeigt damit bereits, dass es mit diesen fundierten Argumenten nicht weit her ist.

pornopeitsche

 

 

 

 

 

fb

Bild  —  Veröffentlicht: April 19, 2016 in Uncategorized

beruhigend

Bild  —  Veröffentlicht: April 12, 2016 in Uncategorized

boehm

Bild  —  Veröffentlicht: April 9, 2016 in Uncategorized

Kindsein.

Veröffentlicht: April 7, 2016 in Uncategorized

kindsein

Graaaaaaaaaah!

Veröffentlicht: April 5, 2016 in Uncategorized

graaaaaaah

schnipp

Bild  —  Veröffentlicht: April 3, 2016 in Uncategorized

reaktion

Bild  —  Veröffentlicht: März 31, 2016 in Uncategorized

ABA

Veröffentlicht: März 28, 2016 in Uncategorized

Seit einiger Zeit gibt es Konflikte zwischen der Autismuscommunity und der Aktion Mensch, weil diese die umstrittene Therapieform ABA fördern. Die Kritik daran wurde in diesem Übersichtsartikel formuliert.

aba